[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Schneiden des Flors einer textilen Stoffbahn
mit einem zum Abstützen der Stoffbahn im Schneidbereich dienenden Schneidtisch, bei
der mehrere Schneidmesser als ohne Gegenmesser arbeitende, um im wesentlichen senkrecht
zur Stoffbahn stehende Achsen zu rotierende, kreisförmige Schneidräder mit am Umfang
vorgesehener Schneide mit Abstand voneinander dem Schneidtisch gegenübergestellt sind.
[0002] Eine Vorrichtung dieser Art wird in der DE-OS 31 03 079 beschrieben. Um eine glatte
streifenfreie Schur zu erzielen, werden hierbei die Scherräder so nebeneinander auf
einer quer zur Stoffbahn-Vorschubrichtung verlaufenden Linie dem Schneidtisch gegenübergestellt,
daß sich die Schneiden bei möglichst geringem Abstand gerade nicht gegenseitig berühren.
[0003] In der DE-OS 29 51 987 wird ferner eine Musterschermaschine beschrieben, zu der eine
über ihre Länge mehrfach abgestützte Musterrolle zum Zuführen der Stoffbahn zum Scherzeug
gehört. Um bei dieser Maschine die Möglichkeit der Verwendung einer Musterrolle mit
unter Berücksichtigung der Rapportlänge des Musters minimalen Umfangs zu schaffen
und gleichzeitig die sich aus dem vom Herstellen des Musters herrührenden Ungleichheiten
des Musters ergebenden Probleme zu beseitigen, wird die durch Stützrollen abgestützte
und im Verhältnis zu ihrer Länge stabartig dünne, flexible Musterrolle aus einem Kern
aus biegesteifem Material und einem Mantel aus zur Biegesteifheit nicht wesentlich
beitragenden Material hergestellt. Mit der Schermaschine lassen sich bei entsprechender
Einstellung der Stoffbahnspannung beim Scheren relativ scharfkantige Muster herstellen.
Jedoch können Muster mit exakt senkrecht in bezug auf die Stoffbahnebene verlaufene
Kanten nicht geschnitten werden. Derartige Muster können bisher nur beim Herstellen,
insbesondere beim Weben, der jeweiligen Stoffbahn selbst gebildet werden.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Scheren einer einen
Flor aufweisenden textilen Stoffbahn zu schaffen, die das Schneiden eines Musters
mit senkrecht zur Stoffbahnebene stehenden Kanten ermöglicht. Die Maschine soll also
so ausgebildet werden, daß sie in einzelnen Bereichen den Flor auf ein bestimmtes
Maß abschneidet und unmittelbar daneben den Flor unberührt läßt. Die erfindungsgemäße
Lösung besteht bei der mehrere Schneidmesser als ohne Gegenmesser arbeitende, um im
wesentlichen senkrecht zur Stoffbahn stehende Achsen zu rotierende, kreisförmige Schneidräder
aufweisenden Vorrichtung, bei der die Schneidräder mit Abstand voneinander angeordnet
sind, darin, daß der gegenseitige Abstand der Schneiden benachbarter Schneidräder
auf einen zum Musterschneiden geeigneten Wert eingestellt ist. Vorzugsweise werden
die Schneidräder so gelagert, daß ihr gegenseitiger Abstand zu verändern ist und/
oder daß der Abstand der Schneidräder einzeln oder gemeinsam relativ zur zu schneidender
Stoffbahnebene zu verstellen ist.
[0005] Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Maschine lassen sich Muster sehr verschiedener Art
herstellen. Hierbei kann es auch günstig sein, wenn alle Schneidräder gemeinsam oder
einzelne Schneidräder relativ zu anderen Schneidrädern parallel zur Stoffbahnebene
und quer zur Vorschubrichtung des Stoffs bei Betrieb zu changieren sind.
[0006] Auf der erfindungsgemäßen Musterschervorrichtung können ersichtlich, insbesondere
beim gewillkürten oder automatisch regelmäßigen getrennten oder gemeinsamen Changieren
der Schneidmesser parallel und/oder senkrecht zur Stoffbahn, beliebige Muster mit
senkrecht zur Stoffbahnfläche verlaufenden Kanten geschnitten werden. Natürlich kann
dabei die Breite eines geschorenen Streifens nicht den Durchmesser eines Schneidrades
unterschreiten. Dieser läßt sich aber beim Bau der jeweiligen Maschine in weitem Maße
variieren. Beispielsweise haben sich Schneidräder mit einem Durchmesser in der Größenordnung
von 10 cm bewährt. Der Schneidrad-Durchmesser kann jedoch auch wesentlich kleiner
und größer als das angegebene Maß sein, so daß erfindungsgemäß auch Muster mit relativ
feinem Raster nach Art von gemustertem Plüsch herzustellen sind.
[0007] Anhand der schematischen Darstellung eines Ausführungsbeispiels werden Einzelheiten
der Erfindung erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Schneideinrichtung im Schnitt parallel zur Stoffbahn-Vorschubrichtung;
und
Fig. 2 eine Draufsicht senkrecht zur Stoffbahnebene auf die Schneidräder und die in
die Zeichnungsebene projizierte Stoffbahn.
[0008] Gemäß Fig. 1 und 2 wird eine textile Stoffbahn 1 über den Schneidtisch 2 zugeführt.
Zu diesem gehören mehrere in Drehrichtung 3 zu rotierende Schneidräder 4. Diese sind
einerseits senkrecht zur Vorschubrichtung 5 in der Stoffbahnebene in Pfeilrichtung
6 (Fig. 2) und andererseits senkrecht zur Stoffbahnebene in Pfeilrichtung 7 einzeln
oder getrennt zu changieren. Im Ausführungsbeispiel werden die Schneidräder 4 in einem
Schneidbalken 8 gelagert, dem auch eine Absaugung 9 zugeordnet ist und der je eine
Lagerung 10 und einen Antrieb 11 für die Schneidräder 4 enthält. Mit Hilfe der den
Schneidbereich zumindest teilweise umschließenden Absaugung 9 können die abgeschnittenen
Faserenden abgesaugt und einem entsprechenden Behälter zugeführt werden. Mit Hilfe
des durch einen Pfeil angedeuteten Luftstroms 12 in der Absaugung 9 können zugleich
die Fasern 13 im Schneidbereich aufgerichtet werden.
[0009] Da das erfindungsgemäße Schneiden ohne Gegenmesser erfolgt, müssen die Schneiden
der Schneidräder 4 besonders scharf sein. Es ist daher zweckmäßig, den Schneidrädern
4 eine Schleifeinrichtung 14 zuzuordnen, die in der angegebenen Pfeilrichtung 15 verstellbar
ist. Auf diese Weise können die Schneidmesser an Ort und Stelle geschliffen werden.
[0010] In Fig. 2 wird ein Schneidergebnis mit den erfindungsgemäß auf Abstand gesetzten
und zu changierenden Schneidrädern 4 schematisch dargestellt. Der in Fig. 1 im Anschluß
an den Schneidtisch 2 vertikal nach unten geführte Stoffbahnteil wird in Fig. 2 in
die Zeichnungsebene projiziert. Dadurch ist das Schneidergebnis deutlich zu erkennen.
Jedes der gemäß Fig. 2 beispielsweise in Pfeilrichtung 6 quer zur Vorschubrichtung
5 changierten Kreismesser 4 hinterläßt eine entsprechend der Bewegung in Pfeilrichtung
6 geformte Schneidspur 16 zurück. Die Breite dieser Schneidspur 16 parallel zur Richtung
6 wird durch den Durchmesser D der Schneidräder 4 vorgegeben. Der Abstand d zweier
Schneidspuren 16 kann durch variable Bewegung der einzelnen Schneidräder 4 in Richtung
6 verstellt werden.
[0011] Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist vorgesehen, die Schneidräder 4 alle zugleich
mit den Schneidbalken 8 in Pfeilrichtung 6 bei gleichzeitigem Vorschub der Stoffbahn
1 in Pfeilrichtung 5 so zu changieren, daß die angedeutete Schlangenlinienform von
ge schnittenen Bereichen 16 und dazwischen liegenden ungeschnittene Bereichen 17 entsteht.
Da die Schneidräder 4 ohne Unterlage wie eine Fräse in den Flor der zu musternden
Stoffbahn 1 eingreifen, sind natürlich die Kanten der Scherspuren 16 senkrecht, d.
h. zwischen den geschorenen Fasern und den ungeschorenen Fasern des Flors 13 gibt
es normalerweise keine Fasernmittlerer Länge.
1. Vorrichtung zum Schneiden des Flors (13) einer textilen Stoffbahn (1) mit einem
zum Abstützen der Stoffbahn im Schneidbereich dienenden Schneidtisch (2), bei der
mehrere Schneidmesser (4) als ohne Gegenmesser arbeitende, um eine im wesentlichen
senkrecht zur Stoffbahn (1) stehende Achse zu rotierende, kreisförmige Schneidräder
mit am Umfang vorgesehener Schneide dem Schneidtisch gegenübergestellt sind, dadurch
gekennzeichnet, daß der gegenseitige Abstand (d) der Schneiden benachbarter Schneidräder
(4) auf einen zum Musterschneiden geeigneten Wert eingestellt ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der gegenseitige Abstand
benachbarter Schneidräder (4) zu verändern ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneidräder
(4) insgesamt parallel zur Stoffbahnebene und senkrecht zur Vorschubrichtung (5) der
Stoffbahn (1) gewillkürt oder regelmäßig automatisch zu changieren sind.
4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß einzelne Schneidräder (4) ohne die Schneidräder (4) in ihrer Gesamtheit in Richtung
(7) senkrecht zur Stoffbahnebene automatisch regelmäßig oder gewillkürt zu changieren
sind.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schneidräder (4) alle in derselbe Drehrichtung (3) zu rotieren sind.