[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Trommelstrahlmaschine zur Strahlbehandlung gleich-
oder unterschiedlich großer Werkstücke, bei der die Werkstücke in die eine stirnseitige
Öffnung der, mit den Trommelmantel umfassenden Ringträgern auf Tragrollen drehbar
lagernden Trommel eingebracht, mit einstellbarer Geschwindigkeit durch das Trommelinnere
transportiert, kippend gedreht und dabei gestrahlt und anschließend aus der anderen
stirnseitigen öffnung der Trommel herausgebracht werden.
[0002] Bei Trommelstrahlmaschinen dieser Art sind die Strahleinrichtungen (Schleuderräder)
an einer oder an beiden stirnseitigen Öffnungen angeordnet. Der Transport der Werkstücke
wird entweder dadurch bewirkt, daß die Trommel eine zur Horizontalen nach unten geneigte
Drehachse aufweist oder daß im Trommelinneren schraubenförmig angeordnete Transportleisten
(E-AS 32 25) angeordnet sind. Die Durchsatzmenge der Werkstücke wird entweder durch
deren Dosierung vor dem Einbringen in die Trommel oder durch deren Drehzahländerung
geregelt.
[0003] Der wesentlichste Nachteil dieser Ausbildungsform besteht darin, daß die Strahleinrichtungen
(Schleuderräder) nur an den beiden stirnseitigen öffnungen der Trommel angeordnet
werden können. Dadurch ist nicht nur die Anzahl der Einrichtungen auf zwei Stück begrenzt;
es ergeben sich auch je nach Länge der Trommel ungünstige Strahlbereiche und Schwierigkeiten
beim Abschluß der Öffnungen nach außen. Je nach Bauart und Durchmesser der Trommel
behindert die Strahleinrichtung auch den freien Durchgangsquerschnitt für die ein-
bzw. auszubringenden Werkstücke.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Nachteile und Schwierigkeiten bei
Trommelstrahlmaschinen dieser Bauart zu vermeiden und darüber hinaus die Möglichkeit
zu schaffen, die Werkstücke ohne Verwendung schraubenförmig verlaufender Transportleisten
oder Stufen, die die Werkstücke leicht beschädigen können oder bei schweren Werkstücken
selbst beschädigt werden, durch die Trommel zu transportieren, sowie schließlich die
Transportgeschwindigkeit der Werkstücke durch die Trommel ohne Erhöhung der Trommeldrehzahl
die ebenfalls Beschädigungen hervorrufen kann, stufenlos zu verändern
[0005] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der Mantel der Trommel aus einer Mehrzahl
von Jalousie-Leisten gebildet wird, die mit einer Längskante schwenkbar an den Ringträgern
des Trommelmantels nach innen schwenkbar angelenkt sind und mit der freien anderen
Längskante auf der angelenkten Längskante der benachbarten Lamelle aufliegen, und
daß die Strahlvorrichtungen oberhalb einer Spaltöffnung angeordnet sind, die sich
zwischen benachbarten, nach innen geschwenkten Lamellen im oberen Abschnitt der Umlaufbahn
des Trommelmantels bildet. Diese Spaltöffnung erlaubt es, über die Länge der Trommel
mehr als zwei Strahleinrichtungen zu verwenden, die auch wie an sich in stationären
Strahlkammern bekannt, in und entgegen der Transportrichtung der Werkstücke verfahrbar
angeordnet sein können. Die axiale Länge der Trommel ist nicht wie bei der bekannten
Ausbildung durch den maximalen Strahlbereich der an den stirnseitigen öffnungen angeordneten
Strahleinrichtungen beschränkt; sie kann, gegebenenfalls durch Einsatz weiterer Tragringe
beliebig lang gewählt werden.
[0006] Werden, wie die Erfindung weiter vorsieht, während des Trommelumlaufes parallel zur
Trommelachse in und entgegen der Werkstücktransportrichtung verschiebbar ausgebildet,
dann lassen sich die Werkstücke unter Verzicht auf schraubenförmige Transportleisten
oder Stufen durch diese Bewegungen der den Trommelmantel bildenden Lamellen durch
die Trommel transportieren. Die Transportgeschwindigkeit hängt dabei von der Größe
des jeweils eingestellten Verschiebeweges pro Trommelumlauf ab. Durch intermittierende
Unterbrechung der Strahlmittelzufuhr zur Strahlvorrichtung entsprechend dem Durchlauf
der Spaltöffnungen und der diese begrenzenden Lamellen durch den Strahlbereich, läßt
sich, wie die Erfindung weiter vorsieht, der spezifische Strahlmittelverbrauch begrenzen
und der Verschleiß an den Lamellen verringern.
[0007] Die Erfindung wird anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. In der Zeichnung zeigen
Fig. 1 die Maschine trommelstirnseitig gesehen,
Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie A-B durch Fig. 1 und
Fig. 3 die Maschine im Axialschnitt.
[0008] Wie aus Fig. 1 zu ersehen, sind die Lamellen 9 mittels der Achsbolzen 10 (vgl. auch
Fig. 2) mit einer Längskante 9a nach innen schwenkbar an den Tragringen 8 angelenkt.
Sie liegen (vgl. den unteren Bereich der Tragringe 8) mit der freien anderen Längskante
9b auf der angelenkten Längskante 9a der jeweils benachbarten Lamelle 9 auf. Im oberen
Abschnitt des Tragrings 8 bilden benachbarte Lamellen 9, aufgrund der Schwerkraft
nach innen unten geschwenkt eine Spaltöffnung Ö, oberhalb derer eine Schleuderrad-Strahlvorrichtung
1 auf dem Maschinengehäuse 2 angeordnet ist. Diese Schleuderrad-Strahlvorrichtung
kann (vgl. Fig. 3) auf nicht dargestellte Weise in durch den Pfeil P angedeuteten
Richtungen über der Spaltöffnung Ö verschoben werden. Die auf diese Weise von den
Lamellen 9 gebildete Trommel liegt auf den unteren Tragrollen 5, 7 auf und wird weiter
durch eine obere Führungsrolle 6 geführt. Der Antrieb der Trommel erfolgt über die
Hubklinken 12, die die (Achs)-Bolzen 10 der Lamellen 9 unterfassen und über einen
Schwenklenker 13 mittels der Kurbelstange 14 auf-und abbewegt werden, die ihrerseits
mit dem hier als Elektromotor ausgebildeten Motor 15 verbunden ist. Der Motor 15 ist
auf einer Schwenkkonsole 20 angeordnet, die von einer Lastbegrenzungsiühler 16 in
Arbeitslage gehalten wird und bei Auftreten einer Überlast das Ausklinken der Hubklinke
bewirkt. Eine ebenfalls auf den (Achs)-Bolzen 10 aufliegende Sperrklinke 11 verhindert
eine Rückdrehbewegung der Tragringe 8.
[0009] Die Werkstücke W werden in der durch den Pfeil R angedeuteten Richtung (vgl. Fig.
3) mittels einer Zubringerrinne 3a stirnseitig in die aus den Lamellen 9 gebildete
Trommel eingebracht und innerhalb der Trommel dadurch weiterbefördert, daß die Lamellen
9 während der Trommelumdrehungen parallel zur Trommeldrehachse in Transportrichtung
der Werkstücke W und entgegen dieser Richtung um eine voreinstellbare Strecke verschoben
werden. Dies wird, wie aus Fig. 2 zu ersehen, dadurch erreicht, daß das Tragrollenpaar
7
zusammen mit seiner Achse 21 über einen Gleitring 17 und eine Stellkulisse 18 parallel
zur Trommelachse verschoben werden. Die Verschiebung bewirkt eine Änderung des Neigungswinkels
der Tragringe 8 zur Trommeldrehachse und damit die Verschiebung der Lamellen 9 in
und entgegen der Transportrichtung der Werkstücke W während eines Umlaufes und damit
zu einer schraubenförmigen Transportbewegung der im unteren Bereich der Trommel auf
den Lamellen 9 aufliegenden Werkstücke W. Die Schwenklager der Lamellen 9 an den Tragringen
8 sind dabei so ausgebildet, daß sie die winkligen Kippbewegungen der Tragringe 8
zulassen, hier in der Weise, daß die Lagerflächen für die (Achs)-Bolzen 10 im Tragring
ballig ausgebildet sind. Je nach der Größe des gewählten Verschiebeweges der Achse
21 der Tragrollen 7 ist die Durchgangsgeschwindigkeit bei gleichbleibender Trommeldrehgeschwindigkeit
veränderbar. Die freien Enden der Lamellen 9 werden (wie aus Fi.g 1 in Verbindung
mit Fig. 3) hervorgeht, während des Umlaufs im oberen Bereich zusätzlich durch eine
in die stirnseitige Öffnung der durch die Lamellen 9 gebildeten Trommel hineinragende,
ortsfest mit dem Maschinengehäuse 2 verbundene Leitkurvenleiste 19 so geführt, daß
sich die im oberen Bereich bildende Spaltöffnung ö schließt, sobald sie den Strahlbereich
der Schleuderradstrahlvorrichtung 1 verlassen hat.
[0010] Unterhalb des Maschinengehäuses ist eine bekannte Sammelrinne 23 für das abzuführende
verbrauchte Strahlmittel und die übrigen Verunreinigungen (Sand) angeordnet. Das Strahlmittel
wird nach Aufbereitung in bekannter Weise durch den Strahlmittelkreislauf 4 wieder
der Schleuderradstrahlvorrichtung zugeführt. Die Zuführung kann auf nicht dargestellte
Weise jeweils für den Zeitabschnitt unterbrochen werden, in dem sich eine Lamelle
9 durch den Strahlbereich der Schleuderradstrahlvorrichtung 1 hindurchbewegt.
1. Trommelstrahlmaschine zur Strahlbehandlung gleich-oder unterschiedlich großer Werkstücke,
bei der die Werkstücke in die eine stirnseitige öffnung der, mit, dem Trommelmantel
umfassenden Ringträgern auf Tragrollen drehbar lagernden Trommel eingebracht, mit
einstellbarer Geschwindigkeit durch das Trommelinnere transportiert, kippend gedreht
und dabei gestrahlt und anschließend aus der anderen stirnseitigen Öffnung der Trommel
herausgebracht werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Mantel der Trommel aus einer Mehrzahl von Jalousie-Lamellen (9) gebildet wird,
die mit einer Längskante (9a) an dem Ringträger (8) des Trommelmantels, nach innen
schwenkbar angelenkt sind und mit der freien anderen Längskante (9b) auf der angelenkten
Längskante (9a) der benachbarten Lamelle (9) aufliegen, und daß die Strahlvorrichtung
(1) oberhalb einer Spaltöffnung (Ö) angeordnet sind, die sich zwischen benachbarten,
nach innen unten geschwekten Lamellen (9) im oberen Abschnitt der Umlaufbahn des Trommelmantels
bildet.
2. Trommelstrahlmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Lamellen (9) während des Trommelumlaufes parallel zur Trommelachse in und
entgegen der Transportrichtung der Werkstücke (W) verschiebbar angeordnet sind.
3. Trommelstrahlmaschine nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Größe des Verschiebeweges der Lamellen pro Trommelumlauf einstellbar ist.
4. Trommelstrahlmaschine nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
in den Innenraum der Trommel ragende, ortsfeste Leitkurvenleisten (19) für die freien
Endkanten (9b) der Lamellen (9) während deren Durchlauf durch den oberen Abschnitt
der Umlaufbahn des Trommelmantels.
5. Trommelstrahlmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Trommel in an sich bekannter Weise winklig zur Transportrichtung der Werkstücke
(W) nach unten neigbar angeordnet ist.
6. Trommelstrahlmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Drehantrieb der Trommel aus einem, diese im Bereich der Anlenkachsen (Achs)-Bolzen
(10) der Lamellen (9) angreifenden Schrittschaltwerk besteht.
7. Trommelstrahlmaschine nach den Ansprüchen 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schwenklager der Lamellen (9) in den Tragringen (8) als Kippbewegungen winklig
zur Schwenkachse zulassende Lager ausgebildet und eine der die Tragringe (8) tragenden
Tragrollen (7) axial, ggfs. mittels eines Stellmotors stufenlos verstellbar gelagert
sind,
8. Trommelstrahlmaschine nach den Ansprüchen 1 und 6, dadurch gekennzeichnet ,
daß das Schrittschaltwerk aus die Trommel achsparallelen (Achs)-Bolzen (10) erfassenden
Hubklinken- und oben auf diesen aufliegenden Sperrklinkenpaaren (12 bzw. 11) besteht.
9. Trommelstrahlmaschine nach Anspruch 8,
gekennzeichnet durch
einen die Hubklinken (12) über einen Kurbeltrieb (14) und Schwenklenker (13) antreibenden
(Elektro)-Motor (15), der auf einer unter der Wirkung einer Lastbegrenzungsfeder (16)
stehenden Schwenkkonsole (20) angeordnet ist.
10. Trommelstrahlmaschine nach den Ansprüchen 8 und 9, dadurch gekennzeichnet ,
daß die Drehzahl des Motors (15) stufenlos veränderbar ist.
11. Trommelstrahlmaschine nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet ,
daß die Strahlmittelzufuhr zu den Strahlvorrichtungen (1) dem Durchlauf der die Spaltöffnung
(Ö) begrenzenden Lamellen (9) entsprechend intermittierend unterbrochen wird.