[0001] Wie bekannt, werden Synthesefasern, insbesondere Polyesterfasern nach dem Ausziehverfahren
aus wäßrigen Flotten mit Dispersionsfarbstoffen gefärbt. Das Ausziehverfahren läßt
sich in zwei Varianten unterteilen. Bei der ersten Variante färbt man bei Kochtemperatur.
Hierbei reicht jedoch das Ziehvermögen des Farbstoffs auf die Faser nicht aus. Deshalb
setzt man den Färbeflotten noch Färbebeschleuniger (sogenannte Carrier) zu, die das
Aufziehen der Farbstoffe so fördern, daß farbtiefe Färbungen erhalten werden. Bei
der zweiten Variante wird die Färbetemperatur über den Siedepunkt des Wassers hinaus
erhöht, meist aut 110 - 130°C. Dadurch wird eine Diffusion der Dispersionfarbstoffe
in die Faser ermöglicht, ohne daß die erwähnten Carrier zum Aufziehen erforderlich
sind.
[0002] Beiden Verfahren haftet der Nachteil an, daß es leicht zu unegalen Färbungen kommen
kann. Dies kann herrühren durch Temperaturunterschiede im Färbebad, die meist in der
Aufheizphase auftreten, durch unterschiedliche Flottenströmungen infolge des oftmals
dicht gepackten Färbeguts, durch Unterschiede in der Packungsdichte des Materials
oder durch unterschiedliche Struktur der Polyesterfasern. Einen großen Einfluß auf
die Egalität der Färbungen haben auch die Dispersionsfarbstoffe selbst. So werden
bei Kombinationsfärbungen Farbstoffe mit unterschiedlichem Ziehvermögen eingesetzt,
was leicht zur Unegalität führen kann.
[0003] Man hat versucht, dieses Problem durch exakte Temperatursteuerung oder durch spezielle
Färbeverfahren zu lösen. All diesen Versuchen war jedoch kein genereller Erfolg beschieden
und deshalb konnten zahlreiche Dispersionsfarbstoffe z. B. nicht für das Färben von
Wickelkörpern eingesetzt werden.
[0004] Den besten Erfolg hat man nach durch Einsatz besonderer Hilfsmittel. Solche Produkte
können Carrier bzw. Egalisiercarrier, Egalisiermittel mit Carrierwirkung oder Egalisiermittel
sein mit anionischer, nichtionischer oder kationischer Struktur. Aus der Reihe der
Tenside haben die nichtionischen Verbindungen Bedeutung erlangt, vor allem die Alkylphenole
mit unterschiedlichem Oxethylierungsgrad. Diese Produkte können jedoch die Echtheitseigenschaften
der Farbstoffe, besonders die Lichtechtheit vermindern. Sie bewirken auch oft eine
Retardierung, d.h. es wird nicht die volle Ausbeute aller Farbstoffkomponenten erreicht.
Eine Reproduzierbarkeit der Färbungen ist deshalb nur schwer möglich. Sie fördern
außerdem die Kristallisationsneigung von Dispersionsfarbstoffen und können bei Temperaturschwankungen
oder beim unvorhergesehenen Abkühlen der Färbeflotte zu Fehlfärbungen Anlaß geben.
[0005] Man hat auch vorgeschlagen, durch Anwendung von Dispergiermitteln die Egalität zu
verbessern. Solche Dispergiermittel verringern eine Abfiltration der Farbstoffe bzw.
erhöhen die monomolekularen Anteile der Farbstoffe in der wäßrigen Flotte (Hydrotropie),
so daß auch bei kleiner Flottendurchströmung die Egalität der Färbungen hergestellt
sein soll. Es hat sich aber in der Praxis gezeigt, daß Dispergiermittel nicht in der
Lage sind, die durch Temperaturschwankungen bedingten Unegalitäten auszugleichen.
[0006] Es wurde nun gefunden, daß man egale Färbungen auf Synthesefasern, insbesondere auf
Polyesterfasern und deren Mischungen mit Naturfasern sowohl unter ungünstigen Färbebedingungen
als auch bei Verwendung unregelmäßig färbenden Textilmaterials mit Dispersionsfarbstoffen
nach dem Ausziehverfahren bei Temperaturen zwischen 90 und 140°C erhalten kann.
[0007] Gegenstand der Erfindung ist somit ein Verfahren zum gleichmäßigen Färben von Synthesefasern,
vor allem Polyesterfasern oder deren Mischungen mit Naturfasern mit Dispersionsfarbstoffen,
wobei man in Gegenwart eines Egalisiermittels färbt in Form einer Mischung bestehend
aus oxethylierten ungesättigten Carbonsäuren mit 12 bis 18 C-Atomen mit einem Gehalt
von 10 bis 40 Einheiten Ethylenoxid und Sulfobernsteinsäurehalbestern von oxalkylierten
mehrkernigen Alkylphenolen der allgemeinen Formel 1

in der R einen Rest

oder

X Äthylen- und oder Propylengruppen und R
1 einen gesättigten geradkettigen oder verzweigten Alkylrest mit 6 bis 14 Kohlenstoffatomen
bedeutet und worin Y für Wasserstoff steht oder dieselbe Bedeutung wie R besitzt und
n für Zahlen von 2 bis 25, Z für Zahlen von 1 bis 9 und Me für ein Wassterstoffatom,
ein Alkalimetallatom oder ein Äquivalent eines Erdalkalimetallatoms steht.
[0008] Die ungesättigten Fettsäuren enthalten 12 bis 18 C-Atome, wie beispielsweise Ölsäure.
Der Begriff "ungesättigte Fettsäuren" soll auch ungesättigte Hydroxyfettsäuren einschließen,
wie etwa Ricinolsäure. Der Gehalt an Ethylenoxidgruppen liegt oberhalb 10 und beträgt
vorzugsweise 20 bis 40 Ethylenoxidgruppen. Das Ethylenoxid kann auch teilweise durch
Propylenoxyd ersetzt werden.
[0009] Die oxalkylierten ungesättigten Fettsäuren werden mit Sulfonbernsteinsäurehalbestern
von oxalkylierten mehrkernigen Alkylphenolen der oben angegebenen Formel gemischt.
Die Herstellung dieser Produkte ist in der deutschen Offenlegungsschrift 2 132 405
beschrieben. Sie werden hergestellt, indem man Monoalkylphenole mit Formaldehyd im
Molverhältnis 2 : 1 bis 10 : 9 in Gegenwart von säuren Katalysatoren zu mehrkernigen
Novolakharzen kondensiert, diese in Gegenwart von alkalischen Katalysatoren mit 2
bis 25 Mol Alkylenoxid je Mol eingesetzten Monoalkylphenols umsetzt, dei freien Hydroxylgruppen
der erhaltenen Oxalkylierungsprodukte ganz oder teilweise mit Maleinsäureanhydrid
verestert und danach die erhaltenen Maleiensäurehalbester in wäßriger Phase mit Salzen
der schwefligen Säure umsetzt.
[0010] Das Gewichtsverhältnis der beiden Komponenten reicht von 2 : 1 bis 20 : 1. Der Färbeflotte
wird diese Mischung in Mengen von 0,1 - 5, vorzugswiese 0,3 bis 3 g/I zugesetzt und
die Färbungen bei 90 - 140°C, vorzugsweise zwischen 105 und 130°C durchgeführt. Es
ist dabei unerheblich, ob man die beiden Komponenten der Mischung getrennt der Färbeflotte
zugibt, oder ob man zunächst die Mischung beider Komponenten herstellt.
[0011] Mittels der erfindungsgemäß verwendeten Hilfsmittelmischung ist es möglich, auch
Farbstoffe, die bisher aufgrund ihres individuellen Verhaltens z. B. nicht für die
Färbung von Wickelkörpern eingesetzt werden konnten, zu verwenden. Durch das Hilfsmittelgemisch
wird das Aufziehverhalten der eingesetzten Farbstoffe einander angeglichen. Auch bei
Einsatz von drei oder gar vier Farbstoffen bei Kombinationsfärbungen muß keine Rücksicht
auf die einzelnen Aufziehphasen genommen werden. Dies ist vor allem ein erheblicher
Vorteil bei den viel verbreiteten Schnellfärbeverfahren.
[0012] Bei diesen Schnellfärbeverfahren wird die Ziehgeschwindigkeit der Farbstoffe durch
den Hilfsmitteleinsatz herabgesetzt. Ohne Zusatz des beschriebenen Gemischs wird den
Polyesterfasern schlagartig bei Hochtemperatur die gesamte Farbstoffmenge angeboten,
was meist zu Unegalitäten führt. Durch die verminderte Ziehgeschwindigkeit bei Zusatz
des Hilfsmittelgemischs wird der Farbstoff im Material gleichmäßiger verteilt und
man erhält eine egale Färbung.
[0013] Zum Färben werden die Färbebäder in üblicher Weise bei 40 - 60° C angesetzt, auf
pH 5 - 6 eingestellt und 0,1 - 5 g/I des beschriebenen Hilfsmittels zugesetzt. Nach
der Zugabe des vordispergierten wasserunlöslichen Dispersionsfarbstoffes wird auf
die erforderliche Färbetemperatur aufgeheizt und während der üblichen Färbedauer gefärbt.
Die Fertigstellung der Färbung erfolgt wie üblich, z. B. durch eine reduktive Nachreinigung.
[0014] Bei den Schnellfärbeverfahren werden die Färbeflotten wie üblich unter Zusatz der
angegebenen Hilfsmittelmenge getrennt vom Färbegut auf die erforderliche Färbetemperatur
von 105 - 130°C gebracht. Dann läßt man sie sehr rasch in den das Färbegut enthaltenden
Färbeapparat einströmen. Dabei erfolgt die Farbstoffixierung absolut gleichmäßig.
[0015] Einen Verfahrensvariante besteht darin, daß man zunächst das Färbegut mit der auf
pH 5 - 6 eingestellten, die erforderliche Menge Hilfsmittel enthaltenden Flotte bei
130°C behandelt und erst dann die vordispergierte Farbstofflösung in den Hochtemperaturfärbeapparat
einschleust.
[0016] In beiden Fällen werden die unterschiedlichen Zieheigenschaften der Dispersionsfarbstoffe
einander angeglichen und es resultieren gleichmäßige Färbungen. Darüberhinaus wurde
gefunden, daß die erfindungsgemäße Hilfsmittelmischung eine hohe migrationsfördernde
Eigenschaft besitzt. Dies bewirkt ein hohes Ausgleichsvermögen der verwendeten Dispersionsfarbstoffe,
d. h. eine Migration des bereits fixierten Farbstoffes in das Färbebad und ein anschließendes
Wiederaufziehen des Farbstoffes auf die Faser. Auf diese Weise können auch unegale
Färbungen (Fehlfärbungen) wieder ausgeglichen werden.
[0017] Verwendet man anstelle der erfindungsgemäßen Hilfsmittelmischungen die Einzelkomponenten
in den angegebenen Konzentrationen, so wird kein brauchbares Färbeergebnis erzielt.
Im Falle der sulfogruppenhaltigen Alkylphenol-Formaldehyd-Kondensationsprodukte, deren
alleinige Verwendung beim Färben von Synthesefasern in der DE-AS 2 165 753 beschrieben
ist, wird unter den angegebenen Bedingungen keine egale Färbung erhalten. Durch alleinige
Verwendung des Fettsäureoxethylats tritt eine Retardierwirkung ein, die sich in unzureichender
Farbstoffausbeute äußert und die Neigung der Dispersionsfarbstoffe zu Auskristallisieren
wird nicht beseitigt.
Biespiel
[0018] 10 kg Polyester-Kreuzspulen von je 1 000 g wurden in einem HT-Färbeapparat im Flottenverhältnis
1 : 10 in üblicher Weise mit einer Flotte behandelt, die auf pH 5 eingestellt wurde.
Dieser Flotte wurden 2 % einer Farbstoffmischung folgender Zusammensetzung zugesetzt:
0,23 % Disperse-Yellow 64 C.I. 47023
0,52 % Disperse-Red 60 C.I. 60756
und 0,17 % einer Farbstoffmischung
folgender Zusammensetzung
55 %

45%

[0019] Dann wurde innerhalb von 30 Minuten von 70°C auf 130°C aufgeheizt und 30 Minuten
bei dieser Temperatur gefärbt. Die Durchströmmenge der Flotte durch die Kreuzspulen
lag bei 20 I/kg in der Minute. Die Zirkulationsrichtung von Innen nach Außen wurde
nach 1 Minute und von Außen nach Innen nach je 3 Minuten geändert. Nach 30 Minuten
Behandlungszeit bei 130°C wurde wie üblich abgekühlt, die Flotte abgelassen und 1
mal heiß (75°C) und 1 mal kalt gespült. Nach dem Spülen erhielt man völlig unegale,
fleckige Färbungen. Daraufhin wurde eine neue Flotte bereitet, auf pH 5 gestellt und
2 g/I einer Hilfsmittelmischung zugegeben in Form einer wäßrigen Lösung enthaltend
25 Teile Ricinolsäureäthylenoxid-Addukt mit 40 Einheiten Äthylenoxid und 10 Teile
des Nonylphenolnovolaks nach Beispiel Nr. 7 aus der DE-PS 2 132 405 (35 %-ig). Die
Flotte wurde in 20 Minute, auf 130°C gebracht und die Kreuzspule, 60 Minuten bei dieser
Temperatur behandelt. Anschließend wurde wie üblich abgekühlt und gespült. Nach dieser
Behandlung zeigten die Kreuzspule, eine völlig egale Färbung.
1. Verfahren zum gleichmäßigen Färben von Synthesefasern mit Dispersionsfarbstoffen,
dadurch gekennzeichnet, daß man in Gegenwart einer Mischung färbt, die besteht aus
oxethylierten ungesättigten Carbonsäuren mit 12 bis 18 C-Atomen mit einem Gehalt von
10 bis 40 Einheiten Ethylenoxid und Sulfobernsteinsäurehalbestern von oxalkylierten
mehrkernigen Alkylphenolen der allgemeinen Formel

in der R einen Rest

oder

X Äthylen- und oder Propylengruppen und R
1 einen gesättigten geradkettigen oder verzweigten Alkylrest mit 6 bis 14 Kohlenstoffatomen
bedeutet und worin Y für Wasserstoff steht oder dieselbe Bedeutung wie R besitzt und
n für Zahlen von 2 bis 25, Z für Zahlen von 1 bis 9 un Me für ein Wasserstoffatom,
ein Alkalimetallatom oder ein Äquivalent eines Erdalkalimetallatoms steht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in Gegenwart von 0,1
bis 5 g/I der Mischung färbt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in Gegenwart einer Mischung
färbt bestehend aus den Komponenten im Gewichtsverhältnis 2 : 1 bis 20 : 1.
1. Procede pour teindre de façon unie des fibres de synthèse à l'aide de colorants
dispersables, procédé caractérisé en ce qu'on effectue la teinture en présence d'un
mélange consistant en:
des acides carboxyliqudes insaturés ayant 12 à 18 atomes de carbone, qui sont oxyéthyles
et présentent une teneur de 10 à 40 motifs oxyethylènes, et
des hémi-esters d'acide sulfosuccinique d'alkylphenols polycycliques oxyalkylés, de
formule génerale 1:

dans laquelle R représente un reste:

ou

X représente des groupes éthylènes ou propylènes, et R1 représente un reste alkyle saturé, linéaire ou ramifié, avant 6 à 14 atomes de carbone,
Y représente un atome d'hydrogène ou a le même sens que R, et n représente les nombres
valant de 2 à 25, Z des nombres valant 1 à 9 et Me représente un atome d'hydrogène,
un atome de métal alcalin ou un équivalent d'un atome de métal alcalino-terreux.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on teint en présence de
0,1 à 5 g du mélange par litre.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on teint en présence d'un
mélange consistant en les constituants présents selon un rapport pondéral compris
entre 2 : 1 et 20 : 1.
1. A process for the level dyeing of synthetic fibers with disperse dyestuffs, which
comprises dyeing in the presence of a mixture which comprises
ethoxylated unsaturated carboxylic acids of 12 to 18
carbon atoms and an ethylene oxide content of 10 to 40 units and
sulfosuccinic acid half-esters of alkoxylated polynuclear alkylphenols of the general
formula I

in which R denotes a radical

or

X denotes ethylene and/or propylene groups, and R1 denotes a saturated straight-chain or branched alkyl radical of 6 to 14 carbon atoms
and in which Y represents hydrogen or has the same meaning as R, n represents numbers
from 2 to 25, Z represents numbers from 1 to 9, and Me represents a hydrogen atom,
an alkali metal atom or one equivalent of an alkaline earth metal atom.
2. The process as claimed in claim 1, wherein the dyeing is carried out in the presence
of 0.1 to 5 g of the mixture per liter.
3. The process as claimed in claim 1, wherein the dyeing is carried out in the presence
of a mixture comprising components in a weight ratio of 2 : 1 to 20 : 1.