(19)
(11) EP 0 086 277 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
24.08.1983  Patentblatt  1983/34

(21) Anmeldenummer: 82112036.7

(22) Anmeldetag:  27.12.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3E01D 19/06, E01C 11/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE GB LI

(30) Priorität: 12.02.1982 DE 3204883

(71) Anmelder: Kober AG
CH-8750 Glarus (CH)

(72) Erfinder:
  • Huber, Reinhold
    CH-8180 Bülach (CH)
  • Köster, Waldemar, Dipl.-Ing.
    D-5062 Forsbach (DE)

(74) Vertreter: Grättinger & Partner 
Postfach 16 55
82306 Starnberg
82306 Starnberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Fugenabdeckung


    (57) Bei einer an die Fahrbahnoberfläche angrenzenden Fugenabdeckung für Dehnungsfugen in Verkehrswegen, insbesondere Brücken, mit einer elastomeren Matte (1), weiche auf die Fuge (2) überbrückenden in Fugenlängsrichtung mit gegenseitigen Abständen aufgereihten steifen Platten (3) abgestützt ist, die jeweils nur innerhalb eines schmalen Längenabschnitts mit der Matte (1) fest verbunden sind, wird eine hohe gegenseitige Beweglichkeit der Matte (1) gegenüber den steifen Platten (3), insbesondere in Anpassung an eine Längsverschiebung der Fugenränder (11, 12) dadurch erzielt, daß die Matte (1) aus zwei durch schmale Stege 9 verbundenen parallelen Bändern (4, 5) besteht, zwischen denen die Platten (3) eingeschoben sind, wobei das obere Band (4) flach auf den Platten 3, das untere Band (5) auf den Fugenrändern (11, 12) lose aufliegt und die Platten (3) mittels der Stege (9) an der Matte (1) befestigt sind.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine an die Fahrbahnoberfläche angrenzende Fugenabdeckung für Dehnungs= fugen in Verkehrswegen, insbesondere Brücken, mit einer elastomeren Matte, welche auf die Fuge überbrückenden in Fugenlängsrichtung mit gegenseitigen Abständen aufgereihten steifen Platten abgestützt ist, die jeweils nur innerhalb eines schmalen Längenabschnitts mit der Matte fest verbunden sind.

    [0002] Eine derartige bekannte Fugenabdeckung (Belgische Patentschrift 695 015) besitzt eine Matte, die an ihren Längsrändern mit in den Fugenrändern vorhandenen Blechen verschraubt ist; eine weitere Verschraubung an der Unterseite ihrer Mittellängsachse dient der Befestigung der Platten. Für diese Verschraubungen sind jeweils entsprechende Muttern in die Matte eingeformt; im übrigen liegt die Matte mit ihrer Unterseite nicht auf einer Unterlage auf, wird also unter Einwirkung der Verkehrslasten durchgedrückt und unterliegt daher einem raschen Verschleiß.

    [0003] Eine andere bekannte Fugenabdeckung (US-PS 4 279 533) besteht aus einer elastomeren Matte, welche auf ihrer Unterseite einen Ausschnitt besitzt, in dem eine die Fuge überbrückende Metallplatte aufgenommen ist. Die Metallplatte liegt auf einer Polyurethanschicht auf, welche die vertieften Fugenränder abdeckt. Bei einem der Fugenränder ist zwischen der Metallplatte und der genannten Polyurethanschicht noch eine Polyäthylenfolie eingefügt, die das Gleiten der Metallplatte sichern soll.

    [0004] Schließlich ist es bekannt, (Firmenschschrift Royston Product Data, Bulletin No. 517) eine Fugenabdeckung als Elastomereblock auszubilden, in welchem quer zur Fuge durchgehende Schlitze mit Abstand und in Fugenlängsrichtung hintereinander eingebracht sind; in diesen Schlitzen sind die Fuge überbrückende Stahlplatten aufgenommen. Eine derartige Fugenabdeckung eignet sich nur für Fugen, welche senkrecht zur Verkehrsweglängsrichtung verlaufen, was besonder bei kleineren Brücken vielfach nicht zutrifft. Bei schrägen-Fugen oder bei Längsverschiebungen der Fugenränder ergeben sich bei dieser bekannten Fugenabdeckung Zwängungen zwischen den Stahlplatten und dem Elastomerblock, die mit der Zeit zu Schäden führen.

    [0005] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Fugenabdeckung der eingangs genannten Art einfacher und dauerhafter auszubilden; dabei soll eine hohe gegenseitige Beweglichkeit der Matte gegenüber den steifen Platten insbesondere eine gute Anpassung an Längsverschiebungen der Fugenränder sicherstellen.

    [0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Matte aus zwei durch schmale Stege verbundenen parallelen Bändern besteht, zwischen denen die Platten eingeschoben sind, wobei das obere Band flach auf den Platten, das untere Band auf den Fugenrändern lose aufliegt, und die Platten mittels der Stege an der Matte befestigt sind. Nach diesem Lösungsvorschlag ergibt sich eine flächige Abstützung der den Verkehrslasten unterliegenden Teil, nämlich des oberen Bandes auf den Platten, der Platten auf dem unteren Band und des unteren Bandes auf den Fugenrändern. Die Flächenpressungen zwischen diesen Teilen sind damit gering, was sich günstig auf die Lebensdauer auswirkt. Die reduzierte Flächenpressung unter Vertikallast begünstigt aber auch ein begrenztes gegenseitiges Verdrehen von Matte und Platten bezüglich einer vertikalen Achse, so daß die Beanspruchung dieser Teile im Falle von Längsverschiebungen der Fugenränder gering ist.

    [0007] Eine für Herstellung und Montage besonders einfache Ausführungsform sieht vor, daß die Stege in seitliche Ausnehmungen der Platten eingreifen, d.h. die Platten sind tailliert ausgebildet und nur in diesem Bereich seitlich von den Stegen gestützt, wobei die Stege jeweils zwischen zwei benachbarten Platten eingespannt sind.

    [0008] Für Bewegungen der Platten ist somit ein großer, jede Zwängung zwischen diesen und der Matte vermeidender Freiraum vorhanden; dies gilt nicht nur für das Verdrehen der Platten um vertikale Achsen, sondern auch für deren Verschiebenin Längsrichtung. Entsprechende seitliche Hohlräume sorgen dafür, daß die Stirnseiten der Platten auch bei Fugenengstellungen nicht zur Anlage an anderen Konstruktionsteilen kommen.

    [0009] Ein wasserdichter Abschluß der Fugenabdeckung wird dadurch erzielt, daß das obere Band breiter ist als das untere Band und daß die Längsränder des oberen Bands mit den Fugenrändern dichtend verbunden sind.

    [0010] Zwischen den Kontaktflächen der Bänder und den Platten, sowie des unteren Bands und den Fugenrändern können dünne Gleitschichten vorgesehen sein, durch welche die Beweglichkeit der Konstruktionsteile der Fugenabdeckung noch verbessert wird. Die Breite des unteren Bands entspricht vorteilhaft etwa der Länge der Platten, so daß eien möglichst großflächige Auflage erzielt wird.

    [0011] Eine besonders einfache Montage der Fugenabdeckung vor Ort ergibt sich durch den weiteren Vorschlag, daß ein im Beton jedes Fugenrands verankertes Deckprofil vorgesehen ist, auf welchem das untere Band der Matte aufliegt, welches am fugenentfernten Längsrand ein offenes Hohlprofil aufweist, in welches eine Randleiste des oberen Bandes der Matte eingreift.

    [0012] Eine Ausführungsform der Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigt

    Fig. 1 einen Querschnitt durch die Fugenabdeckung längs einer vertikalen Ebene, nämlich gemäß I-I derFig. 2, und

    Fig. 2 einen Querschnitt durch die Fugenabdeckung längs einer horizontalen Ebene, nämlich gemäß II-II der Fig. 1.



    [0013] Fig. 1 zeigt eine Fugenabdeckung mit einer Matte 1 aus gummielastischem Werkstoff, z.B. aus synthetischem Kautschuk, welche in ihrem die Fuge 2 überbrückenden Bereich auf Platten 3 aus Stahl oder hartelastischem Kunststoff gleitend abgestützt ist. Die Matte 1 besteht aus einem oberen Band 4 und einem unteren Band 5, welches auf Deckprofilen 8 der Fugenränder 11, 12 verschieblich aufliegt. Die seitlichen Längsränder des oberen Bands 4 sind dichtend an die Fugenrandkonstruktion angeschlossen; die seitlichen Längsränder des unteren Bands 5 enden frei, wobei sich seitlich daran ein Freiraum 14 für den Ausgleich der Fugenbewegungen anschließt. Die Platten 3 sind zwischen die beiden Bänder der Matte 4 eingefügt und dort mittels die beiden Bänder 4, 5 verbindender schmaler vertikaler Stege 9 im wesentlichen längsverschieblich und verdrehsicher gehalten. Die Stege 9 greifen, wie in Fig. 2 deutlich erkennbar, in seitliche Ausnehmungen 13 der Platten 3 formschlüssig ein, so daß die Platten 3 örtlich fixiert sind, ohne daß Ausgleichsbewegungen in Anpassung an Fugenbewegungen behindert werden.

    [0014] Die Deckprofile 8 liegen auf dem Betonkörper der Fugenränder 11, 12 auf und sind darin mittels der Ankerteile 10 verankert. An ihren von der Fuge 2 entfernten Längsrändern bilden die Deckprofile 8 jeweils ein Hohlprofil 7 aus, in welches eine an der Unterseite des oberen Bands 4 vorspringende Randleiste 6 in Art einer Knöpfverbindung dichtend eingreift.


    Ansprüche

    1. An die Fahrbahnoberfläche angrenzende Fugenabdeckung für Dehnungsfugen in Verkehrswegen, insbesondere Brücken, mit einer elastomeren Matte (1), welche auf die Fuge (2) überbrückenden in Fugenlängsrichtungfgegenseitigen Abständen aufgereihten steifen Platten (3) abgestützt ist, die jeweils nur innerhalb eines schmalen Längenabschnitts mit der Matte (1) fest verbunden sind,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Matte (1) aus zwei durch schmale Stege (9) verbundenen parallelen Bändern (4, 5) besteht, zwischen denen die Platten (3) eingeschoben sind, wobei das obere Band (4) flach auf den Platten (3), das untere Band (5) auf den Fugenrändern (11, 12) lose aufliegt und die Platten (3) mittels der Stege (9) an der Matte (1) befestigt sind.
     
    2. Fugenabdeckung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
    daß die Stege (9) in seitliche Ausnehmungen (13) der Platten (3) eingreifen.
     
    3. Fugenabdeckung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
    daß das obere Band (4) breiter ist als das untere Band (5) und daß die Längsränder des oberen Bandes mit den Fugenrändern (11, 12) dichtend verbunden sind.
     
    4. Fugenabdeckung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
    daßdie Breite des unteren Bandes (5) etwa der Länge der Platten (3) entspricht.
     
    5. Fugenabdeckung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
    daß ein im Beton jedes Fugenrands (11, 12) verankertes Deckprofil (8) vorgesehen ist, auf welchem das untere Band (5) der Matte (1) aufliegt und welches am fugenentfernten Längsrand ein offenes Hohlprofil (7) aufweist, in welches eine Randleiste des oberen Bandes (4) der Matte eingreift.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht