(19)
(11) EP 0 091 494 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.10.1983  Patentblatt  1983/42

(21) Anmeldenummer: 82102737.2

(22) Anmeldetag:  31.03.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3A45F 1/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(71) Anmelder: Hünnebeck GmbH
D-4030 Ratingen 4 - Lintorf (DE)

(72) Erfinder:
  • Hartmann, Karl
    D-4330 Mülheim/Ruhr (DE)

(74) Vertreter: Gille, Christian, Dipl.-Ing. 
Türk, Gille, Hrabal, Leifert Patentanwälte Brucknerstrasse 20
40593 Düsseldorf
40593 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Nutprofil für Zeltkonstruktionen oder dergleichen


    (57) Bei einem Nutprofil (1) für Zeltkonstruktionen sind an einem Grundkörper (2) zwei paarweise jeweils in einer Ebene liegenden, sich in entgegengesetzter Richtung öffnende hinterschnittene Nuten (3 und 4; 5 und 6) und außerdem eine weitere hinterschnittene Nut (8) vorgesehen, deren Öffnung (9) in einem Winkel zu den Öffnungen (7) der anderen Nuten (3 und 4; 5 und 6) weist, so daß man in einander schneidenden, beispielsweise rechtwinklig zueinander verlaufenden Ebenen Zeltbahnen in das Nutprofil einhängen kann, welche Zeltabdeckungen bzw. Wände oder Zwischenwände bilden, ohne die Zeltbahnen abwinkeln zu müssen.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Nutprofil, das beispielsweise für Zeltkonstruktionen od. dgl. bestimmt ist und einen Grundkörper mit zwei in einer Ebene liegenden, sich in entgegengesetzter Richtung öffnenden hinterschnittenen Nuten zum Halten von Zeltbahnen od. dglc aufweist.

    [0002] Es ist bekannt, Zeltkonstruktionen aus einem zu verspannenden Rahmen und an dem Rahmen befestigten Zeltbahnen zu bilden. Der Rahmen besteht dabei wenigstens zum Teil aus Profilträgern, die an entgegengesetzten Seiten hinterschnittene Nuten enthalten, so daß man von beiden Seiten in diesen als Nutprofil zu bezeichnenden Träger Zeltbahnen einhängen kann, die an der betreffenden Kante doppelt liegen und einen verdickenden Einsatz enthalten, damit sie in der betreffenden hinterschnittenen Nut gehalten werden. Zum Anbringen am und Entfernen vom Nutprofil werden die Zeltbahnen in Längsrichtung in die betreffende Nut eingezogen bzw. aus derselben herausgezogen.

    [0003] Am Ende einer mit derartigen Nutprofilen gebildeten Zeltkonstruktion wird die die Endwand bildende Zeltbahn im Endrahmen um etwa 90v umgelegt, weil sie etwa rechtwinklig zur Nutöffnung verlaufen muß. Durch dieses Umlegen oder Umknicken wird die Zeltbahn im Knickbereich verhältnismäßig stark beansprucht, was zu schnellem Verschleiß führt, denn Zeltkonstruktionen dieser Art werden häufig auf-und abgebaut. Ein weiterer Nachteil der bisher bekannten Nutprofile liegt darin, daß man an diesen keine Zwischenwände innerhalb einer Zeltkonstruktion anbringen kann.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Nutprofil für Zeltkonstruktionen oder dergleichen zu schaffen, in das Zeltbahnen oder dergleichen so eingehängt werden können, daß sie einem geringstmöglichen Verschleiß unterliegen und auch jederzeit Zwischenwände in einer größeren Zeltkonstruktion einfach angebracht werden können.

    [0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß am Grundkörper des Nutprofils eine weitere hinterschnittene Nut vorgesehen ist, deren Öffnung in einem Winkel zu den Öffnungen der beiden anderen Nuten liegt. Das erfindungsgemäße Nutprofil weist also wenigstens drei Nuten auf, von denen einesich in einer in anderer Richtung verlaufenden Ebene wie die anderen hinterschnittenen Nuten öffnet.Vorzugsweise öffnet sich die weitere hinterschnittene Nut in einem rechten Winkel zu den Öffnungen der anderen hinterschnittenen Nuten. Dementsprechend ist es möglich, wenn ein derartiges Nutprofil im Rahmen einer Zeltkonstruktion benutzt wird, sowohl die für die obere Abdeckung bzw. das Dach des Zeltes benutzten Zeltbahnen einzuhängen und auch senkrechte Wände oder Zwischenwände, ohne daß die betreffenden Zeltbahnen umgeknickt oder umgelegt werden müßten. Vielmehr ist für jede Richtung oder Ebene, in der eine Zeltbahn als Abdeckung oder Wand angebracht werden soll, eine spezielle Nut mit entsprechend gerichteter Öffnung vorhanden. Dadurch werden die Zeltbahnen nicht nur geschont, sondern das Aufbauen und Abbauen von Zeltkonstruktionen wird beschleunigt, ebenso wie es möglich ist, das Innere einer Zeltkonstruktion variabel zu gestalten, weil man jederzeit auch noch nachträglich Zwischenwände aus Zeltbahnen einziehen bzw. entfernen kann.

    [0006] Gemäß einer praktischen Ausführungsform der Erfindung hat das Nutprofil in zwei parallelen Ebenen jeweils ein Paar entgegengesetzt sich öffnender hinterschnittener Nuten, wobei zwischen den Nuten des einen Nutenpaares die sich in anderer Richtung öffnende weitere hinterschnittene Nut angeordnet ist. Auf diese Weise erhält man ein im Grundquerschnitt etwa rechteckiges Profil mit darin integrierten Nuten, das keine scharfkantigen überstehenden Teile aufweist. Ein derartiges Nutprofil ist besonders gut als Träger für den Rahmen einer Zeltkonstruktion geeignet, die eine doppelte Zeltwand hat. An jeder Seite des Nutprofils können zwei Zeltbahnen im Abstand voneinander übereinander eingezogen werden.Hierdurch wird eine verbesserte Wärmeisolierung erreicht, beispielsweise ein hoher Schutz gegen Hitze, insbesondere in Tropen- oder Wüstengebieten. Es ist jedoch auch möglich, dem Nutprofil einen anderen Grundquerschnitt zu geben, beispielsweise einen dreieckförmigen. In jedem Falle sind die Nuten, gleichgültig in welcher Richtung sie sich öffnen, in das Profil integriert und bilden keine überstehenden Teile.

    [0007] Vorzugsweise ist jede Nut im Querschnitt kreisförmig ausgebildet und weist eine schlitzartige Öffnung auf, die in die gewünschte Richtung weist.

    [0008] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist der Grundkcrper als Hohlprofil ausgebildet und mit einem ebenfalls als Hohlprofil ausgebildeten Steckstück versehen, das in das Hohlprofil des Grundkörpers derart eingepaßt ist, daß es mit Reibungssitz im Grundkörper steckt. Dieses Steckstück dient zum Anschließen weiterer Nutprofile gleicher Art, die einfach auf das aus dem Nutprofil herausragende Ende des Steckstückes aufgeschoben werden. Zur Verankerung zwischen dem Steckstück und den betreffenden Nutprofilen sind im Nutprofil und im Steckstück beispielsweise Bohrungen vorgesehen, durch die jeweils ein Verriegelungsstift eingeschoben werden kann.

    [0009] Das erfindungsgemäße Nutprofil und auch das Steckstück lassen sich beispielsweise als Aluminium-Strangpreßkörper herstellen.

    [0010] In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Nutprofils dargestellt, und zwar zeigt

    Fig. 1 einen Querschnitt durch eine Ausführungsform des Nutprofils mit eingesetztem Steckstück und

    Fig. 2 einen Querschnitt durch eine abgewandelte Ausführungsform des Nutprofils.



    [0011] Das in Fig. 1 dargestellte Nutprofil 1 hat einen im Querschnitt im wesentlichen rechteckigen Grundkörper 2 in Form eines stranggepreßten Hohlprofils, an dessen vier Ecken jeweils eine hinterschnittene Nut 3, 4, 5 und 6 angeordnet ist. Diese hinterschnittenen Nuten 3 bis 6 sind im Querschnitt im wesentlichen kreisförmig ausgebildet und enthalten jeweils eine nach der einen bzw. anderen Seite des Grundkörpers 2 weisende schlitzartige Öffnung 7. Die schlitzartigen Öffnungen 7 liegen, wie aus Fig. 1 zu erkennen ist, in zwei parallelen Ebenen an der Ober- bzw. Unterseite des Grundkörpers 2 und dienen beispielsweise dazu, bei einer Zeltkonstruktion eine äußere und eine innere Abdeckung in Form von Zeltbahnen zu halten. Die Zeltbahnen haben eine geringere Dicke als die Weite der Schlitze 7, sind jedoch in dem in den Nuten 3 bis 6 liegenden Kantenbereich beispielsweise doppellagig ausgeführt und enthalten ein Seil oder einen anderen Verankerungskörper, dessen Durchmesser größer als die Weite der Schlitze 7 ist. Daher können die in die Nuten 3 bis 6 eingehängten Zeltbahnen nicht durch die Schlitze 7 herausgezogen werden.

    [0012] Zwischen den hinterschnittenen Nuten 5 und 6 ist an der Innenseite desGrundkörpers 2 eine weitere hinterschnittene Nut 8 vorgesehen, die ebenfalls eine über ihre Länge sich erstreckende schlitzartige Öffnung 9 aufweist. Die Öffnung 9 läuft jedoch rechtwinklig zu den Öffnungen 7 der Nuten 3 bis 6, wie Fig. 1 zeigt. Daher kann in diese Nut 8 eine Zeltbahn eingehängt werden, die eine senkrechte Wand innerhalb einer Zeltkonstruktion bilden soll, beispielsweise eine Stirnwand oder auch eine Zwischenwand des Zeltes. Die Verankerung diescr Zeltbahn ist ebenso wie in Verbindung mit den Nuten 3 bis 6 beschrieben.

    [0013] Im Grundkörper 2 des Nutprofils 1 steckt ein Steckstück 10, das ebenfalls als Hohlprofil ausgebildet ist und dessen äußere Kontur der inneren Kontur des Grundkörpers 2 angepaßt ist, damit das Steckstück 10 mit Reibungskontakt im Grundkörper 2 sitzt. Das Steckstück 10 ragt etwa zur Hälfte seiner Länge aus dem einen bzw. anderen Ende des Nutprofils 1 heraus und dient zum Aufstecken eines weiteren Nutprofils gleichen Querschnittes.

    [0014] Das Steckstück 10 enthält in seinem unteren Quersteg 11. mehrere Bohrungen 12, von denen in Fig. 1 nur eine zu erkennen ist. Diese Bohrungen 12 können mit jeweils einer Bohrung 13 in der Nut 8 in Flucht gebracht werden, so daß man dann durch die Bohrungen 12 und 13 einen hier nicht dargestellten Stift stecken kann, der zur endgültigen Verankerung des Steckstückes 10 im Grundkörper 2 dient. Dieser Stift kann mit einer Sicherung gegen Herausfallen versehen sein.

    [0015] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 2 hat das Nutprofil 21 einen im Querschnitt dreieckförmigen Grundkörper 22, der wiederum als Hohlprofil ausgebildet ist. An den drei Ecken des dreieckförmigen Grundkörpers 22 ist jeweils eine hinterschnittene Nut 23, 24 bzw. 28 angeordnet, in die Zeltbahnen 25, 26 bzw. 30 eingehängt werden können, die durch die schlitzartigen Öffnungen 27 bzw. 29 in die betreffende Nut hineingeführt sind und innerhalb der Nut eine Verdickung 31 enthalten, die durch die schlitzartige Öffnung 27 bzw. 29 nicht herausgezogen werden kann. Dementsprechend müssen die Zeltbahnen 25, 26 und 30 in Längsrichtung in die betreffenden Nuten des Nutprofils 21 eingezogen werden.

    [0016] Auch das Nutprofil 21 kann mit einem nicht dargestellten Steckstück zum Anschließen weiterer Nutprofile gleichen Querschnittes versehen sein.

    [0017] Es ist erkennbar, daß die Nuten 3, 4, 5, 6, 8, 23, 24 und 28 eine jeweils kreisförmige Kontur aufweisen, im übrigen aber in den Querschnitt des Grundkörpers 2 bzw. 22 integriert sind, so daß die Nutprofile 1 und 21 Profilträger bilden, welche eine weitgehend geschlossene Oberfläche aufweisen. Derartige Profilträger sind für die Errichtung von Zeltkonstruktionen besonders geeignet.


    Ansprüche

    1. Nutprofil (1; 21) für Zeltkonstruktionen od. dgl., mit einem Grundkörper (2; 22) und zwei in einer Ebene liegenden, sich in entgegengesetzter Richtung öffnenden hinterschnittenen Nuten (3, 4; 23, 24) zum Halten von Zeltbahnen (25; 26) od. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß am Grundkörper (2; 22) eine weitere hinterschnittene Nut (8; 28) vorgesehen ist, deren Öffnung (9; 29) in einem Winkel zu den Öffnungen (7 und 27) der beiden anderen Nuten (3, 4; 23, 24) liegt.
     
    dadurch gekennzeichnet 2. Nutprofil nach Anspruch 1,/daß die weitere Nut (8; 28) sich in einem rechten Winkel zu den anderen Nuten (3, 4; 23, 24) öffnet.
     
    3. Nutprofil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es in zwei parallelen Ebenen jeweils ein Paar entgegengesetzt sich öffnender hinterschnitte- ner Nuten 3, 4; 5, 6) aufweist und daß zwischen den Nuten (5, 6) des einen Nutenpaares die sich in anderer .Richtung öffnende weitere Nut (8) angeordnet ist.
     
    4. Nutprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß jede Nut (3, 4, 5, 6, 8, 23, 24, 28) im Querschnitt kreisförmig mit schlitzartiger Öffnung, (7; 9; 27; 29) ausgebildet ist.
     
    5. Nutprofil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Nuten (3 bis 6, 8, 23, 24,28) in die Grundkontur des Grundkörpers (2; 22) integriert sind.
     
    6. Nutprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (2; 22) als Hohlprofil ausgebildet und mit einem als Hohlprofil ausgebildeten lösbaren Steckstück (10) versehen ist.
     
    7. Nutprofil nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Steckstück (10) mit Reibsitz im Grundkörper (2; 22) steckt und mittels eines Stiftes am Grundkörper zu arretieren ist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht