[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Mikrowellenantenne bestehend aus einer exzentrischen
Parabolkalotte mit einem einen Hornstrahler enthaltenden Speisesystem.
[0002] Zur Erhöhung der Frequenzökonomie werden große Nachrichtenbündel im allgemeinen simultan
auf zwei orthogonalen Polarisationen übertragen. Um eine hohe Übertragungsqualität
sicherzustellen, kommen in diesem Fall wegen ihrer guten Winkel- und Reflexionsdämpfung
exzentrische Parabolantennen wie Hornparabol- oder sogenannte Muschelantennen (vgl.
A. Heilmann: Antennen, 3. Teil, Bibliographisches Institut, 1970, S. 94, 95) zum Einsatz.
Nachteilig bei diesen Antennen ist, daß sie eine hohe Kreuzpolarisation aufweisen.
Die im Strahlungsdiagramm der Fig. 1 strichpunktiert gezeichneten Höcker neben der
scharfen Nullstelle in Hauptstrahlrichtung ( θ= 0°) geben die Kreuzpolarisationskomponente
der Strahlung wieder.
[0003] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Mikrowellenantenne der eingangs
genannten Art anzugeben, die im Strahlungsdiagramm eine möglichst geringe Kreuzpolarisationskomponente
aufweist.
[0004] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Hornstrahler die Parabolkalotte
über einen Hilfsreflektor ausleuchtet, wobei die vom Hilfsreflektor ausgehende Strahlung
der einer solchen Huygensschen Quelle entspricht, deren Achse mit der Brennachse der
Parabolkalotte zusammenfällt.
[0005] Zweckmäßige Ausführungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.
[0006] Die erfindungsgemäßen Maßnahmen ermöglichen es, eine exzentrische Parabolantenne
mit sehr geringer Kreuzpolarisation in kompakter Bauform zu realisieren.
[0007] Anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels wird nun die Erfindung
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1a eine Huygenssche Quelle,
Fig. 1b die Abbildung der kreisförmigen Feldlinien der Huygensschen Quelle in einer
planaren Projektionsebene,
Fig. 2 eine exzentrische Parabolkalotte mit einem Speisesystem in der Seitenansicht
und
Fig. 3 das Strahlungsdiagramm einer exzentrischen Parabolkalotte.
[0008] Die ungewünschte Kreuzpolarisationskomponente im Strahlungsdiagramm einer exzentrischen
Parabolantenne verschwindet im Idealfall, wenn es gelingt, dem vom Speisesystem ausgehenden
Strahlungsfeld eine solche Form zu verleihen, daß es nach der Reflexion am Parabolspiegel
in ein exakt ebenes Feld umgewandelt wird. Dieser Forderung kommt man am nächsten,
wenn man dem Parabolspiegel das Strahlungsfeld einer Huygensschen Quelle anbietet.
[0009] Die Fig. 1a zeigt eine solche Huygenssche Quelle. Ihr Charakteristikum ist, daß alle
Feldlinien auf einer Kugeloberfläche liegende Kleinkreise bilden, die alle einen gemeinsamen
Punkt, den Huygenspunkt HP, tangieren. Richtet man eine Huygenssche Quelle in der
Weise auf einen Parabolspiegel aus, daß ihre Achse HA (das ist die Gerade durch den
Huygenspunkt und den Mittelpunkt der kugelförmigen Quelle) mit der Brennachse des
Parabols zusammenfällt, so wird die Strahlung der Huygensschen Quelle nach der Reflexion
am Parabolspiegel in ein ebenes Strahlungsfeld, wie es die Fig. 1b zeigt, in der Aperturebene
umgewandelt. Auf den mathematischen Nachweis,
daß bei einer derartigen Abbildung die auf einer Kugeloberfläche liegenden Kleinkreise
in horizontale und vertikale Geraden übergehen, soll hier verzichtet werden. Es sei
in dem Zusammenhang auf die Theorie der konformen Abbildungen verwiesen.
[0010] Bei den vorangehenden Ausführungen bezüglich der überführung eines Huygensschen Strahlungsfeldes
in ein ebenes Strahlungsfeld ist von einem vollständigen zentrischen Paraboloid als
Reflektor ausgegangen worden.
[0011] Nun soll aber für eine exzentrische Parabolkalotte eine Strahlungsquelle angegeben
werden, deren Feld ebenfalls nach der Reflexion in der Aperturebene der Parabolkalotte
in ein möglichst ebenes Feld transformiert wird, um die Kreuzpolarisationskomponente
des Feldes zu vermindern.
[0012] Die Fig. 2 zeigt eine Parabolkalotte 1 mit einem Speisesystem 2, das die oben gestellte
Forderung sehr gut erfüllt. Um die Bauform des Speisesystems 2 deutlicher darzustellen,
ist es gegenüber der Kalotte 1 stark vergrößert gezeichnet worden.
[0013] Das Speisesystem 2 besteht aus einem Hornstrahler 3 und einem damit mechanisch verbundenen
Hilfsreflektor 4, der die Form eines Ellipsoidausschnitts hat. Und zwar ist der Ellipsoidausschnitt
4 einesteils durch die auf den Ellipsoidrand aufgesetzte Hornwand und andernteils
durch einen auch auf den Ellipsoidrand aufgesetzten, sich mit dem Horn verschneidenden
Kegelstumpf 5 seitlich völlig abgeschirmt. Durch die öffnung 6 dieses Kegelstumpfes
tritt das Strahlenbündel aus dem Speisesystem aus und gelangt auf die Parabolkalotte
1. Der Ellipsoid-Hilfreflektor 4 ist zum Hornstrahler 3 und zur Parabolkalotte 1 so
ausgerichtet, daß sein erster Brennpunkt F1 auf der Hornachse liegt und sein zweiter
Brennpunkt F2 mit dem der Parabolkalotte zusammenfällt. Es ist weiterhin wichtig,
den Ellipsoidausschnitt so zu dimensionieren, daß ein in der Hornachse liegender Strahl
a nach der Reflexion am Hilfsreflektor 4 und nach der anschließenden Reflexion an
der Parabolkalotte 1 auf die Aperturmitte der Kalotte trifft. Außerdem sind das Horn
und der Hilfsreflektor so zu bemessen, daß die äußersten, sich im Brennpunkt F1 schneidenden
Randstrahlen b und c des aus dem Speisesystem austretenden Strahlenbündels einen Winkel
einschließen, der einen durch die Kalottenabmessungen festgelegten maximalen Strahlaufweitungswinkel
nicht überschreitet. Diesem Winkel
9 entsprechend ist auch die Größe der Strahlaustrittsöffnung 6 des Speisesystems zu
wählen. Ihr Durchmesser d hängt von dem Strahlaufweitungswinkel u und der Betriebswellenlänge
λ in folgender Weise
ab: d = 120°...150°.λ.
[0014] Ein Zusammenhang zwischen dem Winkel
u, den der unterste Randstrahl c mit der Brennachse PBA der Parabolkalotte einschließt,
dem Winkel Qo, den der oberste Randstrahl b mit der Paraboloidbrennachse PBA einschließt,
dem halben Aufweitungswinkel
7 des Horns, dem Neigungswinkel γ
m der Hornachse gegenüber der die beiden Brennpunkte F1 und F2 verbindenden Brennachse
EPA des Ellipsoidausschnitts und dem Winkel a zwischen der Ellipsoidbrennachse EPA
und der Paraboloidbrennachse PBA ist durch die zwei Beziehungen


gegeben.
[0016] Dabei ergibt sich ein Winkel Q
m zwischen der Brennachse PBA der Parabolkalotte und dem mittleren Strahl a von etwa
60°. Der Durchmesser d der Strahlaustrittsöffnung 6 des hier zugrundeliegenden Speisesystems
beträgt etwa 1,2...1,5X. Es kann als Hilsfreflektor ein Ellipsoidausschnitt eingesetzt
werden, dessen Abstand der beiden Brennpunkte F1 und F2 im Bereich von 6...10γ liegt.
[0017] Das in der Fig. 3 dargestellte Strahlungsdiagramm zeigt eine deutliche Verbesserung
der erfindungsgemäßen exzentrischen Parabolantenne gegenüber herkömmlichen exzentrischen
Parabolantennen bezüglich der Kreuzpolarisationskomponente. Dort ist mit x das kopolarisierte
Feld, mit y das kreuzpolarisierte Feld einer bekannten Antenne und mit z das kreuzpolarisierte
Feld einer erfindungsgemäßen Antenne gekennzeichnet, das um ungefähr 20 dB gegenüber
der sonst auftretenden Kreuzpolarisationskomponente y verringert ist.
1. Mikrcwellenantenne bestehend aus einer exzentrischen Parabolkalotte mit einem einen
Hornstrahler enthaltenden Speisesystem, dadarch gekennzeichne', das der Hornstrahler
(3) die Parabolkalotte (1) über einen Hilfsreflektor (4) ausleuchtet, wobei die vom
Hilfsreflektor ausgehende Strahlung der einer solchen Huygensschen Quelle entspricht,
deren Achse mit der Brennachse (PBA) der Parabolkalotte zusammenfällt.
2. Mikrowellenantenne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Hornstrahler
(3) ein Rillenhorn ist.
3. Mikrowellenantenne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Hilfsreflektor
(4) der Ausschnitt eines Ellipsoids ist, dessen einer Brennpunkt (F1) auf der Achse
des Hornstrahlers (3) liegt und dessen zweiter Brennpunkt (F2) mit dem der Parabolkalotte
(1) zusammenfällt.
4. Mikrowellenantenne nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausschnitt
(4) des Ellipsoids derart bemessen und so auf die Parabolkalotte (1) ausgerichtet
ist, daß ein in der Hornachse liegender Strahl (a) nach der Reflexion am Ellipsoidausschnitt
(4) und nach anschließender Reflexion an der Parabolkalotte (1) auf die Aperturmitte
dieser Parabolkalotte trifft.
5. Mikrowellenantenne nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Ellipsoidausschnitt (4) seitlich abgeschirmt ist einesteils durch die auf
den Ellipsoidrand aufgesetzte Hornwand und andernteils durch einen auf den Ellipsoidrand
aufgesetzten, sich mit den Horn verschneidenden Kegelstumpf (5), dessen Öffnung (6)
in der Nähe des zweiten Brennpunktes (F2) liegt und die Austrittsöffnung für das auf
die Parabolkalotte (1) gerichtete Strahlenbündel darstellt.
6. Mikrowellenantenne nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Austrittsöffnung
(6) des Speisesystems (2) 120°...150° einen Durchmesser d =

. λ besitzt, wobei der maximale Aufweitungswinkel des die Parabolkalotte ausleuchtenden
Strahlenbündels ist.