[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Steckverbinder mit einem ersten Steckerteil
und einem auf dieses aufsteckbaren zweiten Steckerteil sowie mit einer Verriegelungsvorrichtung
mit einem Verriegelungsteil, das um eine Drehachse an dem zweiten Steckerteil drehbar
gelagert ist und in Verriegelungsstellung bei aufgestecktem zweiten Steckerteil mit
einem an einem Halteglied in einem Abstand zur Drehachse gehaltenen Widerhaken in
eine entsprechende Ausnehmung an dem ersten Steckerteil eingreift und eine Griffleiste
an einem Halteteil zum Entriegeln der Steckerteile entgegen der Wirkung eines an dem
zweiten Steckerteil sich abstützenden Biegeteiles aufweist.
[0002] Bei einem derartigen, aus Figur 1 der DE-OS 28 01 427 bekannten Steckverbinder mit
einer Verriegelungsvorrichtung werden die Steckerteile mit ihren Kontaktelementen
in üblicher Weise aufeinander zu bewegt und ineinander gesteckt. Die Verriegelungsvorrichtung
weist zwei Verriegelungsteile auf, die an zwei gegenüberliegenden und sich senkrecht
zur Kontaktebene erstreckenden Seiten des zweiten Steckerteiles gelagert sind. Die
Halteglieder mit ihren Widerhaken bilden zusammen mit den Griffleisten an den Halteteilen
jeweils einen zweiarmigen Hebel, so daß eine Entriegelung durch Druckausübung auf
die Griffleisten in Richtung auf die jeweiligen Seiten des zweiten Steckerteiles erfolgen
kann. Daraufhin läßt sich das zweite Steckerteil unter Aufbringung einer zusätzlichen
Zugkraft senkrecht zur Kontaktebene von dem ersten Steckerteil abziehen.
[0003] Bei einem weiteren, aus dem DE-GM 82 25 323 bekannten Steckverbinder mit einer Verriegelungsvorrichtung
enthält diese ein einziges Verriegelungsteil, das sich ungefähr in der Mitte der gesamten
Anordnung befindet, um einen sicheren Halt möglichst aller Kontaktelemente des Steckverbinders
zu gewährleisten.
[0004] Für viele Anwendungsfälle ist ein direktes frontales Aufeinanderstecken der Steckerteile
nicht möglich, da beispielsweise die Steckerteile nur schwer zugänglich sind und eventuell
nicht genug Raum vorhanden ist, um die erforderliche Kraft zum Lösen und Zusammenfügen
der Steckerteile aufzubringen. Auch hinsichtlich der Anbringung der Verriegelungsvorrichtung
ist hierbei zu beachten, daß sie möglichst sicher und einfach bedienbar ist.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Steckverbinder mit einer Verriegelungsvorrichtung
zu schaffen, die ein sicheres und besonders einfaches Lösen und Zusammenfügen der
Steckerteile auch bei einem schwer zugänglichen Steckverbinder ermöglicht.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe ist bei dem Steckverbinder der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
das zweite Steckerteil außerhalb des Bereiches der Kontaktelemente der Steckerteile
schwenkbar an dem ersten Steckerteil gelagert; das Verriegelungsteil ist an der der
Lagerstelle gegenüberliegenden Seite des zweiten Steckerteiles gelagert, und das Halteteil
greift im Bereich des Widerhakens an dem Halteglied an und erstreckt sich quer zu
diesem.
[0007] Vorteilhaft ist die erfindungsgemäße Vorrichtung insofern, als aufgrund der Hebelwirkung
bei der schwenkbaren Lagerung des zweiten Steckerteils nur eine geringe Kraft auf
das das Verriegelungsteil aufweisende Ende des zweiten Steckerteils aufgebracht werden
muß, um die Steckerteile zusammenzufügen bzw. voneinander zu lösen. Die schwenkbare
Lagerung kann hierbei so gestaltet sein, daß in einer vorgegebenen Drehposition das
zweite Steckerteil aushakbar bzw. wieder einhakbar ist. Weiterhin ist mit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung erreicht, daß in vorteilhafter Weise die Kraft, die auf die Griffleiste
des Verriegelungsteils zum Entriegeln aufgebracht werden muß, in der gleichen Richtung
wirkL wie die Kraft, die zum Lösen des zweiten Steckerteils vom ersten Steckerteil
erforderlich ist. Somit ist beim manuellen Entfernen des zweiten Steckerteils nur
eine Handbewegung zum Entriegeln und zum Entfernen des zweiten Steckerteils notwendig.
[0008] Es ist zwar aus der DE-OS 28 49 077 ein Steckverbinder bekannt, der ein erstes Steckerteil
und ein daran schwenkbar gehaltenes zweites Steckerteil aufweist, wobei das zweite
Steckerteil an seiner der schwenkbaren Lagerung gegenüberliegenden Seite ein Verriegelungsteil
aufweist, jedoch besteht dieses Verriegelungsteil lediglich aus einer Rastnase, die
in eine Öffnung einer am ersten Steckerteil gehaltenen Blattfeder eingreift; das Verriegelungsteil
ist also weder drehbar gelagert noch weist es eine Griffleiste zur manuellen Entriegelung
auf.
[0009] Die mechanische Spannung zur sicheren Verriegelung wird bei einer Ausführungsform
des Steckverbinders auf einfache Weise aufgebracht, wenn das Biegeteil eine Spiralfeder
ist.
[0010] Ein vorteilhafter Aufbau der erfindungsgemäßen Verriegelungsvorrichtung, insbesondere
hinsichtlich des Aufbringens der Kraft zum Entriegeln und zum Entfernen des zweiten
Steckerteils ergibt sich, wenn das zweite Steckerteil an seiner, der Lagerstelle gegenüberliegenden
Seite einen Schaft aufweist, die Drehachse des Verriegelungsteils im Bereich der dem
ersten Steckerteil zugewandten Seite des Schaftes angeordnet ist und das Biegeteil
zwischen der Griffleiste des Verriegelungsteils und dem Schaft des zweiten Steckerteils
liegt und bis zu einem vorgegebenen Maß durchbiegbar ist.
[0011] Damit beim Zusammenfügen der Steckerteile keine besondere Bedienung des Verriegelungsteils
notwendig ist, sind der Widerhaken und der Bereich der Ausnehmung am ersten Steckerteil
derart abgeschrägt, daß beim Zusammenfügen der Steckerteile der Widerhaken in die
Ausnehmung einschnappt.
[0012] Eine weitere Ausführungsform der Verriegelungsvorrichtung, bei der das Verriegelungsteil
und das Biegeteil einstückig aus einem in Abhängigkeit von der Materialstärke elastischen
Material gebildet sind, ist in besonders vorteilhafter Weise mit einem Biegeteil ausgeführt
ist, das schräg von der Griffleiste weggeführt ist und mit seinem freien Ende am Schaft
des zweiten Steckerteils anliegt. Damit der Angreifpunkt des Biegeteils am Schaft
des zweiten Steckerteils optimal gestaltet ist, ist das freie Ende des Stabes zweckmäßigerweise
vollständig abgerundet.
[0013] Um nach Beendigung der Entriegelung sofort ein Lösen der Steckerteile zu bewirken,
ist am Biegeteil ein Ansatz vorhanden, der nach Erreichung des vorgegebenen Maßes
der Durchbiegung am Verriegelungsteil anliegt.
[0014] Das Verriegelungs- und das Biegeteil sind in vorteilhafter Weise aus einem besonders
temperatur- und alterungsbeständigen Kunststoff hergestellt, der eine dauerhafte,
sichere Funktion der Verriegelungsvorrichtung gewährleistet.
[0015] Die Erfindung wird anhand der Figuren erläutert, wobei
Figur 1 eine Gesamtansicht eines Steckverbinders mit einer Verriegelungsvorrichtung,
Figur 2 eine Teilansicht der Verriegelungsvorrichtung im entriegelten Zustand und
Figur 3 eine Teilansicht der Verriegelungsvorrichtung während des Voneinanderlösen
der Steckerteile darstellen.
[0016] In der Figur 1 ist ein Steckverbinder mit einem ersten Steckerteil l und einem zweiten
Steckerteil 2 dargestellt. Das erste Steckerteil 1 besteht aus einem Halterahmen 3,
der über Zapfen 4 an einem Gehäuse eines elektrischen Gerätes 5 befestigt ist, und
einem Teil 6, das Kontaktelemente für die Steckverbindung enthält. Am Halterahmen
3 ist außerhalb des Bereiches der Kontaktelemente eine Achse 7 angebracht, die teilweise
von einem Haken 8 des zweiten Steckerteils 2 umgriffen wird und mit diesem eine Lagerstelle
zur schwenkbaren Lagerung des zweiten Steckerteils 2 an dem ersten Steckerteil 1 bildet.
Das zweite Steckerteil 2 weist Kontaktelemente 9 auf, die in die entsprechenden Kontaktelemente
im Teil 6 des ersten Steckerteils 1 eingreifen.
[0017] Das zweite Steckerteil 2 weist an seiner der Lagerstelle gegenüberliegenden Seite
einen Schaft 10 auf. Auf der dem ersten Steckerteil 1 zugewandten Seite des Schaftes
10 ist an dem zweiten Steckerteil 2 eine Drehachse 11 gehalten, an der ein Verriegelungsteil
12 als Bestandteil der Verriegelungsvorrichtung drehbar gehalten ist. Das Verriegelungsteil
12 weist ein Halteglied 13a auf, an dem ein Widerhaken 14 in einem Abstand zur Drehachse
11 gehalten ist. Der Widerhaken 14 greift im verriegelten Zustand in eine entsprechende
Ausnehmung 16 des ersten Steckerteils 1 bzw. des Halterahmens 3 ein. Der Widerhaken
14 und der Halterahmen 3 im Bereich der Ausnehmung 16 sind derart abgeschrägt, daß
bei der Verriegelung der Widerhaken 14 ohne zusätzliche Betätigung des Verriegelungsteils
12 einschnappen kann. Im Bereich des Widerhakens 14 greift an dem Halteglied 13a ein
sich quer zu diesem erstreckendes Halteteil 13b an, an dem eine Griffleiste 15 ebenfalls
quer zu dem Halteglied 13a gehalten ist.
[0018] Mit dem Verriegelungsteil 12 ist einstückig ein Biegeteil 17 verbunden. Dieses Biegeteil
17 ist schräg von der Griffleiste 15 zum Schaft 10 geführt und so geformt, daß es
eine mechanische Spannung auf das Verriegelungsteil 12 ausübt, die den Widerhaken
14 bei Verriegelungsstellung des Verriegelungsteiles 12 in der Ausnehmung 16 hält.
Das freie Ende 18 des Biegeteils 17 ist abgerundet, damit sich das Biegeteil 17 auch
bei einer Bewegung auf dem Schaft 10 nicht verklemmen kann. Am Biegeteil 17 ist ein
Ansatz 19 vorhanden, der bei Erreichung der maximalen Durchbiegung des Biegeteils
17 am Verriegelungsteil 12 anliegt. Das Verriegelungsteil 12 und das Biegeteil 17
sind vorzugsweise aus einem temperatur- und alterungsbeständigen Kunststoff hergestellt.
Es ist auch denkbar, als Biegeteil ein anderes federndes Element, z. B. eine Spiralfeder,
vorzusehen, mit der eine entsprechende Kraft auf das Verriegelungsteil 12 ausgeübt
werden kann.
[0019] In der Figur 2 ist das Verriegelungsteil 12 in einem Zustand nach der Entriegelung
dargestellt. Durch Herunterdrücken der Griffleiste 15 wurde hier der Widerhaken 14
aus der Ausnehmung 16 gedrückt, so daß anschließend das zweite Steckerteil 2 um die
Achse 7 geschwenkt werden kann (vgl. Figur 1). Das Biegeteil 17 ist hier so weit durchgebogen,
daß der Ansatz 19 am Verriegelungsteil 12 anliegt und somit eine direkte Kraftübertragung
von der Griffleiste 15 des Verriegelungsteils 12 auf den Schaft 10 des zweiten Steckerteils
2 möglich ist.
[0020] Bei der Darstellung nach der Figur 3 ist das entriegelte Steckerteil 2 bereits teilweise
vom ersten Steckerteil 1 gelöst, so daß das zweite Steckerteil 2 durch eine Kraft
auf die Griffleiste 15 so weit um die Achse 7 (vgl. Figur 1) geschwenkt werden kann,
daß es am Haken 8 aushakbar und somit entfernbar ist. Beim Zusammenfügen der beiden
Steckerteile ist es lieglich notwendig, zunächst über den Haken 8 und die Achse 7
die beiden Steckerteile schwenkbar miteinander zu verbinden und dann das zweite Steckerteil
2 in Richtung auf das erste Steckerteil 1 zu schwenken, wobei das Verriegelungsteil
über den Widerhaken 14 automatisch in das erste Steckerteil 1 einschnappt.
1. Steckverbinder mit einem ersten Steckerteil (1) und einem auf dieses aufsteckbaren
zweiten Steckerteil (2) sowie mit einer Verriegelungsvorrichtung mit einem Verriegelungsteil
(12), das um eine Drehachse (11) an dem zweiten Steckerteil (2) drehbar gelagert ist
und in Verriegelungsstellung bei aufgestecktem zweiten Steckerteil (2) mit einem an
einem Halteglied (13a) in einem Abstand zur Drehachse (11) gehaltenen Widerhaken (14)
in eine entsprechende Ausnehmung (16) an dem ersten Steckerteil (1) eingreift und
eine Griffleiste (15) an einem Halteteil (13b) zum Entriegeln der Steckerteile (1
und 2) entgegen der Wirkung eines an dem zweiten Steckerteil (2) sich abstützenden
Biegeteils (17) aufweist,
dadurch gekennzeichnet , daß das zweite Steckerteil (2) außerhalb des Bereiches der
Kontaktelemente der Steckerteile (1 und 2) schwenkbar an dem ersten Steckerteil (1)
gelagert ist, daß das Verriegelungsteil (12) an der der Lagerstelle gegenüberliegenden
Seite des zweiten Steckerteiles (2) gelagert ist und daß das Halteteil (13b) im Bereich
des Widerhakens (14) an dem Halteglied (13a) angreift und sich quer zu diesem erstreckt.
2. Steckverbinder nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , daß das Biegeteil (17)
eine Spiralfeder ist.
3. Steckverbinder nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet , daß das zweite
Steckerteil (2) an seiner, der Lagerstelle gegenüberliegenden Seite einen Schaft (10)
aufweist, daß die Drehachse (11) des Verriegelungsteils (12) im Bereich der dem ersten
Steckerteil (1) zugewandten Seite des Schaftes (10) angeordnet ist und daß das Biegeteil
(17) zwischen der Griffleiste (15) des Verriegelungsteils (12) und dem Schaft (10)
des zweiten Steckerteiles (2) liegt und bis zu einem vorgegebenen Maß durchbiegbar
ist.
4. Steckverbinder nach Anspruch 3, bei dem das Verriegelungsteil (12) und das Biegeteil
(17) einstückig aus einem in Abhängigkeit von der Materialstärke elastischen Material
gebildet ist , dadurch gekennzeichnet , daß das Biegeteil (17) schräg von der Griffleiste
(15) weggeführt ist und mit seinem freien Ende (18) am Schaft (10) des zweiten Steckerteils
(2) anliegt.
5. Verriegelungsvorrichtung nach Anspruch 4 , dadurch gekennzeichnet , daß das freie
Ende (18) des Biegeteils (17) vollständig abgerundet ist.
6. Verriegelungsvorrichtung nach Anspruch 4 oder Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet
, daß am Biegeteil (17) ein Ansatz (19) vorhanden ist, der nach Erreichen des vorgegebenen
Maßes der Durchbiegung am Verriegelungsteil (12) anliegt.