[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Schneiden von pulvrige bis körnige und/oder
granulat- oder flockenförmige Stoffe enthaltender Säcke aus Papier, Kunststoff, Jute
oder dergleichen, sowie zum auflockernden Zerteilen und Trennen des Gutes von bzw.
aus dem Sack bzw. von dessen Teilen, bestehend aus einem durch Förderer beschickten
Aufgabegehäuse mit Schneidevorrichtung, einer in einem Gehäuse angeordneten Siebtrommel
mit getrennten Ausläufen für die Sackteile, das zu entleerende Gut, sowie fallweise
für abzuscheidendes Uberkorn.
[0002] Durch die DE-AS 1 209 951 wurde eine Sackzerreiß-und Entleerungsvorrichtung bekannt,
bei der der gefüllte Sack zerkleinert und über eine Schurre einer Siebvorrichtung
zugeführt wird, mit der die Trennung und Absiebung des Sackinhaltes vom Sackmaterial
durchgeführt wird.
[0003] Die Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, daß in einem sogenannten "Messerwalzen-Gehäuse"
nebenein
- ander und parallel zwei gegenläufig angetriebene und am Umfang mit radial angeordneten
Messern versetzte MEsserwalzen derart angeordnet sind, daß die Messer miteinander
kämmen.
[0004] Als Siebvorrichtung ist eine im wesentlichen waagrecht gelagerte, in Richtung des
Auslaufes keglig sich erweiternde Siebtrommel vorgesehen, um gute Förderbedingungen
innerhalb der Trommel ohne besondere Gestaltung der Trommeleinbauten, die sonst nur
bei geneigter Trommel gegeben sind, erreichen zu können.
[0005] Die zerschnittenen Säcke werden über den erweiterten Bereich der Trommel in eine
Austragsschurre aufgegeben, während das Sieb unterhalb der Siebschnecke durch eine
Sammelschnecke aufgenommen und von dieser, beispielsweise durch eine pneumatische
Fördereinrichtung, abgezogen wird.
[0006] Nachteilig an dieser Einrichtung ist, daß die Einführung der Säcke zwischen die_gegenläufig
angetriebenen Messerwalzen praktisch ohne eine vorgeordnete, separate Gleichrichtung
erfolgt, so daß der Sack nicht immer optimal ausgerichtet zwischen die Messerwalzen
gelangt. Die Messerwalzen, die eine Mehrzahl von Lücke auf Lücke stehenden Messersternen
vorsehen, zerkleinern die Säcke in Stücke unkontrollierter Größe mit überwiegendem
Anteil gerissener Kanten.
[0007] In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, daß gerade die gerissenen Randbereiche von
Sackteilen für die Anlagerung pulvrigen Gutes haftungsfördernd sind und die Resttrennung
des Gutes vom Sackmaterial stark erschwert wird.
[0008] Weitere Nachteile dieser Ausbildung sind unter anderem die durch die konische Erweiterung
verstärkten Tendenzen für den schnellen Durchlauf eines wesentlichen Anteiles des
pulvrigen bis körnigen Materials bis in den Endbereich der Trommel, so daß die darunter
angeordnete Auffangvorrichtung, in diesem Fall eine Schnecke, in ihrem Endbereich
wesentlich stärker beaufschlagt wird als im Eingangsbereich.
[0009] Dies kann zu Staubildungen und auch zum Überlauf des Gutes in Richtung der Sackabfälle
führen.
[0010] Ein besonderes Problem ist für alle Schneide- vorrichtungen,deren Messer in annähernd
gleicher Tiefe von oben und unten in den Sack einschneiden sollen, dann gegeben, wenn
der Sack während des Transportes zur Aufgabe an der Vorrichtung durch äußere Einwirkungen
beschädigt wird, so daß das Volumen, insbesondere die Dicke des Sackes, reduziert
wird und damit ein sogenannter "Schlappsack" anfällt.
[0011] In einem solchen Fall kann es sein, daß nur die Auflagefläche des Sackes auf dem
Eingabeboden geschnitten wird, während das oben liegende Sackteil praktisch ohne jede
Trennung, etwa in Größe der Grundfläche des Sackes, in die Siebtrommel gelangt und
hier Stauungen und Störungen veranlassen kann.
[0012] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe dieser Erfindung, eine Vorrichtung
nach der eingangs beschriebenen Art zu nennen, die ein Zerreißen der Säcke in Stücke
nicht definierter Größe verhindert und diese in geschnittene., durch die Messer und
Sackführung im wesentlichen größenbestimmte Teile auch bei Minderfüllung trennt, wobei
die Vorrichtung eine praktisch vollständige Abscheidung des zu entleerenden Gutes
von den Sackteilen und im übrigen einen gleichmäßigen Austrag des abgeschiedenen Gutes
zur Hauptsache bereits über das erste Drittel der Siebtrommel ermöglichen soll.
[0013] Zusammengefaßt kann die Aufgabe also darin gesehen werden, daß eine bessere Trennung
der Sackteile von dem Gut und deren gleichmäßiger Austrag ohne Staugefahr erreicht
werden soll.
[0014] Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe sieht vor,
.daß im Aufgabegehäuse der mit Durchgriffen für die Messer versehene Boden einer Richtschurre
um eine einlaufseitig befestigte Achse verschwenkbar angeordnet ist, dessen lastabhängig
in Richtung des Einzugsbereiches der Messer geneigte Lage durch mindestens ein am
Aufgabegehäuse direkt oder indirekt sich abstützendes, federndes Element so bestimmt
ist, daß - unabhängig vom Gewicht bzw. der hiervon abhängigen Dicke des Sackes - die
Neigung des Bodens für eine praktisch gleiche Eindringtiefe der oben und unten angeordneten
Messer in den Sack eingestellt ist, wobei die Messer, paarweise koaxial und peripher
zueinander gerichtet, im Aufgabegehäuse angeordnet sind, und daß in Auslaufrichtung
der Siebtrommel zumindest diese über einen Teilbereich ihrer Länge, ausgehend von
der Aufgabeseite, mit einem oder mehreren Stauring(en) versehen ist.
[0015] Durch die Anordnung einer besonderen mit einem lastabhängig sich verschwenkenden,
mit Durchbrüchen für die Messer versehenen Boden ausgerüstete Richtschurre wird sowohl
eine gleichmäßige Zuführung zu den Werkzeugen, d.h. zu den Messern, erreicht und -
unabhängig von der Sackdicke - eine praktisch gleichmäßige Eindringtiefe der Messer
von oben und unten in die Säcke und eine Zerteilung des Gutes erzielt.
[0016] Die vorgeschlagene paarweise koaxial und peripher zueinander gerichtete Messeranordnung
gewährleistet in Verbindung mit der Richtschurre die Trennung des Sackes in Streifen
von im wesentlichen gleichbleibender Größe, wobei der Verzicht auf die bekannte "Lücke
auf Lücke stehende Anordnung der Messer" die senkrecht zur Sackdurchlaufrichtung wirkenden
Kräfte wesentlich reduziert, was anstelle der störenden Reißkanten zu glatten Schnittbegrenzungen
führt.
[0017] Die vorgesehenen Stauringe ermöglichen die Einstellung eines praktisch kontinuierlichen
Gutaustrages über das erste Drittel der Länge der Siebtrommel.
[0018] Zur Ausbildung und Auswahl des federnden Elementes ist vorgesehen, daß dessen Federcharakteristik
einstellbar ist, und daß das federnde Element als Gas-und/oder öldruckfeder bzw. dergleichen
ausbildbar ist.
[0019] Zur Messerfixierung ist festzuhalten, daß die die Messer tragenden Messerwellen jeweils
paarweise gegenüberliegend im Gehäuse in fest zugeordneten Führungen fliegend gelagert
sind und auf jedem austretenden Wellenende ein Messer durch die Messerhalterung auswechselbar
fixiert ist,
daß die Lagerung jeder Messerwelle im Austrittsbereich aus der eine Traghülse bildenden
Führung durch Doppelwälzlager erfolgt,
daß der Endbereich der Wellen mit einer konischen, im Bereich des geringeren Durchmessers
jeweils mit einer in ein Gewinde überführenden Klemmhülse verbunden ist, und
daß dieser Hülse zwei ineinander greifende Spannplatten mit zur Klemmhülse korrespondierend
ausgebildeten Durchgängen, einschließlich dem zwischengefügten Messer, aufschiebbar
und durch die Spannmutter fixierbar zugeordnet sind.
[0020] Diese Ausbildung ermöglicht einen einfachen Wechsel der einzelnen Messer, die vorzugsweise
so ausgebildet sind, daß sie einseitig kegelförmig angeschliffen sind, wobei die jeweils
ebene Seite der ebenen Seite des gegenüberliegenden Messers zugerichtet ist, und
daß die Peripherie des Messers mit wellenförmigen Anschliffen ausbildbar ist.
[0021] Die Zahl der Anschliffe und deren Formgebung werden ldztlich durch das im Sack einlagernde
Gut mitbestimmt.
[0022] Grundsätzlich haben die Wellenanschliffe jedoch den Vorteil, daß die Messerscheiben
mit gleichem Durchmesser in koaxialer Richtung getauscht oder auch achsparallel zwischen
den Wellenenden, im Kreuz versetzt, ausgetauscht werden können.
[0023] Jede Messerwelle wird in der Regel durch einen separaten Motor angetrieben.
[0024] Zu der Anordnung der bereits erwähnten Stauringe ist zu bemerken, daß der mit diesen
ausgerüstete Bereich der Trommel sich zumindest über 60% der Trommellänge oder über
die Gesamttrommellänge erstreckt, und daß der Innendurchmesser eines oder mehrerer
Stauringe(s) mit je einem abnehmbaren, übergreifenden .Ring aus elastischem Material
bestückbar ist.
[0025] Bei den aus elastischem Material bestehenden Ringen handelt es sich im wesentlichen
um Gummiringe, wobei fallweise, je nach zu entleerendem Gut, auch andere Elastomere
gewählt werden können.
[0026] Die elastischen Ringe tragen zur Schonung des Gutes bzw. umgekehrt zur Schonung der
Stauringe, je nach den physikalischen Eigenschaften des auszutragenden Gutes aus der
Siebtrommel, bei.
[0027] Zur Steigerung der Bewegungsintensität in der Siebtrommel ist vorgesehen, daß in
der Siebtrommel mehrere, am inneren Umfang verteilte und in der Regel in Reihe angeordnete,
in Auslaufrichtung geneigte Mitnehmerhaken angeordnet sind, wobei die Mitnehmerhaken
vorzugsweise in ihrem mittleren Bereich um etwa 10° abgewinkelt sind und ihre Spitzen
im Abstand zum Trommelgrund quasi konzentrisch zu diesem ausgerichtet sind.
[0028] Die vorgeschlagene Anordnung und Ausbildung der Mitnehmerhaken gewährleistet damit
ein sich mehrfach wiederholendes sicheres Erfassen und Hochheben der Sackstreifen
und deren Wenden während ihres Durchganges durch die Siebtrommel und damit deren optimale
Entleerung vor ihrer Aufgabe in die für sie vorgesehene Auslaufschurre.
[0029] Zur Ausbildung des Ubergangsbereiches zwischen Aufgabegehäuse und Siebtrommel wird
vorgeschlagen, daß das Aufgabegehäuse in seinem Auslaufbereich als eine in die Siebtrommel
einmündende Eingabeführung ausgebildet ist, die in ihrem Endbereich durch eine Pendelschürze
absperrbar ist.
[0030] Dadurch wird eine Trennung zwischen Aufgabegehäuse und Siebtrommel ermöglicht und
Rückwirbelungen aus der Siebtrommel in das Aufgabegehäuse verhindert.
[0031] Um den anteiligen Anfall von Gutagglomerationen, wie sie insbesondere bei hygroskopischen
oder gepreßten Stoffen in starkem und störendem Umfang gegeben sein können, gegen
Null gehend zu reduzieren, wird in einer Weiterbildung vorgeschlagen, den Sackinhalt
einem-Walkvorgang zu unterziehen.
[0032] In diesem Zusammenhang wird vorgeschlagen, daß ein der Richtschurre für die Sackführung
vorgeordnetes,
[0033] den Gutinhalt zerteilend walkendes Walzenpaar vorgesehen ist, dessen Walzen separat
antreibbar sind, wobei zumindest die Umfangsgeschwindigkeit einer Walze veränderbar
einstellbar ist, daß die Walzen in ihrem Achsabstand zueinander durch zumindest eine
parallel verschiebbare Anordnung einer Walze veränderbar einstellbar sind, und daß
die Stellglieder für die lageveränderbare Fixierung bei Überlast einen zusätzlich
lastabhängigen Pufferweg freigeben.
[0034] Durch den mit Walzen über den Sack auf das Gut durch voreinstellbaren Abstand eintellbar
ausgeübten Druck wird der in der Regel auf die äußere Gutschicht beschränkte Zusammenhang
der Teilchen gebrochen und hierbei in ihre Pulver- oder Kornform, zumindest aber in
relativ kleine Einzelagglomerationen, d.h. Knollen, zurückgeführt.
[0035] Ein wesentlich verbesserter Aufschluß des agglomerierten Gutes wird bei Einstellung
unterschiedlicher Umfangsgeschwindigkeiten der Walzen und das damit verbundene "Zerreiben"
des Gutes erreicht, wobei selbstverständlich die Möglichkeit eines vorzeitigen Reißens
des Sackes bei der Einstellung von Differenzgeschwindigkeiten Grenzen setzt.
[0036] Die Einstellung des Walzenabstandes ermöglichenden Stellglieder sichern durch den
bei überlast wirksam werdenden Pufferweg die Walzen, deren Anordnung und deren Antriebe
vor Zerstörung.
[0037] Es ist vorgesehen, daß der separate Antrieb der Walzen durch einen jeder Walze zugeordneten
Motor erfolgt.
[0038] Selbstverständlich ist es auch möglich, daß der separate Antrieb der Walzen durch
einen Motor bzw. ein Getriebe mit entsprechenden Abtrieben erfolgt und zumindest einem
Abtrieb ein die Drehzahl veränderbares Getriebeglied zugeordnet ist.
[0039] Zur Ausbildung des Traggerüstes für die Walzen wird vorgeschlagen, daß als Träger
für die achsparallel verschiebbare Walze ein Gleitschlitten vorgesehen ist, der zwischen
zwei Schenkeln eines U-förmigen Traggestelles durch druckmittelbeaufschlagte Stellglieder
bewegbar angeordnet ist, und daß im Bereich des Verbindungssteges der beiden parallelen
Schenkelebenen des Traggestelles, unveränderlich lagefixiert, die zweite Walze angeordnet
ist.
[0040] Eine Weiterbildung ermöglicht die schwellenartige Belastung des Sackinhaltes.
[0041] Hierbei ist vorgesehen, daß um den Mantel jeder Walze, in gleichmäßigen Abständen
verteilt, achsparallel gleichfalls Quetschleisten bildende Mitnehmerelemente angeordnet
sind,
[0042] wobei die Mitnehmerelemente Rundstäbe sind, denen fallweise um 180° versetzt, in
Richtung der Drehrichtung geneigt angeordnete Schlagleisten zugeordnet sind.
[0043] Eine Abänderung der Vorrichtung verzichtet auf das allgemein bei diesen Vorrichtungen
übliche plane Überkornabscheidesieb.
[0044] Diese Abänderung sieht vor, daß um die Siebtrommel ein zylindrisches Sieb mit geringerer
Maschenweite konzentrisch im Abstand zur innenliegenden Sieb- - trommel angeordnet
ist, wobei das Sieb, zumindest auslaufseitig, in einen geschlossenen Längenbereich
als Austragszone mit achsparallelem Auslauf für das Überkorn überführt.
[0045] Zur Ausbildung des Siebes wird vorgeschlagen, daß das äußere Sieb aus mehreren, in
seinem Querschnitt Kreisabschnitte bildende, einzeln auswechselbare, durch eine Unterstützungskonstruktion
getragene Siebfelder zusammengefügt ist.
[0046] Die Erfindung wird durch die beigefügte zeichnerische Darstellung einer beispielsweisen
Ausführung näher erläutert.
Figur 1 zeigt einen Schnitt in Längsrichtung durch die als "Sackleermaschine" bezeichnete
Vorrichtung, wobei die Ausbildung der Stauringe als vergrößertes Teil herausgezogen
ist.
Figur 2 zeigt einen Schnitt I - I aus Figur 1 durch den Einlaufbereich der Siebtrommel.
Figur 3 zeigt die innerhalb der Richtschurre angeordneten Messer, wobei diese in die
Schurre eingreifen.
Figur 4 zeigt im Detail die Ausbildung und Anordnung der Mitnehmerhaken in der Siebtrommel.
Figur 5 zeigt im Aufriß eine vor dem Einzugsbereich der Messer im Aufgabebereich anordnungsbare
Sackwalkvorrichtung.
Figur 6 zeigt einen Schnitt I - I aus Figur 7.
Figur 7 zeigt die Draufsicht aus Figur 5.
Figur 8 zeigt im Schnitt eine Teildarstellung der im Aufgabegehäuse vorgesehenen Richtschurre
mit verschwenkbar angeordnetem, federnd abgestützem Boden.
Figur 9 zeigt eine Draufsicht auf Figur 8, auf der die Lage der Messer und deren Durchgriff
im verschwenkbaren Boden zu entnehmen ist.
Figur 10 zeigt in Abweichung von Figur 1 einen Längsschnitt durch eine andere Ausbildung
einer Siebtrommel, bei der,anstelle eines geneigten Überkornabscheidesiebes,eine zweite
äußere Siebtrommel mit geringerer Maschenweite konzentrisch im Abstand zur inneren
Trommel als Überkornabschiedesieb vorgesehen ist.
Figur 11 zeigt den Schnitt I - I aus Figur 10 mit der gestrichtelten Darstellung einzel
auswechselbarer Siebfelder.
[0047] Durch den Förderer 1 werden die zu entleerenden Säcke in den Sackschneidebereich
1' aufgegeben.
[0048] Der Sackschneidebereich 1' ist unmittelbarer Teilbereich des Aufgabegehäuses 3, in
dem eine die Führung der Säcke vermittelnde Richtschurre 4 zu den Messern 2 angeordnet
ist, wobei jeweils zwei Messer 2 paarweise in ihrer Peripherie zueinander sowie in
ihrem Abstand voneinander koaxial ausgerichtet sind.
[0049] Der koaxiale Abstand der Messer 2 beträgt etwa ein Drittel der Sackbreite; sie sind
außerhalb der Richtschurre 4 angeordnet, sie treten jedoch mit ihrer Peripherie von
oben nach unten durch die obere Richtschurrenbegrenzung 4' und von unten nach oben
durch den zum Auflagebereich der Richtschurre 4 gelenkig um eine Achse 52 verschwenkbar
angeordeneten,lastabhängig in Richtung des Einzugsbereiches der Messer 2 geneigten
Boden 51 in die Richtschurre 4 ein. Die lastabhängige Neigung des Bodens 51 wird durch
mindestens ein federndes Element, das im Falle dieses Beispieles als Gasdruckfeder
53 ausgebildet ist, bestimmt, wobei die Federcharakteristik so eingestellt ist, daß
bei einem Mindergewicht des Sackes, z.B. durch eine durch Beschädigung bedingten Teilentleerung,
der Sack soweit anhebt, daß praktisch die gleiche Eindringtiefe durch die oben und
unten angeordneten Messer 2 gegeben ist. Der Sack wird,entsprechend dem genannten
Abstand,beim Aufschneiden etwa gedrittelt.
[0050] Ein Teil des ursprünglich eingesackten Gutes trifft dabei unmittelbar auf die einen
Teil des Aufgabegehäuses 3 bildende Eingabeführung 7 auf, während der Rest des in
den Sackteilen verbleibenden bzw. mit diesen versetzten Gutes in die Siebtrommel 8
aufgegeben wird.
[0051] Um die geteilten Säcke und das aus ihnen entfernte Gut gegenüber der Eingabeführung
7 des Aufgabegehäuses 3 zu begrenzen, d.h. Rückwirbelungen zu vermeiden, ist im Auslaufbereich
der Eingabeführung 7 eine sich geringfügig überlappende und selbsttätig rückschlagende
Pendelschürze 9 vorgesehen.
[0052] Das in die Siebtrommel 8 gelangende Leersackmaterial einschließlich des in ihm verbliebenen
bzw. anhaftenden Gutes wird in der Siebtrommel 8 durch später beschriebene Mittel
einer lebhaften Bewegung unterworfen und hierbei von dem Gut abgereinigt, wobei die
Trommel so ausgebildet ist, daß das entleerte, abgereinigte Sackmaterial über die
Leer sackschurre 15 in den Leersackauslauf 15' einmündet.
[0053] Bei dem hier beschriebenen Beispiel ist die Siebtrommel geneigt angeordnet, sie kann
aber bei entsprechender fördernder Ausbildung der Einbauten auch horizontal angeordnet
werden.
[0054] Zur Ausbildung der beispielsweisen Siebtrommel 8 ist festzuhalten, daß diese über
zumindest 60% ihrer Länge in Auslaufrichtung betrachtet mehrere im Abstand verteilt
angeordnete Stauringe12 aufweist, wobei der Innendurchmesser jedes Stauringes mit
einem übergreifenden Gummiring 13 bestückbar ist. Die Stauringe 12 haben den Zweck,
ein Durchschießen des Gutes und einen schnellen Durchlauf des Sackmaterials durch
die Siebtrommel 8, zu verhindern, so daß der Hauptaustrag des zu trennenden Gutes
im vorderen Bereich der Trommel erfolgt und im rückwärtigen, d.h. im Endbereich eine
intensive Restentleerung stattfindet.
[0055] Desweiteren sind in der Siebtrommel 8 mehrzahlig, am inneren Umfang verteilte, in
Reihen angeordnete,schräg in Auslaufrichtung geneigte Mitnehmerhaken 11 angeordnet,
die die Sackteile erfassen, nach oben anheben und wieder auf den Trommelgrund zurückfallen
lassen.
[0056] Die Mitnehmerhaken 11 sind unabhängig von ihrer Schräganordnung, und zwar in ihrer
Mitte, um 10° abgewinkelt, so daß die Spitzen im Abstand zum Trommelgrund quasi konzentrisch
zu diesem ausgerichtet sind.
[0057] Die Siebtrommel 8 ist in einem Gehäuse 14 angeordnet, das in die Leersackschurre
15 überführt.
[0058] Unterhalb des Trommelbereiches ist eine in einen Feingutauslauf 16' überführende
Feingutschurre 16 ausgebildet, wobei die Schurre 16 etwa in ihrem mittlerem Höhenbereich
durch ein geneigt angeordnetes Uberkornabscheidesieb 16'' abgegrenzt ist, das in einen
separaten überkornauslauf 16''' überführt.
[0059] Dem Boden der Feingutschurre 16 ist ein Vibrator 17 zugeordnet, der den bewegbar
angeordneten Teil der Feingutschurre 16 in Schwingungen versetzt.
[0060] Das abgeschiedene Feingut verläßt die Vorrichtung über den Feingutauslauf 16', so
daß nach unten drei Ausläufe 16', 16''' und 15' zum Anschluß an weiterleitende Elemente
ausgebildet abführen.
[0061] Der Antrieb der Siebtrommel 8 erfolgt über mindestens einen Getriebemotor 18, der
zwei parallel gerichtete mit Treibrollen 18'' ausgerüstete Wellen 18' antreibt, wobei
die Treibrollen 18" den der Siebtrommel 8 verbundenen Laufringen 8' kraftschlüssig
zugeordnet sind. Das die Trommel einschließende
Ge-häuse 14 ist mit einer Filterabsaugvorrichtung 19 ausgerüstet.
[0062] Zur Anordnung der Schneidemesser 2 im Sackschneidebereich 1' ist zu bemerken, daß
die vier vorgesehenen Schneidemesser 2 an fliegend angeordneten, einander zugerichteten
Messerwellenpaaren 5/5' und 6/6' befestigt sind. Jede dieser Wellen ist separat durch
einen Elektromotor angetrieben und unmittelbar vor dem Austritt aus einer feststehenden
Traghülse 21 durch ein Doppelwälzlager 22 geführt. Die eigentliche Messerhalterung
20 wird durch zwei ineinandergreifende Spannplatten 23/24 gebildet, wobei diese Spannplatten
in ihrem zentrischen Durchgang konisch ausgebildet sind und dieser Konus mit je einer
auf diesen Wellen angeordneten ebenfalls konisch ausgebildeten Klemmhülse 25 korrespondiert.
[0063] Der vordere Bereich der konischen Klemmhülse 25 ist mit einem Gewinde versehen, so
daß - in Verbindung mit der Spannmutter 26 - die beiden Spannplatten 23/24 gegen das
zwischen ihnen angeordnete Messer .gepreßt werden. Die Messer 2 sind einseitig keglig
angeschliffen, wobei die ebene Seite jeweils zu der gegenüberliegenden ebenen Seite
gerichtet ist, während der kegelförmige Anschliff in Richtung des Antriebes weist.
Darüberhinaus sind die Messer mit wellenförmigen Anschliffen versehen, wobei z.B.
bei einem Messerdurchmesser von 500 mm 60 Anschliffe vorgesehen sind.
[0064] In Ergänzung dieser Ausbildung ist vorgesehen, in dem
Aufgabegehäuse 3,vor der Richtschurre 4 und dem eigentlichen Sackschneidebereich 1',
eine Sackwalkvorrichtung 31 bis 39 zuzuordnen. Diese ist für die Lockerung verknollter
bzw. agglomerierter Sackinhalte gedacht, wie sie beispielsweise bei der Lagerung eingesackter
hygroskopischer-und gepreßter Materialien entstehen können.
[0065] Die Walzen 31 werden durch ein U-förmiges,aus einem oberen Schenkel 38', einem unteren
Schenkel 38" und einem verbindenden Steg 38''' gebildetes Traggestell 38 und durch
einen zwischen den beiden Schenkeln 38' und 38'' angeordneten Gleitschlitten 37 getragen.
Jede der beiden Walzen 31, und zwar die verschiebbar im Gleitschlitten 37 angeordnete
Walze 31' sowie die feststehend im verbindenden Steg 38''' angeordnete Walze 31''
ist jeweils durch einen separaten Motor 32 antreibbar, wobei in aller Regel eine der
Walzen 31, vorzugsweise die stationär angeordnete Walze 31", für ein nicht gezeichnetes
verstellbares Getriebeglied mit variabler Drehzahl antreibbar ist.
[0066] Die achsparallel verschiebbare Walze 31' ist über hydraulische Stellglieder 39 einstellbar,
wobei für die jeweils . die Spaltbreite bestimmenden Lage der verstellbaren Walze
31', bei überschreiten der maximal zulässigen Höchstlast,ein Sicherheitspufferweg
39' durch die Verstellglieder 39 freigegeben wird.
[0067] Jeder Walzenmantel 33 ist mit über seinen Umfang in gleichmäßigen Abständen verteilten,achsparallel
angeordneten Mitnehmer- bzw. Quetschelementen 34/35 versehen.
[0068] Die Mitnehmerelemente sind Rundstäbe 34, denen jeweils um 180° versetzt Schlagleisten
35 zugeordnet sind.
[0069] Die Walzen 31 werden gegenläufig, und zwar nach innen, d.h. in den zwischen ihnen
gebildeten Spalt einziehend, angetrieben.
[0070] Eine Abänderung der Vorrichtung verzichtet auf das Überkornabscheidesieb 16'' und
schlägt an Stelle dessen die konzentrische Anordnung eines zylindrischen Siebes 61
um die Siebtrommel 8 vor, wobei die Maschenweite dieses Siebes 61 geringer als das
der Siebtrommel 8 ist und etwa der des Überkornabscheidesiebes 16'' entspricht. Das
Sieb 61 ist aus drei gleichen, in ihrem Querschnitt Kreisabschnitte bildende, einzeln
auswechselbaren Federn 62 gebildet und wird durch eine Unterstützungskonstruktion
63 getragen. Auslaufseitig weist das Sieb 61 einen als Uberkornaustragszone 64 wirksamen
geschlossenen Längenbereich auf, der in den achsparallelen Auslauf 65 überführt.
1. Vorrichtung zum Schneiden von pulvrige bis körnige und/oder granulat- oder flockenförmige
Stoffe enthaltender Säcke aus Papier, Kunststoff, Jute oder dergleichen, sowie zum
auflockernden Zerteilen und Trennen des Gutes von bzw. aus dem Sack bzw. von dessen
Teilen, bestehend aus einem durch Förderer beschickten Aufgabegehäuse mit Schneidevorrichtung,
einer in einem Gehäuse angeordneten Siebtrommel mit getrennten Ausläufen für die Sackteile,
das zu entleerende Gut, sowie fallweise für abzuscheidendes überkorn, dadurch gekennzeichnet,
d a ß im Aufgabegehäuse (3) der mit Durchgriffen für die Messer (2) versehene Boden
(51) einer Richtschurre (4) um ehe einlaufseitig befestigte Achse (52) verschwenkbar
angeordnet ist, dessen lastabhängig in Richtung des Einzugsbereiches der Messer (2)
geneigte Lage durch mindestens ein am Aufgabegehäuse direkt oder indirekt sich abstüzendes,
federndes Element (53) so bestimmt ist, daß - unabhängig vom Gewicht bzw. der hiervon
abhängigen Dicke des Sackes - die Neigung des Bodens (51) für eine praktisch gleiche
Eindringtiefe der oben und unten angeordneten Messer (2) in den Sack eingestellt ist,
wobei die Messer (2),paarweise koaxial und peripher zueinander gerichtet, im Aufgabegehäuse
(3) angeordnet sind, und d a ß in Auslaufrichtung der Siebtrommel (8) diese zumindest
über einen Teilbereich ihrer Länge, ausgehend von der Aufgabeseite, mit einem oder
mehreren Stauring(en) (12) versehen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
d a ß die Federcharakteristik des federnden Elementes (53) einstellbar ist, und
d a ß das federnde Element (53) als Gas- und/ oder öldruckfeder bzw. dergleichen ausbildbar
ist .
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
d a ß die die Messer (2) tragenden Messerwellen (5/5' und 6/6') jeweils paarweise
gegenüberliegend im Gehäuse (3) in fest zugeordneten Führungen (21) fliegend gelagert
sind und auf jedem austretenden Wellenende ein Messer (2) durch die Messerhalterung
(20) auswechselbar fixiert ist,
d a ß die Lagerung jeder Messerwelle (5/5' und (6/6') im Austrittsbereich aus der
eine Traghülse (21) bildenden Führung durch Doppelwälzlager (22) erfolgt,
d a B der Endbereich der Wellen (5/5') und (6/6') mit einer konischen, im Bereich
des geringeren Durchmessers jeweils mit einer in ein Gewinde überführenden Klemmhülse
(25) verbunden ist, und
d a ß dieser Hülse (25) zwei ineinander greifende Spannplatten (23/24) mit zur Klemmhülse
(25) korrespondierend ausgebildeten Durchgängen, einschließlich dem zwischengefügten
Messer (2), aufschiebbar und durch die Spannmutter (26) fixierbar zugeordnet sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 3, dadurch gekennzeichnet,
d a ß die Messer (2) einseitig kegelförmig angeschliffen sind, wobei die jeweils ebene
Seite der ebenen Seite des gegenüberliegenden Messers (2) zugerichtet ist, und
d a ß die Peripherie des Messers (2) mit wellenförmigen Anschliffen ausbildbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch-gekennzeichnet,
d a ß der mit Stauringen (12) ausgerüstete Bereich der Trommel sich zumindest über
60% der Trommellänge oder über
die Gesamttrommellänge erstreckt, und
d a ß der Innendurchmesser eines oder mehrerer Stauringe (s) (12) mit je einem abnehmbaren,
übergreifenden Gummiring (13) aus elastischem Material bestückbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
d a ß in der Siebtrommel (8) mehrere, am inneren Umfang verteilte und in der Regel
in Reihe angeordnete, in Auslaufrichtung geneigte Mitnehmerhaken (11) angeordnet sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
d a ß die Mitnehmerhaken (11) in ihrem mittleren Bereich um etwa 10° abgewinkelt sind
und ihre Spitzen im Abstand zum Trommelgrund quasi konzentrisch zu diesem ausgerichtet
sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
d a B das Aufgabegehäuse (3) in seinem Auslaufbereich als eine in die Siebtrommel
(8) einmündende Eingabeführung (7) ausgebildet ist, die in ihrem Endbereich durch
eine Pendelschürze (9) absperrbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
d a ß ein der Richtschurre (4) für die Sackführung vorgeordnetes, den Gutinhalt verteilend
walkendes Walzenpaar vorgesehen ist, dessen Walzen (31) separat antreibbar sind, wobei
zumindest die Umfangsgeschwindigkeit einer Walze (31' oder 31") veränderbar einstellbar
ist,
d a B die Walzen (31) in ihrem Achsabstand zueinander durch zumindest eine parallel
verschiebbare Anordnung einer Walze (31') veränderbar einstellbar sind, und
d a B die Stellglieder (39) für die lageveränderbare Fixierung bei Überlast einen
zusätzlichen lastabhängigen Pufferweg (39') freigeben.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß der separate Antrieb der Walzen (31) durch einen jeder Walze zugeordneten Motor
(32) erfolgt.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
d a ß der separate Antrieb der Walzen (31) durch einen Motor (32) bzw. ein Getriebe
mit entsprechenden Abtrieben erfolgt und zumindest einem Abtrieb ein die Drehzahl
veränderbares Getriebeglied zugeordnet ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
d a B als Träger für die achsparallel verschiebbare Walze ein Gleitschlitten (37)
vorgesehen ist, der zwischen zwei Schenkeln (38'/38") eines U-förmigen Traggestelles
(38) durch druckmittelbeaufschlagte Stellglieder (39) bewegbar angeordnet ist, und
daß im Bereich des Verbindungssteges (38"') der beiden parallelen Schenkelebenen des
Traggestelles (38),unveränderlich lagefixiert, die zweite Walze (31'') angeordnet
ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
d a ß um den Mantel (33) jeder Walze (31), in gleichmäßigen Abständen verteilt, achsparallel
gleichfalls Quetschleisten bildende Mitnehmerelemente (34/35) angeordnet sind.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet,
d a B die Mitnehmerelemente Rundstäbe (34) sind, denen fallweise um 180° versetzt,
in Richtung der Drehrichtung geneigt angeordnete Schlagleisten (35) zugeordnet sind.
15. Abänderung der Vorrichtung nach Anspruch 1, 6 und 7, dadurch gekennzeichnet,
d a B um die Siebtrommel (8) ein zylindrisches Sieb (61) mit geringerer Maschenweite
konzentrisch im Abstand zur innenliegenden Siebtrommel (8) angeordnet ist, wobei
das Sieb (61) , zumindest auslaufseitig, in einen geschlossenen Längenbereich als
Austragszone (64) mit achsparallelem Auslauf (65) für das überkorn überführt.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet,
d a ß das Sieb (61) aus mehreren,in seinem Querschnitt Kreisabschnitte bildende, einzeln
auswechselbare, durch eine Unterstützungskonstruktion (63) getragene Siebfelder (62)
zusammengefügt ist.