(19)
(11) EP 0 107 200 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
02.05.1984  Patentblatt  1984/18

(21) Anmeldenummer: 83110580.4

(22) Anmeldetag:  22.10.1983
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3F26B 21/12, F26B 25/22
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH FR GB LI NL SE

(30) Priorität: 23.10.1982 DE 3239250

(71) Anmelder: Bohm, Dirk, Dipl.-Ing.
D-2000 Hamburg (DE)

(72) Erfinder:
  • Bohm, Dirk, Dipl.-Ing.
    D-2000 Hamburg (DE)

(74) Vertreter: Struck, Willi (DE) 
Friedrich-Ebert-Strasse 10f
D-25421 Pinneberg
D-25421 Pinneberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Anordnung zur Einstellung der Abluftmenge insbes. bei Trocknern


    (57) Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur automatischen Anpassung der Abluftmenge an die Verdampfungsleistung unter wechselnden Betriebsbedingungen bei mittels Frischluft, Umluft und Abluft betriebenen Trocknern, in denen eine Flüssigkeit verdampft wird und bezweckt die Schaffung einer derartigen Anordnung durch die mit einfachen Mitteln, insbesondere ohne schmutzempfindliche Feuchtefühler diese Anpassung der Abluftmenge ermöglicht wird.
    Erfindungsgemäß soll dazu die Einstellung der Abluftmenge in Abhängigkeit von der Differenz zwischen der Temperatur T1 der dem zu trocknenden Gut zugeführten Umluft und der Temperatur T2 der von dem Gut abgeführten Umluft erfolgen, wobei vorzugsweise die Differenz dieser Temperaturen mittels eines Meßumformers für die Verstellung der Drehzahl der Abluftventilatoren verwendet werden soll.


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur automatischen Anpassung der Abluftmenge an die Verdampfungsleistung unter wechselnden Betriebsbedingaungen bei mittels Frischluft, Umluft und Abluft betriebenen Trocknern, in denen eine Flüssigkeit verdampft wird.

    [0002] Es ist bekannt, daß bei derartigen Trocknern mit vermehrter Frischluftzufuhr eine höhere Leistung erzielbar ist. Wegen der leistungsunabhängigen Kosten bei der Trocknung, wie Kapitaldienst, Lohnkosten usw., wirkt sich einerseits jede Leistungssteigerung bei einem Trockner günstig auf die Stückkosten aus. Andererseits fallen bei der vermehrten Zufuhr von Frischluft erhöhte Kosten für die Erwärmung dieser Luft an. Wird die Frischluftmenge erhöht, steigen diese Kosten entsprechend an. Die erzielte Mehrleistung wird aber immer geringer, so daß irgendwann eine weitere Erhöhung der Frischluftzufuhr nicht mehr lohnt.

    [0003] Es gibt ein Stückkosten-Minimum, welches durch ein bestimmtes Verhältnis von Frischluft zu verdampftem Wasser gekennzeichnet ist, auszudrücken in Kg/Kg oder Abluftfeuchte in % oder als Abluft-Taupunkt. Um die optimale Abluftfeuchte auch bei wechselnder Trocknungsleistung, z.B. schmale - breite, leichte - schwere Ware aufrechterhalten zu können, sind Abluftfeuchte-Regelanlagen bekannt, deren allgemeine Verbreitung aber bei Textiltrocknern bisher an ihrem hohen Preis gescheitert sind und daran, daß sie durch die in der Abluft enthaltenen Flusen und öligen Nebel innerbalb kurzer Zeit unbrauchbar werden.

    [0004] Durch die vorliegende Erfindung soll deshalb die Aufgabe gelöst werden, eine Anordnung zu schaffen, durch die mit einfachen Mitteln, insbesondere ohne schmutzempfindliche Feuchtefühler eine automatische Anpassung der Abluftmenge an die Verdampfungsleistung eines Trockners bei wechselnden Betriebsbedingungen ermöglicht wird.

    [0005] Der Erfindung liegt folgende überlegung zu Grunde. Für die an die Warenbahn übertragene Wärmemenge gilt:

    Darin sind:

    GW = verdampfte Wassermenge (Kg/h)

    △iW = Verdampfungs- u. Überhitzungswärme des Wassers (kWh/kg)

    VL = Umluftstrom (m3/h)

    cpL= spez. Wärme der Luft (kWh/kg K)

    △TL = Umluftabkühlung (K)



    [0006] Dann ist:

    worin

    während des Trocknungsprozesses eine Konstante ist, die teils lüfterdrehzahl-, teils temperaturabhängig ist. Mißt man also die Temperaturdifferenz △TL mit zwei Temperaturfühlern und stellt man an einem Meßumformer die Verstärkung so ein, daß bei △ TLmax die dazugehörige Abluftmenge VAmax gefördert wird, braucht man nur noch dafür zu sorgen, daß die Abluftmenge sich immer proportional zu △TL verstellt. Zur Lösung der gestelltem Aufgabe wird daher eine Anordnung vor geschlagen, bei der die Einstellung der Ab- luftmenge in Abhängigkeit von der Differenz zwischen der Temperatur T1 der dem zu trocknenden Gut zugeführten und der Temperatur T2 der von dem-Gut abgeführten Umluft erfolgt. Dabei kann die Differenz zwischen der Temperatur T1 und der Temperatur T2 mittels eines Meßumformers für die Verstellung der Drehzahl der Abluftventilatoren direkt oder auch über Regelgetriebe erfolgen. Es liegt auch im Rahmen der Erfindung, daß statt der Drehzahlverstellung eine Verstellung der Leitschaufeln der Ventilatoren vorgenommen wird oder auch daß eine Verstellung einer Drosseleinrichtung, beispielsweise einer Drosselklappe, in der Abluftleitung erfolgt.

    [0007] Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, den Meßumformer mit einstellbarer Verstärkung auszuführen. Vorteilhaft, aber nicht darauf beschränkt ist es,die Verstellung der Drehzahl der Antriebsmotore der Abluftventilatoren über den Motoren zugeordnete vom Meßumformer gesteuerte statische Frequenumformer vorzunehmen.


    Ansprüche

    1. Anordnung zur automatischen Anpassung der Abluftmenge an die Verdampfungsleistung unter wechselnden Betriebsbedingungen bei mittels Frischluft, Umluft und Abluft betriebenen Trocknern, in denen eine Flüssigkeit verdampft wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Einstellung der Abluftmenge in Abhängigkeit von der Differenz zwischen der Temperatur T1 der dem zu trocknenden Gut zugeführten Umluft und der Temperatur T2 der von dem Gut abgeführten Umluft erfolgt.
     
    2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die D ferenz zwischen der Temperatur T1 und der Temperatur T2 mittels eines Meßumformers für die Verstellung der Drehzahl der Abluftventilatoren verwendet wird.
     
    3. Anordnung nach Anspruch 1.und 2, dadurch gekennzeichnet, daß statt der Drehzahlverstellung eine Verstellung der Leitschaufeln oder e'iner Regeldüse an den Abluftventilatoren erfolgt.
     
    4. Anordnung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet. daß statt der Drehzahlverstellung die Verstellung einer Drosseleinridhtung in der Abluftleitung vorgenommen wird.
     
    5. Anordnung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Meßumformer mit einstellbarer Verstärkung ausgeführt ist.
     
    6. Anordnung nach Anspruch 1, 2 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellung der Drehzahl der Antriebsmotore der Abluftventilatoren über den Motoren zugeordnete vom Meßumformer gesteuerte Frequenzumformer erfolgt.