[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine benetzbare, in einer Schmelzflußelektrolysezelle
zur Herstellung von Aluminium einsetzbare Festkörperkathode mit einem Aluminid von
wenigstens einem Übergangsmetall der Gruppen IV A, V A und VI A des periodischen Systems
der Elemente.
[0002] Für die Gewinnung von Aluminium durch Elektrolyse von Aluminiumoxid wird dieses in
einer Fluoridschmelze gelöst, die zum größten Teil aus Kryolith besteht. Das kathodisch
abgeschiedene Aluminium sammelt sich unter der Fluoridschmelze auf dem Kohleboden
der Zelle, wobei die Oberfläche des flüssigen Aluminiums die Kathode bildet. Am Anodenbalken
befestigte, bei konventionellen Verfahren aus amorphem Kohlenstoff bestehende Anoden
tauchen von oben in die Schmelze ein. An den Kohleanoden entsteht durch die elektrolytische
Zersetzung des Aluminiumoxids Sauerstoff, der sich mit dem Kohlenstoff der Anoden
zu C0
2 und CO verbindet.
[0003] Die Elektrolyse findet im allgemeinen in einem Temperaturbereich von etwa 940 bis
970° C statt. Im Laufe der Elektrolyse verarmt der Elektrolyt an Aluminiumoxid. Bei
einer unteren Konzentration von etwa 1 bis 2 Gew.-% Aluminiumoxid im Elektrolyten
kommt es zum Anodeneffekt, der sich in einer Spannungserhöhung von beispielsweise
4 bis 4,5 V auf 30 V und darüber auswirkt. Spätestens dann muß die Aluminiumoxidkonzentration
durch Zugabe von neuem Aluminiumoxid (Tonerde) angehoben werden.
[0004] Es ist bekannt, bei der Schmelzflußelektrolyse zur Herstellung von Aluminium benetzbare
Festkörperkathoden einzusetzen. Dabei werden Kathoden aus Titandiborid, Titankarbid,
pyrolytischem Graphit, Borkarbid und weiteren Subtanzen vorgeschlagen, wobei auch
Gemische, die beispielsweise zusammengesintert sein können, eingesetzt werden.
[0005] Bei benetzbaren Kathoden kann die übliche Interpolardistanz von ca. 5 cm so weit
herabgesetzt werden, als es die übrigen Parameter, beispielsweise Zirkulation des
Elektrolyten im Interpolarspalt und Aufrechterhalten der Elektrolysetemperatur, erlauben.
Die. reduzierte Interpolardistanz bewirkt einen in bedeutendem Maße herabgesetzten
Energieverbrauch und vermeidet die Ausbildung von Ungleichmäßigkeiten in bezug auf
die Dicke der Aluminiumschicht.
[0006] Im Gegensatz zu im Kohleboden der Zelle fest verankerten benetzbaren Kathoden zeigt
die DE-OS 28 38 965 Festkörperkathoden aus einzeln auswechselbaren Elementen mit je
mindestens einer Stromzuführung. In einer Weiterentwicklung nach der DE-OS 3024 172
werden die auswechselbaren Elemente aus zwei mechanisch starr miteinander verbundenen,
gegen Wärmeschocks widerstandsfähigen Teilen - einem vom schmelzflüssigen Elektrolyten
in das abgeschiedene Aluminium hineinragenden oberen und einem ausschließlich im flüssigen
Aluminium angeordneten unteren Teil - aus verschiedenen Materialien hergestellt. Der
obere Teil besteht, mindestens im Bereich der Oberfläche, unverändert aus mit Aluminium
benetzbarem Material, während der untere Teil bzw. dessen Beschichtung aus einem gegen
das flüssige Aluminium beständigen Isolatormaterial besteht.
[0007] Die DE-OS 3045349 hat eine auswechselbare benetzbare Festkörperkathode zum Gegenstand,
welche aus einem Aluminid von mindestens einem Metall der Gruppe, gebildet aus Titan,
Zirkon, Hafnium, Vanadium, Niob, Tantal, Chrom, Molybdän und Wolfram, ohne Bindephase
aus metallischem Aluminium, besteht. Die Nicht-Aluminiumkomponenten des Aluminids
gehören also zur Gruppe IV A, V A und/oder VI A des periodischen Systems der Elemente.
[0008] Die chemische und thermische Widerstandsfähigkeit der Aluminide erlaubt, daß sie
sowohl im schmelzflüssigen Elektrolyten als auch in geschmolzenem Aluminium eingesetzt
werden können, obwohl sie in letzterem begrenzt löslich sind. Diese Löslichkeit fällt
jedoch bei sinkender Temperatur steil ab.
[0009] Bei Arbeitstemperatur der Aluminiumelektrolysezelle, welche im Bereich von 900 bis
1000°C liegt, beträgt die Löslichkeit einer metallischen Nicht-Aluminiumkomponente
des Aluminids im flüssigen Aluminium ungefähr 1%. Die Kathodenelemente werden also
ablegiert, bis das abgeschiedene flüssige Aluminium mit einer oder mehreren der im
Aluminid befindlichen Übergangsmetalle gesättigt ist.
[0010] Die Elemente der während des Elektrolyseprozesses ablegierten Aluminide werden aus
dem abgeschiedenen Metall zurückgewonnen, indem dieses auf ungefähr 700°C abgekühlt
wird. Das auskristallisierende Aluminid kann mit bekannten Mitteln aus dem flüssigen
Metall entfernt und wieder zur Herstellung von Kathodenelementen eingesetzt werden.
Damit entsteht ein Materialkreislauf mit verhältnismäßig geringen Verlusten.
[0011] Der Erfinder hat sich die Aufgabe gestellt, auf der Basis von Aluminiden arbeitende
Festkörperkathoden mit einer Lebensdauer, die einer oder mehreren Anodenstandzeiten
entspricht, zu schaffen, wobei der Anschaffungspreis der Kathode und die Handhabungskosten
wesentlich reduziert werden sollen.
[0012] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Festkörperkathode im wesentlichen
aus einem Tragkörper und einer mindestens im Bereich der Arbeitsoberfläche befindlichen
offenporigen mit an Übergangsmetall/en gesättigtem Aluminium imprägnierten Struktur,
welche aus Aluminidvorräten kontinuierlich speisbar ist, besteht.
[0013] Als Arbeitsfläche wird diejenige Fläche bezeichnet, welche bei in die ELektrolysezelle
eingesetzter Kathode in Richtung zur Anode weist und vom elektrischen Gleichstrom
durchflossen wird. Auf dieser Arbeitsfläche werden die Aluminiumionen zu elementarem
Aluminium reduziert. Die Arbeitsflächen der Kathoden sind deshalb zweckmäßig leicht
geneigt, damit das abgeschiedene Aluminium, welches auf der benetzbaren Kathode einen
Film bildet, abfließen kann.
[0014] Die Arbeitsflächen der korrespondierenden Anoden, welche z. B. aus brennbarem Kohlenstoff
oder unbrennbarer Oxidkeramik bestehen können, sind entsprechend geneigt. Auch hier
wirkt sich diese Neigung vorteilhaft aus: der entstehende Sauerstoff bzw. das C0
2 kann besser aus dem schmelzflüssigen Elektrolyten entweichen.
[0015] Die offenporige Struktur ist auf dem Tragkörper verankert oder Bestandteil davon.
Falls dieser Tragkörper aus einem elektrisch nicht leitenden Material besteht, muß
die offenporige, mit an Übergangsmetall/en gesättigtem Aluminium imprägnierte Struktur
bei eingesetzter Festkörperkathode bis mindestens zum flüssigen Metall reichen, damit
der elektrische Strom durch diese Imprägnierlegierung und gegebenenfalls durch die
Struktur fließen kann. Der Tragkörper besteht deshalb vorzugsweise mindestens teilweise
aus einem bei 900 bis 1000°C elektrisch gut leitenden und gegen den Schmelzfluß beständigen
Material. In diesem Fall kann der Strom hauptsächlich durch den Tragkörper fließen.
Abgesehen von der elektrischen Leitfähigkeit ist wesentlich, daß das Material des
Tragkörpers billig und gut formbar ist. Aus diesen Gründen ist Kohlenstoff für den
Tragkörper besonders gut geeignet.
[0016] Bei Manipulationen an der Traverse bzw. dem Anodenbalken und insbesondere beim Auswechseln
der Anode ist die Kathode stets der Gefahr mechanischer Beschädigung ausgesetzt. Vorzugsweise
sind deshalb die Festkörperkathoden als einzeln auswechselbare Elemente ausgebildet,
welche auf dem Zellenboden stehen. Beschädigte Elemente können so rasch ausgewechselt
werden.
[0017] Die Beschädigungsgefahr kann wesentlich herabgesetzt werden, wenn die Festkörperkathoden
als im Schmelzfluß schwimmende Elemente mit seitlichen Zwischenräumen ausgebildet
sind. Bei einer Temperatur von 900 bis 1000° C hat der schmelzflüssige Elektrolyt
eine Dichte von 2,1 g/cm
3, das flüssige Aluminium eine solche von 2,3 g/cm
3. Die Dichte einer schwimmenden Kathode muß zwischen diesen beiden Werten liegen.
[0018] Wenn die Dichte des eingesetzten Kathodenmaterials zu gering ist, können entsprechende
Eisenstücke eingesetzt werden, die jedoch gleichmäßig verteilt und vom Kathodenmaterial
vollständig umhüllt sein müssen. Das Gewicht der einzusetzenden Eisenstücke wird so
berechnet, daß die scheinbare Dichte der gesamten Festkörperkathode zwischen 2,1 und
2,3 g/cm
3 liegt.
[0019] Wenn die Dichte des eingesetzten Kathodenmaterials dagegen zu groß ist, werden im
Kathodenmaterial entsprechend geschlossene Hohlräume ausgebildet.
[0020] Festkörperkathoden mit der richtigen Dichte schwimmen wie Floße im flüssigen Aluminium,
sie werden vorzugsweise von entsprechend ausgebildeten Distanzhaltern im gewünschten
Abstand voneinander und vom Zellenbord gehalten.
[0021] Wird bei schwimmenden Kathoden durch eine Fehlmanipulation die Anode gegen die Festkörperkathode
gedrückt, so kann diese ausweichen und erleidet keinerlei Beschädigung.
[0022] Die offenporige Struktur muß für das an Übergangsmetall/en gesättigte Aluminium einerseits
genügend durchlässig sein, darf es aber andererseits nicht widerstandslos ausfließen
lassen.
[0023] Je nach dem Material der offenporigen Struk-
tur bzw. deren Beschichtung muß hier unter Berücksichtigung von Kapillar- und Oberflächenkräften
die optimale Lösung gesucht werden.
[0024] Diese Anforderungen können durch zusammengesinterte feinkörnige Granalien oder vorzugsweise
durch eine Faserstruktur in Form eines Filzes oder eines Gewebes ausgebildet. Die
Fasern sind einige Mikrometer dick und bestehen vorzugsweise aus Kohlenstoff.
[0025] Die kontinuierliche Speisung der offenporigen, mit an Übergangsmetall/en gesättigtem
Aluminium imprägnierten Struktur erfolgt, je nach geometrischer Form der Festkörperkathode
und der chemischen Zusammensetzung des verwendeten Aluminids, aus im Tragkörper angeordneten
Hohlräumen, in welche die offenporige Struktur hineinragt, oder von einer anderen
Stelle auf der offenporigen Struktur an welcher festes Aluminid gehaltert werden kann.
[0026] Aus wirtschaftlichen Gründen und wegen der wissenschaftlich guten Erforschung werden
vorzugsweise Titanaluminide eingesetzt. Je nach dem prozentualen Titangehalt haben
diese Aluminide bei der Elektrolysetemperatur im Bereich von 900 bis 1000°C verschiedene
Aggregatzustände:
- Aluminide mit weniger als 37,2 Gew.-% Titan sind bei Elektrolysetemperatur zähflüssig
bis teigig. Diese können also nicht als feste Formkörper, sondern nur als Schüttkathode
in Hohlräumen des Tragkörpers eingesetzt werden.
- Aluminide mit einem Titangehalt oberhalb 37,2 (bis 63) Gew.-% Titan dagegen können
auch als feste Formkörper mit der offenporigen Struktur in Verbindung gebracht werden.
[0027] Das während des Elektrolyseprozesses erzeugte Aluminium fließt entlang der schräg
angeordneten offenporigen Struktur, mischt sich dabei mit dem imprägnierenden, an
Übergangsmetall/en gesättigten Aluminium und würde in diesem allmählich den Übergangsmetallgehalt
derart weit herabsetzen, daß die offenporige Struktur angegriffen und allmählich aufgelöst
würde. Dies wird jedoch verhindert, indem die offenporige Struktur kontinuierlich
aus Aluminidvorräten speisbar ist. Das dem gesättigten Aluminium entzogene Übergangsmetall
wird laufend durch neues ersetzt, so daß die offenporige Struktur dauernd mit an Übergangsmetall/
en gesättigtem Aluminium imprägniert bleibt.
[0028] Beim bevorzugt eingesetzten Titanaluminid wird die offenporige Struktur, insbesondere
ein 1-5 mm dicker Filz aus Kohlenstoffasern, mit einer dünnen, gut haftenden Schicht
aus Titankarbid oder Titandiborid beschichtet. Die bevorzugt weniger als 0,4 um dicken
Schichten werden beispielsweise durch CVD (Chemical Vapor Deposition) hergestellt.
Wenn das den Filz imprägnierende Aluminium dauernd mit Titan gesättigt ist, wird die
benetzbare Beschichtung nicht aufgelöst, wodurch die Lebensdauer des Filzes vervielfacht
werden kann.
[0029] Ein aus beschichteten Kohlefasern bestehender Filz weist weiter den Vorteil auf,
daß bei fehlerhafter Beschichtung nicht die ganze Arbeitsoberfläche unbrauchbar wird,
sondern nur einzelne Fasern vorzeitig aufgelöst werden.
[0030] Der wesentliche Vorteil der Erfindung besteht also darin, daß mit einfachen Mitteln
teure keramische Formkörper durch Tragkörper aus einem billigen, gut formbaren Material
mit einer offenporigen, mit an Übergangsmetall/en gesättigtem Aluminium imprägnierten
Oberflächenstruktur ersetzt werden können.
[0031] Die erfindungsgemäßen Festkörperkathoden sind insbesondere auch für das Umrüsten
von bestehenden Aluminiumschmelzflußelektrolysezellen geeignet.
[0032] Die Erfindung wird anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Die schematischen teilweisen Vertikalschnitte aus Elektrolysezellen
zeigen in
- Fig. 1 eine Festkörperkathode mit leitendem Tragkörper und entsprechend ausgebildeter
Anode,
- Fig. 2 eine Festkörperkathode mit einem Tragkörper aus elektrisch isolierendem Material
und entsprechend ausgebildeter Anode,
- Fig. 3 im schmelzflüssigen Aluminium schwimmende Festkörperkathoden aus elektrisch
leitfähigem Material und entsprechend ausgebildeter Anode, und
- Fig. 4 alternativ angeordnete Festkörperkathoden aus elektrisch leitfähigem Material
und entsprechend ausgebildete Anoden.
[0033] Nach der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform bilden paarweise angeordnete Festkörperkathoden
10 und Anodenblöcke 12 die Elektrodeneinheiten der Elektrolysezelle. Die Festkörperkathode
10 besteht aus einem geformten Tragkörper 14 aus Kohlenstoff und einem auf der dem
Anodenkörper 12 zugewandten Arbeitsfläche befestigten Filz 16 aus mit Titankarbid
beschichteten Kohlenstoffasern. Lappen dieses etwa 4 mm dicken Filzes 16 reichen in
einen Hohlraum 18 im Tragkörper 14, welcher mit einem bei Elektrolysetemperatur teigigen
Titanaluminid 19, das aus beispielsweise 80 Gew.-% Aluminium und 20 Gew.-% Titan besteht,
gefüllt ist.
[0034] Die Füße 20 des Tragkörpers 14 stehen in entsprechend geformten Ausnehmungen des
Kohlenstoffbodens 22 der Elektrolysezelle. Die Dichte der Festkörperkathode 10 muß
also größer als diejenige des flüssigen Aluminiums 24 sein.
[0035] Während des Elektrolyseprozesses wird auf dem mit an Titan gesättigten Aluminium
imprägnierten Filz 16, welches System die Kathode bildet, Aluminium abgeschieden.
Das abgeschiedene Aluminium mischt sich mit dem an Titan gesättigten Aluminium im
Filz und fließt, entsprechend der Neigung der Arbeitsfläche der Festkörperkathode,
zur Mitte des Elektrodenelementes. Der Filz 16 wirkt wie ein Docht im Öl, aus dem
Hohlraum 18 mit dem teigigen Titanaluminid wird flüssige Legierung nachgezogen und
so die laufenden Verluste ersetzt. Ohne diesen Ersatz des verbrauchten Titans würde
das abgeschiedene Aluminium die Titankarbidbeschichtung auf den Kohlenstoffasern auflösen
und die Kathodenoberfläche unbenetzbar machen.
[0036] Durch die verhältnismäßig kleine Öffnung des Hohlraumes 18 kann nur wenig des zirkulierenden
schmelzflüssigen Elektrolyten 26 eintreten, die Speisung mittels Konvektion ist also
klein.
[0037] In Fig. 2 bilden eine Festkörperkathode 10 und ein Anodenblock 12 ein Elektrodenpaar.
Der Tragkörper 14 besteht aus einem isolierenden Material, beispielsweise aus hochgesintertem
Aluminiumoxid, aluminiumoxidhaltigen Keramiken, Siliziumkarbid oder siliziumnitridgebundenem
Siliziumkarbid. Damit der Abfluß des elektrischen Gleichstromes gewährleistet ist,
reicht der Filz 16 entlang möglichst aller Seitenflächen des Tragkörpers 14 stets
bis in das flüssige Aluminium 24 hinein. Der Hohlraum 18 ist trogförmig, mit verhältnismäßig
großer Öffnung, ausgebildet und mit festen Titanaluminidgranalien gefüllt, welche
beispielsweise aus 55 Gew.-% Aluminium und 45 Gew.-% Titan bestehen.
[0038] Der Filz 16 reicht dagegen nicht in den Hohlraum 18 hinunter; die Sättigung des den
Filz 16 imprägnierenden Aluminiums mit Titan erfolgt durch die Konvektion des schmelzflüssigen
Elektrolyten 26.
[0039] Das abgeschiedene Aluminium fließt durch eine Öffnung 28 im Tragkörper 14 ab.
[0040] Die in Fig.3 dargestellten schwimmenden Festkörperkathoden 10 füllen, an die Anodenkörper
12 angepaßt, die gesamte Elektrolysewanne, indem ihre umlaufend ausgebildeten Distanzhalter
32 satt aneinander liegen. Die scheinbare Dichte der gesamten Festkörperkathode muß,
bei Arbeitstemperatur, zwischen der Dichte des schmelzflüssigen Elektrolyten und des
geschmolzenen Aluminiums liegen. Dies wird bei Tragkörpern 14 aus Kohlenstoff durch
die Einlage von Eisenstücken 30 in geschlossene Hohlräume, beispielsweise in Form
eines Ringes, erreicht.
[0041] In Fig. 4 sind an einem kathodischen Aufhängesystem 36 befestigte Festkörperkathoden
10 und an einem anodischen Aufhängesystem 38 befestigte Anodenkörper 12 alternativ
angeordnet. Die Speisung des Filzes 16 erfolgt durch über die Tragstangen der Tragkörper
14 gestülpte Manschette 34, welche aus einem festen Aluminid bestehen.
[0042] Falls die Anodenkörper 12 aus Kohlenstoff bestehen, also abbrennen, können Kathoden
und Anoden in Pfeilrichtung nach rechts verschoben werden. Ein an sich bekannter Mechanismus
sorgt dafür, daß nach jedem Verschieben überall die gleichen Interpolardistanzen zwischen
Anode und Kathode bestehen.
[0043] Deshalb müssen die links angeordneten Anoden 12 bzw. Kathoden 14 mehr verschoben
werden als die rechts angeordneten.
[0044] Abgebrannte Anoden werden, zusammen mit der Kathode, rechts entnommen. Auf der linken
Seite ist nun ein genügend großer Zwischenraum entstanden, so daß die Kathode, zusammen
mit einer neuen Anode, wieder eingesetzt werden kann.
1. Benetzbare, in einer Schmelzflußelektrolysezelle zur Herstellung von Aluminium
einsetzbare Festkörperkathode mit einem Aluminid von wenigstens einem Übergangsmetall
der Gruppen IV A, V A und VI A des periodischen Systems der Elemente, dadurch gekennzeichnet,
daß die Festkörperkathode (10) im wesentlichen aus einem Tragkörper (14) und einer
mindestens im Bereich der Arbeitsfläche befindlichen offenporigen, mit an Übergangsmetall/en
gesättigtem Aluminium imprägnierten Struktur (16), welche aus Aluminidvorräten (19,
34) kontinuierlich speisbar ist, besteht.
2. Festkörperkathode nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Festkörperkathode
(10) als auswechselbares Element ausgebildet ist.
3. Festkörperkathode nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß deren Tragkörper
(14) mindestens teilweise aus bei 900 bis 1000°C elektrisch gut leitendem und gegen
den Schmelzfluß beständigem Material, vorzugsweise Kohlenstoff, besteht.
4. Festkörperkathode nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Tragkörper (14) wenigstens einen Hohlraum (18) zur Aufnahme des Aluminids
hat, in welchen die offenporige Struktur (16) vorzugsweise hineinragt.
5. Festkörperkathode nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die offenporige Struktur (16) aus zusammengesinterten feinkörnigen Granalien besteht.
6. Festkörperkathode nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die offenporige Struktur (16) aus Fasern, vorzugsweise einem Filz oder Gewebe,
besteht.
7. Festkörperkathode nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die offenporige
Struktur (16) aus einem vorzugsweise 1-5 mm dicken Filz aus Kohlenstoffasern besteht.
8. Festkörperkathode nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß beim Einsatz von Titanaluminid die offenporige Struktur (16) mit Titankarbid oder
Titandiborid, vorzugsweise 0,4 J.Lm dick, beschichtet ist.
9. Festkörperkathode nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Festkörperkathode (10) bei 900-1000°C eine scheinbare Dichte hat, die zwischen
denjenigen des Elektrolyten und des flüssigen Aluminiums, vorzugsweise zwischen 2,1
bis 2,3 g/cm3, liegt, und mit Distanzhaltern (32) versehen ist.
10. Festkörperkathode nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß zum Erreichen der
richtigen scheinbaren Dichte vom Kathodenmaterial ummantelte regelmäßig verteilte
Eisenstücke (30) eingesetzt sind.
1. A wettable solid cathode which may be used in a fusion electrolysis cell for the
production of aluminium and has an aluminide of at least one transition metal from
groups IV A, V A and VI A of the periodec table of elements, characterized in that
the solid cathode (10) consists essentially of a carrier body (14) and an open-pored
structure (16) which lies at least in the region of the working face and is impregnated
with aluminium saturated with transition metal or metals and which may be fed continuously
from supplies (19,34) of aluminide.
2. A solid cathode as in claim 1, characterized in that the solid cathode (10) is
made as an interchangeable member.
3. A solid cathode as in claim 1 or 2, characterized in that its carrier body (14)
consists at least partially of material which at 900 to 1000°C is electrically highly
conductive and resistant to the melt, preferably carbon.
4. A solid cathode as in at least one of the claims 1 to 3, characterized in that
the carrier body (14) has at least one cavity (18) for receiving the aluminide, into
which the openpored structure (16) preferably projects.
5. A solid cathode as in at least one of the claims 1 to 4, characterized in that
the open- pored structure (16) consists of fine-grain granules sintered together.
6. A solid cathode as in at least one of the claims 1 to 4, characterized in that
the open- pored structure (16) consists of fibres, preferably of a felt or weave.
7. A solid cathode as in claim 6, characterized in that the open-pored structure (16)
consists of a felt of carbon fibres, preferably 1-5 mm thick.
8. A solid cathode as in at least one of the claims 1 to 7, characterized in that
in the case of the use of titanium aluminide the open-pored structure (16) is coated
with titanium carbide or titanium diboride, preferably 0.4 ¡.tm thick.
9. A solid cathode as in at least one of the claims 1 to 8, characterized in that
the solid cathode (10) at 900-1000° C has an apparent density which lies between those
of the electrolyte and of the liquid aluminium, preferably between 2.1 and 2.3 g/cm3, and is provided with spacers (32).
10. A solid cathode as in claim 9, characterized in that for achieving the correct
apparent density uniformly distributed pieces (30) of iron sheated by cathode material
are inserted.
1. Cathode à corps solide, mouillable, utilisable dans une cellule d'électrolyse de
la masse en fusion pour la fabrication de l'aluminium et contenant un aluminure d'au
moins un métal de transition des groupes IV A, VA et VI A de la classification périodique
des éléments, caractérisée en ce que la cathode à corps solide (10) est essentiellement
constituée d'un corps support (14) et d'une structure (16) à pores ouverts, située
dans la zone de la surface de travail, imprégnée d'aluminium saturé en métal/métaux
de transition et que l'on peut alimenter de façon continue à partir de réserves d'aluminure
(19,34).
2. Cathode à corps solide selon la revendication 1, caractérisée en ce que la cathode
à corps solide (10) est conçue sous forme d'un élément échangeable.
3. Cathode à corps solide selon la revendication 1 ou la revendication 2, caractérisée
en ce que son corps support (14) est au moins partiellement constitué d'un matériau
électriquement bon conducteur entre 900 et 1000°C et stable à l'égard du bain de fusion,
de préférence de carbone.
4. Cathode à corps solide selon au moins l'une des revendications 1 à 3, caractérisée
en ce que le corps support (14) comporte au moins, pour recevoir l'aluminure, un volume
creux (8) dans lequel la structure (16) à pores ouverts pénètre de préférence.
5. Cathode à corps solide selon au moins l'une des revendications 1 à 4, caractérisée
en ce que la structure (16) à pores ouverts est constituée de grenailles à grain fin
agglomérés par frittage.
6. Cathode à corps solide selon au moins l'une des revendications 1 à 4, caractérisée
en ce que la structure (16) à pores ouverts est constituée de fibres, de préférence
d'un feutre ou d'un tissu.
7. Cathode à corps solide selon la revendication 6, caractérisée en ce que la structure
(16) à pores ouverts est constituée d'un feutre de fibres de carbone, de préférence
d'une épaisseur de 1-5 mm.
8. Cathode à corps solide selon au moins l'une des revendications 1 à 7, caractérisée
en ce que, dans le cas de l'utilisation de l'aluminure de titane, la structure (16)
à pores ouverts est revêtue de carbure de titane ou de diborure de titane, de préférence
une épaisseur de 0,4 um.
9. Cathode à corps solide selon au moins l'une des revendications 1 à 8, caractérisée
en ce que la cathode à corps solide (10) présente, entre 900 et 1000°C, une densité
apparente qui se situe entre celles de l'électrolyte et de l'aluminium liquide, de
préférence entre 2,1 et 2,3 g/cm3 et en ce qu'elle comporte des écarteurs (32).
10. Cathode à corps solide selon la revendication 9, caractérisée en ce que pour atteindre
la densité apparente correcte, on utilise des morceaux de fer (30) régulièrement répartis
et enveloppés dans le matériau de la cathode.