(19)
(11) EP 0 118 698 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.09.1984  Patentblatt  1984/38

(21) Anmeldenummer: 84100799.0

(22) Anmeldetag:  26.01.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3G08B 13/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 08.02.1983 DE 3304186
24.03.1983 DE 3310726

(71) Anmelder: Klostermann, Horst
D-4630 Bochum (DE)

(72) Erfinder:
  • Klostermann, Horst
    D-4630 Bochum (DE)

(74) Vertreter: Behrendt, Arne, Dipl.-Ing. 
Schneiders, Behrendt & Partner Rechts- und Patentanwälte Postfach 10 23 65
44723 Bochum
44723 Bochum (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Schutzgitter


    (57) Die Erfindung betrifft ein Schutzgitter (1), welches aus parallel zueinander angeordneten Gitterstäben (3) und senkrecht zu diesen, ebenfalls parallel zueinander angeordneten rohrförmigen Gitterstäben (2) besteht. An den gegenüberliegenden Enden der rohrförmigen Gitterstäbe (2) sind Lichtquellen (4) bzw. Lichtempfänger (5) angeordnet, so daß das Licht von den Lichtquellen (4) durch den Hohlraum der rohrförmigen Gitterstäbe (2) zu den Lichtempfängern (5) gelangt. Bei Unterbrechung des Lichtstrahles wird win Alarm ausgelöst.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Schutzgitter, insbesondere zum Absichern von Gebäudeöffnungen oder zum Einfrieden von Grundstücken mit geradlinig verlaufenden, hohl ausgebildeten Gitterstäben, die ein optisches Überwachungsystem enthalten, welches beim Durchtrennen eines Gitterstabes ein Alarmsignal auslöst.

    [0002] Derartige Schutzgitter sind aus der DE-OS 3o 29 712 bekannt. Bei dem dort beschriebenen Gitterzaun weist das Schutzgitter hohl ausgebildete, in Schlangenform gewundene Gitterstäbe auf, in deren Hohlräume elektrische oder optische Leister eingefädelt sind. Mehrere solcher Schutzgitter sind zu einem Zaun zusammengestellt. Werden die Gitterstäbe eines solchen Schutzgitters durchschnitten, so wird auch der optische oder elektrische Leiter unterbrochen oder beschädigt, wodurch ein Alarm ausgelöst wird.

    [0003] Nachteilig bei einem derartigen Schutzgitter ist einerseits die komplizierte und teure Herstellung. Andererseits ist nach einer Beschädigung des Schutzgitters die Reparatur außerordentlich zeitraubend, weil das Einfädeln der neuen Leitungen in das reparierte Gitter Schwierigkeiten macht. Ein weiterer Nachteil des bekannten Schutzgitters besteht darin, daß das Überwachungssystem auf eine mehr oder weniger starke Durchbiegung des Schutzgitters nicht reagiert, weil der elektrische oder optische Leiter sich mit dem Gitterstab verbiegen kann, ohne daß ein Alarm ausgelöst wird. Ein ähnliches Schutzgitter mit den gleichen Nachteilen ist aus der DE-AS 26 53 o56 bekannt.

    [0004] Die vorliegende Erfindung hat sich deshalb die Aufgabe gestellt, das Schutzgitter der oben angeführten Art dahingehend weiterzubilden, daß es einfacher herzustellen ist, bequemer zu reparieren ist und schon bei einer bestimmten Durchbiegung der Gitterstäbe einen Alarm auslöst.

    [0005] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung vor, daß an den gegenüberliegenden Enden der Gitterstäbe Lichtquellen bzw. Lichtempfänger angeordnet sind und daß das Licht durch den Hohlraum der Gitterstäbe hindurch direkt von der Lichtquelle zum Lichtempfänger gelangt.

    [0006] Die Herstellung eines solchen Schutzgitters ist einfach, da auf ein Einfädeln irgendwelcher Leitungen verzichtet werden kann. Ebenso erleichtert ist die Reparatur. Bei der Zerstörung oder Beschädigung eines rohrförmigen Gitterstabes braucht nur dieser ausgetauscht zu werden; bei Ausfall einer Lichtquelle bzw. eines Lichtempfängers können diese schnell und problemlos ausgetauscht werden. Darüber hinaus spricht das Überwachungssystem eines solchen Schutzgitters bereits bei der Durchbiegung eines Gitterstabes an, weil in diesem Fall das Licht nicht oder nur unzureichend an den Lichtempfänger gelangt.

    [0007] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind die Lichtquellen Leuchtdioden und die Lichtempfänger Fotodioden. Leuchtdioden und Fotodioden sind zu billigen Massenartikeln geworden, die ihre Funktionssicherheit bewiesen haben. Sie arbeiten mit geringem Energieaufwand und können je nach Bedarf beliebig klein gebaut werden.

    [0008] Wenn die Empfindlichkeit der Lichtempfänger einstellbar ist, ergibt sich damit auch eine Einstellbarkeit für die Ansprechempfindlichkeit des Schutzgitters. Soll der Alarm schon bei geringer Durchbiegung der Gitterstäbe ausgelöst werden, wird die Empfindlichkeit des Lichtempfängers so eingestellt, daß bereits eine geringfügige Schwächung des auftreffenden Lichtes zur Alarmauslösung genügt. Soll demgegenüber die Ansprechempfindlichkeit des Schutzgitters geringer sein, wird die Empfindlichkeit des Lichtempfängers so eingestellt, daß erst eine stärkere Schwächung des auftretenden Lichtes einen Alarm auslöst. Um ein sicheres Arbeiten des Schutzgitters gemäß der Erfindung über lange Zeiträume zu gewährleisten, kann die Innenseite der rohrförmigen Gitterstäbe gegebenenfalls mit einer Schutzschicht versehen sein. Diese Schutzschicht schützt die Innenseite des Gitterstabes vor Korrosion. Die durch die Beschichtung hervorgerufene Glättung der Oberfläche der Innenseite des Gitterstabes trägt auch zu einem verbesserten Lichtleitverhalten des Gitterstabes bei, so daß mit genauer definierten Lichtbedingungen gearbeitet werden kann.

    [0009] Zum gleichen Zweck kann gegebenenfalls auch der Inneraum des Gitterstabes ganz oder teilweise mit durchsichtigem Material, z.B. mit einem durchsichtigen Kunststoff gefüllt sein.

    [0010] Bei der Verwendung des Schutzgitters gemäß der Erfindung in einem Sicherheitszaun mit hohl ausgebildeten Zaunpfosten sind zweckmäßig die rohrförmig ausgebildeten Gitterstäbe horizontal angeordnet und ragen mit ihren Enden in die Hohlräume der Zaunpfosten. Infolgedessen sind die an den Enden der horizontal verlaufenden Gitterstäbe befindlichen Lichtquellen und Lichtempfänger gegen äußere Einflüsse, z.B. Witterungseinflüsse oder Gewaltanwendung, geschützt angeordnet. Einem derart ausgerüsteten Sicherheitszaun kann man es von außen nicht ansehen, daß er ein elektronisches Überwachungssystem hat.

    [0011] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß die Lichtquellen und Lichtempfänger auf im Zaunpfahl untergebrachten Schienen angeordnet sind. Bei dieser Ausführungsform ist die Herstellung und die Reparierbarkeit weiter vereinfacht. Die Gitterstäbe des Schutzgitters brauchen nicht einzeln mit Lichtquellen und Lichtempfängern bestückt zu werden, so daß im späteren Einsatz ein zerstörtes Schutzgitter schnell durch ein neues ersetzt werden kann, wobei die Schienen mit den Lichtquellen bzw. Lichtempfängern von dem alten Schutzgitter entfernt werden und auf das neue Schutzgitter aufgesteckt werden. Treten dagegen Störungen im Bereich der Lichtquellen bzw. der Lichtempfänger auf, wird lediglich die betreffende Schiene ausgetauscht. Ein langwieriges Suchen nach der Fehlerquelle kann unterbleiben.

    [0012] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden an Hand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

    Fig. 1 eine Draufsicht auf ein Schutzgitter gemäß der Erfindung mit teilweise aufgeschnittenen Gitterstäben;

    Fig. 2 eine Vorderansicht eines Zaunabschnittes mit Schutzgittern gemäß der Erfindung;

    Fig. 3 einen Schnitt durch einen Zaunpfahl mit angesetztem Schutzgitter gemäß der Erfindung;

    Fig. 4 eine Seitenansicht eines Zaunpfahles Y-Ausleger.



    [0013] Die Fig. 1 zeigt ein Schutzgitter, welches mit dem Bezugszeichen 1 bezeichnet ist. Das Schutzgitter besteht aus parallel zueinander angeordneten Gitterstäben 2 und zu diesen senkrecht, ebenfalls parallel zueinander angeordneten Gitterstäben 3. Die Gitterstäbe 2 sind rohrförmig ausgebildet. In den Öffnungen der rohrförmigen Gitterstäbe 2 befinden sich an einer Seite des Schutzgitters 1 Leuchtdioden 4, auf der entgegengesetzten Seite Fotodioden 5. Sowohl die Leuchtdioden 4 als auch die Fotodioden 5 sind mit Energieversorgungs-und Signalübertragungsleitungen 6 verbunden. In einer elektronischen Überwachungsvorrichtung 7 werden die von den Fotodioden 5 kommenden Signale ausgewertet. Bei diesem Ausführungsbeispiel dient das Schutzgitter 1 als Sicherung für eine Lichtkuppel 8.

    [0014] Das Schutzgitter 1 arbeitet wie folgt. Die Leuchtdioden 4 senden ständig Licht aus, welches durch die rohrförmigen Gitterstäbe 2 hindurch mit einer definierten Lichtstärke auf die Fotodioden 5 fällt. Wird ein rohrförmiger Gitterstab 2 durchgebogen oder gar durchgeschnitten, fällt kein Licht oder lediglich Licht mit unzureichender Lichtstärke auf die Fotodiode 5. Diese Abweichung vom eingestellten Empfindlichkeitswert der Fotodiode 5 wird von der elektronischen Überwachungsvorrichtung 7 festgestellt, welche in diesem Fall einen Alarm auslöst. Die Empfindlichkeit der Fotodioden 5 ist so einstellbar, daß bei geringerer Durchbiegung der Gitterstäbe 2 das Licht, das durch Streuung durch den Gitterstab 2 auf die Fotodiode 5 gelangt, noch ausreicht, um die Alarmauslösung zurückzuhalten. Hierdurch wird erreicht, daß das Schutzgitter nicht schon bei geringfügiger Belastung beispielsweise durch spielende Kinder oder mit dem Gitter kollidierende Tiere ausgelöst wird.

    [0015] Die Innenflächen der rohrförmigen Gitterstäbe sind gegebenenfalls mit einer Schutzschicht 9 versehen (siehe Fig. 3), so daß Korrosion eine lange Standzeit des Schutzgitters 1 nicht gefährden kann und die Lichtbedingungen über längere Zeit konstant bleiben.

    [0016] Alternativ kann der Innenraum des hohlen Gitterstabes auch ganz oder teilweise mit durchsichtigem Material, beispielsweise Kunststoffglas gefüllt sein, wie in Fig. 3 auf der rechten Seite mit dem Bezugszeichen lo angedeutet ist.

    [0017] Die Fig. 2 zeigt ein Teilstück eines Sicherheitszaunes mit einem Schutzgitter gemäß der Erfindung. Zwischen zwei in den Boden eingelassenen hohlen Zaunpfosten 12 und 13 ist ein Schutzgitter 14 angeordnet. Das Schutzgitter 14 besteht aus senkrechten Gitterstäben 15 und aus waagerechten Gitterstäben 16. Die Gitterstäbe 16 sind rohrförmig ausgebildet. Der untere Teil des Schutzgitters 14 ist ebenfalls in den Boden eingelassen. In den Öffnungen der rohrförmigen Gitterstäbe 16 befinden sich an einer Seite des Schutzgitters 14 Leuchtdioden 17, auf der entgegengesetzten Seite Fotodioden 18. Die Leuchtdioden 17 und die Fotodioden 18 sind jeweils auf Schienen 19 bzw. 2o angeordnet, welche auch die Energieversorgungsleitungen und Signalübertragungsleitungen für die Leuchtdioden 17 bzw. Fotodioden 18 enthalten. An den zum Boden zeigenden Enden der Schienen 19 bzw. 2o befinden sich Steckelemente 21 bzw. 22, welche an Verteilerkästen 23 anschließbar sind. Die Verteilerkästen 23 befinden sich im Boden unterhalb des Zaunes und sind durch elektrische Versorgungs- und Übertragungskabel 24 miteinander verbunden. Oberhalb der Schutzgitter 14 und der Zaunpfosten 12 und 13 sind Y-Ausleger 25 und 26 angeordnet, die entsprechende Schutzgitter 14 tragen. Die Y-Ausleger 25 und 26 sind mit in den Zaunpfosten 12 und 13 gelagerten Überwachungsschaltern 27 und 28 versehen, die bei Belastung ein Alarmsignal an die Überwachungszentrale auslösen. Die mit den Leuchtdioden 17 und den Fotodioden 18 bestückten Enden der horizontalen Gitterstäbe 16 sind in den Hohlräumen der Zaunpfosten 12 und 13 bzw. der Y-Ausleger 15 und 16 geschützt untergebracht.


    Ansprüche

    1. Schutzgitter, insbesondere zum Absichern von Gebäudeöffnungen oder zum Einfrieden von Grundstücken, mit geradlinig verlaufenden, hohl ausgebildeten Gitterstäben (2, 16), die ein optisches Überwachungssystem enthalten, welches beim Druchtrennen der Gitterstäbe (2, 16) ein Alarmsignal auslöst,
    dadurch gekennzeichnet, daß an den gegenüberliegenden Enden der Gitterstäbe (2, 16) Lichtquellen (4, 17) bzw. Lichtempfänger (5, 18) angeordnet sind und daß das Licht durch den Hohlraum der Gitterstäbe (2, 16) hindurch direkt von der Lichtquelle (4, 17) zum Lichtempfänger (5, 18) gelangt.
     
    2. Schutzgitter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lichtquellen (4, 17) Leuchtdioden und die Lichtempfänger (5, 18) Fotodioden sind.
     
    3. Schutzgitter nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Empfindlichkeit der Lichtempfänger (5, 18) einstellbar ist.
     
    4. Schutzgitter nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenseite der rohrförmigen Gitterstäbe (2, 16) mit einer Schutzschicht (9) versehen sind.
     
    5. Schutzgitter nach den Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Innenraum der rohrförmigen Gitterstäbe (2, 16) ganz oder teilweise -mit durchsichtigem Material (lo) gefüllt ist.
     
    6. Schutzgitter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei Verwendung an einem Zaun mit hohl ausgebildeten Zaunpfosten (12, 13), dadurch gekennzeichnet, daß die rohrförmig ausgebildeten Gitterstäbe (16) horizontal verlaufen und mit ihren Enden in die Hohlräume der Zaunpfosten (12, 13) ragen.
     
    7. Schutzgitter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Lichtquellen (17) und die Lichtempfänger (18) auf im Zaunpfahl (12, 13) untergebrachten Schienen (19, 20) angeordnet sind.
     




    Zeichnung