(19)
(11) EP 0 101 081 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
13.05.1987  Patentblatt  1987/20

(21) Anmeldenummer: 83107986.8

(22) Anmeldetag:  12.08.1983
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4A61H 1/00, A61H 1/02, A61H 23/00

(54)

Orthopädisches Gerät

Orthopedic apparatus

Appareil orthopédique


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 18.08.1982 DE 3230724

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
22.02.1984  Patentblatt  1984/08

(71) Anmelder: Helmut Mueller Ingenieurgesellschaft mbH & Co. KG
D-6050 Offenbach/Main (DE)

(72) Erfinder:
  • Kramer, Hans Klaus, Dipl.-Ing.
    D-6054 Rodgau 1 (DE)
  • Maegerlein, Werner R.
    D-8500 Nürnberg (DE)

(74) Vertreter: Stoffregen, Hans-Herbert, Dr. Dipl.-Phys. et al
Patentanwälte Strasse & Stoffregen Postfach 2144
63411 Hanau
63411 Hanau (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein orthopädisches Gerät zur Behandlung von Wirbelschäden von Personen mit vertikal oder nahezu vertikal verschiebbarem, eine Person aufnehmendem und deren Wirbelsäule streckendem Basisgestell sowie einem mindestens nahezu senkrecht zur Streckeinrichtung der Person auf eine Wirbelsäulenpartie stossartig einwirkenden ersten Element.

    [0002] Um Wirbelschäden zu behandeln, kann der Patient von einem Chiropraktiker angehoben, also die Wirbelsäule gestreckt werden, um dann auf die Wirbelsäule eine stossartige Bewegung einwirken zu lassen. Zu diesem Zweck verschränkt der Patient seine Arme am Hinterkopf und wird rückwärts an seinen Unterarmen erfasst und angehoben. Sodann erfolgt ein impulsartiger Stoss. Diese manuelle Behandlung birgt jedoch gewisse Nachteile. So wird auch die behandelnde Person stark beansprucht, wobei gegebenenfalls deren Wirbelsäule ebenfalls überstrapaziert wird. Der Patient hingegen läuft Gefahr, dass die bei der Therapie aufgebrachten Kräfte zu stark gewählt werden können. Da der Patient keine Möglichkeit hat, der einwirkenden Kraft auszuweichen, können immer wieder unerwünschte Schmerzen und gegebenenfalls unbeabsichtigte Schäden auftreten.

    [0003] Es gibt orthopädische Geräte, bei denen Elemente stossartig auf die Wirbelsäule eines Patienten einwirken. Dabei erfolgt jedoch die Behandlung grundsätzlich im Liegen, so dass ein Einfluss auf die zu behandelnden Wirbel nur unter erheblicher Krafteinwirkung auch auf die benachbarten gesunden Wirbel erfolgen kann. Daraus resultiert jedoch eine Verletzungsgefahr. Ferner besteht kaum die Möglichkeit, die Krafteinwirkung zu applizieren (siehe zum Beispiel US-A 2180775, US-A 1455320, DE-C 234809, DE-B 2226073). In der CH-A 468183 wird eine Vorrichtung zur mechanischen Behandlung der Wirbelsäule und ihrer knöchernen Anschlussorgane beschrieben, bei der sowohl die Bodenpartie als auch die Kopf- oder Schulterpartie eingespannt werden, um Vibration auf die Rückenpartien zu applizieren. Bei unkontrollierter bzw. zu starker Krafteinwirkung erwächst wegen der zwei Einspannpunkte eine nicht zu verantwortende Verletzungsgefahr. Eine Streckvorrichtung ist der US-A 3 364 923 zu entnehmen, in der eine Person sitzend behandelt wird. Hierdurch ist eine Entspannung der Wirbelsäule kaum möglich. Zudem wird die Streckung von der zu behandelnden Person selbst vorgenommen.

    [0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein orthopädisches Gerät zur Behandlung von Wirbelschäden von Personen zur Verfügung zu stellen, mit dessen Hilfe eine individuelle, gezielte und dosierbare Behandlung des Patienten möglich ist.

    [0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die dem Kennzeichen des Anspruchs 1 zu entnehmenden Merkmale gelöst.

    [0006] Durch die erfindungsgemässe Vorrichtung wird erstmalig die Möglichkeit gegeben, übliche manuelle Therapien nachzuvollziehen, mit dem entscheidenden Vorteil, dass eine dosierbare und reproduzierbare Krafteinwirkung möglich ist.

    [0007] Die Funktionsweise der Behandlung kann dabei folgendermassen beschrieben werden:

    Das von einer Grundplatte ausgehende Basisgestell ist höhenverstellbar und weist in seinem oberen Abschnitt Unterarm- und Achselstützen auf. Nachdem das Basisgestell auf die zu behandelnde Person nach ihrer Körpergrösse eingerichtet ist (man kann sich das Gestell als eine Teleskopabschnitte aufweisende Säule vorstellen), werden die Unterarmstützen und die Achselstützen auf den Patienten abgestellt. Anschliessend wird die Rückenstosseinrichtung, die gleichfalls höhenverstellbar und horizontalverstellbar ausgebildet ist, auf den zu behandelnden Bereich der Rückenpartie ausgerichtet. Schliesslich erfolgt ein Spannen der Rückenstosseinrichtung in einem Umfang, der die gewünschte Krafteinwirkung auf die zu behandelnden Wirbel sicherstellt. Gegebenenfalls kann die Krafteinwirkung während einer weiteren Streckung der Wirbelsäule erfolgen, indem das Basisgestell weiter ausgefahren wird.



    [0008] Ein Vorteil, das der Patient quasi an Achselstützen bzw. Unterarmstützen hängt, ist darin zu sehen, dass der Patient gegebenenfalls selbst aus den Stützen herausrutschen kann, sofern die stossartigen Krafteinwirkungen zu gross sind und damit zu Schmerzen führen.

    [0009] Das erfindungsgemässe orthopädische Gerät gemäss dem zuvor beschriebenen Lösungsvorschlag weist erkennbar einen statischen Teil und einen dynamischen Teil auf. Der statische Teil umfasst ein Basisgestell, d.h. eine Säule bzw. einen Rahmen, mit dem die Armhalterungen bzw. Achselstützen und Unterarmstützen sowie die höhenverstellbare Rückenstosseinrichtung, die sämtlichst vor der Behandlung auf die körperlichen Gegebenheiten eines Patienten eingestellt werden. Hinzu kommt selbstverständlich die Standfläche für den Patienten, wodurch die Ausgangslage zwangsläufig definiert wird.

    [0010] Der dynamische Teil weist Kraftelemente wie zum Beispiel Hydrozylinder oder Federelemente auf, die bewirken, dass, nachdem der Patient die Grundposition eingenommen hat, dieser angehoben und dabei gestreckt wird, wobei vorzugsweise vor Beendigung der Streckung ein reproduzierbarer, einstellbarer impulsartiger Stoss auf die Wirbelsäule appliziert werden kann.

    [0011] Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen 2 bis 4.

    [0012] Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:

    Fig. 1 eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemässen orthopädischen Geräts in Seitenansicht,

    Fig. 2 das orthopädische Gerät nach Fig. 1, jedoch von einem Gestell aufgenommen,

    Fig. 3 das von dem Gestell nach Fig. 2 aufgenommene orthopädische Gerät, jedoch um 90° verschwenkt,

    Fig. 4 eine zweite besonders hervorzuhebende Ausführungsform eines orthopädischen Geräts in Seitenansicht,

    Fig. 5 das orthopädische Gerät in Draufsicht und

    Fig. 6 Weg-Schritt-Diagramm für das Gerät nach Fig. 4.



    [0013] In der Fig. 1 ist eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemässen orthopädischen Geräts 10 dargestellt, welches eine Säule 12, die auch durch einen Rahmen oder ein Gestell ersetzt werden kann, umfasst. Die Säule 12 besteht dabei aus zwei Abschnitten 14 und 16, die ineinander verschoben werden können. Das heisst, dass über im Abschnitt 14 angeordnete Zylinder 18 in Form von vorzugsweise Hydrozylindern der Abschnitt 16 relativ zum Abschnitt 14 verlängert bzw. verkürzt werden können. An dem Abschnitt 16 ist ein Element 20 angeordnet, welches der Form einer Wirbelsäule angepasst ist. Das Element 20 ist vorzugsweise von einem Rahmen 22 aufgenommen, der aus vertikal verlaufenden, starre Achsen bildende Abschnitten 24 sowie starren horizontalen Armen aufgebaut ist. Ferner liegt der Rahmen 22 in seinem unteren, an starren von den dem Abschnitt 16 ausgehenden Armen 26 abhebbar an und geht im oberen Bereich in Schwenkarme 28 über. Gewünschtenfalls könnte auch über eine Achse 30 eine gelenkige Verbindung zwischen dem Rahmen 22 und den Armen 26 erfolgen. Die vertikalen Abschnitte 22 gehen vorzugsweise starr in die Schwenkarme 28 über, bilden also ein Teil des Rahmens 22, können aber auch über Achsen 32 mit den Schwenkarmen 28 gelenkig befestigt sein. Die Schwenkarme 28, die über eine Achse 34 mit dem oberen Abschnitt 16 der Säule 12 verbunden sind, gehen in Hebel 36 über, die ihrerseits mit einer Kolbenstange 38 eines vorzugsweise Hydrozylinders 40 verbunden werden kann. Dabei erfolgt die Bewegung des Kolbens 38 parallel oder nahezu parallel zu der Längsachse der Säule 12. Oberhalb des ersten Elementes 20 sind ferner Armstützen 42 angeordnet. Zusätzlich sind im Seitenbereich des ersten Elementes 20 weitere Armstützen 44 vorgesehen.

    [0014] Das der Wirbelsäule angepasste Element 20 gelangt ferner mit einem verschwenkbaren Element 46 in Wechselwirkung, dessen Drehachse vorzugsweise mit der Achse 34 zusammenfällt. Das Schwenkelement kann ein Pendel sein, dessen vorzugsweise zylinderförmiger Körper 48 gegebenenfalls über ein elastisches, kontrolliert Kraft absorbierendes Element 50 mit dem Mittenbereich des ersten Elementes 20 zusammenwirkt. Die Auslenkung des Schwenkelementes 46, also im Ausführungsbeispiel des Zylinders 48, erfolgt dadurch, dass ein an der Pendelstange 52 vorgesehener Handgriff 54 erfasst wird. Sodann wird das Pendel derart ausgeschwenkt, dass es von einem an einer verstellbaren Messeinrichtung wie zum Beispiel Skala 56 angeordneten Arretierelement wie Klinke 58 gehalten wird. Nach Entfernen der Klinke 58 schwingt dann das Pendel 46 in Richtung des der Form einer Wirbelsäule angepassten Elementes 20 aus und kann somit einen dosierten impulsartigen Stoss auf dieses übertragen.

    [0015] Die Säule 12 ist vorzugsweise auf einer Grundplatte 60 angeordnet, die im vorderen Bereich eine Fussplatte 62 umfasst, auf die die Füsse eines Patienten gestellt werden sollen.

    [0016] Die Steuerung der Hydrozylinder 18 und 40 kann über eine Steuereinheit 64 erfolgen, die auf der Grundplatte 60 angeordnet ist, um somit eine einfache Handhabung im Bereich des erfindungsgemässen orthopädischen Gerätes 10 zu erzielen.

    [0017] Soll nun bei einem Patienten - nacheinander oder überschneidend - die gewünschte Strekkung der Rückensäule mit dem gewünschten dosierten Stoss in die Rückengegend erfolgen, so werden die Füsse des Patienten auf die Platte 62 gestellt. Sodann werden die Arme in die Armgriffe 42 eingelegt. Entsprechend der Grösse des Patienten erfolgt eine individuelle Einstellung. Anschliessend wird durch Betätigen der Hydrozylinder 18 der Abschnitt 16 gegenüber dem Abschnitt 14 verschoben, der obere Abschnitt also aus dem unteren Abschnitt herausbewegt. Die Verschiebung erfolgt in einem solchen Umfang, bis der Patient noch mit seinen Zehenspitzen die Fussplatte 62 berührt. In diesem Zustand ist die Wirbelsäule im gewünschten Umfang gestreckt. Sodann oder kurz vor der Endstreckung wird das Pendel 46 mit dem Pendelkörper 48 aus seiner Ruhelage von dem Element 20 wegbewegt, um mit der Klinke 58 in Wechselwirkung zu treten, die in Abhängigkeit von der Stossbeaufschlagung auf der Skala 56 festgesteckt ist. Sobald die Klinke 58 nicht mehr mit dem Zylinder 48 zusammenwirkt, bewegt sich das Pendel in Richtung auf das erste Element 20 und überträgt einen impulsartigen Stoss gegebenenfalls über das stossabsorbierende Element 50 auf die Rückenpartie, wodurch die gewünschte orthopädische Behandlung erzielt wird. (Beim Zusammenwirken des Elementes 20 mit dem Pendel wird jenes mit dem Rahmen 22 von den horizontal verlaufenden Armen 26 abgehoben).

    [0018] Wie den Fig. 2 und 3 zu entnehmen ist, kann das erfindungsgemässe orthopädische Gerät 10 über eine Achse 66 von einem Lagerbock 68 aufgenommen werden. Das bedeutet, dass das orthopädische Gerät 10 um die Achse 66 verschwenkbar ist. Dabei kann ein Verschwenken um 90° erfolgen, wie es die Fig. 3 verdeutlicht. Daraus ergibt sich der Vorteil, dass das erfindungsgemässe orthopädische Gerät mit seiner Säule 12 sowie dem der Wirbelsäule angepassten Element 20 Basis für zum Beispiel ein Behandlungsbett bilden kann. Aber auch andere orthopädische Übungen können in dieser Position möglicherweise durchgeführt werden.

    [0019] In den Fig. 4 und 5 ist eine besonders hervorzuhebende Ausführungsform eines erfindungsgemäss ausgebildeten orthopädischen Gerätes 70, insbesondere zur Behandlung von Wirbelschäden, dargestellt. Das Gerät 70 besteht dabei aus einem Basisgestell 72, das aus teleskopartig verschiebbaren Säulen 74, 76 und 78 bestehen kann. Ferner umfasst das Gerät 70 eine Grundplatte 80, die als Standfläche für einen zu behandelnden Patienten dient. Von der Säule 72 gehen Achselstützen 82 und Unterarmstützen 84, eine der Wirbelsäule angepasste Rückenlehne 86 sowie ein eine stossartige Krafteinwirkung auf zu behandelnde Wirbelsäulenpartien hervorrufendes Element 88 in Form von einer Rückenstosseinrichtung aus. Ferner ist eine sogenannte Höhenstossvorrichtung 90 angedeutet, deren Funktion mit der der Rückenstosseinrichtung 88 nachstehend beschrieben werden soll. Schliesslich befindet sich an dem Säulenabschnitt 78 ein im Ausführungsbeispiel als Hebel ausgebildetes Einstellelement 92 für die Rückenstosseinrichtung sowie ein Klemmelement 93 zum höhenmässigen Einstellen der Rückenstosseinrichtung.

    [0020] Die Funktionsweise des erfindungsgemässen orthopädischen Gerätes 70 ist nun die folgende. Nachdem sich ein Patient auf die Grundplatte 80 gestellt hat, wird die Säule 72 bzw. deren Abschnitte 74, 76 und 78 derart gegeneinander verschoben, dass die Unterarmstützen 84 und Achselstützen 82 auf die Körpergrösse eingestellt sind. Sodann werden in die Achselstützen und in die Unterarmstützen die Achseln bzw. die Unterarme des Patienten eingelegt. Um hier eine individuelle Anpassung vornehmen zu können, sind die entsprechenden Stützen um die Längsachse der Säule verschwenkbar und ausserdem höhenverstellbar entlang der Säulenlängsachse ausgebildet. Nachdem demzufolge die Säulenlänge als auch die Stützen dem Patienten angepasst sind, wird die Höhenstosseinrichtung 90 derart aktiviert, dass ein Anheben des Patienten bei noch die Grundplatte 80 berührenden Füssen erfolgt. Während dieses Anhebens erfolgt ein Strecken der Wirbelsäule in einem Umfang, das die zum Beispiel gegeneinander verschobenen bzw. verkanteten Wirbel entspannt und somit in eine Linie ausgerichtet werden. Nachdem die Wirbel weitgehend ausgerichtet sind, ohne dass jedoch der Streckvorgang notwendigerweise beendet sein muss, wird durch ein nicht dargestelltes Auslöseelement die Rückenstosseinrichtung 88 derart aktiviert, dass senkrecht zur Streckrichtung ein impulsartiger Stoss auf die zu behandelnden Wirbel bzw. Wirbelpartien erfolgen kann. Die Stärke der Krafteinwirkung kann dadurch mittels des Spannelementes 92 eingestellt werden. D.h. dass das zum Beispiel mittels einer Feder vorzuspannende Element 88 in dem Umfang vorgespannt wird, dass die erforderliche stossartige Kraft auf dieWirbelpartie einwirken kann. Die Rückenstosseinrichtung 88 ist dabei selbst höhenverstellbar und horizontalverstellbar, um gezielt verschiedene Partien des Rückens behandeln zu können.

    [0021] Auch wenn das Auslösen der Rückenstosseinrichtung 88 in Abhängigkeit des Streckvorganges des Patienten nicht näher dargestellt ist, so kann ein Auslösen über zum Beispiel Arretierelemente, aber auch durch einen Nährungsschalter oder ähnliches erfolgen.

    [0022] In Fig. 6 ist zur Verdeutlichung der erfindungsgemässen Lehre ein Weg-Schritt-Diagramm dargestellt, durch das der Funktionsablauf verdeutlicht werden soll, der bei der Behandlung von Patienten mit Hilfe des erfindungsgemässen Gerätes 70 vorzunehmen ist. Dabei werden die für sich zu betrachtenden Verfahrensschritte mit den römischen Ziffern bis VII und deren jeweiliger Ablauf für sich mit Buchstaben von A bis V versehen.

    [0023] Im Verfahrensabschnitt ist die Säule 78 abgesenkt (A), um anschliessend zur Anpassung an den zu behandelnden Patienten angehoben zu werden (B). Die Achselstützen sind geöffnet (E), damit der Patient seine Achseln hineinlegen kann. Anschliessend werden die Achselstützen geschlossen (F). Gleiches gilt bezüglich der Unterarmstützen, die jedoch im Verfahrensabschnitt 111 bzw. IV noch abgesenkt (K) oder angehoben (L) werden können, um so eine genaue Anpassung an den Patienten sicherzustellen. Im Verfahrensabschnitt V wird die Rückenstosseinrichtung 88 mittels des Klemmelements 93 höhenmässig auf die zu behandelnde Rückenpartie eingestellt (N,O), um gezielt eine impulsartige Stosseinwirkung von der Rückenstosseinrichtung 88 auf die Wirbelpartie erfolgen lassen zu können.

    [0024] Die Verfahrensabschnitte VI und VII stellen die wesentlichen Behandlungsschritte dar, die mit dem erfindungsgemässen orthopädischen Gerät 10 durchgeführt werden. Die nicht vorgespannte Höhenstosseinrichtung 90 (Q) wird gespannt (R), um bei Punkt 96, der im Diagramm auf der die anderen Verfahrensschritte schneidenden Linie 94 liegt, auszulösen. Dadurch wird ein Strecken der Wirbelsäule bis zum Punkt 98 bzw. kurz davor hervorgerufen. Im oder vor Punkt 98 wird sodann die Rückenstosseinrichtung 88 aktiviert, um die Vorspannung durch Krafteinwirkung auf die Wirbelsäule aufzuzehren. Im Punkt 102 ist die Behandlung abgeschlossen, so dass die Rückenstosseinrichtung, die Unterarmstützen, Achselstützen und die Säulenhöhe in ihre Grundpositionen (D, G, J, M, P) zurückbewegt werden können. In diesem Fall sind selbstverständlich auch die Höhenstossvorrichtung90 und die Rückenstosseinrichtung 88 entspannt (S, V).

    [0025] Alternativ dazu kann selbstverständlich nur der Verfahrensschritt V,VI oder VII durchgeführt werden, nämlich dann, wenn ein weiterer stossartiger Impuls auf die gleiche oder eine andere Wirbelsäulenpartie desselben Patienten einwirken soll.

    [0026] Es sie noch einmal darauf hingewiesen, dass es erstmals nach den Lösungsvorschlägen der erfindungsgemässen Vorrichtung möglich ist, gezielt und reproduzierbar eine Wirbelsäulenbehandlung vornehmen zu können, mit der die bekannte Behandlung eines Chiropraktikers simuliert wird.

    [0027] Dabei wird vorzugsweise der stossartige Impuls vor der endgültigen Streckung der Wirbelsäule ausgelöst, um nicht in die Verspannungsphase der Muskeln zu gelangen. Selbstverständlich können jedoch im Bedarfsfall auch erst nach der Streckung die gleichen Verfahrensschritte ausgelöst werden.


    Ansprüche

    1. Orthopädisches Gerät zur Behandlung von Wirbelschäden von Personen mit vertikal oder nahezu vertikal verschiebbarem, eine Person aufnehmendem und deren Wirbelsäule streckendem Basisgestell (14, 16; 72) sowie einem mindestens nahezu senkrecht zur Streckeinrichtung der Person auf eine Wirbelsäulenpartie stossartig einwirkenden ersten Element (48, 88), dadurch gekennzeichnet, dass das erste Element (48, 88) höhenverstellbar ist und zum Zweck des Erzeugens beliebiger einzelner Stösse als eine unter Federkraft kontrolliert vorspannbare oder als eine gegen Schwerkraft kontrolliert auslenkbare Schwungmasse, auslösbare, senkrecht stossartig auf die Wirbelsäulenpartie einwirkende knaufartige Rückenstosseinrichtung ausgebildet ist.
     
    2. Orthopädisches Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückenstosseinrichtung (88) eine Rückenlehne (86) vorzugsweise in Form eines geteilten Rückenpolsters durchsetzt oder von dieser umgeben ist, die ihrerseits zumindest Abschnitte der Rückenpartie des Patienten abstützt (Fig. 4).
     
    3. Orthopädisches Gerät nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Element (48, 88) zur Erzeugung eines impulsartigen Stosses ein in seiner Auslenkrichtung einstellbares Schwungelement wie zum Beispiel ein Pendel ist.
     
    4. Orthopädisches Gerät nach Anspruch 1 oder Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem ersten Element (48, 88) und der Wirbelsäule ein Absorbtionselement (50) zur weiteren Regulierung des auf die Wirbelsäulenpartie einwirkenden impulsartigen Stosses angeordnet ist.
     


    Claims

    1. Orthopedic apparatus for treating vertebra defects of persons, comprising a base frame being displaceable vertically or almost vertically, accommodating one person and stretching his/ her spine (14, 16; 72), as well as a first element (48, 88) acting intermittently on a part of the spine, at least almost vertically to the stretching arrangement of the person, wherein the first element (48, 88) is adjustable in height and for the purpose of producing any individual shock whatever, said element is configured as a back shock device of knob shape acting shock-like vertically on the part of the spine, controllably prestretch- able under elasticity or as a flywheel mass controllably swivable against gravity, with release.
     
    2. Orthopedic apparatus according to claim 1, wherein the back shock device (88) is interspersing a backrest (86) preferably shaped like a divided back pad, or is surrounded by said backrest, which on its part is supporting at least sections of the patient's back (Fig. 4).
     
    3. Orthopedic apparatus according to claim 1 or claim 2, wherein the first element (48, 88) for producing a pulse-like shock is a swinging element adjustable in its swivelling direction like e.g. a pendulum.
     
    4. Orthopedic apparatus according to claim 1 or claim 3, wherein an absorption element (50) is arranged between the first element (48, 88) and the spine for a continued control of the pulse-like shock acting on the spine part.
     


    Revendications

    1. Appareil orthopédique pour le traitement des maux de vertèbres des personnes, constitué par un châssis de support (14,16, 72), déplaçable verticalement ou presque verticalement, admettant une personne et allongeant sa colonne vertébrale, ainsi qu'un premier élément (48, 88) influant par chocs sur une partie de colonne vertébrale, au moins presque verticalement à l'arrangement d'allongement de la personne, caractérisé en ce que le premier élément (48, 88) est déplaçable en hauteur, et à produire diverses sortes de chocs individuels, cet élément est formé comme un mécanisme de choc dorsal de la sorte d'un bouton, influant verticalement par chocs sur la partie de colonne vertébrale, à mettre en précontrainte contrôlé sous élasticité ou comme une masse mobile déviable à commande contre gravité, à déclencher.
     
    2. Appareil orthopédique selon 1, caractérisé en ce que le mécanisme de choc dorsal (88) traverse un dossier (86), de préférence en forme d'un coussin dorsal divisé ou qu'il est entourné par ce dossier, qui à son tour supporte au moins des sections de la partie dorsale du patient (Fig. 4).
     
    3. Appareil orthopédique selon 1 ou 2, caractérisé en ce que le premier élément (48, 88) à produire un choc à impulsions, est un élément volant, qui peut être orienté dans sa direction de déviation, comme p.ex. un pendule.
     
    4. Appareil orthopédique selon 1 ou 3, caractérisé en ce qu'un élément d'absorption (50) est arrangé entre le premier élément (48, 88) et la colonne vertébrale pour continuer le réglage du choc à impulsions influant sur la partie de colonne vertébrale.
     




    Zeichnung