[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum maschinellen Herstellen
von Sammelpackungen, bei denen ein Packmittelzuschnitt ganz oder teilweise um das
zu einer Packeinheit zusammengefaßte Packgut gefaltet und durch Verklebung geschlossen
wird.
[0002] Unter den bekannten Maschinen dieser Gattung zum Herstellen von Sammelpackungen unterscheidet
man zwei Arbeitsverfahren, und zwar das Vertikalverfahren und das Horizontalverfahren.
[0003] Beim Vertikalverfahren, auch Absenkverfahren genannt, wird die Packeinheit auf einen
flachliegenden Zuschnitt geschoben oder aufgesetzt und gemeinsam mit dem Zuschnitt
senkrecht durch eine Formstation gezogen oder gedruckt. Infolge des Absenkens werden
die flachliegenden Seitenflächen-des Zuschnitts und seine Deckelfläche hochgeschlagen
sowie die Verschlußklappen der Seitenflächen und danach die Verschlußklappen der Bodenfläche
gefaltet. Das Falten der Deckelfläche und der Deckelflächenverschlußklappen erfolgt
in nachfolgenden Arbeitsgängen. Zum Verschließen der Sammelpackung finden schnellhaftende
Schmelzklebstoffe Verwendung.
[0004] Beim Horizontalverfahren, auch Durchschubverfahren genannt, wird das zu einer Packeinheit
zusammengesetzte Packgut gegen einen senkrecht stehenden oder rechtwinklig vorgefalteten
Zuschnitt geschoben und mit diesem durch Form- und Anpreßteile hindurch
"gepreßt. Während dieses Schubvorgangs werden die Verschlußklappen der hinteren Seitenfläche
und die Boden- und Deckelfläche bzw. nur die Deckelfläche eingeschlagen. Nachfolgend
vollzieht sich der Faltvorgang für die vordere Seitenfläche und die restlichen Verschlußklappen.
Das Verschließen der Packung erfolgt wiederum durch schnellhaftende Schmelzklebstoffe.
[0005] Sowohl das Herstellen von Sammelpackungen nach dem Vertikal- als auch nach dem Horizontalverfahren
kann insofern nicht als zufriedenstellend bezeichnet werden, als der für den Weitertransport
von Packgut und Packmittel durch die Formstation sowie durch die Faltstationen erforderliche
Druck auf das Packgut ausgeübt werden muß. Druckempfindliche Packgüter lassen sich
folglich auf Einschlagmaschinen, die nach den vorab beschriebenen Verfahren arbeiten,
nicht verpacken. Grundsätzlich erfordern diese Arbeitsverfahren eine hohe Eigenfestigkeit
des Packgutes, will man Deformierungen und Bruch ausschließen.
[0006] Obwohl eine hohe Packmittelqualität Voraussetzung für den Einsatz von im Vertikal-
oder Horizontalverfahren arbeitenden Maschinen ist, lassen sich dennoch beim Durchfahren
der Formstation Beschädigungen am Packmittel nicht ausschließen. Eine bei Verwendung
von billigeren Recycling-Materialien unbedingt notwendige schonende Behandlung des
Packmittels ist grundsätzlich bei den genannten Verfahren nicht zu erreichen.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum
maschinellen Herstellen von Sammelpackungen der gattungsgemäßen Art zu schaffen, welche
ein schonendes Behandeln von Packgut und Packmittel und eine feste, formstabile Sammelverpackung
gewährleisten.
[0008] Das Verfahren nach der Erfindung sieht hierzu vor, daß ein Packmittelzuschnitt an
seinen Längskanten zu einem auf seiner Bodenfläche stehenden für den Volleinschlag
c-förmig geöffneten oder für den Teileinschlag 1-förmigen Packmittel vorgeformt wird,
daß das Packgut eingeschoben, die Klebelasche zuerst eingefaltet und die Packeinheit
aus der Beladestation und taktweise durch nachfolgende Faltstationen transportiert
wird, wobei Transportelemente ausschließlich auf das Packmittel einwirken. In einem
vorteilhaften Verfahrensschritt wird der Packmittelzuschnitt beim Anlegen und Zuführen
zur Beladestation an seinen Längskanten vorgefaltet sowie zu einem c-förmig geöffneten
oder 1-förmigen Packmittel geformt.
[0009] Die Vorrichtung zum maschinellen Herstellen von Sammelpackungen geht aus von einer
Anlegestation zum Vereinzeln und Zuführen von Packmittelzuschnitten, von einer Beladestation
zum Zuführen des Packgutes, von einer Fördereinrichtung zum Transportieren der Packeinheiten
durch Faltstationen und von Faltelementen zum Einschlagen der Seitenflächen sowie
Verschlußklappen. Sie ist gekennzeichnet durch ein einen Packmittelzuschnitt an seiner
Bodenfläche fassendes und einer Transportebene zuführendes Trennorgan, durch eine
die Transportebene begrenzende und zu dieser im rechten Winkel angeordnete Führung,
durch ein beim Zuführen des Zuschnitts zur Transportebene auf den oberen Teil des
Zuschnitts einwirkendes Faltelement, durch einen den Packmittelzuschnitt übernehmenden
und aus der Anlegestation zur Beladestation hin transportierenden Förderer, durch
Leitelemente zum Falten der oberen und hinteren Seitenfläche zum c-förmig geöffneten
Packmittel und durch eine taktweise, in einem gesteuerten Bewegungsablauf mit langsamem
An-und Auslauf arbeitende Fördereinrichtung mit von unten in die Bewegungsbahn bewegbaren,
die Packeinheit einklemmenden vorderen und hinteren Transporteuren.
[0010] Weitere Erfindungsmerkmale ergeben sich aus den'Unteransprüchen sowie aus dem Beschreibungsteil.
[0011] Mit dem Verfahren und der Vorrichtung wird erstmalig ein Weg aufgezeigt, bei dem
alle Längskanten des Packmittels vorgefaltet werden und somit eine schonende Behandlung
des Packmittels gewährleistet ist. Durch das Vorfalten wird dem Packmittel die Spannung
genommen, was in besonders schonender Weise geschieht, wenn sich dieses Vorfalten
in aufeinanderfolgenden Arbeitsschritten, d. h. in einer längeren Phase vollzieht.
Es erfolgt hierbei nur eine äußerst geringe kräftemäßige Beanspruchung der Deckenstoffe
des Packmittels, so daß die Verarbeitung von Packmitteln von minderer Qualität und
somit eine Kostenreduzierung ermöglicht wird.
[0012] Verfahren und Vorrichtung nach der Erfindung gewährleisten aber auch insbesondere
eine Packgut schonende Behandlungsweise. Beim Transport der Packeinheit von der Beladestation
bis hin zur Ausfuhr wird das Packgut nicht beansprucht, da vor Transportbeginn zunächst
das Einfalten der Klebelasche erfolgt und somit die Transportelemente ausschließlich
auf das Packmittel einwirken können. Folglich läßt sich die Verpackungsmaschine zum
Verpacken von sehr empfindlichem Packgut einsetzen.
[0013] Durch das vorausgehende Einfalten der Klebelasche, d. h. bevor die zugehörige Seitenfläche
angelegt wird, ist die sogenannte "Industriekante" nicht sichtbar, woraus eine Erhöhung
der Werbewirksamkeit und nicht zuletzt eine gute Verklebung durch Gegendruck des Packgutes
resultiert.
[0014] Die sich gegen die vordere und hintere Seitenfläche der Packeinheit legenden Transporteure
bewirken jeweils ein erneutes Ausrichten durch zentrisches Fassen in den einzelnen
Faltstationen, was eine feste, formstabile Packeinheit sicherstellt.
[0015] Durch den taktweisen Transport von Station zu Station kann nicht nur das Andrücken
der zu verklebenden Flächen in der Ruhephase und über einen längeren Zeitraum erfolgen,
sondern alle Faltvorgänge lassen sich an dem ruhenden Packmittel durchführen. Bei
kontinuierlich arbeitenden Maschinen ist eine exakte Faltung der Packung und das Andrucken
der Verschlußklappen nicht einwandfrei möglich oder nur mit einem großen technischen
Aufwand durchführbar.
[0016] Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren bzw. mit der Vorrichtung können sowohl Volleinschlag-Packungen
als auch Teileinschlag-Packungen hergestellt werden.
[0017] Ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes nach der Erfindung soll nachfolgend anhand
der Zeichnungen beschrieben werden. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Verpackungsmaschine in einer perspektivischen
Ansicht,
Fig. 2' eine Vorderansicht des Anlegers,
Fig. 3 eine Seitenansicht des Anlegers im Schnitt,
Fig. 4 eine Seitenansicht der Transporteinrichtung in der Beladestation und ersten
Faltstation der Verpackungsmaschine,
Fig. 5 eine Schnittdarstellung durch die Transporteinrichtung gemäß der Linie A-B
in Fig. 4,
Fig. 6 eine Draufsicht auf einen Transporteur,
Fig. 7 eine Seitenansicht eines Transporteurs in abgeschwenkter Stellung,
Fig. 8 eine perspektivische Ansicht des Ausfuhrbereichs der Maschine.
[0018] Die Verpackungsmaschine setzt sich im wesentlichen zusammen aus einer Anlegestation
A, einer Beladestation B, einer ersten und zweiten Faltstation C, D sowie aus die
Stationen miteinander verbindenden Transporteinrichtungen.
[0019] Im Magazin der Anlegestation A befinden sich die einzelnen Packmittelzuschnitte 1
in aufrechter, jedoch nach vorn geneigter Lage, indem sie mit ihrer Unterkante auf
einer schräg gestellten Auflage 3 mit einer RUckhalterolle 4 ruhen und mit ihrer Oberkante
an einem RUckhalteblech 5 anliegen. Weitere RUckhalterollen 6 und 7 auf beiden Seiten
des Magazins wirken auf die Seitenkanten des Zuschnitts. Das Magazin besitzt seitliche
Rahmen 8, an denen die Auflage 3 mit der Rolle 4 sowie die anderen Rückhalteelemente
befestigt sind. Die beiden Seitenrahmen 8 sitzen verschiebbar auf Führungsstangen
9 und lassen sich über Gewindespindeln 11 auf die entsprechende Formatbreite einstellen.
[0020] Zur Vermeidung von Doppelabzügen, bedingt durch den Saugplatteneffekt zwischen zwei
aneinanderliegenden flachen Materialien, erfolgt beim Vereinzeln der Zuschnitte zunächst
ein Abheben, das sogenannte Vorlüften, des oberen Zuschnitteils über Vakuumsauger
16, die über Winkelarme 17 von den Seitenrahmen 8 getragen werden. An diesen befinden
sich des weiteren, ebenfalls von Winkelarmen 19 getragen, Faltstangen 18, wiederum
auf beiden Seiten des Magazins.
[0021] Zur Verdeutlichung erhalten die Seitenflächen des Packmittelzuschnitts folgende Bezeichnungen:
Die Bodenfläche la, die vordere Seitenfläche 1b, die obere Seitenfläche lc, die hintere
Seitenfläche ld; die Klebelasche wird mit le benannt.
[0022] Zum Abziehen eines Packmittelzuschnittes 1 aus dem Magazin erfassen zwei Vakuumsaugerpaare
26 den Zuschnitt an seiner Bodenfläche la, um diese auf die horizontale Transportebene,
die von einer winkligen Führung 27 sowie von einer Leitschiene 28 gebildet wird, abzusetzen.
Die sich an die Bodenfläche des Zuschnitts anschließende, in Laufrichtung betrachtet
vordere Seitenfläche 1b kommt dabei an einer Begrenzung 29 zur Anlage und nimmt eine
rechtwinklige Position zur Bodenfläche des Zuschnitts ein.
[0023] Die Antriebsbewegung für die zwei Vakuumsaugerpaare erfolgt von einem Antriebsarm
30 aus unter Verwendung von die Sauger tragenden Wellen 36 und 39. Dabei lassen sich
die Saugerpaare auf den Wellen für eine Formatverstellung verschieben sowie festsetzen.
[0024] Beim Absetzen der Bodenfläche des Packmittels auf die Transportebene gelangt die
hintere Seitenfläche des Zuschnitts unter die Faltstangen 18, wodurch die Vorfaltung
der Längskante zwischen der vorderen Seitenfläche und der oberen Seitenfläche erfolgt,
so daß der Zuschnitt die in Fig. 3 in voller Linie dargestellte Position einnimmt.
Gleichzeitig mit dem Absetzen der Bodenfläche vollzieht sich ferner die Vorfaltung
der Längskante zwischen der Klebelasche und der Bodenfläche, indem die Klebelasche
durch Auflaufen auf die Faltstange 40 einwärts gebogen wird.
[0025] Letztlich vollzieht sich mit dem Absetzen der Bodenfläche noch das rechtwinklige
Einfalten der hinteren Verschlußklappe der vorderen Seitenfläche, und zwar erfolgt
das Einfalten über eine von dem einen Seitenrahmen des Magazins getragene Leitstange
41.
[0026] Das Vorfalten der Längskante zwischen der oberen Seitenfläche und der hinteren Seitenfläche
übernehmen Vakuumsauger 46, die die obere Seitenfläche erfassen und in die strichpunktiert
dargestellte Position zurückziehen.
[0027] Für das überschieben des nun an allen seinen Längskanten vorgefalteten Zuschnitts
in die Beladestation B ist ein in die Bewegungsbahn und zurück schwenkbarer Transporteur
47 zuständig, der an der Packmittelfaltkante zwischen der vorderen Seitenfläche und
der rechtwinklig eingefalteten Verschlußklappe angreift. Hierzu befindet sich der
Transporteur drehbar gelagert in einem auf Führungsstangen 48 verfahrbaren Wagen 49.
[0028] Während des Oberschiebens aus der Anlegestation A in die Beladestation B wird der
Zuschnitt in eine c-förmig vorgefaltete Form gebracht, wozu eine Führungsstange 50
zunächst auf die hintere Seitenfläche einwirkt, um sie herunterzuziehen, während eine
Führungsstange 52 die obere Seitenfläche zurückhält. Im weiteren Verlauf gelangt auch
die obere Seitenfläche in den Bereich einer von oben einwirkenden Führungsstange 51,
die sich an die Führungsstange 52 anschließt.
[0029] Unterhalb der Bewegungsbahn der Packmittel befindet sich eine Leimauftragsdüse 56,
die einen Schmelzkleber auf die Klebelasche aufträgt.
[0030] Bedingt durch das Vorfalten des Packmittelzuschnitts in aufeinanderfolgenden Verfahrensschritten
von der Entnahme aus dem Magazin bis zur Beladestation werden die Deckenstoffe des
Packmittels äußerst schonend behandelt. Die auf die.Seitenflächen ausgeübten Kräfte
werden ausschließlich in das üblicherweise durch Rillen geformte Knickgelenk des Zuschnitts
geleitet.
[0031] In der Beladestation B ruht das c-förmig vorgefaltete Packmittel auf einem Tisch
57 einer Transporteinrichtung, der ein Einfuhrtisch 58 vorgelagert ist, über den das
mit 2 gekennzeichnete Packgut mittels eines Oberschiebers 59 dem geöffneten Packmittel,
also von vorn über den kürzesten Weg zugeführt wird. Der Einfuhrtisch 58 setzt sich
aus einem ortsfesten Teil und aus einem um eine Horizontalachse 58a schwenkbaren vorderen
Teil zusammen. Dieser hat die Aufgabe, sich von oben auf die Klebelasche zu legen
und sie unter der Transportebene des Packmittels zu halten, um eine störungsfreie
Zufuhr sicherzustellen. Zusätzlich steht der schwenkbare Teil des Tisches 58 mit einer
Auflage 60 derart in Wirkverbindung, daß die Klebelasche des Packmittels beim Einschub
des Packgutes geklemmt gehalten und dadurch ein Vorschieben verhindert wird.
[0032] Die Transporteinrichtung mit seitlichen Führungsleisten 53 und dem Tisch 57, auf
dem die Packeinheiten entlanggeschoben werden, erstreckt sich von der Beladestation
B Uber die erste Faltstation C bis Uber die zweite Faltstation D. Die Transporteinrichtung
besteht aus zwei synchron arbeitenden Transporteinheiten 82 und 83 mit jeweils vorderen
und hinteren die Packeinheit zwischen sich einklemmenden Transporteuren 72 und 73.
Die Transporteinheiten bewegen sich auf,einer rechteckigen Umlaufbahn 71 gemäß der
Pfeilrichtung und zwar derart, daß die Packeinheiten, beginnend in der Beladestation,
von den Transporteuren erfaßt, jeweils um eine Station vortransportiert und wieder
freigegeben werden. Dabei vollzieht sich der Bewegungsschritt in einem sinusförmigen
Verlauf, um ein Anschlagen der Transporteure mit hoher Geschwindigkeit und damit ein
Beschädigen des Packgutes zu vermeiden.
[0033] Wie beispielsweise aus der Fig. 5 ersichtlich, wird der Auflagetisch 57 aus drei
abständig zueinander liegenden Auflagebalken 74 gebildet, zwischen denen die Transporteure
längsverfahrbar sind. Für die geradlinige Bewegung der beiden Transporteinheiten findet
ein auf Stangen 75 verschiebbarer Schlitten 76 mit einer Aufnahmeschiene 77 Verwendung,
auf der der Aufnahme für die Transporteure dienende Träger 78 verschiebbar sowie dem
Format der Packeinheit entsprechend festsetzbar sind.
[0034] Endseitig der Aufnahmeschiene 77 befindet sich in einem definierten Abstand zur letzten
Transporteinheit 83 ein die Packeinheit ausschiebender Mitnehmer 79, mit dessen Hilfe
die fertiggestellte Sammelpackung aus der zweiten Faltstation transportiert wird.
[0035] Die Transporteure 72 und 73 der beiden Transporteinheiten 82 und 83 sind winkelförmig
ausgebildet und werden mit einer Drehbewegung an die Seitenflächen der Packeinheit
herangeschwenkt, indem die Transporteure mit ihrem einen Ende über Lenkrollen 80 in
einer horizontal verlaufenden Bahn 86 des mittleren Auflagebalkens 74 des Tisches
57 geführt sind und an ihrem freien Ende, dem Anlenkpunkt gegenüberliegend, ein in
dem Träger 78 gelagerter h-förmiger Lenkhebel 87 angreift. Im Träger 78 für den vorderen
Transporteur 73 ist der Lenkhebel 87 gelenkig gehalten und stützt sich über ein Federelement
88 in seiner Lagerung ab. Durch diese federnde Lagerung des Transporteurs lassen sich
packmittelbedingte Toleranzen ausgleichen, was insbesondere dadurch erforderlich wird,
daß die verwendeten Packmittel, und zwar Voll- und Wellpappe, "lebende" Materialien
sind, bei denen sich durch Erhöhung der Luftfeuchtigkeit bereits Maßabweichungen'von
1-3 % ergeben können. Diese Maßdifferenz war bislang häufig die Ursache für Störungen
und somit Produktionsunterbrechungen an den Verpackungsmaschinen;
[0036] In eine Vertikalführung 89 an dem freien Ende der Schiene 77 greift ein Antriebsarm
90 mit einer Folgerolle 91, um den Schlitten 76 auf den Stangen 75 in Längsrichtung
taktweise vor- und zurückzubewegen, die Auf- und Abbewegung übernehmen endseitig der
Stangen 75 an Halterungen 92 angreifende Schwenkarme 93. Der Antrieb für die Horizontal-
und Vertikalbewegung des Schlittens 77 mit den beiden Transporteinheiten 82 und 83
entsprechend der Umlaufbahn 71 erfolgt von einem nicht dargestellten Kurvenscheibengetriebe
aus, die Transporteure werden dabei über ihre Lagerung an den h-förmigen Lenkhebeln
87 sowie über ihre Horizontalführung im Tisch von unten nach oben auf einer Kreisbahn
an die Packeinheiten herangefahren, siehe Fig. 7, um diese zu erfassen und in einem
sinusförmig verlaufenden Bewegungsschritt von Station zu Station taktweise vorzutransportieren.
[0037] Auf dieses taktweise arbeitende Transportsystem sind alle übrigen eine Arbeitsbewegung
ausführenden Elemente an der Verpackungsmaschine in ihrem zeitlichen Bewegungsablauf
abgestimmt. Sie werden mit allgemein bekannten Mitteln angetrieben, so daß es hierzu
keiner näheren Erläuterung bedarf.
[0038] Nachdem in der Beladestation B das Packgut auf das c-förmig vorgefaltete Packmittel
geschoben wurde, wird zunächst der schwenkbare Teil des Zufuhrtisches 58 angehoben
und sodann mit dem Hochfahren der Transporteure 72 die Klebelasche des Packmittelzuschnitts
aufgerichtet, während sich der federnd gelagerte Transporteur 73 vor die Packeinheit
legt. Hierdurch erfolgt ein Ausrichten und zentrisches Halten der Packeinheit zwischen
den Transporteuren.
[0039] Beim Oberschieben der Packeinheit in die erste Faltstation wird über ein seitlich
installiertes Leitblech 100 die vordere Verschlußklappe, die sich an die vordere Seitenfläche
anschließt, einwärts gefaltet. Gleichzeitig läuft die obere Seitenfläche gegen die
Tragstange eines noch hochstehenden Faltbügels 101, der sodann beim Herunterschwenken
die hintere Seitenfläche an die Klebelasche drückt, nachdem die Transporteure diese
zuvor freigegeben haben, um in ihre Ausgangsstellung zur Beladestation zurückzukehren.
Infolge der Anordnung der "Industriekante" im unteren Bereich des Packmittels kann
stets von einer sicheren Verklebung ausgegangen werden, da ein entsprechender Gegendruck
von innen über das Packgut gegeben ist. Unmittelbar nach dem Andrücken der hinteren
Seitenfläche übernehmen die Transporteure der nachgeordneten Transporteinheit nun
die Packeinheit, um sie in die zweite Faltstation zu bringen. In der ersten Faltstation
vollzieht sich des weiteren das Einwärtsfalten der beiden noch aufstehenden Inneren
Verschlußklappen der hinteren Seitenfläche über seitlich angeordnete schwenkbare Einschlagfinger
102.
[0040] Während des Oberschubs von der ersten in die zweite Faltstation tragen DUsen 103
einen Schmelzkleber auf die oberen und unteren äußeren Verschlußklappen auf, die dann
in der zweiten Faltstation Uber obere und untere FaltbUgel 104 einwärts gefaltet werden.
An den Faltelementen für die Verschlußklappen der oberen Seitenflächen befinden sich
zusätzlich FUhrungsstUcke 106 mit einer nach außen gebogenen Leitfläche, die die Aufgabe
haben, mit der Faltbewegung ein rechtwinkliges Ausrichten der Packeinheit in Transportrichtung
zu vollziehen.
[0041] Die seitlichen FUhrungsleisten 53 der Bewegungsbahn dienen nicht allein dem Zuhalten
der inneren Verschlußklappen, sondern insbesondere einer Zwangsführung der Packeinheiten.
Als Folge des wiederholten zentrischen Ausrichtens der Packeinheiten in den einzelnen
Stationen beim Erfassen und Einklemmen durch die Transporteinheiten, in Verbindung
mit dem Ausrichten in Längsrichtung in der letzten Faltstation durch die Führungsstücke
106 an den oberen Faltbügeln und nicht zuletzt in Verbindung mit der Zwangsführung
über die Führungsleisten 53 läßt sich eine exakt winklige sowie feste und stramme
Sammelpackung erzielen.
[0042] Fig. 8 zeigt den Ausfuhrbereich der Verpackungsmaschine mit einer Schutzverkleidung
111, die an der hinteren Seite aus Sicherheitsgründen gegen Eingriff verschlossen
sein muß. Hierzu sind schwenkbar aufgehängte Flügel 112 vorgesehen, die einen Durchgang
für die Packeinheit bilden und die Zugänglichkeit der Maschine für Wartungsarbeiten
ermöglichen. Die beiden Flügel finden zusätzlich als Kontrolleinrichtung für fehlerhafte
Packeinheiten Verwendung. Beim Passieren der zwischen den beiden Flügeln verbleibenden
Durchgangsöffnung schlägt eine nicht anliegende Verschlußklappe gegen den Flügel und
löst damit durch Trennung des Flügels von einem Kontaktschalter 113 ein Signal aus.
1. Verfahren zum maschinellen Herstellen von Sammelpackungen, bei dem ein Packmittelzuschnitt
ganz oder teilweise um das zu einer Packeinheit zusammengefaßte Packgut gefaltet und
durch Verklebung geschlossen wird, dadurch gekennzeichnet, daß ein Packmittelzuschnitt
an seinen Längskanten zu einem auf seiner Bodenfläche stehenden für den Volleinschlag
c-förmig geöffneten oder für den Teileinschlag 1-förmigen Packmittel vorgeformt wird,
daß das Packgut eingeschoben, die Klebelasche zuerst eingefaltet und die Packeinheit
aus der Beladestation und taktweise durch nachfolgende Faltstationen transportiert
wird, wobei Transportelemente ausschließlich auf das Packmittel einwirken.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Packmittelzuschnitt
beim Anlegen und Zuführen zur Beladestation an seinen Längskanten vorgefaltet sowie
zu einem c-förmig geöffneten oder 1-förmigen Packmittel geformt wird.
3.Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Vorfalten des
Zuschnitts in aufeinanderfolgenden Arbeitsschritten vollzogen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Packgut von vorn
in das c-förmig oder 1-förmig geformte Packmittel eingeschoben wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß beim Anlegen des Packmittelzuschnitts
die hintere Verschlußklappe der vorderen Seitenfläche eingefaltet wird.
6. Vorrichtung zum maschinellen Herstellen von Sammelpackungen nach Anspruch 1, mit
einer Anlegestation zum Vereinzeln und Zuführen von Packmittelzuschnitten, mit einer
Beladestation zum Zuführen des Packgutes, mit einer Fördereinrichtung zum Transportieren
der Packeinheiten durch Faltstationen und mit Faltelementen zum Einschlagen der Seitenflächen
sowie Verschlußklappen, gekennzeichnet durch ein einen Packmittelzuschnitt an seiner
Bodenfläche fassendes und einer Transportebene (27, 28) zuführendes Trennorgan (26),
durch eine die Transportebene begrenzende und zu dieser im rechten Winkel angeordnete
Führung (27, 29), durch ein beim Zuführen des Zuschnitts zur Transportebene auf den
oberen Teil des Zuschnitts einwirkendes Faltelement (18), durch einen den Packmittelzuschnitt
übernehmenden und aus der Anlegestation (A) zur Beladestation (B) hin transportierenden
Förderer (47-49), durch Leitelemente (50-52) zum Falten der oberen und hinteren Seitenfläche
zu einem c-förmig geöffneten Packmittel und durch eine taktweise, in einem-gesteuerten
Bewegungsablauf mit langsamemAn- und Auslauf arbeitende Fördereinrichtung mit von
unten in die Bewegungsbahn bewegbaren, die Packeinheit einklemmenden vorderen und
hinteren Transporteuren (73, 72).
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch ein beim ZufUhren des Zuschnitts
zur Transportebene auf die Klebelasche des Zuschnitts einwirkendes Faltelement (40).
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 und 7, gekennzeichnet durch ein die obere Seitenfläche
des Zuschnitts erfassendes und durch Zurückbewegen die Vorfaltung der Längskante zwischen
der oberen und hinteren Seitenfläche bewirkendes Saugorgan (46).
9. Vorrichtung nach Anspruch 6 bis 8, gekennzeichnet durch eine das Einfalten der
hinteren Verschlußklappe der vorderen Seitenfläche bewirkende Faltschiene (41).
10. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Fördereinrichtung
aus zwei Transpörteinheiten (82, 83) jeweils mit vorderen und hinteren Transporteuren
(73, 72) besteht, die auf einer Umlaufbahn (71) derart zwischen der Beladestation
(B), einer ersten (C) und zweiten (D) Faltstation bewegbar sind, daß die Packeinheiten
von den Transporteuren erfaßt, jeweils eine Station vortransportiert und wieder freigegeben
werden.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Transporteure (72,
73) winkelförmig ausgebildet und mit einer Drehbewegung an die Packeinheit heranschwenkbar
sind, indem die Transporteure mit ihrem einen Ende über Lenkrollen (80) in einer horizontal
verlaufenden Bahn (86) geführt sind und an ihrem freien dem Anlenkpunkt gegenUberliegenden
Ende ein in einem Träger (78) gelagerter Lenkhebel (87) angreift und die beiden Träger
fUr den vorderen und hinteren Transporteur an einem vertikal und horizontal verfahrbaren
Schlitten (77) dem Format der Packeinheit entsprechend festlegbar sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß sich vorzugsweise der
vordere Transporteur (73) federnd an der Seitenfläche der Packeinheit abstUtzt.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß sich endseitig des Schlittens
(77) in einem definierten Abstand zur letzten Transporteinheit (83) ein die Packeinheit
aussschiebender Mitnehmer (79) befindet.
14. Vorrichtung nach Anspruch 6 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der vordere Teil
des Einfuhrtisches (58) schwenkbar ausgebildet ist und mit einem Auflageteil (60)
unter der transportebene derart in Wirkverbindung steht, daß die Klebelasche des Packmittels
beim Einschub des Packgutes geklemmt gehalten wird.
15. Vorrichtung nach Anspruch 6 bis 14, gekennzeichnet durch an den Faltelementen
(104) für die Verschlußklappen der oberen Seitenfläche angeordnete FUhrungsstUcke
(106), die mit der Einfaltbewegung ein rechtwinkliges Ausrichten der Packeinheit in
Längsrichtung bewirken.
16. Vorrichtung nach Anspruch 6 bis 15, gekennzeichnet durch im Ausfuhrbereich seitlich
der Bewegungsbahn der Packeinheit an einer Schutzverkleidung (111) schwenkbar aufgehängte
Flügel (112), die mit Schaltelementen (113) in Kontakt stehen und derart steuerbar
sind, daß eine abstehende Verschlußklappe einer durchlaufenden Packeinheit bei BerUhrung
mit einem F1U-gel ein Schaltsignal erzeugt.