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EP 0 091 007 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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30.04.1986 Patentblatt 1986/18 |
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Anmeldetag: 23.03.1983 |
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Schleifmittelbahn mit einem gewebten Trägermaterial sowie seine Herstellung
Abrasive band with woven supporting member, and method of manufacturing the same
Bande abrasive avec support tissé et son procédé de fabrication
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH FR GB IT LI LU NL SE |
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Priorität: |
06.04.1982 DE 3212805
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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12.10.1983 Patentblatt 1983/41 |
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Anmelder: Akzo GmbH |
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D-5600 Wuppertal-1 (DE) |
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Erfinder: |
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- Kratzsch, Eberhard, Dr. Dipl.-Chem.
D-5600 Wuppertal 1 (DE)
- Cygan, Wolfgang
D-4006 Erkrath 1 (DE)
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Entgegenhaltungen: :
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung geht aus einer Schleifmittelbahn mit einem gewebten Trägermaterial
aus synthetischen Fasern hervor. Unter Schleifmittelbahn im Sinne der Erfindung werden
gebundene Schleifmittel nach "Ullmanns Encyclopädie der techn. Chemie, Bd. 20, S.
449 ff"verstanden.
[0002] Derartige Schleifmittel aus Polyester zeichnen sich gegenüber Schleifmittel aus Baumwolle
unter anderem durch geringe Wasseraufnahme aus und sind daher besonders gut für den
Naßschliff geeignet. Außerdem haben sie eine hohe Festigkeit, sowohl Einreiß- als
auch Weiterreiß-Festigkeit, was eine lange Gebrauchszeit ermöglicht. Ein kritischer
Punkt derartiger Schleifmittel kann dagegen die Haftung zwischen Trägermaterial und
Bindemittel sein. In der DE-OS 25 31 602 wird daher empfohlen, das Trägermaterial
trotz der größeren Festigkeit nicht aus Filamentgarn, sondern aus Fasergarn herzustellen.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Schleifmittel mit einem gewebten Trägermaterial
aus synthetischen Filamentgarnen zur Verfügung zu stellen, das bezüglich der Haftung
zwischen Bindemittel und Trägermaterial einem aus Fasergarnen hergestellten Trägermaterial
nicht nachsteht. Diese Aufgabe beinhaltet auch seine Herstellung.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Trägermaterial aus Filamentgarn
aus ganz oder teilweise gespaltenen Mehrkomponentenfasern des Matrix-Segmenttyps besteht.
Unter Mehrkomponentenfasern des Matrix-SegmenttyPs sind im Rahmen der Erfindung Fasern
zu verstehen, die aus mindestens zwei verschiedenen Komponenten aufgebaut sind, die
im wesentlichen miteinander unverträglich sind, beispielsweise Polyester und Polyamid.
Unter der Matrix ist die Komponente zu verstehen, in welche die Segmente mehr oder
weniger eingelagert sind. Dabei kann es vorkommen, daß die Matrix die Segmente völlig
umhüllt oder die Segmente von der Matrix nur zu einem Teil umgeben sind. Sowohl die
Matrix als auch die Segmente sind mit im wesentlichen gleichbleibendem Querschnitt
über die gesamte Länge der Faser durchgehend angeordnet. Vorzugsweise werden im Rahmen
der Erfindung Mehrkomponentenfasern des Matrix-Segmenttyps eingesetzt, die mindestens
drei periphere Segmente aufweisen, wobei mindestens ein Teil der peripheren Segmente
nicht von der Matrix umhüllt ist, also einen Teil des Randes des Querschnitts ausmachen.
[0005] Querschnitte von Mehrkomponentenfasern des Matrix-Segmenttyps wie sie im Rahmen der
Erfindung zum Einsatz gelangen können, werden z.B. in der deutschen Offenlegungsschrift
2 809 346 beschrieben. Sie sind in den Figuren 1 bis 7 schematisch dargestellt. Dabei
stellen b die sogenannten Segmente dar und a die Matrix. Die Segmente sind in die
Matrix eingelagert und werden von dieser teilweise oder - wie es bei einigen Segmenten
in den Figuren 3, 4 und 5 der Fall ist, ganz umhüllt.
[0006] Querschnitte gemäß den Figuren 1 bis 4 weisen periphere Segmente mit abgerundeten
Oberflächenteilen auf, wogegen Querschnitte, wie sie in Figur 6 wiedergegeben werden,
neben einem abgerundeten Teil am Rand des Querschnitts auch im wesentlichen gradlinig
verlaufende Teile der Oberfläche besitzen. Querschnitte nach Figur 6 werden auch als
Orangenprofil bezeichnet. Der in Figur 6 dargestellte Querschnitt wird auch Sechserorgan
genannt. Querschnitte gemäß den Figuren 1 bis 4 bezeichnet man auch als sogenannte
Zahnradprofile, wobei die Figuren 2 bis 4 sogenannte Sechserzahnradprofile sind. Die
Figur 3 weist noch ein zusätzliches zentrales Segment auf in Figur 4 sind drei weitere
von der Matrix völlig umhüllte Segmente vorhanden.
[0007] Eine unsymmetrische und ungleichmäßige Anordnung von Segmenten und der Matrix ist
in Figur 7 wiedergegeben.
[0008] Es ist vorteilhaft, wenn die Matrix aus Polyamid und die peripheren Segmente aus
Polyester bestehen.
[0009] Es ist vorteilhaft, das Filamentgarn zunächst ganz oder teilweise in reine Komponenten
zu spalten, dann zu weben und anschließend zum Schleifmittel auszurüsten.
[0010] Ein Verfahren, mit dem sich die Mehrkomponentenfasern des Matrix-Segmenttyps vorteilhaft
ganz oder teilweise wieder in Segment- und Matrix-Komponenten spalten lassen, wird
in der DE-A-29 08 101 beschrieben. Sehr geeignet sind also nach dem Falschdrallverfahren
texturierte und während des Falschdrallens bei einer Temperatur von etwa 180 bis 230°C
fixierte Garne. In Figur 8 sind Querschnitte von gespaltenen Filamenten dargestellt.
Die einzelnen Segmente sind völlig getrennt. In Abbildung 9 sind Querschnitt von Filamenten
dargestellt, die nur teilweise gespalten sind.
[0011] Das ganz oder teilweise gespaltene Filamentgarn wird nach an sich bekannten Verfahren
gewebt ausgerüstet und zu Schleifmitteln weiter verarbeitet.
[0012] Figur 10 zeigt einen schematischen Quersch itt durch das Schleifmittel: a) ist das
Schleifkorn, b) das Bindemittel und c) das gewebte Trägermaterial.
[0013] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist das elastisch gebundene Schleifmittel.
Es wird bevorzugt in Form von endlosen flexiblen Schleifmittelbändern eingesetzt.
Aber auch seine Anwendung in Form von Rollen, Bögen und Streifen ist möglich. Es soll
durch die folgenden Beispiele näher erläutert werden:
Beispiel 1:
[0014] Ein Bikomponentengarn auf der Basis von Polyester/Polyamid (Gewichtsverhältnis: 85
/ 15) mit den Segmenten aus Polyäthylenterephthalat und der Matrix aus Polyamid 6
(Anordnung gemäß Figur 6) wurde wie in DE-A-29 08 101 angegeben, texturiert. Das Garn
(Titer 400 dtex) wurde in an sich bekannter Weise gewebt (Bindung: Satin 4/1), ausgerüstet
und gemäß DE-B-29 28 484 zu Schleifmitteln verarbeitet.
[0015] Das so hergestellte Schleifmittel zeigte nach Schleifproben im nächsthöheren Kornbereich
bei visueller Beurteilung eine wesentlich bessere Haftung zwischen Trägermaterial
und Bindemittel als ein Vergleichs-Schleifmittel aus texturiertem Polyäthylenterephthalat
(Diolen) des gleichen Titers (400 dtex). Es wurde die Körnung inklusive Beschichtung
weit weniger häufig herausgebrochen. Das erfindungsgemäße Schleifmittel hielt sogar
einem diesbezüglichen Vergleich mit einem aus Polyester-Fasergarn hergestellten Schleifmittel
stand.
Beispiel 2:
[0016] Es wurde das Beispiel 1 wiederholt mit der Ausnahme, daß der Gesamttiter nun 200
dtex betrug. Die Ergebnisse waren praktisch gleich.
1. Schleifmittelbahn mit einem gewebten Trägermaterial aus synthetischen Fasern, gekennzeichnet
durch ganz oder teilweise gespaltene Filamentgarne aus Mehrkomponentenfasern des Matrix-Segmenttyps.
2. Schleifmittelbahn nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Mehrkomponentenfasern mit
einer Polyamid-Matrix und peripheren Polyester-Segmenten.
3. Schleifmittelbahn nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch nach dem Falschdrallverfahren
texturierte und während des Falschdrallens bei einer Temperatur von etwa 180 bis 230°C
fixierte Garne.
4. Verfahren zur Herstellung einer Schleifmittelbahn nach den Ansprüchen 1 - 3, dadurch
gekennzeichnet, daß man von einem Filamentgarn aus Mehrkomponentenfasern des Matrix-Segmenttyps
ausgeht, es ganz oder teilweise in seine Komponenten spaltet, es webt und dann auf
bekannte Weise zum Schleifmittel ausrüstet.
5. Verfahren nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch Mehrkomponentenfasern mit einer
Polyamid-Matrix und peripheren Polyester-Segmenten.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß man die Mehrkomponentenfasern
nach dem Falschdrallverfahren texturiert und während des Falschdrallens bei einer
Temperatur von etwa 180 bis 230 °C fixiert.
1. A web-form abrasive material comprising a woven substrate of synthetic fibers,
characterized by completely or partly split filament yarns of multicomponent fibers
of the matrix-segment type.
2. A web-form abrasive material as claimed in Claim 1, characterized by multicomponent
fibers having a polyamide matrix and peripheral polyester segments.
3. A web-form abrasive material as claimed in Claim 1 or 2, characterized by yarns
textured by false-twisting and fixed at a temperature of from about 180 to 230°C during
falsetwisting.
4. A process for producing a web-form abrasive material of the type claimed in Claims
1 to 3, characterized in that a filament yarn of multicomponent fibers of the matrixsegment
type is partly or completely split into its. components, woven and then finished in
known manner to form the abrasive material.
5. A process as claimed in Claim 4, characterized by multicomponent fibers having
a polyamide matrix and peripheral polyester segments.
6. A process as claimed in Claim 4 or 5, characterized in that the multicomponent
fibers are textured by false twisting and are fixed at a temperature of from 180 to
230° C during false- twisting.
1. Bande abrasive comportant un matériau- support tissé en fibres synthétiques, caractérisée
par des filés de filaments en fibres à plusieurs composants du type à matrice et à
segments entièrement ou partiellement dissociés.
2. Bande abrasive selon la revendication 1, caractérisée par des fibres à plusieurs
composants comportant une matrice en polyamide et des segments périphériques en polyester.
3. Bande abrasive selon la revendication 1 ou 2, caractérisée par des filés texturés
selon le procédé de fausse torsion et fixés pendant la fausse torsion à une température
d'environ 180 à 230° C.
4. Procédé de fabrication d'une bande abrasive selon les revendications 1-3, caractérisé
par le fait que l'on part d'un filé de filaments en fibres à plusieurs composants
du type à matrice et à segments, qu'on le dissocie entièrement ou partiellement en
ses composants, qu'on le tisse et qu'on l'apprête ensuite de façon connue en un abrasif.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé par des fibres à plusieurs composants
comportant une matrice en polyamide et des segments périphériques en polyester.
6. Procédé selon la revendication 4 ou 5, caractérisé par le fait que l'on texture
les fibres à plusieurs composants d'après le procédé de fausse torsion et qu'on lesfixe
pendant la fausse torsion à une temperature d'environ 180 à 230°C.