[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auffinden und Bergen von in Gewässern
oder auf dem offenen Meer schwimmende Personen oder Gegenstände, deren genauer Standort
nicht eindeutig zu bestimmen oder schwierig zu erreichen ist, insbesondere durch Wasserfahrzeuge
wie Schiffe oder dergl., sowie ein Verfahren zur Rettung Schiffbrüchiger mittels einer
derartigen Vorrichtung.
[0002] Es ist bekannt, ins Wasser gefallene Personen dadurch vor dem Ertrinken zu bewahren,
daß ihnen von Land oder von einem in der Nähe befindlichen Schiff an Seilen befestigte
Rettungsringe zugeworfen werden. Die Schwierigkeit bei einem solchen Vorgehen besteht
hauptsächlich darin, daß die Seile der Rettungsringe zunächst zum Auswerfen der Ringe
vorbereitet, d.h. aus dem üblichen Schleifenverband zur Aufhängung der Seile gelöst
und zum Auswerfen der Rettungsringe bereitelegt werden müssen, was häufig kostbare
Zeit in Anspruch nimmt. Schließlich müssen die Rettungsringe möglichst dicht bei dem
Schiffbrüchigen auftreffen, was schon dadurch Schwierigkeiten bereitet, daß die üblichen
Seile, schon um Verwirrung der einzelnen Seilschleifen zu verhinder, relativ kurz
gehalten sind. Ein gewisses Dirigieren der Rettungsringe von den Rettern durch Manipulieren
mit den Seilen ist dadurch fast ausgeschlossen, so daß nach einem Fehlwurf nur ein
Einziehen der Rettungsringe und ein erneutes Auswerfen der Ringe möglich ist. Das
ist alles sehr aufwendig und führt häufig zur Erfolglosigkeit der Rettungsmanöver,
da der zu Rettende inzwischen zu weit abgetrieben ist.
[0003] Bei der Rettung von auf der offenen See schwimmenden Personen von Schiffen aus ist
insbesondere bei unruhiger See dieses Verfahren kaum mit Erfolg praktizierbar, da
dabei meistens der genaue Standort des zu Rettenden kaum auszumachen ist. Bei schlechter
Sicht oder gar in der Nacht ist dieses Verfahren überhaupt nicht mit Aussicht auf
Erfolg auszuführen.
[0004] Zur Vermeidung dieser Schwierigkeiten wurden schon verschiedene Verfahren und Vorrichtungen
zur Rettung Schiffbrüchiger vorgeschlagen, die aber alle zum Ziel haben oder voraussetzen,
daß der Schiffbrüchige über Mittel verfügt, durch die er in der Lage ist, seinen genauen
Standort zu signalisieren. Dasist aber nur in den wenigen Fällen möglich, in denen
die zu rettende Person darauf vorbereitet ist, daß sie schiffbrüchig werden könnte
und die See verhältnismäßig ruhig ist. Bei schwerer See in der Berufsschiffart oder
beim Sportsegeln wird der genaue Standort der ins Wasser gefallenen Personen schnell
unerkennbar. Diese müssen erst geortet werden, bevor sie gerettet werden können, was
bei unruhiger See außerordentlich schwierig ist.
[0005] Durch die vorliegende Erfindung soll deshalb die Aufgabe gelöst werden, eine Vorrichtung
zu schaffen, durch die Personen oder Gegenstände deren Standort im Wasser nicht genau
zu bestimmen ist oder die infolge unruhiger See nur schwer zu erreichen sind, aufzufinden
bzw. einzukreisen, um dann die anschließende Rettung oder Bergung auf möglichst einfache
und doch sichere Weise vornehmen zu können.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß eine Vorrichtung vorgeschlagen, bei
der am oder auf einem Schiff eine Rolle mit einem schwimmfähigen Seil von einer Länge,
die ausreichend ist, um eine Schleife in einem Bogen von wenigstens 360
0 mit Abstand um die Person oder den Gegenstand zu legen, befestigt ist, dessen eines
Ende mit dem Schiff verbunden ist und an dessen freiem Ende ein in das Gewässer zu
werfender Schwimmkörper angebracht ist. Bei einer bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung soll das schwimmfähige Seil eine solche Länge aufweisen, das ein spiralförmiger
Bogen von wenigstens 450 bis 540° um die Person oder den Gegenstand gezogen werden
kann.
[0007] Die Rolle mit dem Seil soll leicht drehbar auf einer feststehenden Achse geführt
sein, die mittels Gestänge und Schellen an der Re-ling des Schiffes befestigt ist
oder gegebenenfalls dort auch fest eingeschweißt sein kann. Wenn die Vorrichtung mehr
seitlich am Schiff angebracht ist, hat es sich als zweckmäßig erwiesen, die Rolle
axial verschieblich auf der Achse zu lagern und oberhalb der Rolle eineschwenkbare
Seilführungsrolle ortsfest aufzuhängen, wodurch ein Abzug des Seiles schräg zur Achse
ermöglicht wird. Das Befestigungsgestänge für die Rolle bzw. die Achse an der Re-ling
soll zur leichteren Anpaßbarkeit vorteilhaft als Teleskopgestänge ausgebildet sein.
[0008] Die Vorrichtung kann auch leicht abnehmbar am Schiff angebracht werden, wenn die
leicht drehbar auf der Achse geführte Rolle mit dem Seil an einem in Re-lingfüße auf
dem Schiffsdeck einsteckbaren Bügel angeordnet ist. Um das ablaufende lange Seil bequem
wieder auf die Rolle aufwickeln zu können, soll diese mit einer durch die dann geteilt
ausgeführte Achse hindurchführbare Kirbel verbindbar sein.
[0009] Der Schwimmkörper kann eine im Gewässer gut sichtbare Boje sein, er kann aber auch
als mit dem Seil oder der Boje verbundene Schwimmweste oder Rettungsring ausgeführt
sein.
[0010] Ein Verfahren zur Rettung Schiffbrüchiger aus Gewässern durch Schiffe oder dergl.
mittels einer solchen Vorrichtung soll dadurch gekennzeichnet sein, daß vom Schiff
zunächst der an dem Seil mit dem Schiffskörper verbundene Schwimmköper in das Gewässer
geworfen wird, daß dann das Schiff von dem Schwimmkörper aus unter Abspulung des Seiles
von der Rolle um den Schiffbrüchigen herum einen Bogen von mindestens 3600, vorzugsweise
von 450 bis 540°, unter Bildung einer geschlossenen Schleife oder Spirale durch das
Seil um den Schiffbrüchigen herum zu dem Schwimmkörper zurück bzw. darüber hinaus
fährt und daß schließ- lich das Seil unter Verkleinerung der Schleife oder Spirale
und Mitnahme des darin eingeschlossenen Schiffbrüchigen zu dem Schiff zurückgezogen
wird.
[0011] Die Vorrichtung läßt sich natürlich auch für andere Rettungsfälle mit guten Erfolg
verwenden, wie beispielsweise bei der Rettung oder Bergung aus Flüssen vom Ufer aus,
indem der Schwimmkörper in der Weise in den Fluß geworfen wird, daß die Person /der
oder Gegenstand durch Manipulation vom Ufer aus in das Seil hineingetrieben wird.
[0012] An Hand der Zeichnungen soll die Erfindung nachfolgend noch näher erläutert werden.
Auf den Zeichnungen zeigen
Fig. 1 die Anbringung der erfindungsgemäßen Vorrichtung an der Reling eines Schiffes,
Fig. 2 eine andere Ausführungsform der Erfindung bei Anbringung an der Reling,
Fig. 3 eine leicht abnehmbar am Deck eines Schiffes anbringbare Vorrichtung,
Fig. 4 eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Verfahrens bei Rettung
durch ein Schiff und
Fig. 5 die Anwendung der Vorrichtung bei Rettung von einem Flußufer aus.
[0013] In Fig. 1 ist die Vorrichtung an der Reling 11 eines Schiffes angebracht, indem die
Rollenachse 14 mit der Rolle 13 und dem darauf aufgewickelten Seil 15 mittels Gestänge
19 und Schellen 20 an einer geeigneten Stelle der Reling befestigt ist. Bei der Ausführungsform
der Vorrichtung nach Fig. 1, wird diese vorteilhaft am hinteren Teil des Schiffes
angebracht, so daß das Seil nachdem die Boje 17 ins Wasser geworfen wurde etwa senkrecht
zur Rollenachse von der Rolle ablaufen kann.
[0014] Wenn die Vorrichtung mehr seitlich am Schiff angebracht werden muß, wie das in Fig.
2 angedeutet ist, soll die Rolle 13 axial verschieblich auf einer dann längeren Achse
augebracht sein und oberhalb der Rolle soll eine Seilführungsrolle 16 aufgehängt sein.
Auf diese Weise läßt sich auch dann ein einwandfreier Ablauf des Seiles 15 von der
Rolle gewährleisten. Bei diesem Beispiel ist das Befestigungsgestänge 19 als Teleskopgestänge
ausgeführt um die Vorrichtung universell einsetzen zu können. Hier ist am freien Ende
des Seiles ein Rettungsring 18 befestigt, der auch noch mit einer Boje kombiniert
sein kann, damit er besser zu finden ist.
[0015] Die Ausführung der Vorrichtung nach Fig. 3 ist geeignet, sie leicht abnehmbar am
Schiff zu befestigen, wozu auf den Schiffsdeck Re-lingfüße 22 befestigt werden, in
die die unteren Enden eines Bügels 23, an dem die Achse 14 mit der Rolle 13 angebracht
ist,einsteckbar sind. Statt der Re-lingfüße kann am unteren Teil des Bügels auch eine
Standplatte vorgesehen werden, beispielsweise beim Einsatz der Vorrichtung von Land
aus. In diesem Beispiel besteht die Achse 14 aus zwei Achsstummeln. Dadurch ist es
möglich, durch einen Achsstummel hindurch eine Kurbel 24 zu führen, die innen an der
Rolle 13 angreift, beispielsweise an einem Zapfen, um das Seil wieder auf die Rolle
aufwickeln zu können.
[0016] Fig. 4a und b lassen erkennen, wie das Schiff 10 im Abstand um die zu bergende Person
12 herumfährt, nachdem das eine Ende des Seiles 15 mit der Boje 17 in Wasser geworfen
wurde. Durch die gestrichelte Linie ist das Einziehen des Seiles mit der Person oder
dem Gegenstand angedeutet. Fig. 5 zeigt wie die Vorrichtung, beispielsweise bei einem
Fluß, von Land aus einsetzbar ist. Die Pfeile geben die verschiedenen Geschwindigkeiten
der Person 12 und der Boje 17 bei Schwimmbewegungen wieder. Die gestrichelte Linie
deutet den Verlauf des manipulierbaren Seiles dabei an.
1. Vorrichtung zum Auffinden und Bergen von in Gewässern oder auf dem offenen Meer
schwimmenden Personen oder Gegenständen, deren genauer Standort nicht eindeutig zu
bestimmen oder schwierig zu erreichen ist, insbesondere durch Wasserfahzeuge wie Schiffe
oder dergl., dadurch gekennzeichnet,, daß am oder auf dem Schiff (10) eine Rolle (13)
mit einem schwimmf-ähigen Seil (15) von einer Länge, die ausreichend ist, um eine
Schleife in einem Bogen von wenigstens 360° mit Abstand um die Person (12) oder den
Gegenstand zu legen, befestigt ist, dessen eines Ende mit dem Schiff verbunden ist
und an dessen freiem Ende ein in das Gewässer zu werfender Schwimmkörper (17) angebracht
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das schwimmfähige Seil
(15) eine Länge aufweist, um einen spiralförmigen Bogen von wenigstens 450 bis 540°
um die Person (12) oder den Gegenstand zu legen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rolle (13) mit
den Seil (15) leicht drehbar auf einer feststehenden Achse (14, 21) geführt ist, die
mittels Gestängen (19) und Schellen (20) an der Re-Iing (11) des Schiffes (10) befestigt
ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Rolle (13) axial
verschieblich auf der Achse (21) gelagert ist und oberhalb der Rolle (13) an der Reeling
(11) eine schwenkbare Seilführungsrolle (16) ortsfest aufgehängt ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Befestigungsgestänge
(19) für die Rolle (13) bzw. die Achse (14, 21) an der Re-ling (11) als Teleskopgestänge
ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die leicht drehbar
auf einer Achse (14) geführte Rolle (13) mit dem Seil (15) an einem in Re-lingfüße
(22) auf dem Schiffsdeck einsteckbaren Bügel (23) angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Rolle (13) mit
einer durch die dann geteilt ausgeführte Achse (14) hindurchführbare Kurbel (24) verbindbar
ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwimmkörper
eine im Gewässer gut sichtbare Boje (17) ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwimmkörper
als mit dem Seil (15) oder mit der Boje (17) verbundene Schwimmweste oder Rettungsring
(18) ausgeführt ist.
10. Verfahren zur Rettung Schiffbrüchiger aus Gewässern durch Schiffe oder dergl.
mittels einer Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß vom Schiff
zunächst der an dem Seil mit dem Schiffskörper verbundene Schwimmkörper in das Gewässer
geworfen wird, daß dann das Schiff von dem Schwimmkörper aus unter Abspulung des Seiles
von der Rolle um den Schiffbrüchigen herum einen Bogen von mindestens 360°, vorzugsweise
von 450 bis 540 unter Bildung einer geschlossenen Schleife oder Spirale durch das
Seil um den Schiffbrüchigen herum zu dem Schwimmkörper zurück bzw. darüberhinaus fährt
und daß schließlich das Seil unter Verkleinerung der Schleife oder Spirale und Mitnahme
des darin eingeschlossenen Schiffbrüchigen zu dem Schiff zurückgezogen wird.