[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Herstellen von Fugen in Straßendecken
u.dgl. Bodenbefesti
gungen nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Vorrichtungen dieser Art werden für Schneidarbeiten in Frisch- und Altbeton sowie
in Asphalt zum Einschneiden von Quer- und Längsfugen insbesondere im Straßen-, Autobahn-
und Flugplatzbau eingesetzt. Ein weiteres Einsatzgebiet dieser Vorrichtungen sind
Auf- und Abbrucharbeiten in Beton oder Stahlbeton sowie Reparaturarbeiten in Straßen-
u.dgl. Fahrbahndecken. Bei solchen Ausbesserungsarbeiten hat es sich als wünschenswerterwiesen,.die
Randseiten eines auszubessernden Teilstücks einer Fahrbahndeckenschräg nach innen
abfallen zu lassen, um auf diese Weise günstige.Auflage- und Verankerungsmöglichkeiten
für das neu in die Fahrbahndecke einzubringende Teilstück mit dem bestehenden Umgebungsteil
der Fahrbahndecke zu schaffen. Mit den bekannten Vorrichtungen der angegebenen Art
ist jedoch eine derartige Arbeitsweise nicht möglich, weil die Schneidebene der Schneidscheibe
vertikal ausgerichtet ist und somit nur vertikale Fugen in die Straßen- od.dgl. Fahrbahndecke
eingeschnitten werden können. Um dabei die Verankerungsmöglichkeiten des neu in die
Fahrbahndecke einzubringenden Teilstücks zu verbessern, werden die Seitenränder der
das neue
-Teilstück aufnehmenden öffnung häufig mit einer Abstufung nach innen ausgeführt. Dies
stellt jedoch einen schwierigen, zeitaufwendigen Arbeitsvorgang dar, der einen insgesamt
stark verzögernden Einfluß auf solche Ausbesserungsarbeiten nimmt.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Herstellen von Fugen
in Straßendecken u.dgl. Bodenbefestigungen der eingangs angebenen Art zu'.schaffen,
mit deren Hilfe die Herstellung schräger bzw. quer zur Fahrtrichtung der Vorrichtung
geneigter Fugen bzw. Einschnitte auf maschinellem Wege unter Einhaltung der Arbeitsgeschwindigkeiten
der bekannten Vorrichtungen und unter Erhalt einer guten Manövrierfähigkeit der Vorrichtung
möglich ist.
[0004] Diese Aufgabe wird nach Erfindung durch eine Ausgestaltung der Vorrichtung gemäß
dem Patentanspruch 1 gelöst. Durch die Einstellung der gestellseitigen Schwenkachse
der Schneidscheibe in einem spitzen Winkel gegenüber der Drehachse der Gestellräder
ist aufgrund der in einer rechtwinklig zu der Schwenkachse stehenden Ebene schneidenden
Schneidscheibe gewährleistet, daß.die Schneidscheibe ohne Verklemmungen und Verkantungen
in den Fahrbahnbelag eindringen kann und dabei eine in Querrichtung der Vorrichtung
geneigte bzw. schräge Schnittfuge erzeugt. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann insoweit
die gleichen Arbeitsgeschwindigkeiten wie Vorrichtungen mit senkrechter Schneidebene
ihrer Schneidscheibe erzielen, eine Arbeitsweise, die bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung
grundsätzlich bei parallel zur Drehachse der Gestellräder angeordneter Schwenkachse
der Schneidscheibe ebenfalls möglich ist. Die Anordnung der Schneidscheibe in der
Weise, daß die im Schneidbetrieb mit schrägstehender Schneidscheibe auf die Vorrichtung-in
einer horizontalen Ebene einwirkenden Drehmomente einanander entgegengerichtet sinn,
gewährleistet in diesem Zusammenhang die gute Richtungsstabilitätder Vorrichtung durch
weitestgehenden Momentenausgleich der im Schneidbetrieb auftretenden Kräfte, womit
der Tendenz eines durch einen Schrägschnitt verursachten unkontrollierten Abweichens
oder Abtreibens von der vorgegebenen Fahrt- und Arbeitsrichtung der Vorrichtung entgegengewirkt
wird. Auf diese Weise lassen sich mit einem hohen Maß an Genauigkeit Schrägfugen in
Fahrbahndecken u.dgl. Bodenbefestigungen einbringen, wodurch Ausbesserungsarbeiten
insgesamt zügig vonstatten gehen können und die ausgebesserten Teilstücke der Fahrbahndecke
ein hohes Maß an Haltbarkeit durch gute Abstützung und Verankerung mit den umgebenden
Randteilen der Fahrbahndecke erhalten.
[0005] Zahlreiche weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und der nachstehenden Beschreibung in Verbindung mit der Zeichnung, in der mehrere
Ausführungsbeispiele des Gegenstands der Erfindung schematisch veranschaulicht sind.
In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht des Vorrichtungsgestells zur Aufnahme einer Wippe mit Schneidscheibe,
Fig. 2 eine Draufsicht auf das Vorrichtungsgestell nach Fig. 1,
Fig. 3 eine Stirnansicht einer Einzelheit der Lagerung der Wippe am Vorrichtungsgestell,
Fig. 4 eine Seitenansicht der Wippe im am Vorrichtungsgestell nach den Fig. 1 und
2 befestigten Zustand,
Fig. 5 eine Draufsicht auf die Wippe.nach Fig. 4,
Fig. 6 eine Stirnansicht der Wippe in Verbindung mit dem Vorrichtungsgestell,
Fig. 7' und 8 je eine schematische Draufsicht zur Veran- schaulichung verschiedener
Anordnungen der Schneidscheibe am Vorrichtungsgestell und
Fig. 9 und 10 Stirnansichten zu den Draufsichten nach den Fig. 7 und 8 jeweils mit
Blickrichtung auf die Schneidscheibe.
[0006] Wie sich zunächst aus den Fig. 1 bis 6 ergibt, umfaßt die dargestellte Vorrichtung
zum Herstellen von Fugen in Straßendecken u.dgl. Bodenbefestigungen ein Gestell 1,
das mittels eines starren Vierradfahrwerks auf dem Boden bzw. einer Straßendecke od.dgl.
Bodenbefestigung verfahrbar ist. Das Fahrwerk umfaßt auf einer Hinterachse 1a angeordnete
Hinterräder und zwei Vorderräder 2, die an den vorderen Enden starrer Ausleger 3 und
4 des Gestells 1 aufgehängt sind. Die Räder der Hinterachse 1a sind in an sich bekannter
Weise von einem nicht näher dargestellten Vorschubmotor angetrieben. Der in Fahrtrichtung
der Vorrichtung rechte Ausleger 3 ist etwa in Verlängerung der rechten Außenseite
des Gestells 1 angeordnet, während der linke Ausleger 4 von der linken Außenseite
des Gestells 1 zur Vorrichtungsmitte hin angeordnet ist. Mittels eines oben am Vorrichtungsgestells
1 angeordneten Handrades 7 an einem Spindeltrieb ist über eine Rollenkette 6 und ein.Kettenrad
5 eine Verstellung der Hinterachse 1a zur Richtungskorrektur der Vorrichtung möglich.
[0007] In seinem vorderen Bereich besitzt das Vorrichtungsgestell 1 einen unteren, senkrecht
verlaufenden Gestellteil 10 mit einem Lagerbock 8, der mittels eines einen Drehpunkt
bildenden Bolzens 9 am Gestellteil 10 schwenkbar abgestützt.ist. An dem dem Bolzen
9 gegenüberliegenden Ende, bei dem dargestellten Beispiel auf der in Fahrtrichtung
rechten Seite der Vorrichtung, kann bei dieser Anordnung der Lagerbock 8 aus einer
parallel zu den Drehachsen der Fahrwerksräder verlaufenden, horizontalen Lage auf
dem Bogen eines spitzen Winkels nach unten verschwenkt werden. Hierzu ist der Lagerbock
8 mit einem als Mutter ausgebildeten, ein Langloch 11 im Gestellteil 10 durchgreifenden
Verstellkopf 12 versehen, der mit einer mittels eines Handrades-13 betätigbaren Gewindespindel
14 für eine Verlagerung und Einstellung des Lagerbockes zwischen der horizontalen
Stellung und einer in Fig. 3 bei 8' strichpunktiert dargestellten Schrägstellung in
Verstelleingriff steht.
[0008] Eine Wippe 15 (Fig. 4 bis 6) ist mit ihrer Schwenkachse 16 an den Lagerbock 8 angelenkt.
Die Wippe 15 trägt oberseitig einen Antriebsmotor 15a für ein kreisförmiges Sägeblatt
bzw. eine Schneidscheibe 20, die auf einer Schneidwelle 18 im vorderen Endbereich
der Wippe 15 angeordnet ist. Die Antriebsverbindung vom Motor 15a.zur Schneidwelle
18 erfolgt bei dem dargestellten Beispiel mittels eines Keilriementriebs 15b. Die
Schneidwelle 18 ist kurz ausgebildet und die Schneidscheibe 20 am freien Ende der
Schneidwelle 18 ist etwa in der Vorrichtungsmitte angeordnet, wie sie durch die vertikale
Längsmittelebene 1b der Vorrichtung gekennzeichnet ist. Der vordere Wippenbereich
19 greift in der abgesenkten Stellung der Wippe 15 über das in Fahrtrichtung linke
Vorderrad 2 hinweg, so daß die Schneidwelle 18 mit ihrer Schneidscheibe 20 sowohl
bei Vertikal- als auch bei Schrägschnitt vollständig abgesenkt werden kann.
[0009] Eine Führungsrolle 15c ist im vorderen Bereich der Wippe 15 an deren Unterseite angeordnet
und vermittelt der Wippe 15 im Schneidbetrieb eine bodenseitige Abstützung. Die Führungsrolle
15c bildet somit einen unteren Anschlag für die nach unten gerichtete Schwenkbewegung
der Wippe 15 unter der Belastung der auf dieser angeordneten Aggregate, insbesondere
des Antriebsmotors 15a,.und begrenzt somit auch die Schnittiefe der Schneidscheibe
20. Da die Schnittiefe der Schneidscheibe 20 entsprechend den Arbeitsbedingungen einstellbar
sein muß, ist hierzu die Führungsrolle 15c höhenverstellbar an der Wippe 15 abgestützt.
Bei dem dargestellten Beispiel ist die Führungsrolle 15c mit ihrer Halterung an dem
freien Ende der Kolbenstange des Kolbens eines druckmittelbetätigten, z.B..hydraulischen,
Arbeitszylinders 15d befestigt, an dessen Stelle jedoch auch andere Stellglieder,
z.B. ein handbetätigter Spindeltrieb, treten können.
[0010] Die Vorderräder 2 der Vorrichtung sind aus Stabilitätsgründen nahe der Schneidwelle
18 angeordnet. Zum leichteren Manövrieren der Vorrichtung ist ein in deren Schwerpunkt
angeordnetes Zusatzfahrwerk vorgesehen, das aus zwei Rädern 21 und 22 besteht, die
aus einer in Bod-enberührung stehenden Betriebsstellung zum Verfahren der Vorrichtung
mittels mechanischer oder druckmittelbetätigter Stellglieder in eine oberhalb der
Bodenebene befindliche Außerbetriebsstellung beweg- und in dieser festsetzbar sind,
die von.den Rädern 21 und 22 im Schneidbetrieb der Schneidscheibe 20 eingenommen wird.
[0011] Für ein-Absenken und insbesondere Ausheben der Schneidscheibe 20 aus der geschnittenen
Fuge ist die Wippe 15 mittels eines Stellgliedes 17-, bei dem-dargestellten Beispiel
in Form eines druckmittelbetätigten Arbeitszylinders, am Vorrichtungsgestell 1 abgestützt.
Da das Stellglied 17 beim Verstellen der Wippenneigung eine seitliche Bewegung auszuführen
hat, ist es über sphärische Aufhängungsorgane bzw. Kugelgelenklager mit der Unterseite
der Wippe 15 einerseits und dem Vorrichtungsgestell 1 andererseits verbunden.
[0012] Die Schwenkachse 16 der Wippe 15 verläuft in allen Wippeneinstellungen und insbesondere
auch in den Schrägstellungen der Wippe 15 parallel zur Schneidwelle 18. Dies veranschaulicht
insbesondere Fig. 6, in der die Wippe 15 um den auslegungsbedingt maximalen Neigungswinkel
von beispielsweise 30° geneigt dargestellt ist. Diese Schrägstellung der gesamten
Wippe 15 erfolgt durch Betätigung des Handrades 13. Bei dieser Anordnung und Einstellung
sind die abwärtsgerichtete Vorschubbewegung und die Aufwärtsbewegung des Sägeblattes
20 parallel zu den Flanken des Sägeblattes bzw. der Schneidscheibe 20 gerichtet, wie
es in Fig. 6.durch den Doppelpfeil 32 veranschaulicht ist. Hierdurch ist gewährleistet,
daß das Eindringen und das Zurückziehen der Schneidscheibe 20 ohne die Gefahr eines
Festklemmens und einer Beschädigung der Schneidscheibe erfolgen.
[0013] Die Führungsrolle 15c steht während des Schneidbetriebs der Vorrichtung ständig in
die Wippe 15 vorderseitig abstützendem Bodeneingriff mit dem Straßenbelag od.dgl.
Fahrbahndecke, wie es insbesondere aus den
Fig. 4 und 6 ersichtlich ist. Diese ständige Bodenberührung ist insbesondere dann erforderlich,
wenn die Straßendecke in ihrer Oberfläche Unebenheiten aufweist. Die Führungsrolle
15c überfährt solche Unebenheiten unter entsprechender Mitnahme der an der Wippe 15
gehaltenen Schneidscheibe 20. Damit diese Schwenkbewegung der Wippe 15 gegenüber dem
Gestell 1 möglich ist, ist das Stellglied 17 im Schneidbetrieb der Vorrichtung in
der Weise entkoppelt, daB die Wippe 15 entsprechend den Bewegungen der Führungsrolle
15c freie Schwenkbewegungen gegenüber dem Gestell 1 ausführen kann. Auchdiese Schwenkbewegungen
erfolgen für die Schneidscheibe 20 in einer Ebene entsprechend dem Doppelpfeil 32
und nehmen daher keinen nachteiligen Einfluß auf die Schneidscheibe 20. Eine Schnittiefeneinstellung
mittels des Stellgliedes 17 oder eines mechanischen Anschlags zwischen der Wippe 15
und dem Gestell 1 würde demgegenüber vertikale Auf-und Abbewegungen auf die Schneidscheibe
20 beim Überqueren von Unebenheiten der Vorrichtung entsprechend dem Doppelpfeil 3-3
hervorrufen, mit der Folge axialer Verlagerungen der Schneidscheibe 20 in bezug auf
die Schnittfuge sowie unerwünschter Reibungsberührung zwischen Schneidscheibe und
Schnittfläche sowie Leistungsverlusten, verringerter Schnittgeschwindigkeit und Beschädigungen
der Schneidscheibe.
[0014] Für eine normale Abrollbewegung der Führungsrolle 15c auf der Oberfläche der Fahrbahndecke
ist die Führungsrolle 15c in einer an der Kolbenstange des Arbeitszylinders 15d befestigten
Lagergabel.um eine Achse 15e frei drehbar gelagert., die horizontal.bzw. parallel
zu den Drehachsen der Fahrwerksräder der Vorrichtung verläuft, die in den Fig. 3 und
6 für die Vorderräder 2 mit 2a bezeichnet sind. Der Arbeitszylinder 15d ist dabei
in der Weise einstellbar an der Wippe 15 abgestützt, daß ungeachtet der für die Wippe
15 bzw. die Schneidscheibe 20 eingestellten Schräglage die horizontale bzw. zu den
Drehachsen des Fahrwerks parallele Lage der Drehachse 15e der Führungsrolle 15c eingestellt
werden kann.
[0015] Während zum Einschneiden senkrechter Fugen in eine Fahrbahndecke od.dgl. Bodenbefestigung
die Schneidscheibe in einem Winkel von 90° zur Oberfläche der Fahrbahndecke angeordnet
ist, sind in den Fig. 7 bis 10 von dem .90°-Winkel abweichende Winkelstellungen bzw.
Neigungen der Schneidscheibe 20 veranschaulicht, die durch eine entsprechende Neigung
der Wippe 15 mit ihrer Schwenkachse 16 in der oben beschriebenen Weise herbeigeführt
worden sind. Allen in den Fig. 7 bis 10 gezeigten Ausführungsformen ist gemeinsam,
daß die abwärts gerichtete Vorschubbewegung und die Aufwärtsbewegung der Schneidscheibe
20 parallel zu den Schneidscheibenflanken erfolgen, so daß seitliche Berührungen der
Schneidscheibe 20 mit der zu schneidenden Fahrbahndecke vermieden sind. Dies ist dadurch
bedingt, daß die Schneidwelle 18, die der Schneidscheibe 20 eine Umlaufbewegung in
einer senkrecht zu ihrer Längserstreckung verlaufenden Ebene vermittelt, stets parallel
zur Schwenkachse 16 der Wippe 15 ausgerichtet ist. Diese Auf- und Abbewegungen sind
in den Fig. 9 und 10 durch Richtungspfeile 91 und 101 kenntlich gemacht.
[0016] Die Fig. 9 und 10 zeigen die Vorrichtung mit Blickrichtung auf die die Wippe 15 tragende
Vorderseite der Vorrichtung, d.h. entgegen der normalen Vorschub- und Schneidbewegung.
Geht man .von derBlickrichtung des Bedienungsmannes aus, der hinter der Vorrichtung
steht und in Schneidrichtung blickt, so können die in Fig. 9 gezeigten Anordnungen
als nach rechts geneigte und die Anordnungen nach Fig.. 10 als nach links geneigte
Stellungen .des Sägeblattes 20 bezeichnet werden, wobei diese Neigungen durch entsprechende
Neigungen der Schwenkachse 16.der Wippe 15 herbeigeführt worden sind.
[0017] Die Fig. 7 veranschaulicht in Draufsicht die nach links geneigten Schneidscheibenanordnungen
gemäß Fig. 10, während Fig. 8 die Schneidscheibenanordnungen mit Rechtsneigung gemäß
Fig. 9 in Draufsicht veranschaulicht. In den Fig. 7 und 8 ist mit 61 und 71 das Vorrichtungsgestell
bezeichnet. Mittels der Hinterräder, die hier mit 62 bzw. 72 bezeichnet und in nicht
näher dargestellter Weise angetrieben sind, erhält die Vorrichtung ihre normale Vorschubbewegung
in Vorwärtsrichtung. Die Vorderräder.sind mit 63 bzw. 73 bezeichnet. Da-es sich bei
den Fig. 7 und 8 um Prinzipdarstellungen handelt, sind die Schneidwellen.bzw. Antriebswellen
der Schneidscheiben und deren Lagerung nicht dargestellt.
[0018] Die Drehung der Schneidscheibe 20 erzeügt eine tangentiale Reaktionskraft F am Schneidscheibenumfang.
Diese Kraft wirkt auf die Vorrichtung ein und kann in eine im vorstehenden Sachzusammenhang
unbeachtliche und daher nicht gezeigte vertikale Komponente sowie in eine horizontal
nach vorn gerichtete Komponente und eine horizontale quergerichtete Komponente F aufgeteilt
werden. Die letztgenannte Komponente hat für das Fahrverhalten und die .Richtungsstabilitätder
Vorrichtung besondere Bedeutung. Die horizontal nach vorn gerichtete Bewegungskomponente
wird durch eine größere nach rückwärts gerichtete Kraft aufgehoben, die durch den
Schneideingriff der Schneidscheibe 20 bedingt ist. Der verbleibende Rest dieser Kraft
nach Abzug der nach vorn gerichteten horizontalen.Komponente ist die rückwärts gerichtete
Kraft F
v1. Der kontinuierliche Vorschub der Vorrichtung 61 bzw. 71 erfordert deren Antrieb
und Vorbewegung mit einer gleichmäßigen, vorwärts gerichteten Kraft F . Die Drehbewegung
der Schneidscheibe 20 ist in den Fig. 7 und 8 durch einen Richtungspfeil 65 bzw. 75
gekennzeichnet.
[0019] Bei den Ausführungsformen I und V, die einfache Anordnungen einer.Antriebs- bzw.
Schneidwelle 92 mit Schneidscheibe 20 mittels Kugellagern 94 zeigen, bei denen die
Schneidscheibe 20 mit Linksneigung an der linkenVorrichtungsseite (I) bzw. mit Rechtsneigung
an der rechten Vorrichtungsseite (V) mit entsprechender Neigunq der Schneidwelle 92
nach links bzw. nach rechts angeordnet ist, führen die angegebenen Kräfte zu einem
Summenmoment, das eine Abweichung der Vorrichtung aus ihrer Geradeausfahrt bewirkt,
so daß ein unerwünschter, bogenförmiger Fu
genschnitt erzeugt wird und die Schneidscheibe eine seitliche Druckbeaufschlagung mit
der Folge möglicher Beschädigungen erhält. Dieses Summenmoment besteht aus dem Moment
M , das durch die rückwärtsgerichtete Kraft F
v1 erzeugt wird und am Hebel a wirkt, sowie aus dem Moment M , das durch die horizontale
Kraftkomponente F
q erzeugt wird und am Hebel b wirkt. Die Summe beider Momente dreht die Vorrichtung
61 im Schneidbetrieb der Ausführungsform I nach links und im Schneidbetrieb der Ausführungsform
V in der gleichen Weise nach rechts.
[0020] Ein günstigeres Kräfteverhältnis ergibt sich bei einer Anordnung der Schneidscheibe
20 mit Linksneigung auf der rechten Vorrichtungsseite (Ausführung II) oder statt dessen
bei Anordnung der Schneidscheibe 20 mit Rechtsneigung auf der linken Vorrichtungsseite
(Ausführung IV). In beiden Fällen sind die Momente M
q und M
v einander entgegengerichtet und das resultierende Moment ergibt sich durch eine Subtraktion.der
Momente. Unter idealen Bedingungen sind beide Momente gleich groß, so daß die resultierende
Kraft O ist. Dies führt bei leichter Handhabung und Führung der Vorrichtung im Schneidbetrieb
zu einem geradeaus verlaufenden, vorwärtsgerichteten Fugenschnitt ohne jede Abweichungen
von der Geraden.
[0021] Die Ausführungsformen II und IV nach den Fig. 7 und 8 bedingen allerdings einen gewissen
konstruktiven Aufwand. So ist für die Ausführungsform II, wie in Fig. 10 dargestellt,
ein kurzes Lager 102 für die Schneidwelle 105 erforderlich, die in Richtung des Doppelpfeils
101 Auf- und Abbewegungen ausführt.- Mit Hilfe einer zweiten Lageranordnung 103 ist
die Welle der Keilriemenscheibe 104 gelagert. Die Schneidwelle 105 und die Keilriemenscheibenwelle
sind ihrerseits durch zwei Wellen 108 und 111 mit Biege- und Kugelgelenken 107 und
109 miteinander verbunden.
[0022] Dieser vergleichsweise hohe konstruktive Aufwand ist bei der Ausführungsform IV vermieden,
die gemäß der Darstellung in Fig. 9 eine kurze Lageranordnung 95 mit einer Schneidwelle
97 und einer Keilriemenscheibe 96 verwendet. Die Ausführungsform IV stellt daher eine
bevorzugte Lösung dar, bei der allenfalls der kurze Lagerabstand zu hohen radialen
Belastungen der Lager führen kann.
[0023] Ein Kompromiß zwischen den beschriebenen extremen Anordnungen der Schneidscheibe
20 ist deren Anordnung im mittleren Bereich der Vorrichtung, d.h. etwa in deren vertikaler
Längsmittelebene 1b, wie es für die Ausführungsformen III und VI gezeigt ist. Die
Ausführungsform III ist hierbei in der Praxis weniger zu bevorzugen, da die Keilriemenscheibe
104 am Punkt 110 schon bei geringen Schnittiefen mit der Oberfläche der Straßendecke
od.dgl. Bodenbefestigung in Berührung gelangt. Die Ausführungsform VI ermöglicht hingegen
ein Eindringen der Schneidscheibe 20 in den Boden, bis ihre Klemmflansche 98 fast
die Bodenoberfläche berühren. Außerdem kann bei dieser Ausführungsform kräftegünstig
eine verhältnismäßig lange Lageranordnung 99 Verwendung finden. Die Ausführungsform
VI entspricht praktisch dem anhang der Fig. 1 bis 6 im einzelnen erläuterten praktischen
Ausführungsbeispiel und stellt unter Berücksichtigung des erzielbaren Momentenausgleichs
und der konstruktiven Möglichkeiten die z.Zt. am meisten bevorzugte Ausführungsform
dar.
[0024] Hinsichtlich der Anbringung der Schneidwelle an der Vorrichtung in der Weise, daß
die Auf- und Abwärtsbewegungen entsprechend den Doppelpfeilen 91 und 101 parallel'zu
den Flanken der Schneidscheibe 20 ausgeführt werden können, besteht anstelle der eingangs
erläuterten Ausgestaltung die Möglichkeit, eine lineare Vorschub- bzw. Hubvorrichtung
mit einer geraden Führung vorzusehen, die von einem druckmittelbetätigten Arbeitszylinder
oder einer Gewindespindel betätigt wird. Eine solche Anordnung ist jedoch in Verbindung
mit dem vorzugsweise vorgesehenen Keilriemenantrieb der Schneidwelle weniger geeignet.
[0025] Die Vorrichtung kann auch in Rückwärtsfahrt mit nachlaufender Schneidscheibe arbeiten.
[0026] Hinsichtlich der anhand der Fig. 7 und 8 erläuterten Möglichkeiten, die Richtungsstabilität
bzw. den Geradeauslauf der Maschine dadurch zu verbessern, daß eine Addition der im
Schneidbetrieb auf die Vorrichtung in einer horizontalen Ebene einwirkenden Drehmomente
M und M vermieden bzw. durch eine Kombination der Neigungsrichtung der Schneidscheibe
und deren Anordnung in einem bestimmten Breitenbereich der Vorrichtung eine Kompensation
der genannten Drehmomente erreicht wird, bleibt nachzutragen, daß dabei von der für
das Schneiden mit Schneidscheiben wie Diamant-Kreissägeblättern allgemein üblichen
Drehrichtung ausgegangen worden ist, die in den Fig. 7 und 8 durch einen Pfeil 65
bzw. 75 kenntlich gemacht ist. Es versteht sich in diesem Zusammenhang, daß eine Umkehrung
der Drehrichtung der Schneidscheibe 20 auch eine Umkehrung des Richtungssinns der
Kräfte F
u bzw. F , zur Folge hat. Dies würde bedeuten, daß bei einer solchen Drehrichtungsumkehr-
im Falle der Darstellung gem. Fig. 7 die Lösung I die günstigste und im Falle der
Darstellung gem. Fig. 8 die Lösung V jeweils die günstigste wäre, da dann für diese
beiden Lösungen die Subtraktion der Momente Mq und M
v eintreten würde.
1. Vorrichtung zum Herstellen von Fugen in Straßendecken u.dgl. Bodenbefestigungen,
bestehend aus einem auf Rädern verfahrbaren Gestell (1) mit kreisförmigem Sägeblatt
od. dgl. umlaufend antreibbarer Schneidscheibe (20), die am in Fahtrichtung vorauslaufenden
Ende des Vorrichtungsgestells(1) angeordnet und um eine senkrecht zu ihrer Schneidebene
verlaufende Achse (16) schwenkbar am Vorrichtungsgestell (1) . abgestützt ist, dadurch
gekennzeichnet, daß die gestellseitige Schwenkachse (16) der Schneidscheibe (20) zwischen
einer parallel zur Drehachse der Gestellräder verlaufenden Stellung und einer gegenüber
dieser um einen spitzen Winkel geneigten Stellung verstell- sowie in den eingestellten
Stellungen festsetzbar am Vorrichtunsgestell (1) abgestützt und die Schneidscheibe
(20) in einem Breitenbereich der Vorrichtung angeordnet ist, der sich vom Mittenbereich
der Vorrichtung bis zu einem Seitenbereich der Vorrichtung erstreckt, derart, daß
die im Schneidbereich mit schrägstehender Schneidscheibe (20) auf die Vorrichtung
in einer horizontalen Ebene einwirkenden Drehmomente (Mq,Mv) einander entgegengerichtet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneidscheibe (20)
mit ihrer Antriebswelle (18) am in Fahrtrichtung vorderen Ende einer Wippe (15) gelagert
ist, deren an ihrem in Fahrtrichtung hinteren Ende gelegene Schwenkachse (16) die
Schwenkachse der Schneidscheibe bildet und in einem sich quer zur Längsmittelebene
(1b) der Vorrichtung erstreckenden Lagerbock (8) gelagert ist, der einenends für eine
Neigungsverstellung der Schwenkachse (16) schwenkbar am Vorrichtungsgestell (1) abgestützt
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wippe (15) für ein
Absenken und Ausheben der Schneidscheibe (20) am Vorrichtungsgestell (1) mittels eines
Stellgliedes (17) abgestützt ist, das über sphärische Aufhängungsorgane mit der Wippe
(15) einerseits und dem Vorrichtungsgestell (1) andererseits verbunden ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß im vorderen Bereich
der Wippe (15) an deren Unterseite eine Führungsrolle (15c) angeordnet ist, mittels
welcher die Wippe im Schneidbetrieb bodenseitig abgestützt ist, und daß die Führungsrolle
(15c) vorzugsweise für eine Einstellung der Schnittiefe der Schneidscheibe (20) höhenverstellbar
an der Wippe (15) abgestützt ist.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied
(17) im Schneidbetrieb entkoppelt und die Wippe (15) entsprechend den Bewegungen der
in Bodenberührung stehenden Führungsrolle (15c) frei gegenüber dem Vorrichtungsgestell
(1) schwenkbar ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, mit paarweise angeordneten Vorder-
und Hinderrädern, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorderräder (2) des Vorrichtungsgestells
(1) in einer nahe der Schneidwelle (18) der Schneidscheibe (20) verlaufenden Querebene
des Vorrichtungsgestells (1) angeordnet sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorderräder
(2) an den freien vorderen Enden je eines parallel zur Längsmittelebene (1b) der Vorrichtung
verlaufenden Auslegers (3,4) des Vorrichtungsgestells (1) frei drehbar gelagert sind
und vorzugsweise einer (3) der beiden Ausleger (3,4) mit seiner Außenkante in Längsrichtung
der Vorrichtung etwa mit der angrenzenden Seitenkante des Vorrichtungsgestells fluchtet
und der andere Ausleger (4) von dem gegenüberliegenden Seitenrand des Vorrichtungsgestells
zu dessen Längsmittelebene (1b) hin versetzt angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der vordere
Endbereich (19) der Wippe (15) in deren abgesenkter Stellung das der Schneidscheibe
(20) benachbarte Vorderrad (2). des Vorrichtungsgestells (1) übergreift.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Vorrichtungsgestell
(1) mit einem in der Ebene des Vorrichtungsschwerpunkts angeordneten Zusatzfahrwerk
(21,22) versehen ist, das aus einer in Bodenberührung stehenden Betriebsstellung in
eine oberhalb der Bodenebene befindliche Außerbetriebsstellung beweg- und in dieser
festsetzbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schneidscheibe (20) im Bereich der Längsmittelebene (1b) der Vorrichtung angeordnet
ist und in bezug auf die Fahrtrichtung der Vorrichtung eine Neigung nach rechts oder
links aufweist.