[0001] Die Erfindung betrifft einen Siebkorb für Sortierer zum Sortieren von Fasersuspensionen,
mit einer Anström- und einer Auslaßseite und mit sich in Durchlaßrichtung erweiternden
Sieböffnungen, die an der Anströmseite schlitzförmig ausgebildet sind. Siebkörbe der
in Rede stehenden Art können zylindrisch oder konisch ausgebildet und gegebenenfalls
auch mit einem Boden und/oder einem Deckel versehen sein.
[0002] Ein Siebkorb der eingangs/erwähnten Art mit in axialer oder Umfangsrichtung verlaufenden
Schlitzen ist z.B. aus der US-PS 3 581 903 der Anmelderin bekannt. Derartige Siebkörbe
werden aus einem zum Kreiszylinder gebogenen und geschlossenen Blech hergestellt,
in das im flachgelegten Zustand die Sieböffnungen eingearbeitet worden sind. Zu der
Massnahme, die Sieböffnungen so zu gestalten, daß sie sich in Durchlaßrichtung erweitern,
greift man,weil sich gezeigt hat, daß sich auf diese Weise in Verbindung mit den Reinigungsflügeln
oder -leisten der Rotoren der einen solchen Siebkorb aufweisenden Sortierer die Gefahr
von Verstopfungen der Sieböffnungen nahezu völlig vermeiden lässt.
[0003] Bei dem bekannten Siebkorb werden zunächst für jede der Sieböffnungen von der späteren
Auslaßseite der Siebkorbwand her in der Draufsicht schiffchenförmige Vertiefungen
aus dem Blech herausgefräst, worauf von derselben Blechseite her mit einem dünnen
Kreissägeblatt Schlitze in das Blech gesägt werden, die jeweils am "Kiel" der Vertiefungen
angeordnet sind. Das Herausfräsen der Vertiefungen ist.nicht nur deshalb erforderlich,
weil sich die Sieböffnungen aus dem vorstehend geschilderten Grund in Durchlaßrichtung
erweitern sollen, sondern die bei sogenannten Drucksortierern zwischen Anström- und
Auslaßseite des Siebkorbs herrschende Druckdifferenz macht eine relativ dicke Siebkorbwand
erforderlich, in die die benötigten feinen Schlitze sonst nicht eingesägt werden könnten.
Die für jede einzelne Sieböffnung aus der Siebkorbwand herausgefrästen Vertiefungen
schwächen den Siebkorb jedoch derart, daß in der Praxis Verstärkungsringe erforderlich
sind, die in axialem Abstand voneinander auf der Aussenseite der Siebkorbwand angebracht
werden, damit diese bei einem Einsatz in Drucksortierern der erwähnten Druckdifferenz
standzuhalten vermag. Dadurch werden die bekannten Siebkörbe von Drucksortierern jedoch
nicht nur verteuert, sondern die Verstärkungsringe decken einen erheblichen Teil der
Siebkorbfläche ab, weshalb man die bekannten Siebkörbe relativ gross bemessen muß.
Dies führt wiederum zu einem höheren Energiebedarf des Sortierers, denn die am Sortierer-Rotor
vorgesehenen Reinigungsflügel oder -leisten müssen eine grössere Länge aufweisen und/oder
pro Umdrehung des Rotors einen längeren Weg durchlaufen, was ersichtlich zu einer
Erhöhung der für den Rotor benötigten. Antriebsleistung führt. Damit die Sieböffnungsschlitze
mit einem Kreissägeblatt hergestellt werden können, müssen die herausgefrästen Vertiefungen
ausserdem mit einer weit grösseren Länge als die Sieböffnungsschlitze hergestellt
werden, was die Schwächung der Siebkorbwand noch erhöht. Schliesslich müssen die Querabstände
der Sieböffnungsschlitze voneinander relativ gross gewählt werden, damit die zwischen
den Sieböffnungen stehen bleibenden Stege der Siebkorbwand dieser noch eine einigermassen
ausreichende Steifigkeit verleihen, ein Umstand, der den maximalen Durchsatz an Fasersuspension
durch einen bekannten Siebkorb der in Rede stehenden Art mit vorgegebenen Abmessungen
vermindert. Auch lassen sich die in der geschilderten Weise bearbeiteten Siebbleche
nicht zu einem absolut runden Siebkorb biegen, weil die nicht mit herausgefrästen
Vertiefungen und gesägten Schlitzen versehenen Ringzonen zum Anbringen der Verstärkungsringe
nicht dieselben Verformungseigenschaften aufweisen wie die dazwischen liegenden, mit
Sieböffnungen versehenen Bereiche.
[0004] Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, einen Siebkorb für Sortierer zum Sortieren
von Fasersuspensionen und insbesondere für Drucksortierer zu schaffen, der sich in
Durchlaßrichtung erweiternde und an der Anströmseite schlitzförmig ausgebildete Sieböffnungen
aufweist und dessen Wand bei vorgegebener Wanddicke auch ohne Verstärkungsringe oder
dergleichen eine grössere Festigkeit aufweist als die bekannten Siebkörbe der geschilderten
Art. Diese Aufgabe lässt sich erfindungsgemäss dadurch lösen, daß man die Siebkorbwand
an der Auslaßseite mit Vertiefungen versieht, deren jede sich über mehrere Sieböffnungsschlitze
erstreckt und die allseitig in solchen Abständen voneinander angeordnet sind, daß
die Siebkorbwand auf der Auslaßseite zwischen den Vertiefungen eine Netzstruktur aufweist.
Die in Rede stehenden Vertiefungen lassen sich z.B. durch Fräsen besonders einfach
herstellen, wenn sie kreiszylindrisch ausgebildet sind. Selbstverständlich wird das
Blech oder sonstige Material für die Siebkorbwand im gestreckten, d.h. flachen Zustand
bearbeitet, ehe man aus ihm den Siebkorb bildet.
[0005] Verleiht man den Vertiefungen nicht gerade die Gestalt von Rechtecken mit zu den
Sieböffnungsschlitzen parallelen Rändern, so führt die erfindungsgemässe Gestaltung
zu Sieböffnungsschlitzen unterschiedlicher Länge, was unter anderem deshalb vorteilhaft
ist, weil sich auf diese Weise ein Siebkorb ergibt, dessen Stabilität derjenigen eines
mit gebohrten Löchern versehenen Siebkorbs nahe kommt. Auch lässt sich die Siebkorbwand
ohne grössere Schwierigkeiten zu einem absolut runden Siebkorb biegen, wenn die Vertiefungen
ein regelmässiges Muster bilden und insbesondere kreiszylindrisch ausgebildet sind,
weil es dann im Hinblick auf die Biegesteifigkeit keine Vorzugsrichtungen der Siebkorbwand
gibt.
[0006] Durch den Wegfall der bisher erforderlichen Verstärkungsringe lässt sich ein Siebkorb
vorgegebener maximaler Durchsatzmenge so verkleinern, daß sich die Antriebsenergie
für den Rotor um bis zu 20 % verringern lässt, und eine weitere Energieeinsparung
wird dadurch ermöglicht, daß wegen des Wegfalls der nicht mit ausgefrästen Vertiefungen
versehenen Bereiche der Wand der bekannten Siebkörbe die Gesamtsiebfläche um bis ca.
23 % vermindert werden kann.
[0007] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den beigefügten
Ansprüchen und/oder aus der nachfolgenden Beschreibung sowie der beigefügten zeichnerischen
Darstellung bevorzugter Ausführungsformen des erfindungsgemässen Siebkorbs; in der
Zeichnung zeigen:
Fig. 1 Eine Seitenansicht einer teilweise aufgebrochenen ersten Ausführungsform des
Siebkorbs;
Fig. 2 eine vergrösserte Darstellung eines Mantelbereichs des Siebkorbs von aussen
gesehen;
Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie 3-3 in Figur 2;
Fig. 4 eine der Figur 1 entsprechende Darstellung einer zweiten Ausführungsform;
Fig. 5 eine den Figuren 1 und 4 entsprechende Darstellung einer dritten Ausführungsform;
Fig. 6 eine der Fig. 3 entsprechende Darstellung einer vierten Ausführungsform (Ansicht
der Auslaßseite eines Teils der Siebkorbwand), und
Fig. 7 eine Ansicht der Anströmseite eines Teils der Siebkorbwand der vierten Ausführungsform.
[0008] Die Figuren 1 bis 3 zeigen einen Siebkorb 10 für einen Drucksortierer, in dem die
zu sortierende Fasersuspension den Siebkorb von aussen nach innen, d.h. in Richtung
des Pfeils A in Figur 1 durchströmt. Die Siebkorbwand 12 besitzt einen oberen und
einen unteren Ringbereich 14 bzw. 16 ohne Sieböffnungen zur Montage des Siebkorbs
im Drucksortierer. Dazwischen ist die Aussenseite der Siebkorbwand mit in gleichen
Abständen voneinander angeordneten Umfangsnuten 18 versehen, während von der Innenseite
her aus der Siebkorbwand kreiszylindrische Vertiefungen 20 herausgefräst wurden, deren
Tiefe so gross ist, daß sich im Überdeckungsbereich der Umfangsnuten 18 und der Vertiefungen
20 Sieböffnungsschlitze 22 ergeben. Bei der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen
Siebkorbs liegen die Zentren der Vertiefungen 20, die in Figur 2 mit "C" bezeichnet
worden sind, an den Ecken eines gleichseitigen Dreiecks, das in Figur 2 für drei einander
benachbarte Vertiefungen strichpunktiert angedeutet wurde. Auf diese Weise bilden
die nichtdurchbrochenen Bereiche 24 der Siebkorbwand 12 zwischen den Vertiefungen
20 eine Netzstruktur, die der Siebkorwand 12 die erforderliche Steifigkeit verleiht.
[0009] Aus Fertigungsgründen empfiehlt es sich, die Tiefe "d" der Vertiefungen 20 und Tiefe
"e" der Nuten 18 so zu wählen, daß ihre Summe etwas grösser ist als die ursprüngliche
Wandstärke "D" der Siebkorbwand 12, und bei der bevorzugten Ausführungsform soll die
Tiefe der Vertiefungen 20 so gross sein, daß der Wert (D - d) ca. 0,8 bis 1,2 mm beträgt,
während "e" ca. 0,9 bis 1,3 mm gross bemessen wird.
[0010] Während die Ausführungsform nach den Figuren 1 bis 3 in Umfangsrichtung verlaufende
Sieböffnungsschlitze 22 aufweist, zeigt die Figur 4 einen gleichfalls von aussen nach
innen durchströmten Siebkorb 10' mit in axialer Richtung verlaufenden Nuten 18', so
daß sich auch in axialer Richtung verlaufende Sieböffnungsschlitze 22' ergeben.
[0011] Der in Figur 5 als dritte Ausführungsform dargestellte Siebkorb 10" ist für eine
Durchströmung von innen nach aussen, d.h. in Richtung des Pfeils B vorgesehen und
er weist auf der Innenseite Umfangsnuten 18"auf, während kreiszylindrische Vertiefungen
20" auf der Aussenseite des Siebkorbs liegen. Die Sieböffnungsschlitze verlaufen also
auch hier in Umfangsrichtung und wurden mit 22" bezeichnet.
[0012] Es liegt auf der Hand, daß die Nuten 18, 18' und 18" nicht unbedingt in Umfangsrichtung
oder in Richtung der Achse des Siebkorbs verlaufen müssen; so wäre es z.B. ohne weiteres
möglich, daß die Nuten 18' mit der Vertikalen einen spitzen Winkel bilden.
[0013] Bei einer weiteren Ausführungsform gemäss den Fig. 6 und 7 sind in Umfangsrichtung
des Siebkorbs umlaufende oder in Achsrichtung verlaufende Nuten nicht vorhanden, vielmehr
wurden nach dem Einbringen von kreiszylindrischen Vertiefungen 20
3 von der Auslaßseite 13 der Siebkorbwand 12
3 her mittels eines Lasers oder durch Funkenerosion Sieböffnungsschlitze 22
3 in die Siebkorbwand geschnitten, die jeweils innerhalb der Vertiefungen 20
3 enden.
[0014] Ein solcher erfindungsgemässer Siebkorb zeichnet sich durch eine noch grössere Stabilität
aus, da die Schwächung der Siebkorbwand durch die außerhalb der Vertiefungen vorhandenen
Nuten 18 bzw. 18' bzw. 18'' entfällt.
[0015] Durch die Erfindung wurde also ein Siebkorb geschaffen, bei dem die Summe der lichten
öffnungen der Siebkorbwand sowie deren Stabilität grösser sind als bei den bekannten
Siebkörben mit sich in Durchlaßrichtung erweiternden, schlitzförmigen Sieböffnungen
(bei vorgegebenen Werten für die Siebkorbhöhe und den Siebkorbdurchmesser), was unter
anderem darauf zurückzuführen ist, daß der Siebkorb ausserhalb seiner Montagebereiche
überall perforiert ist.
1. Siebkorb für Sortierer zum Sortieren von Fasersuspensionen, mit einer Anström-
und einer Auslaßseite und mit sich in Durchlaßrichtung erweiternden Sieböffnungen,
die an der Anströmseite schlitzförmig ausgebildet sind, dadurch gekennzeichnet, daß
die Siebkorbwand an der Auslaßseite Vertiefungen aufweist, deren jede sich über mehrere
Sieböffnungsschlitze erstreckt und die allseitig in solchen Abständen voneinander
angeordnet sind, daß die Siebkorbwand auf der Auslaßseite zwischen den Vertiefungen
eine Netzstruktur aufweist.
2. Siekorb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefungen kreiszylindrisch
ausgebildet sind.
3. Siebkorb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefungen ein
nach allen Richtungen regelmässiges Muster bilden.
4. Siebkorb nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zentren der
Vertiefungen - in der Ansicht der flachgelegten Siebkorbwand - die Ecken gleichseitiger
Dreiecke bilden.
5. Siebkorb nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Restwandstärke der Siebkorbwand am Grund der Vertiefungen ungefähr 1 mm, insbesondere
ca. 0,8 bis 1,2 mm,beträgt.
6. Siebkorb nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Siebkorbwand an der Anströmseite parallel zueinander verlaufende Nuten aufweist,
die sich über mehrere Vertiefungen hinweg erstrecken.
7. Siebkorb nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Nuten in Umfangsrichtung
des Siebkorbs verlaufen und jeweils eine geschlossene Ringnut bilden.
8. Siebkorb nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Nuten zumindest ungefähr
in Richtung der Siebkorbachse verlaufen.
9. Siebkorb nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Nuten im Abstand von
den Enden des Siebkorbs enden.
10. Siebkorb nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die Nuten in gleichen Abständen voneinander angeordnet sind.
11. Siebkorb nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die Nuten eine Tiefe von ungefähr 1 mm, insbesondere von ca. 0,9 bis 1,3 mm, aufweisen.
12. Siebkorb nach den Ansprüchen 5 und 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Tiefe der
Nuten geringfügig grösser ist als die Restwandstärke der Siebkorbwand am Grund der
Vertiefungen.
13. Siebkorb nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass die auf der Anströmseite der Siebkorbwand vorgesehenen, die Sieböffnungsschlitze
bildenden Ausnehmungen innerhalb des Bereichs der jeweiligen Vertiefung enden und
insbesondere Laser-oder erosionsgeschnitten sind.