[0001] Die Erfindung bezieht sich auf die Verwendung eines Feh-
lerstromschutzschalters, in dessen Sekundärkreis eines Summenstromwandlers mit einer
bei 50 Hz ausreichenden Primärwindungszahl eine Sperrmagnetvorrichtung angeordnet
ist.
[0002] Fehlerstromschutzschalter, die mit einer heute üblichen Auslöseeinrichtung versehen
sind, arbeiten dagegen mit einem Haltemagneten und sind auf eine Betriebsfrequenz
von 50 Hz abgestellt. Wenn solche Fehlerstromschutzschalter Verbraucher in Netzen
mit anderer Frequenz schützen sollen, stört die Frequenzabhängigkeit des Haltemagnetsystems.
Marktübliche Haltemagnete sind bei 50 Hz am empfindlichsten und da ihr Auslösebereich
bei niedrigeren Frequenzen und besonders bei höheren Frequenzen zu höheren Auslöseströmen
ansteigt, sind besondere Vorkehrungen erforderlich, um ein Auslösen bei geforderten
Werten sicherzustellen.
[0003] Mit einem üblichen Haltemagnetsystem konnten bisher nur Fehlerstromschutzschalter
für einen Einsatz bis maximal 400 Hz bei Nennströmen von 25 A für Nennfehlerströme
von 30 mA durch gezielte Maßnahmen im Einzelfall realisiert werden. Um einen Fehlerstromschutzschalter
für Betriebsfrequenzen zu ertüchtigen, die von den üblichen 50 Hz abweichen, ist bisher
die Primärwindungszahl erhöht worden. Zusätzlich mußte der Prüfstromkreis, mit dem
die Einsatztüchtigkeit des Fehlerstromschutzschalters geprüft werden kann, besonders
angefertigt bzw. eingestellt werden. Durch solche Maßnahmen entsteht aus einem markt-
üblichen Fehlerstromschutzschalter mit Haltemagnet eine Sondertype für einen engen
Frequenzbereich, der von den üblichen 50 Hz abweicht.
[0004] Fehlerstromschutzschalter, die mit einer als Sperrmagnet ausgebildeten Auslöseeinrichtung
arbeiten, waren in früheren Jahren gebräuchlich (Siemens-Zeitschrift, 1960, S. 229
bis 231). Auch solche Fehlerstromschutzschalter sind nur im üblichen Frequenzbereich
von 50 Hz eingesetzt worden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Fehlerstromschutzschalter bereitzustellen,
der im Frequenzbereich der technisch genutzten Frequenzen frequenzunabhängig ist,
der also mit anderen Worten: ohne Anpassungsänderungen bei diesen Frequenzen sicher
Auslösen und Verbraucher schützen kann.
[0006] Die Lösung der geschilderten Aufgabe besteht nach der Erfindung in der Verwendung
eines Fehlerstromschutzschalters, in dessen Sekundärkreis eines Summenstromwandlers
mit einer bei 50 Hz ausreichenden Primärwindungszahl eine Sperrmagnetvorrichtung angeordnet
ist, als frequenzunabhängigen Fehlerstromschutzschalter in einem Frequenzbereich einschließlich
und oberhalb von etwa 16 2/3 Hz. Ein solcher Fehlerstromschutzschalter löst bei Wechselfehlerströmen
bis zu Frequenzen von etwa 400 Hz sicher aus.
[0007] Beim erfindungsgemäßeb Einsatz eines Fehlerstromschutzschalters kann man nach Weiterbildungen
zugleich auch Fehlerströme mit Gleichstromkomponenten erfassen. Hierzu kann der Summenstromwandler
in an sich bekannter Weise (DE-AS 20 44 302) aus einem Kernmaterial mit F-Charakteristik
gefertigt sein. Hierfür eignet sich beispielsweise Ultraperm 80 von VAC. Man kann
auch in an sich bekannter Weise (DE-PS 20 36 497) im Sekundärkreis in Reihen-oder
in Parallelschaltung einen Kondensator einschalten, der auf die Frequenz der Spannung
zumindest in etwa auf Reosnanz abgestimmt ist, die ein im Primärkreis fließender Gleichstromkomponenten
enthaltender Fehlerstrom auf der Sekundärseite des Summenstromwandlers induziert.
Vorteilhaft ist auch die Verbindung der beiden geschilderten Weiterbildungen.
[0008] Die Erfindung soll nun anhand von in der Zeichnung grob schematisch wiedergegebenen
Ausführungsbeispielen näher erläutert werden:
In Fig. 1 ist ein frequenzunabhängiger Fehlerstromschutzschalter mit einer Sperrmagnetvorrichtung
veranschaulicht. In Fig. 2 ist ein frequenzunabhängiger Fehlerstromschutzschalter
nach -Fig. 1 wiedergegeben, der zugleich auch Fehlerströme mit Gleichstromkomponenten
erfassen kann. In Fig. 3 ist ein anderes Ausführungsbeispiel für einen Fehlerstromschutzschalter
wiedergegeben, der mit'einer Sperrmagnetvorrichtung arbeitet und im Sekundärkreis
einen Kondensator in Parallelschaltung aufweist, um nicht nur Wechselstrom-Fehlerströme
sondern auch Fehlerströme mit Gleichstromkomponenten erfassen zu können.
[0009] Der Fehlerstromschutzschalter nach Fig. 1 überwacht die Leiter 1 und 2, die als Primärwindungen
durch den Summenstromwandler 3 geführt sind. Im Sekundärkreis des Summenstromwandlers
ist eine Auslösevorrichtung 4 mit einem Sperrmagneten angeordnet. Sie steht in Wirkverbindung
mit einem Schaltschloß 5, das die Schaltkontakte 6 öffnen kann.
[0010] Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist im Sekundärkreis des Summenstromwandlers 3
ein Kondensator 7 in Reihenanordnung eingeschaltet. Er ist auf die Frequenz der Spannung
zumindest in etwa auf Resonanz abgestimmt, die ein im Primärkreis fließender Gleichstromkomponenten
enthaltender Fehlerstrom auf der Sekundärseite des Summenstromwandlers 3 induziert.
Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 ist der Kondensator 7 nach Fig. 2 in Parallelanordnung
im Sekundärkreis eingeschaltet.
[0011] Solche Fehlerstromschutzschalter sprechen nicht nur auf Wechselstrom-Fehlerströme
sondern auch auf solche Fehlerströme an, die-Gleichstromkomponenten enthalten, bei
denen übliche Fehlerstromschutzschalter nicht ansprechen können.
[0012] Die Fehlerstromschutzschalter nach den Figuren 1 bis 3 weisen darüber hinaus den
Vorteil auf, daß sie sicher auslösen, solange Fehlerströme eine verbrauchsseitige
Gefährdung darstellen, da sie für ihren Betrieb netzunabhängig sind. Andere bekannte
elektronische Fehler~ stromschutzschalter benötigen hingegen ein intaktes Netz, um
arbeiten zu können. Die erfindungsgemäß eingesetzten Fehlerstromschutzschalter lösen
auch dann noch aus, wenn das Netz, z. B. ein Mehrleiternetz, teilweise gestört oder
unterbrochen ist, aber ein Fehlerstrom noch fließen kann. Darüber hinaus benötigen
solche Fehlerstromschutzschalter bei einem Einsatz von einschließlich und oberhalb
etwa 16 2/3 Hz keinen auf die Betriebsfrequenz besonders abgestimmten Prüfstromkreis.
Solche Fehlerstromschutzschalter mit einem Sperrmagneten und im übrigen heute üblicher
Ausbildung für den Einsatz bei 50 Hz eignen sich also für einen Einsatzbereich von
etwa 16 2/3 Hz bis darüber hinaus für die bei gängigen technischen Netzen vorkommenden
Frequenz bis 400 Hz.
1. Verwendung eines Fehlerstromschutzschalters, in dessen Sekundärkreis eines Summenstromwandlers
(3) mit einer bei 50 Hz ausreichenden Primärwindungszahl eine Sperrmagnetvorrichtung
(4) angeordnet ist, als frequenzunabhängigen Fehlerstromschutzschalter in einem Frequenzbereich
einschließlich und oberhalb von etwa 16 2/3 Hz.
2. Fehlerstromschutzschalter zur Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Summenstromwandler (3) aus einem Kernmaterial mit F-Charakteristik besteht.
3. Fehlerstromschutzschalter zur Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet
, daß im Sekundärkreis in Reihen- oder Parallelschaltung ein Kondensator (7) eingeschalter
ist, der auf die Frequenz der Spannung zumindest in etwa auf Resonanz abgestimmt ist,
die ein im Primärkreis fließender Gleichstromkomponenten enthaltender Fehlerstrom
auf der Sekundärseite des Summenstromwandlers (3) induziert.