[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein orthopädisches Gerät zur Behandlung von Wirbelschäden
von Personen mit vertikal oder nahezu vertikal verschiebbarem, eine Person aufnehmendem
und deren Wirbelsäule streckendem Basisgestell sowie einem mindestens nahezu senkrecht
zur Streckeinrichtung der Person auf eine Wirbelsäulenpartie stossartig einwirkenden
ersten Element.
[0002] Um Wirbelschäden zu behandeln, kann der Patient von einem Chiropraktiker angehoben,
also die Wirbelsäule gestreckt werden, um dann auf die Wirbelsäule eine stossartige
Bewegung einwirken zu lassen. Zu diesem Zweck verschränkt der Patient seine Arme am
Hinterkopf und wird rückwärts an seinen Unterarmen erfasst und angehoben. Sodann erfolgt
ein impulsartiger Stoss. Diese manuelle Behandlung birgt jedoch gewisse Nachteile.
So wird auch die behandelnde Person stark beansprucht, wobei gegebenenfalls deren
Wirbelsäule ebenfalls überstrapaziert wird. Der Patient hingegen läuft Gefahr, dass
die bei der Therapie aufgebrachten Kräfte zu stark gewählt werden können. Da der Patient
keine Möglichkeit hat, der einwirkenden Kraft auszuweichen, können immer wieder unerwünschte
Schmerzen und gegebenenfalls unbeabsichtigte Schäden auftreten.
[0003] Es gibt orthopädische Geräte, bei denen Elemente stossartig auf die Wirbelsäule eines
Patienten einwirken. Dabei erfolgt jedoch die Behandlung grundsätzlich im Liegen,
so dass ein Einfluss auf die zu behandelnden Wirbel nur unter erheblicher Krafteinwirkung
auch auf die benachbarten gesunden Wirbel erfolgen kann. Daraus resultiert jedoch
eine Verletzungsgefahr. Ferner besteht kaum die Möglichkeit, die Krafteinwirkung zu
applizieren (siehe zum Beispiel US-A 2180775, US-A 1455320, DE-C 234809, DE-B 2226073).
In der CH-A 468183 wird eine Vorrichtung zur mechanischen Behandlung der Wirbelsäule
und ihrer knöchernen Anschlussorgane beschrieben, bei der sowohl die Bodenpartie als
auch die Kopf- oder Schulterpartie eingespannt werden, um Vibration auf die Rückenpartien
zu applizieren. Bei unkontrollierter bzw. zu starker Krafteinwirkung erwächst wegen
der zwei Einspannpunkte eine nicht zu verantwortende Verletzungsgefahr. Eine Streckvorrichtung
ist der US-A 3 364 923 zu entnehmen, in der eine Person sitzend behandelt wird. Hierdurch
ist eine Entspannung der Wirbelsäule kaum möglich. Zudem wird die Streckung von der
zu behandelnden Person selbst vorgenommen.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein orthopädisches Gerät zur Behandlung
von Wirbelschäden von Personen zur Verfügung zu stellen, mit dessen Hilfe eine individuelle,
gezielte und dosierbare Behandlung des Patienten möglich ist.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die dem Kennzeichen des Anspruchs 1 zu entnehmenden
Merkmale gelöst.
[0006] Durch die erfindungsgemässe Vorrichtung wird erstmalig die Möglichkeit gegeben, übliche
manuelle Therapien nachzuvollziehen, mit dem entscheidenden Vorteil, dass eine dosierbare
und reproduzierbare Krafteinwirkung möglich ist.
[0007] Die Funktionsweise der Behandlung kann dabei folgendermassen beschrieben werden:
Das von einer Grundplatte ausgehende Basisgestell ist höhenverstellbar und weist in
seinem oberen Abschnitt Unterarm- und Achselstützen auf. Nachdem das Basisgestell
auf die zu behandelnde Person nach ihrer Körpergrösse eingerichtet ist (man kann sich
das Gestell als eine Teleskopabschnitte aufweisende Säule vorstellen), werden die
Unterarmstützen und die Achselstützen auf den Patienten abgestellt. Anschliessend
wird die Rückenstosseinrichtung, die gleichfalls höhenverstellbar und horizontalverstellbar
ausgebildet ist, auf den zu behandelnden Bereich der Rückenpartie ausgerichtet. Schliesslich
erfolgt ein Spannen der Rückenstosseinrichtung in einem Umfang, der die gewünschte
Krafteinwirkung auf die zu behandelnden Wirbel sicherstellt. Gegebenenfalls kann die
Krafteinwirkung während einer weiteren Streckung der Wirbelsäule erfolgen, indem das
Basisgestell weiter ausgefahren wird.
[0008] Ein Vorteil, das der Patient quasi an Achselstützen bzw. Unterarmstützen hängt, ist
darin zu sehen, dass der Patient gegebenenfalls selbst aus den Stützen herausrutschen
kann, sofern die stossartigen Krafteinwirkungen zu gross sind und damit zu Schmerzen
führen.
[0009] Das erfindungsgemässe orthopädische Gerät gemäss dem zuvor beschriebenen Lösungsvorschlag
weist erkennbar einen statischen Teil und einen dynamischen Teil auf. Der statische
Teil umfasst ein Basisgestell, d.h. eine Säule bzw. einen Rahmen, mit dem die Armhalterungen
bzw. Achselstützen und Unterarmstützen sowie die höhenverstellbare Rückenstosseinrichtung,
die sämtlichst vor der Behandlung auf die körperlichen Gegebenheiten eines Patienten
eingestellt werden. Hinzu kommt selbstverständlich die Standfläche für den Patienten,
wodurch die Ausgangslage zwangsläufig definiert wird.
[0010] Der dynamische Teil weist Kraftelemente wie zum Beispiel Hydrozylinder oder Federelemente
auf, die bewirken, dass, nachdem der Patient die Grundposition eingenommen hat, dieser
angehoben und dabei gestreckt wird, wobei vorzugsweise vor Beendigung der Streckung
ein reproduzierbarer, einstellbarer impulsartiger Stoss auf die Wirbelsäule appliziert
werden kann.
[0011] Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen 2 bis 4.
[0012] Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemässen orthopädischen Geräts in
Seitenansicht,
Fig. 2 das orthopädische Gerät nach Fig. 1, jedoch von einem Gestell aufgenommen,
Fig. 3 das von dem Gestell nach Fig. 2 aufgenommene orthopädische Gerät, jedoch um
90° verschwenkt,
Fig. 4 eine zweite besonders hervorzuhebende Ausführungsform eines orthopädischen
Geräts in Seitenansicht,
Fig. 5 das orthopädische Gerät in Draufsicht und
Fig. 6 Weg-Schritt-Diagramm für das Gerät nach Fig. 4.
[0013] In der Fig. 1 ist eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemässen orthopädischen
Geräts 10 dargestellt, welches eine Säule 12, die auch durch einen Rahmen oder ein
Gestell ersetzt werden kann, umfasst. Die Säule 12 besteht dabei aus zwei Abschnitten
14 und 16, die ineinander verschoben werden können. Das heisst, dass über im Abschnitt
14 angeordnete Zylinder 18 in Form von vorzugsweise Hydrozylindern der Abschnitt 16
relativ zum Abschnitt 14 verlängert bzw. verkürzt werden können. An dem Abschnitt
16 ist ein Element 20 angeordnet, welches der Form einer Wirbelsäule angepasst ist.
Das Element 20 ist vorzugsweise von einem Rahmen 22 aufgenommen, der aus vertikal
verlaufenden, starre Achsen bildende Abschnitten 24 sowie starren horizontalen Armen
aufgebaut ist. Ferner liegt der Rahmen 22 in seinem unteren, an starren von den dem
Abschnitt 16 ausgehenden Armen 26 abhebbar an und geht im oberen Bereich in Schwenkarme
28 über. Gewünschtenfalls könnte auch über eine Achse 30 eine gelenkige Verbindung
zwischen dem Rahmen 22 und den Armen 26 erfolgen. Die vertikalen Abschnitte 22 gehen
vorzugsweise starr in die Schwenkarme 28 über, bilden also ein Teil des Rahmens 22,
können aber auch über Achsen 32 mit den Schwenkarmen 28 gelenkig befestigt sein. Die
Schwenkarme 28, die über eine Achse 34 mit dem oberen Abschnitt 16 der Säule 12 verbunden
sind, gehen in Hebel 36 über, die ihrerseits mit einer Kolbenstange 38 eines vorzugsweise
Hydrozylinders 40 verbunden werden kann. Dabei erfolgt die Bewegung des Kolbens 38
parallel oder nahezu parallel zu der Längsachse der Säule 12. Oberhalb des ersten
Elementes 20 sind ferner Armstützen 42 angeordnet. Zusätzlich sind im Seitenbereich
des ersten Elementes 20 weitere Armstützen 44 vorgesehen.
[0014] Das der Wirbelsäule angepasste Element 20 gelangt ferner mit einem verschwenkbaren
Element 46 in Wechselwirkung, dessen Drehachse vorzugsweise mit der Achse 34 zusammenfällt.
Das Schwenkelement kann ein Pendel sein, dessen vorzugsweise zylinderförmiger Körper
48 gegebenenfalls über ein elastisches, kontrolliert Kraft absorbierendes Element
50 mit dem Mittenbereich des ersten Elementes 20 zusammenwirkt. Die Auslenkung des
Schwenkelementes 46, also im Ausführungsbeispiel des Zylinders 48, erfolgt dadurch,
dass ein an der Pendelstange 52 vorgesehener Handgriff 54 erfasst wird. Sodann wird
das Pendel derart ausgeschwenkt, dass es von einem an einer verstellbaren Messeinrichtung
wie zum Beispiel Skala 56 angeordneten Arretierelement wie Klinke 58 gehalten wird.
Nach Entfernen der Klinke 58 schwingt dann das Pendel 46 in Richtung des der Form
einer Wirbelsäule angepassten Elementes 20 aus und kann somit einen dosierten impulsartigen
Stoss auf dieses übertragen.
[0015] Die Säule 12 ist vorzugsweise auf einer Grundplatte 60 angeordnet, die im vorderen
Bereich eine Fussplatte 62 umfasst, auf die die Füsse eines Patienten gestellt werden
sollen.
[0016] Die Steuerung der Hydrozylinder 18 und 40 kann über eine Steuereinheit 64 erfolgen,
die auf der Grundplatte 60 angeordnet ist, um somit eine einfache Handhabung im Bereich
des erfindungsgemässen orthopädischen Gerätes 10 zu erzielen.
[0017] Soll nun bei einem Patienten - nacheinander oder überschneidend - die gewünschte
Strekkung der Rückensäule mit dem gewünschten dosierten Stoss in die Rückengegend
erfolgen, so werden die Füsse des Patienten auf die Platte 62 gestellt. Sodann werden
die Arme in die Armgriffe 42 eingelegt. Entsprechend der Grösse des Patienten erfolgt
eine individuelle Einstellung. Anschliessend wird durch Betätigen der Hydrozylinder
18 der Abschnitt 16 gegenüber dem Abschnitt 14 verschoben, der obere Abschnitt also
aus dem unteren Abschnitt herausbewegt. Die Verschiebung erfolgt in einem solchen
Umfang, bis der Patient noch mit seinen Zehenspitzen die Fussplatte 62 berührt. In
diesem Zustand ist die Wirbelsäule im gewünschten Umfang gestreckt. Sodann oder kurz
vor der Endstreckung wird das Pendel 46 mit dem Pendelkörper 48 aus seiner Ruhelage
von dem Element 20 wegbewegt, um mit der Klinke 58 in Wechselwirkung zu treten, die
in Abhängigkeit von der Stossbeaufschlagung auf der Skala 56 festgesteckt ist. Sobald
die Klinke 58 nicht mehr mit dem Zylinder 48 zusammenwirkt, bewegt sich das Pendel
in Richtung auf das erste Element 20 und überträgt einen impulsartigen Stoss gegebenenfalls
über das stossabsorbierende Element 50 auf die Rückenpartie, wodurch die gewünschte
orthopädische Behandlung erzielt wird. (Beim Zusammenwirken des Elementes 20 mit dem
Pendel wird jenes mit dem Rahmen 22 von den horizontal verlaufenden Armen 26 abgehoben).
[0018] Wie den Fig. 2 und 3 zu entnehmen ist, kann das erfindungsgemässe orthopädische Gerät
10 über eine Achse 66 von einem Lagerbock 68 aufgenommen werden. Das bedeutet, dass
das orthopädische Gerät 10 um die Achse 66 verschwenkbar ist. Dabei kann ein Verschwenken
um 90° erfolgen, wie es die Fig. 3 verdeutlicht. Daraus ergibt sich der Vorteil, dass
das erfindungsgemässe orthopädische Gerät mit seiner Säule 12 sowie dem der Wirbelsäule
angepassten Element 20 Basis für zum Beispiel ein Behandlungsbett bilden kann. Aber
auch andere orthopädische Übungen können in dieser Position möglicherweise durchgeführt
werden.
[0019] In den Fig. 4 und 5 ist eine besonders hervorzuhebende Ausführungsform eines erfindungsgemäss
ausgebildeten orthopädischen Gerätes 70, insbesondere zur Behandlung von Wirbelschäden,
dargestellt. Das Gerät 70 besteht dabei aus einem Basisgestell 72, das aus teleskopartig
verschiebbaren Säulen 74, 76 und 78 bestehen kann. Ferner umfasst das Gerät 70 eine
Grundplatte 80, die als Standfläche für einen zu behandelnden Patienten dient. Von
der Säule 72 gehen Achselstützen 82 und Unterarmstützen 84, eine der Wirbelsäule angepasste
Rückenlehne 86 sowie ein eine stossartige Krafteinwirkung auf zu behandelnde Wirbelsäulenpartien
hervorrufendes Element 88 in Form von einer Rückenstosseinrichtung aus. Ferner ist
eine sogenannte Höhenstossvorrichtung 90 angedeutet, deren Funktion mit der der Rückenstosseinrichtung
88 nachstehend beschrieben werden soll. Schliesslich befindet sich an dem Säulenabschnitt
78 ein im Ausführungsbeispiel als Hebel ausgebildetes Einstellelement 92 für die Rückenstosseinrichtung
sowie ein Klemmelement 93 zum höhenmässigen Einstellen der Rückenstosseinrichtung.
[0020] Die Funktionsweise des erfindungsgemässen orthopädischen Gerätes 70 ist nun die folgende.
Nachdem sich ein Patient auf die Grundplatte 80 gestellt hat, wird die Säule 72 bzw.
deren Abschnitte 74, 76 und 78 derart gegeneinander verschoben, dass die Unterarmstützen
84 und Achselstützen 82 auf die Körpergrösse eingestellt sind. Sodann werden in die
Achselstützen und in die Unterarmstützen die Achseln bzw. die Unterarme des Patienten
eingelegt. Um hier eine individuelle Anpassung vornehmen zu können, sind die entsprechenden
Stützen um die Längsachse der Säule verschwenkbar und ausserdem höhenverstellbar entlang
der Säulenlängsachse ausgebildet. Nachdem demzufolge die Säulenlänge als auch die
Stützen dem Patienten angepasst sind, wird die Höhenstosseinrichtung 90 derart aktiviert,
dass ein Anheben des Patienten bei noch die Grundplatte 80 berührenden Füssen erfolgt.
Während dieses Anhebens erfolgt ein Strecken der Wirbelsäule in einem Umfang, das
die zum Beispiel gegeneinander verschobenen bzw. verkanteten Wirbel entspannt und
somit in eine Linie ausgerichtet werden. Nachdem die Wirbel weitgehend ausgerichtet
sind, ohne dass jedoch der Streckvorgang notwendigerweise beendet sein muss, wird
durch ein nicht dargestelltes Auslöseelement die Rückenstosseinrichtung 88 derart
aktiviert, dass senkrecht zur Streckrichtung ein impulsartiger Stoss auf die zu behandelnden
Wirbel bzw. Wirbelpartien erfolgen kann. Die Stärke der Krafteinwirkung kann dadurch
mittels des Spannelementes 92 eingestellt werden. D.h. dass das zum Beispiel mittels
einer Feder vorzuspannende Element 88 in dem Umfang vorgespannt wird, dass die erforderliche
stossartige Kraft auf dieWirbelpartie einwirken kann. Die Rückenstosseinrichtung 88
ist dabei selbst höhenverstellbar und horizontalverstellbar, um gezielt verschiedene
Partien des Rückens behandeln zu können.
[0021] Auch wenn das Auslösen der Rückenstosseinrichtung 88 in Abhängigkeit des Streckvorganges
des Patienten nicht näher dargestellt ist, so kann ein Auslösen über zum Beispiel
Arretierelemente, aber auch durch einen Nährungsschalter oder ähnliches erfolgen.
[0022] In Fig. 6 ist zur Verdeutlichung der erfindungsgemässen Lehre ein Weg-Schritt-Diagramm
dargestellt, durch das der Funktionsablauf verdeutlicht werden soll, der bei der Behandlung
von Patienten mit Hilfe des erfindungsgemässen Gerätes 70 vorzunehmen ist. Dabei werden
die für sich zu betrachtenden Verfahrensschritte mit den römischen Ziffern bis VII
und deren jeweiliger Ablauf für sich mit Buchstaben von A bis V versehen.
[0023] Im Verfahrensabschnitt ist die Säule 78 abgesenkt (A), um anschliessend zur Anpassung
an den zu behandelnden Patienten angehoben zu werden (B). Die Achselstützen sind geöffnet
(E), damit der Patient seine Achseln hineinlegen kann. Anschliessend werden die Achselstützen
geschlossen (F). Gleiches gilt bezüglich der Unterarmstützen, die jedoch im Verfahrensabschnitt
111 bzw. IV noch abgesenkt (K) oder angehoben (L) werden können, um so eine genaue
Anpassung an den Patienten sicherzustellen. Im Verfahrensabschnitt V wird die Rückenstosseinrichtung
88 mittels des Klemmelements 93 höhenmässig auf die zu behandelnde Rückenpartie eingestellt
(N,O), um gezielt eine impulsartige Stosseinwirkung von der Rückenstosseinrichtung
88 auf die Wirbelpartie erfolgen lassen zu können.
[0024] Die Verfahrensabschnitte VI und VII stellen die wesentlichen Behandlungsschritte
dar, die mit dem erfindungsgemässen orthopädischen Gerät 10 durchgeführt werden. Die
nicht vorgespannte Höhenstosseinrichtung 90 (Q) wird gespannt (R), um bei Punkt 96,
der im Diagramm auf der die anderen Verfahrensschritte schneidenden Linie 94 liegt,
auszulösen. Dadurch wird ein Strecken der Wirbelsäule bis zum Punkt 98 bzw. kurz davor
hervorgerufen. Im oder vor Punkt 98 wird sodann die Rückenstosseinrichtung 88 aktiviert,
um die Vorspannung durch Krafteinwirkung auf die Wirbelsäule aufzuzehren. Im Punkt
102 ist die Behandlung abgeschlossen, so dass die Rückenstosseinrichtung, die Unterarmstützen,
Achselstützen und die Säulenhöhe in ihre Grundpositionen (D, G, J, M, P) zurückbewegt
werden können. In diesem Fall sind selbstverständlich auch die Höhenstossvorrichtung90
und die Rückenstosseinrichtung 88 entspannt (S, V).
[0025] Alternativ dazu kann selbstverständlich nur der Verfahrensschritt V,VI oder VII durchgeführt
werden, nämlich dann, wenn ein weiterer stossartiger Impuls auf die gleiche oder eine
andere Wirbelsäulenpartie desselben Patienten einwirken soll.
[0026] Es sie noch einmal darauf hingewiesen, dass es erstmals nach den Lösungsvorschlägen
der erfindungsgemässen Vorrichtung möglich ist, gezielt und reproduzierbar eine Wirbelsäulenbehandlung
vornehmen zu können, mit der die bekannte Behandlung eines Chiropraktikers simuliert
wird.
[0027] Dabei wird vorzugsweise der stossartige Impuls vor der endgültigen Streckung der
Wirbelsäule ausgelöst, um nicht in die Verspannungsphase der Muskeln zu gelangen.
Selbstverständlich können jedoch im Bedarfsfall auch erst nach der Streckung die gleichen
Verfahrensschritte ausgelöst werden.
1. Orthopädisches Gerät zur Behandlung von Wirbelschäden von Personen mit vertikal
oder nahezu vertikal verschiebbarem, eine Person aufnehmendem und deren Wirbelsäule
streckendem Basisgestell (14, 16; 72) sowie einem mindestens nahezu senkrecht zur
Streckeinrichtung der Person auf eine Wirbelsäulenpartie stossartig einwirkenden ersten
Element (48, 88), dadurch gekennzeichnet, dass das erste Element (48, 88) höhenverstellbar
ist und zum Zweck des Erzeugens beliebiger einzelner Stösse als eine unter Federkraft
kontrolliert vorspannbare oder als eine gegen Schwerkraft kontrolliert auslenkbare
Schwungmasse, auslösbare, senkrecht stossartig auf die Wirbelsäulenpartie einwirkende
knaufartige Rückenstosseinrichtung ausgebildet ist.
2. Orthopädisches Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückenstosseinrichtung
(88) eine Rückenlehne (86) vorzugsweise in Form eines geteilten Rückenpolsters durchsetzt
oder von dieser umgeben ist, die ihrerseits zumindest Abschnitte der Rückenpartie
des Patienten abstützt (Fig. 4).
3. Orthopädisches Gerät nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass
das erste Element (48, 88) zur Erzeugung eines impulsartigen Stosses ein in seiner
Auslenkrichtung einstellbares Schwungelement wie zum Beispiel ein Pendel ist.
4. Orthopädisches Gerät nach Anspruch 1 oder Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem ersten Element (48, 88) und der Wirbelsäule ein Absorbtionselement (50)
zur weiteren Regulierung des auf die Wirbelsäulenpartie einwirkenden impulsartigen
Stosses angeordnet ist.
1. Orthopedic apparatus for treating vertebra defects of persons, comprising a base
frame being displaceable vertically or almost vertically, accommodating one person
and stretching his/ her spine (14, 16; 72), as well as a first element (48, 88) acting
intermittently on a part of the spine, at least almost vertically to the stretching
arrangement of the person, wherein the first element (48, 88) is adjustable in height
and for the purpose of producing any individual shock whatever, said element is configured
as a back shock device of knob shape acting shock-like vertically on the part of the
spine, controllably prestretch- able under elasticity or as a flywheel mass controllably
swivable against gravity, with release.
2. Orthopedic apparatus according to claim 1, wherein the back shock device (88) is
interspersing a backrest (86) preferably shaped like a divided back pad, or is surrounded
by said backrest, which on its part is supporting at least sections of the patient's
back (Fig. 4).
3. Orthopedic apparatus according to claim 1 or claim 2, wherein the first element
(48, 88) for producing a pulse-like shock is a swinging element adjustable in its
swivelling direction like e.g. a pendulum.
4. Orthopedic apparatus according to claim 1 or claim 3, wherein an absorption element
(50) is arranged between the first element (48, 88) and the spine for a continued
control of the pulse-like shock acting on the spine part.
1. Appareil orthopédique pour le traitement des maux de vertèbres des personnes, constitué
par un châssis de support (14,16, 72), déplaçable verticalement ou presque verticalement,
admettant une personne et allongeant sa colonne vertébrale, ainsi qu'un premier élément
(48, 88) influant par chocs sur une partie de colonne vertébrale, au moins presque
verticalement à l'arrangement d'allongement de la personne, caractérisé en ce que
le premier élément (48, 88) est déplaçable en hauteur, et à produire diverses sortes
de chocs individuels, cet élément est formé comme un mécanisme de choc dorsal de la
sorte d'un bouton, influant verticalement par chocs sur la partie de colonne vertébrale,
à mettre en précontrainte contrôlé sous élasticité ou comme une masse mobile déviable
à commande contre gravité, à déclencher.
2. Appareil orthopédique selon 1, caractérisé en ce que le mécanisme de choc dorsal
(88) traverse un dossier (86), de préférence en forme d'un coussin dorsal divisé ou
qu'il est entourné par ce dossier, qui à son tour supporte au moins des sections de
la partie dorsale du patient (Fig. 4).
3. Appareil orthopédique selon 1 ou 2, caractérisé en ce que le premier élément (48,
88) à produire un choc à impulsions, est un élément volant, qui peut être orienté
dans sa direction de déviation, comme p.ex. un pendule.
4. Appareil orthopédique selon 1 ou 3, caractérisé en ce qu'un élément d'absorption
(50) est arrangé entre le premier élément (48, 88) et la colonne vertébrale pour continuer
le réglage du choc à impulsions influant sur la partie de colonne vertébrale.