[0001] Die Erfindung betrifft einen Matrix-Zeilendrucker mit einem vor einer Druckwalze
hin- und herbewegbaren Schwingrahmen, auf dem mehrere in Zeilenrichtung nebeneinander.
angeordnete Druckelemente vorgesehen sind, die jeweils durch Bestromen eines Elektromagneten
zumindest aus ihrer Ruhestellung in die Druckstellung bewegbar sind, wobei nach einem
oder mehreren Druckpässen der Aufzeichnungsträger vorschiebbar ist.
[0002] Zeilendrucker erzeugen im Gegensatz zu Serialdruckern Punktzeilen in Zeilenrichtung,
wobei zur Bildung einer vollständigen Zeichenzeile (oder der Abschnitte eines Bildes)
eine Serie von Punktzeilen notwendig ist. In Vorschubrichtung des Aufzeichnungsträgers
ist daher für einige Zeichenspalten gewöhnlich nur ein Punktdruckelement angeordnet.
Quer zu dieser Vorschubrichtung werden demnach 30 und mehr Punktdruckelemente in einer
Zeile vorgesehen.
[0003] Quer zur Vorschubrichtung des Aufzeichnungsträgers sind daher alle Druckelemente
sowie deren Antriebsmittel auf dem Schwingrahmen in einer Linie angeordnet und müssen
als Baueinheit zusammen - bewegt werden, um Punktabdrucke in allen Punktspalten über
die volle Breite des Aufzeichnungsträgers erzeugen zu können.
[0004] Es ist ein balkenförmiger Träger bekannt (DE-B2-22 24 716), auf dem die Antriebsmittel
für die Punktdruckelemente in Form von Elektromagnetspulen mit im Kern befindlichen,
relativ langen Drucknadeln angeordnet sind. Da ein solcher sogenannter Tauchanker
relativ schwer baut, erhält der Schwingrahmen eine beträchtliche Masse, für deren
Bewegung ausreichend hohe Antriebs- und Verzögerungskräfte erforderlich sind, so daß
in einem solchen Fall wie üblich nur eine geringe Schwingungszahl des Schwingrahmens
erreicht wird. Diese geringe Schwingfrequenz macht den Matrixdrucker langsam und vermindert
daher seine Druckleistung. Hierbei ist zu beachten, daß beim Betätigen der langen
Drucknadeln eine hohe Druckfrequenz ebenfalls problematisch ist.
[0005] Zur Steigerung einer höheren Druckfrequenz ist für Matrix-Zeilendrucker auch schon
vorgeschlagen worden (DE-A1-25 34 936, entsprechend US-A1-3,941,051), vorgespannte
Federn mit Druckspitzen aus ihrer durch einen Dauermagneten erzeugten Ruhelage durch
zeitgesteuertes Aufheben des Dauermagnetfeldes, d. h. durch Bestromen eines Elektromagneten
abzuschießen. Dieses Prinzip der sogenannten gespeicherten Energie verlangt eine sorgfältige
Auswahl der Werkstoffe für Feder, Dauermagnet und den übrigen im Magnetfluß befindlichen
Elementen und ist daher empfindlich, relativ aufwendig und somit teuer. Außerdem sind
bei dem System der gespeicherten Energie gewisse Erscheinungen des magnetischen Streuflusses
nachteilig.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, möglichst massearme
Systeme bezüglich des Schwingrahmens und des Druckelementes gleichzeitig zu schaffen,
damit die Druckfrequenz und die Druckleistung zu erhöhen und gleichzeitig die Herstellkosten
für den Matrix-Zeilendrucker zu senken.
[0007] - Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Elektromagnete
als Klappankermagnete ausgebildet sind und daß der Schwingrahmen aus einem Profilstab
mit einem größeren Querschnittsteil für die Aufnahme des Magnetjochs, der Elektromagnetspule
und des Klappankers und mit einem kleineren Querschnittsteil für die Aufnahme einer
kurzen Drucknadel der durch Ausschnitte verlaufenden Klappankerspitze und einer Einstellschraube,
besteht. Es wurde nämlich gefunden, daß das Klappankersystem besonders günstig in
dem gekennzeichneten Profilstab angeordnet werden kann, hierbei eine extrem kurze,
massearme Nadel entsteht und bei einer hohen Ausnutzung des Raumes nur ein einfacher
Schwingrahmen erforderlich wird. Aus denselben Gründen kann das System auch mit höherer
Frequenz des Schwingrahmens und der Drucknadel betrieben werden und ist demzufolge
wirtschaftlich herstellbar. Das System ist außerdem raumsparend, da sowohl für den
Elektromagneten als auch für die Drucknadel der Innenraum des Profilstabes benutzt
werden kann.
[0008] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich hinsichtlich einer geschützten Anordnung
der wichtigsten Elemente dadurch, daß der Profilstab aus zwei Querschnittsteilen besteht,
die jeweils zwischen sich eine öffnung bildende drei Seiten eines Rechtecks einschließende
Wandabschnitte aufweist.
[0009] Eine Gewichtsverminderung des Schwingrahmens läßt sich außerdem dadurch erzielen,
daß der Profil stab aus spezifisch leichtem Metall besteht.
[0010] Fertigungstechnische Vorteile sowie Vorteile bei der Montage bzw. Justierung der
Drucknadeln ergeben sich daraus, daß der Profilstab im Querschnitt zwischen dem größeren
Querschnittsteil und dem kleineren Querschnittsteil an der der Druckwalze abgewandten
Seite - stufenförmig abgesetzt ist.
[0011] Die Montagearbeiten sowie Wartungsarbeiten werden außerdem dadurch erleichtert, daß
der Druckwalze zugewandt ein lösbarer Wandabschnitt eine Lagerung für den Klappanker
bildet.
[0012] Die Verwendung eines Profilstabs mit entsprechend ausgebildeten Profil wänden ist
auch deshalb so vorteilhaft, weil Wandteile, Stege und dgl. günstig für die Lagerung
der einzelnen Elemente ausgenutzt werden können. Diese Vorteile werden nach der weiteren
Erfindung dahingehend ausgenutzt, daß in dem der Druckwalze zugewandten lösbaren Wandabschnitt
eine parallel zur Wandfläche verlaufende Nut vorgesehen ist, die einen elastischen
Strang aufnimmt, auf dessen, die Nut überragendem Teil sich der Klappanker als Drehachse
abstützt.
[0013] Vorteile für die Lagerung der kurzen Drucknadel sowie für die Einstellbarkeit des
Hubes der Drucknadel ergeben sich ferner dadurch, daß in dem der Druckwalze zugewandten
Wandabschnitt des kleineren Querschnittsteils eine Führungsbuchse für die kurze Drucknadel
vorgesehen ist.
[0014] Der Schwingrahmen wird außerdem noch dadurch kompakt gestaltet, indem die jeweils
im größeren Querschnittsteil des Profilstabs vorgesehenen Magnetjoche an der der Druckwalze
abgewandten Seite eben abschließend eingesetzt sind.
[0015] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 eine Seitenansicht des Schwingrahmens im Schnitt;
Fig. 2 eine Vorderansicht des Schwingrahmens auf einen Teil seiner Länge, teilweise
im Schnitt.
[0016] - Von dem Matrix-Zeitendrucker ist nur der Schwingrahmen 1 gezeichnet, wobei der
Schwingantrieb selbst, weil er nicht zur Erfindung gehört, nicht dargestellt ist.
Der Schwingantrieb besteht aus einem elektrisch-mechanischen Getriebe, das eine im
Prinzip etwa sinusförmig verlaufende Schwingbewegung erzeugt. Der Matrixdruckvorgang
erfolgt in dem weitestgehend geradlinigen Abschnit der modifizierten Sinuskurve. Die
Schwingbewegung des Schwingrahmens 1 erfordert nur einen minimalen Pendel weg, der
in der praktischen Ausführungsform etwa 10 bis 15 mm beträgt, d. h. etwa ein bis drei
Zeichenbreiten eines Schriftzeichens umfaßt. Hierzu sind die Druckelemente 2 in Zeilenrichtung
3 nebeneinander angeordnet (Fig. 2). Senkrecht zu der Zeilenrichtung 3 verläuft der
nicht dargestellte Aufzeichnungsträger, z. B. eine Papierbahn, und parallel die (nicht
dargestellte) Druckwalze.
[0017] Jedes Druckelement 2 weist einen Elektromagneten 4 auf, der jeweils aus einem Magnetjoch
4a, der Elektromagnetspule 4b und aus dem Klappanker 4c gebildet ist. Der als'Klappankermagnet
vorgesehene Elektromagnet 4 ist innerhalb des Profil stabs 5 angeordnet, wobei ein
größerer Querschnittsteil 5a das Magnetjoch 4a, die Elektromagnetspule 4b und den
Klappanker 4c, die sämtlich wesentliche Teile darstellen, aufnimmt.
[0018] Ein kleinerer Querschnittsteil 5b hingegen nimmt im wesentlichen in seinem Innenraum
die Drucknadel 2b auf. Der größere Querschnittsteil 5a und der kleinere Querschnittsteil
5b lassen im angrenzenden Bereich einen Ausschnitt 6 offen, durch den jeweils ein
Klappanker 4c hindurchtritt. Die Klappankerspitze 4d liegt hierbei spielfrei zwischen
der Einstellschraube 7 und dem am rückwärtigen Ende vorgesehenen Kopf 2c der Drucknadel
2b, wobei die Druckfeder 2d sich gegen den größeren Durchmesser des Kopfes 2c abstützt
und somit den Klappanker 4c stets in der dargestellten Position, d. h. in der zurückgezogenen
Position hält, die die Ruhestellung des Systems bildet.
[0019] Der Profilstab 5 besteht aus den zwei Querschnittsteilen 5a und 5b, die jeweils aus
drei Wandabschnitten 8a, 8b, 8c bzw. 9a, 9b, 9c bestehen, bei denen jeweils eine öffnung
10, gebildet durch die offene Seite eines Rechtecks, vorhanden ist. Der Querschnitt
5c des Profilstabs 5 ist vorteilhafterweise an der der Druckwalze abgewandten Seite
lla stufenförmig abgesetzt, so daß die Einstellschraube 7 leicht zugänglich ist und
außerdem eine genaue Auflage bei der Herstellung des Schwingrahmens 1 entsteht.
[0020] Der Druckwalze zugewandt befindet sich an der Vorderseite 11 des Schwingrahmens 1
ein Wandabschnitt 12, der jeweils eine Lagerung für einen der zahlreichen Klappanker
4c bildet. Der Wandäbschnitt 12 stellt in Zeilenrichtung 3 einen selbständigen Profilstab
dar, der mittels Befestigungsschrauben 13 im Wandabschnitt 9c befestigt ist und im
übrigen die Länge des Profilstabes 5 besitzen kann oder aus mehreren Einzelelementen
besteht.
[0021] Die Einstellschraube 7 kann auch auf Höhe der Befestigungsschraube 13 angeordnet
sein, wobei letztere wegfällt und durch eine (nicht näher dargestellte) Klemmschraube,
die in dem Wandabschnitt 9b drehbar ist und auf den Wandabschnitt 12 drückt, ersetzt
wird. Außerdem kann auch eine Justierschraube in der Art der Einstellschraube 7 durch
die Wandfläche 12a an den Klappanker 4c angesetzt werden.
[0022] Die Befestigungsschrauben 13 sind durch öffnungen 9d einzusetzen bzw. zu lösen.
[0023] Der Wandabschnitt 12 stützt sich auf den Wandabschnitt 9c und auf den einen Schenkel
des Magnetjoches 4a mittels Vorsprüngen 14 und 15 ab, die jedoch wiederum Aussparungen
14a und 15a für den Klappanker 4c belassen. In der Wandfläche 12a des Wandabschnittes
12 ist eine Nut 16 gebildet, in die ein elastischer Strang 17 eingelegt ist, der jedoch
die Nut 16 etwas überragt, so daß sich der Klappanker 4c wie auf einer Drehachse tangential
abstützt. Die Klappanker 4c sind außerdem vorteilhafterweise seitlich in den Aussparungen
14a und 15a reibungsarm geführt. Für die sehr kurze Drucknadel 2b ist in dem Wandabschnitt
9b eine reibungs- und verschleißarme Führungsbuchse 18 eingesetzt. Innerhalb der Führungsbuchse
18 kann auch ein genau geschliffener Rubin das Lager für die Drucknadeln 2b bilden.
Die Drucknadeln 2b sind in der gezeichneten Ruhelage mit dem Wandabschnitt 9b eben
geschliffen.
[0024] Die Magnetjoche 4a sind ebenfalls in dem größeren Querschnittsteil 5a eben abschließend
an der der Druckwalze abgewandten Seite 11a eingesetzt, was durch Einpressen der Magnetjoche
4a erzielt wird.
1. Matrix-Zeilendrucker mit einem vor einer Druckwalze hin- und herbewegbaren Schwingrahmen,
auf dem mehrere in Zeilenrichtung nebeneinander angeordnete Druckelemente vorgesehen
sind, die jeweils durch Bestromen eines Elektromagneten zumindest aus ihrer Ruhestellung
in die Druckstellung bewegbar sind, wobei nach einem oder mehreren Druckpässen der
Aufzeichnungsträger vorschiebbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Elektromagnete (4) als Klappankermagnete ausgebildet sind und daß der Schwingrahmen
(1) aus einem Profilstab (5) mit einem größeren Querschnittsteil (5a) für die Aufnahme
des Magnetjochs (4a), der Elektromagnetspule (4b) und des Klappankers (4c) und aus
einem kleineren Querschnittsteil (5b) für die Aufnahme einer kurzen Drucknadel (2b)
der durch Ausschnitte verlaufenden Klappankerspitze (4d) und einer Einstellschraube
(7), besteht.
2. Matrix-Zeilendrucker nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Profilstab (5) aus zwei Querschnittsteilen (5a,5b) besteht, die jeweils zwischen
sich eine öffnung (10) bildende drei Seiten eines Rechtecks einschließende Wandabschnitte
(8a,8b,8c bzw. 9a,9b,9c) aufweisen.
3. Matrix-Zeilendrucker nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Profilstab (5) aus spezifisch leichtem Metall besteht.
4. Matrix-Zeilendrucker nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Profilstab (5) im Querschnitt (5c) zwischen dem größeren Querschnittsteil
(5a) und dem kleineren Querschnitteil (5b) an der der Druckwalze abgewandten Seite
(11) stufenförmig abgesetzt ist.
5: Matrix-Zeilendrucker nach den Ansprüchen 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Druckwalze zugewandt ein lösbarer Wandabschnitt (12) eine Lagerung für den
Klappanker (4c) bildet.
6. Matrix-Zeilendrucker nach den Ansprüchen 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß in dem der Druckwalze zugewandten lösbaren Wandabschnitt (12) eine parallel zur
Wandfläche (12a) verlaufende Nut (16) vorgesehen ist, die einen elastischen Strang
(17) aufnimmt, auf dessen, die Nut (16) überragendem Teil sich der Klappanker (4c)
als Drehachse abstützt.
7. Matrix-Zeilendrucker nach den Ansprüchen 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß in dem der Druckwalze zugewandten Wandabschnitt (9b) des kleineren Querschnittsteils
(5b) eine Führungsbuchse (18) für die kurze Drucknadel (2b) vorgesehen ist.
8. Matrix-Zeilendrucker nach den Ansprüchen 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die jeweils im größeren Querschnittsteil (5a) des Profilstabs (5) vorgesehenen
Magnetjoche (4a) an der der Druckwalze abgewandten Seite eben abschließend eingesetzt
sind.