[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Schneiden des Flors einer textilen Stoffbahn
mit einem zum Abstützen der Stoffbahn im Schneidbereich dienenden Schneidtisch, bei
der mehrere Schneidmesser als ohne Gegenmesser arbeitende, um im wesentlichen senkrecht
zur Stoffbahn stehende Achsen zu rotierende, kreisförmige Schneidräder mit am Umfang
vorgesehener Schneide dem Schneidtisch gegenübergestellt sind.
[0002] Eine Vorrichtung dieser Art wird in der DE-OS 31 03 079 beschrieben. In dieser Maschine
werden mehrere kreisförmige Schneidmesser nebeneinander auf einer quer zur Laufrichtung
der Stoffbahn liegenden Linie dem Schneidtisch so gegenübergestellt, daß die Schneidräder
bzw. deren Schneiden einen jeweils eine gegenseitige Berührung gerade ausschließenden,
möglichst geringen Abstand voneinander haben. Unter anderem dadurch gelingt es bei
einem Flor relativ geringer Höhe eine glatte, streifenfreie Schur zu erzielen.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Flor-Schneidevorrichtung zu schaffen,
die es ermöglicht, einen beispielsweise bedingt durch das Herstellungsverfahren der
jeweiligen Stoffbahn relativ hohen Flor in einem Durchgang so tief abzuschneiden,
daß die abgeschnittenen Faserenden der Wiederverwendung, insbesondere als Zusatzmaterial
in der Spinnerei, zugänglich sind. Die erfindungsgemäße Lösung besteht bei der mehrere
um im wesentlichen senkrecht zur Stoffbahn stehende Achsen zu rotierende kreisförmige
Schneidmesser aufweisenden Vorrichtung eingangs genannter Art darin, daß sich die
Schneidräder mit der Schneide gegenseitig überlappen. Gemäß weiterer Erfindung werden
Schneidräder mit von nur einer Radfläche her angeschliffener Schneide verwendet und
so angeordnet, daß benachbarte Schneidräder im Überlappungsbereich sich jeweils die
glatte, der angeschliffenen Fläche ab
ge-wandte, Seite zuwenden.
[0004] Durch Anwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird es möglich, einen z. B. mehrere
Zentimeter hohen Flor in einem Durchgang auf eine Rest-Florhöhe zu schneiden, daß
einerseits der abgeschnittene Flor der Wiederverwendung in der Spinnerei zugänglich
ist und andererseits die Stoffbahn auf einer herkömmlichen Schermaschine, in der Regel
in einem einzigen Durchgang, glattzuscheren ist. Wegen der gegenseitigen Überlappung
der einzelnen Schneidräder kann natürlich mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung keine
Fertig-Schur sondern nur eine Vor-Schur erzielt werden. Da sich jedoch nur die Schneiden
der nebeneinander angeordneten Schneidräder überlappen und da die Schneiden selbst
entsprechend ihrer Schärfe sehr dünn sind, ergeben sich nur so geringe Stufen längs
der Überlappung im Schneidbild, daß die Fertigschur ohne weiteres auf einer herkömmlichen
Schermaschine bzw. auf einer Vorrichtung gemäß obengenannter DE-OS 31 03 079 auszuführen
ist. Auf der letztgenannten Vorrichtung läßt sich jedoch die erfindungsgemäß zu erzielende
Vorschur mit Faser-Rückgewinnung nicht befriedigend ausführen, da bei einer für die
Spinnerei interessanten Faser-Rückgewinnung ausreichenden Florhöhe an den Grenzen
zweier benachbarter Scherräder bei dem hohen Flor ein Stehenbleiben einzelner Florteile
bzw. Streifen kaum zu vermeiden ist und daher die Stoffbahn nicht unmittelbar der
Ferti
gschur zuzuführen ist.
[0005] Anhand der schematischen Darstellung eines Ausführungsbeispiels werden Einzelheiten
der Erfindung erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Schneideinrichtung im Schnitt parallel zur Stoffbahnvorschubrichtung;
und
Fig. 2 eine Draufsicht auf die Schneidräder und die Stoffbahn senkrecht zur Stoffbahnebene.
[0006] Die textile Stoffbahn 1 wird gemäß Fig. 1 und 2 über den Schneidtisch 2 geführt.
Diesem sind mehrere zp rotierende Kreismesser bzw. Schneidräder 3 zugeordnet. Durch
Zustellen des Abstandes der Schneidräder 3 zum Schneidtisch 2 kann die abzuschneidende
Restlänge der Fasern 4 der Stoffbahn 1 vorbestimmt werden. Die Schneidräder 3 sollen
sich, wie in Fig. 2 angegeben, alle in der gleichen Richtung drehen (vergleiche die
Pfeile).
[0007] Erfindungsgemäß sollen sich die Schneiden 5 benachbarter Schneidräder 3 um einen
geringen Betrag d (Fig. 2) überlappen. Wenn beispielsweise der Durchmesser D eines
Schneidrades 3 bei 100 mm liegt, kann d einen Betrag von größenordnungsmäßig 1 bis
3 mm haben. Vorzugsweise sollen die Schneiden 5 benachbarter Schneidräder 3 abwechselnd
auf der der Stoffbahn 1 zu- und abgewandten Radfläche angeschliffen sein.
[0008] Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 und 2 werden die zu rotierenden Schneidräder 3
in einem Schneidbalken 6 gelagert, dem auch eine Absaugung 7 zugeordnet ist und der
je eine Lagerung 8 mit Antrieb 9 für die Schneidräder 3 enthält. Mit Hilfe der den
Schneidbereich zumindest teilweise umschließenden Absaugung 7 können die abgeschnittenen
Faserenden abgesaugt und einem Behälter zur Weiterverwendung zugeführt werden. Der
mit dem Pfeil 10 angedeutete Luftstrom in der Absaugung 7 sorgt zugleich für ein Aufrichten
der Fasern 4 im Schneidbereich.
[0009] Da das erfindungsgemäße Schneiden ohne Gegenmesser erfolgt, müssen die Schneiden
5 der Schneidräder 3 besonders scharf sein. Es ist
;daher zweckmäßig, den Schneidrädern 3 eine Schleifeinrichtung 11 zuzuordnen, die in
der angegebenen Pfeilrichtung 12 zu verstellen ist. Auf diese Weise können die Schneidmesser
3 an Ort und Stelle geschliffen werden.
[0010] Das Schneiden der Fasern 4 erfolgt erfindungsgemäß in einem relativ kurzen Schneidbereich,
dessen Länge in der durch einen Pfeil angegebenen Vorschubrichtung 13 maximal gleich
dem halben Durchmesser D der einzelnen Schneidräder 3 ist. Wenn also der Durchmesser
D größenordnungsmäßig bei 100 mm liegt, hat der Schneidbereich in Vorschubrichtung
13 eine Länge von etwa 40 mm.
1. Vorrichtung zum Schneiden des Flors (4) einer textilen Stoffbahn (1) mit einem
zum Abstützen der Stoffbahn im Schneidbereich dienenden Schneidtisch (2), bei der
mehrere Schneidmesser (3) als ohne Gegenmesser arbeitende, um im wesentlichen senkrecht
zur Stoffbahn (1) stehende Achsen zu rotierende, kreisförmige Schneidräder (3) mit
am Umfang vorgesehener Schneide (5) dem Schneidtisch (2) gegenübergestellt sind, dadurch
gekennzeichnet, daß sich die Schneidräder (3) mit der Schneide (5) gegenseitig überlappen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneidräder (3) alle
in derselben Drehrichtung (14) zu rotieren sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Schneiden
(5) benachbarter Schneidräder (3) bei einem Schneidrad-Durchmesser (D).von größenordnungsmäßig
100 mm um etwa 1 bis 3 mm überlappen.
4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schneide (5) eines Schneidrades (3) jeweils auf der dem benachbarten Schneidrad
(im Überlappungsbereich) abgewandten Fläche angeschliffen ist.