[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Fetten und gleichzeitigen Hydrophobieren
von Leder, Pelz und Lederaustauschstoffen nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] In der CH-A-300 953 ist ein solches Verfahren beschrieben, wobei als Mittel zur Durchführung
des Verfahrens eine Stoffgruppe angegeben ist, die durch eine allgemeine Formel repräsentiert
ist. Es wurde festgestellt, daß zahlreiche Verbindungen, die unter diese Formel fallen,
für das Fetten und gleichzeitige Hydrophobieren von Leder nicht oder nur in sehr unbefriedigendem
Ausmaß geeignet sind.
[0003] Es ist Aufgabe der Erfindung, das gattungsgemäße Fettungs- und Hydrophobierverfahren
zu verbassern und spezielle Mittel anzugeben, mit denen sich das Verfahren erfolgreich
durchführen läßt.
[0004] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs
1 gelöst.
[0005] Die nachstehende Beschreibung dient im Zusammenhang mit einigen Beispielen der weiteren
Erläuterung der Erfindung.
[0006] Zur Herstellung der Phosphorsäureester der allgemeinen, im Patentanspruch 1 angegebenen
Formel geht man vorzugsweise in einem ersten Reaktionsschrit von Phosphoroxidchlorid
(POC1
3) und einem Diol X aus, die unter Abspaltung von Chlorwasserstoff kondensiert werden.
Das molVerhältnis Phosphoroxidchlorid zu Diol beträgt 2 zu 1 bis 1.1 zu 1, vorzugsweise
1.5 zu 1. Man erhält durch die Kondensation Verbindungen der allgemeinen Formel (1),
worin z eine ganze Zahl von 1-5 ist.

[0007] Als Diol X kommen infrage lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte,
acyclische Diole mit 2-16, vorzugsweise 2-10 C-Atomen, wie z.B. Butandiol-1.4, Hexandiol-2.5,
Hexandiol-1.6 oder Decandiol-1.10, Buten-2-diol-1.4 oder Hexin-3-diol-2.5, oder cyclische
Diole, wie z.B. Cyclohexandiol-1.4, oder aromatische Diole, wie z.B. Bisphenol A.
Außerdem kann X sein ein Kondensationsprodukt des Ethylenoxids und/ oder des Propylenoxids
und/oder des Butylenoxids mit 2-8 mol Alkylenoxid, wie z.B. Tripropylenglykol oder
Polyethylenglykol 200.
[0008] Die Phosphorverbindung der allgemeinen Formel (1) wird in einem zweiten Reaktionsschritt
unter Chlorwasserstoffabspaltung mit einer Hydroxiverbindung R kondensiert (verestert).
[0009] Als Hydroxiverbindung R kommen infrage lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte
Alkohole mit 12-18 C-Atomen, oder die vorgenannten Alkohole, kondensiert mit 1-6 mol
Alkylenoxid, wie z.B. Oleylalkohol, TaIgfettalkohol, synthetische Alfol-Alkohole,
Isooctadecylalkohol oder Oleylalkohol mit 4 mol Ethylenoxid, ferner Phenole oder Alkylphenole
mit 6-30 C-Atomen, wie z.B. Octylphenol, Nonylphenol, Dinonyphenol, Dodecylphenol,
oder die entsprechenden ethoxilierten Phenole und Alkyphenole (1-12 mol Ethylenoxid).
[0010] Als Hydroxiverbindung R finden auch gesättigte oder ungesättigte Fettsäureester Anwendung,
wobei der Fettsäurerest 8-22 C-Atome enthält und die Ester-Komponente Polyalkylenoxide
mit 1-6 mol Ethylenoxid sind, wie z.B. Talgfettsäure mit 6 mol Ethylenoxid oder Ölsäure,
verestert mit Polyethylenglykol 200, oder es findet ein gesättigtes oder ungesättigtes
Mono- bzw. Diglyzerid einer Fettsäure mit 8-22 C-Atomen pro Fettsäurerest, wie z.B.
Ölsäuremonoglyzerid Anwendung. Auch alkoxilierte, gesättigte oder ungesättigte Fettamine
mit 8-22 C-Atomen pro Alkylrest und kondensiert mit 1-24 mol Alkylenoxid, wie Fettsäuremono-
bzw. dialkanolamide, können verwendet werden. Beispiele hierfür sind Kokosfettamin
mit 12 mol Ethylenoxid, Talgfettsäureamid mit 10 mol Ethylenoxid, Ölsäureamid mit
4 mol Ethylenoxid und Kokosfettsäurediethanolamid.
[0011] In einem dritten Reaktionsschritt werden die noch verbliebenden P-CI-Bindungen des
ursprünglichen Phosphoroxidchlorids (POCI
3) mit einer Base M-OH abneutralisiert.
[0012] M steht für ein Alkalimetallkation, z.B. Na
+, K
+ oder für das Ammonium-lon oder für eine organische, cyclische oder acyclische Ammoniumverbindung,
wie z.B. Cyclohexylammonium-, Triethylammonium- oder Monoethanolammoniumlon.
[0013] Die zur Fettung und Hydrophobierung verwendete wässrige Flotte kann durch Einrühren
des erfindungsgemäß verwendeten Fettungs- und Hydrophobierungsmittels in warmes Wasser
(ca. 50°C; 3 Teile Wasser auf 1 Teil Lederbehandlungsmittel) hergestellt werden. Eine
solche Flotte ist ausreichend stabil und wird zum Lickern (d.h. Behandeln in wässrigem
System) von chromgegerbten oder vegetabil und/oder synthetisch nachgegerbten ledern
verwendet. Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht in der
sehr starken Affinität der angegebenen Fettungs- und Hydrophobierungsmittel zur Faser.
Dies zeigt sich z.B. bei der Extraktion mit Dichlormethan (nach DIN 53306), bei der
das Lederbehandlungsmittel praktisch nicht von der Faser extrahiert werden kann.
[0014] Die Leder, die nach dem beanspruchten Verfahren behandelt werden, zeichnen sich durch
gute Weichheit und Geschmeidigkeit und angenehmen Griff aus.
[0015] Der besondere Vorteil der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren behandelten Leder
liegt in der gleichzeitig erreichten, außergewöhnlich hohen dynamischen Wasserfestigkeit.
Beispiel 1
[0016] In üblicher Weise hergestelltes Chromnarbenleder wird mit 100% Flotte (= Wasser),
1% Farbstoff und 5% Lederbehandlungsmittel gemäß Formel im Patentanspruch 1 praxisgerecht
gelikkert und aufgearbeitet. Die voranstehenden Prozentangaben beziehen sich auf das
Ledergewicht. In der Formel bedeuten dabei X = Hexandiol-1.6, R = Oleylalkohol, M
= Na und z = 2.
[0017] Die erhaltenen Leder sind sehr weich und geschmeidig, besitzen einen trockenen seidigen
Griff und zeigen eine hervorragende dynamische Wasserfestigkeit bei Prüfung auf dem
"Bally-Penetrometer" (gemäß IUP/10; "Das Leder", 1961, 38).
[0018] Wasserdurchtritt nach Minuten: >480 Minuten. Wasseraufnahme nach 480 Minuten: 14%.
Beispiel 2
[0019] Chromnarbenleder wird in üblicher Weise mit 2% eines synthetischen Gerbstoffes nachgegerbt,
gefärbt und mit 5% Lederbehandlungsmittel gemäß Formel im Patentanspruch 1 gelickert.
Die voranstehenden Prozentangaben beziehen sich auf das Ledergewicht. In der Formel
bedeuten dabei X = Ethylenglykol, R = Kokosfettalkohol, M = Ammonium und z = 3.
[0020] Nach praxisgerechter Aufarbeitung wird ein weiches, gleichmäßig gefärbtes Leder mit
großer Wasserfestigkeit erhalten.
[0021] Wasserdurchtritt nach Minuten: >480 Minuten. Wasseraufnahme nach 480 Minuten: 16%.
Beispiel 3
[0022] In bekannter Weise wird Chromnarbenleder mit 20% vegetabilischen Gerbstoffen nachgegerbt
und mit 6% Lederbehandlungsmittel gemäß Formel im Patentanspruch 1 in 100% Flotte
gelickert. Die voranstehenden Prozentangaben beziehen sich auf das Ledergewicht. In
der Formel bedeuten dabei X = Butandiol-1.4, R = Nonylphenolpolyglykolether (5 mol
EO), M = Na und z = 1.
[0023] Nach Aufarbeitung wird ein weiches und sehr wasserfestes Leder erhalten.
[0024] Wasserdurchtritt nach Minuten: >480 Wasseraufnahme nach 480 Minuten: 17%.
[0025] In allen Beispielen werden dem Lederfettungs-und Hydrophobierungsmittel je nach Bedarf
übliche Lederadditive zugefügt, beispielsweise neutrale Lederbehandlungsmittel wie
Öle, Fette, chlorierte Öle und Fette, Chlorparaffine. höhermolekulare Fettalkohole,
Fettsäuren, Fettsäureester sowie Kohlenwasserstoffe, ferner anionische Emulgatoren
beispielsweise sulfierte Kohlenwasserstoffe, sulfierte native Fette oder Öle, oder
sulfierte Fettsäuren und Fettsäureester, und/oder schließlich nichtionogene Emulgatoren,
beispielsweise Fettalkoholethoxilate oder Alkylphenolethoxilate.
1. Verfahren zum Fetten und gleichzeitigen Hydrophobieren von Leder, Pelz und Lederaustauschstoffen,
bei dem das zu fettende und zu hydrophobierende Material in einer wässrigen Flotte
behandelt wird, die ein Fettungs- und Hydrophobierungsmittel enthält, dadurch gekennzeichnet,
daß das Fettungs- und Hydrophobierungsmittel aus einer Verbindung der allgemeinen
Formel

besteht, worin X, R, M und z folgende Bedeutung haben:
X ist ein lineares oder verzweigtes, gesättigtes oder ungesättigtes, cyclisches, acyclisches
oder aromatisches, gegebenenfalls auch Heteroatome enthaltendes Diol mit 2 bis 16
C-Atomen oder ein Kondensationsprodukt des Ethylenoxids und/ oder des Propylenoxids
und/oder des Butylenoxids mit 2 bis 8 mol Alkylenoxid oder ein Gemisch dieser Diole;
R ist eine als Veresterungskomponente dienende Hydroxiverbindung, nämlich ein linearer
oder verzweigter, gesättigter oder ungesättigter Alkohol mit 12 bis 18 C-Atomen,
oder einer dieser Alkohole, kondensiert mit 1 bis 6 mol Alkylenoxid,
oder ein Phenol oder Alkylphenol mit 6 bis 30 C-Atomen,
oder eines dieser Phenole und Alkylphenole, kondensiert mit 1 bis 12 mol Ethylenoxid,
oder ein gesätigter oder ungesättigter Fettsäureester, wobei der Fettsäurerest 8 bis
22 C-Atome enthält und die Esterkomponenten Polyalkylenoxide mit 1 bis 6 mol Ethylenoxid
sind, oder ein gesättigtes oder ungesättigtes Fettsäuremono- bzw. diglyzerid mit 8
bis 22 c-Atomen pro Fettsäurerest,
oder ein gesättigtes oder ungesättigtes, primäres oder sekundäres Fettamin mit 8 bis
22 C-Atomen pro Alkylrest, kondensiert mit 1 bis 24 mol Alkylenoxid,
oder ein gesättigtes oder ungesättigtes Fettsäureamid mit 8 bis 22 C-Atomen, kondensiert
mit 1 bis 24 mol Alkylenoxid;
M ist ein einwertiges Metall-Kation, Ammonium-lon oder eine organische Ammoniumverbindung;
z ist eine ganze Zahl von 1 bis 5.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem Fettungs- und Hydrophobierungsmittel
neutrale Lederbehandlungsmittel wie z.B. Öle, Fette, chlorierte Öle und Fette, Chlorparaffine,
höhermolekulare Fettalkohole, Fettsäuren und Fettsäureester sowie Kohlenwasserstoffe
beigegeben werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Fettungs- und
Hydrophobierungsmittel zusätzlich anionische Emulgatoren, insbesondere sulfierte Kohlenwasserstoffe,
sulfierte native Fette oder Öle oder sulfierte Fettsäuren und Fettsäureester beigegeben
werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß dem Fettungs-
und Hydrophobierungsmittel zusätzflich nichtionogene Emulgatoren, insbesondere Fettalkoholethoxilate
oder Alkylphenolethoxilate beigegeben werden.
1. Procédé de graissage et d'hydrofugation simultanés des cuirs, fourrures et succédanés
de cuir, selon lequel la matière à graisser et à rendre hydrofuge est traitée dans
un bain aqueux qui contient un agent de graissage et d'hydrofugation, caractérisé
en ce que l'agent de graissage et d'hydrofugation est constitué par un composé de
formule générale

dans laquelle les lettres X, R, M et z ont les significations suivantes:
X est un diol avec 2 à 16 atomes de C, linéaire ou ramifié, saturé ou insaturé, cyclique,
acyclique ou aromatique, contenant éventuellement aussi des hétéroatomes, ou un produit
de condensation de l'oxyde d'éthylène et/ou de l'oxyde de propylène et/ou de l'oxyde
de butylène avec 2 à 8 moles d'oxyde d'alkylène, ou bien un mélange de ces diols;
R est un composé hydroxylé servant de composant d'estérification, à savoir un alcool
linéaire ou ramifié, saturé, ou insaturé, avec 12 à 18 atomes de C,
ou bien l'un de ces alcools condensé avec 1 à 6 moles d'un oxyde d'alkylène,
ou bien un phénol ou alkylphénol avec 6 à 30 atomes de C,
ou bien un de ces phénols et alkylphénols, condensé avec 1 à 12 moles d'oxyde d'éthylène
ou un ester d'acide gras saturé ou insaturé, le radical acide contenant 6 à 22 atomes
de C et les composants d'estérification étant des oxydes de polyalkylènes avec 1 à
6 moles d'oxyde d'éthylène, ou une monoglycéride ou diglycéride d'acide gras saturé
ou insaturé avec 8 à 22 atomes de C par radical d'acide gras,
ou bien une amine grasse primaire ou secondaire, saturée ou insaturée avec 8 à 22
atomes de C par radical alkyle, condensée avec 1 à 24 moles d'oxyde d'alkylène,
ou bien un amide d'acide gras, saturé ou insaturé, avec 8 à 22 atomes de C, condensé
avec 1 à 24 moles d'oxyde d'alkylène;
M est un cation métallique monovalent, un ion ammonium ou un composé ammonique organique;
z est un nombre entier de 1 à 5.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on ajoute à l'agent de graissage
et d'hydrofugation des produits neutres de traitement du cuir, tels que par exemple
des huiles, des graisses, des huiles et graisses chlorées, de la paraffine chlorée,
des alcools gras à poids moléculaire élevé, des acides gras et des esters d'acides
gras ainsi que des hydrocarbures.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'on ajoute en supplément
à l'agent de graissage et d'hydrofugation des émulsifiants anioniques, en particulier
des hydrocarbures sulfurés, des graisses ou huiles naturelles sulfurées natives ou
des acides gras sulfurés et des esters d'acides gras sulfurés.
4. Procédé selon la revendication 1, 2 ou 3, caractérisé en ce qu'on ajoute en supplément
à l'agent de graissage et d'hydrofugation des émulsifiants non idnogènes, en particulier
des éthoxy- lates d'alcools gras ou des alkylphénoléthoxy- lates.
1. A method of stuffing and at the same time water-proofing leather, fleece and leather
substitutes whereby the material to be stuffed and waterproofed is treated in an aqueous
liquor which contains a stuffing and waterproofing agent, characterised in that the
stuffing and waterproofing agent consists in a compound of general formula

wherein X, R, M and z have the following meanings:-
X is a straight or branched, saturated or unsaturated, cyclic, acyclic or aromatic,
possibly also heteroatom, containing diol with 2 to 16 carbon atoms or a condensation
product of ethylene oxide and/or propylene oxide and/or butylene oxide with 2 to 6
moles alkylene oxide or a mixture of said diols;
R is a hydroxy compound acting as an esterification compound, i.e. a straight or branched,
saturated or unsaturated alcohol with 12 to 18 carbon atoms,
or one of said alcohols, condensed with 1 to 6 mols alkylene oxide,
or a phenol or alkyl phenol with 6 to 30 carbon atoms,
or one of said phenols and alkyl phenols, condensed with 1 to 12 moles ethylene oxide,
or a saturated or unsaturated fatty acid ester, the fatty acid radical containing
8 to 22 carbon atoms and the ester components being polyalkylene oxides with 1 to
6 mols ethylene oxide, or a saturated or unsaturated fatty acid mono- or diglyceride
with 8 to 22 carbon atoms per fatty acid radical, or a saturated or unsaturated, primary
or secondary fatty amine with 8 to 22 carbon atoms per alkyl radical, condensed with
1 to 24 mols alkylene oxide,
or a saturated or unsaturated fatty acid amide with 8 to 22 carbon atoms, condensed
with 1 to 24 mols alkylene oxide;
M is a monovalent metal cation, ammonium ion or an organic ammonium compound;
z is an integer from 1 to 5.
2. A method according to Claim 1, characterised in that neutral leather treatment
agents such as, e.g. oils, fats, chlorinated oils and fats, chloroparaffins, higher
molecular fatty alcohols, fatty acids and fatty acid esters, as well as hydrocarbons
are added to the stuffing and waterproofing agent.
3. A method according to Claim 1 or 2, characterised in that anionic emulsifiers,
particularly sulphided hydrocarbons, sulphided true fats or oils or sulphided fatty
acids and fatty acid esters are also added to the stuffing and waterproofing agent.
4. A method according to Claims 1, 2 or 3, characterised in that nonionogenic emulsifiers,
particularly fatty alcohol ethoxylates or alkyl phenol oxylates are subsequently added
to the stuffing and waterproofing agent.