[0001] Die Erfindung betrifft einen Badelift für Körperbehinderte, mit einem Transportgerät,
das an einem Gestell lotrecht verschiebbar und seitlich schwenkbar angeordnet und
durch eine Antriebsmaschine heb- und senkbar ist.
[0002] Badelifte dieser Art sind in verschiedenen Ausführungen bekannt (z.B. US-PS 3.914.808,
DE-OS 2.714.358, CH-PS 570 937). Das Gestell solcher Badelift besteht aus einer teleskopartig
ausfahrbaren Säule, in welcher die Antriebsmaschine in Form eines hydraulisch betriebenen
Arbeitszylinders eingeschlossen ist. Allen derartigen Ausführungen ist der Nachteil
gemeinsam, dass die Antriebsvorrichtung die ganze Belastung durch das beladene Transportgerät
zu tragen hat oder in Verbindung mit einer Kraftübersetzung einen übermässig langen
Arbeitshub haben muss. In beiden Fällen führt dies zu verhältnismässig massiven, schweren
und entsprechend teuren Hebevorrichtungen mit zum Teil grosser Bauhöhe.
[0003] Die Schwenklagerung des Transportgerätes bietet bei solchen Konstruktionen zudem
besondere Schwierigkeiten. Um eine leichtgängige Schwenklagerung zu erreichen, ist
auf möglichst geringe Lagerkräfte zu achten. Dieses Problem ist bei den bekannten
Hebevorrichtungen ebenfalls nicht befriedigend gelöst. Die Ausführung nach der US-PS
3.914.808 ermöglicht das Schwenken des Transportgerätes durch drehbare Lagerung der
Säule an deren Basis, was bedeutet, dass das ganze Gewicht des belasteten Badelifts
und das Kippmoment von dieser Säulenlagerung aufgenommen werden muss. Demgegenüber
ist bei der Ausführung nach der DE-OS 2.714.358 das Transportgerät mit einer Hülse
am Umfang des vertikal beweglichen Teils der Säule schwenkbar gelagert, wobei die
achsiale Länge der Hülse nur einen Bruchteil der Länge dieses Säulenteils beträgt.
Aehnliche Verhältnisse liegen vor im Falle der Ausführung nach der CH-PS 570 937,
bei der das Transportgerät mit dem oberen Ende einer drehbaren Kolbenstange der Antriebsmaschine
verbunden ist, wobei die Kolbenstange im ausgefahrenen Zustand nur auf einem Bruchteil
ihrer Länge geführt ist. In jedem dieser Fälle ist also mit verhältnismässig hohen
Lagerkräften und dementsprechend hohen Reibungskräften zu rechnen. Derartige Schwenklager
stellen hohe Anforderungen hinsichtlich Präzision, sind gross und schwer und dementsprechend
aufwenig in der Herstellung.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Badelifts, der unter Vermeidung der
vorerwähnten Nachteile nur einen Bruchteil der bisher erforderlichen Antriebskraft
benötigt und dadurch eine kompaktere und weniger aufwendige Bauart ermöglicht. Weiter
ist mit der Erfindung eine Herabsetzung der Lagerkräfte in der Schwenklagerung des
Transportgerätes beabsichtigt, um einfachere und weniger aufwendige Schwenklager anwenden
zu können.
[0005] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass das Transportgerät und die Antriebsmaschine
an einem schwenkbaren Gestellteil angeordnet sind und dass das Transportgerät durch
eine dem Lastausgleich dienende Gasfederanordnung am schwenkbaren Gestellteil abgestützt
ist.
[0006] Die Gasfederanordnung nimmt in jeder Höhenlage des Transportgerätes den grössten
Teil der Last auf, so dass die Antriebsmaschine nur für die geringe Restkraft zum
Anheben des Transportgerätes dimensioniert zu werden braucht. Das geringe Mass der
benötigten Stellkraft rührt vor allem daher, dass sich die von einer Gasfeder ausgeübte
Gegenkraft über den ganzen Federweg nur wenig ändert.
[0007] Die verringerte Baugrösse der Antriebsmaschine ermöglicht es, insbesondere bei Verwendung
hydraulisch oder pneumatisch betriebener Arbeitszylinder, für diese wie auch für die
Gasfedern handelsübliche Bauformen einzusetzen. Eine solche Lösung benötigt daher
im Gegensatz zu den bekannten Ausführungen keine besondere Konstruktion der Antriebsmittel.
[0008] Es ist zwar aus der DE-AS 2.730.305 bekannt, bei einem Badelift durch Federn einen
Lastausgleich zu erzielen. Dabei handelt es sich jedoch um mechanische Federn an einem
von Hand anzuhebenden Transportgerät. Gegen Ende des Hubes ist die Federkraft nurmehr
gering, so dass in diesem Bereich fast die volle Kraft zum Anheben der Last vom Benützer
aufgebracht werden muss.
[0009] Gasfedern für den Lastausgleich sind bereits in zahlreichen Anwendungsformen bekannt.
Sie haben in vielen Fällen zu grundlegend neuen Konstruktionen von Bewegungsapparaten
geführt. Im Falle ihres Einsatzes beim erfindungsgemässen Badelift bieten sie unter
anderem die Möglichkeit zu einer Vereinfachung der Schwenklagerung des Transportgerätes.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht nämlich darin, dass das Gestell
aus einem feststehenden Montagerahmen und einem mit diesem gelenkig verbundenen Schwenkrahmen
besteht und dass das Transportgerät einen an zwei am Schwenkrahmen vorgesehenen lotrechten
Führungsstangen gelagerten Schlitten aufweist, an dem eine Personentragvorrichtung
befestigt ist. Dabei ist der Montagerahmen vorzugsweise mindestens so hoch wie der
Schwenkrahmen, so dass am unteren und oberen Ende des Schwenkrahmens Gelenkverbindungen
vorgesehen werden können. Dadurch lässt sich die ganze durch den erforderlichen Schlittenhub
bedingte Gestellhöhe für die Plazierung der Schwenklager ausnutzen, so dass die Lagerkräfte
auf ein Minimum reduziert werden und trotz des zusätzlichen Gewichts der am Schwenkrahmen
befindlichen Antriebsmittel geringer ausfallen als bei herkömmlichen Lösungen, da
das Gewicht der Antriebsmittel nur einen Bruchteil des Gesamtgewichts des belasteten
Transportgerätes ausmacht. Befänden sich die Antriebsmittel und der Schlitten am Montagerahmen
und die Schwenklager für das Transportgerät am Schlitten, so würde bei gleicher Gestellhöhe
nur die geringere Schlittenhöhe für die Schwenklagerung verfügbar sein, was höhere
Lagerkräfte zur Folge hätte.
[0010] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch dargestellt,
und zwar zeigen die Fig. 1, 2 und 3 Auf-, Seiten- und Grundriss des Badelifts.
[0011] Der gezeigte Badelift umfasst ein Gestell 1, an dem ein Transportgerät 2 lotrecht
verschiebbar und seitlich schwenkbar angeordnet und durch eine Antriebsmaschine 3
heb- und senkbar ist.
[0012] Das Gestell besteht aus einem an einer Wand 4 befestigbaren Montagerahmen 5 und einem
mit diesem gelenkig verbundenen Schwenkrahmen 6. Die beiden Rahmen 5, 6 sind im Aufriss
gleich gross und beispielsweise aus Seitenteilen 7 bzw. 8 und Stirnplatten 9 bzw.
10 zusammengesetzt, z.B. durch Schweissen. Als Seitenteile 7, 8 werden vorzugsweise
U-förmige Abkantprofilstücke verwendet. Zur Verstärkung und Wandbefestigung des Montagerahmens
5 sind dessen Seitenteile 7 ausserdem durch Traversen 11 miteinander verbunden. Je
ein Scharnier 12 am oberen und unteren Ende des Gestells bilden die Gelenkverbindung
zwischen Schwenkrahmen 6 und Montagerahmen 5, wobei der Schwenkrahmen je einen Schwenkarm
13 aufweist, der an einem auf der betreffenden oberen bzw. unteren Stirnplatte 9 sitzenden
Schwenkbolzen 14 gelagert ist. Vorzugsweise sind solche Schwenkarme 13 und Lagerbohrungen
für die Aufnahme der Schwenkbolzen 14 auf beiden Gestellseiten vorgesehen, so dass
bei der Montage des Badelifts die Schwenklagerung wahlweise auf der linken oder rechten
Gestellseite eingerichtet und somit das Transportgerät den baulichen Verhältnissen
entsprechend nach links oder rechts ausgeschwenkt werden kann.
[0013] Das Transportgerät 2 weist einen Schlitten 15 auf, der an zwei lotrechten, in den
Stirnplatten 10 des Schwenkrahmens 6 verankerten Führungsstangen 16 gelagert ist.
Der Schlitten 15 besitzt zwei Lagerbalken 17, die an den Lagerstellen vorzugsweise
mit Kugelbüchsen 18 ausgerüstet sind. Zwei vertikale Stege 19 verbinden die beiden
Lagerbalken 17 miteinander und sind an ihrem oberen Ende durch eine Stützplatte 20
gegenseitig verbunden.
[0014] Als Antriebsmittel für das Transportgerät 2 dienen eine Antriebsmaschine in Form
eines pneumatisch betriebenen Arbeitszylinders 21 und zwei für den Lastausgleich vorgesehene
Gasfedern 22. Der Arbeitszylinder 21 und die Gasfedern 22 sind in der Ebene des Schwenkrahmens
6 angeordnet und stützen sich einerseits an der unteren Stirnplatte 10 des Schwenkrahmens
6 und andererseits an der oben liegenden Stützplatte 20 des Schlittens 15 ab. Beim
Arbeitszylinder 21 befindet sich der Zylinderteil unten und die Kolbenstange oben,
bei den Gasfedern 22 ist es umgekehrt.
[0015] Am Schlitten 15 des Transportgerätes 2 ist die Personentragvorrichtung 23 befestigt,
und zwar ist im vorliegenden Beispiel an zwei Holmen 24, die seitlich an den Lagerbalken
17 des Schlittens 15 angebracht sind, ein Liegesitz 25 um die Gelenke 26 hochklappbar
montiert. Ferner können an den Holmen 24 hochklappbare Armlehnen vorgesehen sein.
[0016] Zum Betrieb des Arbeitszylinders 21 kann eine Druckflasche mit gespeichertem Gas,
z.B. C0
2, vorgesehen sein, wobei in diesem Fall vorzugsweise das Gestell 1 eine Halterung
für diese Druckflasche aufweist.
[0017] In Abänderung zu dem vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel kann der Montagerahmen
5 auch Teil eines ortsfest oder fahrbaren Ständers bilden. In bezug auf den Antrieb
des Transportgerätes 2 besteht ferner z.B. die Möglichkeit, einen hydraulisch betriebenen
Antriebszylinder oder einen elektromotorischen Spindel- oder Kettentrieb vorzusehen.
1. Badelift für Körperbehinderte, mit einem Transportgerät (2), das an einem Gestell
(1) lotrecht verschiebbar und seitlich schwenkbar angeordnet und durch eine Antriebsmaschine
(3) heb- und senkbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Transportgerät (2) und
die Antriebsmaschine (3) an einem schwenkbaren Gestellteil (6) angeordnet sind und
dass das Transportgerät durch eine dem Lastausgleich dienende Gasfederanordnung (22)
am schwenkbaren Gestellteil abgestützt ist.
2. Badelift nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestell (1) aus einem
Montagerahmen (5) und einem mit diesem gelenkig verbundenen Schwenkrahmen (6) besteht
und dass das Transportgerät (2) einen an zwei am Schwenkrahmen (6) vorgesehenen lotrechten
Führungsstangen (16) gelagerten Schlitten (15) aufweist, an dem eine Personentransportvorrichtung
(23) befestigt ist.
3. Badelift nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Montagerahmen (5) mindestens
so hoch ist wie der Schwenkrahmen (6) und dass Gelenkverbindungen (12) am unteren
und oberen Ende des Schwenkrahmens (6) vorgesehen sind.
4. Badelift nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsmaschine (3)
aus wenigstens einem hydraulisch oder pneumatisch betriebenen Arbeitszylinder (21)
besteht und dass der Arbeitszylinder und die Gasfederanordnung (22) in der Ebene des
Schwenkrahmens (6) angeordnet sind und beide sich an der Unterseite des Schwenkrahmens
abstützen und an der Oberseite des Schlittens (15) angreifen.
5. Badelift nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Montagerahmen (5) Mittel
(11) zur Befestigung an einer Wand (4) aufweist.
6. Badelift nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Montagerahmen Teil eines
ortsfesten oder fahrbaren Ständers bildet.
7. Badelift nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Montagerahmen (5) und
der Schwenkrahmen (6) an beiden Seiten wahlweise benutzbare Mittel (13, 14) zur gegenseitigen
gelenkigen Verbindung aufweisen.
8. Badelift nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Personentragvorrichtung
(23) einen Sitz oder Liegesitz (25) aufweist, der an zwei mit dem Schlitten (15) verbundenen
Holmen (24) hochklappbar befestigt ist.
9. Badelift nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass an den Holmen (24) hochklappbare
Armlehnen vorgesehen sind.
10. Badelift nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass am Gestell eine Halterung
für eine Druckflasche mit gespeichertem Gas zum Betrieb des Arbeitszylinders vorgesehen
ist.