[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Kühlung von Gefässwänden und Deckel
für Oefen, insbesondere Lichtbogenöfen, mittels einer flüssigkeitsgekühlten Vorrichtung,
bestehend aus mindestens einem Kühlelement.
[0002] Der Leistungssteigerung und Kostensenkung bei der Elektrostahlerzeugung in Lichtbogenöfen
sind durch die Haltbarkeit der Feuerfestzustellung wesentliche Grenzen gesetzt.
[0003] Für eine Erhöhung der Lebensdauer der Feuerfestzustellung, sowohl für das Ofengefäss
als auch den Ofendeckel, bieten sich grundsätzlich zwei Lösungswege an:
- Man verzichtet vollständig auf herkömmliche keramische Feuerfestbaustoffe und ersetzt
diese durch wassergekühlte Zustellungen.
[0004] In der Veröffentlichung der Firma Mannesmann; Demag "Wasserführende Zustellung von
Elektrolichtbogen-Schmelzöfen", undatiert, ist ein Lichtbogenofen beschrieben, der
mit einer derartigen wassergekühlten Gefässwand ausgerüstet ist.
- In die keramischen Feuerfestbaustoffe der Ofengefässwände werden wassergekühlte
Elemente (Rohre oder Kästen) eingebettet. Dadurch wird einerseits eine mechanische
und andererseits eine thermische Stabilisierung der Feuerfestbaustoffe bewirkt.
[0005] Ein derartiger Ofen ist Gegenstand der CH-Patentanmeldung 552/82-3 vom 29.1.1983.
[0006] Beide Lösungsvarianten erhöhen zwar die Standfestigkeit der Ofengefässwände gegen
thermische Einflüsse in grossem Ausmass und tragen somit zu einer wirtschaftlicheren
Stahlerzeugung bei, sie bergen aber gleichzeitig die Gefahr in sich, dass sich im
Wasserkühlsystem, von der Ofenbedienungsmannschaft unbemerkt, Leckagen ausbilden können.
Diese Leckagen gestatten Wasser bzw. Wasserdampf einen freien Zutritt in das Innere
des Ofenraumes und können Knallgasexplosionen mit unübersehbaren Folgeerscheinungen
auslösen.
[0007] Ungeachtet dessen zerstört Wasser einen beispielsweise mit dolomitischen Feuerfestbaustoffen
zugestellten Herd eines Lichtbogenofens. Besonders gefährlich ist es, wenn das Wasser
bei einem zeitweise kalten Ofen nicht sofort verdampft, sich in dem mit keramischen
Feuerfestbaustoffen zugestellten Herd sammelt und bei dem darauffolgenden Schmelzprozess
mit geschmolzenem Metall in Berührung kommt. Detektionsanlagen zur Ueberwachung des
Wasserkühlsystems sind sehr aufwendig und teuer und erlauben lediglich eine unzureichende
Fehleranzeige für alle Teile des Kühlsystems.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Kühlsystem, insbesondere für Lichtbogenöfen
zu schaffen, das einfach im Aufbau und wirtschaftlich zu fertigen ist, mit dem eine
hohe Lebensdauer der Ofengefässwände und des Ofendekkels erreicht werden kann, und
das vollständige Sicherheit gegen Eindringen von Kühlflüssigkeit in den Ofenraum bietet.
[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäss vorgesehen, dass ein Druck in der
Kühlflüssigkeit in dem Kühlelement(en) eingestellt wird, der kleiner oder gleich dem
umgebenden Atmosphärendruck ist.
[0010] Wesentliches Kennzeichen der Erfindung ist, dass der Wasserdruck in den Kühlelementen,
welche sich in den gefährdeten Zonen des Ofengefässes hoher Wärmestrahlungsintensität
befinden, an keiner Stelle den Druck der umgebenden Atmosphäre (ca. 1 bar) übersteigt.
Auf diese Weise wird ein Eindringen von Wasser bzw. Wasserdampf in das Innere des
Ofengefässes mit absoluter Sicherheit vermieden. Bei der Weiterbildung des Erfindungsgegenstandes
gemäss Anspruch 2 wird die Kühlflüssigkeit von oben nach unten geführt, so dass die
hydrostatische Druckdifferenz die Zirkulation der Kühlflüssigkeit unterstützt.
[0011] Dies hat den Vorteil, dass die hydrostatische Höhe als zusätzlich vorhandene Druckdifferenz
zur Ueberwindung der Durchflusswiderstände benutzt werden kann.
[0012] Gemäss Anspruch 3 ist vor dem Eintritt der Kühlflüssigkeit in die Kühlelemente ein
Druckreduzierventil angeordnet. Auf diese Weise kann mit einfachen Mitteln die Druckreduzierung
in den Kühlelementen erreicht werden.
[0013] Nach Anspruch 4 ist ausgangsseitig mindestens eines Kühlelementes mindestens eine
Saugpumpe angeordnet.
[0014] Der Vorteil gemäss Anspruch 4 besteht insbesondere darin, dass eine hohe Reduzierung
des Wasserdruckes erreicht werden kann.
[0015] Entsprechend Anspruch 5 ist die Pumpe sowohl als Saugpumpe, als auch als Druckpumpe
ausgebildet.
[0016] Damit wird erreicht, dass mit ein und derselben Pumpe einmal in den Kühlelementen
ein Wasserunterdruck erzeugt, und zum anderen das aus den Kühlelementen ausströmende
Wasser in beispielsweise einen Sammelbehälter gepumpt werden kann.
[0017] Da die gekühlten Ofengefässwände normalerweise nicht aus einem einzigen monolitischen
Block bestehen, sondern aus mehreren Ofengefässwandsegmenten, sieht die Weiterbildung
der Erfindung gemäss Anspruch 6 vor, dass die flüssigkeitsgekühlte Vorrichtung in
mehrere separate Kühlkreise aufgeteilt ist, dass jeder Kühlkreis mindestens ein Kühlelement
aufweist, und dass mindestens zwei Kühlkreisen ein Druckreduzierventil zugeordnet
ist. Hierdurch wird erreicht, dass die flüssigkeitsgekühlte Vorrichtung in flexibler
Weise der jeweiligen Anzahl der Segmente der Ofengefässwände angepasst werden kann,
und dass in jedem Segment eine ausreichende Kühlung vorhanden ist.
[0018] Um eine allfällig auftretende Leckage in der flüssigkeitsgekühlten Vorrichtung unverzüglich
detektieren zu können, ist nach den Kühlelementen eine Gasabscheidevorrichtung für
das Gas der Kühlflüssigkeit angeordnet, und die Gasabscheidevorrichtung ist mit einem
Detektionsgerät zur Detektion der aus der Kühlflüssigkeit ausgeschiedenen Gase pro
Zeiteinheit verbunden.
[0019] Nach Anspruch 8 ist das verwendete Druckreduzierventil ein manuell betätigbares Membrandruckreduzierventil.
Der Vorteil gemäss Anspruch 8 ist insbesondere darin zu sehen, dass bei einer Inbetriebnahme
das Kühlsystem durch manuelle Ansteuerung entlüftet und das Unterdrucksystem in den
Kühlelementen vollständig mit Wasser, d.h. ohne jeden Restverbleib von Gasblasen gefüllt
werden kann.
[0020] Die Erfindung wird nachstehend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert:
Fig. 1 eine schematische Darstellung der Vorderansicht einer beispielsweisen Ausführungsform
eines Lichtbogenofens;
Fig. 2 eine schematische Draufsicht auf den Ofen gemäss Fig. 1, jdoch mit entferntem
Ofendeckel;
Fig. 3 einen Schnitt durch die Seitenansicht des Ofens gemäss Fig. 2;
Fig. 4 ein Uebersichtsschema einer beispielsweisen Ausführungsform des erfindungsgemässen
Kühlsystems;
Fig. 5 Vertikalschnitt durch ein manuell betätigbares Membrandruckreduzierventil.
Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung der Vorderansicht einer beispielsweisen
Ausführungsform eines Lichtbogenofens.
[0021] Der Lichtbogenofenkessel 1 mit Ofendeckel 5 ist in einer Oeffnung auf der Plattform
6 gelagert, die auf zwei Abwälzwiegen 7 abgestützt ist, die sich wiederum auf den
Wiegebalken 8 abstützen, die mit dem Fundament 9 fest verankert sind. Auf Fig. 1 ist
auch die Giessschnauze 2 zu sehen. Auf der Plattform 6 ist eine bewegbare Drehkonsole
10 angeordnet, an der die Deckelhebe- und Schwenkvorrichtung 11 befestigt ist. Die
Deckelhebe- und Schwenkvorrichtung 11 besteht aus einem Tragarm 13 und einer Tragarmsäule
12.
[0022] Die Plattform 6 trägt auch drei Elektrodenstellsäulen 13, von denen in Fig. 1 lediglich
eine sichtbar ist. Die Elektrodenstellsäulen 14 sind in der vertikalen Richtung mit
Elektrodenstellzylindern 15 hydraulisch einzeln bewegbar verbunden. An den Elektrodenstellsäulen
14 sind die Elektrodentragarme 16 befestigt und an deren äusseren Enden werden in
Elektrodenfassungen 17 die Elektroden 18 gehalten.
[0023] Von den insgesamt drei Elektrodentragarmen 16 ist lediglich wiederum nur einer vollständig
sichtbar, und von den Elektroden 18 sind lediglich zwei zu sehen, wobei die dritte
verdeckt ist. Auf dem Ofendeckel 5, dessen Deckelring 4 auf dem Deckeltragring 3 des
Ofenkessels 1 aufliegt, ist der Rauchgasabzugstutzen 19 mit Flansch 20 angeordnet.
Die Befestigung des Stutzens 19 ist in Fig. 1 nicht und dessen Führungsanordnung innerhalb
des Tragarms 13 der Deckelhebe- und Schwenkvorrichtung 11 nur andeutungsweise durch
die Führungsschiene 21 dargestellt. Auf dem Deckelring 4 des Ofendeckels 5 sind Tragösen
22 angebracht, in denen in der beispielsweisen Ausführungsform von Fig. 1 Tragseile
23 befestigt sind, von denen von insgesamt vier nur zwei sichtbar sind. Die Tragseile
23 werden über Rollen 24 geführt, die in Rollenträgern 25 auf dem Tragarm 13 gelagert
sind. Die Tragseile 23 stehen mit dem Hydraulikzylinder 26 in Verbindung, der den
Ofendeckel 5 vom Ofenkessel 1 abheben bzw. absenken kann.
[0024] Die Bezugsziffern beziehen sich in den nachfolgenden Zeichnungen auf die gleichen
Teile wie in Fig. 1.
[0025] Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf den Ofen gemäss Fig. 1, jedoch mit entferntem Ofendeckel
5. Es sind die vorgefertigten Wandelemente 27 ersichtlich, die innerhalb des Ofengefässmantels
1 angeordnet sind. In der beispielsweisen Ausführungsform gemäss Fig. 2 sind sechs
Wandelemente 27 angebracht. Jedoch ist deren Anzahl unterschiedlich und sie richtet
sich nach der Ofengrösse. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Anzahl der
Wandelemente 27 mit steigender Ofengrösse zunimmt. Im Inneren des Ofengefässes ist
der Ofengefässboden 28 und gegenüber der Gussschnauze 2 die Schlackentür 29 ersichtlich.
[0026] In Fig. 3 ist ein Schnitt durch die Seitenansicht des Ofens gemäss Fig. 2 dargestellt.
In den geschnittenen Wandelementen 27 ist das Wasserkühlsystem erkennbar, welche in
dieser beispielsweisen Ausführungsform aus schlangenartigen, vertikal verlaufenden
Kühlrohren 30, sowie aus oberem Zuflussrohr 31 und unterem Abflussrohr 32, besteht.
[0027] Die für das Kühlsystem 30, 31, 32 erforderlichen Anschlussleitungen ausserhalb des
Gefässmantels sind auf Bild 3 aus Gründen besserer Uebersicht weggelassen worden.
[0028] Fig. 4 zeigt ein Uebersichtsschema einer beispielsweisen Ausführungsform des erfindungsgemässen
Kühlsystems.
[0029] Anhand von Fig. 4 soll nachfolgend die Funktionsweise der erfindungsgemässen flüssigkeitsgekühlten
Vorrichtung näher erläutert werden.
[0030] Die Kühlflüssigkeit, vorzugsweise Wasser, wird aus einem Sammelbehälter 34 durch
die Förderpumpe 33 mit genügendem Ueberdruck dem Druckreduzierventil 35 zugeführt.
Dadurch wird sichergestellt, dass die Kühlflüssigkeit in Abhängigkeit von der statischen
Höhe sicher angeliefert wird. Das Druckreduzierventil 35 verringert den anstehenden
Druck auf den gewünschten höchstzulässigen Druck der Kühlflüssigkeit beim Eintritt
in die Kühlelemente 36. Dieser Einlaufdruck der Kühlflüssigkeit ist kleiner als der
umgebende atmosphärische Druck, beispielsweise 0,9 bar. In der beispielsweisen Ausführungsform
gemäss Fig. 4 sind im Kühlkreis zwei schlangenartige Kühlrohre 36 mit vertikaler Achse
parallelgeschaltet, dargestellt. Es ist jedoch ohne weiteres denkbar, dass die Kühlelemente
36 jede beliebige andere Ausbildungsform aufweisen, und dass die Kühlelemente 36 beispielsweise
auch waagrecht verlaufen können. Es wäre beispielsweise vorteilhaft, anstelle von
Kühlrohren, in Längsrichtung verlaufende Kühlkästen zu verwenden, z.B. zur Kühlung
eines Ofendeckels. Selbstverständlich können auch mehr als zwei Kühlelemente 36 einem
Kühlkreis zugeordnet sein.
[0031] Für eine einwandfreie Funktionsfähigkeit des erfindungsgemässen Kühlsystems ist es
jedoch unerlässlich,
'dass der Einlauf der Kühlflüssigkeit in sämtliche in einem Kühlkreis parallelgeschalteten
Kühlelemente 36, von einem Verteilerpunkt 40 aus erfolgt. Damit ist sichergestellt,
dass alle im Kühlkreis parallelgeschalteten Kühlelemente 36 denselben Einlaufdruck
erhalten.
[0032] Ausgangsseitig der Kühlelemente 36 ist eine Wasserpumpe 37 angeordnet. Diese kann
beispielsweise eine Zentrifugalpumpe sein und sorgt dafür, dass die Kühlflüssigkeit
weggesaugt, und dadurch der Unterdruck in den Kühlelementen 36 weiter vermindert wird,
auf beispielsweise 0,5 bar. Die Pumpe 37 ist gemäss Fig. 4 sowohl als Saug- als auch
als Druckpumpe ausgebildet und fördert die Kühlflüssigkeit in einem Sammelbehälter
34.
[0033] Es versteht sich von selbst, dass die Pumpe 37 gemäss Fig. 4 auch nur als Saugpumpe
wirken könnte, und dass zusätzlich zu dieser eine weitere Pumpe eingeschaltet sein
kann, die dann als Druckpumpe arbeitet und die Kühlflüssigkeit in den Sammelbehälter
34 fördert.
[0034] Durch die auf unterschiedlichem Höhenniveau angeordneten Anlagenteile - das Druckreduzierventil
35 auf dem oberen Niveau und die Pumpe auf dem unteren Niveau - wird erreicht, dass
unter Berücksichtigung der Druckdifferenz, welche sich einmal aus dem hydrostatischen
Druck (Höhendifferenz) und zum anderen durch den hydraulischen Widerstand der Kühlelemente
36 ergibt, dass der Druck an keiner Stelle in den Kühlelementen 36 den Druck der umgebenden
Atmosphäre übersteigt.
[0035] Da sich die Kühlelemente in den dem Ofeninneren zugewandten thermisch hoch beanspruchten
Bereichen der Ofengefässwände befinden, ist durch die erfinderischen Massnahmen dafür
Sorge getragen, dass bei allfälligen Leckagen der flüssigkeitsgekühlten Vorrichtung,
die Kühlflüssigkeit nicht in den Ofenraum eintreten kann, sondern dass im Gegenteil
Gas aus dem Ofenraum in die Kühlelemente 36 eingesaugt wird.
[0036] Die vertikale Anordnung der Kühlelemente 36 ist ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung. Denn dadurch, dass die Kühlflüssigkeit im oberen Teil
der Kühlelemente 36 einläuft, diese sukzessive nach unten durchströmt und im unteren
Teil der Kühlelemente 36 zum Auslauf gelangt, kann die hydrostatische Höhe der Kühlelemente
36 als zusätzlich vorhandene Druckdifferenz zur Ueberwindung der Durchflusswiderstände
benutzt werden.
[0037] In Fig. 4 ist nach der Pumpe 37 eine Gasabscheidevorrichtung 38 angebracht.
[0038] Das von der Kühlflüssigkeit mitgeführte Gas wird in der Vorrichtung 38 ausgeschieden
und einem mit der Gasabscheidevorrichtung 38 verbundenem Detektionsgerät 39 zugeleitet.
Die in der Gasabscheidevorrichtung 38 anfallende Gasmenge pro Zeiteinheit, wird in
an sich bekannter Weise, mittels des Detektionsgerätes 39 detektiert.
[0039] Nach Ueberschreiten bestimmter Grenzwerte der erfassten Gasmengen pro Zeiteinheit,
kann eine allfällige Leckage in den Kühlele.,.anten 36 unverzüglich festgestellt werden.
Diese Leckage wird dann in an sich bekannter Weise optisch oder akustisch signalisiert
und die Ofenanlage ausser Betrieb genommen.
[0040] Das Detektionsgerät 39 kann auch unmittelbar mit einer auf Fig. 4 nicht dargestellten
Regeleinrichtung gekoppelt sein, wodurch die Ofenanlage automatisch still gesetzt
wird.
[0041] Die in Fig. 4 beschriebene Anordnung für einen Kühlkreis ist selbstverständlich auch
für eine grössere Anzahl separater Kühlkreise verwendbar, wobei jeder Kühlkreis mindestens
ein Kühlelement 36 aufweist und mindestens ein Kühlkreis einem Druckreduzierventil
35 zugeordnet ist.
[0042] Aus Fig. 2 ist ersichtlich, dass der Lichtbogenofen 1 sechs Ofengefässwandsegmente
27 aufweist. Somit könnte gemäss dieses Ausführungsbeispieles die flüssigkeitsgekühlte
Vorrichtung in sechs Kühlkreise mit drei Druckreduzierventilen 35 aufgeteilt werden.
[0043] Darüber hinaus ist es aber auch denkbar, dass mehr als zwei Kühlkreise ein und demselben
Druckreduzierventil 35 zugeordnet sein können, besonders dann, wenn sich die Einläufe
in die Kühlkreise in etwa auf gleicher Höhe befinden.
[0044] In einer weiteren beispielsweisen Ausführungsvariante des erfindungsgemässen Kühlsystems
kann eine grössere Anzahl von Kühlkreisen nur eine einzige Saugpumpe aufweisen. Selbstverständlich
sind auch Mittel einsetzbar, um den Wasserdurchfluss durch die einzelnen Kühlkreise
einzustellen oder zu regulieren. Hierfür können beispielsweise Durchflussmesser, Einstell-
oder Regulierventile dienen.
[0045] In Fig. 5 ist ein manuell betätigbares Membrandruckreduzierventil 41 gezeigt.
[0046] Dieses besteht im wesentlichen aus folgenden Anlagenteilen:
Einem Ueberdruck-Zuflussrohr 42, einem Unterdruck-Abflussrohr 43, einem senkrecht
zum Ueberdruck-Zuflussrohr 42 angeordneten und mit diesem fest verbundenem Innenrohr
44, einem Gehäusemantel 46 und einer balgartigen Membran 47.
[0047] Am Gehäusemantel 46 befindet sich ein Befestigungsflansch 46'.
[0048] Das in Fig. 5 dargestellte Ventil 41 ist ein Druckgefälleventil, welches den Druck
vom Ueberdruckzulauf zum Unterdruckablauf auf einen gegenüber Atmosphärendruck gleichbleibenden
Betrag vermindert. Der im Ueberdruckraum 48 herrschende Ueberdruck wirkt einerseits
auf einen, durch eine Feder 53 die obere Oeffnung des inneren Rohres 44 abschliessenden
Ventilteller 45 ein, und andererseits auf den Membranteller 52. Ueber eine Kolbenstange
50, die in einer Führungsbüchse 51 gelagert ist, ist der Ventilteller 45 mit der Membran
46 und des Membrantellers 52 mechanisch fest verbunden. Mittels dieser Anordnung wird
die Kolbenstange 50 beidseitig hydraulisch belastet, d.h. die Drücke auf den Ventilteller
45 und den Membranteller 52 kompensieren sich in der Weise, dass sich selbsttätig
nahezu eine konstante Differenz zwischen Atmosphärendruck und Unterdruck einstellt.
[0049] Die als Saugpumpe wirkende Zentrifugalpumpe 37 gemäss Fig. 5 kann den gewünschten
Unterdruck aber nur erzeugen, wenn sie weitgehend mit Kühlflüssigkeit gefüllt ist.
[0050] Deshalb wird beim Anfahren der flüssigkeitsgekühlten Vorrichtung der Membranteller
52 des Membrandruckreduzierventils 41 betätigt, und der Ueberdruckraum 48 und der
Unterdruckraum 49 kurzfristig überbrückt. Danach arbeitet das Ventil 41 wieder selbsttätig.
[0051] Die in Fig. 5 beschriebene Druckregelung mittels eines manuell betätigbaren Membrandruckreduzierventils
41 kann auch ebenso gut mit einer an sich bekannten Niveauregelung vorgenommen werden.
[0052] Diese Regelungsart ist nicht dargestellt.
[0053] Hierbei saugt der Unterdruckteil der Kühlelemente 36 die Kühlflüssigkeit aus einem
in der Nähe bzw. auf Höhe des Einlaufes in das Kühlelement 36 angeordneten Bassin,
wobei der Zufluss der Kühlflüssigkeit in das Bassin durch einen Schwimmerverschluss,
in Abhängigkeit der Wasserspiegelhöhe im Bassin, geregelt wird.
1. Verfahren zur Kühlung von Gefässwänden (27) oder Deckel (5) für Oefen, insbesondere
Lichtbogenöfen (1), mittels einer flüssigkeitsgekühlten Vorrichtung, bestehend aus
mindestens einem Kühlelement (36), dadurch gekennzeichnet, dass ein Druck in der Kühlflüssigkeit
im Kühlelement (36) eingestellt wird, der kleiner oder gleich dem umgebenden Atmosphärendruck
ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlflüssigkeit in
den Kühlelementen (36) von oben nach unten geführt ist, so dass die hydrostatische
Druckdifferenz die Zirkulation der Kühlflüssigkeit unterstützt.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass vor dem Eintritt der Kühlflüssigkeit in mindestens ein Kühlelement (36) ein Druckreduzierventil
(35, 41) angeordnet ist.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass ausgangsseitig mindestens eines Kühlelementes (36) mindestens eine Saugpumpe
(37) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpe sowohl als
Saugpumpe (37), als auch als Druckpumpe ausgebildet ist.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die flüssigkeitsgekühlte Vorrichtung in mehrere separate Kühlkreise aufgeteilt
ist, dass jeder Kühlkreis mindestens ein Kühlelement (36) aufweist, und dass mindestens
zwei Kühlkreise einem Druckreduzierventil (35, 41) zugeordnet sind.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass nach den Kühlelementen eine Gasabscheidevorrichtung (38) für das Gas der Kühlflüssigkeit
angeordnet ist, und dass die Gasabscheidevorrichtung (38) mit einem Detektionsgerät
(39) zur Detektion der aus der Kühlflüssigkeit ausgeschiedenen Gase, zur Feststellung
allfälliger Leckagen in der flüssigkeitsgekühlten Vorrichtung, verbunden ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das verwendete Druckreduzierventil
ein manuell betätigbares Membrandruckreduzierventil (41) ist.