[0001] Die Erfindung betrifft ein Sprungbrett zum Turnen, bei dem ein eine Absprungfläche
aufweisendes gebogenes Kopfbrett und ein gebogenes Auflagebrett einen spitzen Winkel
bilden und mit Abstad von der Winkelspitze durch ein S-förmiges Federblatt getrennt
sind, wobei Kopfbrett und Auflagebrett, Kopfbrett und Federblatt sowie Federblatt
und Auflagebrett dort, wo sie aufeinander abgestützt sind, jeweils einen Abstützbereich
bilden.
[0002] Bei einem bekannten (DE-PS 10 32 140, DE-AS 27 25 401) Sprungbrett dieser Art liegen
Kopfbrett, Auflagebrett und Federblatt an den Abstützbereichen aneinander an und sind
aneinander befestigt. Dieses Sprungbrett läßt sich hinsichtlich seines Federverhaltens
jeweils nur für einen Sprunggewichts-Bereich auslegen, der relativ eng ist. Somit
kann ein für schwere Personen aus gelgtees Sprungbrett nicht mit gutem Erfolg von
leichteren Personen benutzt werden und umgekehrt.
[0003] Eine Aufgabe der Erfindung ist es somit, ein Sprungbrett der eingangs genannten Art
zu schaffen, das das möglichst gleichbleibende Federverhalten in einem vergrößerten
Sprunggewichts-Bereich aufweist. Das erfindungsgemäße Sprungbrett ist, diese Aufgabe
lösend, dadurch gekennzeichnet, daß in mindestens einem der Abstützbereiche ein elastisch
zusammendrückbares und scherbares Federelement zwischengeschoben ist, dessen Federcharakteristik
weicher ist als die des Sprungbrettes ohne das Fedeel ement.
[0004] Das zwischen Kopfbrett und Auflagebrett, Kopfbrett und Federblatt und/oder Federblatt
und Auflagebrett zwischengeschobene Federelement nimmt im Belastungsfall Druckkräfte
und Scherungskräfte bzw. Schubkräfte auf. Dieses Federelement wird bei einem geringeren
Sprunggewicht primär wirksam, wogegen die sonstige Federung des Sprungbrettes bei
einem größeren Sprunggewicht primär wirksam wird. Durch das zwischengeschaltete Federelement,
das Schub aufnimmt, sind Zerstörungen durch Befestigungsmittel an den Abstützbereichen
vermieden.
[0005] Da das Federelement Schub aufnimmt, kann das Maß der Biegung von Kopfbrett und/oder
Auflagebrett vergrößert werden, ohne daß Zerstörungen an den Abstützbereichen in Folge
von Schubbewegungen auftreten. Diese jetzt mögliche verstärkte Biegung bzw. Krümmung
der Bretter erhöht nicht nur den Federweg des Sprungbrettes sondern trägt auch zur
Verbreiterung des brauchbaren Sprunggewichts-Bereiches bei.
[0006] Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es, wenn das Federelement nur zwischen Kopfbrett
und Federblatt vorgesehen ist. Es soll nämlich das Federelement verteilt über die
gesamte Breite des Sprungbrettes vorgesehen sein. Das Auflagebrett wird aber in der
Regel nur von zwei Holmen gebildet, die durch ein Verbindungsstück miteinander verbunden
werden müßten, wenn das Federelement am Auflagebrett abgestützt werden soll.
[0007] Das Federelement ist z.B. von einer Reihe von Stahlspiralfedern gebildet, deren Montage
Schwierigkeiten bereitet und die bei Benutzung Geräusch verursachen. Besonders zweckmäßig
und vorteilhaft ist es daner, wenn das Federelement ein Blockelement aus einem elastisch
zusammendrückbaren Werkstoff ist. Dieses Feder-Blockelement läßt sich einfach montieren
und verursacht bei Benutzung kein Geräusch. Es besteht z.B. aus Gummi oder einem geeigneten
Kunststoff, z.B. Polyurethan.
[0008] Das Federelement ist z.B. ein über die Breite des Sprungbrettes verlaufender Kunststoffbalken.
Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es jedoch, wenn das Federelement von einzelnen,
über die Breite des Sprungbrettes verteilten Federkörpern gebildet ist. Duch solche
vereinzelt und mit Abstand voneinander angeordneten Federkörper läßt sich die Federcharakteristik
des Federelementes und des Sprungbrettes besser einstellen.
[0009] Das Federblockelement ist z.B. voll bzw. massiv. Besonders zweckmäßig und vorteilhaft
ist es jedoch, wenn das Federblockelement ein Hohlgebilde ist. Mit einem solchen Blockelement,
das z.B. ein schlauchähnliches Stück mit relativ dicker Wandung ist, läßt sich die
erwünschte Federcharakteristik besonders gut erreichen.
[0010] Bei dem erfindungsgemäßen Sprungbrett ist die Federcharakteristik insgesamt weicher
als bei dem bekannten. Unter Federcharakteristik wird hier das Verhältnis Belastung
: Federweg verstanden. Bei einer bestimmten maximalen Belastung hat ein Sprungbrett
gemäß DE-AS 27 45 401 einen Federweg von 80 mm, wogegen ein entsprechend anmeldungsgemäß
gebautes bei dieser maximalen Belastung einen Federweg von 120 mm hat. Das ist ein
etwa 50 % höherer Gesamtfederweg, der mit einer entsprechend größeren Gesamthöhe des
Gerätes einhergeht.
[0011] Das Federelement liefert 35-55 % des gesamten Federweges des Sprungbrettes. Wenn
das Kopfbrett und das Auflagebrett so verstärkt gebogen sind, wie es anmeldungsgemäß
möglich ist, dann liefert das Federelement nur 20-40 % des gesamten möglichen Federweges.
Bezogen auf jeweils gleiche Belastung ergibt sich bei einem anmeldunggemäßen Sprungbrett
gegenüber einem entsprechenden Sprungbrett gemäß DE-AS 27 25 401 eine durchschnittliche
Erhöhung der Einsenkung (Federweg) von etwa 40 %; bei einer statischen Belastung von
200 kg erhält man eine ca. 21 % größere Einsekung und bei einer statischen Belastung
von 600 kg erhält man eine ca. 62 % größere Einsenkung.
[0012] Das Federelement kann zur Not lose eingelegt sein. Um ungewollte Ortsveränderungen
des Federelementes zu verhindern, wird das Federelement an die Bretter bzw. das Blatt,
zwischen denen es sich befindet, angeklebt oder angeheftet. Besonders zweckmäßig und
vorteilhaft ist es in jedem Fall, wenn bei dem das Federelement aufnehmenden Abstützbereich
dessen Bretter bzw. Blatt mittels einer flexiblen, faltbaren Umfassung zusammengehalten
sind. Diese Umfassung, die z.B. von mehreren Riemen gebildet ist, hält die beiden
Bretter bzw. das Blatt, die das Federelement zwischen sich aufnehmen, in Anlage an
dem Federelement und verhindert ein weiteres Auseinanderbewegen, ohne die Zusammendrückung
des Federelementes zu beeinträchtigen.
[0013] In der Zeichnung ist eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung dargestellt und
zeigt
Fig. 1 einen senkrechten Schnitt eines Sprungbrettes zum Turnen und
Fig. 2 eine Draufsicht auf den Absprungfläche-Bereich des Sprungbrettes gemäß Fig.
1, mit Aufbrüchen, in einen gegenüber Fig. 1 verkleinerten Maßstab.
[0014] Das Sprungbrett gemäß Zeichnung besitzt unten ein längliches Auflagebrett 1, das
auf einen Fußboden aufliegt und aus zwei mit Abstand voneinander angeordneten, zueinander
parallelen Holmen gebildet ist. Das Absprungbrett 1 ist zwischen seinen beiden Enden
nach oben gebogen bzw. gekrümmt, über die Länge biegbar und liegt nur mit den beiden
Endstücken auf. Auf dem Auflagebrett 1 ist ein Federblatt 2 befestigt, das die Form
eines abgeflachten S besitzt. Der untere Endabschnitt liegt auf dem Auflagebrett 1
auf und ist an diesen angeschraubt. Das Federblatt 2 ist über seine Breite voll, über
seine Länge elastisch biegbar und befindet sich in der vorderen Hälfte des Auflagebrettes
1.
[0015] Das Federblatt 2 trägt am vorderen, oberen Endabschnitt eine Reihe von Federkörpern
3, die gemeinsam ein Federelement 4 bilden. Jeder Federkörper 3 ist ein Zylinderstück
mit einer Höhlung 5, aber im übrigen massiv, d.h. als Blockstück ausgebildet, und
besteht aus Kunstsbff z.B. Polyurethan. Die Federkörper 3 sindmit senkrechter Mittelachse
der Höhlung 5 angeordnet und mit der einen Stirnseite am oberen Endabschnitt des Federblattes
angeklebt. Die Federkörper 3 besitzen Abstand voneinander. Am unteren Endstück des
Federblattes 2 ist ein Zellgummistreifen 9 vorgesehen, der das Anstoßen des Kopfbrettes
dämpft.
[0016] Auf die oberen Stirnseiten der Federkörper 3 ist ein vorderer Endabschnitt eines
länglichen Kopfbrettes 6 geklebt, das über seine Breite voll ist, über die Länge elastisch
biegbar ist und zwischen den beiden Enden gebogen bzw. gekrümmt ist. Das hintere Ende
des Kopfbrettes 6 liegt auf dem hinteren Endstück des Auflagebrettes 1 auf und ist
an diesem mittels Schrauben befestigt. Das Kopfbrett ist mehrschichtig ausgebildet.
In dem Winkel zwischen Kopfbrett 6 und Auflagebrett 1 ist ein Abstandsblock 7 vorgesehen,
der aus mehreren Schichten zusammengesetzt ist. An der Unterseite des Kopfbrettes
ist hinten eine streifenförmige, elastisch biegbare Verstärkung 8 vorgesehen.
[0017] Das Kopfbrett 6 und das Federblatt 2 sind durch eine im Querschnitt U-förmige Umfassung
10 zusammengehalten, die als Kappe ausgebildet ist, die von vorne aufgeschoben ist
und angeklebt ist. Die kappenartige Umfassung 10 besteht aus einem Textilstoff oder
einem äquivalenten Kunststoff. Die Umfassung ist aus einem reißfesten Material, z.B.
PVC, das mit Glasfaservlies armiert ist. Aufgrund der Umfassung 10 können das Kopfbrett
6 und das Federblatt 2 im gemeinsamen Abstützbereich keinen größeren Abstand voneinander
einnehmen, als er durch die Höhe des entspannten Federelementes 4 bestimmt ist.
1. Sprungbrett zum Turnen, bei dem ein eine Absprungfläche aufweisendes gebogenes
Kopfbrett und ein gebogenes Auflagebrett einen spitzen Winkel bilden und mit Abstand
von der Winkelspitze durch ein S-förmiges Federblatt getrennt sind, wobei Kopfbrett
und Auflagebrett, Kopfbrett und Federblatt sowie Federblatt und Auflagebrett dort,
wo sie aufeinander abgestützt sind, jeweils einen Abstützbereich bilden, dadurch gekennzeichnet,
daß in mindestens einem der Abstützberebhe ein elastisch zusammendrückbares und scherbares
Federelement (4) zwischengeschoben ist, dessen Federcharakteristik weicher ist als
die des Sprungbrettes ohne das Federelement.
2. Sprungbrett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Federelement (4) nur
zwischen Kopfbrett (6) und Federblatt (2) vorgesehen ist.
3. Sprungbrett nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Federelement
(4) ein Blockelement aus einem elastisch zusammendrückbaren Werkstoff ist.
4. Sprungbrett nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Federelement
(4) von einzelnen, über die Breite des Sprungbrettes verteilten Federkörpern (3) gebildet
ist.
5. Sprungbrett nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß das
Federblockelement (4) ein Hohlgebilde (5) ist.
6. Sprungbrett nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
bei dem das Federelement (4) aufnehmenden Abstützbereich dessen Bre ter bzw. Blatt
mittels einer flexiblen, faltbaren Umfassung (10) zusammengehalten sind.