[0001] Die Erfindung betrifft ein elektrophotographisches Aufzeichnungsmaterial aus einem
zur Herstellung von Druckformen oder gedruckten Schaltungen geeigneten, elektrisch
leitenden Schichtträger und einer photoleitfähigen Isolierschicht.
[0002] Es ist bekannt, zur Herstellung von Druckformen photoleitfähige, monomere organische
Verbindungen oder photoleitfähige Harze aus Kondensationsprodukten aus Formaldehyd
und verschiedenen Carbocyclen (DE-PS 2 137 288 entsprechend US-PS 3 842 038) zu verwenden,
deren Photoempfindlichkeit in der Regel im Bereich zwischen 350 und 430 nm liegt.
[0003] Zur bathochromen Verschiebung des spektralen Empfindlichkeitsbereichs elektrophotographischer
Kopiermaterialien bis ca. 800 nm ist es bekannt, homogene, in der photoleitfähigen
Isolierschicht gelöste Sensibilisierungsfarbstoffe wie Polymethin-, Triphenylmethan-,
Phthaleinfarbstoffe usw. einzusetzen (DE-PS 1 058 836 entsprechend US-PS 3 189 447;
DE-PS 1 117 391 entsprechend GB-PS 944126; DE-PS 2 526 720 entsprechend US-PS 4 063
948; DE-OS 2 817 428 entsprechend US-PS 4 252 880).
[0004] Die Erweiterung der spektralen Photoempfindlichkeit kann auch durch Zusätze chemischer
Aktivatoren, zum Beispiel Elektronenakzeptoren gemäss DE-AS 1127218 (entsprechend
US-PS 3287120), erreicht werden, wie es in DE-PS 2 726 116 für ein Kondensationsprodukt
aus Formaldehyd und 3-Brompyren beschrieben wurde.
[0005] Das elektrophotographische Aufzeichnungsmaterial hat einen für Druckzwecke geeigneten
metallischen oder metallisierten Schichtträger. Die photoleitfähige Isolierschicht
besteht in der Regel aus einem Gemisch aus Photoleiter, homogen gelöstem Sensibilisierungsfarbstoff
und/oder Akzeptorverbindung und hochkmolekularem, alkalilöslich machende Gruppen enthaltendem
Bindemittel. Die Platte wird elektrostatisch aufgeladen, belichtet und mit elektrophotographischem
Trocken-oder Flüssigentwickler entwickelt. Das erhaltene Tonerbild wird fixiert, zum
Beispiel durch Erwärmen auf 100 bis etwa 250°C, danach wird die Isolierschicht mit
einer wässrigen oder alkoholischen, alkalischen Lösung behandelt, wodurch die Nichtbildstellen
weggelöst werden und eine Flachdruckform entsteht.
[0006] Nachteilig an den bekannten Aufzeichnungsmaterialien ist ihre Photoempfindlichkeit,
die höchsten Ansprüchen noch nicht entspricht. So gewinnt in der Praxis der automatischen
Druckformenherstellung verbesserte Photoempfindlichkeit der Kopiermaterialien zunehmend
an Bedeutung. Ausserdem ist nachteilig, dass diese Photoleiterschichten aufgrund der
homogen gelösten Sensibilisatorzusätze, die oftmals als Salze vorliegen, eine erhöhte
Dunkelleitfähigkeit besitzen. Von Nachteil ist auch eine gewisse Vorbelichtungsempfindlichkeit,
die eine Lagerung und Behandlung im Dunkeln notwendig macht.
[0007] Flachdruckformen nach DE-PS 2726116 sowie DE-OS 2 755 851 sind aufgrund der Herstellungsverfahren
ihrer Komponenten aus photoleitfähigem Harz gleichbleibender Qualität und Akzeptor-Verbindungen
weniger gut zugänglich.
[0008] Es sind auch elektrophotographische Aufzeichnungsmaterialien mit Photoleiterdoppelschichten
bekannt (DE-OS 2 246 255 entsprechend GB-PS 1 416 603 und DE-OS 2 355 075 entsprechend
US-PS 4 028 102), bei denen die Farbstoffe ausschliesslich als Bestandteil einer Ladungsträgererzeugungsschicht
vorliegen. Es hat sich jedoch gezeigt, dass der zweifache Verfahrensschritt des Aufdampfens
der Farbstoffschicht und der Beschichtung mit einer Ladungen transportierenden Schicht
für die Herstellung von Druckformen und gedruckten Schaltungen insbesondere für das
spätere Weglösen der Nichtbildstellen von Nachteil ist, weil nur eine unvollständige
Ablösung der Farbstoffschicht erfolgt.
[0009] Der vorliegenden Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, ein elektrophotographisches
Aufzeichnungsmaterial zur Herstellung von Druckformen oder gedruckten Schaltungen
auf elektrophotographischem Wege zu schaffen, das eine sehr hohe Photoempfindlichkeit
in einem weiten Spektralbereich besitzt und deren gute elektrophotographische Eigenschaften
nicht durch eine Handhabung unter Lichteinwirkung beeinflusst werden.
[0010] Diese Aufgabe wird durch das Aufzeichnungsmaterial gemäss Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0011] Die erfindungsgemässen Farbstoffe stellen folgende Verbindungen dar:
1. 10-Methoxy-benzoxanthen-3,4-dicarbonsäureanhydrid
2. 1,6-Dinitro-benzothioxanthen-3,4-dicarbonsäureanhydrid
3. Benzothioxanthen-3,4-dicarbonsäure-N-(3'-nitrophenyl)-imid
4. Benzothioxanthen-3,4-dicarbonsäureimid-(N,N'-mononitrophenylen-1,2)-imidin(3)
5. Benzothioxanthen-3,4-dicarbonsäureimid-(N,N'-naphthylen-1,8)-imidin-(3)
und sind in den Fig. 1 bis 5 formelmässig aufgeführt.
[0012] Die Verbindungen 1 bis 3 sind aus DE-OS 1 297 259 bekannt. So wird zum Beispiel die
Verbindung 1 gemäss Beispiel 8 der DE-OS 1 297 259 hergestellt (Fp. 352 °C).
[0013] Die Verbindungen 4 und 5 stellen Kondensationsprodukte aus
o-Phenylendiamin oder 1,8-Diaminonaphthalin und
Benzo(thio)xanthen-3,4-dicarbonsäureanhydrid dar, worin R für einen gegebenenfalls
substituierten Phenyl-, Naphthyl- oder höher kondensierten aromatischen Rest sowie
für heterocyclische Reste, zum Beispiel für einen Pyridinylrest, steht. Erfindungsgemäss
besonders geeignet sind davon die halogen- und alkylsubstituierten Derivate. Ganz
besonders geeignet sind nitrosubstituierte Verbindungen. Ein Verfahren zu ihrer Herstellung
ist aus DE-OS 2 328 727 bekannt.
[0014] Durch die Erfindung wird erreicht, dass ein Aufzeichnungsmaterial zur Herstellung
von Druckformen oder gedruckten Schaltungen, zur Verfügung gestellt werden kann, das
hochphotoempfindlich in einem weiten Spektralbereich ist und das sich als vorbelichtungsunempfindlich
erweist. Durch die Anordnung der photoleitfähigen Isolierschicht in Form einer monodispersen
Schicht wird auch eine einfachere Herstellungsweise ermöglicht.
[0015] Zur Herstellung des elektrophotographischen Aufzeichnungsmaterials wird ein geeigneter
Schichtträger mit einer photoleittähigen Isolierschicht versehen, die die Farbstoffe
gemäss Anordnung (Schicht 2) in Figur 6 dispergiert enthält. Die Farbstoffpartikeln
dienen als Ladungsträgererzeugungszentren im Ladungstransportschichtmedium, das zum
Beispiel aus Photoleiter und Bindemittel besteht. Die Photoempfindlichkeit der photoleitfähigen
Isolierschicht im sichtbaren Bereich ist weitgehend abhängig von der Absorption des
anwesenden Farbstoffes; die spektrale Photoempfindlichkeit eines erfindungsgemässen
Materials mit Verbindung Nr. 4 der Formeltabelle geht aus Figur 8 hervor. Hieraus
ist die grosse Photoempfindlichkeit in einem weiten Spektralbereich sowohl bei positiver
als auch bei negativer Aufladung zu entnehmen.
[0016] In einer praktischen Ausführungsform wird der Farbstoff, der im Korngrössenbereich
von 1-3 pm vorliegt, zusammen mit Bindemittel und Photoleiter, die bevorzugt in Lösung
vorliegen, in einer Kugelmühle während 1-2 Stunden intensiv vermahlen. Die Korngrösse
der Farbstoffpartikeln liegt dann im Bereich von 0,01-1 µm. Es hat sich gezeigt, dass
ein Grössenbereich zwischen 0,05-0,8 µm ganz besonders vorteilhaft ist. Nach Beschichten
und Trocknen werden homogene, tief gefärbte photoleittähige Isolierschichten erhalten,
die den Farbstoff in 0,1-20%, vorzugsweise 1-10 Gewichtsprozent, bezogen auf den Feststoffanteil,
enthalten.
[0017] Die photoleitfähige Isolierschicht enthält im wesentlichen organischen Photoleiter,
Farbstoff und Bindemittel und fallweise weitere übliche Zusätze wie Aktivatoren, Weichmacher,
Verlaufmittel und dergleichen.
[0018] Eine weitere Ausführungsform in der Herstellung der photoleittähigen Isolierschicht
besteht darin, den Farbstoff in einem Bindemittel zu dispergieren, so dass nach Vermahlen,
Beschichten und Trocknen photoleitfähige Farbstoffdispersionsschichten vorliegen,
wie dies aus Figur 7, Schicht 2, hervorgeht. In dieser Anordnung kann der Farbstoffanteil
in der Dispersionsschicht sehr gross sein und bis zu 50 Gewichtsprozent, bezogen auf
Feststoff, betragen. Der grosse Feststoffanteil wird gegebenenfalls nur durch die
schlechtere Haftung dieser Isolierschicht auf dem Schichtträger begrenzt.
[0019] Als organische Photoleiter für die photoleitfähige Isolierschicht kommen monomere
oder auch polymere aromatische carbocyclische oder heterocyclische Verbindungen in
Frage. Als monomere Photoleiter werden besonders heterocyclische Verbindungen, wie
Oxdiazolderivate (DE-PS 1 058 836 entsprechend US-PS 3189447), eingesetzt. Hierzu
gehört insbesondere das 2,5-Bis-(4'-diethylaminophenyl)-oxdiazol-1,3,4. Weiterhin
geeignete monomere photoleitfähige Verbindungen sind zum Beispiel Triphenylaminderivate,
höher kondensierte aromatische Verbindungen wie Anthracen, benzokondensierte Heterocyclen,
Pyrazolin- oder Imidazolderivate. Hierher gehören auch Triazol- sowie Oxazolderivate
wie sie in den deutschen Patentschriften 1060 260 (entsprechend US-PS 3112197) bzw.
1 120 875 (entsprechend US-PS 3 257 203) offenbart sind. Hierzu gehört zum Beispiel
2-Phenyl-4-(2'-chlorphenyl)-5-(4"-diethylaminophenyl)-oxazol.
[0020] Als polymere Photoleiter sind beispielsweise vinylaromatische Polymere, wie Polyvinylanthracen,
Polyacenaphthylen oder Mischpolymerisate geeignet. Ganz besonders bewährt haben sich
Poly-N-vinylcarbazol oder Mischpolymerisate des N-Vinylcarbazols mit einem N-Vinylcarbazolgehalt
von mindestens etwa 40%. Geeignet sind auch Formaldehyd-Kondensationsprodukte mit
verschiedenen Aromaten wie zum Beispiel Kondensate aus Formaldehyd und 3-Brompyren
(DE-OS 2 137 288 entsprechend US-PS 3 842 038).
[0021] Als Harzbindemittel sind hinsichtlich der Filmeigenschaften und der Haftfestigkeit
Natur- bzw. Kunstharze, insbesondere Polyesterharze, Polycarbonate, Polyurethane,
Polyvinylacetale, Cellulosenitrate etc. geeignet. Bei ihrer Auswahl spielen ausser
den filmbildenden und elektrischen Eigenschaften sowie denen der Haftfestigkeit auf
der Schichtträgerunterlage bei Einsatz für Druckformen oder gedruckte Schaltungen
vor allem Löslichkeitseigenschasften eine besondere Rolle. Für praktische Zwecke sind
solche Harzbindemittel besonders geeignet, die in wässrigen oder alkoholischen Lösungsmittelsystemen,
gegebenenfalls unter Säure- oder Alkalizusatz löslich sind. Aus physiologischen und
Sicherheitsgründen scheiden aromatische oder aliphatische, leicht brennbare Lösungsmittel
aus. Geeignete Harzbindemittel sind hiernach hochmolekulare Substanzen, die alkalilöslich
machende Gruppen tragen. Solche Gruppen sind beispielsweise Säureanhydrid-, Carboxyl-,
Phenol-, Sulfosäure-, Sulfonamid- oder Sulfonimidgruppen. Bevorzugt werden Harzbindemittel
mit hohen Säurezahlen eingesetzt, da diese in alkalischwässrig-alkoholischen Lösungsmittelsystemen
besonders leicht löslich sind. Mischpolymerisate mit Anhydridgruppen können mit besonders
gutem Erfolg verwendet werden, da durch das Fehlen freier Säuregruppen die Dunkelleitfähigkeit
der photoleitfähigen Schicht gering ist bei guter Alkalilöslichkeit. Ganz besonders
geeignet sind Mischpolymerisate aus Ethylen- oder Styrol und Maleinsäureanhydrid.
Auch Phenolharze haben sich gut bewährt. Als alkalilösliche Bindemittel können auch
Mischpoilymerisate aus Styrol, Methacrylsäure und Methacrylsäureester eingesetzt werden.
Insbesondere wird ein Mischpolymerisat aus 1-35% Styrol, 10-40% Methacrylsäure und
35-83% Methacrylsäure-n-hexylester verwendet. Hervorragend geeignet ist ein Terpolymer
aus 10% Styrol, 30% Methacrylsäure und 60% Methacrylsäure-n-hexylester.
[0022] Das erfindungsgemässe elektrophotographische Aufzeichnungsmaterial kann als übliche
Zusätze in der photoleitfähigen Schicht Verlaufmittel und Weichmacher und/oder zwischen
Schichtträger und photoleitfähiger Schicht Haftvermittler enthalten.
[0023] Der Gewichtsanteil von Bindemittel zu Photoleiter in der photoleitfähigen Schicht
ist unterschiedlich und wird im allgemeinen bei Anwesenheit monomerer Photoleiter
grösser sein, vorzugsweise im Verhältnis von etwa 1 : 1, als bei Anwesenheit polymerer
Photoleiter, wo das Bindemittel zum Beispiel auch ganz fehlen kann.
[0024] Die Schichtdicke der Photoleiterschicht ist nicht kritisch und liegt im allgemeinen
im Bereich von 2-10 pm, kann aber je nach Anwendung diese Grenzen über- oder gegebenenfalls
auch unterschreiten.
[0025] Als Schichtträger für die Herstellung von Druckformen auf elektrophotographischen
Wege können sämtliche für diesen Zweck bekannten Materialien eingesetzt werden, wie
zum Beispiel Aluminium-, Zink-, Magnesium-, Kupferfolien oder -platten oder Mehrmetallplatten,
aber auch Celluloseprodukte, wie zum Beispiel Spezialpapiere, Cellulosehydrat-, Celluloseacetat-
oder Cellulosebutyrat-Folien, letztere besonders in teilweise verseifter Form. Es
kommen auch Kunststoffe, wie zum Beispiel Polyamide in Folienform oder metallbedampfte
Folien als Schichtträger in Frage. Besonders bewährt haben sich oberflächenveredelte
Aluminiumfolien. Die Oberflächenveredelung besteht in einer mechanischen oder elektrochemischen
Aufrauhung und gegebenenfalls in einer anschliessenden Anodisierung und Behandlung
mit Silikat oder mit Polyvinylphosphonsäure gemäss DE-OS 1 621 478 (entsprechend GB-PS
1230447). Ausserdem kommen Aluminiumkaschierte Metall- oder Aluminium-bedampfte Polyester-Folien
für Kopiermaterialien in Frage.
[0026] Die bildmässige Belichtung kann mit üblichen Lichtquellen, aber auch mit Lasern,
erfolgen, insbesondere gehören hierzu He/Cd-Laser, Ar-Laser, YAG-Laser und He-Ne-Laser.
[0027] Die Erfindung wird durch die nachfolgenden Beispiele näher erläutert.
Beispiel 1
[0028] Eine Lösung aus 45 Gewichtsteilen 2,5-Bis-(4'-diethylaminophenyl)-oxdiazol (OX),
45 Gewichtsteilen eines Mischpolymerisates aus Styrol und Maleinsäureanhydrid mit
einem Erweichungspunkt von 210 °C und 5 Gewichtsteilen Cellulosenitrat vom Normtyp
4E nach DIN 53 179 wurden zusammen mit 5 Gewichtsteilen Farbstoff gemäss Formel 4
in ca. 250 Gewichtsteilen Tetrahydrofuran (THF) in einer Kugelmühle mit ca. 3000 U/min
während 2-3 Stunden vermahlen.
[0029] Die homogene Farbstoffdispersion wurde anschliessend auf eine 100 µm dicke, oberflächlich
drahtgebürstete Aluminiumfolie in etwa 5 pm Dikke (nach Trocknung) geschleudert.
[0030] Analog wurden noch weitere Ansätze mit 45 Gewichtsteilen OX, 45 Gewichtsteilen Mischpolymerisat
aus Styrol und Maleinsäureanhydrid, 2,5 Gewichtsteilen Farbstoff (Formel 4) und 7,5
Gewichtsteilen Cellulosenitrat vom Normtyp 4E sowie mit 45 Gewichtsteilen OX, 40 Gewichtsteilen
Mischpolymerisat, 10 Gewichtsteilen Farbstoff (Formel 4) und 5 Gewichtsteilen Cellulosenitrat
hergestellt.
[0031] Die Messung der Photoempfindlichkeit wurde wie folgt durchgeführt:
Zur Ermittlung der Hellentladungskurven bewegte sich die Messprobe auf einem sich
drehenden Teller durch eine Aufladevorrichtung hindurch zur Belichtungsstation, wo
sie mit einer Xenonlampe kontinuierlich belichtet wurde. Ein Wärmeabsorptionsglas
und ein Neutralfilter mit 15% Transporenz waren der Lampe vorgeschaltet. Die Lichtintensität
in der Messebene lag im Bereich von 30-70 uW/cm2; sie wurde unmittelbar nach Ermittlung der Hellabfallkurve mit einem Optometer gemessen.
Die Aufladungshöhe und die photoinduzierte Hellabfallkurve wurden über ein Elektrometer
durch eine transparente Sonde oszillographisch aufgezeichnet. Die Photoleiterschicht
wurde durch die Aufladungshöhe (Uo) und diejenige Zeit (T½) charakterisiert, nach der die Hälfte der Aufladung (Uo/2) erreicht ist. Das Produkt aus T½ und der gemessenen Lichtintensität I (pW/cm2) ist die Halbwertsenergie E½ (pJ/cm2).
[0032] Gemäss dieser Charakterisierungsmethode wurde die Photoempfindlichkeit des elektrophotographischen
Aufzeichnungsmaterials bestimmt:

[0033] Ein Vergleich der Photoempfindlichkeit mit der von üblichen elektrophotographischen
Druckformen gemäss DE-PS 2 526 720 ergab eine deutliche Verbesserung des Hellentladungsverhaltens
bei den erfindungsgemässen Aufzeichnungsmaterialien.
[0034] Die grössere Photoempfindlichkeit der erfindungsgemässen Materialien wurde auch durch
folgenden Versuch dokumentiert: Materialien mit der erfindungsgemässen photoleitfähigen
Schicht A (mit 5% Farbstoff und in 6-7 pm Dicke) und einer Photoleiterschicht B nach
der genannten Druckschrift werden mit Hilfe einer Corona auf etwa 450 V negativ aufgeladen
und durch eine Testvorlage im Kopierrahmen kontaktbelichtet. Unter Verwendung einer
15 W Glühlampe in 65 cm Abstand waren bei der Schicht A weniger als 10 Sekunden, bei
der Schicht B etwa 30 Sekunden notwendig, um ein grundfreies, gut ausbelichtetes Bild
nach Betonerung mit einem handelsüblichen Trockenentwickler zu erhalten. Das Tonerbild
konnte unter Wärmeeinwirkung fixiert und zur Umwandlung in eine Druckform mit einer
handelsüblichen, alkalischen Entschichterlösung (Natriummetasilikat) während 30-60
Sekunden behandelt werden.
Beispiel 2
[0035] Zu einer Lösung aus 45 Gewichtsteilen OX, 50 Gewichtsteilen eines Mischpolymerisats
aus Styrol und Maleinsäureanhydrid mit einem Erweichungspunkt von 210°C in ca. 250
Gewichtsteilen THF wurden 5 Gewichtsteile des Farbstoffs gemäss Formel 4 dispergiert
und in einer Kugelmühle während 2 Stunden intensiv vermahlen.
[0036] Die feindisperse Farbstoffdispersionslösung wurde anschliessend auf unterschiedliche
Schichtträger, nämlich auf eine 100 µm dicke drahtgebürstete Aluminiumfolie (Schichtträger
1) sowie auf eine 300 µm starke elektrochemisch aufgerauhte, anodisierte und mit Polyvinylphosphonsäure
behandelte Aluminiumfolie (Schichtträger 2) in ca. 5
11m Dicke (nach Trocknung) geschichtet.
[0037] Die Messung der Photoempfindlichkeit dieser monodispersen Schichten ergab folgende
Werte:

[0038] Zum Vergleich und zur Messung der Vorbelichtungsempfindlichkeit wurde die Schicht
auf Schichtträger 1 mit dem Vergleichsmaterial nach Beispiel 1 mehrere Male unter
gleichen Bedingungen bei negativer Aufladung entsprechend den Angaben in Beispiel
1 vermessen:

[0039] Man erkennt das wesentlich stabilere Aufladungsverhalten des erfindungsgemässen Aufzeichnungsmaterials.
Beim Lagern der Schichten unter Raumbeleuchtung (110 µmW/cm
2) während 15 Sekunden liess sich das Vergleichsmaterial nur noch auf (-) 40 V aufladen,
während das erfindungsgemässe Aufzeichnungsmaterial noch auf (-) 400 V aufgeladen
werden konnte.
[0040] Die spektrale Photoempfindlichkeit des Aufzeichnungsmaterials nach Beispiel 2, Schichtträger
1, wurde unter Vorschaltung von Filtern nach der in Beispiel 1 angegebenen Methode
bestimmt:
[0041] Bei negativer Aufladung (420-430 V) wurde durch Belichten die Halbwertszeit (T
½) in msec für den jeweiligen Wellenlängenbereich bestimmt. Durch Auftragen der reziproken
Werte des produktes aus Halbwertszeit (T
½ in Sekunden) und Lichtintensität (I in µW/cm
2) gegen die Wellenlänge /in nm) erhielt man die spektrale Photoempfindlichkeit: Diese
wurde in Figur 8, Kurve 1, aufgezeichnet. Dabei bedeutet der reziproke Wert von T
½ x I (1/E
½) die auf die Flächeneinheit bezogene Lichtenergie, die eingestrahlt werden muss,
um die Schicht auf die Hälfte der Anfangsspannung U
o zu entladen.
[0042] Entsprechend erhielt man von einem Material aus Beispiel 1 mit 5 Gewichtsteilen Farbstoff
bei 4-5 gm Schichtdicke bei positiver Aufladung im Bereich von 340-280 V die spektrale
Photoempfindlichkeit, wie sie in Figur 8, Kurve 2, dargestellt ist.
Beispiel 3
[0043] In einer Kugelmühle wurden THF-Lösungen (250 Gewichtsteile) mit 45 Gewichtsteilen
OX, 45 Gewichtsteilen eines Mischpolymerisats aus Styrol/Maleinsäureanhydrid (wie
in Beispieöl 1) und 5 Gewichtsteilen Cellulosenitrat vom Normtyp 4E zusammen mit jeweils
5 Gewichtsteilen eines Farbstoffs gemäss Formel 1, 2 und 3 feindispers während 2 Stunden
vermahlen.
[0044] Die Farbstoffdispersionslösungen wurden dann auf eine 300 pm dicke, anodisierte Aluminiumplatte
geschichtet und das Schichtgewicht nach Trocknung auf etwas 5 um eingestellt.
[0045] Die Vermessung der Proben mit den verschiedenen Farbstoffen ergab folgende Werte:

Beispiel 4
[0046] Eine Lösung aus 45 Gewichtsteilen 2-Phenyl-4-(2'-chlorphenyl)-5-(4"-diethylaminophenyl)oxazol,
45 Gewichtsteilen eines Mischpolymerisats aus Styrol und Maleinsäureanhydrid (wie
in Beispiel 1), 5 Gewichtsteilen Cellulosenitrat vom Normtyp 4E wurde in 250 g THF
zusammen mit 5 Gewichtsteilen Farbstoff gemäss Formel 4 in einer Kugelmühle während
ca. 3 Stunden fein vermahlen.
[0047] Die Farbstoffdispersion wurde anschliessend auf drahtgebürstete und auf anodisierte
Aluminiumfolie in etwa 5 µm Dicke nach Trocknung geschichtet.
[0048] Die erhaltene Photoempfindlichkeit, analog Beispiel 1 vermessen, ist aus der folgenden
Tabelle ersichtlich:

Beispiel 5
[0049] Einer Lösung aus 65 Gewichtsteilen OX sowie 35 Gewichtsteilen Cellulosenitrat vom
Normtyp 4E in 250 Gewichtsteilen THF wurden 5 Gewichtsteile Farbstoff gemäss Formel
4 zugesetzt. Die Farbstoffdispersion wurde danach in einer Kugelmühle während 5 Stunden
sehr feindispers vermahlen. Anschliessend wurde die homogene Dispersion auf Aluminium-bedampfte,
75 pm dicke Polyesterfolie in unterschiedlicher Dicke geschleudert und bei 90-105°C
während 5-15 Minuten im Umlufttrockenschrank getrocknet.
[0050] Die Photoempfindlichkeit dieser Schichten wurde analog den Angaben des Beispiels
1 vermessen und ergab folgende Werte:

Beispiel 6
[0051] Zu einer Lösung aus 40 Gewichtsteilen OX, 55 Gewichtsteilen eines handelsüblichen,
nicht härtbaren Phenolharzes (Schmelzpunkt 83-88°C, Säurezahl nach DIN 53183 unter
1) in 250 Gewichtsteilen Tetrahydrofuran wurden 5 Gewichtsteile Farbstoff gemäss Formel
4 gegeben und in einer Kugelmühle während zwei Stunden intensiv vermahlen.
[0052] Die feinverteilte Farbstoffdispersionslösung wurde anschliessend auf eine 100 µm
dicke oberflächlich drahtgebürstete Aluminiumfolie in unterschiedlicher Dicke aufgetragen
und die Photoempfindlichkeit gemäss den Angaben in Beispiel 1 ermittelt.

Die Entschichtung erfolgte mit handelsüblicher wässrigalkoholischer Entschichterlösung
(Natriummetasilikate) innrhalb von 30 bis 60 Sekunden und ergab gute Druckplatten.
Beispiel 7
[0053] In einer Lösung aus 75 Gewichtsteilen eines Mischpolymerisats aus Styrol und Maleinsäureanhydrid
in Tetrahydrofuran wurden 25 Gewichtsteile Farbstoff gemäss Formel 4 in einer Kugelmühle
während 3 bis 4 Stunden feindispers vermahlen.
[0054] Anschliessend wurde der Dispersionsansatz auf eine 100 µm dicke, drahtgebürstete
Aluminiumfolie in 4 bis 5 µm Dicke (getrocknet) geschichtet und die Photoempfindlichkeit
dieser Dispersionsschicht bestimmt.
[0055] Bei einer Aufladung von -660 V wurde eine Halbwertsenergie E
½ von ca.84 µJ/cm
2 festgestellt; bei einer Aufladung von +430 V betrug die Halbwertsenergie ca. 101
µJ/cm
2. Belichtet wurde mit einer Xenonlampe, die Belichtungsintensität betrug 193 pW/cm
2.
1. Elektrophotographisches Aufzeichnungsmaterial aus einem zur Herstellung von Druckformen
oder gedruckten Schaltungen geeigneten, elektrisch leitenden Schichtträger und einer
photoleitfähigen Isolierschicht, dadurch gekennzeichnet, dass die photoleitfähige
Isolierschicht
10-Methoxy-benzoxanthen-3,4-dicarbonsäureanhydrid,
1,6-Dinitro-benzothioxanthen-3,4-dicarbonsäureanhydrid,
Benzothioxanthen-3,4-dicarbonsäure-N-(3'-nitrophenyl)-imid,
Benzothioxanthen-3,4-dicarbonsäureimid-(N,N'- mononitrophenylen-1,2)-imidin-(3) oder
Benzothioxanthen-3,4-dicarbonsäureimid-(N,N'- naphthylen-1,8)-imidin-(3)
als Farbstoff dispergiert enthält.
2. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Farbstoff
zu 1 bis 10 Gewichtsprozent, bezogen auf den Feststoffanteil der photoleitfähigen
Isolierschicht, vorhanden ist.
3. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der
Farbstoff in Korngrössen von 0,01 bis 1 pm in der photoleitfähigen Isolierschicht
vorhanden ist.
4. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die photoleitfähige
Isolierschicht eine Dispersionsschicht aus Farbstoff und Bindemittel darstellt.
5. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Farbstoffanteil
in der Dispersionsschicht bis zu 50 Gewichtsprozent, bezogen auf Feststoff, beträgt.
1. An electrophotographic recording material composed of an electrically conducting
layer support which is suitable for the manufacture of printing forms or printed circuits,
and a photoconductive insulating layer, wherein the photoconductive insulating layer
contains a dye, in dispersion, which is selected from
10-methoxy-benzoxanthene-3,4-dicarboxylic acid anhydride,
1,6-dinitro-benzothioxanthene-3,4-dicarboxylic acid anhydride,
benzoithioxanthene-3,4-dicarboxylic acid-N-(3'-nitrophenyl)-imide,
benzothioxanthene-3,4-dicarboxylic acid imide-(N,N'-mononitrophenyiene-1,2)-imidine-(3)
or
benzothioxanthene-3,4-dicarboxylic acid imide-(N,N'-naphthylene-1,8)-imidine-(3).
2. A recording material as claimed in claim 1, wherein the dye is present in a concentration
of 1 to 10 per cent by weight, based on the solids content of the photoconductive
insulating layer.
3. A recording material as claimed in Claim 1 or 2, wherein the dye is present, in
the photoconductive insulating layer, in particle-sizes ranging from 0.01 to 1 pm.
4. A recording material as claimed in Claim 1, wherein the photoconductive insulating
layer is a dispersion layer which comprises a dye and a binder.
5. A recording material as claimed in claim 4, wherein the proportion of dye, in the
dispersion layer does not exceed 50 per cent by weight, based on the solid material.