[0001] Die Erfindung betrifft einen Leitungsschutzschalter mit Fehlerstromauslösung, bestehend
aus nebeneinander angeordneten Bauelementen (Schaltfluchten), in denen die Polstrecken
für die Unterbrechung der Phasenleiter und des Neutralleiters untergebracht sind und
die die miteinander gekuppelten Schaltschlösser mit den thermischen und magnetischen
Auslösern enthalten, wobei in der Schaltflucht des Neutralleiters kein thermischer
Auslöser, aber Bauteile für den Magnetauslöser und das Schaltschloß, die den entsprechenden
Bauteilen in den Schaltfluchten der Phasenleiter gleichen, angeordnet sind, und wobei
die Strombahn des Neutralleiters von den Anschlußklemmen über den Summenstromwandler,
der auch die Phasenleiter erfaßt, zu den Unterbrecherkontakten geführt ist.
[0002] Fehlerstrom wird im Folgenden durch FI, Leitungsschutz durch LS abgekürzt.
[0003] Kombinierte Leitungsschutzschalter-Fehlerstromschutzschalter sind bekannt. So beschreibt
z.B. die DE-AS 1 169 015 einen derartigen Schalter, bei dem an einem als Leitungsschutzschalter
ausgebildeten Bauteil quer zur Verbindungslinie der Anschlußklemmen ein Bauteil angesetzt
ist, das den Fehlerstromauslöser enthält. Dabei ist zwischen den beiden Bauteilen
ein Übertragungsglied zum Einwirken des Fehlerstromauslösers auf das Schaltschloß
vorgesehen. In derDE-AS 1 256 775 wird versucht, das Problem dadurch zu lösen, daß
bei mehrpoligen Schaltern die Aufnahmeräume für die Schaltkontakte parallel zueinander
und parallel zur Verbindungslinie der Anschlußklemmen angeordnet sind und daß der
Schalterraum in drei Raumteile aufgeteilt ist, in denen Schaltpole und Lichtbogenlöschvorrichtung
in einem Raumteil, Kurzschluß- und Überstromauslöser sowie Schaltermechanik und Summenstromwandler
in einem zweiten Raumteil, Fehlerstromrelais und Prüfeinrichtung in einem dritten
Raumteil untergebracht sind. In der DE-AS 1 280 382 wird wiederum vorgeschlagen, den
LS-Schalterteil jedes Stromzweiges unabhängig von den übrigen LS-Schalter-Polstrecken
zu machen und dabei alle Abzweige gemeinsam auf Fehlerstrom zu kontrollieren. Auch
die DE-AS 1 563 827 verwendet für einen kombinierten FI-LS-Schalter einen Fehlerstromschutzschalter,
an den selbständige Schalter, insbesondere Leitungsschutzschalter angesetzt sind,
deren Schaltschlösser in geeigneter Weise miteinander gekuppelt sind. Bei der DE-AS
2 754 033 werden FI-Schalter und LS-Schalter derart miteinander verbunden, daß nur
eine gemeinsame Eingangsklemme vorhanden ist. Die Verbindung von zwei Schaltmechanismen
für den Fehlerstromschutzschalter und den Leitungsschutzschalter beschreibt auch die
Europäische Patentschrift 0 014 871 und die DE-AS 2 654 373. Kombinierte FI-LS-Schalter
mit netzspannungsabhängigen Verstärkungseinrichtungen werden in einer Reihe von Patentschriften
beschrieben, etwa in der DE-AS 2 730 874, DE-AS 2 825 881, DE-AS 2 338 785, DE-AS
2 924 122 und der UK-PS 1 107 879. Diese Lösungen beschreiben aber nur die elektrische
Funktion der elektronischen Schaltungen und nicht den prinzipiellen Aufbau des FI-LS-Schalters.
[0004] Alle genannten Kontstruktionen sind relativ aufwendig, erfordern entweder eine zusätzliche
Schaltflucht oder besondere Schloßteile und einen speziellen Magnetauslöser, der entweder
direkt vom Summenstromwandler erregt wird oder über einen Verstärker bei Fließen des
Fehlerstromes mit Hilfe der Netzenergie anspricht.
[0005] In den kommenden Jahren wird der Bedarf an Leitungsschutzschaltern mit Fehlerstromauslösung
stark ansteigen. Dies zeichnet sich in der Entwicklung der Errichtungsvorschriften
bereits jetzt ab, wobei die Ursachen einerseits in einem Wunsch nach höherer Sicherheit
der elektrischen Anlagen und andererseits im Bedürfnis nach einer größeren Zuverlässigkeit
der Schutzschalter liegen. Es ist in diesem Zusammenhang aus der Literaturstelle Biegelmeier,
Hönniger, Das Prinzip der dreifachen Sicherheit für die Schutzmaßnahmen beim indirekten
Berühren ÖZE 34. Jg. (1981), H 6, S.185 bis 194 (Lit.1) bekannt, daß schon vor zwanzig
Jahren ein erweiterter Schutzumfang für die Schutzmaßnahmen beim indirekten Berühren
als "vollkommener Fehlerschutz" vorgeschlagen worden ist, was sich jedoch nur langsam
durchsetzen konnte. Die Grundidee bestand in der Forderung, mit hochempfindlichen
Fehlerstromschutzschaltern zusätzlich zu den damals üblichen Schutzmaßnahmen beim
indirekten Berühren auch gegen direktes Berühren zu schützen. Mit weiteren Erkenntnissen
und Fortschritten in der Elektropathologie wurden diese Gedanken wichtig und heute
weiß man, wie in der Literaturstelle Biegelmeier, über die Auslöseempfindlichkeiten
und die Auslösezeiten von Fehlerstrom-Schutzschaltern, E u. M, 98 Jg. 1981, H9, S.
374 bis 379 (Lit. 2), auführlich dargestellt, sehr genau, welche Anforderungen an
die Schutzmaßnahmen beim indirekten Berühren hinsichtlich der Auslösezeiten gestellt
werden müssen.
[0006] Damit wird sich aber das Prinzip der dreifachen Sicherheit in den kommenden Jahren
weitgehend durchsetzen (siehe Lit.1) und in allen elektrischen Anlagen werden die
Steckdosenstromkreise oder Räume mit besonderer Gefährdung zusätzlich durch hochempflindliche
Fehlerstromschutzschalter geschützt werden. Diese Entwicklung ist heute schon in den
IEC-Entwürfen zu erkennen, in denen z.B. für Badezimmer dieser zusätzliche Schutz
gefordert wird. Es liegt auf der Hand, daß damit die erforderlichen Stückzahlen der
Schutzschalter mit Auslösenennfehlerströmen unter 30 mA stark ansteigen werden. Damit
treten aber Wirtschaftlichkeitsfragen in den Vordergrund und man wird hier sicher
für den Schutz dieser einzelnen Stromkreise den Überstromschutz mit dem Fehlerstromschutz
kombinieren, wie es etwa heute bereits der skizzierte Stand der Technik tut. Demgemäß
ist auf einfache Montierbarkeit und Produktion der Schalter mehr und mehr Wert zu
legen.
[0007] Die Montage des Schalters in der Installation hat gewisse Schwierigkeiten. Es ist
nämlich beim Anschluß des Schalters erforderlich, darauf zu achten, daß beim Anschließen
Netz und Verbraucherseite nicht vertauscht werden.
[0008] Jeder FI-Schutzschalter hat ja bekanntlich eine Prüfeinrichtung, bei deren Betätigung
im Schalter über einen Strombegrenzungswiderstand ein künstlicher Fehlerstrom zum
Fließen kommt, der den Schutzschalter auslöst. Dieser Fehlerstrom liegt immer höher
als der Auslösenennfehlerstrom des Schutzschalters. In den einschlägigen Vorschriften
wird meist festgelegt, daß beim Betätigen der Prüfeinrichtung die Erregeramperewindungszahl,
die durch den Prüfstrom im Summenstromwandler des Schutzschalters erzeugt wird, nicht
höher sein darf, als das 2,5-fache der Amperewindungszahl, die durch den Nennwert
des Auslösefehlerstromes erzeugt wird. Nimmt man z.B. einen Schutzschalter mit einem
Nennwert des Auslösefehlerstromes von 0.5 A an, so können beim Betätigen der Prüfeinrichtung
maximal 1,25 A zum Fließen kommen. Damit wird im Prüfwiderstand bei einer Spannung
von 220 V eine Leistung von fast 300 W umgesetzt. Die Begrenzungswiderstände im Schutzschalter
müssen aber aus Dimensionierungsgründen klein gehalten werden. Sie haben Nennleistungen
von einigen Watt und werden daher durch den Prüfstrom hoch überlastet. Werden nun
irrtümlich Netz- und Verbraucherseite beim Anschließen vertauscht, so löst beim Drücken
der Prüftaste der Schutzschalter zwar aus, der Prüfstromkreis bleibt aber an Spannung.
Wird die Prüftaste etwas zu lange in der EIN-Stellung gehalten, dann brennt der Prüfwiderstand
durch.
[0009] Noch kritischer ist die Abhängigkeit vom Anschluß der Netz- und Verbraucherseite
bei netzspannungsabhängigen elektronischen Verstärkungseinrichtungen. Derartige Einrichtungen
arbeiten meist mit Transistorverstärkern, die beim Fließen des Fehlerstromes durch
die Spannung an der Sekundärwicklung des Summenstromwandlers einen Thyristor durchschalten,
dessen Strom die Auslösespule betätigt. Wenn der Schalter aber falsch angeschlossen
ist, bleibt die elektronische Schaltung auch nach dem Abschalten an Spannung, und
die elektronischen Bauelemente werden unnötig beansprucht.
[0010] Aus den oben angeführten Gründen war die Industrie schon seit Jahren bemüht, Fehlerstromschutzschalter
auf den Markt zu bringen, bei denen Anschluß von Netz- und Verbraucherseite beliebig
vertauscht werden kann.
[0011] So wurde z.B. versucht, den Prüfstromkreis über einen Hilfskontakt zu führen, der
auf der beweglichen Schaltbrücke seinen Gegenkontakt hat. Schaltet der Schalter aus,
dann ist dieser Kontakt offen, und damit ist auch beim Betätigen der Prüfeinrichtung
kein Stromfluß über den Prüfstromkreis möglich (DE-PS 877 165). Diese Lösung hat jedoch
Nachteile. Ein Kontakt in der Nähe der Hauptkontakte ist den agressiven Lichtbogengasen
ausgesetzt, und außerdem ist die Führung des Prüfstromkreises zu einem Hilfskontakt
auf der beweglichen Schaltbrücke eines Hauptkontaktes in der Montage aufwendig. Eine
ähnliche Lösung mit den gleichen Nachteilen gibt die DE-PS 1 123 751 an. Kostspielig
ist auch der Einbau eines Thermoschalters in den Prüfstromkreis der in DE-PS 1 067
928 beschrieben wird. Auch mit einem PTC-Widerstand im Prüfstromkreis (CH-PS 460 139)
können die großen Leistungsunterschiede kaum beherrscht werden.
[0012] Es wurden auch mehrere Vorschläge für mechanische Verriegelungen des Betätigungsorgans
der Prüfeinrichtung gemacht. In der DE-PS 1 020 404 wird zu diesem Zweck ein Prüfknopf
verwendet, der mit der Antriebsachse des Schalters gekuppelt ist. Auch diese Lösung
ist konstruktiv ungünstig, weil dadurch Betätigungsorgan und Prüftaste räumlich voneinander
abhängig werden und nicht an jenen Stellen vorgesehen werden können, die vom Standpunkt
der Bedienungsübersichtlichkeit optimal wären. Eine mechanische Prüftastenverriegelung
beschreibt auch die AT-PS 317 347. Alle Lösungen, die für die Prüfeinrichtung vorgesehen
wurden, können aber die Schwierigkeiten nicht beseitigen, die hinsichtlich der nachteiligen
Beeinflussung der elektronischen Auslösereinheit bestehen, wenn Netz- und Verbraucherseite
falsch angeschlossen werden.
[0013] Die Erfindung setzt sich nun zum Ziel, einen Leitungsschutzschalter mit Fehlerstromauslösung
zu schaffen, der sowohl in bezug auf Wirtschaftlichkeit als auch in bezug auf Zuverlässigkeit
der Auslösung wesentliche Vorteile gegenüber den bisher bekannten Lösungen bietet.
Insbesondere soll der Leitungsschutzschalter mit Fehlerstromauslösung montagefreundlich
sein, so daß beim Anschluß Netz- und Verbraucherseite beliebig vertauscht werden können.
[0014] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in der Schaltflucht des Neutralleiters
eine netzspannungsabhängige elektronische Verstärkungseinrichtung angeordnet ist und
daß die in der Schaltflucht des Neutralleiters angeordnete Auslösespule des Magnetauslösers
über die Verstärkungseinrichtung und den Summenstromwandler mit dem Netz verbunden
ist, wodurch beim Fließen eines Fehlerstromes der Magnetauslöser betätigt wird.
[0015] Der Magnetauslöser in der Schaltflucht des Neutralleiters und das zugehörige Schaltschloß
besitzen im wesentlichen die gleichen Bauteile wie die Magnetauslöser und die Schaltschlösser
in den Schaltfluchten der Phasenleiter. Die Auslösespule des Magnetauslösers in der
Neutralleiterschaltflucht mit entsprechender Windungszahl ist über die elektronische
Sschaltung mit dem Netz verbunden und betätigt beim Fließen eines Fehlerstromes den
Magnetauslöser. Die Strombahn des Neutralleiters ist über den Summenstromwandler von
den Anschlußklemmen zu den Unterbrecherkontakten geführt. Man erreicht durch diese
Erfindung, daß für die Fehlerstromauslösung mit Ausnahme der Auslösespule praktisch
die gleichen Bauteile verwendet werden können, wie für die Überstromauslösung in den
Schaltfluchten der Phasenleiter. Damit ist aber größte Wirtschaftlichkeit gegeben
und in bezug auf die Zuverlässigkeit wird für die Fehlerstromauslösung das gleiche
Niveau erreicht wie bisher bei der Überstromauslösung üblich.
[0016] In einer vorteilhaften Weiterbildung kann erfindungsgemäß die Auslösespule des Magnetauslösers
in der Schaltflucht des Neutralleiters zweiteilig ausgeführt sein, wobei eine Spule
über eine geeignete elektronische Schaltung mit dem Netzt verbunden ist und beim Fließen
eines Fehlerstromes den Magnetauslöser betätigt und wobei die andere Spule vom Neutralleiterstrom
durchflossen wird und ebenfalls beim Überschreiten eines bestimmten Einstellwertes
des Neutralleiterstromes den Magnetauslöser betätigt.
[0017] Durch diese Lösung wird erreicht, daß bei reinen Kurzschlüssen ohne Fehlerstrom gegen
Erde auch der Magnetauslöser in der Schaltflucht des Neutralleiters anspricht und
die Öffnungsbewegung des zugeordneten Neutralleiterkontaktes unterstützt. Dadurch
wird die Verschweißungsgefahr des Neutralleiterkontaktes verringert.
[0018] Um auch die geforderte Vertauschbarkeit von Netz- und Verbraucherseite beim Anschluß
zu erreichen, wird erfindungsgemäß ein Leitungsschutzschalter mit Fehlerstromauslösung
vorgeschlagen, der statt einen Unterbrecherkontakt im Neutralleiter einen durchgeführten
Neutralleiter besitzt. Der dadurch freiwerdende Kontakt in der Schaltflucht des Neutralleiters
wird als Hilfskontakt für das Ausschalten der Netzspannungsversorgung für den Prüfkreis
und die elektronische Verstärkungseinrichtung benützt. Figur 7 zeigt das Schaltungsschema.
[0019] Damit in der Massenfertigung möglichst wirtschaftlich produziert werden kann, wird
erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß die Netzzuleitung für Verstärker und Prüfeinrichtung
über einen Unterbrecherkontakt führt, der im Aufbau den Unterbrecherkontakten der
Phasenleiter gleicht.
[0020] Die Strombahn des Neutralleiters ist gemeinsam mit den Strombahnen der Phasenleiter
über den Summenstromwandler geführt, wird aber nicht über den Unterbrecherkontakt
geführt, d.h. sie verbindet direkt die beiden Klemmen für netz- und verbraucherseitigen
Neutralleiteranschluß. Der Unterbrecherkontakt in der Neutralleiter-Schaltflucht wird
nach Figur 7 als Hilfskontakt für das Ausschaltern der Netzspannungsversorgung für
den Prüfkreis und die elektronische Verstärkungseinrichtung benützt.
[0021] Schon aus Gründen der Massenfertigung wird man dabei die bewegliche Kontaktbrücke
für den Hilfskontakt in gleicher Weise ausführen wie für einen Neutralleiterkontakt,
also voreilend schließen und nacheilend öffnend. Da im Auslöserkreis nur geringe Ströme
fließen, ist ein derartiger Kontakt stark überdimensioniert und daher funktionssicher.
[0022] Die Erfindung reduziert aber nicht nur die für einen derartigen Schutzschalter erforderlichen
verschiedenen Bauteile, sondern sie bringt auch die gleiche Auslösezuverlässigkeit,
wie sie bisher bei Leitungsschutzschaltern üblich war. Dadurch, daß für die Fehlerstromauslösung
die gleichen Schaltschloßteile verwendet werden wie für die Uberstromauslösung, kommt
man zu einem robusten zuverlässigen und wirtschaftlichen Schaltgerät, dem in der Zukunft
besonders für den Schutz von Steckdosenstromkreisen große Bedeutung zukommen dürfte.
[0023] Um die Montagefreundlichkeit zu erhöhen, wäre es denkbar, ein derartiges Gerät mit
Anschlußklemmen für den Neutralleiter zu versehen, die in Form der bekannten Neutralleitertrennklemmen
ausgeführt sind. Dadurch könnte man bei Isolationsfehlern des Neutralleiters in der
geschützten Anlage die Fehlerortung leichter durchführen. Bekanntlich muß in diesen
Fällen ja für die Isolationswiderstandsmessung der Neutralleiter von der Verteilung
abgeklemmt (getrennt) werden.
[0024] Deshalb wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, eine oder beide Neutralleiterklemmen
so auszuführen, daß mittels eines Werkzeuges (Schraubendreher) die Verbindung zum
Neutralleiter, ohne ihn zu bewegen, leicht und sichtbar getrennt werden kann (Neutralleitertrennklemme).
Anhand der Zeichnungen, in denen einige Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt
sind, sollen die Erfindung, weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen
sowie weitere Vorteile näher erläutert und beschrieben werden.
[0025] Es zeigt:
Figur 1 eine Aufsicht auf den erfindungsgemäßen Schalter,
Figur 2 eine Einsicht in den Leitungsschutzschalter,
Figur 3 eine Einsicht in den Fehlerstrombauteil,
Figur 4 den magnetischen Auslöser im Leitungsschutzschalter,
Figur 5 eine weitere Ausgestaltung des Fehlerstrombauteiles und
Figuren 6 u. 7 zwei Schaltungsanordnungen des Schalters gemäß der Erfindung.
[0026] Figur 1 zeigt den Aufriß eines geschlossenen Schutzschalters, bestehend aus nebeneinander
angeordneten Bauelementen (Schaltfluchten) 1 für den Phasenleiter L1 mit diesem zugeordneten
Anschlußklemmen 13a und 14a und 2 für den Neutralleiter N mit diesem zugeordneten
Anschlußklemmen 13b und 14b. Das Betätigungsorgan des Schutzschalters besteht aus
miteinander gekuppelten Schaltknebeln 12a und 12b. Die Kupplung der Schaltschlösser
im Inneren des Schutzschalters ist nicht sichtbar. Ferner besitzt der Schutzschalter,
der als Leitungsschutzschalter mit Fehlerstromauslösung ausgebildet ist und so wirkt,
eine Prüfeinrichtung 15, mit der beim Drücken eines Drucktasters 15a ein Prüfstromkreis
geschlossen wird, in dem der Prüffehlerstrom fließt. Eine derartige Prüfeinrichtung
als solche ist bekannt.
[0027] Die Figur 2 zeigt das Innere der Schaltflucht für den Phasenleiter L1. Von der Anschlußklemme
13a verläuft ein Verbindungsleiter 20 durch eine erste Öffnung 21 in der Gehäuseseitenwand
des Leitungsschutzschalters, durch die sie zu dem Fehlerstrombauteil (siehe weiter
unten) geführt ist. Von dort wird sie durch eine zweite Öffnung 22 wieder in den Leitungsschutzschalter
eingeführt und ist an einem Ende eines thermischen Überstromauslösers 4 angeschlossen.
Am anderen Ende des Überstromauslösers 4 schließt sich eine Verbindungsleitung 23
an, die zur Spule eines Magnetauslösers 3a führt. Deren Ende ist über eine weitere
Verbindungsleitung 24 mit einem Kontakthebel 5 elektrisch leitend verbunden, dessen
freies Ende ein bewegliches Kontaktstück 8 aufweist, das mit einem an einer Lichtbogenleitschiene
25, die zur Klemme 14a führt, befestigten festen Kontaktstück 9 zusammenwirkt. Der
Kontaktstelle 8/9 ist ein Lichtbogenlöschblechpaket 10 zugeordnet.
[0028] Im Inneren des Leitungsschutzschalters befindet sich ein Schaltschloß, daß aus einem
drehbar gelagerten Doppelarmhebel 11 besteht, der mit einer Kniegelenkhebelanordnung
26 an einem Ende gelenkig verbunden ist; im Bereich des Knies der Hebelanordnung 26
ist eine Verbindungsstange 27 hin zum Schaltknebel 12a vorgesehen. Das andere Ende
der Hebelanordnung 26 ist am Kontakthebel 5 angelängt. Der Doppelarmhebel wirkt mit
einem Verklinkungshebel 28 zusammen, dergestalt, daß sich der Doppelarmhebel gegen
den Arm 28 abstützt. Mittels eines Übertragungshebels 29 wird die Bewegung des Thermobimetalls
bzw. des thermischen Auslösers 4 auf den Verklinkungshebel 28 übertragen, so daß unter
dem Druck einer Kontaktöffnungsfeder 30 beim Verschwenken des Hebels 28 entgegen dem
Uhrzeigersinn die Verriegelung gelöst wird, so daß das Schaltschloß den beweglichen
Kontakthebel 5 in Ausschaltstellung verbringen kann. Der Hebel 28 wird zusätzlich
durch den magnetischen Auslösers 3a betätigt, dergestalt, daß der Anker 6 nach links
aus dem Magnetauslöser 3a herausgeschlagen wird, wenn ein Kurzschlußstrom auftritt
und so den Hebel 28 in Drehung versetzt. Gleichzeitig ist der Anker 6 des Schnellauslösers
bzw. des magnetischen Auslösers 3a zusätzlich über eine mechanische Kupplung 7 mit
dem bewegbaren Kontakthebel 5 verbunden, wodurch die Öffnungsbewegung dieses Kontakthebels
unterstützt wird. Der Lichtbogen wird dadurch schnell von dem beweglichen Kontakthebel
5 und dem damit zusammenwirkenden festen Kontaktstück 9 in die Lichtbogenlöschbleche
10 getrieben.
[0029] An der Lichtbogenleitschiene 25 ist ferner eine Prüfleitung 31 angeschlossen, die
eine Kontaktstelle 32 aufweist, die mittels der Prüfeinrichtung 15 überbrückt werden
kann. Die Prüfleitung 31 wird durch eine dritte Öffnung 33 im Gehäuse hin zum Fehlerstrombauteil
geführt (siehe weiter unten).
[0030] Dieses Fehlerstrombauteil ist in der Figur 3 dargestellt. Dabei werden für den Bauteil
in der Anordnung gemäß Figur 2 entsprechende Bauteile die gleichen Bezugsziffern verwendet.
Die Figur 3 zeigt also das Innere der Schaltflucht für den Neutralleiter. An der Anschlußklemme
13b ist der Neutralleiter N angeschlossen, der durch einen Summenstromwandler 16 hindurchgeleitet
wird und mit seinem anderen Ende an einem Kontakthebel 5 angeschlossen ist. Durch
den Summenstromwandler ist ferner die Leitung 20 hindurchgeführt, wobei Öffnungen
34 und 35 zu sehen sind, die den Öffnungen 21 und 22 entsprechen und durch die die
den Phasenleiter bildende Leitung 20 ins Innere des Bauteils und aus diesem herausgeführt
ist.
[0031] Um den Summenstromwandler 16 ist eine Sekundärwicklung 16a gewickelt, die auf eine
Verstärkereinrichtung 17 geschaltet ist, deren Ausgang dem Magnetauslöser 3b zugeführt
ist. Mittels der Versorgungsleitungen 36 wird die Verstärkereinrichtung 17 mit Strom
versorgt.
[0032] Die Prüfleitung 31 ist über eine Öffnung 37 ins Innere des Fehlerstrombauteils eingeführt
und über den Leitungsabschnitt 18 dem Verstärker 17 zugeführt. Der andere Anschluß
des Verstärkers wird über eine Leitung 38 mit der Lichtbogenleitschiene 25, an der
das feste Kontaktstück 9 angebracht ist, verbunden, welche Lichtbogenleitschiene 25
an die Klemme 14b angeschlossen ist.
[0033] Der Verstärker 17 ist netzspannungsabhängig und die Auslösespule des Schnellauslösers
3b liegt nicht mehr im Hauptstromkreis; sondern wird bei Fließen eines Fehlerstromes
durch den Verstärker an die Netzspannung angeschlossen, wodurch der Schutzschalter
mit Hilfe der Netzenergie ausgelöst wird.
[0034] Die Hauptstrombahn des Neutralleiters wird direkt von den Anschlußklemmen 13b und
14b über den Summenstromwandler zu den Kontakten 8/9 geleitet.
[0035] Die Figur 4 zeigt in einer Teilabbildung einen elektromagnetischen Schnellauslöser
mit zwei Auslösespulen 3d und 3c. Die Spule 3d entspricht der Spule des Auslösers
3b, liegt im Hauptstromkreis und wird vom Neutralleiterstrom durchflossen. Sie unterstützt
bei reinen Kurzschlüssen ohne Fehlerstrom die Öffnungsbewegung des beweglichen Kontaktstückes
bzw. des Kontakthebels 5 über die mechanische Kupplung 7. Die Spule 3c wird bei Fließen
eines Fehlerstromes durch den Verstärker angeschlossen und löst dadurch den Schutzschalter
aus.
[0036] Die Figur 5 zeigt das Innere der Schaltflucht für Neutralleiter N, der durch den
Summenstromwandler 16 hindurchgeführt ist, aber nicht am bewegbaren Kontakthebel endet,
sondern an die Anschlußklemme 14b angeschlossen ist. Der Neutralleiter N ist über
eine Zwischenleitung 40 sowohl mit einem Leitungszweig 41 als auch mit einem Leitungszweig
42 elektrisch-galvanisch verbunden, welcher Leitungszweig über nicht näher bezifferte
Öffnungen in den Leitungsschutzschalterbauteil eingeführt ist und dort die Prüfeinrichtung
15 enthält. Über einen Leiter 43 ist die Prüfeinrichtung einerseits an dem festen
Kontaktstück 9 und andererseits über ein Zwischenstück 44 mit dem Verstärker 17 verbunden.
Ferner wird der Phasenleiter 20 über einen Verbindungsleiter 20a mit dem beweglichen
Kontakthebel 5 verbunden.
[0037] Damit liegt die Auslösespule des elektromagnetischen Schnellauslösers 3b nicht mehr
im Hauptstromkreis, sondern wird bei Fließen eines Fehlerstromes durch den Verstärker
an die Netzspannung angeschlossen, wodurch der Schutzschalter mit Hilfe der Netzenergie
auslöst. Die Hauptstrombahn des Neutralleiters verbindet somit die Anschlußklemmen
direkt und führt über den Summenstromwandler. Die Netzzuleitung von Prüfeinrichtung
und Verstärker geht von dem Phasenleiter zum Unterbrecherkontakt, wobei die Feder
30 für den notwenigen Kontaktdruck sorgt.
[0038] Die Wirkungsweise der Anordnung gemäß den Figuren 3 und 5 wird anhand der Figuren
6 und 7 näher dargestellt.
[0039] Die Figur 6 zeigt die Schaltungsanordnung des Bauteiles gemäß Figur 3 inklusive Prüfeinrichtung
15. Die Klemmen des Phasenleiters sind 14a und 13a und die des Nulleiters 14b und
13b. Dabei liegen die Klemmen 14a und 14b am Netz und die Klemmen 13a und 13b sind
mit dem Verbraucher verbunden. Die Prüfeinrichtung ist mit ihrem einen Ende hinter
der Kontaktstelle 8/9 im Phasenleiter L1 angeordnet, so daß dann, wenn die Kontaktstelle
8/9 geöffnet hat, kein Strom mehr beim Schließen der Prüfeinrichtung 15 über einen
Vorwiderstand 50 hin zum Verstärker fließen kann. Wenn das Netz aber an den Klemmen
13a und 13b angeschlossen wird und die Verbraucherseite an die Klemmen 14a und 14b,
dann besteht sehr wohl das Problem, daß bei Schließen der Prüfeinrichtung 15 der in
der Netzseite befindliche volle Strom an die Prüfeinrichtung 17 angelegt werden kann.
Man erkennt, daß die Ausgestaltung gemäß den Figuren 3 und 6 in jedem Falle lageabhängig
ist; die beiden Anschlußklemmen-Paare dürfen nicht miteinander verwechselt werden.
[0040] Dies ist bei der Ausführungsform gemäß der Figur 7 nicht der Fall. Man erkennt, daß
die Zuleitung von dem Phasenleiter L1 hin zu der Prüfeinrichtung über die Kontaktstelle
8a/9a führt, die bei Auslösung zusammen mit der Hauptkontaktstelle 8/9 öffnet. Dadurch
wird es gleichgültig, ob an den Klemmenpaaren 14a/14b oder an den Klemmenpaaren 13a/13b
Netzspannung ansteht. In jedem Falle wird die Leitung hin zur Prüfeinrichtung 15 durch
die beiden Kontakte 8a/9a geöffnet.
1. Leitungsschutzschalter mit Fehlerstromauslösung, bestehend aus nebeneinander angeordneten
Bauelementen (1,2) (Schaltfluchten), in denen die Polstrecken für die Unterbrechung
der Phasenleiter (L1 70) und des Neutralleiters (N) untergebracht sind und die die
miteinander gekuppelten Schaltschlösser (5,11,26) mit den thermischen (4) und magnetischen
(3) Auslösern enthalten, wobei in der Schaltflucht (2) des Neutralleiters ein thermischer
Auslöser nicht, wohl aber Bauteile für den Magnetauslöser und das Schaltschloß, die
den entsprechenden Bauteilen in den Schaltfluchten der Phasenleiter gleichen, angeordnet
sind, und wobei die Strombahn des Neutralleiters (N) von den Anschlußklemmen (13b,
14b) über den Summenstromwandler, der auch die Phasenleiter erfaßt, zu den Unterbrecherkontakten
(8, 8a; 9, 9a) geführt ist, dadurch gekennzeichnet, daß in der Schaltflucht (2) des
Neutralleiters (N) eine netzspannungsabhängige elektronische Verstärkungseinrichtung
(17) angeordnet ist und daß die in der Schaltflucht (2) des Neutralleiters (N) angeordnete
Auslösespule des Magnetauslösers (3b) über die Verstärkungseinrichtung und den Summenstromwandler
(16) mit dem Netz verbunden ist, wodurch beim Fließen eines Fehlerstromes der Magnetauslöser
(3b) betätigt wird.
, 2. Leitunhgsschutzschalter mit Fehlerstromauslösung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Auslösespule des Magnetauslösers, der im Bauteil des Neutralleiters untergebracht
ist, zweiteilig ausgeführt ist, wobei eine Spule (3b) über die netzspannungsabhängige
elektronische Verstärkungseinrichtung (17) mit dem Netz verbunden ist und beim Fließen
eines Fehlerstromes den Magnetauslöser betätigt und die andere Spule (3c) vom Neutralleiterstrom
durchflossen wird und ebenfalls beim Überschreiten eines Einstellwertes des Neutralleiterstromes
den Magnetauslöser betätigt.
3. Leitungsschutzschalter mit Fehlerstromauslösung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Netzzuleitung (20) für Verstärker und Prüfeinrichtung über einen Unterbrecherkontakt
(5, 8, 9) führt, der im Aufbau den Unterbrecherkontakten der Phasenleiter gleicht.
4. Leitungsschutzschalter mit Fehlerstromauslösung nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Anschlußklemmen für den Neutralleiter (13b und/oder 14b) so
ausgebildet sind, daß mittels eines Werkzeuges (Schraubendreher) die Verbindung zum
Neutralleiter, ohne ihn zu bewegen, leicht und sichtbar getrennt werden kann (Neutralleitertrennklemme).