[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Firstziegel nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Die mit den aus den DE-PS 19 49 355 und 19 55 924 bekannten Firstziegeln dieser Gattung
erzielbaren Entlüftungsquerschnitte sind pro laufenden Meter beschränkt. Ferner werden
die in der DIN 4108 "Wärmeschutz im Hochbau", Teil 3, "Klimabedingter Feuchteschutz",
vorgeschriebene Entlüftungsquerschnitte von 0,5 o/oo der dazugehörigen Dachfläche
mit Lüftungs-Firstziegeln üblicher Größe nur für Sparrenlängen bis ca. 6 m erreicht.
Bei einem Satteldach mit 2 x 6 m Sparrenlänge ist also ein Lüftungsquerschnitt am
First von ca. 60 cm' pro laufenden Meter First erforderlich, der mit den oben genannten
bekannten Firstziegeln erzielbar ist. Bei größeren Sparrenlängen ist bisher die zusätzliche
Verdeckung von konventionellen Gaupenlüftern oder Firstanschlußlüftern in Firstnähe
erforderlich, die den fünf- bis zehnfachen Preis eines normalen Mittelfelddachziegels
haben und dadurch die Kosten eines Daches mit langen Sparren stark erhöhen.
[0003] Eine über die übliche Firstziegel-Breite deutlich hinausgehende Verbreiterung der
aus den oben genannten Patentschriften bekannten Lüftungs-Firstziegel ist aus optischen
Gründen nicht anzustreben und aus fertigungs- und anwendungstechnischen Gründen nachteilig,
so daß eine Vergrößerung des Entlüftungsquerschnittes pro Firstziegelpaar bzw. pro
laufenden Meter nur sehr beschränkt möglich und mit erheblichen Nachteilen verbunden
wäre.
[0004] Eine unter die übliche Firstziegel-Decklänge von 33 cm gehende Verkürzung der aus
den oben genannten Patentschriften bekannten
Lüftungs-Firstziegel ist ebensowenig anzustreben, da sie eine Erhöhung der erforderlichen
Stückzahl von Firstziegeln und damit eine erhebliche Kostenerhöhung verursachen würde.
Immerhin liegt der Kostenanteil von vergleichbaren Firstziegeln bereits bei 10 % der
gesamten Dachziegelkosten.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den wirksamen Lüftungsquerschnitt eines
Firstziegelpaares der eingangs definierten Gattung unter weitgehender Beibehaltung
seiner äußeren Größe und Form zu vergrößern, ohne daß die universelle Verdeckbarkeit
in Mörtelbett oder trocken auf Flächendachziegeln oder
Firstanschlußziegeln behindert oder verschlechtert wird.
[0006] Die Lösung der gestellten Aufgabe erfolgt gemäß dem Kennzeichen des Patentanspruchs
1. Der erfindungsgemäße Firstziegel hat den Vorteil, daß ohne Einschränkung des unteren
Lichtraumprofils des überdeckten Endes des Firstziegels an der Stelle, an welcher
der Kopf eines steil verdeckten Dachziegels den Firstziegel berührt, die seitlich
abfallenden Abflachungen eines zusätz-lichen Lüftungsquerschnitt schaffen.
[0007] Eine verbesserte Ausführungsform der Erfindung ist Gegenstand des Patentanspruchs
2. Durch die Nut ist eine sichere Ableitung von Regen- und Schmelzwasser über die
beiderseitigen Randabschnitte bis auf die Dachfläche gewährleistet. Durch teilweisen
oder völligen Verzicht auf die Rippe wird der wirksame Lüftungsquerschnitt weiter
vergrößert.
[0008] Eine weitere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Firstziegels ist Gegenstand des
Patentanspruchs 3. Die dort genannte Versteifungs-Rippe hat den Vorteil, daß sie das
Ende des Firstziegels derart versteift, daß nicht nur der Scherben dünner gemacht
werden kann, was den Lüftungsquerschnitt weiter vergrößert, sondern ggf. sogar auf
die den Lüftungsquerschnitt verengende, außen umlaufende Rippe bzw. deren versteifende
Wirkung überhaupt verzichtet werden kann.
[0009] Eine weitere Ausgestaltung eines Firstziegels nach Anspruch 3 ist Gegenstand des
Patentanspruchs 4. Diese bevorzugte Ausführungsform hat den Vorteil, daß die Biegesteifigkeit
und Bruchfestigkeit im besonders beanspruchten und gefährdeten Mittelbereich stark
erhöht wird, ohne daß die Höhe des unteren Lichtraumprofiles in den weiter außen liegenden
Bereichen wesentlich eingeschränkt wird. Die Bruchfestigkeit des Firstziegels ist
nicht nur im verdeckten Zustand von Bedeutung; Vielmehr spielt seine Steifigkeit auch
im weichen Zustand nach der Verpressung im Hinblick auf Fertigungstoleranzen und Bruchrate
eine wesentliche Rolle.
[0010] Patentanspruch 5 bezieht sich auf einen patentgemäßen Firstziegel, dessen überdecktes
Ende im Bereich der Stirnfläche des überdeckenden Endes des benachbarten Firstziegels
im Querschnitt satteldachartig ausgebildet ist und mit seinem Scheitel ein Auflager
für das überdeckende Ende des benachbarten Firstziegels bildet. Firstziegel mit den
Gattungsmerkmalen dieses Anspruchs sind bereits aus der oben genannten DE-PS 19 55
924 bekannt. Die Verbesserung dieses bekannten Firstziegels gemäß dem Kennzeichen
des Patentanspruchs 5 hat den Vorteil, daß am Übergang vom einfachen, waagerecht liegenden
Lüftungs-Querschnitt zu den beiderseitigen, geteilten Lüftungs-Querschnitten links
und rechts des satteldachartigen Teiles keine hinderliche Querschnittsverengung auftreten
kann.
[0011] Eine weitere besonders vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ist Gegenstand
von Patentanspruch 6. Dieser vermittelt den Vorteil, daß eine gegenseitige Längsverriegelung
der Firstziegel gewährleistet ist, ohne daß zusätzliche Rippen an der Außfenfläche
des überdeckten Endes nötig sind.
[0012] Der Firstziegel nach Patentanspruch 7 hat den Vorteil, daß unter Beibehaltung des
Querschnittes seines überdeckten Teiles der wirksame Lüftungsquerschnitt des Firstziegelpaares
ohne wesentliche Änderung der äußeren Form erheblich vergrößert wird.
[0013] Durch die vorgeschriebenen erfindungsgemäßen Verbesserungen ergibt sich zusammen
bereits mehr als eine Verdoppelung des Lüftungsquerschnittes, ohne daß Mehrkosten
anfallen. Dies entspricht bei einem Satteldach einer zulässigen Sparrenlänge von beiderseits
ca. 13 m.
[0014] Eine weitere wesentliche Erhöhung des Lüftungsquerschnitts pro laufenden Meter First
ist darüberhinaus durch Patentanspruch 8 möglich, und zwar wiederum ohne Änderung
seines Querschnittes. Durch diese Verkürzung des Firstziegels kann dann gegebenenfalls,
allerdings unter Inkaufnahme von Mehrkosten, eine weitere Steigerung des Lüftungsquerschnitte-
pro laufenden Meter First erreicht werden.
[0015] Der erfindungsgemäße Firstziegel ist in der nachstehenden Beschreibung anhand der
Zeichnung beispielhaft näher erläutert.
[0016] In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 einen Querschnitt durch die einander überdeckenden Enden zweier erfindungsgemäßer
Firstziegel, und zwar in der linken bzw. rechten Hälfte in verschiedenen Ausführungsformen;
Fig. 2 einen Längsschnitt durch einen Firstziegel in der Mittelachse von Fig. 1;
Fig. 3 a einen halben Querschnitt zweier sich überdeckender Enden und
Fig. 3 b einen Längsschnitt durch drei sich überdeckende Firstziegel;
Fig. 4 einen Querschnitt zweier sich überdeckender Firstziegelenden, in welchem in
der rechten Hälfte der ursprüngliche Lüftungsquerschnitt des als bekannt vorausgesetzten
Firstziegels, in der linken Hälfte der vergrößerte Lüftungsquerschnitt des erfindungsgemäßen
Firstziegels dargestellt ist.
[0017] Der Bereich der gegenseitigen Uberdeckung zweier Firstziegel 1, 2 ist aus Fig. 1
und 2 ersichtlich. Der Firstziegel 1 bildet zwischen der Außenseite seines in der
Eindeckung überdeckten Endes 3 und der Innenseite des überdeckenden Endes 4 des benachbarten
Firstziegels 2 einen Lüftungsspalt 5, und zwar dadurch, daß sein in der Eindeckung
überdecktes Ende 3 im Scheitelbereich eine Abflachung 6 aufweist. Die der Dachfläche
zugekehrten Abschnitte 7 der Außenseite seines überdeckten Endes 3 liegen jedoch mit
Spiel an der Innenseite des überdeckenden Endes 4 des benachbarten Firstziegels 2
an. Das überdeckte Ende 3 des Firstziegels 1 weist zwischen seiner Abflachung 6 im
Scheitelbereich und seinen mit Spiel am benachbarten Firstziegel 2 anliegenden Abschnitten
7 weitere, nach außen abfallende Abflachungen 8,9 auf. Auf diese Weise ist ohne Einschränkung
des unteren Lichtraumprofils 10 des überdeckten Endes des Firstziegels 2 an der Stelle
11, an welcher der Kopf 12 eines steil verdeckten Dachziegels 13 den Firstziegel berührt,
durch die seitlich nach außen abfallenden Abflachungen 8, 9 ein zusätzlicher Lüftungsquerschnitt
14 geschaffen.
[0018] Das in der Eindeckung überdeckte Ende 3 des Firstziegels 1 weist neben seiner Stirnfläche
15 eine Rippe 16 auf. Diese kann aber teilweise oder ganz entfallen, wenn sie durch
eine umlaufende Nut 17 ersetzt wird, in der anfallendes Regen-oder Schmelzwasser über
die beiderseitigen Ränder 27 bis auf die Dachfläche abgeleitet wird. Durch den Wegfall
der Rippe 16 wird der Lüftungsquerschnitt 14 weiter vergrößert. Zweckmäßigerweise
wird dabei zur Versteifung des überdeckten Endes 3 eine nach innen vorspringende Rippe
18 angebracht, die im Mittelbereich 19 höher ausgebildet ist. Dadurch ist gewährleistet,
daß das Lichtraumprofil 10 an der Stelle 11 nicht zu stark eingeschränkt wird, an
welcher die Köpfe 12 von steil verdeckten Dachziegeln 13 den Firstziegel 1 vorzugsweise
berühren. Der satteldachartige Teil 20 kann auch viel steiler als im Stand der Technik
angeordnet sein und ist im Extremfall als Mittelstützrippe 21 ausgebildet. Der gegenseitigen
Längsverriegelung der Firstziegel 1, 2 dienen die Rippen 24, die im Bereich der den
Dachflächen zugekehrten Abschnitten 22, 23 des überdeckenden Endes 4 angebracht sind
und in die Nut 17 des überdeckten Endes 3 eingreifen.
[0019] In Fig. 3 a ist im Querschnitt die h
a 1be Gesamtbreite 25 eines Firstziegels und in Fig. 3 b im Längsschnitt die Decklänge
2.6 dargestellt.
[0020] In Fig. 4 ist in der rechten Häl.fte der ursprüngliche
Lüftungsquerschnitt 28 eines Firstziegels des eingangs als bekannt vorausgesetzten
Standes der Technik dargestellt; der Querschnitt kann vergleichsweise mit 100 % angesetzt
werden. In der linken Hälfte sind der ursprüngliche Querschnitt 28 und die durch die
erfindungsgemäßen Verbesserungen zusätzlich gewonnenen Lüftungsquerschnitt 29, 30
und 31 dargestellt. Der Querschnitt 29 ergibt sich aus der Abschrägung des Seitenbereiches
und entspricht einer Vergrößerung von ca. 39 %, der Querschnitt 30 ergibt sich aus
der Nut 17 und entspricht einer Vergrößerung von ca. 23 %, der Querschnitt 31 ergibt
sich aus der Vergrößerung der Höhe des überdeckenden Endes und entspricht hier ca.
39 % Vergrößerung.
[0021] Die gesamte Querschnittsvergrößerung liegt bei über 100 %. Dabei sind die Gesamtbreite,
das erforderliche Lichtraumprofil 10 und das gesamte äußere Erscheinungsbild des Lüftungsfirstziegels
unverändert beibehalten.
1. Firstziegel, der zwischen der Außenseite seines in der Eindeckung überdeckten Endes
und der Innenseite des überdeckenden Endes des benachbarten Firstziegels derart einen
Lüftungsspalt bildet, daß sein in der Eindeckung überdecktes Ende im Scheitelbereich
eine Abflachung aufweist, die der Dachfläche zugekehrten Abschnitte der Außenseite
seines überdeckten Endes jedoch mit Spiel an der Innenseite des überdeckenden Endes
des benachbarten Firstziegels anliegen, dadurch gekennzeichnet , daß das überdeckte
Ende (3) des Firstziegels (1) zwischen seiner Abflachung (6) im Scheitelbereich und
seinen mit Spiel am benachbarten Firstziegel (2) anliegenden Abschnitten (7) weitere,
nach außen abfallende Abflachungen (8,9) aufweist.
2. Firstziegel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sein in der Eindeckung
überdecktes Ende (3) neben seiner Stirnfläche 05) eine Rippe (16) und/oder eine wenigstens
teilweise außen umlaufende Nut (17) aufweist.
3. Firstziegel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sein in der Eindeckung
überdecktes Ende (3) eine neben dessen Stirnfläche (15) angeordnete, nach innen bzw.
unten vorspringende, teilweise oder ganz umlaufende Versteifungs-Rippe (18) aufweist.
4. Firstziegel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Versteifungs-Rippe
(18) im Mittelbereich (19) höher als in den übrigen Bereichen ausgebildet ist.
5. Firstziegel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dessen überdecktes Ende im Bereich
der Stirnfläche des überdeckenden Endes des benachbarten Firstziegels im Querschnitt
satteldachartig ausgebildet ist und mit seinem Scheitel ein Auflager für das überdeckende
Ende des benachbarten Firstziegels bildet, gekennzeichnet durch eine besonders steile,
satteldachartige Ausbildung (20), vorzugsweise eine steile Stützrippe (21).
6. Firstziegel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß sein
in der Eindeckung überdeckendes Ende (4) im Bereich seiner den Dachflächen zugekehrten
Abschnitte (22,23) eine Rippe (24) aufweist, die in die umlaufende Nut(17) des überdeckten
Endes (3) des benachbarten Firstziegels (2) eingreift.
7. Firstziegel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß sein
in der Eindeckung überdeckendes Ende (3) höher als seine halbe Breite (25) ist.
8. Firstziegel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß seine
Decklänge (26) kürzer ist als vier Drittel seiner äußeren Gesamtbreite (2 x 25).