[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen eines Innenverkleidungsteiles
für Fahrzeuge, welches eine Nut und einen darin aufgenommenen Rand eines Stoffes,
Leders oder eines ähnlichen Materials aufweist.
[0002] Zur Herstellung eines Innenverkleidungsteiles mit einem Träger, welcher sichtseitig
folienkaschierte Abschnitte und mindestens einen angrenzenden, mit Stoff, Leder oder
ähnlichem Material überzogenen Bereich aufweist, wird in der Praxis ein Verfahren
eingesetzt, bei dem die Folie und der Stoff durch Schweißung miteinander verbunden
sind. Die Schweißnaht verbindet nicht nur beide Materialien, sondern stellt auch optisch
eine Trennung zwischen den unterschiedlichen Oberflächen dar.
[0003] Die Herstellung eines derartigen Innenverkleidungsteiles erfolgt in der Weise, daß
zunächst der Träger des Innenverkleidungsteiles auf der entsprechenden Seite mit Klebstoff
besprüht und anschließend der zugeschnittene Stoff aufgebracht wird. Das nachfolgende
Kaschieren der übrigen Trägeroberfläche mit einer luftundurchlässigen Folie erfolgt
in bekannter Weise mittels Vakuum. Anschließend wird die Folie und der Stoff an der
Übergangsstelle mittels Hochfrequenzschweißung verbunden. Eine Schweißelektrode bildet
dabei eine gleichförmige Naht und plastifiziert die Folie, so daß eine innige Verbindung
zwischen der Folie und dem Stoff geschaffen wird. An der Schweißelektrode ist eine
Schneidkante angebracht, wodurch gleichzeitig bei der Elektrodenbewegung die Folie
über den Stoffeld abgeschnitten oder angeritzt wird, so daß diese anschließend von
Hand abgezogen werden kann.
[0004] Von Nachteil ist, daß für das Schweißverfahren nicht alle Stoffarten geeignet und
die Verwendung von Leder unmöglich ist. Will man diese Materialien mit dem Träger
verbinden, dann besteht nur die Möglichkeit, die nicht verschweißbaren Materialien
auf einem zweiten Träger festzulegen und diesen dann - beispielsweise durch eine Clipsverbindung
- zu befestigen. Abgesehen davon, daß die Schweißnaht oft als störend empfunden wird,
läßt sich das Schweißverfahren in der Praxis nur dann zufriedenstellend einsetzen,
wenn die Schweißnaht in einer Ebene verläuft. Selbst dann erfordert die Schweißung
eine aufwendige Überwachung der Stromstärke und des Anpreßdruckes, um eine gleichmäßige
Schweißnaht zu erreichen und ein Durchbrennen oder mangelhafte Schweißstellen zu vermeiden.
[0005] Aus der DE-C-430 943 ist ein Innenverkleidungsteil für Fahrzeuge bekannt, welches
einen mit Stoff, Leder oder ähnlichem Material überzogenen Bereich aufweist. Zur Befestigung
dieses Materials ist eine Nut ausgebildet, in welche der Randbereich des Überzugsmaterials
eingeschoben und dort durch Klebung und/oder Klemmung und/oder eine Klemmleiste gehalten
ist. Es wird also nur eine Art von Überzugsmaterial auf dem Innenverkleidungsteil
fixiert. Das Problem, nämlich Stoff bzw. Leder und eine Folie an einer gemeinsamen
Stoßstelle miteinander zu verbinden, tritt hier nicht auf.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen eines Innenverkleidungsteiles
anzugeben, durch welches es in wirtschafflicher Weise ermöglicht ist, beliebige Überzugsmaterialien
ohne das Erfordernis einer Schweißung in einer optisch ansprechenden Weise auf dem
Innenverkleidungsteil festzulegen.
[0007] Die Aufgabe kann durch jedes der in den Ansprüchen 1, 2 angegebenen Verfahren gelöst
werden.
[0008] Allen Verfahren ist gemeinsam, daß ein Träger (der selbstverständlich auch durch
das Innenverkleidungsteil selbst gebildet sein kann) verwendet wird, welcher an der
Übergangsstelle zwischen Folie und Stoff eine Nut aufweist. In diese Nut werden die
Ränder der Folie und des Stoffes eingeschoben und dort durch Klebung und/oder Klemmung
gehalten. Durch diese Vorgehensweise entfällt der aufwendige Schweißvorgang und damit
die meist nicht erwünschte Schweißnaht. Da keine Wärmebehandlung (Schweißen) notwendig
ist, bestehen bei der Auswahl des Bezugsstoffes keine Einschränkungen ; es ist also
auch Leder einsetzbar. Von besonderem Vorteil ist, daß die Übergangsstelle zwischen
Folie und Stoff nicht mehr in einer Ebene liegen muß, sondern auch räumlich gekrümmt
sein kann.
[0009] Besonders vorteilhaft ist, wenn die Nut einen mit Stoff bezogenen Bereich umschließt
und dieser Bereich des Trägers gegenüber den angrenzenden, mit Folie kaschierten Bereichen
erhöht ausgebildet ist. Durch diese Ausbildung läßt sich in einfacher Weise eine Polstereffekt
erzielen, ohne daß dafür zusätzliche Materialien eingesetzt werden müssen.
[0010] Zu Anspruch 1 ist anzumerken, daß das Ausschneiden der Folie in dem für den Stoffbezug
vorgesehen Bereich besonders einfach durch einen Schneidestempel erfolgen kann, welcher
der umlaufenden Kontur der Nut entspricht. Die Festlegung des Bezugstoffes kann in
der Weise erfolgen, daß das Innenverkleidungsteil mit Klebstoff bestrichen wird oder
aber Klebebänder eingesetzt werden.
[0011] Das Einscheiben der Ränder des Bezugstoffes bzw. der Folie kann von Hand geschehen,
beispielsweise durch Verwendung eines geeigneten Hilfswerkzeuges, welches entlang
der Nut geführt wird. Es ist jedoch auch möglich, diesen Arbeitsgang zu mechanisieren,
etwa durch einen automatischen Stempel.
[0012] Besonders vorteilhaft ist, wenn zwischen den Rändern der Folie und des Stoffes/Leders
ein Keder eingebracht wird, welcher am Grund der Nut festgelegt ist und dessen Kopf
die Folie und den Stoff/Leder auf deren Sichtseiten übergreift. Durch den Keder können
die Ränder der Folie und des Stoffes alleinig oder zusätzlich in der Nut gehalten
werden. Günstig ist dabei, wenn die Nut stufenförmig aufgebaut ist und die unterste,
von Folie und Stoff freie Stufe den Keder hält. Der Keder kann die unterschiedlichsten
Formen aufweisen und beispielsweise mit einer Dekoreinlage versehen sein.
[0013] Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden
nachstehend näher beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 in perspektivischer Darstellung einen Ausschnitt der Türverkleidung eines Personenkraftwagens
und
Fig. 2 ein zweites Ausführungsbeispiel bei Verwendung eines Keders.
[0014] Eine Türverkleidung weist einen Träger 1 auf, auf den bereichsweise eine Folie 3
kaschiert ist und dessen von der Folie 3 freie Bereiche mit einem Stoff 5 überzogen
sind. An der Übergangsstelle zwischen Folie 3 und Stoff 5 ist im Träger 1 eine durchgehende
Nut 7 ausgebildet, in welcher die Ränder der Folie 3 und des Stoffes 5 eingeschoben
und fixiert sind.
[0015] Die Festlegung der Folie 3 bzw. des Stoffes 5 auf dem Träger 1 kann beispielsweise
dadurch erfolgen, daß zunächst der zugeschnittene Stoff 5 an der vorgesehenen Stelle
auf den kleberbeschichteten Träger 1 aufgelegt und der Rand des Stoffes 5 in die Nut
7 mit einem Hilfswerkzeug eingeschoben wird. Anschließend wird der mit dem Stoff 5
teilweise bezogene Träger 1 in eine Vorrichtung eingelegt, in welcher in bekannter
Weise die Folie 3 mittels Vakuum auf den Träger 1 kaschiert wird.
[0016] Nun ist es erforderlich, den mit Folie 3 überzogenen Stoff 5 freizulegen. Dabei wird
mit einem Schneidefinger die Folie 3 so ausgeschnitten, daß ihr Rand noch um einen
Betrag, welcher etwa der Tiefe der Nut entspricht, in den vom Stoff 5 begrenzten Bereich
einragt. Abschließend muß nur noch dieser Rand in die Nut 7 eingeschoben werden, in
welcher er durch Klemmung und Kleberreste gehalten wird.
[0017] Die Fig. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel, wobei die Nut 7' stufenförmig aufgebaut
ist und ein Keder 9 mit seinem Kopf 11 die Folie 3' und den Stoff 5' zusätzlich sichert.
Die Ränder der Folie 3' bzw. des Stoffes 5' sich nur bis zum ersten Absatz 13 der
Nut 7' geführt, so daß der Fuß 15 des Keders 9 unmittelbar an den Wänden der untersten
Stufen anliegt.
1. Verfahren zum Herstellen eines Innenverkleidungsteiles für Fahrzeuge, welches eine
Nut und einen darin aufgenommenen Rand eines Stoffes, Leders aufweist, gekennzeichnet
durch folgende Verfahrensschritte :
a) der mit einer Folie zu überziehende und durch die Nut begrenzte Bereich des Innenverkleidungsteiles
wird mit Kleber versehen.
b) auf der mit Kleber behandelten Fläche wird die Folie, welche sich auch über die
Nut hinaus in den nicht behandelten, zur Aufnahme von Stoff/Leder vorgesehenden Bereich
erstreckt, aufkaschiert,
c) der mit Stoff/Leder zu überziehende Bereich wird von der Folie freigeschnitten,
derart, daß ein in diesen Bereich überstehender, der Tiefe der Nut entsprechender
Rand verbleibt,
d) der Rand der Folie wird in die Nut eingeschoben,
e) der mit Stoff/Leder zu überziehende und von der Nut begrenzte Bereich wird zur
Festlegung des Stoffes/Leders vorbereitet, wobei auf das Innenverkleidungsteil ein
Klebemittel aufgebracht wird,
f) der Stoff oder das Leder, welche in den Abmessungen an den mit diesem Material
zu überziehenden Bereich unter Berücksichtigung einer der Tiefe der Nut entsprechenden
Zugabe angepaßt sind, werden aufgelegt und
g) die Ränder des Stoffes/Leders in die Nut eingeschoben, wo sie durch Klemmung und/oder
Klebung gehalten werden.
2. Verfahren zum Herstellen eines Innenverkleidungsteiles für Fahrzeuge, welches eine
Nut und einen darin aufgenommenen Rand eines Stoffes, Leders aufweist, gekennzeichnet
durch folgende Verfahrensschritte :
a) das Innenverkleidungsteil wird auf der gesamten zu überziehenden und auch die Nut
umfassenden Seite mit Kleber versehen,
b) auf den mit Stoff oder Leder zu überziehenden und von der Nut begrenzten Bereich
des Innenverkleidungsteiles wird der Stoff oder das Leder, welche in den Abmessungen
an den zu überziehenden Bereich einschließlich einer der Tiefe der Nut entsprechenden
Zugabe angepaßt sind, aufgelegt,
c) die Ränder des Stoffes/Leders werden in die Nut eingeschoben,
d) auf das Innenverkleidungsteil wird eine Folie aufgebracht (kaschiert),
e) der mit Stoff/Leder zu überziehende Bereich des Innenverkleidungsteils wird von
der Folie freigeschnitten, derart, daß ein in diesen Bereich überstehender, der Tiefe
der Nut entsprechender Rand verbleibt.
f) der Rand der Folie wird in die Nut eingeschoben, wo er zusammen mit dem Rand des
Stoffes/Leders durch Klemmung und/oder Klebung gehalten ist.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
den Rändern der Folie und des Stoffes/Leders ein Keder eingebracht wird, welcher am
Grund der Nut festgelegt ist und dessen Kopf die Folie und den Stoff/Leder auf deren
Sichtseiten übergreift.
1. Process for manufacturing a vehicle interior liner having a groove and received
therein an edge of a cloth or leather,
characterised by comprising the following steps:
a) the region of the interior liner to be covered by a film and which is bounded by
a groove is coated with adhesive,
b) the film, which also extends past the groove into the untreated region provided
for receiving cloth or leather, is laminated onto the surface treated with adhesive,
c) the region to be covered by cloth or leather is cut free of the film, leaving an
edge corresponding to the depth of the groove and projecting into the latter region,
d) the edge of the film is pushed into the groove,
e) the region to be covered by cloth or leather and bounded by the groove is prepared
for attachment of the cloth or leather, and an ad he- sive is applied to the interior
liner,
f) the cloth or the leather, the dimensions of which are adapted to fit the region
being covered by said material, with an allowance corresponding to the depth of the
groove, is placed in position and
g) the edges of the cloth or leather are pushed into the groove, where they are held
by pinching and/or gluing.
2. Process for manufacturing a vehicle interior liner having a groove and received
therein an edge of a cloth or leather,
characterised by comprising the following steps:
a) adhesive is applied to the interior liner on the whole of the side that is to be
covered and also incorporates the groove,
b) the cloth or the leather, the dimensions of which are adapted to fit the region
being covered, including an allowance corresponding to the depth of the groove, is
placed on the region of the interior liner being covered by cloth or leather and surrounded
by the groove,
c) the edges of the cloth or leather are pushed into the groove,
d) a film is put (laminated) onto the interior liner,
e) the region of the interior liner to be covered by cloth or leather is cut free
of the film, leaving an edge corresponding to the depth of the groove and projecting
into the latter region,
f) the edge of the film is pushed into the groove, where it is held together with
the edge of the cloth or leather by pinching and/or gluing.
3. Process according to either of claims 1 or 2, characterised by introducing between
the edges of the film and of the cloth or leather a piping strip which is located
at the base of the groove and whose head overlaps the film and the cloth or leather
on the sides thereof that are exposed to view.
1. Procédé de fabrication d'une partie de revêtement intérieur pour véhicules, qui
comporte une rainure dans laquelle est engagé un bord d'un tissu ou d'un cuir, caractérisé
par les étapes opératoires suivantes :
a) la zone de la partie de revêtement intérieur qui est à recouvrir par une feuille
et qui est délimitée par la rainure est pourvue d'adhésif,
b) sur la surface revêtue d'adhésif, on colle la feuille, qui s'étend également par-dessus
la rainure jusque dans la zone non-traitée et prévue pour recevoir du tissu/cuir,
c) la zone à revêtir de tissu/cuir est libérée de la feuille par sectionnement de
telle sorte qu'il subsiste au-dessus de cette zone un bord correspondant à la profondeur
de la rainure,
d) le bord de la feuille est engagé dans la rainure,
e) la zone à revêtir de tissu/cuir et délimitée par la rainure est préparée en vue
d'une fixation du tissu/cuir, auquel cas un adhésif est déposé sur la partie de revêtement
intérieur,
f) le tissu ou le cuir, qui ont des dimensions adaptées à la zone à recouvrir de cette
matière en tenant compte d'une addition correspondant à la profondeur de la rainure,
sont mis en place, et
g) les bords du tissu/cuir sont engagés dans la rainure où ils sont maintenus par
serrage et/ou collage.
2. Procédé de fabrication d'une partie de revêtement intérieur de véhicules, qui comporte
une rainure dans laquelle est engagé le bord d'un tissu ou de cuir, caractérisé par
les étapes opératoires suivantes :
a) la partie de revêtement intérieur est pourvue d'adhésif sur tout le côté à recouvrir
et comportant également la rainure,
b) sur la zone de la partie de revêtement intérieur qui est à recouvrir de tissu ou
de cuir et qui est délimitée par la rainure, on met en place le tissu ou le cuir,
qui ont des dimensions adaptées à la zone à recouvrir, y compris une addition correspondant
à la profondeur de la rainure,
c) les bords du tissu/cuir sont engagés dans la rainure,
d) sur la partie de revêtement intérieur est mise en place une feuille (par collage),
e) la zone de la partie de revêtement intérieur qui est à recouvrir de tissu/cuir
est libérée de la feuille par sectionnement de telle sorte qu'il subsiste un bord
placé au-dessus de cette zone et correspondant à la profondeur de la rainure,
f) le bord de la feuille est engagé dans la rainure où il est maintenu, en même temps
que le bord du tissu/cuir par serrage et/ou par collage.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'on engage entre les
bords de la feuille et du tissu/cuir une moulure qui est fixée au fond de la rainure
et dont la tête recouvre la feuille et le tissu/cuir sur leurs côtés visibles.