(19)
(11) EP 0 111 235 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
20.06.1984  Patentblatt  1984/25

(21) Anmeldenummer: 83111891.4

(22) Anmeldetag:  28.11.1983
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3E04B 1/76, B32B 5/18, E04F 13/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR GB LI NL

(30) Priorität: 04.12.1982 DE 8234174 U

(71) Anmelder: BASF Aktiengesellschaft
67063 Ludwigshafen (DE)

(72) Erfinder:
  • Krueckau, Fritz Ernst
    D-6719 Battenberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorgefertigtes Verbundelement zur Aussenisolierung von Gebäudewänden


    (57) Ein vorgefertigtes Verbundelement zur außenseitigen Wärmedämmung von Gebäudewänden besteht aus

    A einer Wärmedämmplatte, vorzugsweise aus einem harten Schaumkunststoff,

    B einer Klebstoffschicht und

    C Verkleidungsplatten, z.B. aus Keramik, Stein oder Asbestzement.


    Die Wärmedämmplatte A ist (im Einbauzustand) außenseitig mit vertikal verlaufenden Lüftungskanälen versehen.




    Beschreibung


    [0001] Zur Außenisolierung von Gebäudewänden ist die Verbundfassade mit gewebearmiertem Putz am gebräuchlichsten, da sie preiswert und einfach aufzubringen ist und ein akzeptables Aussehen hat. Dabei werden Wärmedämmplatten direkt auf das Mauerwerk angebracht, die anschließend verputzt werden. Infolge Verformungsbehinderung der wärme- und schwindungsbedingten Dehnung der Wärmedämmplatten treten hohe Kräfte auf, die zur Rißsicherung ein starkes Armierungsgewebe in der Putzschicht erforderlich machen. Der Einbau ist also mit erheblichem Arbeitsaufwand verbunden. Bei Sonneneinstrahlung wird die Wandoberfläche durch Wärmestau stark aufgeheizt, was zu einer entsprechenden Beanspruchung des Verbundaufbaus führt. Ein weiterer Nachteil rührt daher, daß in der Winterperiode durch Diffusion und Kondensation an der Grenzfläche zwischen Mauerwerk und :Wärmedämmplatte Tauwasser in beträchtlichem Umfang anfallen kann, was zu einer unerwünschten Verminderung der Dämmwirkung führt.

    [0002] Diese Nachteile treten bei der hinterlüfteten Fassade in wesentlich geringerem Maße auf. Hier wird auf das Mauerwerk eine Unterkonstruktion aus Metallprofilen oder Holz zwischen die Dämmplatten oder über diese derart aufgebracht, daß vertikal verlaufende Lüftungsöffnungen entstehen. Auf dieser Unterkonstruktion werden Verkleidungsplatten befestigt, so daß die Feuchtigkeit in bauphysikalisch idealer Weise abgeführt wird. Das Anbringen der Unterkonstruktion ist jedoch mit erheblichen Kosten verbunden; außerdem besteht die Gefahr, daß bei Schäden oder Verlegefehlern die in der Praxis vorwiegend verwendeten Mineralfaserdämmplatten durch Schlagregen stark durchfeuchtet werden und dadurch ihre Wärmedämmfähigkeit weitgehend verlieren.

    [0003] Der Erfindung lag nun die Aufgabe zugrunde, die Vorteile beider Isoliersysteme unter weitgehender Vermeidung der Nachteile zu vereinen.

    [0004] Es wurde gefunden, daß-diese Aufgabe gelöst ist bei einem Verbundelement aus

    A einer Wärmedämmplatte,

    B einer Klebstoffschicht und

    C Verkleidungsplatten,


    bei dem die Wärmedämmplatte mit im Einbauzustand außenseitig vertikal verlaufenden Lüftungskanälen versehen ist. Dd/rö

    [0005] In den Abbildungen ist das erfindungsgemäße Verbundelement skizzenhaft dargestellt. Fig. 1 zeigt das Element von vorn, Fig. 2 von oben und Fig. 3 von der Seite.

    [0006] Die Größe des Verbundelements kann in weiten Grenzen schwanken, es ist vorzugsweise 0,3 bis 2,0 m breit und 0,3 bis 3,0 m hoch.

    [0007] Die der Gebäudewand zugewandte Seite des Verbundelements besteht in einem Stück aus einer Wärmedämmplatte A, die vorzugsweise 20 bis 200 mm, insbesondere 30 bis 120 mm dick ist. Sie besteht vorzugsweise aus einem harten Schaumkunststoff, z.B. auf Basis von Polystyrol oder Polyurethan, es können jedoch auch Kork- oder Leichtbauplatten verwendet werden. Sie ist erfindungsgemäß mit mehreren - im Einbauzustand - außenseitig vertikal verlaufenden Lüftungskanälen versehen, deren Tiefe t vorzugsweise 10 bis 50, insbesondere 20 bis 40 mm beträgt. Diese Lüftungskanäle sind in die Wärmedämmplatte eingefräst, wobei sie verschiedenartig geformt sein können, z.B. trapezartig hinterschnitten, um eine möglichst große Klebefläche zu erhalten. Die Lüftungskanäle sind an der Außenfläche der Wärmedämmplatte vorzugsweise b = 20 bis 200 mm, insbesondere 40 bis 100 mm breit; sie weisen einen Achsabstand a voneinander von vorzugsweise 50 bis 400 mm, insbesondere von 100 bis 200 mm auf. Ihr Flächenanteil an der Außenfläche der Wärmedämmplatte beträgt vorzugsweise 20 bis 70 X, insbesondere 40 bis 60 X. Die Wärmedämmplatte kann wie üblich mit Randfalzen versehen sein.

    [0008] Die Außenflächen der von den Lüftungskanälen ausgesparten Stege ist mit der Klebstoffschicht B bedeckt, welche die Verbindung zu den Verkleidungsplatten C herstellt. Als Klebstoffe sind die üblichen Baukleber und Fliesenkleber, z.B. Dispersionskleber oder Dispersionszementkleber geeignet.

    [0009] Zum Schutz der Dämmschicht gegen Witterungseinflüsse und zu Dekorationszwecken weist das erfindungsgemäße Verbundelement an seiner Außenseite Verkleidungsplatten C auf. Diese können aus kleinformatigen oder großformatigen Natur- oder Kunststein-Fliesen oder -Platten bestehen, z.B. aus Asbestzement, Asbestzementsubstituten, kunstharzgebundenen Materialien, Keramikfliesen oder Spaltplatten. Die Fugen zwischen nebeneinanderliegenden Platten können abgedichtet sein, bevorzugt sind sie aber offen, wobei es besonders günstig ist, wenn übereinander angeordnete Platten sich überlappen (siehe Figur 3) und die Ränder sich durch entsprechende Profilierung überdecken. Grundsätzlich kann die Verkleidungsplatte C die gleiche Größe haben wie die Wärmedämmplatte A, bevorzugt ist sie jedoch wesentlich kleiner, so daß auf eine Wärmedämmplatte A mehrere Verkleidungsplatten geklebt sind, die im Verband oder Raster angeordnet werden.

    [0010] Die Verbundelemente werden durch Verkleben der Wärmedämmplatte A mit den Verkleidungsplatten C werkseitig vorgefertigt. Sie werden an der Baustelle in einem Arbeitsgang an der Gebäudewand so befestigt, daß die Lüftungskanäle über die gesamte Wandhöhe durchlaufen, um die Anforderungen der DIN 18516 (Entwurf Juli 1982) zu erfüllen. Sie werden entweder angeschraubt, angeklemmt oder vorzugsweise mit den oben beschriebenen Klebern angeklebt. Bei versetzter Anordnung der einzelnen Reihen von Verkleidungsplatten auf der Wärmedämmplatte als Verband (siehe Figur 1) ist eine Weiterführung des Verbands der nebeneinanderliegenden Verbundelemente möglich, wobei zur Vervollständigung des Verbands in die ausgespar- ten Randbereiche nachträglich-Verkleidungsplatten eingeklebt werden.

    [0011] Die Außenisolierung mit den erfindungsgemäßen Verbundelementen hat gegenüber den bisher üblichen hinterlüfteten, wärmedämmenden Fassadenverkleidungen den Vorteil, daß keine tragende Unterkonstruktion gebraucht wird, die Verbundelemente können in einem Arbeitsgang auf die Gebäudewand aufgeklebt werden, wobei die Montage so einfach ist, daß sie auch vom Heimwerker ausgeführt werden kann. Die Möglichkeit, verschiedenartige Verkleidungsplatten zu verwenden, ergibt eine große Gestaltungsvielfalt.

    [0012] Die Hinterlüftung durch die Lüftungskanäle sorgt für einen schnellen Feuchtigkeitsausgleich und ständigen Temperaturausgleich im Sinne der DIN 18 516. Dadurch werden starke und schnelle Temperaturschwankungen, die zu Spannungen und Ablösung der Klebstoffschicht führen könnten, vermieden. Wenn die einzelnen Verkleidungsplatten nicht kraftschlüssig miteinander verbunden sind, verläuft ihre Temperaturverformung sogar unabhängig voneinander, so daß sich aus temperaturbedingten Längenänderungen praktisch keine Zug-, Druck- und Scherkräfte in den Verbundelementen aufbauen können. Das ist besonders ausgeprägt bei kleinformatigen, schuppenartig wirkenden Verkleidungsteilen:


    Ansprüche

    1. Vorgefertigtes Verbundelement zur außenseitigen Wärmedämmung von Gebäudewänden, bestehend aus

    A einer Wärmedämmplatte,

    B einer Klebstoffschicht und

    C Verkleidungsplatten,


    dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmedämmplatte A mit (im Einbauzustand) außenseitig vertikal verlaufenden Lüftungskanälen versehen ist.
     
    2. Verbundelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es 0,3 bis 2,0 m breit und 0,3 bis 3,0 m hoch ist.
     
    3. Verbundelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke der Wärmedämmplatte A 20 bis 250 mm beträgt.
     
    4. Verbundelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Tiefe der Lüftungskanäle 10 bis 50 mm beträgt.
     
    5. Verbundelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lüftungskanäle an der Außenfläche der Wärmedämmplatte 20 bis 200 mm breit sind, einen Achsabstand voneinander von 50 bis 400 mm aufweisen und ihr Flächenanteil an der Außenfläche der Wärmedämmplatte 20 bis 70 % beträgt.
     




    Zeichnung