(19)
(11) EP 0 094 445 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.11.1983  Patentblatt  1983/47

(21) Anmeldenummer: 82104372.6

(22) Anmeldetag:  18.05.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3E04C 2/46
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR GB LI NL

(71) Anmelder: Schach, Alfred, Dr.
D-6951 Obrigheim-Mörtelstein (DE)

(72) Erfinder:
  • Schach, Alfred, Dr.
    D-6951 Obrigheim-Mörtelstein (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren zur industriellen Fabrikation von grossflächigen Fertigbauteilen


    (57) Grossflächige, bis wandgrosse Fertigbauteile aus künstlichen Steinen werden hergestellt in einer vertikalen Steinschicht auf Steinschicht aufbauenden Arbeitsweise, wobei der Einschluss und die Mitverarbeitung von Dämmstoffen und von vorgefertigten Bauteilen verschiedener Art ermöglicht ist mit dem Ziel, den Vermauerungsvorgang von künstlichen Steinen zu rationalisieren, durch Zusatzdämmschichten den Vollwärmeschutz zu erreichen und durch eine Vollmontage des Rohbaues einen kontinuierlichen Produktionsprozeß im Wohnungsbau zu ermöglichen.


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung stellt ein Verfahren dar zur industriellen Fabrikation von großflächigen, bis wandgroßen Fertigbauteilen aus künstlichen Steinen in vertikaler, Steinschicht auf Steinschicht aufbauender Arbeitsweise, das den Einschluß und die Mitverarbeitung von Dämmstoffen und von vorgefertigten Bauteilen verschiedener Art ermöglicht.

    [0002] Diese Aufgabe wird durch das in den Ansprüchen 1. bis 7. gekennzeichnete Verfahren gelöst.

    [0003] Durch diese Erfindung ist es möglich,

    1) der heute üblichen Mischarbeitsweise am Bau, teils Handvermauern, teils Mobilkranmontage entgegenzuwirken und die Bauarbeiten durch maschinelle Verrichtungen in der Halle zu erleichtern, humanisieren und witterungsunabhängig zu machen, auch zweischaliges Mauerwerk -- und das ist besonders wichtig;

    2) großflächiges Aussenmauerwerk mit einer beliebig starken Dämmschicht zu versehen und/mit dem Steinmaterial haft- und kraftschlüssig durch Auf- oder Ausschäumen zu verbinden; ausserdem mit den erforderlichen Verankerungen und eventl. zusätzlichen Bewehrungseisen oder -Matten auszustatten und diese einzumauern;

    3) die manuelle Tätigkeit vor Ort auszuschalten und durch eine totale Rohbaumontage zu ersetzen, die den Rohbau in Tagen statt Wochen oder Monaten bewältigt und zu einem kontinuierlichen Bauablauf bis zum fertigen Haus führen kann.



    [0004] Die grundverschiedenartigen Arbeitsgänge sind in der Hauptsache Transport-, Hebe- und Bewegungsvorgänge: Antransport und Einbringen von Steinen, Bauteilen, Mörtel, Dämmstoffen und Weiter- bezw. Abtransport des Bauteiles zur nächsten Arbeitsstelle oder zum Abbindeplatz, die allesamt in einen kontinuierlichen, taktmässigen Produktionsablauf eingebunden werden müssen, der eine variable, für unterschiedliche Bedarfsfälle anpassungsfähige Betriebsanlage voraussetzt.

    [0005] Die Anlage besteht zunächst aus einem z.B. ebenerdigen Arbeitsplatz mit griffbereiten Steinpaketen und Hebehilfen, wie Greifzangen od.ähn.;

    einem Gerüst, zB. das den unter Flur absenkbaren Vermauerungsrahmen in voller Höhe und Breite des vorgesehenen Wandteils aufnehmen kann, damit auf gleichbleibender Arbeitshöhe die Eingabe der Steine oder Steinschichten erfolgen kann; es ist auch möglich, mit einer Hebebühne zu arbeiten, mit der Material und Arbeiter angehoben werden und das Fertigteil ebenerdig stehen bleibt;

    einer Mörtelpumpe mit dazugehörigen Schläuchen; einem Hebezeug für den Antransport und das Einbringen von Zusatzbauteilen, der Umsetzung des Vermauerungsrahmens in eventuell vorhandene 2. oder 3. Arbeitsstellen und den Abtransport des fertigen Wandteils auf den Abbinde- oder Lagerplatz.



    [0006] Die Strukturbeton-Aussenschale als fix und fertige Aussenwand, die nur noch eines Anstriches bedarf, oder eine Klinkerfassaden-Vorsatzschale können mit einem Fuß aus bewehrtem Beton ausgestattet sein zur Aufnahme bezw. Tragen der zu hintermauernden Steinwand und der auszuschäumenden PU-Schicht.

    [0007] Dieser Fuß dient dazu, dünnwandiges Zweischalenmauerwerk zu einer statischen Einheit zu machen. Er kann auch ersetzt werden durch verstärkte Verankerungseisen unten, mittig und oben, die dazu beitragen können, dünnwandiges Mauerwerk, das zweischalig mit Kerndämmung einen 100%igen Wäremeschutz ergibt, gegen die bestehenden präventiven und verschwenderischen DIN-Vorschriften durchzusetzen.

    [0008] Die Steineingabe einschliesslich dem Lagerfugenauftrag mittels Pumpe und Hosenrohr erfolgt entweder von Hand oder schichtweise durch einen Umsetzer oder Greifer, dem die Steinreihen über Band einschliesslich Mörtelbeschichtung zugeführt werden.

    [0009] An derselben oder einer 2. Arbeitsstelle erfolgt nach Erreichen der Geschoßhöhe in abgesenkter Stellung des Wandteils auf Arbeitshöhe die Einbringung der Zusatzbauteile, wie Stürze, Ringanker usw., deren Befestigung und eventl. Ein- oder Ausbetonierung.

    [0010] Die großflächige Ausschäumung des verbliebenen Zwischenraumes mit Polyurethan erfordert das Einspritzen der beiden Komponenten jeweils mit einem Meter Steighöhe,/wenigenMinuten .. in die erste und dam die zweite Überschichtung erfolgen.

    ist von besonderem Vorteil, daß das Ausschäumen bis zur

    der Vorsatzschale bezw. Hilfsschalung durchgert werden kann, damit Stürze, Ringanker und die später gelegte Decke in die Dämmung eingeschlossen sind und die

    Kältebrücken vermieden werden.

    durch die Dämmschicht durchgehenden Anker aus dünnem

    Stahl sind für die Ausschäumung nicht hin- und. Es können auch stärkere Verankerungseisen, zB. ansteldes Fußes , oben im Bereich des Ringankers und in der.Mit- ins Mauerwerk übergreeifend eingebaut werden. In diesem müssen im Mauerwerk dafür entsprechend hohe Mörtel- oder confugen vorgesehen werden.

    den Rythmus des Vermauerungsvorganges und der Einbringung zusätzlichen Bauteile vom Ausschäumungsprozeß unabhängig machen und damit das Ausschäumen kontinuierlich erfolgen an, kann die Anlage so ausgestaltet werden, daß eine Tages- pazität vor dem Ausschäumen, zB. abgesenkt auf Arbeitshöhe, einandergereiht wird, um diese Arbeit für sich getrennt durchführen

    ch Abschluß aller Arbeiten erfolgt mit Hilfe eines Hebezeuges r Abtransport des Bauteiles auf den Abbinde- bezw. Lagerplatz. ne direkte Auftragung einer PU - Dämmschicht auf eine aufzuuernde Wand ohne eine zusätzliche Fassadenschale kann mit lfe des Gerüstes und des Absenkrahmens in der Weise erfolgen, ß mit der Palette eine zusätzliche Hilfsschalung mit dem vorsehenen Abstand eingebracht wird, die nach innen offen ist d die Ausschäumung nach aussen abgrenzt. Wegen des Verbundes den Anker ins Mauerwerk eingemauert, die herausstehen und gebenenfalls zur Befestigung und Verfestigung der PU-Schicht .s Aufhänger für eine dünne Bewehrungsmatte aus Kunststoff ler Nirosta-Stahl dienen.




    Ansprüche

    1. verfahren zur industriellen Vorfertigung von großflächigen, geschoßhohen Fertigbauteilen aus künstlichen Steinen, wobei die Steine in einen unter Flur absenkbaren Rahmen eingegeben und unter Einfügung zusätzlicher Bauteile, wie Rolladenkästen, Stürze, Ringanker usw. bis zur Geschoßhöhe hochgemauert werden, gekennzeichnet durch folgende Massnahmen:

    a) beim Hochmauern werden in den Lagerfugen aus der Wandfläche herausreichende Ankereisen, Bewehrungsdrähte oder Bewehrungsmatten eingemauert; Bewehrungsdrähte oder -Matten

    b) an den Ankereisen/wird eine über die gesamte Wandfläche reichende Bewehrungsmatte aus dünnen Drähten oder Kunststoff befestigt;

    c) in einem vorbestimmten Abstand zur Bewehrungsmatte wird eine Hilfsschalung angebracht;

    d) der Zwischenraum zwischen Wandfläche und Hilfsschalung wird mit einem Hartschaum ausgeschäumt;

    e) nach dem Ausschäumen wird die Hilfsschalung entfernt und eine Deckschicht aufgespritzt oder ein Verputz aufgebracht.


     
    2. Verfahren zur industriellen Vorfertigung von großflächigen, geschoßhohen doppelschaligen Fertigbauteilen aus künstlichen Steinen, wobei die Steine in einen unter Flur absenkbaren Rahmen eingegeben und unter Einfügen zusätzlicher Bauteile, wie Rolladenkästen, Stürze, Ringanker usw. bis zur Geschoßhöhe hochgemauert werden, gekennzeichnet durch folgende Maßnahmen:

    a) in den Rahmen wird eine geschoßhohe vorgefertigte Vorsatzscha- le, z.B. aus Strukturbeton oder aus Klinkern eingebracht, aus welcher Ankereisen, Bewehrungsdrähte oder Bewehrungsmatten nach innen herausragen;

    b) in einem vorbestimmten Abstand zur Vorsatzschale wird die Innenschale aus-künstlichen Steinen hochgemauert, wobei die Ankereisen, Bewehrungsdrähte oder -Matten in den Lagerfugenmörtel eingemauert werden;

    c) der Zwischenraum zwischen Vorsatzschale und Innenschale wird mit einem Hartschaum ausgeschäumt.


     
    3. Verfahren zur industriellen Vorfertigung von großflächigen, geschoßhohen doppelschaligen Fertigbauteilen aus künstlichen Steinen, wobei die Steine in einen unter Flur absenkbaren Rahmen eingegeben und unter Einfügen zusätzlicher Bauteile, wie Rolladenkästen, Stürze, Ringanker usw. bis zur Geschoßhöhe hochgemauert werden, dadurch gekennzeichnet, daß

    a) beide Schalen aus künstlichen Steinen unterschiedlicher Arten und Formaten bestehen und in dem absenkbaren Rahmen in einem Arbeitsablauf hochgemauert werden;

    b) beim Hochmauern der beiden Steinschalen in einem vorbestimmten Abstand voneinander zuerst die höchstschichtigen Steine, z.B. großformatige Steinblocks für die Innenschale, und dann die dünn- formatigen Steine für die Innenschale, z.B. Klinker, in mehreren Schichten bis sie die gleiche Ebene erreicht haben, eingebracht und mittels Pumpe vermörtelt und vermauert werden;

    c) Ankereisen, Bewehrungsdrähte oder Bewehrungsmatten in durchgehenden Mörtelfugen eingemauert werden;

    d) der Zwischenraum zwischen den beiden Steinschalen mit einem Hartschaum ausgeschäumt wird.


     
    4. Verfahren nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, daß die Vor- satzschale einen Fuß aufweist, auf der die Innenschale aus künst- lichen Steinen aufgemauert wird; damit die beiden Schalen statisch zu einer Einheit verbunden werden.
     
    5. Verfahren nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, daß anstelle des Fußes nach Anspruch 4 in der Vorsatzschale unten, ferner mittig und oben im Bereich des Ringankers stärkere Verbindungseisen herausragen, die beim Vermauern der inneren Schale aus künstlichen Steinen in überhöhte Mörtelfugen eingemauert werden, damit die beiden Schalen statisch zu einer Einheit verbunden werden.
     
    6, Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, daß als Hartschaum Polyurethan verwendet wird in einer Schicht von 4 bis 8 cm Dicke, das durch haft- und kraftschlüssiges Aus-oder Aufschäumen eingebracht wird.
     
    7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 6 dadurch gekennzeichnet, daß das Ausschäumen des geschoßhohen Zwischenraumes in mehreren Überschichtungen großflächig bis zur Höhe des Wandteiles erfolgt, sodaß die Stürze, Ringanker und Decken in die Kerndämmung eingeschlossen sind; ferner daß die Hartschaumkomponenten von von oben oder von der Seite mit Röhren oder Schläuchen und mit Spritzdüsen mit konzentriertem Strahl eingebracht werden.
     





    Recherchenbericht