[0001] Die Erfindung betrifft eine mit austauschbaren und geschlossene Funktionseinheiten
bildenden Grundelementen ausgestaltete und den jeweiligen Bearbeitungsaufgaben und
Prozessbedingungen anpassbare Doppelbandpresse mit zwei gegensinnig angetriebenen,
auf Trommeln in Stützgestellen laufenden endlosen und das zu laminierende Gut aufnehmenden
Pressbändern mit auf deren Rückseite angeordneten Druckkammern und tragenden Pressenteilen
wie Pressenjochen, Spann- oder Lagerbrücken, Gewindespindeln, Stützträgern und Heizplatten,
bei der die Arbeitsbereiche in Bezug auf die Länge, die Breite und die Höhe variierbar
sind, d.h. eine Doppelbandpresse mit einstellbarer Spalthöhe und einem Aufbau aus
Grundelementen, die eine einfache Anpassung an die Bearbeitungsaufgabe erlauben.
[0002] Bei Doppelbandpressen ist es von entscheidender Bedeutung, die Abmessungen der Maschine
ohne völlige Neukonstruktion der jeweiligen Bearbeitungsaufgabe oder den Prozessbedingungen
anpassen zu können. Je nachdem sind dazu isobar oder isochor wirkende Maschinen erforderlich,
deren Realisierung unterschiedliche konstruktive Lösungen verlangt.
[0003] Stand der Technik sind Maschinen, die derzeit gebaut werden nach Prospekten der Firmen
Hymmen GmbH & Co. KG, Kurt Held GmbH, der Firma des Anmelders, und Contipress GmbH
& Co. KG, die beigefügt sind. Ferner sind DE-PS 27 37 629, DE-PS 936 718, DE-PS 20
61 195, DE-OS 23 13 902, AT-PS 176 349, US-PS 3 521 552, DE-OS 2 140 105, DE-PS 22
65 401 u.a. als Beispiel dafür zu nennen, dass sich der Stand der Technik nicht damit
beschäftigt hat, die Hauptbauelemente einer Doppelbandpresse so auszubilden und in
der Maschine anzuordnen, dass zur Anpassung der Maschine an die Bearbeitungsaufgabe
nur diejenigen Elemente angepasst werden, die dieser Anpassung bedürfen, alle anderen
jedoch unverändert Verwendung finden können.
[0004] Dieser Stand der Technik zwingt den Maschinenbauer bisher, die statische Auslegung
der tragenden Pressenteile, z.B. für jede Maschinenbreite neu zu bestimmen und dementsprechend
diese Teile neu zu dimensionieren und zu fertigen. Da sich z. B. mit der Maschinenlänge
die Aufbiegung der Druckplatten in Längsrichtung erhöht, sieht DE-PS 24 51 894 vor,
jedes Pressenjoch mit eigener Spaltverstellung über Gewindespindel auszustatten, was
zu einer teueren Überdimensionierung führen würde, wenn die Maschine nur für niedrige
spezifische Flächendrücke vorzusehen ist.
[0005] Ähnliches gilt für die Ausbildung der Druckplatten, die für isochore Doppelbandpressen
wesentlich anders konstruiert werden müssen als für isobare Maschinen, obwohl alle
übrigen Hauptelemente bei sonst gleichen Anforderungen durch den Prozess unverändert
bleiben könnten. An einen schnellen Wechsel von Druckplatten jeweils für isobaren
oder isochoren Betrieb in derselben Maschine zur Erweiterung ihrer Anwendung und damit
zur Erhöhung ihrer Wirtschaftlichkeit ist nirgendwo gedacht.
[0006] Der Erfinder hat sich die Aufgabe gestellt, die Hauptelemente einer Doppelbandpresse,
die Stützträger, die Druckplatten, die Lagerbrücken, die Gewindespindeln zur Spaltverstellung,
die Heiz- und Antriebstrommein und die Pressbänder so auszubilden und einander zuzuordnen,
dass diese eine an die Bearbeitungsaufgabe leicht anpassbare Maschine ergeben.
[0007] Die Lösung dieser Aufgabe wird durch die technische Lehre vermittelt, dass die Grundelemente,
nämlich die Stützträger je nach Widerstandsmoment mit mehreren Stegen, die Lagerbrücken
je nach Presskraft mit mehreren Muttergewinden, die Verstellgewindespindeln mit lösbaren,
verdrehsicheren Schalenkupplungen, die oberen und unteren Heizplatten mit eingebauten
Einrichtungen zur Lagerung der Pressbänder der Mehrlagen-Pressbandpakete, die Untersetzungsgetriebe
mit dem Stellantrieb und der Rollenkette oder einem gleichwertigen Kraftübertragungsmittel
ausgestattet sind und die Festlager, die Spannlager, die Heiztrommel und die Umlenktrommel
so einander zugeordnet sind, dass die Presse an die von der Bearbeitungsaufgabe geforderten
Abmessungen lediglich durch Änderung der entsprechenden Grundelemente angepasst werden
kann und dabei der einfache Austausch sowohl der Pressbänder oder Mehrlagen-Pressbandpakete
als auch der Heizplatten durch Auseinanderfahren der Doppelbandeinheiten mit den Verstellgewindespindeln
gegen die Anschläge an den Schenkeln des Untergestells bei demontierten Schalenkupplungen
sichergestellt ist.
[0008] In der Zeichnung ist eine Ausführungsform der Erfindung dargestellt. Dabei zeigen
Fig. 1 eine Presse in perspektivischer Sicht und Fig. 2 eine Presse im Schnitt.
[0009] Die Stützträger 1 der Doppelbandpresse sind an ihren beiden Enden mit angeschweissten
Kopfplatten 1' versehen, in denen sich Sägezahnprofile befinden, z.B. nach DE-PS 27
37 629, Seite 10, Einzelheit X, die eine hoch belastbare kraftschlüssige Verbindung
zu den Lagerbrücken 2 herstellen.
[0010] Die Verbindung zwischen der oberen Doppelbandeinheit 3 und der unteren Doppelbandeinheit
4 wird unter Verwendung der Spannbrücke 2 als gemeinsamer Träger aller notwendigen
Muttergewinde bei 6, 6', 6", 6"', sinngemäss an beiden Längsseiten der Maschine durch
Verstellgewindespindeln 7 hergestellt.
[0011] Die Heizplatten 8 und 9 sind an den Stützträgern 1 mit Hilfe von Führungsschienen
10 so befestigt, dass sie nach Entfernen der Schalenkupplungen 11 auf nicht dargestellten
Führungsrollen bewegt, aus der oberen bzw. unteren Doppelbandeinheit herausgezogen
und gegebenenfalls durch solche z. B. eines anderen Wirkprinzips ersetzt werden können.
[0012] Die Teilaufgabe planparallele Pressspaltverstellung wird erfindungsgemäss dadurch
gelöst, dass die Verstellgewindespindeln 7 aus zwei Teilen mit gegensinnigem Gewinde
dargestellt werden, die ueber demontierbare Schalenkupplungen 11 verdrehsicher miteinander
verbunden und von einer Rollenkette 12 angetrieben werden, die von einem Stellantrieb
13 gezogen wird.
[0013] Die wichtige Teilaufgabe Pressbandwechsel wird einerseits gelöst durch die schnell
demontierbaren Schalenkupplungen 11, andererseits dadurch, dass die obere Doppelbandeinheit
3 gegen Anschläge 14 an den Schenkeln 15 des L-Gestells 16 gefahren wird, wo sich
ihr Gewicht über die Verstellgewindespindeln 11 in der anliegenden Spannbrücke 2'
abstützt, sobald die Schalenkupplungen 11 zum Pressbandwechsel oder zum Ausziehen
der Heizplatten 8 oder 9 entfernt werden. Diese Anordnung ermöglicht, wie vorerwähnt,
auch den Austausch der Heizplatten 8 und 9.
[0014] Die Festlager 17 und die Spannlager 18 sind auf die Stirnseite der Lagerbrücken 2
und 2' aufgeschraubt, ihre Dimensionen können bei Bemessung der einzubauenden Wälzlager
für die grössten vorkommenden Maschinen und bei Verwendung von Pressbandpaketsätzen
nach DE-PS 27 35 142 für alle darzustellenden Maschinengrössen gleich sein. Das gleiche
gilt, von der Länge abgesehen, für die Heiztrommel 19 und die Umlenktrommel 20.
[0015] Die Vorteile der erfindungsgemäss aufgebauten Doppelbandpresse sind offensichtlich.
Die Stützträger haben eine Grundgestalt, die durch zusätzlichen Einbau von Stegen
5', 5", 5"' für einen weiten Bereich von Widerstandsmomenten dargestellt werden kann,
ohne dass sich ihre übrige Gestalt unter zwingenden Kostenüberlegungen ändern muss.
Besonders gilt dies für die Kopfplatten 1' .
[0016] Wird höherer spezifischer Druck oder grössere Maschinenbreite verlangt, so werden
neben höheren Widerstandsmomenten höhere Verstellspindelquerschnitte notwendig. Die
einfache Lösung, die Verstellspindeln 11 masslich unverändert in entsprechend grösserer
Anzahl und mit kleinerem Abstand in den Lagerbrücken anzuordnen, ändert an den übrigen
Teilen der Maschine nichts.
[0017] Bei längeren Druckzonen ändert sich die Lagerbrücken-, die Heizplatten-und die Bandpaketlänge,
während die übrigen Teile gleichbleiben, gegebenenfalls in anderer Anzahl eingehen.
Der Stellantrieb 13 und die Untersetzungsgetriebe 13', ohne nennenswerten Aufwand
von vorneherein überdimensioniert, wirkt auf alle erforderlichen Verstellspindeln
7 über eine entsprechend längere Rollenkette 12 gegebenenfalls grösseren Querschnitts.
[0018] Soll eine Maschine für isochoren Betrieb nach DE-PS 27 35 142 oder für kombiniert
isochor-isobaren Betrieb nach Patentanmeldung P 31 35 031.3-14 ausgerüstet werden,
so kann man der Auswirkung unterschiedlicher geforderter Drücke auf das notwendige
Widerstandsmoment des Pressbandes und den aus höherem Druck resultierenden höheren
Bandzugkräften durch eine entsprechende Anzahl von Pressbandlagen in den Bandpaketen,
mit denen die Maschine bestückt wird, Rechnung tragen. Mit dieser Massnahme ist es
möglich, den Durchmesser der Heiztrommel 19 und der Umlenktrommel 20 sowie alle davon
abhängigen Abmessungen der übrigen Grundelemente der Maschine unverändert beizubehalten.
[0019] Eine erfindungsgemäss ausgestaltete Maschine erlaubt dem Maschinenbauer nicht nur
den Bau gewisser Grundelemente in grösseren Serien ohne fixierten Auftrag und die
Lieferung innerhalb kürzerer Lieferfristen. Sein Kunde kann jederzeit während der
üblichen Nutzungsdauer seiner Doppelbandpresse auf eine andere Einsatzart oder Bearbeitungsaufgabe
übergehen, die Kapazität erweitern u. ä., lediglich durch Austausch der betroffenen,
von seinem Lieferanten bei Auftreten des geänderten Bedarfs angefertigten Hauptelemente.
1. Mit austauschbaren und geschlossene Funktionseinheiten bildenden Grundelementen
ausgestaltete und den jeweiligen Bearbeitungsaufgaben und Prozessbedingungen anpassbare
Doppelbandpresse mit zwei gegensinnig angetriebenen,aif Trommeln inStützgestellen
laufenden endlosen und das zu laminierende Gut aufnehmenden Pressbändern mit auf deren
Rückseite angeordneten Druckkammern und tragenden Pressenteilen wie Pressenjochen,
Spann- oder Lagerbrücken, Gewindespindeln, Stützträgern und Heizplatten, bei der die
Arbeitsbereiche in Bezug auf die Länge, die Breite und die Höhe variierbar sind, dadurch
gekennzeichnet , dass die Grundelemente, nämlich die Stützträger (1) je nach Widerstandsmoment
mit mehreren Stegen (5, 5', 5", 5"'), die Lagerbrücken (2, 2') je nach Presskraft
mit mehreren Muttergewinden bei (6, 6', 6", 6"' usw.), die Verstellgewindespindeln
(7) mit lösbaren, verdrehsicheren Schalenkupplungen (11), die oberen und unteren Heizplatten
(8, 9) mit eingebauten Einrichtungen zur Lagerung der Pressbänder der Mehrlagen-Pressbandpakete
(21), die Untersetzungsgetriebe (13') mit dem SteIlantrieb (13) und der Rollenkette
(12) oder einem gleichwertigen Kraftübertragungsmittel ausgestattet sind und die Festlager
(17), die Spannlager (18), die Heiztrommel (19) und die Umlenktrommel (20) so einander
zugeordnet sind, dass die Presse an die von der Bearbeitungsaufgabe geforderten Abmessungen
lediglich durch Änderung der entsprechenden Grundelemente angepasst werden kann und
dabei der einfache Austausch sowohl der Pressbänder oder Mehrlagen-Pressbandpakete
(21) als auch der Heizplatten (8, 9) durch Auseinanderfahren der Doppelbandeinheiten
(3, 4) mit den Verstellgewindespindeln(7) gegen die Anschläge (14) an den Schenkeln
(15) des Untergestells (16) bei demontierten Schalenkupplungen (11) sichergestellt
ist.
2. Doppelbandpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , dass die Stützträger
(1) an beiden Enden Kopfplatten (1') mit Sägezahnprofilen tragen, die eine kraftschlüssige
Verbindung zu den Spann- oder Lagerbrücken (2) herstellen.
3. Doppelbandpresse nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die die Doppelbandeinheiten
(3, 4) tragenden Spannbrücken (2), die mit Muttergewinden (6, 6', 6", 6"') ausgerüstet
sind, an beiden Längsseiten der Presse Verstellgewindespindeln (7) besitzen.
4. Doppelbandpresse nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizplatten
(8, 9) an den Stützträgern (1) mittels Führungsschienen (10) befestigt sind und nach
Entfernung der Schalenkupplungen (11) entnommen und durch solche eines anderen Wirkungsprinzips
ersetzt werden können.
5. Doppelbandpresse nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zur Pressspaltverstellung
Verstellgewindespindeln (7) aus zwei Teilen mit gegensinnigem Gewinde vorgesehen sind,
die über demontierbare Schalenkupplungen (11) verdrehsicher verbunden sind und von
einer Rollenkette (12) mit Stellantrieb 13 angetrieben werden.
6. Doppelbandprsse nach Anspruch 1 bis 5, dadurch g e - kennzeichnet, dass beim Arbeiten
mit höheren Drucken oder bei grösserer Maschinenbreite die Verstellspindelquerschnitte
vergrössert oder bei masslicher Unverändertheit in grösserer Anzahl und mit kleinerem
Abstand in den Lagerbrücken (2, 2') angeordnet sind.
7. Doppelbandpresse nach Anspruch 1 bis 6, dadurch g e - kennzeichnet, dass zur Durchführung
eines Pressbandwechsels die Schalenkupplungen (11) demontierbar sind oder die obere
Pressbandeinheit (3) gegen Anschläge (14) an den Schenkeln (15) des L-Gestells (16)
zur Abstützung ihres Gewichts über die Verstellspindeln (7) in der anliegenden Spannbrücke
(2') fahrbar ist.
8. Doppelbandpresse nach Anspruch 1 bis 7, dadurch g e - kennzeichnet, dass die Stützträger
(1) mit zusätzlichen Stegen (5', 5", 5") für einen Bereich von Biegemomenten ausgerüstet
sind.