(57) Asymmetrische Mehrreflektorantenne mit parabolischem Hauptreflektor sowie einer Anzahl
von Einzelstrahlern, die über den Hauptreflektor in jeweils unterschiedliche Raumrichtungen
abstrahlen. Die auf einem geostationären Satelliten angeordnete Antenne beleuchtet
unterschiedliche Zielgebiete auf der Erde. Um den Abfall der Strahlungsintensität
an den Rändern der einander überlappenden Zielgebiete so weit wie möglich zu vermindern,
sollten die entsprechenden Strahlungskeulen winkelmäßig möglichst dicht beieinanderliegen.
Die Gesamtheit der Einzelstrahler ist in mehrere, von jeweils einander benachbarten
Einzelstrahlern gebildete Strahlergruppen unterteilt und jeder Strahlergruppe ist
ein eigener, von den Einzelstrahlern der Gruppe angestrahlter und die Strahlung zum
Hauptreflektor hin reflektierender Hilfsreflektor zugeordnet. Die Flächen der Hilfsreflektoren
können Ausschnitte aus Rotationshyperboloiden und/oder -ellipsoiden sein. Diese Flächen
besitzen jeweils zwei Brennpunkte, von denen einer zweckmäßig mit dem Brennpunkt des
Hauptreflektors zusammenfällt, während am anderen die zugeordnete Strahlergruppe angeordnet
ist. Die durch beide Brennpunkte jeweils gegebenen Brennpunktachsen sind gegenüber
der Achse des Hauptreflektors geneigt. Verschiedene Neigungen und Brennpunktabstände
sind zugelassen.
[0001] Die Erfindung betrifft eine Mehrreflektorantenne mit einem parabolischen Hauptreflektor
und einer Anzahl von Einzelstrahlern, die über den Hauptreflektor in jeweils unterschiedliche
Raumrichtungen abstrahlen.
[0002] Derartige Mehrreflektorantennen werden beispielsweise von geostationären Nachrichtensatelliten
mitgeführt. Diese haben die Aufgabe, ein unter ihnen auf der Erdoberfläche gelegenes
Versorgungsgebiet unter Einhaltung bestimmter Bedingungen auszuleuchten. Dies geschieht
durch eine Anzahl von Strahlungskeulen, die benachbarten Raumrichtungen zugeordnet
sind. Jede Strahlungskeule wird von einem Einzelstrahler erzeugt, dessen Strahlung
vom Hauptreflektor in die entsprechende Raumrichtung gelenkt wird. Jede Strahlungskeule
leuchtet ein ihr zugeordnetes, im allgemeinen kreisförmiges Zielgebiet auf der Erdoberfläche
aus, und zwar derart, daß die einfallende Strahlungsintensität von der Mitte dieses
Zielgebietes radial nach außen hin abfällt. Benachbarte Strahlungskeulen überlappen
sich in ihren Außenbereichen und liegen um so enger beieinander, je geringer der Intensitätsabfall
an den Rändern eines Zielgebietes sein soll.
[0003] Eine Mehrreflektorantenne der geschilderten Art ist aus der DE-OS 25 03 594 bekannt.
Bei dieser ist zwischen den Einzelstrahlern und dem parabolischen Hauptreflektor ein
Zwischenreflektor eingeschaltet, der die Strahlung der Einzelstrahler zum Hauptreflektor
hin umlenkt. Sowohl der Haupt- als auch der Zwischenreflektor sind gegenüber der Parabolachse
versetzt angeordnet, so daß eine Abschattung der vom Hauptreflektor ausgehenden Strahlung
durch den Zwischenreflektor vermieden wird. Ein zentraler Einzelstrahler ist so gerichtet,
daß seine Strahlung auf die Mitten des Zwischen- und des Hauptreflektors zentriert
ist und letzteren parallel zu der dem Hauptreflektor zugeordneten Parabolachse verläßt.
Die diesem zentralen Einzelstrahler benachbarten Einzelstrahler sind so gerichtet,
daß ihre Strahlung nach Reflektion durch den Zwischenreflektor ebenfalls auf die Mitte
des Hauptreflektors zentriert ist, von diesem aber in unterschiedliche Raumrichtungen
reflektiert wird, die zur Parabolachse nicht parallel sind.
[0004] Als Einzelstrahler für derartige Zweireflektorantennen, die dem Cassegrain- oder
Gregory-Typ zuzuordnen sind, werden gewöhnlich Hornstrahler eingesetzt. Diese richten
sich in ihren Abmessungen, insbesondere bezüglich ihrer Apertur, nach der Frequenz
sowie den Reflektordurchmessern. Deswegen können die Einzelstrahler nicht beliebig
dicht aneinandergerückt werden. Dies erweist sich aber als sehr hinderlich, wenn die
Forderung zu erfüllen ist, daß der Strahlungsabfall an den Rändern der einander benachbarten
Zielgebiete auf der Erdoberfläche einen bestimmten vorgegebenen Wert nicht überschreiten
solle. Je strenger die Anforderungen in dieser Hinsicht sind, desto enger müssen die
Strahlungskeulen, deren Breite bei vorgegebener Frequenz und Durchmesser des Hauptreflektors
in etwa festliegt, beieinanderliegen. Soll bei einer Frequenz von 20 GHz und einem
Durchmesser des Hauptreflektors von 4,2 m, woraus eine Halbwertsbreite der Strahlungskeulen
von 0,255 folgt, die Strahlungsintensität im Zielgebiet beispielsweise nirgends um
mehr als 3 dB absinken, so ist dies mit der oben beschriebenen Anordnung bei weitem
nicht mehr realisierbar.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Mehrreflektorantenne der eingangs
genannten Art bereitzustellen, mit der es möglich ist, ein größeres Zielgebiet mit
Hilfe einander überlappender Strahlungskeulen so auszuleuchten, daß die auftretenden
Intensitätsabfälle möglichst gering gehalten werden können.
[0006] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß die Gesamtheit der Einzelstrahler
in mehrere, von jeweils einander benachbarten Einzelstrahlern gebildete Strahlergruppen
unterteilt und jeder Strahlergruppe ein eigener, von den Einzelstrahlern der Gruppe
angestrahlter und die Strahlung zum Hauptreflektor hin reflektierender Hilfsreflektor
zugeordnet ist.
[0007] Anstelle eines einzigen Zwischenreflektors sind nunmehr mehrere Hilfsreflektoren
verwendet, denen jeweils eine Strahlergruppe zugeordnet ist, die aus einander benachbarten
Einzelstrahlern besteht. Die Einzelstrahler einer Strahlergruppe brauchen nun nicht
mehr auf direkt benachbarte, beispielsweise etwa kreisförmige Zielgebiete auf der
Erdoberfläche gerichtet zu sein. Die hinsichtlich der zulässigen Intensitätsschwankungen
entstehenden Lücken zwischen den Strahlungskeulen einer Strahlergruppe können durch
entsprechend ausgerichtete Strahlungskeulen anderer Strahlergruppen versorgt werden.
Unmittelbar benachbarte kreisförmige Zielgebiete werden also von Einzelstrahlern unterschiedlicher
Strahlergruppen bedient. Bei der Verwendung von drei Hilfsreflektoren ergibt sich
auf der Erdoberfläche beispielsweise ein Raster von kreisförmigen, sich am Rande überlappenden
Zielgebieten, von denen ein beliebiges von einem Einzelstrahler der ersten Strahlergruppe
versorgt wird und in symmetrischer Weise von sechs Zielgebieten umgeben ist, die abwechselnde
von den beiden anderen Strahlergruppen bedient werden, wobei insgesamt jeweils drei
Einzelstrahler der zweiten sowie der dritten Strahlergruppe beteiligt sind. Dieses
Raster läßt sich auch auf eine regelmäßige Grundstruktur zurückführen, die aus drei
gegeneinander verschobenen Netzen auf der Basis gleichseitiger Dreiecke besteht, wobei
in den Eckpunkten jeweils die Zentren der den Einzelstrahlern zugeordneten Strahlungskeulen
liegen. Durch Vermehrung der Hilfsreflektoren läßt sich das Raster aus den den Einzelstrahlern
zugeordneten Zielgebieten beliebig kompliziert gestalten.
[0008] Die den Einzelstrahlern einer Strahlergruppe zugeordneten Raumrichtungen können winkelmäßig
umso weiter auseinanderliegen, auf je mehr Strahlergruppen bzw. Hilfsreflektoren die
Gesamtheit der Einzelstrahler verteilt wird.
[0009] Bei der weiteren Ausgestaltung der Mehrreflektorantenne gemäß der Erfindung erweist
es sich als zweckmäßig, die Hilfsreflektoren mit gewölbten, je zwei Brennpunkte aufweisenden
Reflektorflächen auszustatten. Dabei ist darauf zu achten, daß der eine Brennpunkt
jeweils mit dem Brennpunkt des parabolischen Hauptreflektors zusammenfällt und die
dem Hilfsreflektor jeweils zugeordnete Strahlergruppe an dessen anderem Brennpunkt
angeordnet ist. Die Strahlergruppen werden damit sämtlich auf den Brennpunktsbereich
des parabolischen Hauptreflektors abgebildet. Die Reflektorflächen der Hilfsreflektoren
können, dem Cassegrain-Typ entsprechend, Ausschnitte aus Rotationshyperboloiden oder,
dem Gregory-Typ entsprechend, Ausschnitte aus Rotationsellipsoiden sein. Es ist jedoch
denkbar, anstelle von Hilfsreflektoren optische Mehrspiegelsysteme zu verwenden, die
jeweils zwei Brennpunkte aufweisen müssen.
[0010] Die Erfindung ist bevorzugt auf Mehrreflektorantennen in Offset-Anordnung anwendbar.
Allerdings liegt auch die Verwendung achsensymmetrischer Anordnungen im Bereich der
Erfindung, wobei allerdings Abschattungen durch die Hilfsreflektoren in Kauf genommen
werden müssen. Es ist vorteilhaft, wenn die durch die Brennpunkte der Hilfsreflektoren
jeweils gegebenen Brennpunktachsen gegenüber der Achse des parabolischen Hauptreflektors
geneigt sind. Durch Rotation einer derartigen Brennpunktachse um die Achse des parabolischen
Hauptreflektors entsteht eine Kegelmantelfläche, deren Spitze vom Brennpunkt des parabolischen
Hauptreflektors gebildet wird, der mit dem einen Brennpunkt der Reflektorfläche des
Hilfsreflektors zusammenfällt, während der andere Brennpunkt eine koaxial zur Achse
des parabolischen Hauptreflektors orientierte Kreislinie durchläuft. Eine einfache
Möglichkeit der Orientierung mehrerer Hilfsreflektoren besteht nun darin, deren andere
Brennpunkte sämtlich auf einer einzigen derartigen Kreislinie anzuordnen. Es werden
in diesem Falle also völlig gleichartige Reflektorflächen verwendet, die lediglich
um unterschiedliche Drehwinkel bezüglich der Achse des parabolischen Hauptreflektors
herumgeschwenkt sind. Die Neigung der zugeordneten Brennpunktachsen gegenüber der
genannten Achse ist jedoch bei allen Hilfsreflektoren dieselbe.
[0011] Es sind jedoch auch andere, kompliziertere Ausführungsformen denkbar. So ist es möglich,
daß die Brennpunktabstände auf den, den einzelnen Hilfsreflektoren zugeordneten Brennpunktachsen
zumindest teilweise verschieden sind. Den Reflektorflächen der einzelnen Hilfsreflektoren
können also unterschiedlich gekrümmte Rotationshyperboloide zugrundeliegen, die Hilfsreflektoren
somit in unterschiedlichen Abständen vom Brennpunkt des parabolischen Hauptreflektors
angeordnet sein. Weiterhin können die Neigungen der Brennpunktachsen gegenüber der
Achse des Hauptreflektors verschieden sein. Insgesamt ergeben sich somit mannigfache
Variationsmöglichkeiten bezüglich der Anordnung der Hilfsreflektoren, so daß eine
optimale Abstimmung auf den konkreten Anwendungsfall möglich wird. Insbesondere kann
durch geschickte Anordnung vermieden werden, daß die Hilfsreflektoren sich gegenseitig
stören oder den Strahlungsbereich des Hauptreflektors abschatten.
[0012] Andererseits kann auch zugelassen werden, daß benachbarte Hilfsreflektoren sich gegenseitig
teilweise überlappen. Dann muß nur dafür Sorge getragen werden, daß diese benachbarten
Hilfsreflektoren für jeweils orthogonale Polarisationsrichtungen oder unterschiedliche
Frequenzbereiche selektiv sind. Im ersteren Falle können gitterartige, aus steifen
oder gespannten parallelen Metallbändern bestehende Strukturen verwendet werden. Sind
etwa drei Hilfsreflektoren vorgesehen, von denen der mittlere an seinen beiden gegenüberliegenden
Rändern jeweils von einem der beiden äußeren überlappt wird, so können letztere beispielsweise
für horizontale, ersterer für vertikale Polarisation ausgelegt sein.
[0013] Die einander überlappenden Randbereiche der Hilfsreflektoren wirken dann nicht störend
auf die gewünschte Strahlungsreflektion, In ähnlicher Weise können an sich bekannte
frequenzselektive Reflektoren als sich gegenseitig teilweise überlappende Hilfsreflektoren
eingesetzt werden.
[0014] Die Erfindung schließt noch den Fall ein, daß einer der aus der Unterteilung der
Gesamtheit der Einzelstrahler hervorgehenden Strahlergruppen kein Hilfsreflektor zugeordnet,
diese Strahlergruppe vielmehr am Brennpunkt des parabolischen Hauptreflektors angeordnet
ist und diesen direkt anstrahlt.
1. Mehrreflektorantenne mit einem parabolischen Hauptreflektor und einer Anzahl von
Einzelstrahlern, die über den Hauptreflektor in jeweils unterschiedliche Raumrichtungen
abstrahlen, dadurch gekennzeichnet , daß die Gesamtheit der Einzelstrahler in mehrere,
von jeweils einander benachbarten Einzelstrahlern gebildete Strahlergruppen unterteilt
und jeder Strahlergruppe ein eigener, von den Einzelstrahlern der Gruppe angestrahlter
und die Strahlung zum Hauptreflektor hin reflektierender Hilfsreflektor zugeordnet
ist.
2. Mehrreflektorantenne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die Hilfsreflektoren
gewölbte Reflektorflächen mit zwei Brennpunkten aufweisen, wobei der eine Brennpunkt
jeweils mit dem Brennpunkt des Hauptreflektors zusammenfällt und am anderen Brennpunkt
die jeweils zugeordnete Strahlergruppe angeordnet ist.
3. Mehrreflektorantenne nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet , daß die Reflektorflächen
der Hilfsreflektoren Ausschnitte aus Rotationshyperboloiden und/oder -ellipsoiden
sind.
4. Mehrreflektorantenne nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet , daß die durch
die Brennpunkte der Hilfsreflektoren jeweils gegebenen Brennpunktachsen gegenüber
der Achse des parabolischen Hauptreflektors geneigt sind.
5. Mehrreflektorantenne nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet , daß die Brennpunktachsen
aller Hilfsreflektoren auf einer Kegelmantelfläche liegen, die durch Rotation der
Brennpunktachsen um die Achse des parabolischen Hauptreflektors entsteht.
6. Mehrreflektorantenne nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet , daß die Brennpunktabstände
auf den einzelnen Brennpunktachsen zumindest teilweise verschieden sind.
7. Mehrreflektorantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet ,
daß benachbarte Hilfsreflektoren sich gegenseitig teilweise überlappen und für jeweils
unterschiedliche Polarisationsrichtungen oder Frequenzbereiche selektiv sind.
8. Mehrreflektorantenne nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet
, daß anstelle von Hilfsreflektoren optische Mehrspiegelsysteme mit zwei Brennpunkten
verwendet werden.
9. Mehrreflektorantenne mit einem parabolischen Hauptreflektor und einer Anzahl von
Einzelstrahlern, die über den Hauptreflektor in jeweils unterschiedliche Raumrichtungen
abstrahlen, dadurch gekennzeichnet , daß die Gesamtheit der Einzelstrahler in mehrere,
von jeweils einander benachbarten Einzelstrahlern gebildete Strahlergruppen unterteilt,
eine erste Strahlergruppe am Brennpunkt des parabolischen Hauptreflektors, diesen
direkt anstrahlend, angeordnet und jeder weiteren Strahlergruppe ein eigener, von
den Einzelstrahlern der Gruppe angestrahlter und die Strahlung zum Hauptreflektor
hin reflektierender Hilfsreflektor zugeordnet ist.