[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur elektrochemischen Aufrauhung
von platten-, folien- oder bandförmigem Material aus Aluminium und dessen Verwendung
als Trägermaterial für Offsetdruckplatten.
[0002] Ein seit langem bekanntes Verfahren zur Herstellung von Offsetdruckformen aus Druckplatten
besteht darin, daß eine als Trägermaterial dienende Aluminiumplatte mit einem für
spätere Druckzwecke geeigneten strahlungsempfindlichen Gemisch beschichtet, diese
Schicht danach durch eine Vorlage belichtet und schließlich entwickelt wird. Die nach
dem Entwickeln verbleibenden oleophilen Bildstellen nehmen Druckfarbe an und übertragen
sie während des Druckvorgangs, wogegen die beim Entwickeln freigelegte Oberfläche
die hydrophilen Nichtbildstellen bildet, die beim Drucken Wasser oder wäßrige Lösungen
annehmen und so die fetten Druckfarben abstoßen. Es ist gleichfalls seit langem bekannt,
daß die mit einer Druckform zu erzielende Auflagenhöhe erheblich gesteigert werden
kann, wenn man die Oberfläche des Aluminiumträgers entweder mechanisch, z. B. mit
Drahtbürsten oder feinteiligen Aufschlämmungen, und/oder elektrochemisch in wäßrigen
Säure- oder Salzlösungen, wie z. B. Salpetersäure oder Salzsäure, aufrauht.
[0003] Das elektrochemische Aufrauhen von Aluminium hat gegenüber dem mechanischen Aufrauhen
zahlreiche Vorteile. Für bestimmte Anwendungszwecke ist eine sehr feine und gleichmäßige
Aufrauhung erwünscht, insbesondere wenn das Aluminium als Trägermaterial für Offsetdruckplatten
verwendet werden soll. Eine feine und gleichmäßige Aufrauhung kann man in einem Elektrolyten
erreichen, der aus einer wäßrigen Salzsäurelösung besteht, wobei allerdings die Stromdichte
ganz gering gehalten werden muß, wenn keine Narbenbildung der
Aluminiumoberfläche hervorgerufen werden soll, und infolge der geringen Stromdichte
dauert der Aufrauhungsvorgang relativ lange. Aus dem Stand der Technik, beispielsweise
aus den US-A 3 980 539, 3 072 546, 3 073 765, 3 085 950, 3 935 080, 3 963 594 und
4 052 275, ist das elektrochemische Aufrauhen von Aluminiumplatten mit Salzsäure oder
Salpetersäure bekannt: Ein Problem bei dieser Art der Aufrauhung ist die durch die
Elektrolyse bewirkte Tendenz zur Narbenbildung auf der Aluminiumoberfläche. Für die
Herstellung von Offsetdruckplatten ist das ein Nachteil, da solche schwerwiegenden
Unregelmäßigkeiten der Oberfläche zu einer ungleichmäßigen Haftung von später aufgetragenen
Beschichtungen und zu einem ungenügenden Gleichgewicht Druckfarbe/Wasser während des
Druckvorganges führen. Auch die aus der DE-B 21 49 899 (Zusatz von Borsäure oder Boraten
zu HCl und/oder HN0
3 enthaltenden Bädern) oder der DE-B 22 18 471 (Zusatz von Aminen, Aldehyden, Amiden,
Harnstoff, Chromsäure oder nichtionogenen Tensiden zu HCl) bekannten Zusätze zu den
Säuren führen noch nicht zu Oberflächen, die insbesondere für die Anforderungen auf
dem Druckplattengebiet ausreichend sind, dies gilt insbesondere bei höheren Konzentrationen
der Basissäuren.
[0004] Auch die aus den folgenden Druckschriften bekannten Zusätze haben bisher noch nicht
zum Erfolg geführt, dies gilt insbesondere dann, wenn statt der Aluminiumtypen mit
einem Gehalt von mehr als 99,5 Gew.-% Al (z. B. "Reinaluminium") auch solche mit niedrigem
Aluminiumgehalt (beispielsweise von 99,0 Gew.-% und weniger wie die Typen "3003" oder
"A-19") eingesetzt werden sollen; gerade bei diesen Typen kommt es bei Einsatz der
bekannten Verfahren nämlich oftmals zu einer störenden Schmant- und/oder Narbenbildung.
[0005] In der DE-B 26 50 762 (= US-A 4 087 341) wird ein Verfahren zur elektrochemisch Aufrauhung
von Aluminiumträgern für lithographische Druckplatten beschrieben, in dem ein Wechselstrom
einer speziellen Stromform (bezüglich des Verhältnisses kathodischer Strom zu anodischem
Strom und kathodischer Halbperiodenzeit und anodischer Halbperiodenzeit) eingesetzt
wird. Die Elektrolyten sind entweder wäßrige Salzsäurelösungen, gegebenenfalls mit
einem inhibierenden oder stabilisierenden Zusatz, oder wäßrige Salpetersäurelösungen
mit Zusätzen wie Nitraten, Aminen, Diaminen, Aldehyden, Komplexbildnern wie Ethylendiamintetraacetat
oder Säuren wie Phosphorsäure, Chromsäure und Sulfosalicylsäure.
[0006] Aus der DE-A 28 16 307 (= US-A 4 172 772) ist ein Verfahren zur elektrochemischen
Aufrauhung von Aluminiumträgern für Druckplatten bekannt, in dem ein Elektrolyt auf
der Basis einer verdünnten Salzsäurelösung mit einem Gehalt an einer Alkansäure von
C
i bis C
4 (insbesondere Essigsäure) eingesetzt wird.
[0007] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, einen Aluminiumträger mit einer fein aufgerauhten,
im wesentlichen narbenfreien Oberfläche vorzuschlagen, auf der insbesondere strahlungsempfindliche
Beschichtungen fest haften, von der sich jedoch die Teile der Schicht, welche die
späteren Nichtbildstellen der Druckplatte bedecken, beim Entwickeln entfernen lassen.
Die Oberfläche des Aluminiumträgers soll sich ferner beim Drucken ausreichend mit
wäßrigen Lösungen benetzen lassen, so daß fette Druckfarben nicht auf ihr haften können.
Insbesondere soll dieses Verfahren für den Einsatz von Aluminiumlegierungen mit einem
Gehalt von weniger als 99,5 % an Al geeignet sein.
[0008] Die Erfindung geht aus von dem bekannten Verfahren zur elektrochemischen Aufrauhung
von platten-, folien-oder bandförmigem Material aus Aluminium oder seinen Legierungen
in einem wäßrigen Elektrolyten auf der Basis von Salpetersäure und mindestens einem
weiteren Zusatz. Das erfindungsgemäße Verfahren ist dann dadurch gekennzeichnet, daß
als Zusatz Oxalsäure eingesetzt wird.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren umfaßt demnach eine elektrochemische Behandlung von
Aluminium in einer wäßrigen Elektrolytlösung, die Salpetersäure und Oxalsäure in ausreichender
Menge enthält, um eine feine, gleichmäßige und im wesentlichen narbenfreie Aufrauhung
zu erzeugen. Die jeweilige optimale Konzentration von Salpetersäure und Oxalsäure
ist von verschiedenen Faktoren, wie z. B. der Stromdichte, der Temperatur des Elektrolyten
und den Eigenschaften des aufzurauhenden Aluminiumerzeugnisses, abhängig und kann
durch wenige einfache Versuche leicht ermittelt werden. Der wäßrige Elektrolyt kann
gegebenenfalls auch noch Borsäure, Aluminiumnitrat und/oder H
20
2 enthalten. Die Konzentration des wäßrigen Elektrolyten an Salpetersäure liegt im
allgemeinen bei 3 bis 20 g/l, insbesondere bei 8 bis 20 g/1 und vorzugsweise bei 10
bis 15 g/l. Bei Mengen über 20 g/l ist kein wesentlicher Unterschied in der Aufrauhung
mehr festzustellen, bis die Aufrauhwirkung dann bei etwa 500 g/l abzunehmen beginnt.
Die Oxalsäure ist im allgemeinen in einer Konzentration von 1 bis 80 g/l, insbesondere
von 5 bis 45 g/l, bevorzugt von 8 bis 20 g/1 im Elektrolyt vorhanden. Falls Borsäure
zugesetzt wird, nimmt man im allgemeinen 1 g/l bis zum Sättigungspunkt des Elektrolyten
an dieser Säure, insbesondere jedoch 5 bis 15 g/l, bevorzugt 8 bis 12 g/l. Der Anteil
an Wasserstoffperoxid liegt - sofern es zugesetzt wird - in der Regel bei einer Konzentration
von 1 bis 60 g/l, insbesondere bei 10 bis 30 g/1 und bevorzugt bei 15 bis 20 g/l.
Wenn auch noch Aluminiumnitrat zugesetzt wird, kann dessen
Kon- zentration in etwa dem Sättigungspunkt der Lösung an diesem Salz entsprechen,
sie beträgt insbesondere 65 bis 70 g/l, bevorzugt etwa 65 g/l.
[0010] Die Stromdichte liegt bei dem erfindungsgemäßen Verfahren, das diskontinuierlich,
aber auch kontinuierlich durchgeführt werden kann, im allgemeinen bei 30 bis 120 A/dm
2, insbesondere bei 45 bis 80 A/dm
2 und bevorzugt bei 45 bis 60 A/dm
2. Die Aufrauhzeit liegt zwischen 20 und 180 s, insbesondere zwischen 20 und 90 s und
bevorzugt zwischen 20 und 60 s.
[0011] Die Aluminiumoberfläche und die im allgemeinen aus Graphit, Chrom oder Blei bestehende
inerte Elektrode sind vorzugsweise im Abstand bis zu 1,5 cm, insbesondere zwischen
1 und 1,5 cm, zueinander geordnet. Für den Aufrauhungsprozeß ist vor allem Wechselstrom
geeignet, wobei eine Frequenz über etwa 55 Hz den besten Aufrauhungseffekt ergibt.
Am günstigsten liegt die Frequenz zwischen 60 und etwa 300 Hz.
[0012] Im erfindungsgemäßen Verfahren können grundsätzlich als aufzurauhende Materialien
beispielsweise solche mit einem Aluminiumgehalt von > 99,5, von 99,2, von > 98,5 oder
von 98,3 % eingesetzt werden, die als Beimengungen Fe,•Si, Cu und gegebenenfalls Zn,
Ti, Mn und/oder Mg enthalten; diese werden beispielsweise mit der Bezeichnung "Reinaluminium",
"1100", "3003" oder "A-19" gehandelt. Die Stärke dieser Materialien liegt im allgemeinen
im Bereich von etwa 0,1 bis 0,65 mm. Bevorzugt wird das Verfahren jedoch für solche
Legierungen mit einem Gehalt von weniger als 99,5 % an Al, insbesondere von weniger
als 99,0 % an Al, wie beispielsweise dem Typ "3003", bei dem eine gleichmäßig aufgerauhte
Oberfläche im wesentlichen ohne Lochfraß (Narben) erreicht werden kann, was mit den
bisherigen Elektrolyten bzw. Elektrolytzusätzen noch nicht bekannt war. Gerade diese
Aluminiumlegierung hat bisher - vermutlich wegen ihres Mn-Gehalts - größere Schwierigkeiten
bereitet, weil sich während der Aufrauhung ein Schmantfilm - vermutlich aus einem
Manganoxidhydrat - bildet; dies tritt im erfindungsgemäßen Verfahren nicht mehr auf.
[0013] Wenn eine Platte aus walzblanker Aluminiumlegierung in
Offsetqualität (beispielsweise die Typen "3003" oder "1100" der Firma Alcoa oder die
Type "A-19" der Firma
Conalco), insbesondere "3003" unter den obengenannten Bedingungen nur in wäßriger Salpetersäure
elektrolytisch aufgerauht wird, weist die Oberfläche nach der Behandlung beispielsweise
einen um etwa 40 % vergrößerten Flächeninhalt auf. Die Oberfläche ist verhältnismäßig
eben und so weich, daß die Platte durch Anodisieren gehärtet werden muß, bevor sie
zum Drucken eingesetzt werden kann. Dagegen zeigt eine aufgerauhte Platte, deren wäßriger
Aufrauhelektrolyt beispielsweise 13 g/l an Salpetersäure, 20 g/1 an Oxalsäure und
65 g/1 an Aluminiumnitrat enthält, einen gegenüber der walzblanken Platte um etwa
250 % vergrößerten Flächeninhalt. Zur Verbesserung der Oberflächenhärte und damit
zur Steigerung der Druckauflage kann die Platte gegebenenfalls noch anodisch oxidiert
werden, dies ist aber nicht erforderlich.
[0014] Wird eine Platte in einem wäßrigen Elektrolyten, der 13 g/1 Salpetersäure, 20 g/1
Oxalsäure und 10 g/l Borsäure enthält, aufgerauht, so nimmt der Flächeninhalt ihrer
Oberfläche, verglichen mit dem von walzblankem Aluminium, ebenfalls um etwa 625 %
zu. Die Oberfläche zeigt eine äußerst feine Porenstruktur, wobei die Porenwandungen
verhältnismäßig dick sind. Eine anodische Oxidation ist nicht mehr zwingend eforderlich.
[0015] Es wird angenommen, daß im Verlauf des Aufrauhungsprozesses das Aluminium mit der
Salpetersäure reagiert, wobei Aluminiumnitrat entsteht. Um die während des beispielsweise
kontinuierlich durchgeführten Verfahrens vorhandene Menge an Aluminiumnitrat zu stabilisieren,
wird dem wäßrigen Elektrolyten vorteilhafterweise von vornherein Aluminiumnitrat zugesetzt.
Am besten ist Aluminiumnitrat bereits bis zum Sättigungspunkt der Lösung an diesem
Salz im Elektrolyten enthalten, so daß während des Verfahrens gebildetes zusätzliches
Aluminiumnitrat sich lediglich auf dem Boden Elektrolytgefäßes niederschlägt, während
die Konzentration der Lösung an diesem Salz verhältnismäßig konstant bleibt.
[0016] Nach dem elektrochemischen Aufrauhen kann die Platte gegebenenfalls noch anodisch
oxidiert werden, beispielsweise in einem wäßrigen Elektrolyten, der Schwefel- und/oder
Phosphorsäure enthält.
[0017] Bei der bevorzugten Verwendung des nach dem erfindungsgemäßen Verfahren aufgerauhten
Aluminiums bei der Herstellung von Offsetdruckplatten ist es von Vorteil, die aufgerauhte
bzw. die aufgerauhte und anodisch oxidierte Platte vor dem Auftragen der lichtempfindlichen
Beschichtung einer hydrophilierenden Zwischenbehandlung zu unterziehen. Solche Zwischenbehandlungen
haben u. a. den Zweck, eine bessere Oberflächenhaftung der Beschichtung herbeizuführen
und die Aluminiumoberfläche verstärkt hydrophil zu machen, dazu werden beispielsweise
Polyvinylphosphonsäure, Natriumsilikat oder Alkalizirkoniumfluoride eingesetzt. Für
den Offsetdruck geeignete strahlungsempfindliche Verbindungen für die strahlungsempfindlichen
Beschichtungen sind beispielsweise die bekannten aromatischen Diazoniumsalze, Chinondiazide
und photopolymerisierbaren Verbindungen. Diese werden gewöhnlich mit Harzen versetzt,
um die Druckauflage der Platte zu erhöhen. Zu diesen Harzen zählen beispielsweise
Polyurethane und Phenolformaldehydharze sowie viele andere bekannte Harze.
[0018] Die Prozentangaben in den nachfolgenden Beispielen sind auf das Gewicht bezogen.
Vergleichsbeispiel V1
[0019] Eine Platte aus der Aluminiumlegierung "1100" wird mit einer herkömmlichen alkalischen
Entfettungslösung behandelt und dann in eine 1,5 %ige wäßrige Salpeterlösung eingetaucht.
Durch ein System, in dem das Aluminium die eine Elektrode und eine Bleiplatte die
andere Elektrode bilden, wird Wechselstrom einer Frequenz von 60 Hz geleitet. Die
Elektroden sind im Abstand von 1,0 cm zueinander angeordnet, und es wird eine Stromdichte
von 45
A/dm
2 für die Dauer von 60 s angewandt. Die entstehende aufgerauhte Oberfläche wird mit
dem Raster-Elektronenmikroskop bei 1000-, 2000- und 5000facher Vergrößerung untersucht.
Dabei zeigt sich, daß sie zwar vollständig, aber sehr ungleichmäßig aufgerauht worden
ist. Es sind Bereiche mit ausgedehnter, unerwünschter Narbenbildung vorhanden, an
die gleichmäßigere Bereiche angrenzen, die jedoch Narben mit unterschiedlichem Durchmesser
aufweisen. Der Flächeninhalt dieser Oberfläche ist um 40 % größer als beim unbehandelten
Aluminium. Für den Qualitätsdruck ist eine solche Oberfläche ungeeignet.
Vergleichsbeispiel V2
[0020] Eine Platte aus der Aluminiumlegierung "3003" wird nach den Angaben des Vergleichsbeispiels
Vl behandelt. Die Ergebnisse sind ähnlich, d. h. unter dem Raster-Elektronenmikroskop
ist eine ausgedehnte Narbenbildung zu erkennen.
Vergleichsbeispiel V3
[0021] Eine Platte aus der Aluminiumlegierung "A-19" wird nach den Angaben des Vergleichsbeispiels
V1 behandelt. Man erhält ähnliche Ergebnisse, wobei allerdings hier die Narbenbildung
ausgedehnter und auffälliger ist.
Vergleichsbeispiel V4
[0022] Eine Platte aus der Aluminiumlegierung "1100" wird mit einer herkömmlichen alkalischen
Entfettungslösung behandelt und anschließend in eine wäßrige Lösung mit einem Gehalt
von 1,5 % an Salpetersäure und von 6,5 % an Aluminiumnitrat eingetaucht. Durch ein
System, in dem das Aluminium die eine Elektrode und eine Bleiplatte die andere Elektrode
bilden, wird Wechselstrom geleitet. Die Elektroden sind im Abstand von 1,0 cm zueinander
angeordnet, und es wird eine Stromdichte von 45 A/dm
2 für die Dauer von 60 s angewandt. Bei der Untersuchung unter dem Raster-Elektronenmikroskop
erweist sich die Probe als einigermaßen gleichmäßig aufgerauht. Die Oberfläche ist
eben und hat Löcher von unterschiedlicher Größe mit ziemlich dünnen Wandungen. Es
sind Anzeichen einer Narbenbildung vorhanden, gegenüber unbehandeltem Aluminium wird
ein um 45 % vergrößerter Flächeninhalt gemessen. Wegen der Brüchigkeit der Löcher
muß diese Oberfläche anodisch oxidiert werden, wenn man ein annehmbares Druckverhalten
erzielen will.
Vergleichsbeispiel V5
[0023] Eine Platte aus der Aluminiumlegierung "3003" wird nach den Angaben des Vergleichsbeispiels
V4 behandelt. Die Ergebnisse sind ähnlich, d.h. es treten Löcher von unterschiedlicher
Größe sowie Narbenbildung auf.
Vergleichsbeispiel V6
[0024] Eine Platte aus der Aluminiumlegierung "A-19" wird nach den Angaben des Vergleichsbeispiels
V4 behandelt. Die Oberfläche ist äußerst mangelhaft, 5 da sie eine ungleichmäßige
Lochgröße hat und darüber hinaus einige nicht aufgerauhte Bereiche und starke Narbenbildung
aufweist.
Beispiel 1
[0025] Eine Platte aus der Aluminiumlegierung "1100" wird mit einer herkömmlichen alkalischen
Entfettungslösung behandelt und anschließend in eine wäßrige Lösung mit einem Gehalt
von 1,5 % an Salpetersäure, 6,5 % an Aluminiumnitrat und 3,0 % an Oxalsäure eingetaucht.
Durch ein System, in dem die Aluminiumprobe die eine Elektrode und eine Bleiplatte
die andere Elektrode bilden, wird Wechselstrom geleitet. Die Elektroden sind im Abstand
von 1,0 cm zueinander angeordnet, und es wird eine Stromdichte von 45 A/dm
2 für die Dauer von 60 s angewandt.
[0026] Bei 500- bis 10.000-facher Vergrößerung zeigt sich unter dem Raster-Elektronenmikroskop
eine Oberfläche, die gleichmäßig aufgerauht ist und Löcher einheitlicher Größe aufweist.
Der Flächeninhalt der Oberfläche ist um 250 % größer als bei unbehandeltem Aluminium.
Die Lochwandungen sind dicker als bei den zuvor beschriebenen Oberflächen, es muß
keine anodische Oxidation zur Erzeugung von Druckplatten angeschlossen werden.
Beispiel 2
[0027] Eine Platte aus der Aluminiumlegierung "3003" wird nach den Angaben des Beispiels
1 behandelt. Die Ergebnisse sind ähnlich, d.h. die Oberfläche ist sehr gleichmäßig
aufgerauht.
Beispiel 3
[0028] Eine Platte aus der Aluminiumlegierung "A-19" wird nach den Angaben des Beispiels
1 behandelt. Die Ergebnisse sind ähnlich, d. h. die Oberfläche ist ebenfalls sehr
gleichmäßig aufgerauht.
Beispiel 4
[0029] Eine Platte aus der Aluminiumlegierung "1100" wird nach den Angaben des Beispiels
1 behandelt, aber in einer wäßrigen Lösung mit einem Gehalt von 1,5 % an Salpetersäure,
6,5 % an Aluminiumnitrat, 3,0 % an Oxalsäure und 1,0 % an Borsäure eingetaucht. Die
aufgerauhte Platte zeigt unter dem Raster-Elektronenmikroskop eine Oberflä
- che, die in ihrer Gleichmäßigkeit und ihrem Gesamtbild der des Beispiels 1 entspricht.
Die Löcher sind hier jedoch kleiner und zahlreicher. Bei 10.000facher Vergrößerung
zeigt sich eine in den vorstehenden Beispielen noch nicht beobachtete Modifizierung
der Oberfläche, denn es treten kleinere Löcher innerhalb der größeren Löcher auf.
Wie in Beispiel 1 braucht nicht mehr anodisch oxidiert zu werden, um eine funktionstüchtige
Druckplatte zu erhalten. Die Vergrößerung des Flächeninhalts gegenüber dem unbehandelten
Aluminium wird mit 625 % bestimmt.
Beispiel 5
[0030] Eine Platte aus der Aluminiumlegierung "3003" wird nach den Angaben des Beispiels
4 behandelt. Die Ergebnisse sind ähnlich, d. h. die Oberfläche ist sehr gleichmäßig
aufgerauht.
Beispiel 6
[0031] Eine Platte aus der Aluminiumlegierung "A-19" wird nach den Angaben des Beispiels
4 behandelt. Die Ergebnisse sind ähnlich, d. h. die Oberfläche ist sehr gleichmäßig
aufgerauht.
1 Verfahren zur elektrochemischen Aufrauhung von platten-, folien- oder bandförmigem
Material aus Aluminium oder seinen Legierungen in einem wäßrigen Elektrolyten auf
der Basis von Salpetersäure und mindestens einem weiteren Zusatz, dadurch gekennzeichnet,
daß als Zusatz Oxalsäure eingesetzt wird.
2 Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolyt 3 bis 20 g/1
an Salpetersäure und 1 bis 80 g/l an Oxalsäure enthält.
3 Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolyt zusätzlich
Borsäure, Aluminiumnitrat und/oder Wasserstoffperoxid enthält.
4 Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolyt 1 g/1 bis
zur Sättigung des Elektrolyten an Borsäure enthält.
5 Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolyt 1 bis 60 g/1
an Wasserstoffperoxid enthält.
6 Verwendung des nach einem der Ansprüche 1 bis 5 aufgerauhten Materials, gegebenenfalls
nach Durchführung einer anodischen Oxidation der aufgerauhten Oberfläche, als Trägermaterial
für eine strahlungsempfindliche Schicht tragende Offsetdruckplatten.