[0001] Die Erfindung betrifft ein heterogenes Wolframlegierungspulver, welches neben Wolfram
eine Binderphase aus Nickel, Kobalt und Eisen enthält nach den Kennzeichen von Anspruch
1.
[0002] Für hochbeanspruchte Metallteile, insbesondere Wuchtgeschoße, werden Werkstoffe hoher
Dichte benötigt. Neben den Edelmetallen Gold und Platin erfüllen noch Uran und Wolfram
die Anforderungen nach hoher Dichte. Das einzige Metall, das bei hoher Dichte zu einem
vertretbaren Preis gehandelt wird, ist Wolfram. Als reines Metall ist Wolfram jedoch
schwierig zu verarbeiten, da es sehr spröde ist. Als Wuchtgeschoß ist es schlecht
geeignet, da es die auftretenden Zug-und Druckbelastungen nicht aushält. Wuchtgeschoße
sind Vollzylinder aus Metall, deren Länge den Kaliber bei weitem übersteigt. Beim
Auftreffen eines Wuchtgeschoßes auf eine schrägstehende Panzerplatte verkippt das
Wuchtgeschoß. In dem relativ langen Körper treten hohe Biegemomente auf, die häufig
zu Bruch des Geschoßes und damit zur relativen Wirkungslosigkeit führen.
[0003] Darum kommen für einen Einsatz als Konstruktionswerkstoff für so hoch beanspruchte
Bauteile nur Verbundmaterialien in Frage, die das Wolfram in einer duktilen Binderlegierung
eingebettet enthalten. Um bei hoher Dichte hohe Festigkeit und Zähigkeit zu erreichen,
ist ein Gefügeaufbau erforderlich, der das Wolfram in Form feiner einzelner Partikel
enthält, die allseitig von einer sehr dünnen Schicht eines duktilen Bindermetalls
umschlossen sind. Das Gefüge darf keine Poren aufweisen. Die mechanischen Eigenschaften
(Zugfestigkeit, Bruchdehnung) der Teile sind umso vorteilhafter, je feinkörniger das
Gefüge ist.
[0004] Zum Beispiel ist aus der US-PS-4012230 ein Wolframpulver bekannt, welches aus Wolframkörnern
mit einem Durchmesser von 0,8-10
ILm und mit einer aufgetragenen Binderphase aus Nickel und Kobalt besteht.
[0005] Bekannt ist ferner aus F. Eisenkolb, Fortschritte der Pulvermetallurgie, 1963 Band
II Seite 439 der Zusatz von in Wolfram löslichen Elementen, wie z. B. Re, die die
Duktilität des Wolframs an sich erhöhen. Auf den Seiten 430 bis 433 werden Eigenschaften
homogener Wolframlegierungen und die Möglichkeit des Festphaseninterns für homogene
Wolframlegierungen angegeben. Homogene Wolframlegierungen eignen sich wegen ihrer
geringen Duktilität nicht zur Herstellung von Wuchtgeschoßen.
[0006] Bekannt ist die Herstellung von Bauteilen aus heterogen Wolframlegierungen durch
Flüssigphasensintern. Eine Pulvermischung von Wolframpulver und pulverförmigen Legierungskomponenten
wird gepresst und anschliessend gesintert. Um ein porenfreies Gefüge zu erzielen,
wird die Technik des Flüssigphasensinterns angewandt. Die Sintertemperatur wird dabei
so hoch gewählt, dass die Binderlegierung schmelzflüssig ist. Dabei laufen im wesentlichen
drei Prozesse ab :
1. Die Binderlegierung bildet sich aus den Pulvern der einzelnen Legierungskomponenten.
2. Die schmelzflüssige Binderlegierung umhüllt die Wolframkörner.
3. Der Körper verdichtet sich bis zur vollständigen Porenfreiheit.
[0007] Im gesinterten Zustand sind die Wolframkörner immer grösser als die Pulverpartikel
im Ausgangspulver. Das Auftreten einer schmelzflüssigen Phase beim Sinterprozess hat
immer eine zusätzliche Vergrösserung der Wolframkörner zur Folge, die durch An- und
Umlöseprozesse zwischen Wolfram und flüssiger Matrix ermöglicht wird. Das Phänomen
der Kornvergrösserung von festen Ausscheidungen im Kontakt mit Flüssigkeiten ist grundsätzlicher
Natur und unter dem Begriff der Ostwaldreifung bekannt.
[0008] Flüssigpnasengesinterte Wolframlegierungen weisen typischerweise ein Gefüge aus kugeligen
Wolframteilchen auf, die jeweils in einem Spektrum von etwa 10-60 ILm großen Partikeln
vorliegen, die in einer Binderlegierung eingebettet sind. Die Festigkeit und die Bruchdehnung
werden aber jeweils durch die grössten vorhandenen Partikel (hier ca. 60 µm) begrenzt.
Häufig ist zu beobachten, dass grosse Körner zusammengewachsen sind. Werkstoffe mit
derartig grobkörnigem Gefüge weisen eine nicht ausreichende Festigkeit und nur eine
geringe Verformbarkeit auf.
[0009] Auch durch die Wahl feinerer Ausgangspulver sind keine erheblich feineren Gefüge
zu erzielen, da die für die Ostwaldreifung verantwortlichen treibenden Kräfte (Verringerung
der freien Oberflächenenergie) mit steigender spezifischer Oberfläche der Partikel
ansteigen. Auch durch isostatisches Heißpressen ist beim derzeitigen Stand der Technik
eine wesentliche Verfeinerung des Gefüges nicht zu erzielen, da dabei ebenfalls eine
flüssige Phase benötigt wird, um die Legierungsbildung der Bindermetalle und eine
porenfreie Umschliessung der Wolframkörner durch die Binderlegierung zu ermöglichen.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Legierungspulver zur Herstellung von
Sinterteilen, insbesondere von Wuchtgeschossen, zu schaffen, die neben hohem spezifischen
Gewicht eine hohe Zugfestigkeit ( > 1 200 N/mm
2) und Bruchdehnung ( > 20 %) aufweisen.
[0011] Gelöst wird diese Aufgabe von einem Legierungspulver mit den in Anspruch 1 genannten
Merkmalen.
[0012] Ausführungen der Erfindung und Herstellungsverfahren sind Gegenstände von Unteransprüchen.
[0013] Die erfindungsgemässe Legierung weist nach dem Sintern ohne zusätzliche thermomechanische
Nachbehandlung folgende Eigenschaften auf :
[0014] Zugfestigkeit > 1 200 N/mm
2 bei gleichzeitiger Bruchdehnung > 25 %. Der Stand der Technik kennt Zugfestigkeiten
von 1 200 N/mm
2 bei lediglich 8-10 % Bruchdehnung oder Zugfestigkeiten von 900 N/mm
2 bei 25 % Bruchdehnung.
[0015] Das gleichzeitige Vorliegen von extremer Zugfestigkeit bei extremer Bruchdehnung
ist bisher nicht bekannt und weist die erfindungsgemässen Wolfram-Sinterteile als
ideale Werkstoffe für Wuchtgeschosse aus. Sowohl die hohen Druck-und Zugbelastungen
beim Beschleunigen im Rohr als auch die hohen Biegemomente und Druckkräfte im Geschoss
beim Auftreffen auf eine Panzerung werden von dem Material unbeschadet überstanden.
Die hervorragenden Eigenschaften prädestinieren die erfindungsgemässen Sinterteile
auch für andere Aufgaben in Wissenschaft und Technik, in denen höchste Anforderungen
an die Festigkeit und Zähigkeit gestellt werden.
[0016] Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungen ergeben sich aus den Figuren, die nachfolgend
beschrieben werden.
[0017] Es zeigen :
Figur 1 erfindungsgemässe Pulverpartikel,
Figur 2 erfindungsgemässes Sintermetall,
Figur 3 Sintermetall aus dem Stand der Technik,
Figur 4 eine Anordnung zur Herstellung des erfindungsgemässen Legierungspulvers.
[0018] Fig. 1 zeigt das erfindungsgemässe Wolframiegierungspulver in tausendfacher Vergrösserung.
Es besteht aus Partikeln mit annähernd kugeliger Gestalt (grosse Kugel rechts der
Bildmitte). Der Durchmesser beträgt 10-50 wm. Die Kugeln weisen eine schwammartige
Struktur auf. Die Schwammstruktur wird aufgebaut aus Wolframkörnern von etwa 1 µm
Durchmesser, die von einem dünnen Überzug aus Bindermetall bedeckt und zusammengehalten
sind. Dadurch ist bereits diejenige Verteilung von Wolfram und Bindermetall vorgegeben,
die für das fertige Werkstück kennzeichnend ist.
[0019] Im Gegensatz zu den nach dem Stand der Technik verwendeten Pulvermischungeri aus
W, Ni, Co und Fe-Pulver ist das erfindungsgemässe Pulver also fertig legiert und die
Binderlegierung umschliesst bereits die W-Körner in Form eines Überzuges. Damit müssen
bei der Herstellung dichter Sinterkörper die beiden Prozesse Bildung der Binderlegierung
und Umhüllung der Wolframkörner nicht mehr unter Zuhilfenahme einer schmelzflüssigen
Phase durchgeführt werden. Das Pulver kann in der festen Phase zu dichten Körpern
versintert werden.
[0020] Die Schwammstruktur der Pulverpartikel ist locker aufgebaut, so dass das Pulver unter
3 kbar Pressdruck auf etwa 50 % der theoretischen Dichte eines Kompaktums verdichtet
werden kann. Diese hohe Gründichte in Verbindung mit der grossen spezifischen Oberfläche
von grössenordnungsmässig 1 m
2/g ermöglicht das druckfreie Dichtsintern der Presslinge unter Vermeidung von flüssigen
Phasen.
[0021] Fig. 2 zeigt ein Schliffbild einer erfindungsgemässen gesinterten Legierung in 600-facher
Vergrösserung.
[0022] Fig. 3 zeigt zum Vergleich eine gemäss dem Stand der Technik hergestellte, also flüssigphasengesinterte
Legierung in 600-facher Vergrösserung.
[0023] Das erfindungsgemässe Wolframlegierungspulver wird durch Pressen kompaktiert und
anschliessend vorzugsweise in Wasserstoff in der festen Phase gesintert. Bereits bei
einer Sintertemperatur von 900 °C erreicht die Sinterdichte über 95 % der theoretischen
Dichte. Mit Sintertemperaturen zwischen 1 200 °C und 1 300 °C lassen sich porenfreie
Sinterkörper herstellen.
[0024] Das Gefüge der festphasengesinterten Presslinge der Fig. 2 weist im Gegensatz zu
den flüssigphasengesinterten Teilen der Fig. 3 keine kugeligen Wolframkörner auf,
sondern eine nahezu raumerfüllende Anordnung polygoner Wolframkörner, zwischen denen
in dünner Schicht das Matrixmetall verteilt ist. Das Sintergefüge der Fig. 2 ist wesentlich
feinkörniger als das durch Flüssigphasensintern erreichte Gefüge der Fig. 3. Wie aus
Fig. 2 zu entnehmen ist, beträgt der Durchmesser der Wolframkörner 2-5
ILm und die Korngrössenverteilung ist sehr schmalbandig. Beim Aufbringen gerichteter
Kräfte lässt sich ein zeiliges Gefüge erzielen (nicht gezeigt), in dem die Wolframkörner
über etwa 200 % verformt sind. Das feinkörnige und homogene Gefüge ist die Ursache
für die überlegenen mechanischen Eigenschaften der aus den erfindungsgemässen Pulvern
hergestellten Sinterteile.
[0025] Fig. 4 zeigt eine Anordnung zur Herstellung des erfindungsgemässen Wolframpulvers
mit Zerstäuberdüse 1, Verdampferteil 2, Separator 3, Reduktionsteil 4, Wasserstoffeintritt
5 und Austrageorgan 6, sowie zwei Behältern 7 und 8 für Kondensat und Abgas.
[0026] Das erfindungsgemässe Pulver wird wie folgt hergestellt : Eine gemeinsame Lösung
eines Wolframsalzes und der Salze der Matrixmetalle - Beispiele zur Lösungsbereitung
werden weiter unten angegeben - wird durch die Zerstäubereinheit 1 versprüht und gelangt
als Aerosol in den 800 °C heissen Verdampferteil 2. Es entstehen feine Partikel, die
aus den homogen ineinander verteilten Salzen (oder anderen Verbindungen) der Legierungskomponenten
bestehen.
[0027] Im Separator 3 werden die festen und die gasförmigen Produkte des Verdampfungsprozesses
getrennt. Kondensat und Abgas gelangen in die Behälter 7 und 8. Im Reduktionsteil
4 fällt der im Separator 3 gewonnene Feststoffanteil (hauptsächlich Oxide) einem langsam
aufsteigenden Wasserstoffstrom entgegen und wird bei einer Temperatur von 950 °C bis
1 200 °C zum Metall reduziert. Am Wasserstoffeintritt 5 kann die Geschwindigkeit der
Gasströmung geregelt werden. Das fertig reduzierte Pulver verlässt den Reduktionsteil
4'durch das Austrageorgan 6. Die Saiz- bzw. Oxidherstellung und die nachfolgende Reduktion
können auch nacheinander in zwei getrennten Apparaturen durchgeführt werden.
[0028] Entscheidend für die hohe Sinteraktivität des Pulvers, die allein ein Festphasensintern
ermöglicht, sind die Feinheit der Zerstäubung bei der Pulverherstellung, die Konzentration
und Zusammensetzung der gemeinsamen Lösung sowie die schonende Reduktion der Salz-
bzw. Oxidpartikel, bei der ein Zusammenwachsen der Salz- oder der Metallpartikel vermieden
werden muss.
[0029] Bis zu einer Salzkonzentration, die 600 g aufgelöstem Metall pro Liter Lösung entspricht,
ist eine Zerstäubung ausreichend, die ein mittleres Tropfenspektrum von 30 bis 50
µm erzeugt. Die aus der Lösung entstehenden Feststoffpartikel haben eine dem Tropfenspektrum
vergleichbare Grössenverteilung. Wichtig ist bereits an dieser Stelle die Schwammstruktur
der Feststoffpartikel, die im nachfolgenden Reduktionsschritt kurze Diffusionswege
und damit kurze Reaktionszeiten erlaubt. Auf diese Weise ist eine Reduktion der Partikel
im freien Fall möglich, bei der ein Zusammenwachsen der Salz- oder Metallpartikel
unterbleibt.
[0030] Bei den Versuchen hat sich als Lösungsmittel Wasser bewährt. Bei dessen Verwendung
fielen die obengenannten Feststoffpartikel als Oxidmischungen an. Als Reduktionsmittel
kam in diesen Fällen Wasserstoff zur Anwendung. Die Lösungsbereitung kann auf zwei
Wegen erfolgen :
[0031] Entweder man arbeitet in schwach saurem Medium bei einem pH > 3 unter Verwendung
von Ammoniummetawolframat als löslicher Wolframverbindung oder man bereitet eine ammoniakalische
Lösung von Wolframsäure, deren Anhydrid oder einem ihrer Salze und verhindert die
Fällung der Kationen der Matrixmetalle durch Komplexieren entweder mit Ammoniak oder
mit den üblichen organischen Komplexbildnern wie z. B. EDTA. Die Verwendung kolloidaler
Wolframverbindungen, z. B. in der Form von H
2 W0
4 aq, W0
3 oder Ammoniumparawolframat, führte nach kurzer Zeit zu Störungen bei der Lösungszerstäubung.
[0032] Im Falle eisenhaltiger Lösungen muss beim Komplexieren mit Ammoniak von Salzen des
zweiwertigen Eisens ausgegangen und Luftzutritt sorgfältig ausgeschlossen werden.
Auch bei der Verwendung von Ammoniummetawolframat stört dreiwertiges Eisen, da es
in den üblichen Konzentrationen den pH der Lösung auf Werte um 1 einstellt, so dass
nach etwa 1 h Aufbewahrung ein Niederschlag ausfällt, der ein Zerstäuben der Lösung
verhindert. Lösungen, die Eisen (II)-Ionen enthalten, bleiben nach dem Filtrieren
über Blaubandfilter länger als 24 h bei Raumtemperatur klar.
[0033] Es folgen Beispiele zur Lösungsherstellung, zur Pulverherstellung und zur Sinterung
:
1. Beispiel zur Lösungsherstellung
[0034] In ein 800 ml Becherglas werden 117,3 g W0
3 eingewogen und mit ca. 300 ml Wasser aufgeschlämmt. Es wird 3 h bei Siedehitze gerührt,
bis die Farbe des Bodenkörpers von gelb nach weiß umgeschlagen ist. Nach dem Abkühlen
auf Raumtemperatur wird mit 100 ml 33 %iger NH
3-Lösung versetzt und schwach erwärmt. Nach 30 bis 40 Minuten wird die fast klare Lösung
über ein Faltenfilter filtriert.
[0035] In ein 250 ml Becherglas werden 24,3 g Ni (NO
3)
2 - 6H
2O, 6,0 g Co(CH
3COO)
2 · 4H
2O, 5,06 g Fe(NO
3)
3 · 9H
2O und 45 g EDTA eingewogen und mit 80 ml Wasser aufgerührt. In die Suspension werden
langsam 30-40 ml 33 %ige NH
3-Lösung eingetropft, so dass eine dunkelviolette Lösung entsteht, die mit dem Filtrat
der Wolframlösung vereinigt wird.
2. Beispiel zur Lösungsherstellung
[0036] Wie im Beispiel 1 wird eine Lösung von 113,5 g W0
3 in Ammoniak-Lösung hergestellt und über einen Falterfilter in einen Tropftrichter
filtriert. In einen 3-Hals-Kolben mit zwei Tropftrichtern, Gaseinleitungsrohr, Gasaustritt
mit Waschflasche und Ansaugrohr für die Lösung werden 39,6 g Ni (NO
3)
2 · 6H
2O, 3,6 g FeCl
2 · 4H
2O und 2,2 g CoCl
2 eingewogen. Der erste Tropftrichter ist mit 450 ml der filtrierten W0
3-Lösung gefüllt, der zweite Tropftrichter enthält 100 ml halbkonzentrierte Ammoniaklösung.
[0037] Der 3-Hals-Kolben und der Gasraum über den Lösungen in den Tropftrichtern wird 20
min mit Stickstoff gespült. Dann wird unter Rühren die Ammoniaklösung zu den Salzen
im Kolben getropft. Nach Beendigung der Zugabe wird die W0
3-Lösung aus dem zweiten Tropftrichter zur Salziösung gegeben. Über das Ansaugrohr
kann die Lösung unter Luftausschluss dem nachstehend beschriebenen Verfahren zur Metallpulverherstellung
zugeführt werden.
3. Beispiel zur Lösungsherstellung
[0038] 126 g W0
3 werden wie im Beispiel 1 in Ammoniaklösung aufgelöst. Nach der. Filtration beträgt
das Volumen etwa 900 ml. In ein 2000 ml Becherglas werden 393 g CuSO
4 · 5H
2O eingewogen und bei 50 °C in 500 ml Wasser aufgelöst. Zur Lösung werden langsam 500
ml 33 %ige NH
3-Lösung gegeben. Anschliessend werden die Wolframat- und die Kupferlösung vereinigt.
Längeres Stehen in der Kälte ist zu vermeiden.
4. Beispiel zur Lösungsherstellung
[0039] Es werden 800 ml H
20 vorgelegt. 485,3 g Ammoniummetawolframat werden unter kräftigem Rühren langsam zugeschüttet.
Es wird weitergerührt bis eine klare Lösung entstanden ist. Zur Wolframat-Lösung werden
28,5 g FeCl
2 · 4H
20 in 500 ml H
20 unter starkem Rühren langsam zugegeben. Es ist wichtig, dass die Anwesenheit von
dreiwertigem Eisen weitgehend ausgeschlossen wird, da sonst innerhalb kurzer Zeit
ein gelb-weißer Niederschlag ausfällt. Zur so bereiteten Eisen-Wolfram-Lösung werden
anschliessend 118,9 g Ni (NO
3)
2 · 6H
2O und 39,5 g Co(NO
3)
2 · 6H
20, gelöst im Gesamtvolumen von 500 ml, zugefügt.
Ein Beispiel zur Pulverherstellung
[0040] In einem typischen Experiment werden in der oben beschriebenen Anlage 2 I Lösung
pro h versprüht. Der Wasserstoffstrom beträgt 400 Normliter pro h. Die Ausbeute liegt
oberhalb 80%. Das Pulver enthält weniger als 20 ppm Si0
2, und je nach Lösungsherstellung zwischen 0 und 900 ppm Kohlenstoff sowie 500 ppm
Stickstoff. Die Pulverpartikel haben Kugelform. Ihr Durchmesser beträgt im Mittel
20-30 µm. Die Struktur der Partikel ist schwammartig.
Ein Beispiel zur Sinterung
[0041] Das Pulver der Zusammensetzung 90 % W, 6 % Ni, 2 % Fe, 2 % Co (in Gewichtsprozenten)
besitzt nach der Herstellung eine Schüttdichte von 0,85 g/cm
3. Es wird durch axiales oder isostatisches Kaltpressen bei einem Druck von 3 kbar
zu Probekörpern verdichtet, deren Gründichte etwa 8,5 g/cm
3 beträgt. Aufgrund der schwammartigen Struktur der Pulver, die eine gute Verzahnung
der Partikel nach dem Pressen bewirkt, lassen sich auch ohne Zusätze von Bindemitteln
Preßlinge mit hoher Grünfestigkeit herstellen.
[0042] Der Preßling wird in trockenem, strömenden Wasserstoff bei 1 300 °C 4 Stunden gesintert
und anschliessend in Vakuum von ca. 10-
2 mbar bei 1 050 °C 0,5 Stunden entgast.
[0043] Der entstandene Sinterkörper ist absolut porenfrei und weist ein feinkörniges Sintergefüge
mit W-Körnern von 2-5 µm Durchmesser auf, die von einer dünnen Haut aus Binderlegierung
umgeben sind.
1. Heterogenes Legierungspulver, welches neben Wolfram eine Binderphase enthält, die
aus einem oder mehreren der Metalle Ni, Cu, Ag, Fe, Co, Mo oder Re besteht, wobei
das Pulver eine Partikelgröße von 10 bis 50 µm aufweist und die Partikel eine schwammartige
Struktur besitzen, die gebildet wird von Wolframkörnern < 1 µm, die ihrerseits umhüllt
und zusammengehalten werden von einer dünnen Schicht der homogenen Binderphase.
2. Legierungspulver nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Eisen, Kobalt und
Nickel als Bindermaterialien im Gewichtsverhältnis 1 : 1 : 3 vorliegen.
3. Legierungspulver nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Wolframgehalt
zwischen 80 und 95 Gewichtsprozent, vorzugsweise 90 Gewichtsprozent, beträgt.
4. Verfahren zur Herstellung eines Legierungspulvers nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß eine wässrige Lösung mit pH > 3. die Wolfram in Form von
Ammoniummetawolframat (NH4)6H2W12O40 · XH2O und, falls Eisen Legierungsbestandteil ist, dieses ausschließlich in Form eines
Eisen (II)-Salzes enthält, zu einem Aerosol vernebelt wird, dessen mittlerer Tropfendurchmesser
< 50 µm ist, daß dieses Aerosol bei 800 °C in der Verdampfungszone eines gasdichten
Reaktors zu Dampf und schwammartigen Mischoxidpartikeln von 10-50 µm mittlerem Durchmesser
umgewandelt wird. daß bei - 400 °C eine Abtrennung der Oxidpartikel von den gasförmigen
Produkten des Verdampfungsprozesses erfolgt und daß die Mischoxidpartikel anschliessend
im freien Fall durch einen aufwärtsgerichteten Wasserstoffstrom bei Temperaturen zwischen
950 °C und 1 200 °C zu schwammartigen Metallpartikeln von etwa 10-50 ILm mittlerem Durchmesser reduziert werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Herstellung der Mischoxidpartikel
und deren Reduktion in zwei getrennten Verfahrensschritten erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß Wolfram als ammoniakalische
Lösung der Wolframsäure oder ihres Anhydrids oder eines ihrer Salze eingebracht wird,
die Salze der Matrixmetalle in Form ihrer Amminkomplexe vorliegen, wobei die Lösung
in Gegenwart von Eisen, das als zweiwertiges Ion vorliegen muß, unter striktem Luftausschluß
gehandhabt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Bindermetalle in Form
organischer Komplexe, vorzugsweise des Ethylendiamminotetraessigsäurekomplexes, und
eventuell vorhandenes Eisen als Fe3+ vorliegen und Luftausschluß nicht erforderlich ist.
8. Verwendung des Legierungspulvers der Ansrüche 1 bis 4 zum Herstellen von Sinterteilen,
wobei durch an sich bekannte Verfahren des Festphasensinterns Teile erzeugt werden,
deren Gefüge porenfrei ist und aus polygonen Wolframkörnern mit einem mittleren Durchmesser
< 5 ILm besteht, die nahezu raumerfüllend angeordnet sind und zwischen denen sich in dünner
Schicht die Binderlegierung befindet.
9. Verwendung des Legierungspulvers der Ansprüche 1 bis 4 und 8 zum Herstellen von
Wuchtgeschoßen.
1. A heterogenous alloy-powder containing amongst tungsten binderphase which consists
of one or several of the metals Ni, Cu, Ag, Fe, Co, Mo or Re, the powder having a
particle size of 10 to 50 µm and the particles having a sponge-like structure, which
is formed by grains of tungsten less than 1 µm being themselves covert and connected
by a thin layer of the homogenous binderphase.
2. A powder of claim 1, characterized thereby, that the binder coating is made of
iron, cobalt and nickel in a weight ratio of 1 : 1 : 3.
3. A powder of claim 1, characterized thereby, that the tungsten is about 80 to 95
%, preferably 90 % by weight of the particles.
4. A process for the preparation of a heterogenous powder of claim 1 comprising forming
a solution with pH larger than 3 ; wherein the tungsten salt is ammoniummetatungstenate-(NH4)6H2W12O40 · XH2O and if iron is used as a binder component it is added as a salt of bivalent iron,
with a mean droplet diameter of less than 50 µm at elevated temperatures and a reducing
atmosphere to form sponge-like mixed metal oxide particles with a mean diameter of
about 10 to 50 µm, separating the gaseous evaporation products and reducing the particles
free falling in an upwardly passing hydrogen current at 950° to 1 200 °C to obtain
the sponge-linke metal powder with a mean diameter of 10 to 50 µm.
5. The process of claim 4 wherein the reduction step is performed separately.
6. The process of claim 4 wherein an ammoniacal solution of tungstic acid or its anhydride
or a salt thereof is admixed with a solution of a salt of the binder metal in the
form of an ammine complex.
7. The process of claim 6 wherein the salt of the binder metal is complexed with ethylenediaminetetraacetic
acid.
8. A method of forming sintered elements comprising compressing the heterogenous powders
of claim 1 to 7 to form a compact of the desired shape with a high green density and
sintering the compact in a reducing atmosphere and degassing the sintered body whose
structure is pore free and consists of polygonal tungsten grains with a mean diameter
less than 5 µm which substantially occupy all the space therein with a thin layer
of binder between them.
9. A penetration projectile made of the material produced by the process of claim
1 to 4 and 8.
1. Poudre d'alliage hétérogène qui contient outre du tungstène une phase liante constituée
d'un ou plusieurs des métaux suivants : Ni, Cu, Ag, Fe, Co, Mo ou Re, la poudre présentant
une dimension de particules de 10 à 50 µm, les particules possédant une structure
spongieuse constituée par des grains de tungstène de dimensions < 1 µm qui pour leur
part sont gainés et maintenus assemblés par une mince couche de la phase liante homogène.
2. Poudre d'alliage selon la revendication 1, caractérisée par le fait que le fer,
le cobalt, et le nickel y sont présents sous forme de liants dans un rapport pondéral
de 1 : 1 : 3.
3. Poudre d'alliage selon les revendications 1 et 2, caractérisée par le fait que
la teneur en tungstène se situe entre 80 et 95 % en poids, de préférence à 90 % en
poids.
4. Procédé pour la fabrication d'une poudre d'alliage selon les revendications 1 à
3, caractérisée par le fait qu'une solution aqueuse de pH > 3 qui contient du tungstène
sous la forme de métatungsténate d'ammonium (NH4) 6H2W12O40. XH2O et, dans le cas où l'un des constituants de l'alliage est du fer, contient ce dernier
exclusivement sous la forme d'un sel ferreux, est nébulisée en un aérosol dont le
diamètre moyen des gouttes est < 50 µm, que cet aérosol est transformé en vapeur à
800 °C dans la zone de vaporisation d'un réacteur étanche aux gaz et en particules
spongieuses d'oxydes mixtes de 10 à 50 µm de diamètre moyen, qu'à environ 400 °C a
lieu une séparation des particules d'oxyde d'avec les produits gazeux du processus
de vaporisation et fait que les particules d'oxydes mixtes sont ensuite réduites par
chute libre à travers un courant d'hydrogène ascendant à des températures entre 950
et 1 200 °C en particules métalliques spongieuses dont le diamètre moyen est d'environ
10 à 50 µm.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé par le fait que la fabrication des
particules d'oxydes mixtes et leur réduction s'effectuent en deux étapes de procédé.
6. Procédé selon la revendication 4, caractérisé par le fait que le tungstène est
introduit sous la forme d'une solution ammoniacale de l'acide tungstique ou de son
anhydride ou de l'un de ses sels, les sels des métaux de la matrice étant présents
sous la forme de leurs complexes ammoniacaux, ladite solution étant traitée sous exclusion
stricte de l'air en présence de fer obligatoirement prévu sous la forme d'ions bivalents.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé par le fait que les métaux liants
sont présents sous la forme de complexes organiques, de préférence sous la forme du
complexe d'acide éthylè- nediaminotétraacétique, et le fer éventuellement sous la
forme de Fe3+, et par le fait que l'exclusion d'air n'est pas nécessairement requise.
8. Utilisation de la poudre d'alliage des revendications 1 à 4, pour la fabrication
de pièces frittées, dans laquelle, au moyen d'un procédé connu en soi de frittage
en phase solide, on fabrique des pièces à structure exempte de pores constituée de
grains de tungstène polygonaux de diamètre moyen < 5 µm, disposés de manière à remplir
presque totalement l'espace, et entre lesquels se trouve une couche mince de l'alliage
liant étant placée dans les interstices.
9. Utilisation de la poudre d'alliage des revendications 1 à 4 et de la revendication
8, pour la fabrication de projectiles-flèches.