[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen hohlen Gründungskörper im wesentlichen konstanten
Querschnittes, bestehend aus Beton, der nach unten durch eine wasserdurchlässige Schicht
fortgesetzt ist, wobei in der wasserdurchlässigen Schicht ein Filterrohr angeordnet
ist, aus welchem eindringendes Wasser durch ein im Gründungskörper geführtes Rohr
entfernbar ist.
[0002] Es ist bereits verschiedentlich vorgeschlagen worden, Drainagepfähle, die zur Absenkung
des Grundwassers im Bereich von Gründungspfählen oder -mauern üblich sind, nicht seitlich
zu dem Gründungsbauwerk anzuordnen. Vielmehr wird ein Rohr durch den Gründungskörper
in die Tiefe geführt, in welches das Grundwasser aus einer unterhalb des Gründungskörpers
befindlichen wasserdurchlässigen Schicht eindringt, worauf es nach oben gepumpt oder
gesaugt wird. Statisch betrachtet ist bei bekannten derartigen Einrichtungen (vgl.
AT-PS 186 197, AT-PS 225629) die unterhalb des Gründungskörpers befindliche Filterschicht
kein Teil des Gründungskörpers.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es demgegenüber, einen Gründungskörper der eingangs skizzierten
Art, insbesondere einen Gründungspfahl, so auszugestalten, daß er zunächst in bekannter
Weise als Drainagepfahl wirkt, gleichzeitig jedoch in voller Länge statisch wirksam
ist. Dies wird dadurch erreicht, daß die wasserdurchlässige Schicht aus Filterbeton,
insbesondere in an sich bekannter Weise Einkornbeton, besteht.
[0004] Soweit bisher Filterbeton, insbesondere auch das Einkornmaterial, hergestellt worden
ist, wurden daraus Filtersteine vorgefertigt, die anschließend verlegt worden sind.
Erfolgte die Einbringung des Einkornmaterials, wie dies AT-PS 358 997 beschreibt,
in den Grundwasserbereich, so wurde dafür Sorge getragen, einerseits die Wand des
Bohrloches abzudichten und überdies durch hinreichenden Bindemittelzusatz den Einkornbeton
für das Grundwasser undurchlässig zu machen.
[0005] Der verwendete Filterbeton weist an sich schon größere Druckfestigkeit auf als natürliche
wasserdurchlässige Schichten oder als ein um das Filterrohr eingebrachter Kiesmantel.
Zudem ist es möglich, den gesamten Gründungskörper mit einer durchgehenden Bewehrung
zu versehen. Sobald der Grundwasserspiegel genügend abgesenkt ist, kann der Filterbeton
außerdem mit einem erhärtenden Injektionsmaterial verpreßt werden. Dies war bisher
schon vorgeschlagen worden (vgl. AT-PS 168 946), um eine Filterschicht wasserundurchlässig
zu machen. Im Zusammenhang mit der Erfindung führt das überdies dazu, daß das untere
Ende des Gründungskörpers vom oberen Teil desselben übertragene Druckkräfte in verstärktem
Maße aufnehmen kann.
[0006] Einzelheiten der Erfindung werden anschließend anhand der Zeichnung beschrieben,
wobei
Fig. 1 einen Querschnitt durch einen Drainagepfahl darstellt und
Fig. 2a bis 2g die Herstellung desselben illustrieren;
Fig. 3a bis 3d zeigen die Verwendung der beschriebenen Pfähle bei der Herstellung
eines Gebäudes;
Fig. 4a bis 4c zeigen die Anwendung der Erfindung bei einer Drainagewand.
[0007] Der in Fig. 1 dargestellte Drainagepfahl besteht aus einem unteren Teil aus Filterbeton
1 und einem oberen Teil aus wasserundurchlässigem Normalbeton 7. Er ist durchgehend
mit längsverlaufenden Bewehrungseisen 2 versehen, die durch eine Wendel in Umfangsrichtung
verlaufender Bewehrungseisen zusammengehalten sind. Entlang der Achse des rings vom
Erdreich 8 umgebenen Pfahles verlaufen Rohre 6 und 4. Das vom Filterbeton 1 umgebene
Rohr ist als wasserdurchlässiges Filterrohr 4 ausgebildet und dementsprechend mit
Schlitzen od. dgl. versehen. Eine Bodenplatte 3 mit einem daran angeschweißten Sumpfrohr
5 verhindert die Auswaschung des Bodens unterhalb des Drainagepfahles. Mit 9 ist ein
entfernbarer Gummipacker angedeutet, der während der Herstellung der Schicht aus Filterbeton
1 das Eindringen von Beton ins Innere des Filterrohres4 verhindert.
[0008] Der dargestellte Drainagepfahl wird hergestellt, indem zunächst ein Mantelrohr 10
in das Erdreich 8 bis unter den Grundwasserspiegel 11 abgesenkt wird (Fig. 2a, 2b).
Mittels üblicher Baumaschinen 13 wird der Innenraum des Mantelrohres 10 entleert.
Anschließend wird das Rohr 6 eingebracht (Fig. 2c), das an seinem unteren Ende das
Filterrohr 4, das Sumpfrohr 5 und die Bodenplatte 3 trägt. Um die Bewehrungseisen
2 wird Filterbeton 1 eingebracht, während gleichzeitig das Mantelrohr 10 hochgezogen
wird (Fig. 2d).
[0009] Der an sich bekannte Filter- oder Einkornbeton setzt sich vorzugsweise aus Kies einer
einheitlichen Korngröße zwischen 2 mm und 32 mm zusammen und enthält ca. 120 bis 200
kg Zement pro m
3 Filterbeton. Es ist nur eine relativ geringe Wasserzugabe notwendig, da nur ein Anheften
der Zementteilchen an die Kieskörner notwendig ist. Das zum vollkommenen Abbinden
des Betons notwendige Wasser wird bei der Unterwassereinbringung durch das dort ja
vorhandene Grundwasser ergänzt. Um die Bindung des Zements an den Kies bei starkem
Wassereintritt zu sichern, können handelsübliche Zusätze verwendet werden, die das
Lösen des Zements von den Kieskörner verhindern. Ihr Anteil beträgt üblicherweise
zwischen 0,3 und 0,8 Gew.-%.
[0010] Der gesamte Beton (auch Einkornbeton) wird, wie derzeit üblich, mit Hilfe eines Betonierrohres
in die entsprechende Höhe (Tiefe) des Drainagepfahles eingebracht.
[0011] Während des Einbringens des Filterbetons 1 kann, wie erwähnt, das Filterrohr 4 durch
einen Gummipacker 9 abgedichtet werden, während des Abbindevoranges kann hingegen
der Filterbeton durchspült werden, damit er wasserdurchlässig bleibt. Anschließend
an die Herstellung der Schicht aus Filterbeton 1 wird der obere Teil des Drainagepfahles
in Normalbeton 7 (Fig. 2e) ausgeführt. Der Grundwasserspiegel 11 wird abgesenkt (Fig.
2f), indem aus dem Drainagepfahl das über das Filterrohr 4 eingedrungene Wasser über
eine durch das Rohr 6 eingebrachte Pumpe hochgepumpt oder von oben abgesaugt wird.
Sobald keine weitere Drainage mehr vonnöten ist, kann der Filterbeton 1 durch das
Filterrohr 4 durch eine Zementinjektion 12 verpreßt und damit wasserundurchlässigen
und verstärkt druckfest gemacht werden.
[0012] Der erfindungsgemäße Aufbau eines zur Drainage verwendbaren Gründungspfahles berücksichtigt
die Unterschiede, denen ein solcher Bauteil in seinen verschiedenen Höhenbereichen
ausgesetzt ist: Biegebeanspruchungen beschränken sich praktisch auf den oberen Teil,
wo der Pfahl in konventioneller Weise aufgebaut ist, im unteren Teil hingegen treten
so gut wie ausschließlich Druckbelastungen auf, die insbesondere von bewehrtem Filterbeton
ohne weiteres aufgenommen werden können. Der zunächst primär der Drainage dienende
unterste Teil des Gründungspfahles ist damit in seiner ganzen Länge dahingehend wirksam,
daß er durch Mantelreibung den Spitzendruck am Pfahlgrund auf das jeweils zulässige
Maß herabsetzt.
[0013] Die Wirkungsweise des erfindungsgemäßen Drainagepfahles während des Bauablaufes wird
anhand von Fig. 3a-d illustriert. Zunächst wird, wie beschrieben, eine Reihe von Pfählen
gemäß Fig. 3a hergestellt. Anschließend erfolgt der Baugrubenaushub (Fig. 3b). Im
Zuge desselben ist eine Ankerung mit Ankern 14 als zusätzliche Sicherung gegen den
auftretenden Erddruck möglich. Unterhalb des Grundwassers kann ein Unterwasseraushub
vorgenommen werden. Falls dies nicht erwünscht ist, besteht die Möglichkeit, bereits
jetzt den Grundwasserspiegel abschnittsweise abzusenken. Die Hauptbeanspruchung des
Pfahles besteht in der Aufnahme von Biegemomenten, welche durch den Erddruck erzeugt
werden. Die auftretenden Biegemomente werden durch die vorhandene Bewehrung 2 aufgenommen.
Die Querschnittsschwächung durch das Brunnenrohr 6 beeinflußt nur sehr unwesentlich
dieses Tragverhalten, da das Brunnenrohr 6 zentrisch angeordnet ist und damit in der
neutralen Zone der Biegebeanspruchung liegt.
[0014] Nach dem Baugrubenaushub (u. U. auch währenddessen) wird das Grundwasser durch die
untere Filterbetonstrecke 1 des Pfahles angesaugt und durch das Brunnenrohr 6 abgepumpt.
Es gelten hier von seiten der Dimensionierung die gleichen Voraussetzungen wie für
einen normalen Brunnen (Fig. 3c). Anschließend wird der unterirdische Teil des Bauwerkes
15 gebaut, so daß eine wasserdichte Wanne entsteht.
[0015] Nach dem Bau des unterirdischen Bauteils wird das oberirdische Gebäude hergestellt
(Fig. 3d). Sobald durch die wachsende Auflast die Auftriebssicherheit des Bauwerkes
gewährleistet ist, kann die Grundwasserabsenkung eingestellt werden. Um die Tragfähigkeit
der Pfähle zu erhöhen, besteht die Möglichkeit, daß anschließend durch das Filterrohr
4 der Einkornbeton 1 mittels Injektion 12 weiter verbessert wird. Dabei wird zusätzlich
zur Tragfähigkeit des Pfahles in diesem Bereich auch die Mantelreibung erhöht, da
das Injektionsgut teilweise in den umgebenden Untergrund eindringt. Soweit erhält
der Pfahl im Zuge des Baufortschrittes eine höhere Tragfähigkeit, die sinnvollerweise
mit der ansteigenden Bauwerkslast abgestimmt werden kann.
[0016] Die Erfindung ist nicht auf Gründungskörper zylindrischen Querschnittes, also auf
Gründungspfähle im engeren Sinne beschränkt, vielmehr ist es möglich, denselben Grundgedanken
bei Gründungskörpern beispielsweise rechteckigen Querschnittes, etwa bei Schlitzwänden,
zu verwirklichen.
[0017] Die' Herstellung einer solchen Drainagewand ist in Fig. 4a bis c dargestellt.
[0018] Gemäß Fig. 4a wird zunächst ein Schacht ausgehoben und dessen Wandung durch eine
zwischen Leitwänden 16 eingebrachte Stützflüssigkeit 18 (z. B. Betonitsuspension)
geschützt. Anschließend (Fig. 4b) wird eine Trennwand 17 abgesenkt, die im allgemeinen
durchlöchert ist, im unteren Bereich aber einen geschlossenen Bauteil 17' aufweist.
Der weitere Ablauf ist derselbe wie zu Fig. 2 beschrieben, mit dem Unterschied, daß
nur auf einer Seite des Wandteiles 17' Filterbeton 1 eingebracht wird und daher nur
auf dieser Seite der Wand eine Absenkung des Grundwassers erfolgt. Der Filterbeton
1 wird erst wirksam, wenn die Abdichtung des angrenzenden Bereiches durch die Stützflüssigkeit,
beispielsweise durch teilweise Auflösung der Dichtungsschicht, aufgehoben worden ist.
1. Hohler Gründungskörper im wesentliche konstanten Querschnittes, bestehend aus Beton
(7), der nach unten durch eine wasserdurchlässige Schicht (1) fortgesetzt ist, wobei
in der wasserdurchlässigen Schicht ein Filterrohr (4) angeordnet ist, aus welchem
eindringendes Wasser durch ein im Gründungskörper geführtes Rohr (6) entfernbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß die wasserdurchlässige Schicht aus Filterbeton (1), insbesondere
in an sich bekannter Weise aus Einkornbeton, besteht.
2. Hohler Gründungskörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der wasserdurchlässigen
Schicht Bewehrungseisen (2) angeordnet sind.
3. Hohler Gründungskörper nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
wasserdurchlässige Schicht durch eine Bodenplatte (3) abgeschlossen ist.
4. Verfahren zur Herstellung einer Gründung unter Verwendung von Gründungskörpern
nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach Abschluß der Grundwasserabsenkung
der Filterbeton (1) in an sich bekannter Weise durch das Filterrohr (4) mit einem
erhärtenden Injektionsmaterial, z. B. Zementmilch, verpreßt wird.
1. Hollow foundation body of substantially constant cross-section, consisting of concrete
(7), which is downwardly continued by a water-pervious layer (1), a filter pipe (4)
being arranged in the water-pervious layer from which entering water can be removed
through a pipe (6) extending through the foundation body, characterized in that the
water-pervious layer is filtering concrete (1), in particular uniform-grained concrete
known per se.
2. Hollow foundation body according to claim 1, characterized in that reinforcing
irons (2) are arranged in the water-pervious layer.
3. Hollow foundation body according to claim 1 or 2, characterized in that the water-pervious
layer is sealed by a bottom plate (3).
4. Method of making a foundation by using foundation bodies according to claim 1,
characterized in that after lowering of the ground water the filtering concrete (1)
is in a manner known per se injected under pressure with a hardenable injection material,
e. g. thin cement mortar, through the filter pipe (4).
1. Elément de fondation creux de section sensiblement constante, se composant de béton
(7), qui est prolongé vers le bas par une couche perméable à l'eau (1), auquel cas
il est prévu dans la couche perméable à l'eau un tube de filtrage (4) hors duquel
de l'eau de pénétration peut être enlevée au moyen d'un tube (6) guidé dans l'élément
de fondation, caractérisé en ce que la couche perméable à l'eau se compose de béton
de filtrage (1), notamment d'une manière connue de béton monogranulaire.
2. Elément de fondation creux selon la revendication 1, caractérisé en ce que des
fers d'armature (2) sont disposés dans la couche perméable à l'eau.
3. Elément de fondation creux selon une des revendications 1 ou 2, caractérisé en
ce que la couche perméable à l'eau est obturée par une plaque de fond (3).
4. Procédé pour réaliser une fondation en utilisant des éléments de fondation conformes
à la revendication 1, caractérisé en ce que, après terminaison de l'opération d'abaissement
du niveau d'eau de fond, le béton de filtrage (1) est refoulé d'une manière connue
dans le tube de filtrage (4) au moyen d'une matière d'injection pouvant durcir, par
exemple du lait de ciment.