[0001] Die Erfindung betrifft eine Liege, wobei ein Rahmen vorhanden ist, innerhalb dem
sich elastische Bänder im vorgespannten Zustand befinden, wobei die Bänder an den
Rahmenholmen abgestützt sind.
[0002] Eine derartige Liege ist durch die CH-PS 400482 bekannt. Die elastischen Bänder können
mit Hilfe einer Spannvorrichtung verschieden stark gespannt werden. Da für jedes Band
eine eigene Spannvorrichtung vorhanden ist, können die Bänder der Liege verschieden
stark gespannt werden, je nach der Stelle, die zum Aufliegen eines bestimmten Körperteils
bestimmt ist. Wenn jemand einen empfindlichen Rücken hat, der von den Bändern der
Liege stark gestützt werden soll, so werden also diejenigen Bänder, die im Bereich
des Rückens zu liegen kommen, besonders stark gespannt. Dies betrifft bei der bekannten
Liege insbesondere entsprechende im Rahmen querliegende Bänder. Es hat sich herausgestellt,
dass die bekannten Bänder nicht befriedigen. Es sind bereits Liegen mit Gummibändern
vorgeschlagen worden. Durch die Federcharakteristik von Gummifedern ist ein solcher
mit Gummibändern bespannter Rahmen nicht als Liege geeignet, da sich die Gummibänder
wie eine Hängematte verhalten. Mit diesen Gummibändern können also keine lokalen Stützwirkungen
an gewünschten Körperteilen, wie z.B. Rücken, erzielt werden.
[0003] Es sind auch Liegen bekannt, bei denen Stahlbänder verwendet werden (CH-PS 451431).
Der durch diese Stahlbänder gebildete Federstahlgewebeboden hängt bei Belastung ebenfalls
in Form einer flachen Mulde durch, die sich bis zu den Rahmenenden, sowohl in Rahmenlängsrichtung
als auch in Rahmenquerrichtung erstreckt. Mit einer solchen Liege kann also auch nicht
eine lokale Abstützung z.B. der Rückenpartie erzielt werden.
[0004] - Es ist bekannt, dass eine gute Stützwirkung auf den liegenden Körper durch eine
Schaumstoffmatratze erzielt wird, wenn diese eine beträchtliche Dicke aufweist. An
den Stellen der grössten Belastung, im Bereich des Gesässes, tritt eine stark lokalisierte
Einbuchtung im Schaumstoffmaterial auf, so dass also z.B. das Gesäss tief eingebettet
im Schaumstoffmaterial liegt. Das gilt dann auch für andere exponierte Belastungsstellen
an der Schaumstoffmatratze. Der auf diesem Schaumstoffmaterial aufliegende Körper
wird also.mit seinen exponierten Stellen ins Schaumstoffmaterial eingebettet, das
ihn z.B. im Bereich des Gesässes nahezu halbschalenförmig umgibt. Mit einer solchen
Schaumstoffmatratze wird also eine nur lokale Einfederung und damit sonst eine gute
Stützwirkung auf den liegenden Körper erzielt. Eine solche Liege wird aber nicht von
jedermann als angenehm empfunden, da das die exponierten Körperstellen nahezu schalenförmig
umgebende Schaumstoffmaterial keine Luftzufuhr erlaubt, deshalb Wärmestau und nicht
angenehmes Schlafklima eintritt. Um hier Abhilfe zu schaffen, wird dann in der Praxis
das Schaumstoffmaterial mit natürlichen, atmungsaktiven Materialien, wie z.B. Tierhaar,
bedeckt. Mit einer solchen mehrschichtigen Matratze sollen also die Vorteile der Federcharakteristik
von Schaumstoffmaterial ohne dessen Nachteile genutzt werden. Um mit dem Schaumstoffteil
dieser mehrschichtigen Matratze unterschiedliche Stützwirkungen .(Aenderung der Federcharakteristik)
zu erzielen, ist es auch bekannt, Schaumstoffmaterial verschiedener Raumgewichte zu
kombinieren. Diese Massnahme zielt auf die gleiche Wirkung hin, die durch unterschiedliches
Spannen der Bänder beim Gegenstand der CH-PS 400482 erzielt werden soll.
[0005] Es wird nunmehr bezweckt, die vorbekannte Liege zu verbessern, damit der erwähnte
Nachteil (Durchhängen) vermieden werden kann. Es wurde überraschenderweise festgestellt,
dass dies.erreicht werden kann, wenn die Bänder aus einem zelligen, elastischen-Weich-Polyurethan
bestehen.
[0006] Mit dieser Massnahme kann nunmehr eine solche Liege, wie sie durch die CH-PS 400482
bekannt ist, so verbessert werden, dass die Vorteile einer kompakten Schaumstoffmatratze
ohne deren Nachteile erzielt werden können.
[0007] Bei einem Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Liege war das zellige, elastische
Weich-Polyurethan auf einem Polyesterpolyol und 1,5-Naphtylendiisocyanat aufgebaut.:
Dieses Polyurethan hat ein Raumgewicht.im Bereich von 450.bis 650 Gramm/Liter, bevorzugterweise
von 600 Gramm/ Liter. Die Zugfestigkeit dieses Polyurethans liegt im Be- reich von
400 bis 670 N/cm , bevorzugt bei 590 N/cm . Ein solches Polyurethan ist unter dem.eigetragenen
Markennamen "Zelliges Vulkollan" bekannt (Bayer AG, Leverkusen). Die räumlich vernetzten
Moleküle .(Zellstruktur) ergeben hierbei ein ganz anderes Verhalten, als wenn die
Bänder aus einem Gummi wären. Bei Gummimaterial würde die Liege zu einer Art Trampolin,
die also durch die Art ihrer Durchbiegung zum Schlafen ganz ungeeignet wäre. Die erfindungsgemässe
Liege ermöglicht ein nur lokales Einbuchten der vom Rahmen eingeschlossenen, mit Bändern
versehenen Fläche der Liege, so dass um diese lokale Einbuchtung herum eine sehr gute
Stützwirkung auf die daran. anliegenden Körperteile erfolgt.
[0008] Bei einem Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Liege hatte der Rahmen in bekannter
Weise eine rechteckige Grundfläche, und die Bänder waren in bekannter Weise in Webart
abwechselnd geflochten und kamen dadurch abwechselnd.unten und oben zu liegen, so
wie es durch die erwähnte CH-PS 400482 bekannt ist. In der Praxis hat es sich aber
gezeigt, dass es vorteilhafter ist wenn, nicht in bekannter Weise Querbänder und Längsbänder
verwendet werden, sondern wenn sich die Bänder in der Diogonale des Rahmens erstrecken.
Bei einem-Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Liege hatte jedes Band eine rechteckige
Querschnittsfläche mit den Abmessungen von 30 x 7 mm, wobei die Bänder flach liegend
verwendet wurden, so dass also die Abmessung mit 30 mm in der Rahmenebene liegt, so
dass also die montierten Bänder eine Dicke von 7 mm hatten.
[0009] Obwohl es bereits bekannt ist Matratzen aus Weich-Polyurethan herzustellen (Block-
und Formschaum), hat dieses Material mit einem Raumgewicht im Bereich von 20 bis 50
Gramm/Liter ganz andere Eigenschaften als das Polyurethan beim Erfindungsgegenstand.,
das, wie bereits erwähnt, ein Raumgewicht.. von bevorzugt 600 Gramm/Liter hat. Solches
spezifisch schwere Weich-Polyurethan.konnte bisher nie für Liegen oder Matratzen verwendet
werden, sondern wurde als Schwingungsdämpfer, Anschlagpuffer und Druckfeder verwendet.
Auch.bei der kompakten, bekannten.Schaumstoffmatratze diente das Material in erster
Linie für Druckbelastungen (natürlich traten hierbei in den Uebergangsbereichen auch
Zugspannungen auf). Bei der erfindungsgemässen Verwendung des Weich-Polyurethans wird
dieses aber eigentlich ausschliesslich als Zugfeder verwendet, und hierbei hat sich
die überraschend vorteilhafte Verwendung herausgestellt. Solche Bänder aus Weich-Polyurethan
werden in zweckmässiger Weise als Blockweichschaum hergestellt, worauf dann das fertig
polymerisierte Polyurethan konditioniert, also zu den Bändern geschnitten wird. Die
Bänder werden dann auf Länge geschnitten und mit ihren beiden Enden an den Holmen
des Rahmens befestigt, so dass sie unter einer vorbestimmten Spannung stehen. Falls
gewünscht, kann jedes einzelne Band noch in seiner Spannung verändert werden, so wie
es durch die CH-PS 400482 bereits bekannt ist.
[0010] Es wäre auch denkbar, für das bei der erfindungsgemässen.Liege verwendete Polyurethan
ein segmentiertes Polyurethan zu verwenden, das auf Aether- und Esterpolyolen aufgebaut
ist, das aus der Lösung verarbeitet worden ist. Es kann auch ein Polyurethan verwendet...werden,
das auf 4,4' Diisocyanato-diphenylmethan aufgebaut ist, wobei als Polyol ein Polyäther-
oder Polyesterprodukt eingesetzt werden kann. Es wäre auch denkbar, allgemein Polyadditionsprodukte
einzusetzen, welche auf 1,5 Diisocyanato-naphthalin aufgebaut sind. Es wäre auch denkbar
aminvernetzte Polyurethane zu verwenden, die auf Polyäther- oder auf Polyesterglycolbasis
aufgebaut sind. Es kämen auch Polyurethan-Elastomere in Frage, die mikroporös hergestellt
werden, so dass also zellige Elastomere vorliegen (ungeschäumt).
[0011] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes in Draufsicht
dargestellt.
[0012] Der rechteckige Rahmen 1 hatte Aussenmasse von 190 cm x 94 cm. An diesem Rahmen sind
insgesamt 36 elastische Bänder 2 im vorgespannten Zustand an.den Stellen 3 befestigt.
Der Rahmen 1 besteht aus den vier Rahmenholmen 4, 5, 6 und 7. Beim dargestellten Beispiel
liegen die Achsen der Befestigungsstellen 3 rechtwinklig zur Rahmenebene; bei einem
anderen Ausführungsbeispiel ist es auch möglich, die Achsen der Befestigungsstellen
in die'Rahmenebene zu legen, wie es an einer Befestigungsstelle mit einer Achse 8
gezeigt ist. Die Bänder 2 liegen in der Diagonalen des rechteckigen Rahmens l, so
dass die einander kreuzenden Bänder wiederum rechtwinklig zueinander liegen. Die Bänder
2 sind in Webart abwechselnd geflochten, so dass die.Bänder 2 an den jeweiligen Kreuzungsstellen
abwechselnd unten und dann oben zu liegen kommen. Die Anordnung der Bänder ist derart,
dass einander kreuzende Bänder rechtwinklig zueinander liegen, so dass von jweils
vier Kreuzungsstellen 9 ein rechteckiger Zwischenraum 10 eingeschlossen ist.
[0013] Die Anordnung der Bänder 2 in der Diagonalen eines rechteckigen Rahmens 1 haben sich
als besonders vorteilhaft herausgestellt. Es wurde schon darauf hingewiesen, dass
sich die verwendeten Bänder 2 bei ihrer.Verwendung als Zugfeder wesentlich anders
verhalten als Gummibänder. Sind die Bänder in der dargestellten Weise noch in Webart
abwechselnd geflochten, so dass sie an den Kreuzungsstellen abwechselnd unten und.dann
wieder oben zu liegen kommen, kommt noch ein zusätzliches vorteilhaftes Verhalten
hinzu, denn es hat sich herausgestellt, dass die im vorgespannten Zustand befindlichen
Bänder 2 an den gegenseitigen Kreuzungsstellen 9 einen hohen Reibungskoeffizienten
aufweisen. An den gegenseitigen Kreuzungsstellen 9 tritt also eine beträchtliche Reibungskraft
zwischen den Bändern auf, so dass die schon erwähnte vorteilhafte lokale (punktuelle)
Durchbiegung der geflochtenenBänderfläche (die die vom Rahmen 1 eingeschlossene Fläche
bedeckt) noch.erhöht wird. Durch das Verflechten der einander kreuzenden Bänder 2
kommt jedes Band etwas wellenförmig zu liegen. Wie bereits erwähnt, hatten die Bänder
2 beim Ausführungsbeispiel eine Breite-11 von 30 mm und eine Dicke von 7 mm, die sich
rechtwinklig zur Zeichenblattebene erstreckt. Um die leicht wellige, aus den Bändern
2 gebildete Fläche zu egalisieren, kann auf die dargestellte Liege eine dünne Auflage
aus verschiedenen Materialien aufgelegt werden, wobei diese Auflage z.B. eine Dicke
von 1 bis 3 cm hat. Diese Auflage ist aber nicht unbedingt notwendig, und falls sie
erwünscht ist, kann sie sehr dünn sein, so dass hierdurch keinerlei Wärmestau.entsteht.
Diese erwähnte Auflage dient also nicht als zusätzliche Matratze, sondern ausschliesslich
zur Egalisierung der leicht welligen Bänderfläche.
1. Liege, wobei ein Rahmen (1) vorhanden ist, innerhalb dem sich elastische Bänder
(2) im vorgespannten Zustand befinden, wobei die Bänder (2) an den Rahmenholmen (4-7)
abgestützt sind, dadurch.gekennzeichnet, dass die Bänder (2) aus einem zelligen, elastischen
Weich-Polyurethan bestehen.
2. Liege nach.Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Polyurethan auf einem Polyesterpolyol
und 1,5-Naphtylendiisocyanat aufgebaut ist.
3. Liege nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Polyurethan ein Raumgewicht
im Bereich von 450 - 650 Gramm/Liter hat.
4. Liege nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das.Polyurethan eine Zugfestigkeit
im Bereich von 400 - 670 N/cm2 hat.
5. Liege nach Anspruch 1, wobei der Rahmen (1) eine rechteckige Grundfläche hat und
die.Bänder (2) in Webart abwechselnd geflochten unten und.oben zu.liegen kommen, dadurch
gekennzeichnet, dass sich die Bänder (2) in der Diagonale des Rahmens (1) erstrecken.
6..Liege nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bänder (2) eine rechteckige
Querschnittsfläche mit den Abmessungen von 30 x 7 haben.
7. Herstellung der Liege nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Polyurethan
als Blockweichschaum hergestellt wird und das fertig polymerisierte Polyurethan dann
zu Bändern (2) geschnitten wird, die auf Länge geschnitten mit ihren beiden Enden
an den Holmen (4-7) des Rahmens (1) befestigt (3,8) werden.