[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 und auf eine automatische Schneidmaschine zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Bei der Fertigung von Wertscheinen, insbesondere von Banknoten, werden im allgemeinen
zunächst Wertscheinbogen mit einer bestimmten Anzahl von Nutzen, das heisst mit einer
bestimmten Anzahl von matrizenförmig angeordneten Wertscheindrucken, hergestellt und
dann diese Bogen stapelweise Schritt für Schritt in Streifenlagen und anschliessend
die Streifenlagen in Wertscheinbündel zerschnitten, wobei die Einzelwertscheine der
Bündel ihr fertiges Format erhalten. Beim Einsatz automatisch arbeitender Schneidmaschinen
werden die Vorschublängen beim schrittweisen Vorschub der Bogenstapel und der Streifenlagen
jeweils aufgrund eines einmal eingestellten Vorschubprogramms fest vorgegeben, und
zwar in Abhängigkeit von der Wertscheingrösse bzw. dem gewünschten Wertscheinformat.
Die anfallenden, fertig geschnittenen Wertscheine sind daher natürlich alle gleich
gross. Diese einheitliche Wertscheingrösse ist für die automatische Weiterverarbeitung,
Sortierung und Verpackung der Wertscheinbündel vorteilhaft.
[0003] Nun ist es jedoch aus ästhetischen Gründen und auch aus Gründen der Fälschungssicherheit
wünschenswert, dass das Druckbild eines Wertscheins stets zentriert innerhalb der
Wertscheinränder oder, wie man sagt, stets exakt im Spiegel liegt. Diese Bedingung
lässt sich bisher immer dann nicht exakt erfüllen, wenn der Wertscheindruck einen
direkten Tiefdruck, insbesondere einen Stahlstichdruck, einschliesst, bei welchem
die Druckplatten einem sehr hohen Anpressdruck unterliegen und unter der Wirkung dieser
Kräfte im Laufe des Betriebs eine allmähliche Dehnung erfahren, das heisst zunehmend
länger und auch breiter werden, wobei diese Verbreiterung längs der Druckplatte in
zum Drehsinn des Plattenzylinders entgegengesetzter Richtung grösser wird. Die schematische
Gestalt einer derart verformten, etwa trapezförmiger Druckplatte entspricht dem Umriss
11' in der später noch näher erläuterten Figur 2. Entsprechend der Verlängerung und
Verbreiterung der Druckplatte ändern sich Grösse und Positionen der Aufdrucke, so
dass beim automatischen Schneiden der Bogenstapel mit konstanten Vorschublängen fertig
geschnittene Wertscheine anfallen, bei denen mit zunehmender Zahl der Drucke das Druckbild
immer mehr aus seiner zentrierten Lage verschoben und daher der Unterschied in den
Breiten der Ränder immer auffallender wird.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, welches es trotz
einer im Laufe des Betriebs auftretenden Druckplattenverformung ermöglicht, beim Zerschneiden
der Bogenstapel stets Wertscheine zu erhalten, die in Bezug auf die Wertscheinränder
wenigstens näherungsweise zentrierte Druckbilder haben.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs
1 sowie, hinsichtlich der Schneidmaschine zur Durchführung des
erfindungsgemässen Verfahrens, durch die im Patentanspruch 15 angegebenen Merkmale
gelöst.
[0006] Die
Aenderung der Vorschublängen kann im einfachsten Falle von Hand aufgrund eines Erfahrungsprogramms
durchgeführt werden, das für die betreffenden Druckplatten empirisch und gegebenenfalls
auch theoretisch aufgestellt wurde. Man beginnt dann mit der Neueinstellung der Vorschublängen,
sobald die Druckplattenverformung ein in der Praxis störendes Ausmass annimmt, was
beispielsweise nach 50'000-100'000 Drucken der Fall sein kann. Nach jeweils weiteren
50'000-100'000 Drucken können dann die Längen der Vorschubbewegungen erneut entsprechend
geändert und angepasst werden. Die vorzunehmenden Neueinstellungen des ursprünglichen
Vorschub-Programms können auch aufgrund einer regelmässigen Inspektion und Ausmessung
der Druckplatte nach zum Beispiel je 50'000 oder 100'000 Drucken erfolgen.
[0007] Es ist auch möglich, die Vorschublängen automatisch durch einen Rechner aufgrund
eines für jeden Druckplattentyp vorbereiteten Programms zu steuern, welches mit zunehmender
Zahl der Drucke variiert.
[0008] Eine Längenänderung der einzelnen Vorschübe lässt sich mit handelsüblichen Vorschubeinrichtungen,
die unter dem Namen Linearverstärker bekannt sind, besonders genau und einfach durchführen.
Diese Linearverstärker haben ein hydraulisches Zylinder-Kolben-System, wobei die dosierte
Druckmittelspeisung des hydraulischen Zylinders mit Hilfe eines Schrittmotors erfolgt,
der bei jeder Umdrehung das Druckmittel-Einlassventil kurzzeitig öffnet; dadurch wird
bei einer Umdrehung des Schrittmotors eine genau dosierte, kleine Druckmittelmenge
derart dem Zylinder zugeführt, dass der Kolben einen Vorschub von beispielsweise 0,1
mm ausführt. Ein derartiger hydraulisch gesteuerter Vorschub arbeitet auch mit hinreichend
geringer Ansprechzeit.
[0009] Eine bevorzugte Durchführungsform des Verfahrens nach der Erfindung besteht darin,
auf der Druckplatte Druckmarkierungen anzubringen, welche die späteren Schnittlinien
definieren und zwangsläufig die Verformungen der Druckplatte mitmachen, und die Vorschubeinrichtungen
durch Lesegeräte zu steuern, welche die beim Druckvorgang aufgebrachten Markierungen
ablesen. Diese Markierungen werden auf die Ränder der Bogen und gegebenenfalls auf
die zwischen den Druckbildern liegenden Bereiche aufgedruckt, welche beim späteren
Bogenrandbeschnitt bzw. bei späteren Zwischenschnitten als Abfallstreifen abgeschnitten
werden. Auf diese Weise lässt sich die Schneidmaschine als Funktion der Positionen
dieser Druckmarkierungen automatisch so steuern, dass stets Wertscheine geschnitten
werden, deren Druckbild korrekt oder zumindest wesentlich genauer als bisher zentriert
ist.
[0010] Die Aenderung der Vorschublängen beim Schneiden hat natürlich, wenn man auf Zwischenschnitte
verzichtet, zur Folge, dass die fertig geschnittenen Wertscheine, abhängig von der
Druckplattenverformung, in ihrer Grösse leicht variieren. Jedoch ist der erzielte
Vorteil, dass nämlich das Druckbild der Wertscheine stets wenigstens näherungsweise
exakt im Spiegel liegt, wesentlich höher zu bewerten als die etwas unterschiedliche
Grösse der anfallenden Wertscheine. Diese wechselnde Grösse nämlich ist in der Praxis
überhaupt nicht bemerkbar und könnte allenfalls durch exakte Vermessungen mehrerer
Wertscheine festgestellt werden; auch fällt die leicht unterschiedliche Grösse der
Wertscheine bei deren Weiterverarbeitung zu verpackten Bündelpaketen praktisch nicht
ins Gewicht. Dagegen fällt ein nicht korrekt zentriertes Druckbild dem Betrachter
eines Wertscheins sofort auf.
[0011] Wenn jedoch darauf Wert gelegt wird, dass alle Wertscheine das gleiche konstante
Format aufweisen sollen, dann kann selbstverständlich mit Zwischenschnitten gearbeitet
werden, was ein etwas aufwendigeres Verfahren darstellt; in diesem Falle müssen die
Abfallstreifen im allgemeinen wenigstens etwa 2 mm breit sein, damit einwandfreie
Schnitte ausführbar sind.
[0012] Im allgemeinen fällt der Verformungseffekt der Grundplatte in Längsrichtung stärker
ins Gewicht als in Querrichtung, so dass unter Umständen die Vorschublängen nur bei
den parallel zum Greiferrand erfolgenden Streifenschnitten geändert zu werden brauchen
und bei den Bündelschnitten auf eine Zentrierungskorrektur verzichtet werden kann.
Es ist jedoch auch denkbar, dass in bestimmten Fällen nur eine Zentrierungskorrektur
bei den Bündelschnitten vorgenommen und bei den Streifenschnitten mit fest vorgegebenen
Vorschublängen gearbeitet wird.
[0013] Zweckmässige weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen
angegeben.
[0014] Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 die schematische Ansicht der wesentlichen Verarbeitungsstationen bei der Fertigung
von Wertscheinen gemäss der vorliegenden Erfindung,
Figur 2 die schematische Ansicht eines mit einer neuen, unverformten Druckplatte bedruckten
Wertscheinbogens, welcher 6 x 4 = 24 Wertscheindrucke bzw. Einzelnutzen aufweist und
auf welchem die späteren Schnittlinien gestrichelt dargestellt sind; strichpunktiert
ist der etwa trapezförmige Umriss des verzerrten Gesamtdruckbildes aller Wertscheindrucke
veranschaulicht, wie es eine nach zahlreichen Drucken entsprechend gedehnte Druckplatte
erzeugt, wobei die Verzerrung, ebenso wie in den folgenden Figuren, aus Gründen der
Anschaulichkeit übertrieben und nicht massstabsgerecht dargestellt ist,
Figur 3 den Bogen nach Figur 2 mit dem verzerrten Gesamtdruckbild und den strichpunktiert
angedeuteten, späteren Schnittlinien, deren Lagen aufgrund der Aenderungen der Vorschublängen korrigiert sind,
Figur 4 den das Bündelschneidwerk nach Figur 1 einschliessenden Bereich mit den sechs
Streifenlagen in schematischer, vergrösserter Darstellung mit den zugeordneten Vorschubeinrichtungen,
Figur 5 einen 4 x 4 = 16 Wertscheindrucke aufweisenden Bogen mit verzerrtem Druckbild,
der unter Verwendung von Zwischenschnitten verarbeitet wird und auf dem die späteren
Schnittlinien gestrichelt angedeutet sind, und
Figur 6 eine der Figur 4 entsprechende Darstellung, welche den Vorschub der vier Streifenlagen
des Bogens nach Figur 5 beim Bündelschnitt veranschaulicht.
[0015] Figur 1 zeigt schematisch diejenigen Verarbeitungsstationen, an denen Verfahrensschritte
nach der Erfindung stattfinden. Es wird angenommen, dass die Wertscheinbogen bereits
beidseitig im Offsetdruck und ausserdem auf der einen Seite im Stahlstichdruck bedruckt
worden sind. Der letzte Druckvorgang für die so vorbereiteten Wertscheinbogen besteht
darin, dass auch noch die andere Bogenseite mit einem Stichdruckbild bedruckt wird.
Das dafür vorgesehene Stichdruckwerk 20 ist schematisch in Figur 1 angedeutet. Die
Wertscheinbogen, die am Eingang des Stichdruckwerks 20 in Form eines Eingangstapels
S1 bereitliegen, durchlaufen in bekannter Weise einzeln nacheinander das Stichdruckwerk
20 und werden an dessem Ausgang auf einem Ausgangsstapel S2 gesammelt. Wie angedeutet,
haben die einzelnen, fertig bedruckten Bogen 10 je 24 Wertscheindrucke bzw. sogenannte
Einzelnutzen, die matrizenförmig in sechs Reihen mit je vier Wertscheindrucken angeordnet
sind. In Figur 2 ist vergrössert ein derartiger Bogen 10 mit seinen sechs Wertscheinreihen
1 bis 6 dargestellt; die später auf Format geschnittenen Wertscheine sind mit 12 und
die von einen unbedruckten Rand umgebenen eigentlichen Wertscheindrucke mit 13 bezeichnet.
[0016] Bekanntlich werden die einzelnen Bogen beim Durchlaufen der Druckwerke von Bogengreifern
gezogen, die den vorderen Bogenrand halten. Dieser beim Durchlaufen der Druckwerke
in Transportrichtung F
0 vorn liegende Bogenrand ist der sogenannte Greiferrand 14 (Figuren 1 und 2), und
die Wertscheinreihen 1 bis 6 sind parallel zu diesem Greiferrand 14, also quer zur
Richtung des Durchlaufs der Bogen durch die Druckwerke, orientiert. Die übrigen drei
Bogenränder sind mit 15,16 und 17 bezeichnet.
[0017] Die fertig bedruckten Bogen 10 des Stapels S2 werden gewöhnlich einer visuellen Qualitätskontrolle
unterworfen, bei welcher Bogen mit Fehldrucken ausgesondert werden, und danach zwecks
Numerierung der Einzelnutzen von einem Eingangsstapel S3 in eine Numeriermaschine
21 eingegeben und an deren Ausgang auf einem Ausgangsstapel S4 abgelegt.
[0018] Anschliessend werden die numerierten Bogen stapelweise nacheinander einer automatischen
Schneidmaschine zugeführt. Dazu wird nach Figur 1 ein Bogenstapel S5 zunächst in Richtung
des Pfeils längs einer Transportstrecke 22 zum Eingang einer Schneidstrecke 24 transportiert
und in eine definierte Anfangsposition P1 gebracht, in welcher alle Bogen 10 des Stapels
mit ihren Greiferrändern 14 an einem Anschlag 23 ausgerichtet sind. Beim folgenden
Transport des Stapels längs der Schneidstrecke 24 in Richtung des Pfeils F1 zum Streifenschneidwerk
27 und während des schrittweisen Vorschubs innerhalb dieses Streifenschneidwerks 27
bilden die Greiferränder 14 die Bogenhinterkanten und damit die für den Streifenschnitt
massgebende Bezugskante des Bogenstapels, an welcher in bekannter Weise fingerartige
Schieber einer automatischen Vorschubvorrichtung 26 anliegen, um die Stapel vorzuschieben.
[0019] An der Schneidstrecke 24 befindet sich vor dem Streifenschneidwerk 27 seitlich ein
Längsschneidwerk 25, an dem die Stapel gestoppt werden und in welchem ein Seitenrandbeschnitt
stattfindet. Es wird hier derjenige Bogenrand beschnitten, welcher beim späteren Bündelschnitt
den rückwärtigen Rand der Streifenlagen bildet, das ist im betrachteten Beispiel der
in Vorschubrichtung linke Seitenrand 15 der Bogen 10. Danach erfolgt in dem als Querschneidwerk
ausgebildeten Streifenschneidwerk 27 zunächst an der Vorderseite des Stapels der Randbeschnitt
des vorderen Randes 16 der Bogen 10 (Figur 2), dann wird der Stapel schrittweise durch
je einen Schnitt in seine sechs Streifenlagen 18 zerteilt, welche den sechs Wertscheinreihen
1 bis 6 entsprechen, und schliesslich wird auf der Rückseite der letzten Streifenlage
der hintere Randbeschnitt des Greiferrandes 14 ausgeführt. Der Papierabfall bei den
Randbeschnitten fällt durch eine Abfallklappe. Wenn ein Stapel zerteilt ist, wird
automatisch der folgende Stapel zugeführt.
[0020] Hinter dem Streifenschneidwerk 27 befindet sich eine Banderolierstation 29 mit einer
der Nutzenzahl je Streifen entsprechenden Anzahl von einzelnen Banderoliereinrichtungen,
im betrachteten Beispiel also vier Banderoliereinrichtungen, die bei jedem Arbeitsgang
gleichzeitig betrieben werden, derart, dass jede Streifenlage 18 gleichzeitig an den
vier Wertschein- bzw. Nutzenpositionen mit je einer vorgeleimten Banderole 129 umgeben
wird.
[0021] Die fertig banderolierten Streifenlagen 18 werden zunächst im Sinne des Pfeils in
Streifenlängsrichtung von der Banderolierstation 29 entfernt und dann längs der Transportstrecke
35, quer zur Streifenlängsrichtung, mittels einer Vorschubvorrichtung 30 zum Eingang
der Schneidstrecke 36 bewegt, auf der ein als Querschneidwerk ausgebildetes, automatisches
Bündelschneidwerk 33 installiert ist. Am Eingang dieser Schneidstrecke 36 werden jeweils
alle zu ein und demselben Bogenstapel S5 gehörenden sechs Streifenlagen 18 in einer
definierten Anfangsposition P2 gesammelt, in welcher die im Längsschneidwerk 25 beschnittenen
Kanten durch Anlage an einem Anschlag ausgerichtet sind, welcher vom Schiebersystem
31 der Vorschubrichtung 32 gebildet wird. Während in bisher bekannten Installationen
eine einzige, allen Streifenlagen gemeinsame Vorschubvorrichtung mit einem Schieber
vorgesehen ist, besteht die Vorschubvorrichtung 32 gemäss der Erfindung, wie später
noch erläutert, aus einer der Zahl der Streifenlagen 18 je Stapel entsprechenden Anzahl
einzelner Vorschubeinrichtungen mit die Streifenlagen individuell bewegenden Schiebern.
Alle zu einem Bogenstapel gehörenden sechs Streifenlagen 18, die, wie in Figur 1 angedeutet,
mit geringem Abstand nebeneinander angeordnet sind, werden dann mittels der Vorschubvorrichtung
32 im Sinne des Pfeils F2 gemeinsam zum Bündelschneidwerk 33 bewegt, wobei sie in
Nuten geführt werden. Im Bündelschneidwerk 33 wird zunächst der dem Bogenseitenrand
17 (Figur 2) entsprechende Vorderrand aller Streifenlagen 18 beschnitten und dann
werden schrittweise alle sechs Streifenlagen 18 gleichzeitig durch drei aufeinanderfolgende
Schnitte in einzelne Wertscheinbündel 19 zerschnitten, die bereits banderoliert sind
und in denen die Wertscheine ihr fertiges Format haben. Bei diesen Vorschüben bilden
die beschnittenen rückwärtigen Kanten die für den Bündelschnitt massgebenden Bezugskanten,
an denen die Schieber der Vorschubvorrichtung 32 anliegen.
[0022] Die vorstehend erläuterte Verarbeitung von Wertscheinbogen zu banderolierten Wertscheinbündeln
sowie die dazu verwendeten Schneid- und Banderoliermaschinen sind bekannt und beispielsweise
in der schweizerischen Patentschrift CH 612 639 bzw. der amerikanischen Patentschrift
US 4 283 902 der gleichen Anmelderin beschrieben, ebenso auch im älteren schweizerischen
Patentgesuch 6 740/81 der gleichen Anmelderin.
[0023] Die auf Format geschnittenen banderolierten Bündel 19 werden auf eine Transportstrecke
37 vorgeschoben und gelangen zu weiteren, hier nicht interessierenden Verarbeitungsstationen,
in denen Bündelpakete mit fortlaufend numerierten Wertscheinen einer bestimmten Serie
gebildet und dann diese Bündelpakete banderoliert und verpackt werden. Diese weitere
Verarbeitung ist beispielsweise Gegenstand der schweizerischen Patentschrift CH 577
426 bzw. der amerikanischen Patentschriften US 3 939 621 und 4 045 944 der gleichen
Anmelderin.
[0024] Ausser der Verwendung individueller Vorschubeinrichtungen zum Vorschub der einzelnen
Streifenlagen besteht bei der hier anhand der Figur 1 beschriebenen Schneidmaschine
ein weiterer Unterschied zum bekannten Stand der Technik darin, dass aus später noch
erläuterten Gründen nur ein Längsschneidwerk 25 zum Randbeschnitt der einen Seitenränder
der Bogen vorgesehen ist und der Randbeschnitt auf den gegenüberliegenden Seiten erst
im
Bündelschneidwerk erfolgt, während es bekannt und üblich ist, anstelle eines Längsschneidwerkes
vor dem
Streifenschneidwerk 27 zwei gegenüberliegende Längsschneidwerke vorzusehen, welche
jeden Stapel gleichzeitig an beiden gegenüberliegenden Seitenrändern auf Format beschneiden.
[0025] Bisher sind nun alle Vorschublängen bzw. Vorschubschritte, welche beim Streifenschnitt
und beim Bündelschnitt die exakten Schnittlinien bestimmen, für den jeweils bearbeiteten
Bogentyp ein für allemal fest vorgegeben und werden vor Beginn der Bearbeitungsoperationen
in Abhängigkeit vom gegebenen Bogen- und
Wertscheinformat und der Nutzenzahl fest an den automatischen Vorschubeinrichtungen
eingestellt, welche zu diesem Zwecke elektronisch programmierbar sind. Zu diesen fest
eingestellten Werten gehören:
- der Abstand D=D 0 zwischen der Anfangsposition P1 eines Stapels und derjenigen Stapelposition
im Streifenschneidwerk 27, in welcher der Vorderrandbeschnitt erfolgt;
- die zwischen aufeinanderfolgenden Streifenschnitten erfolgenden Vorschubschritte,
welche gleich der Breite a eines Wertscheins 12 sind;
- der Abstand E=Eo zwischen der Anfangsposition P2 der Streifenlagen 18 und deren Position im Bündelschneidwerk
37, in welcher der erwähnte Randbeschnitt der Vorderränder der Streifenlagen stattfindet
und
- die zwischen aufeinanderfolgenden Bündelschnitten erfolgenden Vorschubschritte,
welche jeweils die Länge b eines Wertscheins 12 haben.
[0026] Gemäss den in Figur 1 angegebenen Definitionen D=
D -d und E=E
o-e haben also die erwähnten Abstände, solande die später diskutierten Korrekturen
d und e null sind oder nicht berücksichtigt werden, die festen Werte D=D
o und E=E .
[0028] Auch gemäss der vorliegenden Erfindung wird, solange die verwendeten Stichdruckplatten
neu sind und keine ins Gewicht fallende Dehnung erfahren haben, mit den ursprünglich
eingestellten, konstanten Vorschüben D , a, E
o und b gearbeitet. Solange keine merkliche Dehnung der Stichdruckplatten auftritt,
ist natürlich der in Figur 2 angegebene Umriss 11 des Gesamtdruckbildes (einschliesslich
der späteren Wertscheinränder), entsprechend der exakten ursprünglichen Geometrie
und Anordnung der Stichgruben der Druckplatten, genau rechteckförmig, und die in Figur
2 ebenfalls rechteckig dargestellten Wertscheindrucke 13 sind alle unverzerrt und
gleich gross und liegen, nachdem der Bogen 10 längs der gestrichelt eingezeichneten
Schnittlinien in Wertscheine 12 mit stets dem gleichen Format a x b zerschnitten worden
sind, immer zentriert im Bezug auf die unbedruckte Wertscheinumrandung.
[0029] Im Laufe des Betriebes dehnen sich nun die Druckplatten unter der Wirkung der Anpresskräfte,
die bei jedem Druckvorgang durch den Druckzylinder ausgeübten werden. Diese Verformung
ist im Falle einer Stichdruckplatte besonders stark, da beim Stahlstichdruck mit einer
besonders hohen Anpressung gearbeitet werden muss. Bei dieser Druckplattenverformung
erfolgt die Verlängerung und Verbreiterung in nicht linearer Weise, so dass die Druckfläche
eine ungefähr trapezförmige Gestalt annimmt, wobei die in Drehrichtung des Plattenzylinders
gesehen hintere Druckplattenkante die Basisseite des Trapezes bildet. Dementsprechend
werden der Umriss 11', der die Fläche des Gesamtdruckbildes aller Wertscheindrucke
eines Bogens 10 begrenzt und in Figur 2 strichpunktiert dargestellt ist, sowie jeder
einzelne Wertscheindruck ungefähr trapezförmig verzerrt.
[0030] Im Beispiel nach Figur 2 ist das Gesamtdruckbild in Richtung F1 gegenüber seiner
ursprünglichen Abmessung, die 6a betrug, um den Betrag d verlängert.
[0031] Ein Bogen 10, dessen Druckbild derart verzerrt ist und den Umriss 11' hat, ist in
Figur 3 dargestellt. Darüberhinaus sind in Figur 3 gestrichelt diejenigen Linien eingezeichnet,
welche beim späteren Streifen- und Bündelschnitt die Schnittlinien bilden müssten,
damit trotz der Verzerrung bei allen hergestellten Wertscheinen die (in Figur 3 nicht
dargestellten) Wertscheindrucke wenigstens näherungsweise im Spiegel liegen, d.h.
also in Bezug auf die unbedruckte Wertscheinumrandung zentriert sind.
[0032] Die nachstehend beschriebene Vorschubsteuerung mit variierenden Vorschublängen gemäss
der Erfindung ermöglicht es nun, jeden Bogen längs dieser "Soll-Schnittlinien" zu
zerschneiden, die also die korrigierten Abmessungen der Wertscheine definieren.
[0033] Im Beispiel nach Figur 3 ist ein Dehnungszustand der Druckplatte angenommen, bei
dem die Abmessungen der einzelnen Wertscheinreihen 6 bis 1 in Richtung Fl sukzessive
zunehmen. So hat sich die Breite der dem Greiferrand 14 benachbarten Wertscheinreihe
6 vom ursprünglichen Wert a um einen Betrag x auf den Wert a+x, die der Wertscheinreihe
5 auf den Wert a+2x und die der folgenden Wertscheinreihen 4 bis 1 auf die Werte a+3x,a+4x,a+5x
bzw. a+6x vergrössert. Die Gesamtverlängerung in Richtung Fl beträgt also 21x, was
gleich dem in Figur 2 angegebenen Betrag d ist. Natürlich braucht es sich in der Praxis
bei diesen Verlängerungen nicht gerade um ganzzahlige Vielfache des Zuwachses x der
am wenigsten verzerrten Wertscheinreihe 6 zu handeln, wie es hier der Einfachheit
halber als Beispiel angenommen wurde.
[0034] Die in Richtung F2, also parallel zum Greiferrand 14, orientierten Abmessungen der
Einzelnutzen (also der Wertscheindrucke einschliesslich ihrer unbedruckten Umrandung)
nehmen längs jeder der Wertscheinreihen 1 bis 6, beginnend mit einem gegenüber der
ursprünglichen Abmessung b vergrösserten Wert, zunächst ab und dann wieder zu und
werden ferner von Wertscheinreihe zu Wertscheinreihe, betrachtet in Richtung Fl, sukzessive
grösser. Im betrachteten Beispiel haben die an den Enden der Wertscheinreihe 6 liegenden
Einzelnutzen eine um den Betrag y vergrösserte Abmessung b+y, während die beiden mittleren
Einzelnutzen nur auf b+0,5 gestreckt sind. In der Wertscheinreihe 5 haben die beiden
an den Enden liegenden Einzelnutzen die Abmessung b+2y und die beiden mittleren die
Abmessung b+y. In der Wertscheinreihe 4 haben die beiden an den Enden liegenden Einzelnutzen
die Abmessung b+3y und die beiden mittleren die Abmessung b+1,5y. In den folgenden
Wertscheinreihen 3,2 bzw.l haben entsprechend die äusseren Einzelnutzen die Abmessungen
b+4y,b+5y bzw. b+6y und die mittleren die Abmessungen b+2y,b+2,5y bzw. b+3y.
[0035] Bei einer Bogengrösse von beispielsweise 500 x 750 mm können die Werte x und y nach
100'000 Drucken zum Beispiel je ungefähr 0,05 mm betragen, so dass die Verlängerung
d des Gesamtdruckbildes eines Bogens (Figur 1) etwa 1 mm ausmacht. Wenn die Zerschneidung
der Bogenstapel wie bisher mit konstanten Vorschublängen, also längs der in Figur
1 gestrichelten Linien, erfolgt, dann liegt zwar das Druckbild 13 der Wertscheine
12 im mittleren Bereich der Wertscheinreihe 6 praktisch noch zentriert innerhalb der
unbedruckten Wertscheinumrandung, dagegen weisen alle anderen Wertscheine ein mehr
oder weniger aus seiner zentralen Lage verschobenes Druckbild auf, wobei diese Zentrierungsfehler
für die Wertscheine der Wertscheinreihe 1 am grössten sind und natürlich mit zunehmender
Anzahl der Drucke immer stärker und auffälliger werden.
[0036] Um diese Zentrierungsfehler zu vermeiden werden nun die einzelnen Vorschublängen
sowohl beim Streifenschnitt in Richtung Fl als auch beim Bündelschnitt in Richtung
F2 entsprechend den vorstehend diskutierten Verzerrungswerten geändert.
[0037] Zunächst soll die Korrektur beim Streifenschnitt betrachtet werden. Um eine vollautomatische
Steuerung des beim Streifenschnitt variierenden Vorschubs zu realisieren, werden gemäss
einer ersten bevorzugten Durchführungsform des Verfahrens nach der Erfindung auf der
Stichdruckplatte Druckmarkierungen vorgesehen, welche die späteren Schnittlinien definieren
und zwangsläufig mit fortschreitender Dehnung der Druckplatte ihre Position ändern.
Diese Markierungen werden beim Druck der Bogen 10 im Stichdruckwerk 20 mit auf den
einen Seitenrand 17 jedes Bogens aufgedruckt und bestehen im betrachteten Beispiel
(Figuren 2 und 3) aus strichförmigen Markierungen m, die den zum Greiferrand 14 parallelen
Schnittlinie zugeordnet sind. Diese Markierungen werden unmittelbar vor dem Einlauf
der Bogenstapel in das Streifenschneidwerk 27 von einem Lesegerät 28 (Figur 1) abgelesen,
welches die Stillsetzung der Bogenstapel in der vorgesehenen Schnittstellung bewirkt.
[0038] Der Abstand des Lesegeräts 28 vom Messer des Streifenschneidwerks 27 und die Positionen
der Markierungen m relatif zu den ihnen zugeordneten Schnittlinien sind so gewählt,
dass, nachdem die Vorschubvorrichtung 26 beim Ansprechen des Lesegeräts 28 abgeschaltet
wurde, sich ein Bogenstapel aufgrund seiner Trägheit und der Trägheit des Vorschubmechanismus
gerade noch in die gewünschte Schnittstellung bewegt und dort zum Stillstand kommt.
Dieser Bremsweg oder Auslaufweg eines Stapels ist eine definierte und für gleiche
Stapel exakt reproduzierbare Grösse. Somit sorgt die in Vorschubrichtung F1 erste
Markierung m dafür, dass ein Stapel automatisch exakt jeweils die Vorschublänge D=D
-d zurücklegt, wobei d mit zunehmender Druckplattendehnung grösser wird, so dass die
Breite des beim ersten Schnitt abgeschnittenen vorderen Randes 16 der Bogen im Laufe
des Betriebs entsprechend kleiner wird. Die folgenden Markierungen m steuern jedesmal
exakt die Folge der sukzessive kleiner werdenden Vorschubschritte, im Beispiel nach
Figur 3 also die Vorschubschritte a+6x,a+5x, usw. bis a+x.
[0039] Die einfach zu realisierenden, aufzudruckenden Markierungen und deren automatische
Ablesung durch ein die Vorschubvorrichtung 25 steuerndes Lesegerät 28 erlauben daher
eine ständige exakte Steuerung der Vorschublängen beim Streifenschnitt als Funktion
der stetig zunehmenden Druckplattenverformung. Beim Ablauf der Schneidvorgänge in
der Schneidmaschine muss lediglich dafür gesorgt werden, dass der die Markierungen
m aufweisende Seitenrand 17 der Bogen erst nach den Streifenschnitten abgeschnitten
wird, was im betrachteten Beispiel im
Bündelschneidwerk 37 durch den vorderen Randbeschnitt erfolgt.
[0040] Anstelle von Einzelmarkierungen können auch jeweils Doppelmarkierungen vorgesehen
sein, die, wie in Figur 3 angedeutet, aus zwei in geringem Abstand voneinander liegenden
strichförmigen Markierungen mund m bestehen. Die Anordnung ist dann so getroffen,
dass bei Ablesung der jeweils ersten Markierung m s die normale Vorschubgeschwindigkeit
der Bogenstapel auf eine Schleichbewegung verringert und erst beim Ablesen der jeweils
zweiten Markierung m die Vorschubvorrichtung abgeschaltet wird. Die vorangehende Abbremsung
der Bogenstapel vor ihrer Stillsetzung erhöht auf diese Weise die Einlaufgenauigkeit
in die Schnittstellung und ist dann zweckmässig, wenn die Bogenstapel in üblicher
Weise, wie beschrieben, mittels Schiebern vorgeschoben werden, die nur an der rückwärtigen
Stapelkante anliegen.
[0041] Die Steuerung des Vorschubs beim Bündelschnitt als Funktion der zunehmenden Druckplattendehnung
gestaltet sich nun etwas komplizierter als beim Streifenschnitt, weil nämlich nicht
nur die zu einer Wertscheinreihe gehörenden vier Einzelnutzen innerhalb einer Streifenlage
unterschiedlich lang sind, sondern auch innerhalb einer Gruppe der zum selben Stapel
gehörenden sechs Streifenlagen in Richtung Fl von Streifenlage zu Streifenlage länger
werden, wie es anhand von Figur 3 bereits erläutert wurde. Daher müssen die Vorschubwege
der einzelnen Streifenlagen 18 bei ihrem gleichzeitigen Vorschub zum Bündelschneidwerk
33 und zwischen den darauffolgenden Bündelschnitten verschieden sein. Um das zu realisieren,
besteht die Vorschubvorrichtung 32, wie schematisch in Figur 4 angedeutet, aus einer
der Anzahl der Streifenlagen je Stapel entsprechenden Zahl von getrennten, unabhängig
steuerbaren Vorschubeinrichtungen 321 bis 326, von denen jede mit ihrem zugehörigen
Schieber 311 bis 316 eine der Streifenlagen 18, die den Wertscheinreihen 1 bis 6 entsprechen,
individuell bewegt. Diese Schieber 311 bis 316 ersetzen also den bisher bekannten,
für alle Streifenlagen gemeinsamen Schieber und bilden das bei der Beschreibung der
Figur 1 erwähnte Schiebersystem 31.
[0042] Da im betrachteten Beispiel die rückwärtigen Kanten der Streifenlagen 18 beim Seitenrandbeschnitt
im Längsschneidwerk 25 bereits auf ihr endgültiges Format beschnitten werden, erfolgt
dieser Seitenrandbeschnitt nicht exakt stets unter einem rechten Winkel zum Greiferrand
14 (Figur 1), sondern vielmehr längs der den Seitenrand 15 begrenzenden Linie des
trapezförmigen Umrisses 11' des Gesamtdruckbildes; diese Schnittlinie schliesst mit
dem Greiferrand 14 den Winkel α ein (Figur 3), der mit beginnender Verzerrung grösser
als 90° wird und mit zunehmender Druckplattendehnung zunimmt. Zu diesem Zwecke ist
das Längsschneidwerk 25 bzw. sein Messer um eine vertikale Achse derart drehbar, dass
der Schnittwinkel α relatif zum Greiferrand 14, ausgehend von einem ursprünglich rechten
Winkel, im Laufe des Betriebs immer grösser gemacht werden kann. Entsprechend diesem
Schnittwinkel u6 werden auch die Schieber 311 bis 316 der Vorschubeinrichtungen 321
bis 326 im Laufe des Betriebs immer schräger eingestellt, damit sie stets parallel
zur rückwärtigen Kante der Streifenlagen 18 orientiert sind und somit satt an diesen
anliegen, um einen wohldefinierten Vorschub zu gewährleisten. Zu diesem Zwecke sind
die Schieber 311 bis 316 um vertikale Achsen innerhalb eines hinreichenden Winkels
schwenkbar.
[0043] Verschiedene Möglichkeiten, wie dieser Schnittwinkel α des Längsschneidwerks 25 automatisch
gesteuert werden kann, werden später erläutert; an dieser Stelle sei angenommen, dass
der Schnittwinkel in Abhängigkeit von der zunehmenden Verzerrung, wie erläutert, geändert
wird, was im einfachsten Falle von Hand derart durchführbar ist, dass er nach dem
Durchlauf von beispielsweise jeweils 50'000 bis 100'000 Bogen, entsprechend 500 bis
1'000 Stapel mit je 100 Bogen, auf Grund einer visuellen Inspektion und Ausmessung
der Druckbilder bzw. der gedehnten Druckplatte neu eingestellt wird.
[0044] Zur Steuerung des Vorschubs der Streifenlagen 18 bei den Bündelschnitten können nun
im allgemeinen keine besonderen Druckmarkierungen verwendet werden, weil diese nicht
auf später abgeschnittene Randstreifen, sondern in den Wertscheinbereichen aufgedruckt
werden müssten, was in der Regel nicht akzeptiert wird. Lediglich die erste Schnittstellung
für den Vorderrandbeschnitt der Streifenlagen könnte durch Markierungen definiert
sein, die, wie die Markierungen m für den Streifenschnitt, auf dem Bogenrand 17 aufgebracht
werden. Darum ist gemäss einer ersten, bevorzugten Durchführungsform des Verfahrens
nach der Erfindung vorgesehen, auf dem jeweiligen Wertscheindruck eine charakteristische,
in der Nähe der zu realisierenden Schnittlinie liegende Stelle auszuwählen, auf die
ein Lesegerät jeweils selektiv anspricht. Dabei kann es sich um ein lokales Muster,
einen bestimmten Farbbereich oder einen auffallenden Kontrast handeln, vorzugsweise
um den Kontrast zwischen der hellen, unbedruckten Wertscheinumrandung und einem dunklen
Bereich des Wertscheinaufdrucks. Eine solche charakteristische Stelle, insbesondere
ein hinreichender Kontrast an der Begrenzung des Wertscheinaufdrucks lässt sich praktisch
bei allen Wertscheinen finden und als von einem Lesegerät selektiv erkennbare, natürliche
Markierung verwenden, welche die benachbarte Schnittlinie definiert. Lesegeräte mit
der erforderlichen Selektivität stehen bei dem hohen Entwicklungsstand photoelektrischer
Geräte ohne weiteres zur Verfügung oder sind leicht anpassbar. Um die Eindeutigkeit
der Ablesung zu gewährleisten, kann in bekannter Weise mit Ablesefenstern gearbeitet
werden, wie das beispielsweise bei der Ablesung von Registermarken in Druckmaschinen
geschieht. Die charakteristischen, zur Steuerung der Vorschübe abzulesenden Stellen
können auch auf dem Wertschein vorgesehene Fluoreszenzbereiche sein. Ferner kann es
sich bei diesen charakteristischen Stellen auch um nicht optische Eigenschaften handeln,
zum Beispiel um in das Wertscheinpapier eingebettete Metallfäden oder dergleichen,
auf welche geeignete Detektoren ansprechen.
[0045] Es sei angenommen, dass als Markierung für die Vorschubsteuerung beim Bündelschnitt
der Kontrast zwischen der hellen, in Richtung F2 vorn liegenden Wertscheinumrandung
und dem dunklen Druckbild jedes Einzelnutzens auf jeder der Streifenlagen 18 dient.
Zur Erkennung dieser Kontraste ist vor dem Bündelschneidwerk 33 ein Lesegerätsystem
34 mit den sechs Lesegeräten 341 bis 346 (Figur 4) installiert, welche individuell
die einzelnen Streifenlagen 18, entsprechend den sechs Wertscheinreihen 1 bis 6, abtasten
und die diese Streifenlagen jeweils bewegenden Vorschubvorrichtungen 321 bis 326 individuell
steuern. Ausgehend von der ausgerichteten Anfangsposition P2 werden die sechs Streifenlagen
18 gemeinsam vorgeschoben, welche wegen des etwas schrägen Randbeschnitts an ihren
rückwärtigen Kanten unterschiedlich lang sind, wie in Figur 4 veranschaulicht.
[0046] Wegen dieser unterschiedlichen Länge und wegen der Druckbildverzerrung spricht das
Lesegerät 341 als erstes auf die erste Kontraststelle der der Wertscheinreihe 1 entsprechenden
Streifenlage an, das heisst auf die vordere Begrenzung des ersten Wertscheindruckbildes,
und schaltet daher die Vorschubvorrichtung 321 ab. Die Anordnung ist so getroffen,
dass daraufhin die Streifenlage nach einer Gesamtvorschublänge E1 in der ersten gewünschten
Schnittstellung zum Stillstand kommt, in welcher der Vorderrand der Streifenlage beschnitten
wird. Die entsprechend von den Lesegeräten 342 bis 346 gesteuerten Vorschublängen
der übrigen Streifenlagen, welche den Wertscheinreihen 2 bis 6 entsprechen, nehmen
sukzessive zu und sind in Figur 4 mit E2, E3, E4, E5 bzw. E6 bezeichnet. Dabei gilt
allgemein E
i = E - e
i, wobei sich der Index i auf eine der sechs Wertscheinreihen 1 bis 6 bezieht und dementsprechend
die Wert 1 bis 6 annehmen kann. Für i = 1, also die der Wertscheinreihe 1 entsprechende
Streifenlage, ist im betrachteten Beispiel nach Figur 3 e
1 =
18
y, e2
= 15
y, e3
= 12
y, e
4 = 9
y, e
5 = 6y und
e6 = 3y.
[0047] Erst wenn alle sechs Streifenlagen 18 ihre gewünschte Schnittstellung eingenommen
haben, erfolgt der gleichzeitige Vorderrandbeschnitt im Bündelschneidwerk 33. Die
folgenden sukzessiven Vorschubschritte werden von den Lesegeräten dann individuell
für jede Streifenlage so gesteuert, dass sie die in Figur 3 angegebenen und bereits
diskutierten Längen haben, nämlich für die der Wertscheinreihe 1 entsprechende Streifenlage
die Längen b+6y, b+3y, b+3y und b+6y; für die anderen, den Wertscheinreihen 2 bis
6 entsprechenden Streifenlagen nehmen dann die Längen dieser Vorschubschritte, wie
angegeben, ab. Wiederum erfolgen die gemeinsamen Bündelschnitte natürlich erst dann,
wenn alle Streifenlagen ihre individuellen Vorschubschritte zurückgelegt haben und
in ihrer gewünschten Schnittstellung zum Stillstand gekommen sind. Alle Schnittlinien
sind in Figur 4 strichpunktiert auf den Streifenlagen 18 angegeben.
[0048] Auf diese Weise haben alle das Bündelschneidwerk 33 verlassenden Wertscheine ein
wenigstens näherungsweise im Spiegel liegendes Druckbild und rechtwinklig zueinander
verlaufende Kanten, ausgenommen die jeweils letzten Wertscheine der Streifenlagen
18, deren in Richtung F2 rückwärtige Kanten, aus den früher erläuterten Gründen, bei
stärkeren Dehnungen der Druckplatte etwas schräg verlaufen, was jedoch ohne weiteres
in Kauf genommen werden kann, da dieser nur bei ganz genauer Betrachtung bemerkbare
kleine Fehler viel unauffälliger ist als die bisher in Kauf genommenen Zentrierungsfehler
des Druckbildes. Daher lohnt der Aufwand eines nochmaligen Randbeschnitts dieser rückwärtigen
Kanten nicht, zumal aus schnittechnischen Gründen ein derartiger Randbeschnitt im
allgemeinen nur dann einwandfrei möglich ist, wenn der Abfallstreifen eine Breite
von wenigstens etwa 2 mm hat.
[0049] Um den früher erwähnten Schnittwinkel α für das Längsschneidwerk 25 auch automatisch
zu steuern, ist es erforderlich, eine für den Dehnungszustand des Gesamtdruckbildes
11' charakteristische Grösse zu messen, also beispielsweise die Länge der dem Bogenrand
16 benachbarten Begrenzung dieses Gesamtdruckbildes 11'. Wie ohne weiteres ersichtlich,
wird der in Figur 3 eingetragene Winkel
06 mit zunehmender Länge dieser Druckbildbegrenzung nach einer Beziehung grösser, welche
für einen gegebenen Druckplattentyp theoretisch oder/und empirisch ermittelt werden
kann. Zur Messung dieser im betrachteten Beispiel nach Figur 3 ungefähr 4b+18y betragenden
Abmessung des Gesamtdruckbildes kann zum Beispiel an der Vorschubvorrichtung 321 ein
in Figur 4 schematisch angedeutetes Messgerät 351 vorgesehen sein, das jeweils die
Summe der zurückgelegten vier Vorschubschritte bei den Bündelschnitten einer Streifenlage
misst; diese Summe, im betrachteten Beispiel also 4b+18y, entspricht ja gerade der
benötigten Längenabmessung, aus welcher aufgrund der erwähnten Beziehung der Schnittwinkel
oJ abgeleitet werden kann. Der vom Messgerät 351 gelieferte Messwert wird daher einem
entsprechend programmierten Minirechner oder Mikroprozessor zugeführt, welcher den
zugehörigen Wert des Winkels α berechnet und einen Steuerbefehl zur entsprechenden
Steuerung der Schnittstellung des Längsschneidwerks 25 abgibt. Natürlich sind auch
andere Methoden zur Messung des jeweiligen Verzerrungszustandes des Gesamtdruckbildes
11' sowie zur automatischen Auswertung der Messergebnisse zwecks Steuerung des gewünschten
Schnittwinkels möglich.
[0050] Gemäss einer zweiten Durchführungsform des Verfahrens zur Vorschubsteuerung beim
Bündelschnitt wird auf Lesegeräte verzichtet und die Steuerung mit Hilfe eines Minirechners
oder Mikroprozessors in Abhängigkeit von den beim Streifenschnitt jeweils zurückgelegten
Vorschubwerten durchgeführt. Dabei wird von der theoretisch und/empirisch bestimmbaren
Beziehung Gebrauch gemacht, die bei einer gegebenen Druckplatte zwischen deren Dehnung
in Längsrichtung und in Querrichtung besteht. Wenn ein charakteristischer Dehnungswert
in Richtung Fl (Figur 3) bekannt ist, dann lässt sich nämlich aufgrund dieser Beziehung
die entsprechende Dehnung in Richtung F2 berechnen oder zumindest mit einer für die
vorliegenden Zwecke ausreichenden Genauigkeit abschätzen. Man benötigt dann ein schematisch
in Figur 1 angedeutetes Messgerät 36, welches an der Vorschubvorrichtung 26 angebracht
ist und jeweils einen oder mehrere der von dieser Vorschubvorrichtung beim Streifenschnitt
eines Bogenstapels zurückgelegten Vorschubwege misst, wie das bereits für das Messgerät
351 der Vorschubeinrichtung 321 erläutert wurde. So genügt es zum Beispiel, lediglich
die Vorschublänge D = D -d und damit die zunehmende Längenänderung d der Bogen 10
zu messen und in den entsprechend programmierten Minirechner oder Mikroprozessor einzugeben,
welcher daraus alle Steuerbefehle berechnet, die zur bereits diskutierten, individuellen
Vorschubsteuerung der einzelnen Streifenlagen des betreffenden Bogenstapels beim Bündelschnitt
erforderlich sind. Diese zweite Durchführungsform erfordert nur ein Lesegerät 28 zur
Ablesung der die Streifenschnitte definierenden Markierungen und zur Steuerung des
Streifenschneidwerks 27 sowie einen entsprechend programmierten Minirechner oder Mikroprozessor,
dem die gemessenen Vorschublängen der Vorschubvorrichtung 26 als Messwerte eingegeben
werden und welcher die beschriebenen individuellen Vorschübe beim Bündelschnitt steuert;
gleichzeitig steuert er in diesem Falle vorzugsweise auch die Einstellung des Längsschneidwerkes
25 auf den jeweiligen Schnittwinkel c6- , welcher sich ja ebenfalls aus der erwähnten
Beziehung bzw. der Programmierung ergibt.
[0051] Wenn zweckmässigerweise die Vorschubvorrichtungen aus den in der Einleitung erwähnten
Linearverstärkern bestehen, dann kann das Messgerät zur Messung der zurückgelegten
Vorschubwege einfach aus einem Umdrehungsmesser bestehen, welcher die Anzahl der vom
erwähnten Schrittmotor ausgeführten Umdrehungen misst. Prinzipiell lässt sich natürlich
ein von der Vorschubvorrichtung zurückgelegter Vorschubweg auch auf andere Weise,
beispielsweise optisch durch Messung des von einem Bogenstapel bzw. einer Streifenlage
zurückgelegten Weges, bestimmen.
[0052] Gemäss einer dritten Durchführungsform des Verfahrens kann unter Verzicht auf Druckmarkierungen
und Ablesegeräte auch so vorgegangen werden, dass alle Vorschübe sowohl beim Streifenschnitt
als auch beim Bündelschnitt von einem Rechner gesteuert werden, welchem ein Programm
eingegeben wurde, das die zunehmende Dehnung der betreffenden Druckplatte als Funktion
der Anzahl der Drucke beschreibt. Der Verlauf der Dehnung eines bestimmten Druckplattentyps
mit der Anzahl der ausgeführten Drucke lässt sich mathematisch und/oder empirisch
bzw. aufgrund von Erfahrungswerten bestimmen und daraus ein vollständiges Programm
zur Vorschubsteuerung aufstellen.
[0053] Die einfachste Verfahrensweise besteht gemäss einer vierten Durchführungsform darin,
dass die programmierbaren Vorschubvorrichtungen 26 und 32 in üblicher Weise zunächst
auf die konstanten ursprünglichen Vorschubwerte D
o, a, E und b eingestellt und im Laufe des Betriebs immer dann von Hand neu programmiert
werden, sobald der sich einstellende Zentrierungsfehler mit blossem Auge bemerkbar
wird bzw. beginnt, störend zu werden. So können beispielsweise nach 100'000 Drucken,
das heisst nach dem Durchlauf von 1'000 Stapeln mit je 100 Bogen, die ursprünglich
eingestellten Vorschubwerte um die anhand der Figuren 2 bis 4 ausführlich erörterten
Korrekturwerte x bzw. y verändert werden, wobei zum Beispiel x=y=0,05 mm gewählt wird;
daraus ergeben sich dann die anderen Korrekturgrössen d von etwa 1 mm und die verschiedenen
e
i-Korrekturen. Derartige Aenderungen der Vorschubprogrammierung durch Modifizierung
der Korrekturgrössen x bzw. y werden dann mit zunehmender Verformung der Druckplatte
mehrmals von Hand wiederholt, bis die Lebensdauer der Druckplatte erschöpft ist. Dabei
wird im allgemeinen natürlich die Anzahl der Drucke, nach denen jeweils die erwähnten
Korrekturgrössen um den hier betrachteten Schritt von 0,05 mm verändert werden, nicht
konstant sein, sondern in Abhängigkeit von der meistens mit der Anzahl der Drucke
nicht linear zunehmenden Dehnung der Druckplatte gewählt werden. Die Werte der jeweils
neu einzuführenden Korrekturgrössen können entweder aus dem theoretisch oder empirisch
bekannten Verlauf der Druckplattendehnung im voraus bestimmt oder aber von Fall zu
Fall durch eine Inspektion und Ausmessung der gedehnten Druckplatte oder des verzerrten
Umrisses des Gesamtdruckbildes eines Bogens ermittelt werden.
[0054] Im allgemeinen sind die durch die Druckplattendehnung erzeugten Verzerrungseffekte
in Querrichtung weniger störend als die in Längsrichtung (Richtung Fo), weil nämlich
die Verbreiterung in Querrichtung nach beiden Seiten hin symmetrisch erfolgt und daher
die Wertscheindrucke im mittleren Bereich der Bogen nur relatif geringfügig nach der
einen und der anderen Seite hin verschoben werden und die seitlich aussen liegenden
Wertscheindrucke eine Verschiebung erfahren, die nur je etwa der Hälfte der Gesamtverbreiterung
des Gesamtdruckbildes 11' entspricht. Dagegen summieren sich die Verzerrungseffekte
in den einzelnen-Wertscheinreihen 6 bis 1 eines Bogens in Längsrichtung, also in Richtung
Fl, wie es das Beispiel nach den Figuren 2 und 3 veranschaulicht. Aus diesem Grunde
kann es unter Umständen genügen, die beschriebene Vorschubkorrektur nur beim Streifenschnitt
anzuwenden und beim Bündelschnitt, wie üblich, mit konstanten Vorschüben zu arbeiten.
[0055] Natürlich können die vorstehend für den Streifenschnitt und für den Bündelschnitt
beschriebenen Korrekturmöglichkeiten auch in beliebiger Weise kombiniert werden, beispielsweise
derart, dass die Vorschubsteuerung beim Streifenschnitt vollautomatisch stattfindet,
während man das Vorschubprogramm für den Bündelschnitt nach Bedarf von Hand ändert.
Allgemein ist ferner zu berücksichtigen, dass die Genauigkeit der Zentrierung der
Wertscheindrucke innerhalb ihrer Umrandung nicht nur von der Druckplattendehnung abhängt,
sondern mehr oder weniger grossen Toleranzen unterliegt, welche im wesentlichen von
Unterschieden im Format der Wertscheinbogen, von der Pressung und Dehnung des Papiers
beim Druck und von seinem Feuchtigkeitsgehalt sowie von Ungenauigkeiten beim Zerschneiden
herrühren. Es wäre daher nutzlos, Vorschubkorrekturen einzuführen, die genauer sind
als die erwähnten Toleranzen, denen die Zentrierung der Wertscheindrucke aus anderen
Gründen unterliegt.
[0056] Die vorstehend beschriebenen Beispiele betrafen das Zerschneiden der Bogen und Streifenlagen
durch Einzelschnitte, was zur Folge hat, dass wegen der unterschiedlichen Vorschubschritte
das Format der erzeugten Wertscheine nicht konstant ist, sondern in geringem Masse
variiert. Dieses etwas unterschiedliche Wertscheinformat fällt jedoch praktisch kaum
ins Gewicht und ist in den meisten Fällen akzeptabel.
[0057] Jedoch lassen sich nach dem erfindungsgemässen Verfahren ohne weiteres auch Wertscheine
konstanten Formats herstellen, wenn man in an sich bekannter Weise mit Zwischenschnitten
arbeitet. Ein diesbezügliches Ausführungsbeispiel wird anhand der Figuren 5 und 6
erläutert. Figur 5 zeigt einen Wertscheinbogen 110 mit 16 Einzelnutzen 112, die in
vier Wertscheinreihen 101 bis 104 von je vier Einzelnutzen angeordnet sind. Es sei
angenommen, dass die Stichdruckplatte, welche diesen Bogen bedruckt hat, wie im Beispiel
nach den Figuren 2 und 3 eine merkliche Dehnung erfahren hat, so dass der Umriss 111'
des Gesamtdruckbildes aller Wertscheindrucke 113 wiederum etwa trapezförmig verzerrt
ist.
[0058] Diejenigen späteren Schnittlinien, welche trotz dieser Verzerrung eine ungefähre
Zentrierung der Wertscheindrucke 113 innerhalb ihrer Umrandung gewährleisten, sind
gestrichelt eingezeichnet und so gewählt, dass das Format aller Wertscheine 112 stets
exakt gleich gross ist und die Abmessungen a mal b hat. Dafür variieren die Breiten
der zwischen den Einzelnutzen liegenden
Zwischenstreifen, welche als Abfallstreifen später abgeschnitten werden. Die Breite
der zwischen benachbarten Wertscheinreihen 101 bis 104 liegenden Zwischenstreifen
Z1,Z2 und Z3 nimmt dabei genau in dem Masse in Richtung auf den Greiferrand 114 des
Bogens ab, wie das beim Beispiel nach den Figuren 2 und 3 für die Vorschubschritte
beim Streifenschnitt erläutert wurde. Wenn die ursprüngliche Breite aller Zwischenstreifen
Z1 bis Z3 den Wert f hatte, dann betragen die Breiten im betrachteten Beispiel nach
Figur 5 nunmehr f+3x, f+2x und f+x. Die zwischen benachbarten Einzelnutzen jeder Wertscheinreihe
liegenden Zwischenstreifen, welche in Figur 5 für die Wertscheinreihe 101 mit Z11,Z12
und Z13 und für die Wertscheinreihe 104 mit Z41,Z42 und Z43 bezeichnet sind, ändern
sich individuell und in jeder Wertscheinreihe unterschiedlich in analoger Weise wie
die anhand des Beispiels nach den Figuren 3 und 4 beschriebenen Vorschubschritte der
einzelnen Streifenlagen bei den Bündelschnitten. Beim Zerschneiden eines Stapels mit
den Bogen 110 werden sowohl das Streifenschneidwerk 27 als auch das Bündelschneidwerk
33 in der Weise gesteuert, dass diejenigen Vorschübe, welche die Schnittlinien bei
einem Abfallschnitt (also beim Abschneiden des Vorderrandes oder eines Zwischenstreifens)
definieren, in Abhängigkeit von der Druckplattendehnung, wie beschrieben, verändert
werden, während die anderen Vorschübe, welche die Schnittlinien beim Abschneiden der
Streifenlagen bzw. der einzelnen Wertscheinbündel definieren, als feste Werte programmiert
sind und gemäss dem gewünschten Wertscheinformat stets a bzw. b betragen.
[0059] Zur automatischen Steuerung des Vorschubs sind im Beispiel nach Figur 5 einerseits
wiederum Druckmarkierungen m auf dem Seitenrand 117 vorgesehen, welche vom Lesegerät
28 zwecks Vorschubsteuerung beim Streifenschnitt abgelesen werden, und andererseits
Druckmarkierungen n, welche auf den Zwischenstreifen zwischen benachbarten Einzelnutzen
jeder Wertscheinreihe aufgedruckt sind und von den Lesegeräten 341 bis 344 (Figur
6) zwecks Vorschubsteuerung beim Bündelschnitt der einzelnen Streifenlagen 118 abgelesen
werden. Alle Druckmarkierungen m und n definieren die in Folge der Druckplattendehnung
veränderlichen Breiten der abzuschneidenden Vorderränder und Zwischenstreifen.
[0060] Mit einer in Figur 1 dargestellten Maschine wird, nachdem der Seitenrand 115, wie
früher beschrieben, beschnitten wurde, im Streifenschneidwerk 27 zunächst der Vorderrand
116 abgeschnitten, wobei der Vorschub in diese Schnittstellung durch Ablesung der
ersten Druckmarkierung m durch das Lesegerät 28 gesteuert wird. Die Länge a des folgenden
Vorschubschritts in die zum ersten Streifenschnitt erforderliche Schnittstellung ist
fest vorprogrammiert. Der Vorschub in die folgende Schnittstellung, in welcher der
Zwischenstreifen Z1 abgeschnitten wird, wird wiederum vom Lesegerät 28 durch Ablesung
der zweiten Druckmarke m gesteuert. Hieran schliesst sich ein Vorschubschritt der
Länge a an, und sofort.
[0061] Die Vorschubvorrichtung 32 für die zu einem Stapel gehörenden vier Streifenlagen
(118) umfasst wieder diesen Streifenlagen individuell zugeordnete Vorschubeinrichtungen
321 bis 324 mit ihren Schiebern 311 bis 314. Der Vorschub von der ausgerichteten Anfangsposition
P2 in die erste Schnittstellung, in der die Vorderränder der Streifenlagen 118 abgeschnitten
werden, wird durch die Lesegeräte 341 bis 344 bei Ablesung der jeweils auf den Vorderrändern
befindlichen Druckmarkierung n jeder Streifenlage individuell für jede Streifenlage
unterschiedlich gesteuert. Nach dem Randbeschnitt führt jede der Vorschubeinrichtungen
321 bis 324 einen fest programmierten Vorschubschritt der Länge b aus, woraufhin die
vordersten Wertscheinbündel jeder Streifenlage abgeschnitten werden. Der nächste Vorschub
wird wiederum von den Lesegeräten, individuell für jede Streifenlage, beim Ablesen
der jeweiligen Markierung n auf den Zwischenstreifen Z11,Z21,Z31 und Z41 gesteuert,
woraufhin diese Streifenlagen gemeinsam abgeschnitten werden. Diesem Schnitt schliesst
sich wieder ein fest programmierter Vorschubschritt der Länge b an, usw.
[0062] Auf diese Weise erhält man Wertscheine, deren Wertscheindruck stets wenigstens näherungsweise
zentriert ist und die alle das gleiche Format haben, wenn man von der kleinen Ungenauigkeit
absieht, die sich für die jeweils letzten Wertscheinbündel der Streifenlagen infolge
des Seitenrandbeschnitts im Längsschneidwerk 25 ergibt.
[0063] Die vorstehend beschriebene Verarbeitung von Wertscheinbogen unter Zuhilfenahme von
Zwischenschnitten setzt im allgemeinen voraus, dass die anfallenden Abfallstreifen
wenigstens 2 mm breit sind, um einwandfreie Schnitte zu gewährleisten.
[0064] Unter Verzicht auf die besonderen Druckmarkierungen m und n sowie auf Lesegeräte
kann die beschriebene Vorschubsteuerung beim Arbeiten mit Zwischenschnitten auch entweder
nach einem vorbereiteten, sich als Funktion der Druckplattendehnung ändernden Programm
oder von Hand durchgeführt werden, wie es für das Beispiel nach den Figuren 2 bis
4 beschrieben wurde. Bei einer Vorschubsteuerung durch Lesegeräte können ferner, unter
Verzicht auf besondere Druckmarkierungen m und n, charakteristische, selektiv von
den Lesegeräten erkennbare Stellen der Einzelnutzen als natürliche Markierungen verwendet
werden, insbesondere der Kontrast an der Begrenzung des Wertscheindruckes, wie früher
erläutert. Das Verfahren nach der Erfindung kann auch auf Wertscheinbogen angewandt
werden, bei denen die Streifenschnitte mit Einzelschnitten, die Bündelschnitte dagegen
mit Zwischenschnitten erfolgen. In diesem Falle kann mit Druckmarkierungen m für den
Streifenschnitt und mit Druckmarkierungen n für die Bündelschnitte gearbeitet werden,
wobei sichergestellt ist, dass die Abmessung b des Wertscheinformats konstant bleibt.
[0065] Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern
lässt mannigfache Varianten zu. So können grundsätzlich, wenn der Seitenrand 17 der
Bogen keine Druckmarkierungen m zur Vorschubsteuerung beim Streifenschnitt aufweist,
beide gegenüberliegenden Seitenränder der Bogenstapel gleichzeitig auf der Schneidstrecke
24 vor Durchführung der Streifenschnitte beschnitten werden. Ferner können die zu
einem Bogenstapel gehörenden Streifenlagen zeitlich nacheinander in Wertscheinbündel
zerteilt werden, wobei die Vorschubschritte nacheinander individuell für jede Streifenlage
unterschiedlich geändert werden.
1. Verfahren zur Herstellung druckfrischer, auf Format geschnittener Wertscheine,
wonach Wertscheinbogen mit matrizenförmig angeordneten Wertscheindrucken bedruckt
und zu Stapeln aufeinandergelegt werden und die so gebildeten Bogenstapel unter schrittweisem
Vorschub automatisch zunächst in Streifenlagen und diese Streifenlagen dann in Wertscheinbündel
zerschnitten werden, dadurch gekennzeichnet, dass beim Streifenschnitt und/oder beim
Bündelschnitt die Längen der Vorschubbewegungen zwischen aufeinanderfolgenden Streifenschnitten
bzw.-Bündelschnitten in Abhängigkeit von der zunehmenden Dehnung der Druckplatte der
Bogendruckmaschine individuell derart verändert werden, dass das Druckbild der auf
Format geschnittenen Wertscheine wenigstens näherungsweise seine exakte Zentrierung
in Bezug auf den Wertscheinrand beibehält.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens bei den Bündelschnitten
mit Zwischenschnitten gearbeitet und lediglich die Länge der Vorschubschritte, welche
die Grösse der Abfallstreifen bestimmen, in Abhängigkeit von der zunehmenden Druckplattendehnung
verändert wird, während die Länge der Vorschubschritte, welche wenigstens beim Bündelschnitt
das Format der Wertscheine bestimmen, stets konstant bleibt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Streifenschnitte
parallel zum Greiferrand der Bogen erfolgen, wobei der Greiferrand in Vorschubrichtung
hinten liegt, dass die Länge des Vorschubs eines Bogenstapels von einer gegebenen
Anfangsposition, in welcher seine Greiferränder ausgerichtet sind, bis zu derjenigen
Position, in welcher der Randbeschnitt der Vorderränder im Streifenschneidwerk erfolgt,
mit zunehmender Dehnung der Druckplatte gegenüber dem der unverformten Druckplatte
entsprechenden Anfangswert verkleinert wird, und dass die jeweiles ersten Vorschubschritte,
welche beim Zerschneiden der Bogenstapel die Breite der ersten Streifenlage bzw. des
bei Zwischenschnitten anfallenden ersten Abfallstreifens bestimmen, mit zunehmender
Dehnung der Druckplatte gegenüber dem der unverformten Druckplatte entsprechenden
Anfangswert vergrössert und die übrigen Vorschubschritte, welche beim Zerschneiden
eines Bogenstapels die Breiten der folgenden Streifenlagen bzw. Abfallstreifen bestimmen,
im Vergleich zum jeweils ersten Vorschubschritt sukkzessive verkleinert werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Bündelschnitte
senkrecht zum Greiferrand erfolgen und dass die jeweils ersten Vorschubschritte, welche
beim Zerschneiden der Streifenlagen die Abmessungen der ersten Wertscheinbündel bzw.
der bei Zwischenschnitten anfallenden ersten Abfallstreifen in Vorschubrichtung bestimmen,
mit zunehmender Dehnung der Druckplatte gegenüber dem der unverformten Druckplatte
entsprechenden Anfangswert vergrössert und die übrigen Vorschubschritte, welche beim
Zerschneiden einer Streifenlage die Abmessungen der folgenden Wertscheinbündel bzw.
Abfallstreifen bestimmen, im Vergleich zum ersten Vorschubschritt zunächst bis zu
Schnitten im mittleren Bereich einer Streifenlage verringert und anschliessend wieder
vergrössert werden, wobei für alle zu ein und demselben Bogenstapel gehörenden Streifenlagen
die einander entsprechenden Vorschubschritte jeweils umso grösser gewählt werden,
je weiter die betreffende Streifenlage von der dem Greiferrand benachbarten Streifenlage
entfernt ist.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass vor den Bündelschnitten
ein senkrecht zum Greiferrand orientierter Seitenrand der Bogen oder der Streifenlagen
längs einer Schnittlinie beschnitten wird, welche wenigstens näherungsweise parallel
zur benachbarten seitlichen Begrenzung des Gesamtdruckbildes auf den Bogen verläuft
und daher mit zunehmender Dehnung der Druckplatte einen gegenüber 900 zunehmenden Winkel mit dem Greiferrand einschliesst, und dass die Länge des Vorschubs
der Streifenlagen von einer gegebenen Anfangsposition, welche durch die Lage und Ausrichtung
der erwähnten beschnittenen Seitenränder definiert ist, zu derjenigen Position, in
welcher der Randbeschnitt des Vorderrandes der Streifenlage im Bündelschneidwerk erfolgt,
mit zunehmender Dehnung der Druckplatte gegenüber dem der unverformten Druckplatte
entsprechenden Anfangswert verkleinert wird, wobei für alle zu ein und demselben Bogenstapel
gehörenden Streifenlagen die erwähnte Vorschublänge jeweils umso kleiner gewählt wird,
je weiter die betreffende Streifenlage von der dem Greiferrand benachbarten Streifenlage
entfernt ist.
6. Verfahren nach Anspruch 5, bei welchem alle zu ein und demselben Bogenstapel gehörenden
Streifenlagen nebeneinanderliegend in ihrer Anfangsposition gesammelt, gemeinsam zum
Bündelschneidwerk vorgeschoben und dort gleichzeitig schrittweise in Wertscheinbündel
zerschnitten werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorschublänge zum Bündelschneidwerk
und die einzelnen Vorschubschritte beim Bündelschnitt für jede einzelne Streifenlage
getrennt und unterschiedlich einstellbar und steuerbar sind.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Längen
der Vorschubbewegungen jeweils nach Durchlauf einer gewissen Anzahl von Bogenstapeln
von Hand neu eingestellt werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Längen
der Vorschubbewegungen mittels eines Rechners aufgrund eines der zunehmenden Dehnung
der Druckplatte angepassten Programms steuerbar sind.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens
ein parallel zur Vorschubrichtung der Bogenstapel beim Streifenschnitt orientierter
Seitenrand der Bogen, welcher bei einem späteren Randbeschnitt abgeschnitten wird,
während der Bedruckung der Bogen mit auf der Druckplatte angebrachten Randmarkierungen
(m) bedruckt wird, welche die Lage der späteren Streifenschnitte bzw. Abfallschnitte
definieren, und dass die Länge der in diese Schnittstellungen führenden Vorschubbewegungen
automatisch als Funktion dieser von einem Lesegerät abgelesenen Randmarkierungen (m)
gesteuert wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Längen
der beim Streifenschnitt ausgeführten, veränderlichen Vorschubbewegungen automatisch
gemessen und in einem Rechner gespeichert werden und dass beim nachfolgenden Bündelschnitt
der betreffenden Streifenlagen die zu ändernden Vorschublängen automatisch als Funktion
dieser Speicherwerte aufgrund eines dem Rechner eingegebenen Programms, welches die
Dehnung der Druckplatte in Längsrichtung zur Dehnung in Querrichtung in Beziehung
setzt, gesteuert werden.
11. Verfahren nach Anspruch 2 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens beim
Bündelschnitt mit Zwischenschnitten gearbeitet wird und während der Bedruckung der
Bogen diejenigen Bereiche, die bei diesen späteren Zwischenschnitten als Abfallstreifen
ausgeschieden werden, mit auf der Druckplatte angebrachten Markierungen (n) gedruckt
werden, welche die Lage der späteren Zwischenschnitte definieren, und dass die Längen
der Vorschubbewegungen, welche die Breite der Abfallstreifen bestimmen, automatisch
als Funktion dieser von Lesegeräten abgelesenen Markierungen (n) gesteuert werden.
12. Verfahren nach Anspruch 9 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass als Randmarkierungen
(m) bzw. Markierungen (n) auf den späteren Abfallstreifen jeweils zwei Einzelmarkierungen
je Schnittlinie aufgebracht werden und dass die Ablesung der in Vorschubrichtung ersten
Einzelmarkierung eine Verringerung der normalen Vorschubgeschwindigkeit auf eine Schleichbewegung
und die Ablesung der zweiten Einzelmarkierung den Stopp der Vorschubbewegung bewirkt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zu
ändernden Längen der Vorschubbewegungen durch Detektoren steuerbar sind, welche auf
gleiche ausgewählte charakteristische Stellen in jedem Wertscheindruck, wie Muster,
Farbmarkierungen oder Kontraste, insbesondere auf den Kontrast zwischen hellem Wertscheinrand
und einem dunklen Bereich des Wertscheindrucks, ansprechen.
14. Automatische Schneidmaschine zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1,
mit Streifen- und Bündelschneidwerken und mit diesen Schneidwerken zugeordneten, automatisch
arbeitenden und einstellbaren Vorschubvorrichtungen für die Bogenstapel und die Streifenlagen,
insbesondere mit Linearverstärkern, die einen Hydraulikzylinder mit durch einen Schrittmotor
dosierbarer Druckmittelzuführung aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorschubbewegungen
der Vorschubvorrichtungen (26,32) beim Zerschneiden eines Bogenstapels und gegebenenfalls
beim Zerschneiden einer Streifenlage individuell von Schritt zu Schritt veränderbar
und als Funktion eines vorgegebenen Programms oder durch Lesegeräte (28,34) steuerbar
sind, welche auf Druckmarkierungen (m,n) auf den Bogen oder auf charakteristische
Stellen der Wertscheindrucke (13) ansprechen.
15. Schneidmaschine nach Anspruch 14 mit einem Bündelschneidwerk, welchem alle zu
ein und demselben Bogenstapel gehörenden Streifenlagen durch Bewegung in Längsrichtung
gemeinsam zugeführt und in welchem diese Streifenlagen gleichzeitig in Wertscheinbündel
zerschnitten werden, dadurch gekennzeichnet, dass allen erwähnten Streifenlagen (18;118)
je eine individuelle Vorschubeinrichtung (321 bis 326) zugeordnet ist, welche getrennt
von den andern steuerbar ist.
16. Schneidmaschine nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass ein Schneidwerk
(25) zum Randbeschnitt desjenigen Bogenrandes (17) vorgesehen ist, welcher während
der Vorschubbewegungen der Streifenlagen (18) beim Bündelschnitt den rückwärtigen
Rand bildet, und dass sowohl die Schnittrichtung dieses Schneidwerks (25) als auch
die Orientierung der zu den erwähnten Vorschubeinrichtungen (321 bis 326) gehörenden
Schiebern (311 bis 316), welche an diesem beschnittenen Rand der Streifenlagen (18)
angreifen und diese beim Bündelschnitt vorschieben, als Funktion der zunehmenden Dehnung
der Druckplatte veränderbar sind.