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EP 0 114 566 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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01.08.1984 Patentblatt 1984/31 |
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Anmeldetag: 25.01.1983 |
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(84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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CH DE LI |
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Anmelder: W. BLOESCH AG |
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CH-2540 Grenchen (CH) |
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Erfinder: |
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- Flury, Ernst
CH-2540 Grenchen (CH)
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Vertreter: Seehof, Michel et al |
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c/o AMMANN PATENTANWAELTE AG BERN
Schwarztorstrasse 31 3001 Bern 3001 Bern (CH) |
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Entgegenhaltungen: :
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Glas mit einem Dekor für ein Messinstrument, insbesondere Armbanduhr und Verfahren
zur Herstellung desselben |
(57) Das Dekor auf einem Glas weist einen anderen Brechungsindex als die Umgebung auf,
wobei um das Zeichen eine reflexvermindernde Schicht mit einem anderen Brechungsindex
sein kann.
Werden die Dekors mit Hilfe einer lichtempfindlichen Schicht und einer Lichtoptik
hergestellt, können sehr kleine Zeichen hergestellt werden, die bei senkrechter Draufsicht
nicht erkennbar sind und nur bei schräger Draufsicht erkennbar sind. Dadurch ist die
Möglichkeit gegeben, einerseits unaufdringliche Dekors herzustellen und andererseits
kleine Kennzeichen, die für einen Fälscher sehr schwer nachzumachen sind.
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Glas mit einem Dekor für ein Messinstrument,
insbesondere Armbanduhr und Verfahren zur Herstellung desselben. Es sind bereits eine
Anzahl von Verfahren bekannt, um ein Dekor auf Gläser von Messinstrumenten, insbesondere
von Digitalarmbanduhren, herzustellen, wobei jedoch sämtliche bekannte Dekors aus
undurchsichtigem Metall, Metalloxyd oder sonstigen Farbschichten bestehen. Solche
Dekors sind jedoch stets von Weitem sichtbar und wirken unter gewissen Umständen aufdringlich.
Es ist demgegenüber Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung
eines Dekors anzugeben, das unaufdringliche, diskrete Dekors erzeugt. Die Aufgabe
wird mit den
Verfahren gemäss den Ansprüchen gelöst.
[0002] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Uhren und insbesondere Armaturengläser, beispielsweise an Motorfahrzeugen und Flugzeugen,
mit einer reflexmindernden Schicht, zwecks Erleichterung des Ablesens der Instrumente
sind bekannt, doch wird dabei stets das ganze Uhrenglas, mit einer möglichst gleichmässigen
reflexvermindernden Schicht versehen. Mit dem erfindungsgemässen Verfahren, d.h. durch
Anbringen eines Dekors mit einem anderen Brechungsindex als die umgebende reflektierende
Schicht ist es möglich, unauffällige Dekors anzubringen, die bei senkrechter Draufsicht
schwer, jedoch bei schräger Draufsicht gut erkennbar sind. Ein solches Verfahren erlaubt
nicht nur das Anbringen von Dekors, die bei senkrechter Draufsicht das Erscheinungsbild
des darunterliegenden Zifferblattes nicht stören, sondern auch das Anbringen von normalerweise
nicht gut erkennbaren Zeichen. Wird für die Gestaltung des Zeichens eine lichtempfindliche
Schicht und eine Projektion des Zeichens darauf mittels einer Lichtoptik verwendet,
ist es möglich, sehr kleine, von Auge schwer erkennbare Zeichen aufzubringen, die
bei senkrechter Betrachtung nicht erkennbar sind. Dadurch ist es möglich, solche Zeichen
zur Kennzeichnung eines bestimmten Herstellers oder eines bestimmten Modells zu verwenden
und so eine Fälschungssicherung zu erreichen. Da das Aufbringen von solchen kleinen
Zeichen mit einem anderen Brechungsindex als die Umgebung sehr viel aufwendiger ist
als das Wegkratzen oder Einprägen falscher Markenzeichen auf Uhrenteile oder dergleichen,
wird einem Fälscher die Herstellung solcher Kennzeichnungen sehr erschwert.
[0003] Dabei ist es möglich, zuerst eine Schicht mit einem reflexvermindernden Belag auf
das ganze Glas anzubringen, die Formen des Dekors darauf zu bringen und das Dekor
herauszuätzen oder die Dekors aus der reflexvermindernden Schicht zu bilden und die
übrigen Stellen herauszuätzen. Es ist auch möglich, sowohl das Dekor als auch die
Umgebung aus Schichten mit verschiedenen Brechungsindizes herzustellen, selbstverständlich
auch nur teilweise.
[0004] Die Schichten mit den verschiedenen Brechungsindizes werden nach einem bekannten
Verfahren im Vakuum aufgedampft, wobei diese Schichten sowohl einseitig als auch beidseitig
des Glases aufgebracht werden können. Diese Dekorschichten können auch mit undurchsichtigen,
herkömmlichen Dekorschichten aus Metall, Metalloxyd oder sonstigen Farben kombiniert
werden. Dabei können für einfachere geometrische Formen andere bekannte Verfahren
zur Gestaltung der Dekors verwendet werden, beispielsweise das Umdruckverfahren oder
das Siebdruckverfahren.
1. Glas mit einem Dekor für ein Messinstrument, insbesondere Armbanduhr, dadurch gekennzeichnet,
dass das Dekor einen anderen Brechungsindex als das umgebende Material aufweist.
2. Glas nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es mit Ausnahme des Dekors mit
einer reflexvermindernden Schicht versehen ist.
3. Glas nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Dekor eine reflexvermindernde
Schicht aufweist.
4. Glas nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Dekor aus einer Schicht
mit einem anderen Brechungsindex als die umgebende reflexvermindernde Schicht gebildet
ist.
5. Glas nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Dekor beidseitig
des Glases angebracht ist.
6. Glas nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass es ferner undurchsichtige
Dekorschichten aus Metall, Metalloxyd oder Farben aufweist.
7. Verfahren zur Herstellung eines Glases mit Dekor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Formen des Dekors durch ein Umdruck- oder Siebdruckverfahren oder durch Verwendung
einer lichtempfindlichen Schicht und einer lichtoptischen Projektion einer Vorlage
auf diese lichtempfindliche Schicht gestaltet werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zuerst eine reflexvermindernde
Schicht aufgedampft wird und darauf die Form des Dekors aufgezeichnet wird und das
Dekor anschliessend abgeätzt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zuerst die Dekorschicht
aus einer reflexvermindernden Schicht aufgedampft wird und darauf die Form des Dekors
aufgezeichnet wird und die nicht zum Dekor gehörende Schicht abgeätzt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ferner
undurchsichtige Dekorschichten aufgedampft oder aufgalvanisiert werden.
