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EP 0 114 232 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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03.06.1987 Patentblatt 1987/23 |
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Anmeldetag: 17.11.1983 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)4: C23C 4/04 |
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Spritzpulver für die Herstellung verschleissfester Beschichtungen
Flame spray powder for producing wear-resistant coatings
Poudre à pulvérisation dans une flamme pour la réalisation de vêtements résistant
à l'usure
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FR GB IT |
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Priorität: |
20.12.1982 DE 3247054
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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01.08.1984 Patentblatt 1984/31 |
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Anmelder: GOETZE AG |
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D-51399 Burscheid (DE) |
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Erfinder: |
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- Beyer, Horst, Dr.
D-5093 Burscheid (DE)
- Buran, Ulrich, Dipl.-Ing.
D-5093 Burscheid (DE)
- Fischer, Manfred, Dr.
D-5653 Leichlingen (DE)
- Neuhäuser, Hans Jochem, Dr.
D-5060 Bergisch Gladbach 2 (DE)
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Entgegenhaltungen: :
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Spritzpulver für die Herstellung von verschleissfesten
Beschichtungen auf den Lauf- und Reibungsflächen gleitender Reibung ausgesetzter Maschinenteile,
wie insbesondere von Kolbenringen in schnellaufenden Dieselmotoren, den Reibflächen
von Synchronringen oder den Feuerstegen von Kolbenböden der Kolben in Verbrennungskraftmaschinen
durch vorzugsweise ein Plasmaspritzverfahren.
[0002] Zur Erhöhung der Verschleissfestigkeit werden in der Praxis die Laufflächen gleitender
Reibung ausgesetzter Maschinenteile vor allem mit galvanischen Hartchromschichten
oder mit thermisch aufgespritzten Schutzüberzügen aus vorzugsweise Metallen oder Metallegierungen
versehen. Zur Beschichtung vor allem der Laufflächen von Kolbenringen für Verbrennungskraftmaschinen
hat sich als Spritzwerkstoff vor allem Molybdän hervorragend bewährt. Das Molybdän
wird dabei entweder ganzflächig aufgetragen, und man spricht von Überzügen in überspritzter
Form, oder es werden Nuten und Ausnehmungen in die Laufflächen eingearbeitet, die
dann mit dem Spritzwerkstoff ausgefüllt werden, und man spricht dann von Beschichtungen
in ein- oder beidseitig gekammerter Form.
[0003] Molybdänspritzschichten besitzen vor allem eine hervorragende Brandspurfestigkeit,
während ihre Verschleissfestigkeit der von galvanischen Hartchromschichten unterlegen
ist. Zusätzlich sind Molybdänspritzschichten relativ spröde, so dass vor allem bei
extremen Belastungen die Gefahr von Schichtausbrüchen sowohl bei gekammerten als auch
bei überspritzten Ringen besteht.
[0004] Deshalb hat man vor allem zur Verbesserung der Verschleissfestigkeit derartiger Schichten
versucht, dem Molybdän andere Elemente zuzulegieren oder zuzumischen, und man hat
zusätzlich Hartstoffe den Spritzpulvern hinzugefügt. Nach der Literaturstelle «Schweisstechnik»,
27, Band 9 (1977), Seiten 396 und 399, werden durch Plasmaspritzen verschleissfeste
Schichten aus Molybdän und Molybdänkarbid hergestellt. Die Spritzpulver der DE-AS
2433814 bestehen aus Molybdän mit 0,5 bis 45% Eisen, Kobalt, Nickel, Titan, Vanadium,
Chrom, Aluminium, Wolfram, Tantal, Rhenium und/oder Zirkonium sowie 0,8 bis 10% Silizium,
und nach der DE-OS 2841 552 sind dem Molybdän 3 bis 40% Aluminiumlegierung zugemischt.
Beide Spritzpulver können zusätzlich gegebenenfalls Hartstoffe auf der Basis von Karbiden,
Nitriden, Oxiden und/oder intermetallischen Verbindungen enthalten. Diese Massnahmen
erbrachten vor allem eine Verbesserung der Verschleissfestigkeit der Spritzschichten;
mit Verbesserung der Verschleissfestigkeit büssten derartige Schichten einen Teil
ihrer Brandspurfestigkeit ein, oder die Schichten wurden spröder, so dass es bei extremen
Belastungen sogar vermehrt zu Schichtausbrüchen kam.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, Spritzpulverzusammensetzungen
zu finden, aus denen sich durch thermische Spritzverfahren verschleissfeste Beschichtungen
auf insbesondere den Laufflächen von reibender Beanspruchung ausgesetzten Maschinenteilen
in überspritzter und in ein- oder beidseitig gekammerter Form herstellen lassen, die
zugleich eine verringerte Sprödigkeit und damit eine verbesserte Ausbruchsicherheit
aufweisen, ohne dass die Brandspursicherheit wesentlich herabgesetzt ist. Die Spritzpulver
sollen sich insbesondere zur Beschichtung von Kolbenringen in schnellaufenden Dieselmotoren
eignen.
[0006] Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe durch ein Spritzpulver gelöst, welches aus den
drei Komponenten 20 bis 60 Gewichtsprozent Molybdän, 20 bis 50 Gewichtsprozent Molybdänkarbid
und bis zu 30 Gewichtsprozent einer niedrig schmelzenden Legierung auf der Basis einer
Chromlegierung, einer Chromnickellegierung und/oder einer Aluminiumlegierung besteht.
[0007] Das bevorzugt verwendete Molybdänkarbid ist ein Karbid der Zusammensetzung M
02C, und die bevorzugt eingesetzten niedrig schmelzenden Legierungen sind Nickelchromlegierungen
mit 75 bis 85% Nickel und 15 bis 25% Chrom oder Aluminiumlegierungen mit 10 bis 20%
Silizium und 80 bis 90% Aluminium.
[0008] Das Spritzpulver kann in der Form von Mischungen der drei Komponenten verwendet werden,
bevorzugt enthält das Spritzpulver aber Mikropellets und/oder Verbundpulver aus mindestens
zwei der Komponenten, und die Pulver werden bevorzugt durch ein Plasmaspritzverfahren
aufgetragen.
[0009] Bei mit den erfindungsgemässen Spritzpulvern beschichteten Ringen in sowohl überspritzter
als auch in ein- oder beidseitig gekammerter Form wurde in Motortestläufen gefunden,
dass bei einem Molybdängehalt im Pulver von weniger als 20 Gewichtsprozent der Verschleiss
an der Lauffläche des Gegenpartners derZylinderlaufbüchse zu gross wird, bei Gehalten
von mehr als 60 Gewichtsprozent ist dagegen die Verschleissfestigkeit der Spritzschicht
nicht ausreichend. Umgekehrt ist entsprechend bei einem Molybdänkarbidanteil von unter
25 Gewichtsprozent die Eigenverschleissfestigkeit der Schichten zu gering, während
grössere Molybdänkarbidanteile von über 50 Gewichtsprozent den Verschleiss der Reibpartner
unzulässig heraufsetzt.
[0010] Überraschenderweise wurde aber auch gefunden, dass Schichten mit Molybdän und Molybdänkarbid
innerhalb der angegebenen Mengenverhältnisse keinerlei Einfluss auf die Brandspurfestigkeit
der Schichten besitzen. Die Schichten mit Molybdän und Molybdänkarbid waren ähnlich
brandspursicher wie reine Molybdänschichten.
[0011] Die Zugabe der niedrigschmelzenden Legierungen auf der Basis von Chromlegierungen,
Chromnickellegierungen und/oder Aluminiumlegierungen erhöht die Zähigkeit der Schichten,
so dass die so hergestellten Kolbenringe höhere Schichtausbruchssicherheit aufweisen.
So konnten in Versuchen die Laufflächen von Kolbenringen mit derartigen Pulverbeschichtungen
in überspritzter Form mit nahezu scharfen Kanten, d.h. deren Kanten nicht wie bisher
üblich abgewinkelt waren, sondern deren Kanten fast rechtwinklig zur Lauffläche verliefen,
hergestellt werden. Derartige Ringe zeigten in den Motortestläufen im allgemeinen
keinerlei Schichtbeschädigungen im Kantenbereich.
[0012] Wenn auch die erfindungsgemässen Spritzpulver bevorzugt zur Beschichtung von Kolbenringen
eingesetzt werden sollen, so können sie jedoch auch im Sinne der Erfindung für ähnliche
Anwendungsfälle eingesetzt werden. Gefunden wurde, dass das Pulver sich auch zur Beschichtung
von Feuerstegen und Kolbenböden der Kolben in Verbrennungskraftmaschinen eignet, und
ebenso wurden die Reibflächen von Synchronringen mit den erfindungsgemässen Pulvern
beschichtet.
[0013] Die folgenden Spritzpulverzusammensetzungen erwiesen sich zur Herstellung von Beschichtungen
im Plasmaspritzverfahren als besonders vorteilhaft:
Spritzpulver 1
45 Gewichtsprozent Molybdän
45 Gewichtsprozent Molybdänkarbid
10 Gewichtsprozent Aluminiumlegierung mit 12 Gewichtsprozent Silizium
Spritzpulver 2
40 Gewichtsprozent Molybdän
40 Gewichtsprozent Molybdänkarbid
20 Gewichtsprozent Nickelchromlegierung mit 20 Gewichtsprozent Chrom und 80 Gewichtsprozent
Nickel
Spritzpulver 3
50 Gewichtsprozent Molybdän
25 Gewichtsprozent Molybdänkarbid
25 Gewichtsprozent einer Chromlegierung
1. Spritzpulver für die Herstellung verschleissfester Beschichtungen auf den Lauf-
und Reibungsflächen gleitender Reibung ausgesetzter Maschinenteile, wie insbesondere
den Laufflächen von Kolbenringen in schnellaufenden Dieselmotoren, den Reibungsflächen
von Synchronringen oder den Feuerstegbereichen und den Kolbenböden von Kolben in Verbrennungskraftmaschinen
durch bevorzugt ein Plasmaspritzverfahren, dadurch gekennzeichnet, dass das Spritzpulver
aus den drei Komponenten 20 bis 60 Gewichtsprozent Molybdän 25 bis 50 Gewichtsprozent
Molybdänkarbid und bis zu 30 Gewichtsprozent einer niedrigschmelzenden Legierung auf
der Basis einer Chromlegierung, einer Chromnickellegierung und/oder einer Aluminiumlegierung
besteht.
2. Spritzpulver nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das verwendete Molybdänkarbid
ein Karbid der Zusammensetzung M02C ist.
3. Spritzpulver nach mindestens einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die verwendete niedrig schmelzende Legierung eine Nickelchromlegierung mit 75
bis 85 Gewichtsprozent Nickel und 15 bis 25 Gewichtsprozent Chrom ist.
4. Spritzpulver nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass die verwendete niedrig schmelzende Legierung eine Aluminiumlegierung ist, die
aus 10 bis 20 Gewichtsprozent Silizium und dem Rest Aluminium besteht.
5. Spritzpulver nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass das Spritzpulver ein Gemisch ist.
6. Spritzpulver nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass das Spritzpulver Mikropellets und/oder Verbundpulver aus mindestens zwei der
Komponenten enthält.
1. Spray powder for the production, preferably by a plasma spray process, of wear
resistant coatings on the running and friction surfaces of engine components subjected
to sliding friction, such as in particular the running surfaces of piston rings in
high-speed diesel engines, the friction surfaces of synchronizing disks or the top
lands and crowns of pistons in internal combustion engines, characterized by the fact
that the spray powder consists of the three components 20 to 60 percent by weight
molybdenum 25 to 50 percent by weight molybdenum carbide and up to 30 percent by weight
of a low melting point alloy on a chromium alloy, chromium-nickel alloy and/or aluminum
alloy basis.
2. Spray powder according to Claim 1, characterized by the fact that the molybdenum
carbide used is a carbide of composition M02C.
3. Spray powder according to at least of Claims 1 and 2, characterized by the fact
that the low melting point alloy used is a nickel-chromium alloy with 75 to 85 percent
by weight nickel and 15 to 25 percent by weight chromium.
4. Spray powder according to at least one of Claims 1 to 3, characterized by the fact
that the low melting point alloy used is an aluminium alloy consisting of 10 to 20
percent by weight silicon and the remainder aluminum.
5. Spray powder according to at least one of Claims 1 to 4, characterized by the fact
that the spray powder is a mixture.
6. Spray powder according to at least one of Claims 1 to 4, characterized by the fact
that the spray powder contains micropellets and/or a composite powder composed of
at least two of the components.
1. Poudre à pulvériser pour la réalisation de revêtements résistants à l'usure sur
les portées et les surfaces de frottement de pièces de machine exposée au frottement
par glissement, comme en particulier les portées des segments de piston dans les moteurs
diesel rapides, les surfaces de frottement des segments de synchronisation ou les
zones de garniture de feux et des fonds de piston dans les machines à combustion interne,
ce revêtement étant avantageusement réalisé par un procédé de pulvérisation à plasma,
caractérisée en ce que la poudre à pulvériser se compose des trois composants suivants:
20 à 60% en poids de molybdène
25 à 50% en poids de carbure de molybdène ou jusqu'à 30% en poids d'un alliage à point
de fusion bas sur la base d'un alliage de chrome, d'un alliage de nickel-chrome et/ou
d'un alliage d'aluminium.
2. Poudre à pulvériser selon la revendication 1, caractérisée en ce que la carbure
de molybdène utilisé est un carbure ayant la formule Mo2C.
3. Poudre à pulvériser selon au moins une des revendications 1 et 2, caractérisée
en ce que l'alliage à point de fusion bas utilisé est un alliage au nickel-chrome
comportant de 75 à 85% en poids de nickel et 15 à 25% en poids de chrome.
4. Poudre à pulvériser selon au moins une des revendications 1 à 3, caractérisée en
ce que l'alliage à point de fusion bas utilisé est un alliage d'aluminium comportant
10 à 20% en poids de silicium et le reste d'aluminium.
5. Poudre à pulvériser selon au moins une des revendications 1 à 4, caractérisée en
ce que la poudre à pulvériser est un mélange.
6. Poudre à pulvériser selon au moins une des revendications 1 à 4, caractérisée en
ce que la poudre à pulvériser comporte des microboulettes et/ou une poudre composée
d'au moins deux des composants.