[0001] Die Erfindung betrifft eine wärmeisolierende und feuerhemmende Verbundplatte nach
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Derartige Verbundplatten werden in erheblichem Umfang auf Wände, Decken und Türen
und auf etwaige Raumteilerelemente in Gebäuden und dergleichen aufgelegt, um eine
gewisse Feuerwiderstandsfestigkeit zu gewährleisten.
[0003] Das Streben geht hierbei zu einer immer höheren Feuerwiderstandsfestigkeit, um eine
höhere Feuerschutzklasse zu erreichen.
[0004] Eine wärmeisolierende und feuerhemmende Verbundplatte der eingangs genannten Art
ist aus der DE-A-26 35 736 bereits bekannt. Dort werden zur weiteren Erhöhung der
Feuerwiderstandsfestigkeit weitere Mineralwollschichten aneinandergereiht mit immer
weiteren zusätzlichen Lagen aus Aluminiumfolie.
[0005] Hierbei ergeben sich vielschichtige Verbundplatten, die zwar eine erhöhte Feuerfestigkeit
aufweisen, die aber relativ aufwendig und teuer in der Herstellung sind und im Bereich
der Sichtseite nachteilig anfällig gegen Verrussung sind.
[0006] Bei den bekannten Verbundplatten besteht nämlich der Nachteil, daß die Vorderseite
des vielschichtigen Plattenelementes, insbesondere die Mineralwolle, schon bei an
sich geringer Feuereinwirkung schnell mit Russteilchen zugesetzt wird. Hierbei muß
dann wegen der sich ergebenden geringeren wärmedämmenden Wirkung nachteilig das gesamte
Verbundmaterial ausgewechselt werden.
[0007] Aus der FR-A-2 294 840 ist es zwar bekannt, eine Aluminiumfolie an der Sichtseite
anzuordnen, die jedoch nachteilig in mechanischer Hinsicht sehr leicht verletzt werden
kann und schon bei an sich geringer Flammeneinwirkung zumindest in Teilbereichen ausglüht,
wodurch wegen der Russeinwirkung auf die Mineralwolle das gesamte Plattenmaterial
ersetzt werden muß.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine wärmeisolierende und feuerhemmende
Verbundplatte der eingangs genannten Art so weiterzubilden, daß in konstruktiv einfacher
Ausgestaltung die feuerhemmende Wirkung fühlbar verbessert wird, insbesondere im Bereich
der Sichtseite der Verbundplatte, so daß diese insbesondere bei nur geringer Feuereinwirkung
wieder verwendet werden kann.
[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs
1 vor.
[0010] Nach der Erfindung wird hier in konstruktiv einfacher Ausgestaltung durch das Aufbringen
von Farbschichten ein Schutz der Verbundplatten schon auf der Sichtseite vorgesehen
und zwar sowohl in mechanischer Hinsicht als auch in Hinsicht auf die feuerhemmende
Wirkung, insbesondere unter den Aspekten einer nur geringen Feuereinwirkung, um die
schon verlegten Verbundplatten weiter verwenden zu können. Insoweit dringen Flammen
auch bei längerer Einwirkung - insbesondere in Verbindung mit Russanteilen - erst
gar nicht in die großporige Mineralwolle ein.
[0011] Der mechanische und feuerhemmende Schutz der Sichtseite ist hier besonders kostengünstig.
Bei einer etwaigen Schwärzung der Verbundplatten durch Russ kann dieser durch Abbürsten
oder Abwaschen leicht entfernt werden, evtl. in Verbindung mit einem neuen Farbauftrag,
wodurch im wesentlichen die ursprüngliche feuerhemmende Wirkung wieder erreicht wird,
ohne daß die Verbundplatten ausgewechselt werden müssen.
[0012] Die Unteransprüche sind auf bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung gerichtet.
[0013] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert,
aus denen sich weitere wichtige Merkmale ergeben.
[0014] Es zeigen:
Figur 1: Schnitt durch ein Verbundplattenelement nach der Erfindung in unmaßstäblichen
Größenverhältnissen;
Figur 2: Seitenansicht einer abgehängten Decke mit Verbundplattenelementen nach der
Erfindung;
Figur 3: Seitenansicht des Plattenstoßes der abgehängten Decke nach Fig. 2;
Figur 4-8: perspektivische Vorderansichten verschiedener Abhängeprofile für eine abgehängte
Decke nach Fig. 2 und 3.
[0015] Die Zeichnungen zeigen sämtliche Bauteile in unmaßstäblichen Größenverhältnissen.
Die maßstäblichen Größenverhältnisse sind etwa folgende:
[0016] Die Verbundplatte 1 besteht nach ihrem gesamten Aufbau aus etwa 2 x 27,5 mm starken
Plattenelementen 2,3. Die Plattenelemente bestehen, wie vorher erwähnt, aus einer
Mineralfaserwolle.
[0017] Die Reflexionsfolie 4 hat eine Dicke von etwa 4/100 mm. Die Leimschichten 5 haben
eine Dicke von etwa 50/100 bis 1 mm, die Dicke läßt sich nicht genau bestimmen und
ist nur anhand der Fig. 1 schematisiert angedeutet, weil die Leimschichten 5 in den
Bereich der fasrigen Plattenelemente reichen und dort einen Übergangsbereich bilden,
so daß die Dicke nur ungefähr angegeben werden kann.
[0018] Das in Fig. 1 gezeigte Verbundplattenelement 1 weist an der Sichtseite 9 eine besonders
einfache Konstruktion auf, die noch dazu beiträgt, daß die Feuersicherheit noch um
ein weiteres, wesentliches Maß gesteigert ist. Versuche des Anmelders haben nämlich
gezeigt, daß die Sichtseite der Verbundplatte unmittelbar mit einer hochwärmefesten
Farbschicht 7 versehen werden kann. Eine solche Farbschicht ist z.B. eine Schicht
aus Kalkfarbe (Schlämme aus gebranntem Kalk in Wasser aufgeschwemmt).
[0019] Würde man eine solche Farbschicht 7 allein aufbringen, dann besteht der Nachteil,
daß sich offene Poren bilden, und hier ein Wärmedurchgang durch das untere Plattenelement
3 möglich ist, so daß die Reflexionsfolie 4 mit der Leimschicht 5 relativ stark schon
aufgeheizt wird. Die Farbschicht 7 aus Kalk hat aber den Vorteil, daß sie hochwärmebeständig
ist, und die Temperaturen von etwa 1000°C ohne Veränderung übersteht, d.h. es kommt
zu keinen Farbveränderungen oder zu Substanzveränderungen.
[0020] Wenn man aber die Feuersicherheit eines solches Plattenelementes noch mehr verbessern
will, dann muß man einen luftdichten Abschluß an der Sichtseite 9 erzielen.
[0021] Versuche des Anmelders haben nun gezeigt, daß, wenn man eine Mischung aus einer Kalkschlämme
mit Wasserglasleim im Verhältnis von etwa 1:8 wählt, und diese Mischung auf die vorherige
Farbschicht 7 aufspritzt, daß die dann so erhaltene zweite Farbschicht 8 einen vollständigen
Luftabschluß bildet, und ebenfalls einen hochwärmebeständigen Schutzschild bildet.
Es ergibt sich aber damit keine glasartige Schicht, sondern mehr eine elastische,
abriebfeste und vollkommen luftdichte Farbschicht, die ein Eindringen von Luft in
das untere Plattenelement 2 mit Sicherheit verhindert. Bei einem solchen Verbundplattenelement
wird sogar eine Feuersicherheit in der Klasse F120 erzielt, während mit dem vorher
beschriebenen Verbundplattenelement ohne die genannten Farbschichten 7 und 8 eine
Feuersicherheit von etwa F90 erzielt werden kann.
[0022] Die Feuersicherheitsklasse F90 heißt, daß ein solches Element 1) Stunden lang einer
Temperatur von 1000°C an der Sichtseite her standhalten muß, ohne daß es zu Zersetzungen
des Plattenelementes kommt, wobei an der Rückseite dieses Plattenelementes an einem
Strahlträger lediglich 400°C und an einer Holzkonstruktion lediglich 200°C auftreten
dürfen.
[0023] Die Feuersicherheitsklasse F120 heißt, daß die gleichen, vorher genannten Bedingungen
2 Stunden lang aufrechterhalten werden.
[0024] Die Sichtseite 9 des Verbundplattenelementes zeigt dann die Farbschicht 8, die in
der Mischung mit Wasserglas aufgebracht ist, diese Farbschicht kann beliebig eingefärbt
werden, und sie kann in beliebigen Strukturen aufgebracht werden. Die Feuereinwirkung
erfolgt hierbei in Pfeilrichtung 10.
[0025] Fig. 1 zeigt ferner eine besondere Abhängekonstruktion. Die Verbundplattenelemente
1 können unmittelbar auf ein Abhängeprofil 23 aufgelegt werden, und zwar auf die eine
Seite des horizontalen Schenkels 24, wobei am vertikalen Schenkel 25 dann eine Einhängeleiste
26 angeordnet ist, die entsprechende Ausnehmungen aufweist, in die die Deckenhaken
eingehängt werden.
[0026] Der Anschluß bzw. die Auflage des Verbundplattenelementes auf dem horizontalen Schenkel
24 ist als dicht zu bezeichnen.
[0027] Auf die Farbschicht (Deckschicht 6) nach Fig. 1 ist es noch möglich, eine zusätzliche
Kunststoff-Farbe im Aufspritzverfahren oder Aufziehverfahren aufzubringen. Damit kann
jede beliebige Struktur und jede beliebige Farbe oder jedes Oberflächenaussehen erreicht
werden.
[0028] Die Figuren 2, 3 und 4 bis 8 zeigen die Einzelheiten einer abgehängten Deckenkonstruktion
mit der Verwendung der bezeichneten Verbundplattenelemente 1.
[0029] Die Verbundplattenelemente 1 sind mit den stirnseitigen Stoßfugen versetzt zueinander
im Verband verlegt. Wandseitig sind Wandwinkel 260 befestigt, auf deren horizontalen
Schenkel die Verbundplattenelemente 1 aufliegen. Die Befestigung der Wandwinkel 260
kann über entsprechende Befestigungswinkel 203 an der Wand erfolgen.
[0030] Die Stöße der Verbundplattenelemente 1 liegen gemäß Fig. 3 auf den horizontalen Schenkeln
von Deckenprofilen 201 auf. Der vertikale Schenkel des Deckenprofils 201 weist im
Abstand angeordnete Ausnehmungen (Durchbrechungen) auf, durch die das Vertikalprofil
eines Quer-Profils 202 hindurchgeschoben ist. Dieses Quer-Profil 202 ist also senkrecht
zu dem Längsverlauf des Deckenprofils 201 angeordnet und unterstützt die Verbundplattenelemente
an ihren Längsstößen, während die Querstöße von dem Deckenprofil 201 getragen sind.
Auf diese Weise ist es möglich, großformatige Verbundplattenelemente, beispielsweise
im Format 125 x 62,5 cm, zu verwenden.
[0031] Im vertikalen Teil des Deckenprofils 201 sind Bohrungen angeordnet, durch die der
Haken eines Abhängedrahtes 220 greift, der zwecks Längenverstellbarkeit in eine Klemmfeder
211 gemäß Fig. 8 eingesetzt ist. Durch Zusammendrücken der federnden Schenkel der
Klemmfeder 211 kann die Länge des Abhängehakens 220 stufenlos verstellt werden.
[0032] Die andere Seite des Abhängehakens 220 ist mit dem abgebogenen Teil in eine Ösenschraube
250 eingehängt, die ihrerseits in einen in der Massivdecke 13 eingeschraubten Messingdübel
251 eingeschraubt ist.
[0033] Bei Feuereinwirkung von der Unterseite 12 der abgehängten Decke her werden die im
Zwischenraum zwischen der Massivdecke 13 und der abgehängten Decke angeordneten Deckenträger
11 lediglich gemäß der vorstehenden Beschreibung mit Hitzeeinwirkung beaufschlagt.
Es wird also ein außerordentlich hohen Feuerhemmvermögen erzielt.
1. Wärmeisolierende und feuerhemmende Verbundplatte (1) mit einem ersten Plattenelement
(2) aus gepreßter Mineralwolle und einer dünnen und wärmebeständigen Refiexionsfoiie
(4) aus Aluminium, deren eine Seite mittels einer ersten Leimschicht (5) aus einem
Wasserglasleim mit einer der flächigen Seiten des Plattenelementes (1) verbunden ist,
und mit einem zweiten Plattenelement (3) aus gepreßter Mineralwolle, das mit der anderen
Seite der Reflexionsfolie (4) über eine zweite Leimschicht (5) aus einem Wasserglasleim
verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß auf die freie Fläche des zweiten Plattenelementes
(3) eine erste Farbschicht (7) aus hochwärmebeständiger Farbe aufgetragen ist, auf
die wiederum eine zweite Farbschicht (8) aus einer Mischung aus einer hochwärmebeständigen
Farbe und einem hochwärmebeständigem Leim aufgetragen ist.
2. Verbundplatte nach Anspruch' 1, dadurch gekennzeichnet, daß die hochwärmebeständige erste Farbschicht (7) eine
Kalkfarbe ist und daß die zweite Farbschicht (8) luftundurchlässig ist und aus einer
Mischung einer Kalkschlämme mit Wasserglasleim im Verhältnis von 1:8 besteht.
3. Verbundplatte nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbundplattenelemente
(1) im Verband verlegt und dicht gestoßen zusammen mit Deckenabhängungsprofilen (201,
202, 203, 211, 220, 250, 251) eine feuerhemmende, wärmeisolierende abgehängte Decke
ergeben.
4. Verbundplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Plattenelemente als Mantelelement für die feuersichere Umkleidung von Stahl- oder
Holzträgern ausgebildet sind und daß die Stoßfugen stirnseitig aneinanderstoßender
Plattenelemente treppenförmige Hinterschneidungen aufweisen.
1. Panneau composite calorifuge et coupe-feu (1) comportant un premier élément de
panneau (2) en laine minérale comprimée et un film réflecteur en aluminium (4) mince
et résistant à la chaleur dont une face est assemblée au moyen d'une première couche
de colle (5) faite d'une colle à base de verre soluble, à l'une des faces planes de
l'élément de panneau (1), et un second élément de panneau (3) en laine minérale comprimée,
assemblé à l'autre face du film réflecteur (4) par l'intermédiaire d'une seconde couche
de colle (5) faite d'une colle à base de verre soluble, caractérisé en ce que sur
la surface libre du second élément de panneau (3) est appliquée une première couche
de peinture (7) faite d'une peinture hautement résistante à la chaleur, sur laquelle
est à nouveau appliquée une seconde couche de peinture (8) faite d'un mélange réalisé
à partir d'une peinture hautement résistante à la chaleur et d'une colle hautement
résistance à la chaleur.
2. Panneau composite selon la revendication 1, caractérisé en ce que la première couche
de peinture hautement résistante à la chaleur (7) est une peinture à base de chaux,
et en ce que la seconde couche de peinture (8) est une peinture imperméable à l'air
et se compose d'un mélange de boues résiduaires de chaux et de colle à base de verre
soluble dans une proportion de 1 pour 8.
3. Panneau composite selon les revendications 1 et 2, caractérisé en ce que les éléments
de panneau composite (1) réunis et aboutés d'une manière étanche les uns aux autres
à l'aide de profilés de suspension pour plafond (201, 202, 203, 211, 220, 250, 251)
forment un plafond suspendu coupe-feu et calorifuge.
4. Panneau composite selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les
éléments de panneau sont conçus sous la forme d'un élément d'habillage pour le revêtement
ignifuge de poutres en acier ou en bois, et en ce que les joints d'éléments de panneau
qui s'aboutent les uns aux autres du côté frontal présentent des contre-dépouilles
étagées.
1. A composite heat-insulating and fire-retardant panel (1) consisting of compressed
mineral wool and a thin and heat-resistant reflective foil (4) of aluminium, of which
one side is joined to one of the side surfaces of the panel element (1) by means of
a first glue layer (5) consisting of a water glass glue and comprising a second panel
element (3) of compressed mineral wool which is joined to the other side of the reflective
foil (4) via a second glue layer (5) consisting of a water glass glue, characterized
in that on the exposed surface of the second panel element (3) there is applied a
first paint layer (7) of highly heat-resistant paint onto which is further applied
a second paint layer (8) of a mixture of a highly heat-resistant paint and a highly
heat-resistant glue.
2. A composite panel according to claim 1, characterised in that the highly heat-resistant
first paint layer (7) is a lime paint and in that the second paint layer (8) is air-impermeable
and consists of a mixture of a lime slurry with water glass adhesive in the ratio
of 1:8.
3. A composite panel according to claims 1 and 2, characterised in that the composite
panel elements (1), laid in combination and in close abutment together with ceiling
suspension sections (201, 202, 203, 211, 220, 251) provide a fire-retardant and heat-insulating
suspended ceiling.
4. A composite panel according to one of the claims 1 to 3, characterised in that
the panel elements are formed as cladding elements for the fireproof cladding of steel
or wooden supports and in that the joint ends of abutting panel elements comprise
step-like undercuts.