[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Justieren von feinwerktechnischen Teilen,
insbesondere einseitig einspannbaren Kontaktfedern, durch Auslenkung des freien Federendes
mit einseitiger lokaler Erwärmung.
[0002] In fast allen elektrischen Geräten werden Kontaktfedern verwendet, deren Kontaktkraft
oder Kontaktweg bestimmten Bedingungen unterliegt. Je komplizierter die Aufgaben der
Geräte sind, umso höher sind die Anforderungen an die Einhaltung der vorgegebenen
Bedingungen. Dabei kann für eine. bestimmte Kontaktfeder zwar eine Kontaktkraft bzw.
ein Kontaktweg in einer bestimmten Zeit durch eine bestimmte Auslenkkraft vorausberechnet
werden. Die tatsächliche Einhaltung der vorausberechneten Werte hängt aber sowohl
von den nicht beeinflußbaren Materialkonstanten, als auch von den nur zum Teil beeinflußbaren
Fertigungstoleranzen ab. Es läßt sich daher nicht vermeiden, bestimmte geforderte
Bedingungen durch einen nachträglichen Justiervorgang zu erfüllen.
[0003] Dies geschieht im allgemeinen durch Biegen oder Stauchen von Teilen oder durch Einstellung
an besonderen hierfür vorgesehenen Verstellelementen (klemm- und lösbare Gewinde-
und Keilanordnungen, Einstellung an Schraubverbindungen mit Langloch usw.).
[0004] In der DE-OS 2 918 100 ist ein Verfahren zum berührungslosen automatisierten Justieren
feinwerktechnischer Geräte, insbesondere Kontaktfedern, beschrieben und dargestellt.
Nach diesem Verfahren wird bei den zu justierenden Teilen ein definierter Verzug durch
eine örtliche, dosierte Wärmeaufbringung, z. B. durch Laserstrahlung ohne Kraft, erzielt.
Eine Justage in beide Richtungen ist aber nur durch beidseitige Laserbestrahlung möglich.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Lösung für das eingangs definierte
Verfahren anzugeben, das einen Abgleich in beiden Richtungen ermöglicht. Diese Aufgabe
wird dadurch gelöst, daß in Kombination mit der lokalen einseitigen Erwärmung oder
lokalen Aufschmelzung, z. B. durch Laserstrahlen, zur Justierung in beiden Richtungen
das Federende mit in die entsprechende Richtung wirkenden Kräften belastet wird.
[0006] Der wesentliche Vorteil der Erfindung liegt darin begründet, daß sich damit auch
Relaisteile justieren lassen, die wegen des mechanischen Aufbaus nur von einer Seite
bestrahlt werden können. Justierverfahren, die einen Abgleich in beiden Richtungen
ermöglichen, sind den nur einseitig wirkenden überlegen, da sie nicht den 100 Abgleich
aller Teile erfordern.
[0007] Weitere Einzelheiten der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.
[0008] Die Erfindung wird anhand der Figuren 2 und 3 an einem Ausführungsbeispiel zur Justierung
von Kontaktfedern erläutert. Es zeigen:
Figur 1 Federjustierung mit einseitiger Laserbestrahlung,
Figur 2 Federjustierung nach 7igur 1 mit vorbelastetem Federende und
Figur 3 Federjustierung nach Figur 1 mit unbelastetem, niedergehaltenem Federende.
[0009] In den Figuren ist mit 1 eine Kontaktfeder bezeichnet, die in einer Haltevorrichtung
2 einseitig eingespannt ist. Mit dem Pfeil 3 ist schematisch die Richtung einer einseitigen
Laserbestrahlung angedeutet. In der Figur 2 ist das freie Federende mit einer Kraft
P vorbelastet. Nach der Darstellung in der Figur 3 wird das freie Federende mit einem
Anschlag 4 niedergehalten. Die gestrichelten Linien 5 zeigen die Auslenkung der Feder
allein infolge der Laserbestrahlung.
[0010] Die Justierung mit einem Laserstrahl 3 bringt immer nur eine Auslenkung in Richtung
des einfallenden Laserstrahles. Wenn zusätzlich eine Kraft (Figur 2) angreift, wird
die Auslenkung abgeschwächt bzw. ab einer bestimmten Kraft die Hubrichtung umgekehrt.
Wenn dabei die zusätzliche Kraft entgegen der Einwirkung der Strahlrichtung angreift,
wird die Auslenkung verstärkt. Als zusätzlich wirkende Kraft können z. B. ein Anschlag
(Figur 3, 4) oder die bereits vorhandenen Gegenkontakte ausgewertet werden. Die Kräfte
können aber auch durch einen Kraftgeber z. B. Kraftmeßdosen, Federwaagen usw., aufgebracht
werden. Auf diese Weise ist dann eine Automatisierung möglich, da in Abhängigkeit
der Kraft- oder Weganzeige die Laserleistung bzw. Laserenergie, die Einwirkstelle
des Lasers, die Größe der zusätzlich angreifenden Kraft und der Angriffspunkt der
zusätzlich angreifenden Kraft geändert werden können. Eine Kombination dieser Auswahlpunkte
ist möglich.
[0011] Der Abgleichvorgang kann z. B. iterativ erfolgen, das heißt, durch ein allmähliches
Herantasten an den gewünschten Wert. Der Meßwert muß nicht in der Abgleichlage des
Teiles erfaßt werden.
[0012] Durch die verschiedenen Geometrien der aufgebrachten Erwärmungs- oder Schmelzzonen,
z. B. überlappte Schmelzzonen, Schmelzzonen quer zur Feder, längs der Federränder
oder in beliebiger anderer Anordnung, können unterschiedlich starke Verformungen der
Feder hervorgerufen werden.
1. Verfahren zum Justieren von feinwerktechnischen Teilen, insbesondere einseitig
einspannbaren Kontaktfedern, durch Auslenkung des freien Federendes, mit einseitiger
lokaler Erwärmung, dadurch gekennzeichnet, daß in Kombination mit der lokalen einseitigen
Erwärmung oder lokaler Aufschmelzung, z. B. durch Laserstrahlen (3), zur Justierung
in beiden Richtungen das Federende mit in die entsprechende Richtung wirkenden Kräften
(P) belastet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß Auflage- oder Vorspannkräfte
(4) als wirksame Kräfte zum Justieren ausgewertet werden.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet , daß zur Automatisierung
des Verfahrens eine Kraft- oder Wegmessung vorgenommen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet , daß die Meß- und Abgleichlage
des Teiles gleich oder verschieden sind.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß durch die Wahl des Laserangriffspunktes
bzw. des Angriffspunktes der zusätzlichen Kraft die Größe der Auslenkung verändert
wird.