[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Brennstoffeinspritzdüse mit einem in einem ersten
Zylinderraum angeordneten Nadelkolben, der mit einer Ventilnadel zum Öffnen und Schließen
einer Einspritz-Öffnung versehen ist und der aus einer Ventilschließstellung durch
den Einspritzdruck unter Verspannung einer Feder um einen dem Öffnungsweg entsprechenden
Betrag in eine Ventilöffnungsstellung verschiebbar ist, mit einem in einem zweiten
Zylinderraum verschiebbar angeordneten Steuerkolben, der sich bei Ventilschließstellung
des Nadelkolbens in der vom Nadelkolben fernen Endstellung befindet, der sich gegen
die Feder abstützt, der einen zu dem ersten Zylinderraum in den Bereich zwischen Nadelkolben
und Ventilöffnung führenden Brennstoffkanal steuert, wobei in der genannten nadelkolbenfernen
Endstellung der Brennstoffkanal mit einer Brennstoffdruckquelle verbunden ist,und
der bei Ventilöffnungsstellung zur Einleitung der Ventilschließbewegung die Feder
bei seiner Verstellbewegung in Richtung zum Nadelkolben um einen weiteren Betrag spannt
und dabei den Brennstoffkanal von der Brennstoffdruckquelle trennt.
[0002] Mit den steigenden Forderungen nach geringerem Benzinverbrauch, geringerer Umweltverschmutzung,
etc. werden die Anforderungen an Verbrennungskraftmaschinen und an deren Aggregate
immer größer. So haben auch Einspritzdüsen in den zurückliegenden Jahren eine beachtenswerte
Fortentwicklung erfahren, und man hat erkannt, daß eine bessere Verbrennung, geringere
Rauchentwicklung und geringere Abgase durch ein schnelles Abreißen des Kraftstoffeinspritzvorganges
erzielt werden können.
[0003] Bei der Düse, von der die Erfindung ausgeht (US-A-2 813 752), öffnet der Nadelkolben
pro Arbeitszyklus zweimal, und zwar zunächst für eine Piloteinspritzung und danach
für eine Haupteinspritzung.
[0004] Die GB-A-529 141 offenbart ebenfalls eine Einspritzdüse, mit der bei einem Zyklus
zwei Einspritzvorgänge erreicht werden. Hierzu sind zwei nebeneinanderliegende Kolben
vorgesehen. Ein Kolben wird dabei einenends vom Systemdruck und anderenends durch
eine Feder beaufschlagt, wobei der Systemdruck zum Abwärtsbewegen des Kolbens und
die Feder zum Aufwärtsbewegen des Kolbens dient. Die Aufwärtsbewegung des Kolbens
und damit das Schließen der Ausläße durch den Nadelkolben erfolgt sehr langsam.
[0005] Die DE-A-2 704 688 zeigt eine Einspritzdüse für schnelle bzw. abrupte Beendigung
des Brennstoffeinspritzvorgangs. Im einzelnen ist ein Nadelkolben vorgesehen, der
an seinem oberen Ende einen Kolben aufweist, der in einem Druckraum verschiebbar und
über eine Feder in Richtung der Schließstellung belastet ist. Der Druckraum ist mit
einer Druckspeichereinrichtung verbunden, die zur Wirkung kommt, wenn der Druck in
der Zuführleitung abfällt. Dadurch wird der Kolben zusätzlich beaufschlagt, so daß
die Rückführung des Nadelkolbens in seine Schließstellung unter der Wirkung der Feder
und dem Druck aus der Druckspeichereinrichtung erfolgt.
[0006] Die FR-A-2 336 563 zeigt zwei Druckquellen und Pumpen.
[0007] Demgegenüber wird die mit der Erfindung zu lösende Aufgabe darin gesehen, die Brennstoffeinspritzdüse
derart auszubilden, daß bei Beibehaltung eines schnellen Abreißens des Einspritzvorganges
der Schließdruck größer ist als der Öffnungsdruck.
[0008] Diese Aufgabe ist gemäß der Erfindung dadurch gelöst worden, daß der Steuerkolben
auf der nadelkolbenfernen Seite von einer zweiten Druckquelle, einer Steuerdruckquelle
und auf der nadelkolbennahen Seite von der ersten, der Brennstoffdruckquelle beaufschlagt
ist und daß der Druck der Brennstoffdruckquelle und der Druck der Steuerdruckquelle
zur Einleitung und Durchführung der Ventilöffnungs- und Schließbewegung steuerbar
sind, wobei der zweite Zylinderraum in seinem vom Steuerdruck beaufschlagbaren Abschnitt
zur Druckentlastung mit einem Sammelbehälter verbindbar ist.
[0009] Auf diese Weise werden der Nadelkolben und der Steuerkolben in einem unbeaufschlagten
Zustand, d.h., wenn der Motor noch nicht angelassen wurde, in ihren Ausgangsstellungen
sich befinden, in denen der Nadelkolben sich in seiner Ventilschließstellung und der
Steuerkolben in seiner entgegengesetzten oder vom Nadelkolben fernen Endstellung anliegt.
Bei Beaufschlagung der Düse und damit des Nadelkolbens baut sich in der Düse ein Druck
auf, der schließlich den Nadelkolben von seinem Sitz abhebt und ihn gegen die Wirkung
der Feder, verschiebt, die dadurch zusammengedrückt wird. Die Verschiebung durch den
Einspritzdruck dauert so lange, bis der maximale Einspritzdruck erreicht ist - in
diesem Zustand wird der Nadelkolben eine Art Schwimmstellung einnehmen - oder bis
der Nadelkolben gegen einen Anschlag führt. Zum Schließen des Nadelkolbens muß nun
der Steuerkolben betätigt werden. Der Zeitpunkt der Verschiebung wird von verschiedenen
Parametern der Verbrennungskraftmaschine abhängig gemacht, und je nach Wahl des Schließzeitpunktes
läßt sich die einzuspritzende Kraftstoffmenge genau festlegen. Bei der Verschiebung
des Steuerkolbens aus seiner Endstellung heraus wird aber die Feder - diesmal von
der entgegengesetzten Seite - um ein weiteres Maß zusammengedrückt. Hierbei muß der
Öffnungsdruck nicht sofort erreicht werden, sondern eventuell mit einer Zeitverzögerung.
Wird aber die resultierende Kraft aus Druckkraft und Federkraft den Öffnungsdruck
überwinden oder der Öffnungsdruck plötzlich abgebaut, so wird die Feder den Nadelkolben
wieder in seine Ventilschließstellung verschieben. Danach kann der Steuerkolben entlastet
werden und die Feder schiebt ihn in seine Ausgangsstellung zurück. Im ganzen gesehen
wird die Feder zum Schließen des Nadelkolbens noch einmal zusätzlich gespannt, so
daß sich letztlich ein Schließdruck ergibt, der über dem Öffnungsdruck liegt.
[0010] Zum leichten Verschließen des den Kraftstoff zum Nadelkolben leitenden Brennstoffkanals
ist nach der Erfindung vorgesehen, daß in dem Steuerkolben ein Kanal vorgesehen ist,
der den Brennstoffkanal mit einem weiteren zur Brennstoffdruckquelle führenden Kanal
in seiner vom Nadelkolben fernen Endstellung verbindet. Durch diese Maßnahme wird
der erfindungsgemäß als Ringkanal ausgebildete Kanal im Steuerkolben bei dessen Beaufschlagung
nach und nach die Verbindung mit dem den Kraftstoff zum Nadelkolben leitenden Brennstoffkanal
unterbrechen, so daß der Kraftstofffluß zunächst gedrosselt und dann ganz unterbunden
wird. Während der Drosselung bleibt der Einspritzdruck noch so groß, daß der Nadelkolben
in seiner geöffneten Position verbleibt.
[0011] Dadurch, daß die Ventilöffnungsstellung des Nadelkolbens durch einen Haltering begrenzt
ist, wird erreicht, daß der Einspritzdruck relativ groß sein kann und der Nadelkolben
bei beaufschlagtem Steuerkolben mit einer Zeitverzögerung schließt.
[0012] Zur möglichen Verbindung des zweiten Zylinderraums mit dem Sammelbehälter wird nach
der Erfindung vorgeschlagen, daß der zweite Zylinderraum mit einer Entlastungsöffnung
versehen ist, die von der nadelkolbenfernen Seite der Steuerkolbens beim oder nach
dem Unterbrechen der Verbindung des Brennstoffkanals mit der Brennstoffdruckquelle
geöffnet wird.
[0013] In der Zeichnung ist ein nachfolgend näher erläutertes Ausführungsbeispiel der Erfindung
dargestellt. Es zeigt:
Fig. 1 eine Brennstoffeinspritzdüse, teilweise im Schnitt;
Fig. 2 die Brennstoffeinspritzdüse nach Fig. 1, jedoch in einem größeren Maßstab,
wobei der Steuerkolben sich in seiner obersten Stellung und der Nadelkolben in seiner
geschlossenen Stellung befindet;
Fig. 3 eine ähnliche Darstellung wie Fig. 2, jedoch den Steuerkolben in einer Zwischenstellung
und den Nadelkolben in seiner teilweise geöffneten Stellung zeigend, und
Fig. 4 die Brennstoffeinspritzdüse nach Fig. 1 mit einem sich in seiner untersten
Stellung befindlichen Steuerkolben und einem sich in seiner geschlossenen Position
befindlichen Nadelkolben.
[0014] In Figur 1 der Zeichnung ist eine Brennstoffeinspritzdüse mit 10, ihr Düsenkörper
mit 12 und eine an einem Ende des Düsenkörpers vorgesehene Düsenspitze mit 14 bezeichnet.
Über ein Gewinde 16 kann der Düsenkörper 12 in einen der Einfachheit halber nicht
dargestellten Zylinderkopf einer Verbrennungskraftmaschine derart eingeschraubt werden,
daß ihre Düsenspitze 14 mit einem Brennraum in Verbindung steht. In diesen Brennraum
wird Kraftstoff in einem feinen Schleier eingespritzt, wozu in der Düsenspritze 14
einige Einspritzöffnungen 18 vorgesehen sind. Um aber den Einspritzvorgang genau steuern
zu können, sind zunächst in dem Düsenkörper 12 der Brennstoffeinspritzdüse 10 eine
Steuerdruckquelle 20 und eine Brennstoffdruckquelle 22 vorgesehen, von denen jede
mit einem Sammelbehälter 24 und 28 und einer gesonderten Pumpe 26 und 30 verbunden
ist. Hierbei können die Steuer- und Brennstoffdruckquelle 20, 22 als Flüssigkeitszuführraum
mit veränderbarem Druck ausgebildet sein und dem Steuerungs- und Zumeßraum entsprechen,
wie sie bei einigen Einspritzdüsen bereits vorkommen. Bei diesen Einspritzdüsen dient
der Steuerungsraum zur Steuerung des Einspritzzeitpunktes und der Zumeßraum zur Bestimmung
der Einspritzmenge. In dem Düsenkörper 12 ist noch eine Steuereinrichtung 32 eingesetzt,
die den Kraftstoffdurchfluß durch die Brennstoffeinspritzdüse 10 reguliert. Sie weist
im einzelnen einen ersten und einen zweiten Zylinderraum 36 und 34 auf, die zueinander
im Düsenkörper axial derart ausgerichtet sind, daß der erste Zylinderraum 36 in unmittelbarer
Nähe der Düsenspitze 14 zu liegen kommt. Damit liegen die Zylinderräume zwischen den
Druckquellen, mit denen sie ebenso wie untereinander verbunden sind, und der Düsenspitze,
wobei ihre oberen und unteren Enden mit 38, 40 und 42, 44 bezeichnet sind. Was aber
ihre Verbindung mit den Druckquellen anbelangt, so ist das obere Ende 38 des Zylinderraumes
34 über einen ersten Kanal 46 mit der Steuerdruckquelle 20 und sein unteres Ende 40
als auch eine Stelle 50, die etwa mittig zwischen dem oberen und unteren Ende 38 und
40 liegt, mit der Brennstoffdruckquelle 22 über eine zweite Leitung 48 verbunden.
Ein Brennstoffkanal 52 verbindet den zweiten Zylinderraum 34 in etwa im Bereich der
Stelle 50 mit dem unteren Ende 44 oder Endbereich des ersten Zylinderraums 36. Ein
Entlastungskanal oder eine Entlastungsöffnung 54 wiederum schließt den zweiten Zylinderraum
34 im Bereich seines oberen Endes 38 an einen Sammelbehälter 56 an, der mit dem Sammelbehälter
24 und/oder 28 verbunden sein kann. Anstelle der Entlastungsbohrung 54 kann aber auch
ein Entlastungsventil in dem ersten Kanal 46 vorgesehen werden und die Sammelbehälter
könnten auch in der Einspritzdüse integriert sein.
[0015] Die Steuereinrichtung ist ferner mit einem ersten Ventil, einem Steuerkolben 58 ausgestattet,
der in dem Zylinderraum 34 verschiebbar ist und gegen eine Stange 60 anliegt. Letztere
erstreckt sich bis in den ersten Zylinderraum 36 und ist dort mit einem Querteil 62,
wie einem Stift, verbunden. Des weiteren ist in den Steuerkolben ein Kanal 64 oder
eine Ringnut eingearbeitet, so daß zwei Kolbenstücke entstehen, zwischen denen eine
Verbindung des Kanals 48 mit dem Brennstoffkanal 52 entsteht, sofern sich der Steuerkolben
58 in seiner in Figur 1 oder 2 gezeigten obersten Stellung befindet. Der Steuerkolben
58 ist zwischen seinen Endstellungen, d.h. zwischen seiner obersten in Figur 1 und
2 wiedergegebenen Stellung und seiner untersten, in Figur 4 gezeigten Position durch
Druckunterschiede, die in den Druckquellen 20 und 22 geschaffen werden, verschiebbar.
Diese Druckunterschiede wirken auf das obere und untere Ende 38 und 40 des zweiten
Zylinderraums 34 und damit auch auf den Steuerkolben 58. Wird der Steuerkolben 58
aber aus seiner in Figur 1 oder 2 wiedergegebenen Position nach unten verstellt, und
zwar in Richtung auf seine unterste Stellung, dann wird der Kanal 64 nicht mehr zu
der Stelle 50 ausgerichtet sein, so daß der Kraftstoff auch nicht mehr vom Kanal 48
zum Brennstoffkanal 52 oder umgekehrt gelangen kann. Andererseits wird der Steuerkolben
58 in dieser Stellung verhindern, daß Abgase aus dem Brennraum durch die Kanäle 52
und 48 in die Brennstoffdruckquelle gelangen.
[0016] Ein zweites Ventil, ein Nadelkolben 66 mit Stufendruckflächen, ist in dem ersten
Zylinderraum 36 vorgesehen und zwischen einer offenen und geschlossenen Stellung verschiebbar.
In diesem kann einmal Kraftstoff durch die Düsenspitze 14 austreten, oder der Austritt
von Kraftstoff wird unterbunden. Die obere Oberfläche des Nadelkolbens 66 ist mit
68, eine Zwischenfläche mit 70 und eine konische Grundfläche mit 72 bezeichnet. Letztere
sitzt auf einem Stiz 73 auf, wenn sich der Nadelkolben 66 in seiner geschlossenen
Stellung befindet. In dieser Stellung ist die vom Kraftstoff beaufschlagte Fläche
kleiner als die obere Oberfläche 68, weil der Kraftstoff nur die Zwischenfläche 70
beaufschlagen kann. Befindet sich aber der Nadelkolben 66 in seiner offenen oder oberen
Stellung, dann kann der Kraftstoff zusätzlich zur Zwischenfläche 70 noch die Grundfläche
72 beaufschlagen. Der Nadelkolben 66 wird zwischen seiner offenen und geschlossenen
Stellung durch die Bewegung des Steuerkolbens 58 und den Kraftstoffdruck verschoben,
der, wie ausgeführt, auf die Zwischenfläche und zusätzlich auf die Grundfläche einwirken
kann. Diese Doppelbetätigung macht es der Steuereinrichtung 32 möglich, auf einen
Druckabfall am Kanal 64 bereits zu einem Zeitpunkt zu reagieren, in dem in dem ersten
Zylinderraum 36 ein Druckabfall noch nicht ermittelt wurde. Dies wirkt sich darin
aus, daß der Nadelkolben 66 bereits in seine geschlossene Stellung gedrückt wird,
bevor er einen Druckabfall in dem ersten Zylinderraum 36 ermitteln konnte.
[0017] In dem ersten Zylinderraum 36 befindet sich außerdem zwischen der oberen Oberfläche
68 des Nadelkolbens 66 und dem Querteil 62 eine Feder 74, die dazu dient, Steuerkolben
58 und Nadelkolben 66 voneinander fort zu drücken. Die Aufwärtsbewegung des Nadelkolbens
wird durch einen Haltering 76 begrenzt, der ebenfalls in dem ersten Zylinderraum angeordnet
ist.
[0018] Unter Bezugnahme auf die Figuren 2 bis 4 wird nachfolgend die Arbeitsweise der Brennstoffeinspritzdüse
10 erläutert. In Figur 2 ist die Ausgangsposition dargestellt, in der in den Druckquellen
20 und 22 keine Druckdifferenz herrscht und der Druck die Bewegung der Steuereinrichtung
32 beeinflußt. In dieser Stellung befindet sich der Steuerkolben 58 in seiner obersten
Stellung und Kraftstoff kann über den Kanal 64 aus dem Kanal 48 in den Brennstoffkanal
52 bis in den Nadelkolben 66 gelangen, der sich dann noch in seiner geschlossenen
Stellung befindet, in der die Grundfläche 72 den Sitz 73 verschließt. In dieser Stellung
ist die Feder 74 leicht zusammengepreßt, wodurch der Steuerkolben 58 und der Nadelkolben
66 voneinander fort gedrückt werden. Danach wird der Kraftstoffdruck in den beiden
Druckquellen 20 und 22 über die Pumpen 26 und 30 bis auf einen vorherbestimmten Wert
erhöht, der dann auf die Zwischenfläche 70 wirkt und die Kraft der Feder ausbalanciert.
Diese Druckgleichheit läßt den Nadelkolben 66 weiter auf seinem Sitz verbleiben, ist
aber derart, daß der Nadelkolben bei einem zusätzlichen Druckanstieg sofort öffnet.
Wird der Druck in den beiden Druckquellen 20 und 22 gleichzeitig erhöht, so wird er
sich bis zur Zwischenfläche 70 des Nadelkolbens 66 fortpflanzen und ihn entgegen der
Kraft der Feder 74 nach oben verschieben. Der Nadelkolben 66 wird dabei geöffnet und
Kraftstoff kann durch die Einspritzöffnungen 18 in der Düsenspitze 14 in den Brennraum
des Verbrennungsmotors gelangen. Bei der Aufwärtsbewegung wird auch die Fläche des
Nadelkolbens 66, die dem Kraftstoffdruck ausgesetzt ist, vergrößert, da dann der Kraftstoffdruck
nicht nur die Zwischenfläche 70, sondern auch die Grundfläche 72 beaufschlagt. Hierdurch
wird der Druckanstieg so groß, daß die Feder 74 nicht mehr in der Lage ist, den Nadelkolben
66 zu schließen. Er bleibt deshalb in seiner offenen Position.
[0019] Zu einem vorbestimmten Zeitpunkt wird dann in den Druckquellen 20 und 22 eine Druckdifferenz
erzeugt, wobei der Druck in der Brennstoffdruckquelle 22 kleiner ist, so daß sich
der Steuerkolben 58 nach unten in Richtung auf seine zweite Stellung bewegt. Dies
ist in Figur 3 veranschaulicht, aus der zu ersehen ist, daß der Kanal 64 nicht mehr
zu den Kanälen 48 und 52 bzw. zu der Stelle 50 ausgerichtet ist. Dadurch wird der
Kraftstofffluß zwischen den Kanälen 48 und 52 zunächst gedrosselt und später ganz
unterbunden. Gleichzeitig wird bei dieser nach unten gerichteten Bewegung die Feder
74 weiter zusammengedrückt, da dann auf die Feder der Querteil 62 infolge der gegen
den Steuerkolben anliegenden Stange 60 wirkt. Die Feder 74 wird so lange zusammengedrückt,
bis ihre Federkraft der Differenz der Drücke entspricht, die auf die Oberseite des
Steuerkolbens 58 und auf die Zwischenfläche 70 und Grundfläche 72 des Nadelkolbens
66 wirken. Zu etwa einem solchen Zeitpunkt, insbesondere bei weiterem Druckanstieg,
wirkt die Feder 74 als eine mechanische Stange und bewirkt eine Abwärtsbewegung des
Nadelkolbens 66, die unmittelbar von der Abwärtsbewegung des Steuerkolbens abhängig
ist. Unmittelbar bevor die Kraftstoffverbindung über den Kanal 64 ganz unterbrochen
wird infolge der Abwärtsbewegung des Steuerkolbens 58, wird die Kraft der Feder der
Druckdifferenz entsprechen, die zwischen den Druckquellen 20 und 22 herrscht. Der
Nadelkolben 66 wird dann bereits wieder mit seiner Abwärtsbewegung beginnen. Dies
kann deshalb erfolgen, weil, nachdem der Kanal 64 aus dem Bereich der Stelle 50 geschoben
wurde und damit über den Kanal 64 kein Kraftstoff mehr fließen kann, der Druck an
der Zwischenfläche 70 und der Grundfläche 72 sich abzubauen beginnt. Der Druckabfall
basiert auf zwei Faktoren, und zwar wird ein Teil des Kraftstoffes durch die Düsenspitze
austreten und zum anderen ist der Kraftstofffluß aus der Brennstoffdruckquelle 22
gedrosselt oder ganz unterbunden. Der Druck in der Brennstoffquelle wird so lange
abfallen, bis sich der Nadelkolben 66 wieder in seiner geschlossenen Stellung befindet,
in der durch die Düsenspitze kein Kraftstoff mehr austreten kann. Da bei diesem Vorgang
die Druckkraft der Feder 74 höher als bei der Aufwärtsbewegung des Nadelkolbens 66
ist und der Druck unterhalb des Nadelkolbens 66 ständig abnimmt, wird der Nadelkolben
66 sehr schnell schließen. Hieraus geht hervor, daß die Kraft, die zum Schließen des
Nadelkolbens 66 erforderlich ist, größer ist als die Kraft, die zum Öffnen des Nadelkolbens
benötigt wird. Durch dieses Merkmal wird ein scharfes Abreißen des Kraftstoffflusses
durch die Düsenspitze im Brennraum des Verbrennungsmotors erreicht. Die größere Kraft
verhindert auch ein frühzeitiges Wiederöffnen des Nadelkolbens, so daß ein ungewolltes,
zweimaliges Einspritzen verhindert wird. In Figur 4 ist der Steuerkolben 58 sich in
seiner untersten Stellung befindlich eingezeichnet, und der Nadelkolben nimmt seine
Schließstellung ein oder befindet sich in seiner geschlossenen Stellung. In dieser
Stellung wird aller durch den Kanal 46 aus der Steuerdruckquelle 20 eingespeister
Kraftstoff durch die Entlastungsöffnung 54 abströmen. Letztere dient dazu, Beschädigungen
an der Steuereinrichtung 32 zu verhindern, die dadurch entstehen könnten, daß der
Steuerkolben 58 gegen das untere Ende des zweiten Zylinderraumes prallen könnte. Obwohl
die Druckdifferenz zwischen den Druckquellen groß ist, wird der Ventilkolben 58 nicht
auf das untere Ende 40 aufprallen, da bei der Abwärtsbewegung ein immer größer werdender
Bereich der Bohröffnung der Entlastungsöffnung 54 im oberen Ende 38 des Zylinderraums
freigegeben wird. Hierbei ist auch festzuhalten, daß der Kanal 64 bereits aus dem
Bereich der Stelle 50 hinaus verschoben wurde, bevor die obere Oberfläche des Steuerkolbens
58 unter die Bohröffnung der Entlastungsöffnung 54 verschoben worden ist. Dies gewährleistet,
daß der Kraftstofffluß am Kanal 64 bereits gedrosselt oder unterbunden wurde, bevor
ein Druckabbau über die Entlastungsöffnung erfolgen konnte. Die Zeitverzögerung stellt
außerdem sicher, daß der Nadelkolben 66 in seiner Schließstellung verbleibt und somit
verhindert, daß ein zweiter ungewollter Einspritzvorgang stattfindet.
[0020] Zu einem weiteren vorherbestimmten Zeitpunkt wird die Druckdifferenz zwischen den
Druckquellen wieder auf Null ab- bzw. aufgebaut, wodurch der Steuerkolben 58 durch
die Kraft der Feder 74 aufwärts bewegt wird. Dabei entspannt sich die Feder 74 auf
ihrer Anfangslänge, wie sie in Figur 2 angedeutet ist, und ein weiterer Zyklus kann
beginnen.
[0021] Durch Veränderung der Druckdifferenz zwischen den Druckquellen 20 und 22 kann sowohl
der Zeitpunkt als auch die Menge des einzuspritzenden Kraftstoffes bestimmt werden.
Der genaue Zeitpunkt der Kraftstoffeinspritzung durch die Düsenspitze 14 wird durch
den Öffnungszeitpunkt, zu dem der Nadelkolben zu öffnen beginnt, bestimmt. Die einzuspritzende
Kraftstoffmenge wird durch die Druckkraft der Feder und die Druckdifferenz zwischen
den Druckquellen 20 und 22 bestimmt und begrenzt durch das Abschließen der Kraftstoffverbindung
zwischen den Kanälen 48 und 52. Da der Nadelkolben 66 seine Abwärtsbewegung in Ahängigkeit
von der Abwärtsbewegung des Steuerkolbens beginnt, nachdem die Feder 74 auf einen
vorherbestimmten Wert zusammengedrückt und bevor ein Druckabfall an der Zwischenfläche
70 wahrgenommen wurde, kann der in eine Brennkammer einzuspritzende Kraftstoff wesentlich
genauer gesteuert werden.
1. Brennstoffeinspritzdüse mit einem in einem ersten Zylinderraum (36) angeordneten
Nadelkolben (66), der mit einer Ventilnadel zum Öffnen und Schließen einer Einspritzöffnung
versehen ist und der aus einer Ventilschließstellung durch den Einspritzdruck unter
Verspannung einer Feder (74) um einen dem Öffnungsweg entsprechenden Betrag in eine
Ventilöffnungsstellung verschiebbar ist, mit einem in einem zweiten Zylinderraum (34)
verschiebbar angeordneten Steuerkolben (58), der sich bei Ventilschließstellung des
Nadelkolbens (66) in der vom Nadelkolben (66) fernen Endstellung befindet, der sich
gegen die Feder (74) abstützt, der einen zu dem ersten Zylinderraum (36) in den Bereich
zwischen Nadelkolben (66) und Ventilöffnung führenden Brennstoffkanal (52) steuert,
wobei in der genannten nadekolbenfernen Endstellung der Brennstoffkanal (52) mit einer
Brennstoffdruckquelle (22) verbunden ist, und der bei Ventilöffnungsstellung zur Einleitung
der Ventilschließbewegung die Feder (74) bei seiner Verstellbewegung in Richtung zum
Nadelkolben (66) um einen weiteren Betrag spannt und dabei den Brennstoffkanal (52)
von der Brennstoffdruckquelle trennt, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerkolben
(58) auf der nadelkolbenfernen Seite von einer zweiten Druckquelle, einer Steuerdruckquelle
(20) und auf der nadelkolbennahen Seite von der ersten, der Brennstoffdruckquelle
beaufschlagt ist und daß der Druck der Brennstoffdruckquelle und der Druck der Steuerdruckquelle
zur Einleitung und Durchführung der Ventilöffnungs- und Schließbewegung steuerbar
sind, wobei der zweite Zylinderraum (34) in seinem vom Steuerdruck beaufschlagbaren
Abschnitt zur Druckentlastung mit einem Sammelbehälter (24) verbindbar ist.
2. Brennstoffeinspritzdüse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Steuerkolben
(58) ein Kanal (64) vorgesehen ist, der den Brennstoffkanal (52) mit einem weiteren
zur Brennstoffdruckquelle (22) führenden Kanal (48) in seiner vom Nadelkolben (66)
fernen Endstellung verbindet.
3. Brennstoffeinspritzdüse nach Anspruch 2, dadurchgekennzeichnet, daß der Kanal (64)
im Steuerkolben (58) als Ringkanal ausgebildet ist.
4. Brennstoffeinspritzdüse nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Ventilöffnungsstellung des Nadelkolbens (66) durch einen Haltering
(76) begrenzt ist.
5. Brennstoffeinspritzdüse nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der zweite Zyliderraum (34) mit einer Entlastungsöffnung (54)
versehen ist, die von der nadelkolbenfernen Seite des Steuerkolbens (58) beim oder
nach dem Unterbrechen der Verbindung des Brennstoffkanals (52) mit der Brennstoffdruckquelle
(22) geöffnet wird.
1. Fuel injection nozzle having a needle piston (66) arranged in a first cylinder
chamber (36), the needle piston being provided with a valve needle for opening and
closing an injection port and being movable from a valve closing position by the injection
pressure, with accompanying tensioning of a spring (74), by an amount corresponding
to the opening travel into a valve opening position, and having a control piston (58)
which is slidably arranged in a second cylinder chamber (34), is in the end position
remote from the needle piston (66) when the needle piston (66) is in the valve closing
position, is supported against the spring (74), and controls a fuel duct (52) leading
to the first cylinder chamber (36) into the zone between the needle piston (66) and
the valve port, the fuel duct (52) being connected to a fuel pressure source (22)
in the said end position remote from the needle piston, and, in the valve opening
position, in order to initiate the valve closing movement, tensions the spring (74)
by a further amount on its adjusting movement towards the needle piston (66) and in
so doing isolates the fuel duct (52) from the fuel pressure source, characterised
in that pressure is applied to the control piston (58) on the side remote from the
needle piston from a second pressure source, a control pressure source (20), and from
the first, fuel pressure source on the side close to the needle piston, and the pressure
of the fuel pressure source and the pressure of the control pressure source are controllable
for initiating and carrying out the valve opening and closing movements, the second
cylinder chamber (34) being connectable for pressure relief to a reservoir (24) in
that section of the chamber to which the control pressure can be admitted.
2. Fuel injection nozzle according to claim 1, characterised in that a duct (64) is
provided in the control piston (58) which connects the fuel duct (52) to another duct
(48) leading to the fuel pressure source (22) in the end position of the control piston
remote from the needle piston (66).
3. Fuel injection nozzle according to claim 2, characterised in that the duct (64)
in the control piston (58) is in the form of an annular duct.
4. Fuel injection nozzle according to one or more of the preceding claims, characterised
in that the valve opening position of the needle piston (66) is defined by a retaining
ring (76).
5. Fuel injection nozzle according to one or more of the preceding claims, characterised
in that the second cylinder chamber (34) is provided with a relief port (54) which
is opened from that side of the control piston (58) which is remote from the needle
piston on or after the interruption of the connection of the fuel duct (52) with the
fuel pressure source (22).
1.- Buse d'injection de carburant comportant un piston à aiguille ou pointeau (66)
placé dans une première chambre de cylindre (ou un premier compartiment cylindrique)
(36) comportant une aiguille de pointeau pour ouvrir et fermer un orifice d'injection
et pouvant passer sous l'effet de la pression d'injection, avec déformation d'un ressort
(74) à un degré correspondant à la course d'ouverture, d'une position de fermeture
de pointeau à une position d'ouverture de pointeau, un piston de commande (58) placé
de façon à pouvoir coulisser dans une seconde chambre de cylindre ou second compartiment
cylindrique (34), qui se trouve, dans la position de fermeture de pointeau du piston
à pointeau (66), dans la position terminale éloignée du piston à pointeau (66), qui
s'appuie contre le ressort (74), qui commande un canal à carburant (52) aboutissant
au premier compartiment cylindrique (36) dans la zone comprise entre le piston à pointeau
(66) et l'orifice, ce canal à carburant (52) étant, dans la position terminale éloignée
du piston à pointeau indiquée, relié à une source de pression d'alimentation en carburant
(22), et qui, dans la position d'ouverture de pointeau, pour déclencher le mouvement
de fermeture du pointeau, tend le ressort (74) dans une mesure supplémentaire lors
de sa course en direction du piston à pointeau (66) et sépare ainsi le canal à carburant
(52) de la source de pression d'alimentation en carburant, caractérisée en ce que
le piston de commande (58) est soumis, du côté éloigné du piston à pointeau, à l'action
d'une seconde source de pression, une source de pression de commande (20) et, du côté
proche du piston à pointeau, à l'action de la première source de pression, la source
de pression d'alimentation en carburant, et en ce que la pression de la source de
pression d'alimentation en carburant et la pression de la source de pression de commande
peuvent être commandées pour déclencher et effectuer le mouvement d'ouverture et de
fermeture du pointeau, le second compartiment cylindrique (34) pouvant être relié
à un réservoir collecteur (24) dans sa section sur laquelle peut agir la pression
de commande aux fins de détente.
2.- Buse d'injection de carburant selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'il
est prévu dans le piston de commande (58) un canal (64) qui relie le canal à carburant
(52) à un autre canal (48) aboutissant à la source de pression d'alimentation en carburant
(22), dans sa position terminale éloignée du piston à pointeau (66).
3.- Buse d'injection de carburant selon la revendication 2, caractérisée en ce que
le canal (64) est formé dans le piston de commande (58) sous la forme d'un canal annulaire.
4.- Buse d'injection de carburant selon une ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisée en ce que la position d'ouverture de pointeau du piston à pointeau (66)
est limitée par une bague d'arrêt (76).
5.- Buse d'injection de carburant selon une ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le second compartiment cylindrique (34) comporte un orifice
de décharge (54) qui est ouvert par la face du piston de commande (58) éloignée du
piston à pointeau, lors de l'interruption de la liaison du canal de carburant (52)
avec la source de pression d'alimentation en carburant (22) ou après celle-ci.