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(11) |
EP 0 086 899 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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29.10.1986 Patentblatt 1986/44 |
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Anmeldetag: 24.12.1982 |
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Verfahren und Vorrichtung zum Formpressen eines Formkörpers, insbesondere zur Bildung
einer ein- oder mehrteiligen Palette, eines Tragriegels oder eines tragfähigen Balkenprofiles
Method of and apparatus for the compression moulding of a shaped article, particularly
for producing a single or multi-part pallet, a supporting strut or a girder beam profile
Procédé et dispositif de moulage par compression d'un objet de forme, en particulier
pour former une palette constituée d'une ou de plusieurs pièces d'une entretoise servant
de support ou d'un profilé de poutre de charge
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE |
| (30) |
Priorität: |
29.01.1982 DE 3203032 11.03.1982 DE 3208875 11.06.1982 DE 3222122 20.07.1982 DE 3227074
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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31.08.1983 Patentblatt 1983/35 |
| (71) |
Anmelder: Heggenstaller, Anton |
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D-8891 Unterbernbach (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- Heggenstaller, Anton
D-8891 Unterbernbach (DE)
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| (74) |
Vertreter: Ernicke, Hans-Dieter, Dipl.-Ing. |
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Schwibbogenplatz 2b 86153 Augsburg 86153 Augsburg (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Formpresse wie bekannt aus
der US-A-3632276 zum Formpressen eines Formkörpers aus mit Bindemitteln vermischten
pflanzlichen Kleinteilen nach den Oberbegriffen des Anspruchs 1 bzw. 14, insbesondere
zur Bildung einer ein- oder mehrteiligen Palette, eines Tragriegels oder eines tragfähigen
Balkenprofiles.
[0002] Durch die DE-A-2 508 493 ist es bekannt, ganze Paletten mit daran einstückig angeordneten
Füssen aus Holzspanplatten-Material strangzupressen, wobei speziell die Füsse im Steg
verdichtet sein sollen. Eine solche theoretische und in der Praxis nicht verwendbare
Lehre führt zu keiner ausreichenden Festigkeit, weil die Kleinteile sich normalerweise
quer zur Strangpressrichtung orientieren und somit eine sehr hohe Biegebereitschaft
und damit geringe Festigkeit herbeiführen.
[0003] Es ist ausserdem bekannt, eine einteilige Palette aus mit Bindemitteln vermischten
Holzspänen in einem Gesenk zu pressen, das eine ortsfeste Unterform und eine bewegliche
Oberform aufweist. Die Palettenfüsse sind hohl ausgebildet. Bei dieser im Verkehr
befindlichen Palette zeigen sich häufig Schwachstellen und Brüche an den Wandungen
der Palettenfüsse.
[0004] Mit der DE-A-3 035 701 wird gelehrt, mehrere Palettenfüsse mit sie verbindenden Unterzügen
in einer Form zu massiven Palettenfuss-Riegeln zu pressen und diese Riegel so auszubilden,
dass sie auch hohen Biegebelastungen standhalten. Dabei strebt man an, die zwischen
den Palettenfüssen befindlichen zurückversetzten Unterzüge stärker als die übrigen
Bereiche des Palettenfusses zu verdichten, wodurch auch tatsächlich eine grössere
Festigkeit und Steifigkeit gegenüber Biegebeanspruchung erreicht wird.
[0005] Die EP-A-050 164, die für Anspruch 19 als Stand der Technik nach Art. 54(3) zu betrachten
ist, zeigt einen Tragriegel aus gepressten, mit Bindemittel vermischten pflanzlichen
Kleinteilen, insbesondere Holzkleinteilen der im Querschnitt I-förmig, durch obere
und untere Gurte und einen Steg gebildet ist, und der gegenüber den Gurten zurückversetzte
Seitenflächen am Steg aufweist. Das I-förmige Profil besteht aus mehreren Pressspanplatten,
die miteinander stumpf gestossen und an den Stossstellen verleimt sind. Dadurch liegen
zwar die Holzteilchen in den Spanplatten in einer festigkeitsgünstigen Ausrichtung,
dieser Festigkeitsgewinn wird andererseits aber durch die Klebestellen wieder zunichte
gemacht.
[0006] Aus der US-A-3632276 ist es bekannt, eine Schachtel aus Spanmaterial herzustellen,
indem verschiedene Pressbacken zeitlich zueinander versetzt auf das Spangut einwirken.
Die Pressbakken führen dabei aber einen einstufigen Hub aus und bilden in der Endstellung
den Pressraum. Die zeitlich versetzte Backenbewegung dient letztendlich nur der Verfrachtung
von partiellen Spangutabhäufungen. Eine besondere Festigkeitssteigerung durch Spanorientierung
ist damit nicht verbunden.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Formkörper verschiedener Art, beispielsweise
einteilige Palette oder bei mehrteiligen Paletten deren Riegel, sowie Tragriegel und
Balkenprofile und dgl. aus pflanzlichen und mit Bindemitteln vermengten Kleinteilen
in Formen so zu pressen, dass gegenüber den bekannten Massnahmen wesentlich erhöhte
Festigkeiten und geringere Empfindlichkeit in der Handhabung erreicht werden, ohne
deren Gewicht erhöhen zu müssen.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Eine zur Durchführung des Verfahrens besonders geeignete Formpresse wird
in Anspruch 14 angegeben.
[0009] Die Erfindung geht von der bekannten Erkenntnis aus, dass sich die Späne bei einer
formgepressten Platte bevorzugt parallel zu deren Oberfläche orientieren. Je dicker
aber eine solche Platte ist, desto willkürlicher liegen die Späne im mittleren Plattenbereich.
Erst recht ist diese Erscheinung zu vermuten, wenn der Presskörper von der Plattenform
erheblich abweicht.
[0010] Deshalb strebt die Erfindung mit ihren kennzeichnenden Mitteln an, eine bestimmte
Spanorientierung an allen Stellen zu erzwingen, die hohen Belastungen unterworfen
werden bzw. für die Erhöhung der Festigkeit massgeblich sind. Mit der stufenweisen
Verdichtung des Gemisches durch zeitlich versetzt gegeneinander bewegbare Pressformen
werden gezielte Bewegungen im Spangefüge hervorgerufen, wodurch die Späne an praktisch
allen Oberflächen parallel hierzu orientiert werden.
[0011] Die Erfindung betrifft ausser dem Verfahren und einer Formpresse zur Durchführung
des Verfahrens auch einen Tragriegel bzw. ein Profil gemäss Ansprüchen 19 bzw. 23.
Es ist damit möglich, Tragriegel, beispielsweise in Form von Palettenfüssen oder andere,
biegesteife Konstruktionsprofile einstückig herzustellen. Die gegenüber dem Stand
der Technik noch weiter erhöhte Festigkeit resultiert aus den besonderen, in diesen
Profilen erzeugten Spanorientierungen.
[0012] Ausführungsarten der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0013] In der Zeichnung sind mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt.
Es zeigen:
Fig. 1: eine perspektivische Ansicht eines Palettenfuss-Riegels,
Fig. 2: einen Querschnitt durch eine Formpresse für die Herstellung des Riegels gemäss
Fig. 1,
Fig. 3 bis 5: Querschnitte durch die Formpresse gemäss Fig. 2 in verschiedenen Pressphasen,
Fig. 6: einen Querschnitt durch eine Formpresse für die Herstellung einstückiger Paletten
mit Darstellung eines Vorpressvorganges,
Fig. 7: einen Querschnitt gemäss Fig. 4 mit Darstellung eines seitlichen Pressvorganges,
Fig. 8: einen Querschnitt gemäss Fig. 4 und 5 mit Darstellung eines Nachpressvorganges,
Fig.9: einen Teilquerschnitt entsprechend Fig. 6 in vergrösserter Darstellung,
Fig. 10: einen Querschnitt durch einen Teilbereich einer gepressten Palette in der
Sicht nach den Linien x-x von Fig. 9,
Fig. 11: einen Querschnitt durch den Palettenfuss eines Palettenfuss-Riegels,
Fig. 12: eine Draufsicht auf den Palettenfuss- Riegel gemäss Fig. 11,
Fig. 13: eine Seitenansicht auf einen Tragriegel, entsprechend Fig. 1,
Fig. 14 und 15: Querschnitte nach den Linien 11-11 und 111-111 durch den Tragriegel
gemäss Fig. 1,
Fig. 16: einen Querschnitt durch eine Pressform zur Herstellung des Tragriegels gemäss
Fig. 1,
Fig. 17: einen Querschnitt durch einen als Träger ausgebildeten Tragriegel und
Fig. 18 bis 22: Querschnitte durch eine Pressform in verschiedenen Pressstufen zur
Herstellung des Tragriegels gemäss Fig. 16.
[0014] In einem ersten Ausführungsbeispiel ist in Fig. 1 ein nach der Erfindung herstellbarer
Palettenfuss- Riegel und in den Fig. 2 bis 5 das zu dessen Bildung zweckmässige Werkzeug
dargestellt. Der Palettenfuss-Riegel 1 weist im Prinzip eine langgestreckte Quaderform
auf, deren Oberseite (Dachfläche 16) eben ist und deren Unterseite von Palettenfüssen
2 und dazwischen befindlichen Einbuchtungen 5 gebildet werden, deren Übergang eine
starke Krümmung 6 aufweisen soll. Die Unterflächen der Palettenfüsse 2 liegen parallel
zur Dachfläche 16. Der im Bereich der Einbuchtungen 5 verbleibende Unterzug 3 muss
eine solche Festigkeit aufweisen, dass der Riegel 1 erheblichen Belastungen, insbesondere
Biegebeanspruchungen, widersteht. Um die Festigkeit zu erhöhen, sind in die Seitenwände
des Riegels 1 Einprägungen 4 gepresst, die in Fig. 1 strichpunktiert angedeutet sind.
[0015] Es ist möglich, den in Fig. 1 dargestellten Riegel mit unterschiedlichen Ansammlungen
feiner und grober Kleinteile herzustellen.
[0016] Mit Fig. 2 ist ein Querschnitt einer Formpresse gezeigt, wie er beispielsweise dem
Schnitt 11-11 in Fig. 1 des Riegels 1 entspricht, wenn man sich hierzu eine den Riegel
1 umhüllende Form vorstellt.
[0017] Danach wird die in Fig. 2 dargestellte Formpresse zunächst von Führungen 7 ortsfester
Art gebildet, zwischen denen Pressformen 10, 11, 12, 13 beweglich geführt sind. Die
Pressform 13 (vgl. Fig. 3) ist bei der Darstellung in Fig. 2 in eine nicht gezeigte
angehobene Stellung zurückbewegt, um Platz freizumachen für einen Einfüllschacht 8,
durch den das mit Bindemittel vermengte Spangemisch in den Pressraum 9 gelangen kann.
Sämtliche gezeigten Pressformen 10, 11, 12 befinden sich in einer zurückversetzten
Ausgangsstellung. Es wird davon ausgegangen, dass in den Pressraum 9 eine dosierte,
dem Volumen des herzustellenden Paletten-Riegels 1 angepasste Menge des Gemisches
eingefüllt wird. Nach Vollendung des Einfüllvorganges, der in üblicher Weise vollzogen
wird, wird bei einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung die Pressform 13 in
die in Fig. 3 gezeigte Lage bewegt. Gleichzeitig kann die gegenüberliegende Pressform
10 in die in Fig. 3 gezeigte Lage voranbewegt werden. Die seitlichen Pressformen 11,
12 verbleiben hingegen bei diesem Ausführungsbeispiel in der in Fig. 2 gezeigten Lage.
Die Folge dieses ersten Vorpressvorganges ist zunächst die, dass ein Teil der Kleinteile
sich parallel zu den Pressformen 10, 13 einstellt. Wie die Fig. 3 zeigt, wird durch
diese Pressformen 10, 13 die Bodenfläche 17 bzw. die Dachfläche 16 des Riegels 1 gebildet.
Das bei diesem Bewegen der Pressformen 10, 13 vorverdichtete Material kann etwas in
Richtung zu den gemäss Fig. 2 zurückversetzten anderen Pressformen 11, 12 ausweichen
und dort noch eine unbestimmte Lageorientierung einnehmen.
[0018] Wenn nun im Zuge eines zweiten Abschnittes des Vorpressvorganges diese seitlichen
Pressformen 11, 12 in die in Fig. 3 gezeigte Lage voranbewegt werden, während die
Pressformen 10, 13 in ihrer Vorpressstellung verharren, dann erfolgt eine schichtweise
Lageorientierung der Kleinteile parallel zu den Pressflächen der seitlichen Pressformen
11, 12.
[0019] Es hat sich gezeigt, dass die Lageorientierung der Kleinteile bei diesem erfindungsgemäss
geschilderten Nachundnach-Vorpressen wesentlich günstiger als bei der näherliegenden
Massnahme ist, bei der sämtliche Pressformen gleichzeitig in die endgültige Pressstellung
voranbewegt werden.
[0020] Der in Fig. gezeigte vorgepresste Riegel 19 weist gegenüber der endgültigen Form
des Riegels 1 noch Übermass auf. Es ist nun gezeigt, dass mindestens die seitlichen
Pressformen 11, 12 mehrteilig ausgebildet sind. Zwischen zwei äusseren Pressformteilen
14 ist ein inneres Pressformteil 15 relativ zueinander beweglich angeordnet. Jedem
Pressformteil 14, 15 ist ein eigener Hubantrieb (nicht dargestellt) zugeordnet. Auf
dem Wege von der Stellung gemäss Fig. 2 zu jener gemäss Fig. 3 sind sämtliche Pressformteile
14,15 gleichzeitig voranbewegt worden. Im weiteren Verlauf werden nun aber die innenliegenden
Pressformteile 15 von der Stellung gemäss Fig. 3 in jene gemäss Fig. 4 voranbewegt.
Diese Pressformen 15 können die Gestalt der in Fig. 1 gezeigten Einprägung 4 haben.
Wesentlich ist also, dass mit dieser Bewegung der Pressformteile 15 eine starke und
endgültige Verdichtung der Seitenbereiche des Riegels 1 herbeigeführt wird. Selbstverständlich
sind die Ränder des Pressformteiles 15 abgerundet. Dies hat bei der Grundstellung
zur Folge, dass offene Hohlkehlen 20 (vgl. Fig. 3) gebildet sind, die vom vorgepressten
Material ausgefüllt werden und daher vorstehende Grate bilden. Diese Grate werden
aber abgetragen, wenn die inneren Pressformteile 15 in die Stellung gemäss Fig. 4
voranbewegt werden.
[0021] Es ist nun denkbar, dass eine Teilung der Pressformen 11, 12 auch längs des Riegels
1 (also parallel zur Zeichenebene hintereinander liegend) vorgenommen werden kann.
So ist beispielsweise denkbar, dass den Palettenfüssen 2 und den Unterzügen 3 über
den Einbuchtungen 5 (vgl. Fig. 1) jeweils zugeordnete (nicht dargestellte) Pressformteile
angepasst sind, die in Längsrichtung zweckmässigerweise aneinanderliegen.
[0022] Wenn vorher gesagt worden ist, dass jedem Pressformteil ein eigener Hubantrieb zugeordnet
ist, dann schliesst dies nicht aus, dass gleichsinnig bewegte, aber voneinander getrennte
Pressformteile über brückenartige Gebilde mit jeweils einem Presszylinder oder dgl.
Hubelement verbunden sind.
[0023] In Fig. 5 ist nun gezeigt, dass unter Beibehaltung der Lage der Pressformteile 15
eine Art Stauchung durch die Pressformen 10, 13 vorgenommen wird. Die Bewegung dieser
Pressformen 10, 13 führt dann zur endgültigen Formgebung des Riegels 1. Man kann sich
vorstellen, dass durch diesen Stauchvorgang gemäss Fig. die in der Nähe der Abrundungen
23 der Pressformteile 15 befindlichen Späne bzw. Kleinteile eine Art Verschiebevorgang
erfahren. Sie waren durch die Bewegung der Pressformteile 15 gemäss Fig. 4 schon in
eine zu deren Pressflächen ungefähr parallelen Lage gebracht worden. Das Stauchen
gemäss Fig. 5 bedingt nun eine umhüllende Verdichtung des Materials im Bereiche der
gekrümmten Übergänge. Die Nachverdichtung gemäss Fig. 5 führt ausserdem zu einer erheblichen
Versteifung des gesamten Riegels 1.
[0024] Man kann nun das, was in der Zeichnung bezüglich der seitlichen Pressformen 11, 12
offenbart worden ist, auch bei der. unteren Pressform 10 anwenden. Beim Beispiel der
Fig.2 bis 5 war offengelassen worden, ob diese Pressform 10 der unteren Kontur des
Riegels 1 folgt. Man kann sich aber diese Pressform 10 auch längs des Riegels 1 geteilt
vorstellen, indem die einen Teile den Palettenfüssen 2 und die anderen Teile den Einbuchtungen
5 des Riegels 1 zugeordnet sind. Beim Vorpressen gemäss Figuren 2 und 3 können die
dem Pressraum 9 zugeordneten Flächen noch in einer Ebene liegen. In einer in der Zeichnung
nicht dargestellten Zwischenphase, die zweckmässigerweise zwischen denen der Figuren
3 und 4 liegt, können dann die die Einbuchtungen 5 bildenden Pressformteile für sich
allein gegen die ortsfest bleibende obere Pressform 13 bewegt werden, um die Profilierung
der Palettenfüsse 2 gegenüber den Einbuchtungen 5 zu bilden. Es ist aber auch denkbar,
mit einer einheitlichen unteren Pressform 10, welcher der Kontur des Riegels 1 angepasst
ist, entsprechend der Fig. 3 zu arbeiten.
[0025] In den Figuren 6 bis 8 ist ein zweites Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen
Verfahrens schematisch dargestellt, das sich auf die Herstellung einstückiger Paletten
bezieht, aber auch auf die Fertigung von Palettenfuss-Riegeln gemäss Fig. 1 angewandt
werden kann.
[0026] Die Palette 24 soll mehrere, voneinander distanzierte Palettenfüsse 2 aufweisen,
die untereinander durch Unterzüge 3 verbunden sind. Bei dem Beispiel gemäss Fig. 6
wirkt eine Pressform 25 ganzflächig von oben nach unten auf das in die Form gebrachte
Gemenge aus pflanzlichen Kleinteilen, insbesondere Holzspäne und Bindemittel, und
verdichtet dies gegen die zunächst ortsfest bleibenden unteren Pressformen 26, 27.
Daraufhin werden die unteren Pressformen 26 bewegt, während die anderen unteren Pressformen
27 nach wie vor unbewegt sind. Die auf diese Weise roh gepresste Palette hat noch
Übermass.
[0027] Gemäss Fig. 7 werden nun die Pressformen 25 bis 27 leicht gelüftet. Dabei braucht
kein Weg zurückgelegt zu werden; es genügt, wenn lediglich die Presskraft reduziert
oder eliminiert wird. In diesem gelösten Zustand der Rohpalette 24 werden nun die
seitlichen Pressformen 28 in Bewegung gegeneinander gesetzt, die beim Beispiel nur
auf die aussenliegenden Seitenflächen der Palette 24 einwirken. Es kann sich dabei
empfehlen, die unteren Pressformen 27 in ihrer ursprünglichen Lage zu halten, dass
diese einen Teil des seitlichen Verformungsdruckes aufzunehmen haben.
[0028] Während die seitlichen Pressformen 28 in ihrer Pressstellung unter Aufrechterhaltung
des Pressdruckes verbleiben, werden gemäss Fig. 8 die anderen Pressformen 25, 26 und
27 zur Bildung des Paletten-Sollmasses gegeneinander bewegt, wodurch die Palette 24
so nachverdichtet wird, dass sie die geforderte hohe Tragkraft und Biegesteifigkeit
erhält.
[0029] Es versteht sich von selbst, dass ähnliche wie die in Fig. 6 dargestellten seitlichen
Pressformen 28 auf die Seitenflächen der Palette 24 einwirken, welche parallel zur
Zeichenebene liegen.
[0030] Das erwähnte Lüften der Pressformen 25, 26, 27 kann in einer Variante der Erfindung
auch gleichzeitig mit dem Anpressen der seitlichen Pressformen 28 erfolgen. Es ist
auch durchführbar, die Pressformen 26, 27 gleichzeitig mit der Pressform 25 (Fig.
6) zu bewegen.
[0031] Die Pressformen 25 bis 28 sind (nicht dargestellt) in ihrer Pressfläche gestuft,
gewellt oder dgl. profiliert, je nachdem, welche Form die Palette 24 erhalten soll.
In der Zeichnung ist der Einfachheit wegen die Dicke der Palettenplatte nicht dargestellt,
die geringer als die Höhe der Unterzüge 3 ist, die rahmenartig umlaufen können. Infolge
dessen ergibt sich eine Steifung der Pressformen 27, es sei denn, dass für das Pressen
der Unterfläche der Palettenplatte eine gesonderte Pressform oder gar eine ortsfest
bleibende Gesenkplatte verwendet wird. Bevorzugt werden die unteren Pressformen 26
ausschliesslich zum Pressen und Nachverdichten der Palettenfüsse 2 verwendet.
[0032] In einem dritten Ausführungsbeispiel gemäss den Figuren 9 und 10 wird an einem Teilausschnitt
zum Pressen eines Palettenfusses 1, 2 gezeigt, welche Folge das stufenweise und zeitversetzte
Pressen nach der Erfindung hat. Die obere Pressform 25 legt nämlich beim Pressvorgang
gemäss Fig. einen wesentlich grösseren Weg als die untere Pressform 26 zurück, beispielsweise
im Verhältnis 10:1. Am Ende dieser ersten Pressbewegung nehmen die Pressformen 25,
26 eine Lage gemäss den gestrichelten Linien 29 und 30 ein. Mit den Linien 31 und
32 werden die Lagen der Pressformen 25, 26 am Ende des gesamten Pressvorganges bezeichnet.
Auf dem langen Verdichtungsweg der Pressform 25 bis zur Linie 29 bewegen sich die
Späne des Gemenges nicht etwa willkürlich, sondern sie orientieren sich offenbar aufgrund
der verschiedenen Reibungsflüsse. Die den Formwandungen 33 naheliegenden Bereiche
des Gemenges unterliegen wahrscheinlich grösserer Reibung als die mehr zentrischen
Bereiche. Jedenfalls nehmen am Ende des gesamten Pressvorganges die Späne eine Lageorientierung
gemäss Fig. 10 ein, wonach die den Pressflächen der Pressformen benachbarten Schichten
34 eine überwiegend parallel zu diesen Flächen verlaufende Spanorientierung aufweisen,
die aus der Flächenpressung von Spanplatten bekannt ist. Die mittleren Bereiche 35
weisen hingegen eine gekrümmte Spanorientierung auf, die- in Pressrichtung 36 der
Pressform 25 gesehen - konkav verläuft. Eine so gewölbte Struktur trägt ganz erheblich
zur Festigkeitssteigerung bei. Sie wird dadurch gesteigert, dass die Seitenpressung
und Nachverdichtung zeitversetzt erfolgen. Will man eine umgekehrte Wölbung erzeugen,
muss die Palette in einer um 180° gewendeten Stellung gepresst werden.
[0033] Wenn hohle Palettenfüsse 2 hergestellt werden sollen, dann empfiehlt sich ebenfalls
die zeitversetzte, stufenweise Pressung, wobei man aber begreiflicherweise nicht mehr
deutliche Wölbstrukturen erzielen kann. Die seitliche Verpressung gemäss Fig. 7 kann
dann in den Wandungen der Palettenfüsse Rippen, Vertiefungen und dgl. Profilierungen
bilden, die auch parallel zur Achse des Palettenfusses verlaufen können und zur Versteifung
der Wandungen erheblich beitragen. Es versteht sich von selbst, dass die gepressten
Paletten oder Palettenfuss-Riegel durch Wärmezufuhr im gepressten Zustand in der Form
ausgehärtet werden.
[0034] Beim vierten Ausführungsbeispiel gemäss den Figuren 11 und 12 ist schliesslich ein
Teilbereich eines Palettenfuss-Riegels 1 dargestellt, dessen Palettenfuss 2 einen
nasenartigen Ansatz 37 aufweist, dessen Oberfläche bündig mit derjenigen des Riegels
1 verläuft und der eine nach unten verjüngte Ausbildung hat. Auf diesem Ansatz 37
liegt das zugeordnete Palettenbrett 38 auf, das nach dem Vernageln mit dem Ansatz
37 als Kippsicherung für den Riegel 1 wirkt. Solche nasenartigen Ansätze können auch
blosse Palettenklötze aufweisen, die nach dem erfindungsgemässen Verfahren herstellbar
sind, die aber auch im Gesenk oder gar im Strangpressverfahren gefertigt werden können.
[0035] Es hat sich als zweckmässig erwiesen, wenn die nasenartigen Ansätze 37 an den Stellen
der Palettenfüsse sich befinden, die dem Mittelbereich der Palette zugekehrt sind,
was in Fig. 12 durch die Lage der Palettenbretter 56 ersichtlich ist.
[0036] Für die Darstellung des fünften Ausführungsbeispieles wird mit Fig. 13 auf eine Raumform
zurückgegriffen, die derjenigen der Fig. 1 entspricht. Es handelt sich um einen Tragriegel
38, wie es gemäss den Figuren 14 und 15 im Querschnitt I-förmig gestaltet ist. Dadurch
werden obere und untere Gurte 39 und der Steg 40 gebildet, wobei der Steg 40 in seiner
Dicke im Verhältnis zur Gurtbreite nur geringfügig kleiner ist. Die Darstellung der
Fig. 13 ist gegenüber derjenigen der Fig. 15 wesentlich verkleinert. In den Figuren
14 und 15 sind beispielsweise die Querschnitte nach natürlicher Grösse gezeigt, wobei
diese Bilder aber lediglich als Ausführungsbeispiele zu sehen sind.
[0037] Zur Stegbildung 40 kommt es, wie schon vorher ausgeführt, dadurch, dass die Seitenflächen
42 des Steges 40 unter Wahrung eines umlaufenden Randes 41 zurückversetzt gegenüber
den Gurten 39 ausgebildet sind. Diese Zurückversetzung wird durch einen Pressvorgang
unter Verdichtung des Materials im Steg 40 herbeigeführt.
[0038] In den Figuren 14 und 15 ist deutlich dargestellt, dass im Gurtbereich 39 eine parallele
Struktur 43 und im Stegbereich 40 eine deutliche konvexe Struktur 44 der verpressten
Kleinteile gebildet ist. Mit 45 ist die Belastungsrichtung gezeigt. Es soll dabei
die konvexe Struktur 44 in Bezug auf diese Belastungsrichtung 45, also ihr entgegengesetzt
gerichtet, vorgesehen sein. Würde man allerdings die Presslinge in der Lage pressen,
wie sie in Fig. 14 und 15 dargestellt sind, ergäbe sich eine konkave Struktur im Stegbereich.
Deshalb lehrt die Erfindung, dass die Tragriegel 38 in einer gegenüber der Gebrauchsstellung
um 180° gedrehten Lage hergestellt werden. Dies schliesst aber nicht aus, auch konkave
Wölbungen in der Belastungsstellung der Tragriegel 38 vorzusehen, wenn besondere Umstände
dies brauchbar erscheinen lassen.
[0039] In Fig. 13 ist ausserdem die typische Formgebung gezeigt, die erforderlich ist, wenn
der Tragriegel 38 als Palettenfuss Verwendung finden soll. Demgemäss sind drei vorspringende
Fussteile 52 mit dazwischen befindlichen, zurückversetzten Stegteilen 53 vorhanden,
die über einen ausgekehlten Übergang 54 miteinander verbunden sind.
[0040] Mit Fig. 16 wird nun ein abgewandeltes Verfahren dargestellt, mit dessen Hilfe es
möglich ist, die Strukturen 43, 44 gemäss Figuren 14 und 15 zu erzielen. Durch ortsfeste
Führungen 51 und darin verschiebbare Pressstempel 47 bis 50 wird ein Hohlraum 46 gebildet,
in den das mit Bindemitteln vermischte Gut, insbesondere pflanzliche Kleinteile aus
Holz und dgl., willkürlich eingefüllt wird. Die Pressstempel 49, 50 bilden zusammen
mit den vertikalen Führungswänden 51 einen Schacht, der nach unten beim Ausführungsbeispiel
durch einen Pressstempel 48 abgeschlossen ist. Statt dieses Pressstempels 48 kann
aber auch eine ortsfeste Schachtwand vorgesehen sein. In der Grundstellung fluchten
die Pressflächen der Pressstempel 49, 50 mit den vertikalen Führungsflächen 51. Stirnseitig
sind nicht dargestellte ortsfeste Schachtwände vorgesehen. Wenn ein Tragriegel 38
gemäss der Form nach Fig. 13 hergestellt werden soll, besitzt der Pressstempel 47
eine Pressflächengestaltung, welche die Formgebung der Fussteile 52 und Stegteile
53 erzwingt. Der Pressstempel 48 ist hingegen in seiner Pressfläche eben gestaltet.
[0041] Es wird zunächst der Pressstempel 47 in Pfeilrichtung nach unten gedrückt. Wenn ein
Pressstempel 48 vorgesehen ist, kann dieser gegensinnig bewegt werden, was aber zunächst
nicht erforderlich ist. Dadurch wird das im Hohlraum 46 befindliche Gemisch, welches
in dosierter Menge eingegeben worden ist, über die hohe Kante verdichtet. Es liegt
auf der Hand, dass die Kleinteile entlang der Flächen der Pressstempel 49, 50 einer
höheren Reibung unterliegen, als im Kern des Presslings. Nach Beendigung des Presshubes
der Pressstempel 47, 48 wird deren Pressdruck gelokkert oder aufgehoben, wobei aber
die Pressstempel 47, 48 in ihrer Lage verbleiben. Es erfolgt danach eine Querverpressung
des Gemisches durch die Pressstempel 49, 50. Diese sind in ihrer Form so gestaltet,
dass dadurch die Seitenflächen 42 abgebildet werden. Das durch die Bewegung der Pressstempel
49, 50 verdrängte Material verdichtet den Kernbereich des Tragriegels 38 und führt,
da das Material nicht über die Pressflächen der Pressstempel 47, 48 hinaus ausweichen
kann, zu der in den Figuren 14 und 15 gezeigten Struktur 43, 44. Am Ende der Bewegung
der Pressstempel 49,50 werden diese arretiert, bzw. ihr Pressdruck bleibt aufrechterhalten,
woraufhin nochmals die Pressstempel 47, 48 gegeneinander bewegt werden, was zur hohen
Verdichtung des Gefüges 43 im Gurtbereich 39 (vgl. Figuren 14 und 15) führt.
[0042] In dieser endgültigen PressstempelsteIlung wird der Pressling durch Zuführen von
Wärme ausgehärtet. Es kann sich hierbei empfehlen, die Pressstempel 47 bis 50 sowie
die Führungen 51 von den Antriebsaggregaten für die Pressstempel 47 bis 50 zu lösen,
ohne die Pressstellung aufzugeben. Ein solches Aggregat kann man dann in einen Aushärtekanal
oder -ofen eingeben und mit entsprechenden anderen Werkzeugen den nächsten Pressvorgang
durchführen.
[0043] Der in Fig. 17 dargestellte Tragriegel 1 weist im Rahmen eines sechsten Ausführungsbeispieles
einen deutlichen I-Querschnitt auf, wie er für die Herstellung tragfester, insbesondere
biegesteifer Balken, Verwendung finden kann. Auch bei diesem Querschnitt ist eine
parallel zu den Gurten 39 sich erstreckende Struktur 43 der Kleinteile deutlich ausgeprägt.
Im Steg 40 fehlt aber die gewölbte Struktur, wie sie in den Figuren 14 und 15 erkennbar
ist. Stattdessen sind die Aussenschichten des Steges 40 in erheblich dicke, ebenfalls
von einer parallel zur Stegseitenfläche 42 sich erstreckenden Struktur 43 gekennzeichnet.
In den Übergangsbereichen vom Steg 40 in die Gurte 39 bilden sich gekrümmte Strukturen
55, die etwa der Aussenkontur des Tragriegels 38 folgen.
[0044] Ähnlich verlaufen die Strukturen bei anderen Querschnitten, beispielsweise bei U-,
Z- oder L-Profilen. Diese Strukturen entstehen durch Verfahrensschritte, wie sie in
den Figuren 18 bis 22 im Rahmen eines Ausführungsbeispieles angegeben sind.
[0045] Auch in diesem Fall wird der Füllraum einer Pressform durch Pressstempel 47, 48,
49, 50 und Führungswänden 51 gebildet. Das in diese Pressform lose geschüttete Gemenge
aus pflanzlichen Kleinteilen, insbesondere Holzspänen und Bindemittel, wird zunächst
durch den Pressstempel 47 vorverdichtet. Es entsteht ein im Querschnitt rechteckiger
Pressling. Dabei legt der Pressstempel den in Fig. 18 gezeigten Weg bis zu der gestrichelten
Stellung zurück. In dieser Stellung wird der auf den Pressstempel 47 einwirkende Druck
aufgehoben.
[0046] Im nächsten Verfahrensschritt gemäss Fig. 19 werden die beiden seitlichen Pressstempel
49, 50 gegeneinander bewegt, und zwar in einem Teilbereich ihres gesamten Hubes, wobei
die anderen Pressstempel 47, 48 durchaus ausweichen dürfen. Dabei wird der Steg 40
(Fig. 17) vorgeformt. Nach Beendigung dieses Presshubes bleiben allerdings die seitlichen
Pressstempel 49, 50 arretiert, bzw. ihr Pressdruck bleibt aufrecht erhalten.
[0047] Nun wird der Pressstempel 47 gemäss Fig. 20 eine weitere Strecke voranbewegt, die
aus dem Vergleich mit Fig. 19 erkennbar ist. Im Anschluss daran wird der Pressdruck
dieses Pressstempels 47 erneut aufgehoben, und es werden die seitlichen Pressstempel
49, 50 gemäss Fig. 21 in ihre Pressendstellung bewegt und dort in arretierter Lage
gehalten, was wiederum durch Aufrechterhaltung des Pressdruckes erfolgen kann.
[0048] Zum Schluss werden die beiden Pressstempel 47, 48 in ihre Pressendstellung gemäss
Fig. 22 gegeneinander bewegt, wodurch der Pressling seine endgültige Form und die
Struktur der Kleinteile gemäss Fig. 17 erhält.
Beispiel
[0049] Der Tragriegel 38 gemäss Fig. 17 weist in seiner endgültigen Form eine Breite und
Höhe von je 90 mm bei einer Stegdicke von 30 mm auf. Die Höhe des Füllraumes gemäss
Fig. 18 beträgt 350 mm. Der Pressstempel 47 verdichtet zunächst das eingefüllte Gemenge
um 150 mm (Fig. 18 und 19). Die seitlichen Pressstempel 49, 50 bewegen sich um
2/3 ihres gesamten Hubes in das vorverdichtete Gemenge hinein (Fig. 19). Der Pressstempel
47 legt nun einen weiteren Weg von 90 mm zurück (Fig. 20). Die seitlichen Pressstempel
49, 50 werden in ihre Pressendstellung bewegt (Fig. 21), wobei der Gesamthub eines
Pressstempels 49, 50 etwa 30 mm beträgt. Beide Pressstempel 47, 48 werden daraufhin
in ihre Pressendstellung gebracht. (Fig. 22).
[0050] Es ist durchaus möglich, den unteren Pressstempel 48 auch auf andere Weise und mit
grösserem Hub zu bewegen.
[0051] Diesen beiden letzten Ausführungsbeispielen liegt folgende Überlegung zugrunde:
Die Querschnittsgestaltung des Tragriegels und die Strukturausbildung der pflanzlichen
Kleinteile, im Querschnitt gesehen, stehen in einer funktionellen Beziehung zueinander.
Es wäre z.B. nicht möglich, die erfindungsgemässe Struktur der Kleinteile mit vorbekannten
Verfahren zur Herstellung von Spanplatten zu erhalten, also beispielsweise einen Pressstempel
in eine passend ausgebildete, kastenartige Form einzupressen. In diesem Falle würden
nämlich die pflanzlichen Kleinteile sich etwa parallel zur Pressplattenfläche bzw.
zur parallel gegenüberliegenden Formfläche orientieren, und zwar im Oberflächenbereich.
Im inneren Bereich des so hergestellten Presslings wird wegen der rapiden Abnahme
des Drucks eine mehr oder weniger willkürliche Strukturierung der Kleinteile stattfinden.
Unter gar keinen Umständen entsteht dadurch aber eine konvexe oder konkave Struktur,
wie sie mit einem Teil der Erfindung gelehrt wird.
[0052] Wenn man hingegen einen Tragriegel im Querschnitt nach der Lehre der Erfindung I-förmig
bildet, wobei der Stegbereich wesentlich dicker als bei sonstigen I-Profilen dimensioniert
ist, dann kann man die erfindungsgemässe Struktur der Kleinteile dadurch erzielen,
dass man die in eine Form eingefüllten Kleinteile zunächst in einer Richtung entlang
der längeren Achse presst und erst danach unter Lockerung oder gar Aufhebung des Pressdruckes
die seitliche Formgebung durch Verpressen ausführt, wodurch das I-artige Profil entsteht.
Verdichtet man den Tragriegel nach der so gebildeten Formgebung nochmals über die
längere Achse, dann wird eine besonders intensive konvexe oder konkave Struktur im
Stegbereich des Tragriegels gebildet. Unter Aufrechterhaltung des allseitigen Druckes
wird dann der Pressling unter Wärmeeinwirkung ausgehärtet.
[0053] Wichtig ist hierbei, dass der Pressvorgang um 180° verdreht gegenüber der Lage stattfindet,
in welcher der Tragriegel belastet werden soll. Es hatsich nämlich gezeigt, dass bei
dem geschilderten Pressvorgang die gewölbte Ausbildung der Struktur immer nur nach
einer Richtung entsteht, und zwar in der Pressrichtung, in der sich der obere Pressstempel
bewegt, besonders dann, wenn er einen wesentlich längeren Hub als der ihm gegenüberliegende
Pressstempel ausführt. Wendet man den so gepressten und ausgehärteten Tragriegel um
180°, dann stellt sich die konvexe Struktur als eine Art inneres Gewölbe im Stegbereich
dar, was ursächlich dafür ist, dass erfindungsgemäss Tragriegel ausserordentlich hohe
Belastungen aufzunehmen in der Lage sind und bessere Werte zeigen, als diese mit aus
natürlichem Holz hergestellten vergleichbaren Gegenstände erreichbar sind.
[0054] Es konnte eindeutig festgestellt werden, dass die Tragkraft eines erfindungsgemäss
hergestellten Tragriegels um so grösser ist, je ausgeprägter die konvexe Struktur
im Stegbereich und die parallele Struktur der Kleinteile im Gurtbereich vorhanden
ist. Es wird angenommen, dass die Strukturbildung von der Dimension des Tragriegelquerschnittes
und von den unterschiedlichen Reibungskräften unter den pflanzlichen Kleinteilen je
nach ihrer Lage abhängig ist. Wenn man beispielsweise einen im Querschnitt rechteckigen
Tragriegel hochkant in einer schachtartigen Form presst, dann ist zu erwarten, dass
die Reibung der zu verpressenden pflanzlichen Kleinteile, insbesondere Holzspäne,
an der Schachtwandung am grössten und im mittleren Stegbereich am geringsten ist.
Folglich ist im Kern des Presslings noch ein gewissermassen lockeres Gefüge vorhanden,
wobei aber schon die Tendenz besteht, dass die Späne bzw. Kleinteile in diesem mittleren
Bereich weder willkürlich noch parallel zur Pressebene sondern eher schräg orientiert
sind. Wenn nun von den Seitenwänden des Schachtes her eine Pressverformung auf den
Pressling ausgeübt wird, so dass dieser aus der ursprünglich rechtekkigen Form in
die I-Querschnittsform übergeht, dann wird speziell eine gezielte Verdichtung im Kernbereich
des Presslings erzeugt, die zu der ganz deutlich erkennbaren konvexen Strukturbildung
führt. Das im seitlichen Wandbereich des Presslings ursprünglich vorhandene Material
wird durch den Pressvorgang nach innen verschoben, was zur Verdichtung des vorher
relativ lockeren Gefüges und gleichzeitig zur erwähnten Strukturbildung führt. Wenn
man schliesslich den Pressling nochmals über die rohe Kante verdichtet, aber den seitlichen
Pressdruck aufrecht erhält, dann kommt es zu einer besonders hochfesten Gestaltung
des erfindungsgemässen Tragriegels.
[0055] Ausserdem hat sich überraschend ergeben, dass die vorher erwähnte Gewölbestruktur
im Stegbereich des Tragriegels veränderbar ist, wenn man auf den Pressling eine Wiederholung
der nacheinander erfolgenden vertikalen und seitlichen Pressung einwirken lässt. Durch
diese Massnahme ist es möglich geworden, Tragriegel mit Querschnittsprofilen herzustellen,
die denjenigen gewalzter Metallprofile ähnlicher sind. Vor allem ergibt sich ein in
der Dicke wesentlich schlankerer Steg, als dieser bei der vorher erwähnten Variante
der Erfindung erreichbar ist.
[0056] Für das Verpressen ist eine Massnahme nach Anspruch 13 zweckmässig, denn das Aufheben
oder Lockern des auf den vertikalen Pressstempel einwirkenden Druckes hat zur Folge,
dass beim seitlichen Einpressen kein Abriss in der Gefügestruktur stattfinden kann.
Eigentümlicherweise können aber die seitlichen Pressstempel in ihrer Zwischen- und
Endpresslage unter Druck verbleiben, wenn die vertikalen Pressstempel die ihnen zugeordneten
Pressvorgänge ausführen.
[0057] Die Folge dieses Pressverfahrens ist das Ausrichten der Kleinteile in eine überwiegend
parallel zur zugeordneten Pressfläche parallele Lage, und zwar in einer verhältnismässig
dicken Schicht. Am Übergang des Steges in die Gurte ergibt sich ein gekrümmter Verlauf
der Spanorientierung, im Querschnitt gesehen.
Stückliste
[0058]
1 Palettenfuss-Riegel
2 Palettenfuss
3 Unterzug
4 Einprägung
5 Einbuchtung
6 Krümmung
7 Führung
8 Einfüllschacht
9 Pressraum
10 Pressform (Boden)
11 Pressform (Seite)
12 Pressform (Seite)
13 Pressform (Dach)
14 äusseres Pressformteil
15 inneres Pressformteil
16 Dachfläche
17 Bodenfläche
18 Seitenfläche
19 vorgepresster Riegel
20 Hohlkehle
21 seitlich verdichteter und eingeprägter Palettenfuss
22 oben und unten nachverdichteter Palettenfuss
23 Abrundung
24 Palette
25 Pressform
26 Pressform
27 Pressform
28 Pressform
29 gestrichelte Linie
30 gestrichelte Linie
31 gestrichelte Linie
32 gestrichelte Linie
33 Formwandung
34 Schicht
35 mittlerer Bereich
36 Pressrichtung
37 nasenartiger Ansatz
38 Tragriegel
39 Gurt
40 Steg
41 Rand
42 Seitenfläche
43 parallele Struktur
44 konvexe Struktur
45 Belastungsrichtung
46 Hohlraum
47 Pressstempel
48 Pressstempel
49 Pressstempel
50 Pressstempel
51 Führung
52 Fussteil
53 Stegteil
54 ausgekehlter Übergang
55 gekrümmte Struktur
56 Palettenbretter
Prioritätsaufteilung
[0059]

1. Verfahren zum Formpressen eines Formkörpers (1) aus mit Bindemitteln vermischten
pflanzlichen Kleinteilen, insbesondere zur Bildung einer ein- oder mehrteiligen Palette,
die an ihrer Unterseite vorstehende Palettenfüsse und zwischen ihnen zurückversetzt
angeordnete Unterzüge mit abgerundeten Übergängen aufweist, oder zur Bildung von Palettenfüssen
(2), Tragriegeln (38) bzw. von Profilen mit einem zur Anwendung als biegesteifer Balken
geeigneten Querschnitt, wobei der Formkörper zwischen zeitlich versetzt gegeneinander
bewegbaren Pressformen (10 bis 13) verdichtet und nach dem Pressvorgang durch Wärmeeinwirkung
ausgehärtet wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Formkörper (1) stufenweise verdichtet
wird, wobei zunächst durch die die Ober- und Unterseite des Formkörpers gestaltenden
Pressformen (13, 10) zwischen den vorerst ortsfest bleibenden seitlichen Pressformen
(11, 12) die Grundform des Formkörpers (1) mit Übermass gebildet, danach durch die
seitlichen Pressformen (11, 12) Einprägungen (4) in die Seitenflächen vorgenommen
und schliesslich die Ober-und Unterseiten (16, 17) des Formkörpers (1) bei Aufrechterhaltung
des Pressdruckes der seitlichen Pressformen (11, 12) auf das Sollmass des Formkörpers
(1) nachverdichtet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ober- und Unterseite
des Formkörpers (1) gestaltenden Pressformen (13, 10) zueinander zeitlich versetzt
bewegt werden, indem zunächst durch die obere Pressform (13) die Grundform des Formkörpers
(1) gebildet und danach die untere Grundform (10) entgegengesetzt bewegt wird, bevor
die seitlichen Pressformen (11, 12) betätigt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der oberen Pressform (13)
ein wesentlich längerer Hub als der unteren Pressform (10), beispielsweise im Verhältnis
10:1, zugeordnet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei der
Herstellung von Palettenfuss-Riegeln die seitlichen Einprägungen (4) an gegenüberliegenden
Seiten der vorstehenden Palettenfüsse (2) und der diese verbindenden Unterzüge (3)
ausgeführt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei der
Herstellung einteiliger Paletten die seitlichen Einprägungen nur an den Aussenseiten
der zur Palette gehörenden Palettenfüsse und Unterzüge gebildet werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ränder
der seitlichen Einprägungen (4) parallel zu den Rändern der Palettenfüsse (2) und
Unterzüge (3) liegend gebildet werden.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die seitlichen Einprägungen
(4) an Palettenfüssen einteiliger Paletten, die auch hohl gestaltet sein können, längs
der Belastungsrichtung verlaufend gebildet werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass mit den Einprägungen Rippen
oder Rinnen gebildet werden.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass Rippen oder Rinnen
mit sich ändernden Höhen oder/und Breiten gebildet werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei der
Herstellung von Tragriegeln (38) oder Profilen die mit Bindemittel versetzten Kleinteile
in einen von Pressstempeln (47, 48, 49, 50) umschlossenen Hohlraum eingefüllt werden,
dass zuerst die den Gurtflächen zugeordneten Pressstempel (47, 48) und danach die
den seitlichen Stegflächen (42) zugeordneten Pressstempel (49, 50) jeweils um einen
Teilbetrag auf das Gemenge zur Einwirkung gebracht werden, dass daraufhin eine weitergehende
Pressung des Gemenges in der gleichen Reihenfolge und schliesslich eine Endpressung
durch die auf die Gurte (39) einwirkenden Pressstempel (47, 48) erfolgt, wonach die
Aushärtung des Presslings durch Wärmeeinwirkung unter Aufrechterhaltung des gesamten
Pressdruckes veranlasst wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch. gekennzeichnet, dass die auf die Gurtflächen
(39) einwirkenden Pressstempel (47, 48) das Gemenge im ersten Pressgang etwa um 60%,
im nächsten Pressgang etwa um 35% und im letzten Pressgang etwa um 5% des gesamten
Presshubes verdichten.
12. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die auf die seitlichen
Stegflächen (42) einwirkenden Pressstempel (49, 50) das Gemenge im ersten Pressgang
etwa um 2/3 und im nächsten Pressgang etwa um 1/3 des gesamten Presshubes verdichten.
13. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, dass
die auf die Gurtflächen (39) einwirkenden Pressstempel (47, 48) nach ihrem jeweiligen
Presshub vom Pressdruck entlastet werden, bevor die auf die seitlichen Stegflächen
(42) einwirkenden Pressstempel (49, 50) ihren Presshub ausführen.
14. Formpresse zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, wobei der Pressraum
(9) zur Herstellung von Formkörpern (1) von mehreren, gegeneinander bewegbar geführten
Pressformen (10, 11, 12, 13) umschlossen ist, die mit zeitlich versetzt gesteuerten
Hubantrieben versehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die seitlichen Pressformen
(11, 12) abgerundete (23) Stirnflächen aufweisen und in ihrer Hubendstellung mit diesen
Stirnflächen in den Pressraum (9) ragen.
15. Formpresse nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die seitlichen Pressformen
(11, 12) jeweils aus einem inneren und einem äusseren Pressformteil (14, 15) bestehen,
die ineinander geführt und mit eigenen, unterschiedlich lange Hübe erzeugenden Antrieben
verbunden sind.
16. Formpresse nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die gegen die Unterseiten
der Formkörper (1), insbesondere Palettenfüsse und Unterzüge, gerichteten Pressformen
(26, 27) entsprechend deren Kontur geteilt ausgebildet und mit unterschiedlich lange
Hübe erzeugenden Antrieben verbunden sind.
17. Formpresse nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die gegen die Unterseiten
der einteiligen Palette oder der Palettenfussriegel gerichtete Pressform einteilig
ausgebildet ist.
18. Formpresse nach einem der Ansprüche 14, 16 und 17, dadurch gekennzeichnet, dass
der Hub der die Oberseite des Formkörpers (1), insbesondere der Palette bzw. des Palettenfussriegels
bildenden Pressform (25) wesentlich grösser als der Hub der die Unterseite bildenden
Pressform (26), beispielsweise im Verhältnis 10:1 bemessen ist.
19. Tragriegel (38) aus gepressten, mit Bindemittel vermischten pflanzlichen Kleinteilen,
insbesondere Holzkleinteilen, der im Querschnitt I-förmig, durch obere und untere
Gurte (39) und einen Steg (40) gebildet ist, und der gegenüber den Gurten (39) geringfügig
zurückversetzte Seitenflächen (42) am Steg aufweist, wobei der Tragriegel (38) einstückig
gepresst ist und die Struktur der Kleinteile in beiden Gurtbereichen (39) überwiegend
parallel (43) zur Gurtoberfläche und im Stegbereich (40) vorwiegend konvex (44) oder
konkav gewölbt, bezogen auf die Belastungsrichtung (45) und im Querschnitt gesehen,
gestaltet ist.
20. Tragriegel nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Stegdicke etwa 80
bis 90% der Gurtbreite entspricht.
21. Tragriegel nach Anspruch 19 oder 20, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (40)
stirnseitig in einen der Gurtbreite (39) entsprechenden Rand (41) ausläuft.
22. Tragriegel nach Anspruch 19 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
dass er als Palettenfuss (2) mit drei vorstehenden Fussteilen (52) und dazwischen
befindlichen, mit ausgekehltem Übergang (54) zurückversetzten Stegteilen (53) ausgebildet
ist.
23. Profil aus gepressten, mit Bindemitteln vermischten, pflanzlichen Kleinteilen,
insbesondere Holzkleinteilen, mit einem zur Anwendung als biegesteifer Balken geeigneten
Querschnitt, beispielsweise in Form eines I, U, Z, L und dergleichen, dadurch gekennzeichnet,
dass das Profil einstückig gepresst ist und dass die Struktur der Kleinteile in den
Gurtbereichen (39) überwiegend parallel (43) zur Gurtoberfläche und im Stegbereich
(40) mindestens in dessen Aussenschichten, überwiegend parallel (43) zur Stegaussenfläche
(42) gestaltet ist.
1. Method of compression moulding a shaped article (1) from vegetable particles mixed
with binding agents, more particularly for producing a single or multi-part pallet,
which on its underside comprises projecting pallet feet and, between the feet, girders,
which are set back and which have rounded transitions, or for producing pallet feet
(2), supporting struts (38) or profiles having a suitable cross section for use as
a rigid beam, the shaped article being compressed between pressing moulds (10 to 13),
which may be displaced staggered in time with respect to one another, and following
the moulding process being hardened by the effect of heat, characterised in that the
shaped article (1) is compressed in stages, the basic shape of the shaped article
(1) firstly being formed oversized by means of the pressing moulds (13, 10) forming
the top and underside of the shaped article between the lateral pressing moulds (11,
12), which remain stationary for the time being, then impressions (4) are formed in
the lateral faces by means of the lateral pressing moulds (11, 12), and finally the
top and underside (16, 17) of the shaped article (1) are subsequently compressed to
the specified size of the shaped article (1) by maintaining the moulding pressure
of the lateral pressing moulds (11, 12).
2. Method according to claim 1, characterised in that the pressing moulds (13, 10)
forming the top and underside of the shaped article (1) are displaced staggered in
time with respect to one another, by the basic shape of the shaped article (1) being
firstly formed by the upper pressing mould (13), and then the lower pressing mould
(10) being displaced opposite thereto before the lateral pressing moulds (11, 12)
are actuated.
3. Method according to claim 2, characterised in that the upper pressing mould (13)
has a considerably longer stroke than the lower pressing mould, for example in the
ratio 10:1.
4. Method according to any one of claims 1 to 3, characterised in that, for producing
pallet feet struts, the lateral impressions (4) are formed on opposite sides of the
projecting pallet feet (2) and the girders (3) connecting the said feet.
5. Method according to any one of claims 1 to 3, characterised in that, for producing
one-piece pallets, the lateral impressions are only formed on the outsides of the
pallet feet and girders belonging to the pallet.
6. Method according to any one of claims 4 or 5, characterised in that the edges of
the lateral impressions (4) are formed such that they lie parallel to the edges of
the pallet feet (2) and the girders (3).
7. Method according to claim 5, characterised in that the lateral impressions (4)
on the pallet feet of one-piece pallets, which may also be hollow, are formed such
that they extend longitudinally relative to the direction of loading.
8. Method according to claim 7, characterised in that ribs or grooves are formed with
the impressions.
9. Method according to claim 7 or 8, characterised in that ribs or grooves are formed
with varying heights and/or widths.
10. Method according to any one of claims 1 to 3, characterised in that for producing
the supporting struts (38) or profiles, the particles mixed with binding agent are
poured into a cavity formed between press rams (47, 48, 49, 50), the press rams (47,
48) associated with the flange faces are firstly caused to act upon the mixture, followed
by the press rams (49, 50) associated with the lateral crosspiece faces (42) in each
case by a partial amount, there is subsequently an extensive compression of the mixture
in the same sequence, and finally a final compression by means of the press rams (47,
48) acting upon the flange (39), the hardening of the pressed article subsequently
being effected by the effect of heat whilst maintaining the overall moulding pressure.
11. Method according to claim 10, characterised in that the press rams (47, 48) acting
upon the flange faces (38) compress the mixture in a first moulding stage by approximately
60%, in a subsequent moulding stage by approximately 35%, and in a final stage by
approximately 5% of the overall pressure stroke.
12. Method according to claim 10, characterised in that the press rams (49, 50) acting
upon the lateral crosspiece faces (42) compress the mixture in the first moulding
stage by approximately 2/3 and in the subsequent moulding stage by approximately '/3 of the overall pressure stroke.
13. Method according to claim 1 or any one of the subsequent claims, characterised
in that the press rams (47, 48) acting on the flange faces (39) are released of moulding
pressure following their respective pressure stroke before the press rams (49, 50)
acting on the lateral crosspiece faces (42) carry out their pressure stroke.
14. A moulding press for carrying out the method according to claim 1, the moulding
cavity (9) for forming shaped articles (1) being surrounded by a plurality of pressing
moulds (10, 11, 12, 13), which are guided so as to be displaceable with respect to
one another, and which are provided with stroke drives, which are controlled so as
to be staggered in time, characterised in that the lateral pressing moulds (11, 12)
comprise rounded (23) end faces and, in the end position of their stroke, project
with the said end faces into the moulding cavity (9).
15. A moulding press according to claim 14, characterised in that the lateral pressing
moulds (11, 12) are formed in each case by an inner and an outer pressing mould part
(14, 15) which engage in one another and which are connected to separate drives producing
strokes of differing lengths.
16. A moulding press according to claim 14, characterised in that the pressing moulds
(26, 27) directed towards the undersides of the shaped article (1), more particularly
the pallet feet and girders, are formed separately according to the contour of the
said undersides and are connected to drives producing strokes of differing lengths.
17. A moulding press according to claim 14, characterised in that the pressing mould
directed towards the undersides of the one-piece pallet or the pallet foot strut is
formed in one piece.
18. A moulding press according to any one of claims 14, 16 or 17, characterised in
that the stroke of the pressing mould (25) forming the top of the shaped article (1),
more particularly the pallet or the pallet foot strut, is considerably greater than
the stroke of the pressing mould (26) forming the underside, for example by a ratio
of 10:1.
19. Supporting strut (38) made from compressed vegetable particles, more particularly
wood particles, mixed with a binding agent, which supporting strut (38) is formed
I-shaped in cross section by means of upper and lower flanges (39) and a crosspiece
(40), and which, on the crosspiece, comprises lateral faces (42), which are slightly
set back with respect to the flanges (39), the supporting strut (38) being moulded
in one piece and the structure of the particles in both flange regions (39) being
predominantly parallel (43) to the flange face, in relation to the direction of loading
(45) and when viewed in cross section, and predominantly convex (44) or concave in
the region of the crosspiece.
20. Supporting strut according to claim 19, characterised in that the thickness of
the crosspiece corresponds to approximately 80 to 90% of the width of the flange.
21. Supporting strut according to claim 19 or 20, characterised in that, at its end
face, the crosspiece (40) extends into a rim (41) corresponding to the width of the
flange (39).
22. Supporting strut according to claim 19 or any one of the subsequent claims, characterised
in that it is formed as a pallet foot (2) with three projecting foot parts (52) and,
between the said foot parts, crosspieces (53) which are set back and provided with
a recessed transition (54).
23. A profile made from compressed vegetable particles, more particularly wood particles,
mixed with a binding agent, having a cross section suitable for use as a rigid beam,
for example in the shape of an I, U, Z, L or the like, characterised in that the profile
is compressed in one piece and the structure of the particles in the flange regions
(39) is predominantly parallel (43) to the flange face and in the region of the crosspiece
(40), at least in the outer layers thereof, is predominantly parallel (43) to the
outsides (42) of the crosspiece.
1. Procédé de moulage par compression d'un objet conformé (1) en particules végétales
mélangées à des agents liants, notamment pour former une palette en une pièce ou en
plusieurs pièces, qui présente, du côté inférieur, des pieds de palette en saillie
et des traverses inférieures disposées entre eux, en retrait et à zones de transition
arrondies, ou pour former des pieds de palette (2), des entretoises servant de support
(38) ou des profilés ayant une section transversale qui convient à une utilisation
comme poutre rigide à la flexion, l'objet conformé étant compacté entre des poinçons
de compression (10 à 13) mobiles les uns par rapport aux autres, avec décalage dans
le temps, et, après le processus de compression, étant durci par action de la chaleur,
caractérisé en ce qu'il consiste à compacter par étapes l'objet conformé (1) en formant
d'abord la forme de base de l'objet conformé (1) avec des dimensions en excès par
les poinçons de compression (13, 10) conformant les côtés supérieur et inférieur de
l'objet conformé, entre les poinçons latéraux de compression (11, 12), qui restent
d'abord immobiles, puis en ménageant des empreintes (4) dans les côtés latéraux par
les poinçons latéraux de compression (11, 12) et enfin en recompactant les côtés supérieur
et inférieur (16, 17) du corps conformé (1) aux dimensions que doit avoir l'objet
conformé (1), tout en maintenant la pression d'application des poinçons latéraux de
compression (11, 12).
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce qu'il consiste à déplacer,
d'une manière décalée dans le temps, les poinçons de compression (13, 10) l'un par
rapport à l'autre, qui conforment les côtés supérieur et inférieur de l'objet conformé
(1), en formant d'abord la forme de base de l'objet conformé (1) par le poinçon supérieur
de compression (13) et en déplaçant en sens opposé le poinçon inférieur de compression
(10) avant d'actionner les poinçons latéraux de compression (11, 12).
3. Procédé suivant la revendication 2, caractérisé en ce que le poinçon supérieur
de compression (13) a une course sensiblement plus longue que le poinçon inférieur
de compression (10), par exemple dans le rapport de 10:1.
4. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'il consiste,
pour la fabrication d'entretoises de pieds de palette, à exécuter les empreintes latérales
(4) sur des côtés opposés des pieds de palette (2) en saillie et des traverses (3)
reliant ceux-ci.
5. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'il consiste,
pour la fabrication de palettes en une pièce, à former les empreintes latérales seulement
sur les côtés extérieurs des pieds de palette et des traverses inférieures appartenant
à la palette.
6. Procédé suivant l'une des revendications 4 ou 5, caractérisé en ce qu'il consiste
à former les bords des empreintes latérales (4) parallèlement aux bords des pieds
de palette (2) et des traverses inférieures (3).
7. Procédé suivant la revendication 5, caractérisé en ce qu'il consiste à former les
empreintes latérales (4) sur les pieds de palette en une pièce qui peuvent être également
creuses, de manière à ce qu'elles s'étendent suivant la direction de la charge.
8. Procédé suivant la revendication 7, caractérisé en ce qu'il consiste à munir les
empreintes de nervures ou de gorges.
9. Procédé suivant la revendication 7 ou 8, caractérisé en ce que les nervures ou
les gorges ont des hauteurs ou/et des largeurs qui varient.
10. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'il consiste,
pour la fabrication d'entretoises servant de support (38) ou de profilés, à emplir
une chambre entourée de fouloirs de compression (47, 48, 49, 50) de particules mélangées
à de l'agent liant, à mettre d'abord en action sur la masse les fouloirs de compression
(47, 48) associés aux surfaces des membrures et ensuite les fouloirs de compression
(49, 50) associés aux surfaces latérales de l'âme (42) pour une fraction du total
de la compression, puis à effectuer, dans le même ordre, une compression plus poussée
de la masse et enfin à effectuer une compression finale par les fouloirs de compression
(47, 48) agissant sur la membrure (39), et à provoquer ensuite le durcissement de
l'ébauche par action de la chaleur, tout en maintenant toute la pression appliquée.
11. Procédé suivant la revendication 10, caractérisé en ce que les fouloirs de compression
(47, 48), agissant sur les surfaces des membrures (39), compactent la masse de 60%
environ dans une première phase de compression, de 35% environ dans la phase de compression
suivante et de 5% environ de la course totale de compression dans la dernière phase
de compression.
12. Procédé suivant la revendication 10, caractérisé en ce que les fouloirs de compression
(49, 50), agissant sur les surfaces latérales de l'âme (42), compactent la masse dans
la première phase de compression, sur les deux tiers environ et dans la phase de compression
suivante, sur le tiers environ de la course totale de compression.
13. Procédé suivant la revendication 1 ou l'une des suivantes, caractérisé en ce qu'il
consiste à décharger de la pression qui s'y applique les fouloirs de compression (47,
48), agissant sur les surfaces de membrures (39), après leur course de compression,
et avant que les fouloirs de compression (49, 50), agissant sur les surfaces latérales
de l'âme (42), n'exécutent leur course de compression.
14. Presse de moulage pour l'exécution du procédé suivant la revendication 1, dans
laquelle la chambre de compression (9) pour la fabrication d'objets conformés (1)
est entourée de plusieurs poinçons de compression (10, 11, 12, 13) pouvant se déplacer
les uns par rapport aux autres, et munie de dispositifs d'entraînement commandés avec
décalage dans le temps, caractérisée en ce que les poinçons latéraux de compression
(11, 12) présentent des surfaces frontales arrondies (23) et, en leur position de
fin de course, font saillie par des surfaces frontales dans la chambre de compression
(9).
15. Presse suivant la revendication 4, caractérisée en ce que les poinçons latéraux
de compression (11, 12) sont constitués chacun d'une partie intérieure (14) et d'une
partie extérieure (15) de poinçon de compression, qui sont guidées l'une dans l'autre
et qui sont reliées à leur propre dispositif d'entraînement produisant des courses
de longueurs différentes.
16. Presse suivant la revendication 14, caractérisée en ce que les poinçons de compression
(26, 27) dirigés vers les côtés inférieurs de l'objet conformé (1), notamment les
pieds de palette et les traverses inférieures, sont divisés en fonction de leur contour
et sont reliés à des dispositifs d'entraînement produisant des courses de longueurs
différentes.
17. Presse suivant la revendication 14, caractérisée en ce que le poinçon de compression
dirigés vers les côtés inférieurs des palettes en une pièce ou vers les entretoises
de pieds de palette, est ou sont en une seule pièce.
18. Presse suivant l'une des revendications 14, 16 et 17, caractérisée en ce que la
course du poinçon de compression (25) formant le côté supérieur de l'objet conformé
(1), notamment de la palette ou de l'entretoise des pieds de palette, est sensiblement
plus grande que la course du poinçon de compression (26) formant le côté inférieur,
par exemple dans le rapport de 10:1.
19. Poutrelle porteuse (38) constituée de particules végétales, notamment de particules
de bois, mélangées à du liant et comprimées, qui est formée en ayant une section transversale
en forme de I, par des membrures (39) supérieure et inférieure et une âme (40), et
qui présente des surfaces latérales (42) légèrement en retrait par rapport aux membrures
(39), la poutrelle servant de support (38) étant comprimée en une seule pièce et la
texture des particules ayant une conformation, rapportée au sens de charge (45) et
vue en section transversale, d'une manière prépondérante, parallèle (43) à la surface
des membrures dans les deux régions de membrure (39), et incurvée, d'une manière prépondérante
convexe (44) ou concave dans la région de l'âme (40).
20. Poutrelle porteuse servant de support suivant la revendication 19, caractérisée
en ce que l'épaisseur de l'âme correspond à 80 à 90% environ de la largeur des membrures.
21. Poutrelle porteuse suivant la revendication 19 ou 20, caractérisée en ce que l'âme
(40) se transforme, du côté frontal, en un bord (41) correspondant à la largeur des
membrures (39).
22. Poutrelle porteuse suivant la revendication 19, ou l'une des suivantes, caractérisée
en ce qu'elle est constituée en piètement (2) de palette ayant trois pieds (52) en
saillie, et des parties d'entretoisement (53) se trouvant entre eux et en retrait,
en ayant une zone de transition (54) cannelée.
23. Profilé en particules végétales, notamment en particules de bois mélangées à des
agents liants et comprimées, ayant une section transversale qui convient à une utilisation
en tant que poutre ridige à la flexion, par exemple sous forme d'un I, U, Z, L et
similaires, caractérisé en ce que le profilé est comprimé en une seule pièce et en
ce que la texture des particules est conformée de manière prépondérante parallèlement
à la surface des membrures dans la région des membrures (39), et d'une manière prépondérante
parallèlement (43) à la surface extérieure de l'âme (42), dans la région de l'âme
(40) au moins dans les couches extérieures de celle-ci.