[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entwickeln von Mikrofilmen, bei welcher
der belichtete Film nacheinander verschiedene Arbeitsstationen, wie Entwicklerbad,
Fixierbad, Vorwässerung, Nachwässerung und Trocknung, entlang einer horizontal angeordneten
Bahn mit Hilfe eines motorisch angetriebenen Rollenpaares durchläuft.
[0002] Aus der DE-PS 22 18 369 ist eine Vorrichtung zum Entwickeln von Mikrofilmen bekannt,
bei der der zu entwickelnde Film eine aus Führungsrollen bestehende Bahn durchläuft
und diese
Rol- lenbahn durch weitere Führungs- und Umlenkrollen zu einer geschlossenen Bahn aus
einem endlosen, angetriebenen Gurtband, einem insbesondere verstärkten chemikalienbeständigen
Kunststoff-Folienband oder dergleichen Transportband ausgestaltet ist, an dem der
zu entwickelnde Film am Einlauf in das Entwicklerbad befestigt und von diesem vor
dem Aufspulen des fertig entwickelten und getrockneten Films wieder gelöst wird. Der
zu behandelnde Mikrofilm durchläuft dabei die einzelnen Bäder, wobe die Flüssigkeiten
den Mikrofilm beidseitig umspülen. Das Transportband ist mit allen Rollen, dem Antrieb,
der Abspul- und der Aufspullagerung für den Mikrofilm auf einem Gestell gehaltert
und kann mit diesem in die einzelnen Bäder bzw. Arbeitsstationen eingesetzt und wieder
abgenommen werden. Durch diese Maßnahme läßt sich die Entwicklungsvorrichtung in einfacher
Weise auseinandernehmen, so daß die einzelnen Bäder bzw. Arbeitsstationen und auch
die Transporteinrichtung gereinigt bzw. neue Badflüssigkeiten zugegeben werden können.
Neben der Tatsache, daß die Konstruktionen des Rollensystems aufwendig ist und eine
besondere Reinigung nach den Arbeitsabläufen erforderlich ist, müssen auch die einzelnen
Badflüssigkeiten ausgetauscht und die Bäder gereinigt werden. Für dic- Abführung verbrauchter
Flüssigkeiten sind besondere Gefäße erforderlich und entsprechend werden auch die
frischen und unverbrauchten Flüssigkeiten in eigenen Behältern transportiert und aufbewahrt.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, sowohl das Filmführungssystem innerhalb
der Vorrichtung zu vereinfachen als auch den Kreislauf bezüglich der frischen und
unverbrauchten Flüssigkeit sowie der abzuführenden verbrauchten Flüssigkeit derart
zu verbessern und zu vereinfachen, daß die halbe Anzahl der Transportgefäße entfällt-
Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, die Dimensionen der Bäder der einzelnen
Arbeitsstationen zu verkleinern und den Chemiekalienverbrauch günstiger zu gestalten.
[0004] Die Lösung dieser Aufgabe besteht darin, daß bei der eingangs aufgeführten Vorrichtung
ein Flüssigkeitsumlaufsystem vorgeschlagen wird, bei dem jedes eine Arbeitsstation
mit einer Flüssigkeit versorgenden und als Transportbehälter ausgebildete Gefäß ein
Zuleitungsrohr und ein Ansaugrohr aufweist, wobei das Ansaugrohr die Flüssigkeit über
eine Flüssigkeitspumpe und eine sich anschließende Heizung über Druckrohre zu einem
Bad der zugeordneten Arbeitsstation führt, in dem sie gegen die horizontal verlaufende
Filmunterseite gesprüht wird und über einen Flüssigkeits- und Filmführungskörper und
das Zuleitungsrohr wieder in das Gefäß gelangt. Durch diese Maßnahme nach der Erfindung
dient das Gefäß gleichzeitig als Transportgefäß für die diesbezügliche Flüssigkeit
und als im Kreislauf befindlicher Vorrats- und Versorgungstank für das jeweilige Bad
der Arbeitsstation.
[0005] Die Ansaugrohre sind vorzugsweise über eine mit vier Ansaug-und Druckkammern versehene
Pumpe geführt. Hierdurch wird sichergestellt, daß sämtliche Bäder mit einer gleichen
Flüssigkeitsmenge pro Zeiteinheit durchströmt werden.
[0006] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Heizung als Wärmetauscher
ausgebildet, welche in einem mit Suarzsand gefüllten und von einem Mantel umschlossenen
Raum einen zentral gelagerten und in Achsrichtung verlaufenden elektrisch betriebenen
Heizstab aufweist, der von den Druckrohren umgeben ist. Durch diese Maßnahme wird
sichergestellt, daß die Temperierung sämtlicher Bäder gleichmäßig erfolgt, so daß
die Flüssigkeiten sämtlicher Arbeitsstationen die gleiche Arbeitstemperatur aufweisen.
Vorteilhaft ist es, die Heizleistung des Heizstabes zu regeln, in dem das Druckrohr
für die Versorgung der ersten Arbeitsstationen einen Temperaturregler aufweist. Dieser
ist mit einem Temperaturfühler verbunden und bei der Regelung der Heizleistung aufgrund
der ermittelten Temperaturwerte wird sichergestellt, daß auch die übrigen Druckrohre
mit einer gleichen Wärmeleistung beaufschlagt werden.
[0007] Vor der ersten Arbeitsstation ist gemäß der Erfindung ein motorisch angetriebenes
Rollenpaar für den Filmtransport angeordnet, so daß sich ein aufwendiges und kompliziertes
Rollensystem erübrigt.
[0008] Die Erfindung wird anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Hierbei zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung des Flüssigkeitsumlaufs innerhalb der Vorrichtung
mit ihren einzelnen Arbeitsstationen;
Fig. 2 einen Querschnitt durch die Heizungsvorrichtung und
Fig. 3 eine geringfügig vergrößerte Darstellung eines Flüssigkeits- und Filmführungskörpers.
[0009] Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung befindet sich in einem nicht näher dargestellten
Gehäuse, dessen vordere Klappe im geöffneten Zustand die Gefäße 2, 3, 4 und 5 freigibt.
Die Gefäße 2 bis 5 sind als mit einem Schraubdeckel verschließbare Gefäße ausgebildet.
Das Gefäß 2 dient zur Versorgung der Arbeitsstation 16 mit Entwicklerlösung und das
Gefäß 3 enthält eine Fixierlösung zur Versorgung der Arbeitsstation 17. Die Gefäße
4 und 5 versorgen die Arbeitsstationen 18 und 19, welche zur Vor- und Hauptwässerung
dienen und daher entsprechende Wässerungsmittel enthalten. Jedes Gefäß 2 bis 5 ist
mit einem entsprechenden Ansaugrohr 10, 11, 12 bzw. 13 verbunden. Die Ansaugrohre
führen zu einer Flüssigkeitspumpe 14, welche vier Ansaug- und vier Druckkammern aufweist.
Die auf der Druckseite der Flüssigkeitspumpe 14 verlaufenden Rohre 40, 41, 42 und
43 durchlaufen eine Heizung 15, welche später anhand der Fig. 2 noch näher erläutert
wird. Die einzelnen Arbeitsstationen 16, 17, 18 und 19 sind im Prinzip gleich aufgebaut
mit Ausnahme eines oberen Quersteges, auf den ebenfalls später noch näher eingegangen
wird, so daß es auch zum Verständnis der Vorrichtung ausreichend ist, wenn die Arbeitsstation
16 als Beispiel ausführlich beschrieben wird. Hierzu wird gleichzeitig die Fig. 3
herangezogen. Die gesamten Arbeitsstationen einschließlich der Trockenstation 47 sind
von einem abnehmbaren Deckelteil 1 während des Arbeitsvorganges abgedeckt. Innerhalb
des Bades der Arbeitsstation 16 (ebenso wie innerhalb der Bäder der Arbeitsstationen
17, 18, 19) ist ein Flüssigkeits- und Filmführungskörper 20 angeordnet, der einen
H-förmigen Querschnitt aufweist, dessen Vertikalstützen 24 und 25 sich auf dem Boden
26 des Bades der Arbeitsstation 16 abstützen.
[0010] Der Abstand der Vertikalstützen 24 und 25 ist geringfügig kleiner als die Breite
des Filmes 31 (siehe hierzu Fig. 3). Zur Filmführung sind in den Vertikalstützen 24
und 25 oberhalb des Quersteges 32 in Längsrichtung verlaufende Nuten 33 und 34 vorgesehen.
Der Quersteg 32 ist mit einer zentralen und auf die Filmfläche gerichtete Bohrung
35 versehen, welche mit dem Druckrohr 40 verbunden ist. Die Länge des Flüssigkeits-und
Filmiührungskörpers 2U ist geringer als die Länge des Bades der Arbeitsstation 16,
so daß die aus der Bohrung 35 auf den Quersteg 32 strömende Entwicklerlösung auf den
Boden 26 des Bades und in das Zuleitungsrohr6 gelangt, welches mit dem Gefäß 2 verbunden
ist. Da die Länge der Flüssigkeits- und Filmführungskörper kleiner ist als die Längsausdehnung
der Bäder, liegt der Film zwischen den einzelnen Bädern vollständig frei, so daß auch
keine Verschleppung der Flüssigkeit von einem Bad zum sich anschließenden Bad erfolgt.
Die Nuten 33 und 34 in den Vertikalstützen 24 und 25 sind derartig dimensioniert,
daß der Film 31 ein ausreichendes Spiel erhält. Der Film 31 wird etwa in einem Abstand
von 2 bis
-3 mm oberhalb des Quersteges 32 geführt, so daß ein äußerst geringer mit Flüssigkeit
durchströmter Raum vorhanden ist. Hierdurch wird die Filmunterseite mit der Entwicklerlösung
intensiv in Kontakt gebracht.
[0011] In Sonderfällen ist es auch erforderlich, die Oberseite des Filmes mit Entwicklerlösung
und einer Wässerungsflüssigkeit zu kontaktieren. Aus diesen Gründen befinden sich
in den Arbeitsstationen 16 und 19 zwischen den Vertikalstützen 24 und 25 der Flüssigkeits-
und Filmführungskörper 20 und 23 oberhalb der Filmführungsnuten 33 und 34 jeweils
ein Quersteg 36 bzw. 37. Vor der ersten Arbeitsstation 16 ist ein motorisch angetriebenes
Rollenpaar 45 und 46 für den Filmtransport vorgesehen. Die Rollen 45 und 46 werden
über Zahnräder 49 und 50 mit Hilfe einer Transmission 51 von dem Motor 52 angetrieben.
Die Transmission 51 betätigt ferner die Filmaufspulrolle 53 sowie zwei Trockenwalzen
54 und 55 über ihre Zahnräder 56 und 57. Für die Filmspule 58 ist kein Antrieb erforderlich,
da das Rollenpaar 45 und 46 den Film von der Rolle 58 abrollt und diesen durch die
Filmführungsnuten 33 und 34 schiebt.
[0012] Die Heizung 15 besteht aus einem elektrischen Heizstab 39, der von den Druckrohren
40, 41, 42 und 43 in einem Abstand umgeben ist. Dieser Raum ist mit Quarzsand ausgefüllt,
der von dem Mantel 38 eingeschlossen ist. Das Druckrohr 40 ist an einen Temperaturregler
44 angeschlossen, der mit Hilfe einer elektronischen Schaltung die Heizleistung des
elektrischen Heizstabes 39 regelt.
[0013] Zur Betätigung der Vorrichtung werden die Flüssigkeitspumpe 14 und die Heizung 15
eingeschaltet, so daß bereits ein kontinuierlicher Flüssigkeitsumlauf in Gang gesetzt
wird, bevor sich der Film 31 in der Vorrichtung befindet. Sobald die erforderliche
Temperierung der Flüssigkeiten erreicht ist, wird der Motor 52 betätigt und der Film
31 den Rollen 45 und 46 zugeführt, welche diesen erfassen und ihn durch die Filmführungsnuten
33 und 34 sämtlicher Flüssigkeits- und Filmführungskörper 20 bis 23 leiten. Gelangt
der Film in den Flüssigkeits-und Filmführungskörper 20 so durchschneidet er den Flüssigkeitsstrom,
wobei der obere Quersteg 36 dafür sorgt, daß auch oberhalb des Filmes ein Flüssigkeitsraum
ausgebildet wird. Da der Film 31 in den Nuten 33 und 34 ein ausreichendes Spiel aufweist,
sorgt die Kapillarwirkung dafür, daß sich auch eine ausreichende Strömung und damit
Erneuerung der Flüssigkeit ausbildet. Wie bereits eingangs erwähnt, ist es erforderlich,
lediglich dann obere Querstege 36 und 37 vorzusehen, wenn die obere Filmseite benetzt
werden soll. In den anderen Fällen können daher die oberen Querstege entfallen.
[0014] Die Gefäße 2 bis 5 erfüllen drei unterschiedliche Funktionen. So dienen sie einmal
für den Transport der noch frischen Flüssigkeit, bilden innerhalb der Vorrichtung
einen Vorratstank, der sich innerhalb des Kreislaufes der jeweiligen Flüssigkeit befindet
und dienen ferner auch für den Abtransport der verbrauchten Flüssigkeit. Im Vergleich
zu den bisher bekannten Einrichtungen entfällt daher die halbe Anzahl der Gefäße.
Eine umständliche Reinigung der Vorratstanks ist nicht mehr erforderlich. Innerhalb
der Arbeitsstationen ergibt sich der Vorteil, daß diese wegen des intensiven Strömungsumlaufes
relativ klein dimensioniert werden können, wobei dennoch eine gleichbleibende Wirkung
auf den Film erzielt wird. Damit ergibt sich insgesamt der Vorteil, daß die Vorrichtung
nach der Erfindung nicht nur in den üblichen Labors verwendet werden kann, sondern
auch in anderen Räumen, die keine speziellen Einrichtungen aufweisen, wie sie für
Labors üblich sind, da keine Verschmutzungen durch irgendwelche Reinigungsprozesse
auftreten können.
1. Vorrichtung zum Entwickeln von Mikrofilmen, bei welcher der belichtete Film nacheinander
verschiedene Arbeitsstationen, wie Entwicklerbad, Fixierbad, Vorwäs- serung, Nachwässerung und Trocknung, entlang einer horizontal angeordneten
Bahn mit Hilfe eines motorisch angetriebenen Rollenpaares durchläuft, gekennzeichnet
durch ein Flüssigkeitsumlaufsystem, bei dem jedes eine Arbeitsstation mit einer Flüssigkeit
versorgende und als Transportbehälter ausgebildete Gefäß (2, 3, 4, 5) ein Zuleitungsrohr
(6, 7, 8, 9) und ein Ansaugrohr (10, 11, 12, 13) aufweist, wobei das Ansaugrohr (10,
11, 12, 13) die Flüssigkeit über eine Flüssigkeitspumpe (14) und eine sich anschließende
Heizung (15) über Druckrohre (40, 41, 42, 43) zu einem Bad der zugeordneten Arbeitsstation
(16, 17, 18, 19) führt, in dem sie gegen die horizontal verlaufende Filmunterseite
(30) gesprüht wird und über einen Flüssigkeits- und Filmführungskörper (20, 21, 22,
23) sowie das Zuleitungsrohr (6, 7, 8, 9) wieder in das Gefäß (2, 3, 4, 5) gelangt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Bad einer Arbeitsstation
(16, 17, 18, 19) einen Flüssigkeits- und Filmführungskörper (20, 21, 22, 23) mit einem
H-förmigen Querschnitt aufweist, dessen Vertikalstützen (24, 25) an oder geringfügig
über dem Boden (26, 27, 28, 29) des Bades der Arbeitsstation (16, 17, 18, 19) angeordnet
sind und der Abstand der Vertikalstützen (24, 25) voneinander geringfügig kleiner
als die Breite des Filmes (31) ist, wobei zur Filmführung oberhalb des Quersteges
(32) in Längsrichtung verlaufend Nuten (33, 34) angeordnet sind und der Quersteg (32)
mit einer zentralen - auf die Filmfläche gerichtete - Bohrung (35) für die Flüssigkeitszuführung
versehen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeits- und
Filmführungskörper (20, 21, 22, 23) eine Länge aufweisen, welche jeweils kleiner als
die Länge der Bäder der Arbeitsstationen (16, 17, 18, 19) ist, so daß die aus der
Bohrung (35) auf den Quersteg (32) strömende Flüssigkeit auf den Boden (26, 27, 28,
29) des Bades und in die Zuleitungsrohre (6, 7, 8, 9) gelangt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Vertikalstützen
(24, 25) der Flüssigkeits- und Filmführungskörper (20 und 23) oberhalb der Filmführungsnuten
(33, 34) jeweils ein Quersteg (36, 37) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Ansaugrohre (6, 7, 8, 9) über eine mit vier Ansaug- und Druckkammern versehene
Pumpe (14) geführt sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Heizung (15) als Wärmetauscher ausgebildet ist, welche in einem mit Quarzsand
gefüllten und von einem Mantel (38) umschlossenen Raum einen zentral gelagerten und
in Achsrichtung verlaufenden elektrisch betriebenen Heistab (39) aufweist, der von
den Druckrohren (40, 41, 42, 43) umgeben ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckrohr (40) für
die Versorgung der Arbeitsstation (16) einen Temperaturregler (44) aufweist, durch
den die Heizleistung des Heizstabes (39) regelbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vor der ersten Arbeitsstation
(16) ein motorisch angetriebenes Rollenpaar (45, 46) für den Filmtransport angeordnet
ist.