(19)
(11) EP 0 103 203 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.03.1984  Patentblatt  1984/12

(21) Anmeldenummer: 83108116.1

(22) Anmeldetag:  17.08.1983
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B22D 11/12, B22D 11/126
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI

(30) Priorität: 21.08.1982 DE 3231187

(71) Anmelder: AUTE Gesellschaft für autogene Technik mbH
CH-8029 Zürich (CH)

(72) Erfinder:
  • Lotz, Horst K.
    D-6238 Hofheim-Delkenheim (DE)

(74) Vertreter: Blumbach Weser Bergen Kramer Zwirner Hoffmann Patentanwälte 
Sonnenberger Strasse 100
65193 Wiesbaden
65193 Wiesbaden (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Längsteilvorrichtung für Brammen an einer Stranggussanlage


    (57) Bei einer Längsteilvorrichtung für Brammen (1) an einer Stranggußanlage mit mindestens einer über einen die zu zerteilende Bramme aufnehmenden Rollgang (2) oder dergleichen angeordneten Brennschneideinrichtung, die einen in Transportrichtung der Bramme auf Schienen verfahrbaren Brennerwagen (10) mit einem Brenner (24) aufweist und mit einer Einrichtung zur Herstellung einer Relativausrichtung zwischen der Bramme und einer Brennerlaufbahn ist der Brenner auf einem senkrecht zur Transportrichtung der Bramme angeordneten Ausleger (20) verschiebbar gehalten und unter Abtastung (42, 42a) des Werkstücks durch einen die Brennerlaufbahn einstellenden Einrichtung relativ zur Bramme geführt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Längsteilvorrichtung für Brammen an einer Stranggußanlage mit mindestens einer über einem die zu zerteilende Bramme aufnehmenden Rollgang oder dergleichen angeordneten Brennschneideinrichtung, die einen in Transportrichtung der Bramme auf Schienen verfahrbaren Brennerwagen mit einem Brenner aufweist,und mit einer Einrichtung zur Relativausrichtung zwischen der Bramme und einer Brennerlaufbahn.

    [0002] Bei einer aus DE-AS 27 10 564 bekannten Längsteilvorrichtung ist der Brenner ortsfest an einer Portalkonstruktion montiert, und die Bramme muß durch sogenannte Ausrichter hydraulisch in Querrichtung verschoben und dabei auf die ortsfeste, vorgegebene Brennerlaufbahn ausgerichtet werden.

    [0003] Zur Vermeidung der aufwendigen Brammenverschiebung ist bereits versucht worden, die Kanten der Bramme mittels Rollen abzutasten und danach einen beweglichen Brenner zu führen. Bei dieser bekannten Lösung führen jedoch die Wärme der Bramme und die Ungenauigkeiten der Brammenkante sowie Verschleißerscheinungen zu großen Schwierigkeiten.

    [0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Längsteilvorrichtung der eingangs genannten Art verfügbar zu machen, die sich durch eine konstruktiv einfache, wenig verschleißempfindliche Ausbildung auszeichnet und eine genaue und sichere Ausrichtung und Führung des Brenners gewährleistet.

    [0005] Die Erfindung besteht darin, daß bei einer Längsteilvorrichtung der eingangs erwähnten Art der Brenner auf einem senkrecht zur Transportrichtung der Bramme angeordneten Ausleger verschiebbar gehalten und unter Abtastung einer die Brennerlaufbahn einstellenden Einrichtung relativ zur Bramme geführt wird.

    [0006] In vorteilhafter Weise wird das dadurch erreicht, daß die Einrichtung zur Einstellung der Brennerlaufbahn aus zwei verfahrbaren Ausrichtwagen besteht, auf denen die Brennerlaufbahn >efestigt ist.

    [0007] Zweckmäßig ist dabei vorgesehen, daß die Ausrichtwagen eine Abtasteinrichtung aufweisen, die in Abhängigkeit von der Lage der Seitenkante der Bramme die Ausrichtwagen auf ihre Schiene positionieren.

    [0008] Für den Fall, daß es zu aufwendig ist, die gesamte Laufbahn zu verschieben oder aber die Laufbahn aus anderen Gründen ortsfest sein muß, schlägt eine Weiterbildung der Erfindung vor, daß die Einrichtung zur Einstellung der Brennerlaufbahn aus zwei verfahrbaren Ausrichtwagen besteht, die mit einem Lineal verbunden sind, und daß mit dem Lineal eine Abtastrolle in Berührung steht, die am Ausleger sitzende Ausrichtschlitten trägt, die mit dem Brennerschlitten verbunden sind.

    [0009] Dabei weisen mit Vorteil die AusrichtwagenAbtasteinrichtungen auf, die in Abhängigkeit von der Lage der Seitenkante der Bramme die Ausrichtwagen auf ihren Schienen positionieren.

    [0010] Zweckmäßig werden dabei die miteinander verbundenen Schlitten durch eine hydraulische oder federelastische Antriebseinrichtung gegen das Lineal gedrückt.

    [0011] Weitere vorteilhafte Merkmale und Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

    [0012] Die Erfindung soll nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert werden, in denen gleiche Bezugszeichen sich auf gleiche Teile der entsprechenden Zeichnungen beziehen. In den Zeichnungen zeigen:

    Fig. 1 eine schematische Frontansicht der nachstehend beschriebenen Längsteilvorrichtung für Brammen;

    Fig. 2 eine Teilseitenansicht der Vorrichtung nach Fig. l;

    Fig. 3 eine schematische Frontansicht einer abgewandelten Längsteilvorrichtung für Brammen; und

    Fig. 4 eine Teilseitenansicht der Vorrichtung nach Fig. 3.



    [0013] In Fig. 1 ist eine Längsteilvorrichtung dargestellt für eine zu zerteilende Bramme 1, die auf einem durch scheibenförmige Rollen gebildeten Rollgang 2 aufliegt und darauf in Fig. 1 senkrecht zur Zeichnungsebene bewegt werden kann. Ein Brennerwagen 10 der Vorrichtung besitzt Räder 12, die auf Brennerlaufbahnschienen 14 parallel zur Förderrichtung der Bramme laufen und auf Konsolen 16 eines Ausrichtwagens 35 ruhen.

    [0014] Der Brennerwagen 10 trägt einen mit seinem freien Ende portalartig die Bramme 1 überbrückenden Ausleger 20, welcher eine Bahn zur Einstellung eines Brenners 24 quer zur Transportrichtung der Bramme 1 bildet. Der Brenner 24 ist an einem Schlitten 21 befestigt, welcher mittels Führungsrollen 23 am Ausleger 20 verschiebbar geführt ist. Im Betrieb der Vorrichtung gibt der Brenner 24 aus einer unten liegenden Düse einen Brennerstrahl 26 ab, durch den eine Längstrennfuge 27 in die Bramme 1 eingebrannt wird.

    [0015] Der Ausrichtwagen 35 ist mittels Rädern 48 auf Schienen 37 geführt, welche unterhalb der Bramme 1 und senkrecht zu deren Transportrichtung verlegt sind. Am Ausrichtwagen 35 ist in Rollen 43 ein horizontal in Richtung auf die Bramme 1 verschiebbarer Taster 42 mit Tastkopf 42a geführt. Eine Zahnstange 44 am Taster 42 steht im Eingriff mit einem Ritzel 45 eines Getriebemotors 46, der mit einem elektrischen Weggeber gekoppelt ist. Der Tastkopf 42a kann eine optisch, akustisch oder induktiv wirkende Sonde mit nachgeschaltetem Meßwertübertrager sein. Auf diese Weise kann berührungsfrei, d.h. unter Vermeidung schädlicher Wärmeübertragung, die Position der Bramme ermittelt und auf einen hydraulisch oder pneumatisch betätigbaren Stellzylinder 38 übertragen werden, um den Ausrichtwagen 35 in die Position zu bringen, welche der vorgesehenen Längstrennfuge 27 in der Bramme 1 entspricht. Somit wird bei der erfindungsgemäßen Längsteilvorrichtung die Brennerlaufbahn durch die Ausrichtwagen 35 definiert und auf einfache und exakte Weise über die Abtastrolle 42a und den Schlitten 21 auf den Brenner 24 übertragen.

    [0016] Bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel sind sämtliche der Bramme 1 zugekehrten Flächen und Bereiche durch eine Wärmedämmeinrichtung abgedeckt, die durch von einem Kühlmittel, wie Wasser, durchströmte Wasserplatten 56 gebildet wird.

    [0017] Der Schnittbereich des Brenners 24 ist durch eine Schallschutzhaube 50 beidseitig abgedeckt. Die Wände der Schallschutzhaube sind mit einem schalldämmenden Material ausgefüllt und/oder beschichtet. Um die Schallschutzhaube 50 mit dem Brenner 24 mitführen und an die jeweilige Dicke bzw. Höhe der Bramme 1 anpassen zu können, ist diese an einem Hubgestell 52 aufgehängt, welches gegenüber dem Schlitten 21 durch einen hydraulisch oder pneumatisch betätigbaren Hubzylinder 53 abgestützt ist.

    [0018] In Fig. 3 ist eine Längsteilvorrichtung dargestellt, mit Hilfe der ebenfalls eine Bramme 1 längsgeteilt wird, indem sich ein auf den Schienen 14 laufender Brennerwagen 10 bewegt, der an seinem Ausleger 20 den Brenner 24 trägt. Der Schlitten 21 ist über eine Koppelstange 28 mit einem ebenfalls mittels Führungsrollen 23 am Ausleger 20 geführten zweiten Schlitten 22 gekoppelt, an dem wiederum eine Koppelstange 29 eines hydraulischen oder pneumatischen Stellzylinders 30 angebracht ist. Durch die Koppelstange 28:.werden die Bewegungen beider Schlitten 21 und 22 am Ausleger 20 synchronisiert.

    [0019] Am unteren Ende des zweiten Schlittens 22 befindet sich ein Ausleger mit einer frei drehbar gelagerten Tastrolle 32, die mit einem durch den Stellzylinder 30 vorgegebenen Anlagedruck an einem Lineal 33 anliegt, welches gemäß Fig. 4 von zwei Ausrichtwagen 35 gehalten ist, von denen in der Zeichnung nur einer dargestellt ist.

    [0020] Der Ausrichtwagen 35' ist mittels Rädern 48 auf Schienen 49 geführt, welche unterhalb der Bramme 1 und senkrecht zu deren Transportrichtung verlegt sind. Am Ausrichtwagen 35' ist in Rollen 43 ein horizontal in Richtung auf die Bramme 1 verschiebbarer Taster 42 mit Tastkopf 42a geführt. In bereits beschriebener Weise werden so die Ausrichtwagen 35' mit dem Lineal 33 in die Position gebracht, welche der vorgesehenen Längstrennfuge 27 in der Bramme 1 entspricht. Auf diese Weise wird das über die Ausrichtwagen 35' verschiebbare Lineal 33 definiert,und eine Übertragung über die Abtastrolle 32 und die beiden Schlitten 21, 22 auf den Brenner 24 findet statt. Der die Bewegungsbahn des Brenners 22 bestimmende schwere Ausleger 20 wird von dieser Nachführbewegung nicht berührt, wobei die beiden Ausrichtwagen 35' an den beiden Enden des Lineals 33 in gleicher Weise positioniert werden. Auch bei diesem Ausführungsbeispiel kann eine Wärmedämmeinrichtung 56 sowie eine mit einem . Hubgestell 52 verbundene Schutzhaube 50 vorgesehen sein.

    [0021] Es ist möglich, an dem Lineal 33 zwei Brennerwagen 10 zu führen, wenn die Bramme 1 gleichzeitig durch zwei Brenner 24 längsgeteilt werden soll. Von dem Lineal wird dann die gemeinsame Brennerlaufbahn definiert.


    Ansprüche

    l. Längsteilvorrichtung für Brammen an einer Stranggußanlage mit mindestens einer über einem die zu zerteilende Bramme aufnehmenden Rollgang odgl. angeordneten Brennschneideinrichtung, die einen in Transportrichtung der Bramme auf Schienen verfahrbaren Brennerwagen mit einem Brenner aufweist, und mit einer Einrichtung zur Herstellung einer Relativausrichtung zwischen der Bramme und einer Brennerlaufbahn,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Brenner (24) auf einem senkrecht zur Transportrichtung der Bramme (1) angeordneten Ausleger (20) verschiebbar gehalten und unter Abtastung des Werkstücks durch eine die Brennerlaufbahn (14) einstellenden Einrichtung (35) relativ zur Bramme (1) geführt ist.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur Einstellung der Brennerlaufbahn (14) aus zwei verfahrbaren Ausrichtwagen (35) besteht, auf denen die Brennerlaufbahn (14) befestigt ist.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausrichtwagen (35) eine Abtasteinrichtung (40) aufweisen, die in Abhängigkeit von der Lage der Seitenkante der Bramme (1) die Ausrichtwagen (35) auf ihren Schienen (37) positionieren.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur Einstellung der Brennerlaufbahn (14) aus zwei verfahrbaren Ausrichtwagen (35') besteht, die mit einem Lineal (33) verbunden sind, und daß mit dem Lineal (33) eine Abtastrolle (32) in Berührung steht, die am Ausleger (20) sitzende Ausrichtschlitten (22) trägt, die mit dem Brennerschlitten (21) verbunden sind.
     
    5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Ausrichtwagen (35') Abtasteinrichtungen (40) aufweisen, die in Abhängigkeit von der Lage der Seitenkante der Bramme (1) die Ausrichtwagen (35) auf ihren Schienen (37) pösitionieren.
     
    6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
    dadurch gekennzeichnet, daß die miteinander verbundenen Schlitten (21, 22, 28) durch eine hydraulische oder federelastische Andrückeinrichtung (30) gegen das Lineal (32) gedrückt werden.
     
    7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche
    1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Abtasteinrichtung (40) einen durch einen Motorantrieb mit elektrischem Weggeber gegen die Kante der Bramme (1) anlegbaren und zurückziehbaren Abtastarm (42) versehen ist.
     
    8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Abtasteinrichtung eine die Brammenkante optisch, akustisch oder induktiv abtastende Sonde mit nachgeschaltetem Meßwertübertrager enthält.
     
    9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, daß der Brenner (24) mit einer am Brennerschlitten (21) befestigten, zumindest senkrecht einstellbaren, den Schneidstrahlbereich umschließenden Schutzhaube (50) versehen ist.
     
    10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1-9, dadurch gekennzeichnet, daß die der Bramme (1) zugekehrten Wände oder Flächen der Vorrichtung mit einer Wärmedämmeinrichtung (56) abgedeckt sind, die vorzugsweise aus in Abstand voneinander angeordneten Platten (56) besteht, die ein Kühlmittel durchströmt.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht