[0001] Die Erfindung betrifft eine Relaisfassung mit einem zweiteiligen Fassungskörper aus
Isolierstoff, dessen erster Teil mit auf einem Teilkreis angeordneten Einstecköffnungen
für Kontaktstifte eines Relais versehen ist und wobei zwischen dem ersten und dem
zweiten Fassungskörperteil, den Einstecköffnungen zugeordnet, Anschlußkontakte gehaltert
sind, die über stegartige Brücken mit an zwei einander gegenüberliegenden Fassungsseiten
angeordneten Anschlußklemmen für elektrische Leiter verbunden sind.
[0002] Eine derartige Relaisfassung ist beispielsweise aus der DE-AS 21 49 987 bekannt.
Relaisfassungen dieser Art dienen der Halterung und dem elektrischen Anschluß eines
in der Regel acht oder elf Kontaktstifte aufweisenden Relais. Der erste Fassungskörperteil
der bekannten Relaisfassung weist eine der Kontaktstiftanzahl des Relais entsprechende
Anzahl von auf einem Kreis angeordneten Einstecköffnungen sowie ferner Aufnahmen für
die mit den Kontaktstiften des Relais zusammenwirkenden, meist gabelförmig ausgestalteten
Anschlußkontakte einerseits sowie für Anschlußklemmen für elektrische Leiter andererseits
auf. Der zweite Fassungskörperteil ist als im wesentlichen flacher Deckel ausgebildet,
der den Fassungskörper zum Boden hin abschließt und sowohl die Anschlußkontakte wie
auch die Anschlußklemmen für die elektrischen Leiter andererseits sicher innerhalb
des Fassungskörpers am Platze hält. Die zum Anschluß der Relaiskontaktstiften bestimmten
Anschlußkontakte weisen bei der bekannten Relaisfassung in einstückiger Ausführung
stegförmige Brücken auf, deren freie Enden in die klotzförmigen Schraubanschlußklemmen
hineinragen.
[0003] Eine Relaisfassung der vorbekannten Art hat sich in großen Stückzahlen hervorragend
bewährt; sie ist hinsichtlich ihrer Zweckbestimmung, ein Relais mechanisch und elektrisch
zu haltern, kaum verbesserungsbedürftig.
[0004] Ausgehend von einer Relaisfassung der im Oberbegriff des Anspruches 1 umrissenen
Art deckt die Erfindung ein neuartiges Bedürfnis auf. Ihr liegt die Aufgabe zugrunde,
eine Relaisfassung ohne nennenswerten Aufwand über die bloße Halterung und den elektrischen
Anschluß eines Relais hinaus durch geschickte Ausbildung und Anordnung ihrer Teile
erweiterte Anwendungsmöglichkeiten erschließen.
[0005] Diese Aufgabe löst die Erfindung dadurch, daß einige oder alle Anschlußkontakte mit
Zusatzabschnitten für einen elektrischen Anschluß oder Abgriff versehen sind, die
durch eine Wand des zweiten Fassungsteils hindurchgeführt sind und in einen zumindest
von einem teilweise umlaufenden Rand des Fassungskörpers umgrenzten Anschlußraum münden.
[0006] Die Erfindung schafft unter Berücksichtigung einer jeweils nur geringfügig geänderten
und damit ohne konstruktiven und montagetechnischen Aufwand einhergehenden geschickten
Umgestaltung der Anschlußkontakte einerseits sowie des zweiten Fassungskörperteils
andererseits eine Relaisfassung, in der Teile von oder sogar vollständige elektrische
bzw. elektronische Schaltungen integriert werden können. Die sich damit eröffnenden
Möglichkeiten sind in ihrer Vollständigkeit noch gar nicht abschätzbar. Sie reichen
von einer einfachsten Ausführung, bei der z.B. gemäß weiterer Ausgestaltung der Erfindung
die Relaisfassung mit einer Sichtanzeige, z.B. einer LED, für den Schaltzustand des
Relais ausgerüstet ist, bis hin zu einer in die Relaisfassung integrierten vollständigen
elektronischen Schaltung, die auf einer Leiterplatte angeordnet und beispielsweise
eine Zeitverzögerungsschaltung enthalten kann. Damit wird es beispielsweise möglich,
anstelle von solche Schaltungen aufweisenden Relais einfache Relais ohne komplizierte
elektronische Schaltungen zu verwenden mit dem weiteren Vorteil, bei einem Relaisdefekt
- der in der Regel an den mechanisch belasteten, nicht aber an den elektronischen
Schaltungsteilen auftritt - nur ein Relais auswechseln zu müssen, während die elektronische
Schaltung die nunmehr quasi Bestandteil der Relaisfassung ist, erhalten bleiben kann.
[0007] Zum Stand der Technik ist noch auf das DE-GM 19 53 282 hinzuweisen, welches eine
Fassung für Elektronenröhren beschreibt. Die in Fig. 3 isoliert dargestellte Kontaktfeder
besitzt einen U-förmig gebogenen Ansatz zum elektrischen Anschluß an eine gedruckte
Schaltung. Sie besitzt ferner, in mittiger Anordnung zu den Gabelschenkeln der Kontaktgabel,
einen geschränkten Lappen zur mechanischen Halterung im Isolierstoffkörper der Fassung.
Diese beiden Abschnitte der Kontaktfeder können nicht mit den Abschnitten der erfindungsgemäßen
Anschlußkontakte gleichgesetzt oder verglichen werden, da nur der U-förmig gebogene
Ansatz der Herstellung der elektrisch leitenden Verbindung zur Kontaktgabel dient,
während der geschränkte Lappen ausschließlich mechanische Befestigungsfunktion besitzt.
An ihm ist ein Abgriff oder ein elektrischer Anschluß sinnvoll nicht möglich und auch
nicht beabsichtigt. Außerdem fehlt der aus dem DE-GM 19 53 282 bekannten Fassung der
mit der Erfindung geschaffene Anschlußraum.
[0008] Gemäß vorteilhafter Weiterbildung der im Anspruch 1 gekennzeichneten Erfindung ist
vorgesehen, daß die Zusatzabschnitte einstückig und stoffschlüssig an den Anschlußkontakten
ausgebildet sind, was mit Hilfe eines einfachen Stanz-und/oder Biegevorgangs leicht
realisierbar ist. Die Zusatzabschnitte können - je nach den auftretenden Bedürfnissen
und Wünschen - als Kontaktgabeln, Flachstecker, Schraubanschlußklemmen, Lötstifte,
Lötösen od. dgl. ausgebildet sein. Im Sinne einer besonders geschickten räumlichen
Anordnung ist es vorteilhaft, wenn die Zusatzabschnitte im Bereich der stegförmigen
Brücken der Anschlußkontakte angeordnet sind.
[0009] In dem Anschlußraum, in den die Zusatzabschnitte hinein.geführt sind, können elektrische
Bauelemente wie Widerstände, Transistoren, Kondensatoren od. dgl. in direkter Verbindung
an den Zusatzabschnitten angeordnet sein. Sie können insbesondere direkt an die dann
z.B. als Lötstifte oder -ösen ausgebildeten Zusatzabschnitte angelötet werden.
[0010] Der Anschlußraum ist aber alternativ auch zur Anordnung einer mit elektrischen Bauelementen
bestückten und mit Lötstiften der Zusatzabschnitte verbindbaren Leiterplatte geeignet.
[0011] Die Relaisfassung nach der Erfindung eignet sich ferner zur Ausrüstung mit einer
Sichtanzeige für den Schaltzustand des Relais, wobei die Anschlußstifte der Sichtanzeige
ebenfalls in den Anschlußraum münden und dort an elektrische Leitungen angeschlossen
sein können.
[0012] Eine weitere Anwendung des im Anspruch 1 angegebenen Erfindungsprinzips besteht mit
zusätzlichen Vorteilen darin, daß der Anschlußraum zur Aufnahme eines Kupplungsstücks
als Bestandteil einer gesonderten, z.B. etwa kastenförmigen Schaltungskammer ausgebildet
sein kann, wobei das Kupplungsstück mit den Zusatzabschnitten korrespondierende Anschlüsse
aufweist. Dabei kann das Kupplungsstück steckerartig ausgebildet sein, wobei mit seiner
mechanischen Arretierung an der Relaisfassung zugleich die Verbindung der elektrischen
Anschlüsse hergestellt ist. Damit ist gewissermaßen eine "Doppelfassung" realisiert,
die auf der einen Seite in üblicher Weise für das Einstecken eines Relais, auf der
anderen Seite aber nunmehr zum mechanischen und elektrischen Anschluß eines eine komplette
elektronische Schaltung beherbergenden Zusatzbauteils geeignet ist.
[0013] Die Erfindung versteht sich am besten anhand der nachfolgenden Beschreibung mehrerer
prominenter Ausführungsbeispiele, auf die die Erfindung jedoch nicht beschränkt sein
soll. Diese Ausführungsbeispiele sind in den anliegenden Zeichnungen dargestellt;
darin zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine Relaisfassung, bei der die Zusatzabschnitte der
Anschlußkontakte als Lötösen ausgebildet sind,
Fig. 2 eine Unteransicht in Richtung des Ansichtspfeiles II,
Fig. 3 einen Längsschnitt durch eine Relaisfassung, bei der die Zusatzabschnitte der
Anschlußkontakte als Flachstecker für Kabelschuhe ausgebildet sind,
Fig. 4 eine Unteransicht in Richtung des Ansichtspfeiles IV in Fig. 3,
Fig. 5 eine dritte Relaisfassung im Längsschnitt, in deren Anschlußraum eine Leiterplatte
angeordnet ist,
Fig. 6 eine Ansicht in Richtung des Ansichtspfeiles VI in Fig. 5,
Fig. 7 eine vierte Relaisfassung im Längsschnitt, mit der eine gesonderte Schaltungskammer
verbunden ist,
Fig. 8 eine Unteransicht unter die Fassung nach Fig. 7, jedoch ohne die zusätzliche
Schaltungskammer.
[0014] In Fig. 1 ist die Relaisfassung insgesamt mit 10 bezeichnet. Sie ist zusammengesetzt
aus einem ersten Fassungsteil 11 und einem zweiten Fassungsteil 12, die beide aus
Isolierstoff, vornehmlich Kunststoff bestehen. Der erste Fassungsteil 11 besitzt eine
der Anzahl der Kontaktstifte eines nicht dargestellten Relais entsprechende Anzahl
(hier elf) von Einstecköffnungen 13, die auf einem Kreis um die Mittelachse 14 angeordnet
sind. Bezüglich dieser grundsätzlichen Geometrie kann auf Fig. 1 der DE-AS 21 49 987
verwiesen werden.
[0015] Zwischen dem ersten Fassungsteil 11 und dem zweiten Fassungsteil 12 sind Anschlußkontakte
15 gehaltert. Jeder Anschlußkontakt 15 besitzt eine Kontaktgabel 16 zur Steckaufnahme
eines Relaiskontaktstiftes, und jeder Einstecköffnung 13 ist eine solche Kontaktgabel
16 zugeordnet.
[0016] Ebenfalls zwischen dem ersten Fassungsteil 11 und dem zweiten Fassungsteil 12 eingebettet
und gehalten sind Anschlußklemmen 17, im Ausführungsbeispiel Schraubanschlußklemmen,
bestehend aus einem Klemmenklotz 18 und einer Klemmschraube 19, die durch Einstecken
einer Schraubendreherklinge durch eine zugeordnete Öffnung 20 im ersten Fassungsteil
11 betätigt werden kann. Die Zahl der Anschlußklemmen 17 entspricht wiederum der Zahl
der Kontaktstifte des Relais bzw. der Zahl der Einstecköffnungen 13. Sie sind auf
die beiden Schmalseiten 21 und 22 der Relaisfassung so verteilt, daß beim Ausführungsbeispiel
die Fassungsseite 21 fünf und die Fassungsseite 22 sechs solcher Anschlußklemmen 17
aufnimmt.
[0017] Die Kontaktgabel 16 jedes Anschlußkontaktes 15 ist über eine stegförmige Brücke 23
mit einer Anschlußklemme 17 verbunden, dergestalt, daß das freie Ende 23b der Brücke
23 in den Innenraum des Klemmenklotzes 18 hineinragt. Werden in Richtung des Pfeiles
24 ein elektrischer Leiter in den Klemmenklotz 18 eingeführt und die Klemmschraube
19 betätigt, so wandert der Klemmklotz 18 bezüglich Fig. 1 nach oben, und sein unterer
Quersteg 25 klemmt das abisolierte Leiterende zwischen sich und der zugewandten Seite
des Endabschnittes 23b der Brücke 23 des Anschlußkontaktes 15 fest.
[0018] Der erste Fassungsteil 11 und der zweite Fassungsteil 12 können miteinander verschraubt,
verschweißt, verklebt oder verrastet sein. Ihr fester Zusammenhalt ist wichtig, da
die Anschlußkontakte 15 und die Anschlußklemmen 17 ansonsten befestigungsmittelfrei
lediglich durch den Zusammenhalt der Fassungsteile 11 und 12 am Platze gehalten sind.
[0019] An der den Einstecköffnungen 13 gegenüberliegenden Seite besitzt der zweite Fassungsteil
12 einen durch einen Rücksprung gebildeten Anschlußraum 26, der seitlich, teilweise
oder ganz umlaufend von einem kragenartigen Rand 27 des zweiten Fassungsteils 12 begrenzt
ist. Einige oder alle Anschlußkontakte 15 besitzen, beim Ausführungsbeispiel im Bereich
der stegartigen Brücken 23, je einen Zusatzabschnitt 28, der sich beim dargestellten
Ausführungsbeispiel in der Ebene des Brückenabschnitts 23a, jedoch zur Brückenlängsrichtung
senkrecht abstehend erstreckt. Jeder Zusatzabschnitt 28 durchgreift eine Öffnung 29
innerhalb einer dünnen Wand 30 des zweiten Fassungsteiles 12 und mündet in den Anschlußraum
26. Das freie Ende des Zusatzabschnitts 28 ist als Lötöse 31 ausgebildet.
[0020] Die vorhandenen Lötösen 31 dienen dem unmittelbaren Anschluß (vgl. Lötpunkte 32)
von elektrischen Bauelementen, wie beispielsweise eines Widerstandes 33 und eines
Verbindungsdrahtes 34. Diese Bauteile dienen hier dem Anschluß einer Sichtanzeige
35, die beim Ausführungsbeispiel als lichtemittierende Diode (LED) 36 ausgebildet
und auf der dem nicht dargestellten Relais zugekehrten Außenseite des ersten Fassungsteils
11 eingesetzt ist. Die Anschlußstifte 37 und 38 der LED 36 münden ebenfalls in den
Anschlußraum 26, so daß sämtliche Lötverbindungen innerhalb dieses Raumes hergestellt
werden können. Die LED 36 dient als Sichtanzeige 35 zur optischen Kenntlichmachung
des Schaltzustandes des mit der Relaisfassung zu bestückenden Relais. Es können auch
mehrere LED in der Relaisfassung eingebaut und angeschlossen sein.
[0021] Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Relaisfassung dient zum Aufschieben bzw. Aufrasten
auf eine im Querschnitt etwa U-förmig gestaltete Halteschiene 39, die beispielsweise
Bestandteil eines Schaltschrankes ist. Mit 70 ist ein den Anschlußraum 26 nach außen
abschließender Kunststoffdeckel bezeichnet, der mit dem zweiten Fassungsteil 12 verbunden,
insbesondere verrastet ist.
[0022] Das Ausführungsbeispiel nach den Fig. 3 und 4 unterscheidet sich von dem anhand der
Fig. 1 und 2 zuerst beschriebenen Ausführungsbeispiel einer Relaisfassung dadurch,
daß die Zusatzabschnitte 28 der Anschlußkontakte 15 hier als Flachstecker 40 ausgebildet
sind, auf die an den absisolierten Enden 41 von Anschlußkabeln 42 angeklammerte Kabelschuhe
43 aufgesteckt werden. In Fig. 3 ist mit 44 ein plattenförmiger Fassungsträger bezeichnet,
auf den die Relaisfassung 10 z.B. aufgeschraubt werden kann. In Übereinstimmung mit
dem ersten Beispiel erfolgen die Anschlüsse elektrischer Bauteile innerhalb des Anschlußraumes
29 unmittelbar an den Zusatzabschnitten 28 der Anschlußkontakte 15. Bezüglich der
übrigen Bauausführung und Bauteile kann auf die Beschreibung zu den Fig. 1 und 2 verwiesen
werden.
[0023] Auch die Relaisfassung nach den Fig. 5 und 6 als dem dritten Ausführungsbeispiel
ist grundsätzlich analog zu den bisher beschriebenen beiden Ausführungen. Hier dient
jedoch der Anschlußraum 26 zur Aufnahme einer Leiterplatte 45, auf der in an sich
bekannter Weise elektrische Bauteile, wie beispielsweise ein Widerstand 46 und ein
Kondensator 47 angelötet sind. Um die Leiterplatte 45 mit den Anschlußkontakten 15
elektrisch zu verbinden, sind die Zusatzabschnitte 28 hier als Lötstifte 48 ausgebildet
und besitzen eine Bauform, die ihr Einstecken in die Lochungen 49 einer üblichen Leiterplatte
gestattet. Auch bei dieser Ausführung gemäß den Fig. 5 und 6 einer Relaisfassung kann
eine Sichtanzeige 35 angeordnet sein, deren Anschlußstifte 37 und 38 mit bestimmungsgemäßen
Leiterbahnen der Leiterplatte 45 innerhalb des Anschlußraumes 26 verlötet sind.
[0024] Die als vierte beispielhafte Ausführung in den Fig. 7 und 8 dargestellte Relaisfassung
10 entspricht in ihrem grundsätzlichen Aufbau wiederum den bisher geschilderten Relaisfassungen.
Der wesentliche Unterschied besteht darin, daß der Anschlußraum 26 hier zur Aufnahme
eines Kupplungsstücks 50 dient, welches bodenseitiger Bestandteil einer im wesentlichen
kastenförmigen Schaltungskammer 51 ist. Im Kupplungsstück 50 sind Anschlußstifte 52
eingebettet, die einerseits mit einer in der Schaltungskammer 51 aufgenommenen Leiterplatte
53 verlötet und andererseits zum Einstecken in die bei diesem Ausführungsbeispiel
als Steckgabeln 54 ausgebildeten Zusatzabschnitte 28 der Anschlußkontakte 15 vorgesehen
sind. Die mechanische Befestigung erfolgt mit Hilfe einer Schraube 55, die von der
Relaisseite durch einen Durchbruch 56 des ersten Fassungsteiles 11 hindurchgesteckt
und in das Kupplungsstück 50 eingeschraubt wird. Mit der mechanischen Befestigung
des Kupplungsstücks 50 an der Relaisfassung 10 ist aufgrund der Steckverbindungsanordnung
52/54 zugleich die elektrische Verbindung der betreffenden Anschlußkontakte 15 mit
den elektrischen Bauteilen, wie z.B. den Widerständen 57 und 58 und dem Kondensatoren
59 und 60, gleichzeitig hergestellt. Der Halterung der aus Relaisfassung 10 und den
Schaltungskasten 50/51 bestehenden Baugruppe dienen an der Außenseite der Schaltungskammer
51 angeordnete Hakenleisten 61 und 62, von denen letztere (62) durch federbare Gestaltung
auf einer Montageschiene gleich oder ähnlich der Montageschiene 39 aufrastbar ist.
[0025] Die vorstellbaren Anwendungsmöglichkeiten der neuen Relaisfassung 10 sind überaus
vielseitig und in ihrer vollen Tragweite kaum abschätzbar. Im einfachsten Fall der
Ausführung gemäß den Fig. 1 und 2 oder 3 und 4 dient der Anschlußraum 26 beispielsweise
zum direkten Anschluß mindestens einer Sichtanzeige 35 zur Kenntlichmachung von Schaltzuständen
des Relais. Bei den anderen Ausführungen, bei denen der Anschlußraum komplette elektronische
Schaltungen beherbergt (Fassung gemäß den Fig. 5 und 6) oder bei denen der Fassungsraum
zur Aufnahme eines Kupplungsstückes eines zusätzlichen Schaltungsbauteils dient (Relaisfassung
nach den Fig. 7 und 8) kann beispielsweise eine Zeitverzögerungsschaltung in eine
Relaisfassung 10 integriert oder unmittelbar daran angeschlossen werden, die nun nicht
mehr Bestandteil eines sehr aufwendigen Relais zu sein braucht. Es ergibt sich hierdurch
insbesondere der Vorteil einer nach wie vor kompakten Relaisfassung, jedoch ohne den
Nachteil, bei einem lediglich aufgrund mechanischer Defekte auszutauschenden Relais
auch dessen Elektronik mit austauschen zu müssen.
[0026] Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf die Integration oder Ankopplung von
elektronischen Zeitschaltungen beschränkt. Die Relaisfassung ist vielmehr auch in
der Lage, sonstige Schaltungen, die z.B. bisher separat in Schaltschränken od. dgl.
unterzubringen sind, zu beherbergen, sofern sie ein gewisses Volumen nicht überschreiten.
1. Relaisfassung mit einem zweiteiligen Fassungskörper aus Isolierstoff, dessen erster
Teil mit auf einem Teilkreis angeordneten Einstecköffnungen für Kontaktstifte eines
Relais versehen ist und wobei zwischen dem ersten und dem zweiten Fassungskörperteil,
den Einstecköffnungen zugeordnet, Anschlußkontakte gehaltert sind, die über stegartige
Brücken mit an zwei einander gegenüberliegenden Fassungsseiten angeordneten Anschlußklemmen
für elektrische Leiter verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß einige oder alle
Anschlußkontakte (15) mit Zusatzabschnitten (28) für einen elektrischen Anschluß oder
Abgriff versehen sind, die durch eine Wand (30) des zweiten Fassungsteils (12) hindurchgeführt
sind und in einen zumindest von einem teilweise umlaufenden Rand (27) des Fassungskörpers
(10) umgrenzten Anschlußraum (26) münden.
2. Relaisfassung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusatzabschnitte
(28) einstückig und stoffschlüssig an den Anschlußkontakten (15) ausgebildet sind.
3. Relaisfassung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusatzabschnitte
(28) als Kontaktgabeln (54), Flachstecker (40), Schraubanschlußklemmen, Lötstifte
(48), Lötösen (31) od. dgl. ausgebildet sind.
4. Relaisfassung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Zusatzabschnitte (28) im Bereich der stegförmigen Brücken (23) der Anschlußkontakte
(15) angeordnet sind.
5. Relaisfassung nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß in dem Anschlußraum (26) elektrische Bauelemente wie Widerstände (33, 46), Transistoren,
Kondensatoren (47) od. dgl. in direkter Verbindung an den Zusatzabschnitten (28) angeschlossen
sind.
6. Relaisfassung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Anschlußraum
(26) eine mit elektrischen Bauelementen (46, 47) bestückte und mit den Lötstiften
(48) der Zusatzabschnitte (23) verbindbare Leiterplatte (45) angeordnet ist.
7. Relaisfassung nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß sie mit einer Sichtanzeige (35) für den Schaltzustand des Relais ausgerüstet ist,
wobei die Anschlußstifte (37, 38) der Sichtanzeige (35) ebenfalls in den Anschlußraum
(26) münden und dort an elektrische Leitungen (42; 45) angeschlossen sind.
8. Relaisfassung nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß der Anschlußraum (26) zur Aufnahme eines Kupplungsstücks (50) als Bestandteil
einer gesonderten, etwa kastenförmigen Schaltungskammer (51) ausgebildet ist, wobei
das Kupplungsstück (50) mit den Zusatzabschnitten (28) korrespondierende Anschlüsse
(52) aufweist.
9. Relaisfassung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Kupplungsstück (50)
steckerartig ausgebildet ist und daß mit seiner mechanischen Arretierung (55) an der
Relaisfassung (10) zugleich die Verbindung der elektrischen Anschlüsse (52/54) hergestellt
ist.