[0001] Die Erfindung betrifft eine plattenförmige Abdichtung aus einem zumindest zweidimensional
bleibend verformbaren Material, insbesondere für den Hoch- und Tiefbau gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1. Eine Abdichtung dieser Art ist aus der GB-A-1 209 748 bekannt.
[0002] Zur Abdichtung von Übergängen an Dächern, wie beispielsweise für den Übergang von
Schornsteinen zu den Dachpfannen oder aber von der Unterkante von Erkerfenstern auf
den angrenzenden Dachbereich, war es bisher ferner üblich und bekannt, dünne Platten
aus Blei- oder Zinkblech zu verwenden, da ein derartiges Material leicht modulierbar
ist und damit zur Anpassung an die Wellungen der Dachpfannen oder an andere unebene
Flächen leicht dreidimensional verformt werden kann. Derartige Bleiplatten sind jedoch
in ihrer Anwendung sehr schwer und teuer und außerdem bestehen Schwierigkeiten bei
der dichten Verbindung benachbarter Bleiplatten, da Blei üblicherweise nicht lötbar
ist.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine plattenförmige Abdichtung aus
einem Material zu schaffen, das die gleichen Verarbeitungs- und Anwendungsmöglichkeiten
wie die bekannten Abdichtungen bietet, das demgegenüber jedoch erheblich leichter
und billiger ist und darüber hinaus noch zusätzliche Verarbeitungs- und Anwendungsmöglichkeiten
erlaubt.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs
1 gelöst.
[0005] Eine derartige dünne Platte aus Gummi mit einer Drahteinlage aus einem flexiblem
Metall, das jedoch praktisch keine Rückstellelastizität aufweist, ist in gleicher
Weise dreidimensional modulierbar wie eine Bleiplatte und kann damit leicht einer
vorgegebenen Kontur angepaßt werden.
[0006] Anhand einer schematischen Zeichnung sind Aufbau und Wirkungsweise von Ausführungsbeispielen
nach der Erfindung näher erläutert. Dabei zeigen
Figur 1 eine Ansicht des plattenförmigen Abdichtungsmaterials in teilweise aufgeschnittenem
Zustand ;
Figur 2 eine Anlage zur Herstellung dieses Materials ;
Figur 3 ein Anwendungsbeispiel zur Abdichtung des Übergangsbereiches von einem Flachdach
zu einer anschließenden Wandung ;
Figur 4 das Anwendungsbeispiel der Abdichtung des Übergangs von einem Schornstein
zum angrenzenden Dach und
Figuren 5A und 5B die perspektivische Ansicht und einen Querschnitt durch einen auf
ein Dach aufsetzbaren Entlüftungskanal.
[0007] Wie aus Fig. 1 zu ersehen ist, besteht das Abdichtungsmaterial 1 aus einer unteren
Elastomerbahn 2 und einer oberen Elastomerbahn 3, zwischen die ein Drahtgeflecht 4
eingelegt ist. Der besseren Übersichtlichkeit halber ist dabei in dieser Figur die
obere Schicht 3 teilweise aufgeklappt dargestellt. Das zwischengelegte Drahtgeflecht
4 kann dabei aus sich kreuzenden Einzeldrähten 5 und 6 bestehen, wobei die Einzeldrähte
5 und 6 an den Kreuzungsstellen miteinander fest verbunden oder aber auch verflochten
sein können. Als Material für diese Drähte 5 und 6 wird Kupfer verwendet, wobei ein
wesentliches Merkmal der verwendeten Metalldrähte ist, daß sie zwar flexibel sind,
aber keine Federelastizität aufweisen dürfen, um somit voll modulierbar zu sein.
[0008] Als Material für die Deckbahnen 2 und 3 wird EPDM (Äthylen-Propylen-Dien-Monomer)-Kautschuk
verwendet, da dieser wegen seiner hohen Ozonbeständigkeit besonders für die Verwendung
im Freien gegeignet ist. Jedoch ist auch die Verwendung anderer Polymere ja nach der
gegebenen Anforderung möglich.
[0009] Die Herstellung dieses plattenförmigen Abdichtungsmaterials ist in Fig. 2 unter Verwendung
einer Rotations-Vulkanisiermaschine näher erläutert. Danach werden von drei Materialrollen
7, 8 und 9 die obere Deckbahn 3 sowie die untere Bahn 2 beispielsweise aus EPDM-Kautschuk
und dazwischenliegend das Drahtgeflecht 4 in den Spalt zwischen Druckband 10 und Heiztrommel
11 hinter der vorderen unteren Umlenkwalze 12 eingeführt, miteinander verpreßt und
während des Umlaufs um die Heiztrommel 11 bis zum Austritt an der vorderen oberen
Umlenkwalze 13 ausvulkanisiert bzw. je nach dem geforderten Verwendungszweck zumindest
anvulkanisiert. Anschließend läuft das fertige Materialband 1 auf die Trommel 14 auf,
von wo es dann dem jeweiligen Einsatzzweck zugeführt werden kann.
[0010] Das so hergestellte Material ist ähnlich wie Blei modulierbar und kann damit in jede
beliebige Form gebogen werden. Darüber hinaus weist es den großen Vorteil auf, daß
es klebbar ist und somit mit sich selbst oder anderen Materialien fest verbunden werden
kann. Im noch nicht vulkanisierten Zustand ist das Material darüber hinaus wie Blei
in gewissem Maße tiefziehfähig und kann somit für fertig vorgeformte Teile oder zum
Einpressen von Sicken verwendet werden.
[0011] Dabei ist dieses Material praktisch ab einer Stärke von etwa 2 mm herstellbar, wobei
die Drahtstärke des eingelegten Drahtgeflechts etwa 0,8 mm beträgt. Es sind jedoch
auch geringere Drahstärken bis hinab etwa zu Fliegendrahtgitter für spezielle Anwendungsfälle
möglich.
[0012] In den Fig. 3 bis 5 ist der Einsatz dieses Materials für verschiedene Anwendungszwecke
erläutert.
[0013] Fig. 3 zeigt einen mit der erfindungsgemäßen Abdichtung hergestellten Übergang von
einem Flachdach 20 zu einer angrenzenden senkrechten Gebäudewand 21, die beispielsweise
das mit lichtdurchlässigen Wellenplatten abgedeckte Oberlicht einer Fabrikhalle sein
kann. Dabei sind in den gleichzeitig eine Ablaufrinne 22 bildenden Übergang entsprechende
Bahnen 23 und 24 eingeformt, wobei der überlappende Stoß 25 verklebt oder bei entsprechender
Materialwahl auch quellverschweißt sein kann. Der dichte Anschluß an das Flachdach
20 kann ebenfalls über Verklebung oder einen Bitumenstrich hergestellt sein, während
an der senkrechten Gebäudewandung die Bahnen 23 und 24 unter die die Gebäudewand 21
bedeckenden Wellplatten geführt sind und damit deren Oberkante abgedeckt ist. Wie
aus der Zeichnung ersichtlich, läßt sich das Abdichtungsmaterial ideal allen Kanten
und Abschrägungen anpassen, wodurch eine einfache Handhabung und eine sichere Abdichtung
gewährleistet sind.
[0014] Fig. 4 zeigt die Abdichtung des Übergangs von einem Schornstein 26 zu einem gewellten
Dachabschnitt 27. Dabei ist zunächst der untere Abschnitt des Schornsteins 26 von
einem entsprechend geformten Materialabschnitt 28 umgeben, während der benachbarte
Dachbereich von einer den Dachwellungen angepaßten Materialplatte 29 abgedeckt ist.
An der umlaufenden Kante 30 sind die beiden Teile 28 und 29 miteinander verklebt,
wobei an der vorderen Kante 31 der Anschlußbereich 32 der Platte 29 entsprechend hochgewölbt
ist. Auch hiermit ergibt sich eine sichere Abdichtung der Fugen unter exakter Anpassung
an alle Unebenheiten, Wellungen und Kanten des abzudichtenden Bereiches.
[0015] In den Fig. 5 A und B ist schließlich noch ein aus dem erfindungsgemäßen Abdichtungsmaterial
hergestelltes Formteil in Form eines Dachaufsatzes 35, beispielsweise für einen Entlüftungsschacht,
dargestellt. Dieser Dachaufsatz 35 besteht aus einem leicht konischen oder auch zylindrischen
Rohrabschnitt 36 und einer am unteren Ende angeschlossenen Platte 37, die bei der
Montage entsprechend den vorliegenden Dachwellungen verformt werden kann. Zur dichten
Verbindung der beiden Teile 36 und 37 ist der innere Rand 38 der Platte 37 praktisch
wie ein Tiefziehteil nach oben hochgewölbt und dann mit der Innenseite des Rohrabschnittes
36 verklebt oder quellverschweißt.
[0016] Die in den Fig. 3 bis 5 dargestellten Ausführungsbeispiele zeigen nur eine beschränkte
Auswahl der möglichen Anwendungen des erfindungsgemäßen Abdichtungsmaterials. So können
im Hochbau Dachanschlüsse aller Art, wie zum Beispiel zum Schornstein, an Abläufen,
für Dachfenster, für Entlüftungen, sowie der Dachfirst selbst auf einfache Weise hergestellt
werden, wobei eine zusätzliche Abdichtung mit Bitumen oder einer anderen Abdichtungsmasse
möglich ist. Außerdem ist das Material ohne Schwierigkeiten nagelbar, wobei keinerlei
Undichtigkeiten an den Nagelstellen auftreten.
[0017] Im Tiefbau kann das Abdichtungsmaterial bei entsprechender Stärke für Kanal-, Gully-
und Erdanschlüsse eingesetzt werden sowie für Fundament- oder Tunnelabdichtungen gegen
drückendes Wasser. Ferner ist eine Abdichtung von Behältern oder Lagern grundwasserschädlicher
Stoffe, wie beispielsweise Tanklagern, Mülldeponien, Jauchegruben, sowie eine Isolierung
von Zisternen oder Wasserbecken möglich.
[0018] Bei entsprechender Einstellung der für die Deckschichten des Abdichtungsmaterials
verwendeten Polymere kann eine Resistenz gegen die verschiedensten Medien, insbesondere
bei der beschriebenen Anwendung im Tiefbau, erreicht werden.
[0019] Insgesamt ergibt sich also ein plattenförmiges Abdichtungsmaterial, das beliebig
dreidimensional modulierbar und auf einfache Weise verarbeitbar und abdichtend verwendbar
ist, wobei die hohe Beständigkeit und Verwitterungsfestigkeit optimale Einsatzmöglichkeiten
in weiten Anwendungsbereichen gewährleisten.
Plattenförmige Abdichtung aus einem zumindest zweidimensional bleibend verformbaren
Material (1), insbesondere für den Hoch- und Tiefbau, bestehend aus mindestens zwei
Elastomerschichten (2, 3) mit einem modulierbaren metallischen Drahtgeflecht, dadurch
gekennzeichnet, daß zwischen zwei Elastomerschichten aus vulkanisierbarem EPDM-Kautschuk
(2, 3) ein Drahtgeflecht (4) aus Kupfer eingebettet ist und daß mindestens eine der
Elastomerschichten (2, 3) mit einer Netzfolie stabilisiert ist.
Permanently deformable sealing sheet in at least two dimensions, particularly for
use in the building construction and the civil engineering, consisting of at least
two layers (2, 3) of an elastomer material provided with a modular metallic wire mesh,
characterized by embedding a copper wire mesh (4) between two layers of vulcanizable
EPDM rubber (2, 3), with at least one of the elastomer layers (2, 3) being stabilized
by a reticular film.