[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Adressieren von Zeitungen, Zeitschriften
und dergleichen Druckprdukten gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Die Erfindung betrifft ebenfalls eine Versandstrasse mit einer solchen Einrichtung.
[0003] Eine solche Einrichtung ist beispielsweise aus einer im Jahres 1980 erschienen Druckschrift
der Firma A.B. Dick Company, Elk Grove Village, Illinois, USA, unter dem Phantasienamen
"Videojet-mailer" bekannt geworden. Bei dieser Einrichtung werden die zu adressierenden
Druckprodukte in mehr oder weniger freier Auflage auf einem Förderband und in Abständen
voneinander unter den nach unten gerichteten Spritzköpfen des Tintenstrahl-Schreibers
kontinuierlich vorbeigefördert.
[0004] Die Ankunft jedes einzelnen Exemplars in den Schreibbereich des Tintenstrahl-Schreibers
wird direkt durch einen elektronischen Detektor erfasst, der dann den Schreibvorgang
auslöst. Dadurch können zwar auch unregelmässige Lücken zwischen aufeinanderfolgenden
Druckprodukten berücksichtigt werden, so dass jedes Druckprodukt in dem dafür vorgesehenen
Bereich adressiert werden kann. Die vorbekannte Einrichtung ist jedoch kaum imstande,
z.B. den gesamten, in einer Schuppenformation anfallenden Ausstoss einer Rotationspresse
synchron zu adressieren. Dazu müsste entweder die Fortbewegungsgeschwindigkeit der
Druckprodukte soweit erhöht, d.h. der Schuppenstrom auseinandergezogen werden, dass
Lücken zwischen aufeinanderfolgenden Druckprdukten entstehen, oder aber es müssten
die einzelnen Exemplare direkt im Schuppenstrom erfasst werden, was mit Schwierigkeiten
und mithin mit Unsicherheiten verbunden ist. Es ist aber nicht etwa der Tintenstrahl-Schreiber,
der im ersten Fall der Erhöhung der Fördergeschwindigkeit der Druckprodukte auf dem
Förderband entgegensteht, denn jeder Spritzkopf eines heutigen Tintenstrahl-Schreibers
(pro Adressen-Zeile ist jeweils ein Spritzkopf vorzusehen) vermag weit über 1000 Zeichen
pro Sekunde zu schreiben. Es sind vielmehr die doch eine gewisse Masse und zugleich
eine gewisse Verletzlichkeit aufweisen Druckprodukte selbst, die nicht ohne weiteres
eine derartige Erhöhung der Fördergeschwindigkeit vertragen.
[0005] Darüberhinaus verliert bei der bekannten Einrichtung das den Schreibvorgang auslösende
Signal nach der Auslösung des Schreibvorganges jede Bedeutung, weil die Relativlage
des Druckproduktes zur Fördervorrichtung (das Druckprodukt liegt - wie bereits erwähnt
- in freier Auflage auf einem Förderband auf) unbestimmt oder zumindest nur momentan
bestimmt ist. Dementsprechend ist der Nutzen dieses Signales nur auf den Schreibvorgang
beschränkt.
[0006] Es ist daher ein Zweck der Erfindung eine Einrichtung der genannten Art zu schaffen,bei
der Gewähr für eine saubere, gleichmässige Adressierung gegeben ist und bei der -
wenn erwünscht - das Steuersignal zum Auslösen weiterer Operationen an den adressierten
Druckprodukten auswertbar ist.
[0007] Zu diesem Zweck weist die vorgeschlagene Einrichtung die Kennzeichen des Patentanspruches
1 definierten Merkmale auf.
[0008] Eine Versandstrasse mit der vorgeschlagenen Einrichtung ist im Patentanspruch 3 definiert.
[0009] Nachstehend ist ein Ausführungsbeipiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht der Einrichtung, und
Fig. 2 eine schematische Seitenansicht einer Versandstrasse, der die in Fig. 1 dargestellte
Einrichtung vorgeschlatet ist
[0010] Bei der in Fig. 1 dargestellten Einrichtung 10 erkennt man einen Einzelförderer 11
(etwa wie in der CH-PS 592 562 oder in der US-PS 3 955 667 beschrieben) der mit in
Abständen voneinander an einem nicht dargestellten, in einer Hohlschiene 12 geführten
Zugorgan befestigten Greifern 13 bestückt ist.
[0011] Jeder der Greifer 13 fasst die vorlaufende Kante eines Druckproduktes, hier den vorlaufenden
Falz einer Zeitung 14 und bewegt diese in Richtung des Pfeiles 15. Die nachlaufenden
Kanten der Zeitungen 14 gleiten über Gleitschienen 16. Die Formation, in der die Zeitungen
14 gefördert werden, ist somit eine aufgefächerte Schuppenformation S, in welcher
der sogenannte "Schuppenabstand", d.h. der Abstand aufeinanderfolgender vorlaufenden
Kanten, in sehr geringen Toleranzen schwankt und über die gesamte Förderstrecke des
Einzelförderers 11 gleich bleibt.
[0012] Unter den Gleitschienen 16 ist ein Satz Spritzköpfe 17 einer als Ganzes mit 18 bezeichneten
Tintenstrahl-Schreibeinrichtung angeordnet. Die Spritzköpfe 17 sind von unten her
auf die Schuppenformation S gerichtet. Jeder der Spritzköpfe 17 (gezeigt sind deren
3) ist einer der Zeilen der auf die Zeitungen 14 zu schreibenden Adresse zugeordnet.
Die Spritzköpfe 17 sind daher auch in einer zur Zeichenebene rechtwinkligen Richtung
zueinander versetzt angeordnet.
[0013] Als Tintenstrahl-Schreibeinrichtung 18 (ink-jet-Drucker) kann im wesentlichen die
unter dem Namen "videojet Serie 9400" von der genannten Firma A.B. Dick Company, Elk
Grove Village, Illinois, USA, vertriebene Einrichtung verwendet werden. Diese umfasst
eine Aufbereitungseinheit 19 für die zu spritzende Tinte, von welcher eine Druckleitung
20 zu jedem der Spritzköpfe 17 ausgeht, während von diesen je eine Rücklaufleitung
21 zur Einheit 19 zurückführt. Die Einheit 19 sorgt dafür, dass jedem der Spritzköpfe
17 ein Tintenstrom mit einem auf einstellbare Weise konstant gehaltenen Druck zugeführt
wird.
[0014] Zum Aufteilen des zugeführten Tintenstromes in eine dichte Folge von Tintentröpfchen
(im vorliegenden Fall von 66'000 Tröpfchen pro Sekunde) und zur Aufladung dieser Tröpfchen
sowie zu deren Ablenkung in die gewünschte Richtung ist jeder Spritzkopf 17 über einen
Satz Steuerleitungen 22 an eine Steuereinheit 23 gekoppelt. Diese Steuereinheit ist
über einen Datenkanal 24 vom Ausgang eines Mikrocomputers oder Rechners 25 aktiviert,
in vorliegendem Falle beispielsweise Modell PDP 11/03 der Digital Equipment Corporation.
[0015] Der Rechner 25 erhält einerseits die von ihm zu verarbeitenden Daten über einen Datenkanal
26 von einem externen Adressenspeicher 27, in welchem beispielsweise die zu schreibenden
Adressen auf Magnetband gespeichert sind.
[0016] Nähere Angaben über den Aufbau und die Funktionsweise des Tintenstrahl-Schreibers
18 sind aus der von der genannten Firma A.B. Dick Company zum "videojet" Tintenstrahl-Schreibers
erhältlichen Literatur zu entnehmen.
[0017] Im Gegensatz zur bekannten Einrichtung wird hier der Rechner 25 nicht durch ein direkt
von der Anwesenheit oder Ankunft einer Zeitung 14 in dem Bereich der Spritzköpfe 17
aktiviert. Vielmehr ist ein vom Einzelförderer 11 über ein Kettenrad 29 angetriebener
Taktgeber 28 vorgesehen, der mit einem Tachogenerator 30 kombiniert ist und der über
eine Signalleitung 31 dem Rechner 25 für jeden eintreffenden Greifer 13 ein Signal
abgibt. Da beim Einzelförderer 11 nicht auszuschliessen ist, dass von Zeit zu Zeit
ein Greifer 13 leer bleibt, beispielsweise weil zuvor ein defektes Exemplar entnommen
wurde, ist dem Taktgeber 28 ein auf leere Greifer ansprechender Wächter 32 (z.B. ein
durch das Druckprodukt 14 betätigter Arbeitskontakt) zugeordnet, der verhindert, dass
der Rechner 25 durch das vom Taktgeber 28 gelieferte Signal aktiviert wird. Dazu genügt
es, falls der Wächter 32 ein Arbeitskontakt ist, dass dessen Ausgangssignal über eine
weitere Signalleitung 33 im Rechner 25 zuerst einer Koinzidenzschaltung (z.B. zu einem
UND-Gatter 34) zugeführt wird. Somit ist sichergestellt, dass der Schreibvorgang nur
dann ausgelöst wird, wenn die Greifer 13 tatsächlich ein Druckprodukt führen.
[0018] Das vom Greifer 13 veranlasste und somit (nach der Validierung durch den Wächter
32) diesem zugeordnete, adressenspezifische Steuersignal wird nun nicht nur zum Auslösen
des Schreibvorganges benützt, sondern auch im Rechner nach Massgabe eines Parameters
der Adresse (z.B. der Postleitzahl) einem von mehreren Schieberegistern 35 je mit
verschiedenen Durchlaufzeiten zugeführt. Von diesen Schieberegistern geht je eine
Signalleitung 36, 37, 38 aus.
[0019] Nach Durchlauf des adressenspezifischen Signals durch eines der Schieberegister 35
hat sich der die Zeitung mit der entsprechenden Adresse führende Greifer 13 um eine
bestimmte Strecke weiterbewegt. Wenn also das adressenspezifische Signal auf einer
der Leitungen 36, 37 oder 38 ansteht, ist der entsprechende Schreibvorgang längst
vorbei, aber der die entsprechende Zeitung führende Greifer befindet sich an einer
von der Durchlaufzeit durch das Schieberegister abhängigen Stelle.
[0020] Dementsprechend (vergleiche Fig. 2) führen die Signalleitungen 36 - 38 zu entlang
des Verlaufes des Einzelförderers 11 angeordneten Sammelstellen 40, 41 und genauer
zu an diesen Sammelstellen angeordneten Steuerorgangen, die die Greifer 13 öffnen.
In Fig. 2 ist für die Leitungen 37 und 38 das entsprechende Steuerorgan mit 42 bzw.
43 bezeichnet, während die Leitung 36 zu einer noch weiter stromabwärts vom Einzelförderer
11 liegenden Sammelstelle führt. Diese weitere Auswertung der vom Rechner 25 erzeugten
adressenspezifischen Steuersignale ist jedoch nur möglich, weil diese nur von einem
eine Zeitung führenden Greifer 13 aber nicht von der Zeitung selbst abgerufen werden.
Nachdem diese adressenspezifischen Steuersignale den Schreibvorgang praktisch unverzögert
ausgelöst haben, "begleiten" sie gewissermassen den entsprechenden Greifer und veranlassen
die Oeffnung und mithin die Freigabe des Druckproduktes an einer von einem Adressenparameter
abhängigen Stelle.
1. Einrichtung zum Adressieren von Zeitungen, Zeitschriften und dergleichen Druckprodukten,
mit einem ortsfesten Tintenstrahl-Schreiber und einer Fördervorrichtung zum Vorbeiführen
der Druckprodukte am Schreiber, wobei die Fördergeschwindigkeit und die Schreibgeschwindigkeit
aufeinander abgestimmt sind, sowie mit einer Steuerung zum Auslösen eines Schreibvorganges
des Schreibers, wenn ein Druckprodukt den Schreibbereich des Schreibers durchläuft,
dadurch gekennzeichnet, dass die Fördervorrichtung einen mit in Abständen hintereinander
angeordneten und jeweils ein Druckprodukt fassenden Greifern bestückter Einzelförderer
ist und dass die Steuerung einen vom Einzelförderer angetriebenen, je Greifer ein
Steuersignal abgebenden Taktgeber aufweist sowie einen auf leere Greifer ansprechenden
Wächter, um das Steuersignal zu unterdrücken.
2. Einrichtung nach Patentanspruch 1 zum Adressieren von im Schuppenstrom anfallenden
Druckprodukten, dadurch gekennzeichnet, dass die gesteuerten Greifer dazu eingerichtet
sind, die vorlaufenden Kanten der Druckprodukte zu fassen, während ein Gleittisch
zur Abstützung der nachlaufenden Kanten der Druckprodukte vorgesehen ist, in dessen
Bereich der von unten auf den Schuppenstrom gerichtete Tintenstrahl-Schreiber angeordnet
ist.
3. Versandstrasse mit einer Einrichtung gemäss Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass der auf die Einrichtung folgende Abschnitt des Einzelförderers an Sammelstationen
vorbeigeführt ist, wobei jeder Sammelstation ein Organ zum Oeffnen der Greifer zugeordnet
ist, das von dem den Tintenstrahl-Schreiber zugeordneten Rechner in Abhängigkeit des
Steuersignals in und ausser Wirklage bringbar ist, um die adressierten Druckprodukte
nach Massgabe der Adresse selektiv in die Sammelstationen abzulegen.