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(11) |
EP 0 124 481 B2 |
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NEUE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Veröffentlichungstag und Bekanntmachung des Hinweises auf die Entscheidung über den
Einspruch: |
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28.06.1995 Patentblatt 1995/26 |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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22.06.1988 Patentblatt 1988/25 |
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Anmeldetag: 10.04.1984 |
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Vorrichtung zur Übertragung hoher Geschwindigkeiten auf einen laufenden Faden und
Verfahren zum Anlegen dieses Fadens
Apparatus for transmitting high velocity to a running fibre, and process for threading-up
this fibre
Dispositif pour la transmission d'une grande vitesse à une fibre et procédé pour enfiler
cette fibre
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT CH DE FR GB IT LI NL |
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Priorität: |
22.04.1983 CH 2170/83
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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07.11.1984 Patentblatt 1984/45 |
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Patentinhaber: Rhône-Poulenc Viscosuisse SA |
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6020 Emmenbrücke (CH) |
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Erfinder: |
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- Reufer, Christian
CH-6020 Emmenbrücke (CH)
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Vertreter: Herrmann, Peter Johannes |
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c/o Rhône-Poulenc Viscosuisse SA
Patentabteilung IB 6021 Emmenbrücke 6021 Emmenbrücke (CH) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-B- 1 660 149 FR-A- 2 012 422 US-A- 3 323 191
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FR-A- 1 464 269 US-A- 3 020 621
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Bemerkungen: |
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The file contains technical information submitted after the application was filed
and not included in this specification |
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[0001] Die Erfindung betrifft eine Galette mit einer Umfangsgeschwindigkeit von wenigstens
2500 m/min, an die ein laufender Faden angelegt wird und eine Trennrolle sowie ein
Verfahren zum Anlegen eines laufenden Fadens an die Galette und die Verwendung der
Galette.
[0002] Die US-A-3-020-621 betrifft eine angetriebene Galette mit einem matten und einem
polierten Teil, wobei der mittlere Teil poliert und die beiden Randteile matt sind,
und einer polierten Trennrolle. Die angetriebene Galette muss Zonen unterschiedlicher
Rauhigkeit aufweisen; die Trennrolle kann unter speziellen Bedingungen auch solche
Zonen aufweisen, wenn sie angetrieben wird. Eine solche Vorrichtung weist Nachteile
auf, wenn feinfibrillige Fäden bei hohen Geschwindigkeiten aufgelegt werden sollen.
Wegen des geringen Kraftschlusses verbleibt eine Geschwindigkeitsdifferenz zwischen
Faden und Trennrolle, die nicht über längere Zeit konstant gehalten werden kann.
[0003] Aus der US-A 3-323-191 ist ein Verfahren zum Verstrecken eines Filamentfadens mittels
einer angetriebenen Streckgalette bekannt, deren Oberfläche unterschiedliche Rauheiten
aufweist. Die Oberfläche der zugehörigen Trennrolle ist homogen. Die äussere rauhe
Oberfläche der angetriebenen Streckgalette dient nur zum Anfahren und hat die Aufgabe,
einen hohen Schlupf des Fadens zu erzeugen, damit dieser beim Beschleunigen unter
hoher Spannung nicht reisst. Hat der Faden einmal die Geschwindigkeit der Galette
erreicht, wird er auf die glatte, polierte Oberfläche der Galette verschoben, wo er
während des Betriebes verbleiben muss.
[0004] Müsste der laufende Faden die hochglanzpolierte Rolle vom Stillstand schlagartig
beschleunigen, würde bei Fadengeschwindigkeiten von 2500 m/min sofort Fadenbruch auftreten.
[0005] Die bekannte Vorrichtung hat den weiteren Nachteil, dass während des Betriebes lediglich
der hochglanzpolierte Teil der Galette für den Betrieb nutzbar ist und somit nur eine
beschränkte Anzahl von Umwindungen vorgesehen werden können.
[0006] Das Verfahren hat offenbar befriedigende Ergebnisse bei niedrigen Fadengeschwindigkeiten
unter 1000 m/min ergeben, ist jedoch zum Anlegen eines Fadens hoher Anfangsgeschwindigkeit
auf eine rasch rotierende Galette ungeeignet.
[0007] Auch die DE-AS 16 60 149 betrifft eine Vorrichtung zum Verstrecken und Wärmebehandeln
eines Fadens aus thermoplastischen Polymeren mit einer angetriebenen Streckwalze,
einer Fadentrennrolle und einer feststehenden Walze. In dieser Vorrichtung ist die
Trennrolle auf ihrer ganzen Oberfläche mattverchromt, was für die Übertragung kleiner
Geschwindigkeiten auf einen laufenden Faden genügend ist. Sobald jedoch hohe Geschwindigkeiten
und feine Titer in Frage kommen, verbleibt eine Geschwindigkeitsdifferenz zwischen
Faden und Trennrolle, die nicht über längere Zeit konstant gehalten werden kann. Dementsprechend
hat der Faden keine konstanten Eigenschaften. Dazu erfolgt durch die relative Bewegung
zwischen Faden und Umfangsgeschwindigkeit der Trennrolle naturgemäss ein grösserer
Verschleiss der Oberfläche der Trennrolle.
[0008] Dieser Nachteil würde durch eine ganz polierte Trennrolle, die ebenfalls bekannt
ist, behoben, d.h. mit einer polierten Trennrolle hätte diese die gleiche Geschwindigkeit
wie der Faden. Die Fäden können aber bei hohen Geschwindigkeiten nicht an eine solche
Rolle angelegt werden, ohne dass dabei die Fibrillen auf der polierten Trennrolle
kleben bleiben und dadurch reissen würden.
[0009] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen laufenden Faden hoher Geschwindigkeit
um eine angetriebene schnellaufende Galette mit Trennrolle anzulegen.
[0010] Die vorliegende Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Oberfläche
der Trennrolle zwei Zonen unterschiedlicher Rauhigkeit aufweist.
[0011] Die Länge der beiden Zonen ist nicht kritisch. Im normalen Fall erstreckt sich jede
Zone auf ungefähr die Hälfte der Trennrolle. Der Ort der Zone mit der grösseren und
kleineren Rauhigkeit ist durch das Einsatzgebiet bedingt. Wenn die Fadenspannung des
laufenden Fadens beim Einlauf grösser ist als beim Ablauf, ist es von Vorteil, wenn
die Zone mit der kleineren Rauhigkeit beim Einlauf motorseitig liegt, weil dann besser
gewährleistet ist, dass Faden und Rolle die gleiche Geschwindigkeit haben.
[0012] Dementsprechend liegt dann die Zone mit der gröberen Rauhigkeit vorne. In der vorliegenden
Beschreibung ist die Position hinten und vorne durch die Position des Motors zum Antrieb
der Galette bestimmt: hinten heisst, dort wo der Motor angebracht ist. Wenn die Spannung
des Fadens beim Ablauf grösser ist als beim Einlauf, ist die Zone mit der grösseren
Rauhigkeit hinten angebracht.
[0013] Die Zone mit der grösseren Rauhigkeit ist mattverchromt oder keramikbeschichtet.
Unter mattverchromter Zone versteht man eine zuerst sandgestrahlte und dann verchromte
Zone, wodurch eine sogenannte Orangenhautoberfläche entsteht. Eine ebenfalls geeignete
Oberfläche kann auch mittels Keramikbeschichtung und spezieller Behandlung, d.h. mittels
Bürstenschliff, erreicht werden.
[0014] Geeignete Begriffe zur Beschreibung und Definition von Oberflächen-Rauheiten gibt
es in deutschen und amerikanischen Standards. Der wichtigste Begriff ist der 〈〈Mittenrauhwert〉〉
gemäss DIN (〈〈Roughness Height〉〉 ASA B 46,1-1962), das ist der arithmetische Mittelwert
der Abstände des Istprofils vom mittleren Profil, gemessen senkrecht zum mittleren
Profil. Der Mittenrauhwert (1) der Oberfläche mit der grösseren Rauhigkeit liegt zwischen
0,5 und 2,2 Micrometer (»m), vorzugsweise zwischen 0,6 und 2,2 »m. Polierte Oberflächen
dagegen haben einen Mittenrauhwert um 0,04 »m. Die rauhe Oberfläche der Trennrolle
weist zusätzlich folgende Rauhigkeitswerte auf:
| (2) |
Rauhtiefe |
4,5 - 8,0 »m |
| (3) |
Mittlere Rauhtiefe |
1,6 - 3,0 »m |
| (4) |
Höhen-Abstand |
max. 140 »m |
| (5) |
Mittlerer Höhen-Abstand |
40 - 60 »m |
| (6) |
Profil-Krümmung |
max. 0,030 »m⁻¹ |
[0015] Diese Begriffe sind schon in der DE-PS 2 118 316 erläutert.
[0016] Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zum Anlegen eines laufenden Fadens auf
die oben beschriebene Vorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden beim Anlegen
mittels einer Fadenführung in Kontakt mit dem matten Teil der Trennrolle gebracht
wird und nach Entfernung dieser Fadenführung auf dem polierten Teil der Trennrolle
läuft.
[0017] Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist überall dort verwendbar, wo eine Galette eingesetzt
wird, die mindestens 360° umschlungen werden muss. Die Fadentrennrolle bewirkt dann,
dass der auflaufende und ablaufende Faden voneinander getrennt auf der Rolle aufliegen.
Dementsprechend betrifft die Erfindung des weiteren die Verwendung der oben erwähnten
Vorrichtung in einem Schnellspinn-, Spinnstreck-, Schnellspinnstreck-, Streck-, Texturier-,
Strecktexturier-, Spinnstrecktexturier- oder Wärmebehandlungsprozess.
[0018] Die Erfindung wird nachstehend anhand einer Figur, welche die Verwendung der Vorrichtung
in einem Spinnstreckprozess darstellt, noch näher erläutert.
[0019] Diese Spinnstreckanlage besteht aus einer angetriebenen Liefergalette 1 mit ihrer
entsprechenden Trennrolle 2 und aus einer angetriebenen Abzugsgalette 3 mit ihrer
entsprechenden Trennrolle 4. Erfindungsgemäss besitzt die Trennrolle 4 an ihrem freien
Ende einen mattverchromten a und motorseitig einen glanzverchromten Teil b.
[0020] Ein Faden 5 kommt von einer Spinndüse und ist mittels eines Fadenaufnahmegeräts fünfmal
auf der Liefergalette 1 angelegt. Zum weiteren Einziehen wird der Faden 5 über einen
Fadenführer 6 auf der Abzugsgalette 3 und auf den mattverchromten Teil a der Trennrolle
4 mit mindestens 2-3 Umwindungen angelegt. Danach wird der Fadenführer 6 aus dem Fadenweg
entfernt, was zur Folge hat, dass sich die Fadenwindungen auf der Abzugsgalette 3
nach hinten auf den glanzverchromten Teil b verlagern. Danach können weitere Umwindungen
um die Abzugsgalette 3 aufgelegt werden, und der Faden 5 kann zum nächsten Rollenpaar
oder zu einem Wickler oder zu einer Texturierzone hin weitergeleitet werden.
[0021] In der vorliegenden Beschreibung versteht man unter hoher Geschwindigkeit des Fadens
eine Geschwindigkeit von mindestens 2500 m/min.
1. Vorrichtung zur Übertragung hoher Geschwindigkeiten auf einen laufenden Faden (5),
bestehend aus einer mit einer Geschwindigkeit von wenigstens 2500 m/min angetriebenen
Galette (3) und einer Trennrolle (4), an die der laufende Faden (5) angelegt wird,
sowie aus einem Fadenführer (6), dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche der Trennrolle
(4) einen matten Teil (a) und einen polierten Teil (b) aufweist.
2. Vorrichtung gemäss Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass der matte Teil (a) im Bereich
des Fadenablauf vorgesehen ist.
3. Vorrichtung gemäss Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass der matte Teil (a) mattverchromt
oder keramikbeschichtet ist.
4. Vorrichtung gemäss Anspruch 3 dadurch gekennzeichnet, dass der Mittenrauhwert der
Oberfläche des Teils (a) zwischen 2,0 und 2,2 Micrometer liegt.
5. Verfahren zum Anlegen eines laufenden Fadens an die Vorrichtung gemäss den Ansprüchen
1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden (5) über den Fadenführer (6) und um
die Galette (3) und den matten Teil (a) der Trennrolle (4) angelegt wird, wobei nach
Entfernen des Fadenführers (6) der Faden (5) auf dem polierten Teil (b) der Trennrolle
(4) weiterläuft.
6. Verwendung der Vorrichtung gemäss den Ansprüchen 1 bis 4 in einem Schnellspinn-, Spinnstreck-,
Schnellspinnstreck-, Streck-, Texturier-, Strecktexturier-, Spinnstrecktexturier-,
oder Wärmebehandlungsprozess.
1. Apparatus for transmitting high velocity onto a running thread (5) comprising a driven
godet (3) having a speed of at least 2500 m/min and a separating roll (4), onto which
the running thread (5) is laid, comprising a thread guide (6) characterized in that
the surface of the separating roll (4) has a matt part (a) and a polished part (b).
2. Apparatus according to claim 1, characterized in that the matt zone (a) is provided
in the thread run-off part.
3. Apparatus according to claim 2, characterized in that the part (a) is matt-chromed
or ceramic-coated.
4. Apparatus according to claim 3, characterized in that the average roughness height
of the part (a) is between 2.0 and 2.2 micrometers.
5. Process for laying a running thread onto the apparatus according to claim 1 to 4,
characterized in that the thread (5) is laid via a thread guide element (6) and round
the godet (3) and the matt part (a) of the separating roll (4), after removal of the
thread guide (6), the thread (5) continues to run on the polished part (b) of the
separating roll (4).
6. Use of the godet according to claims 1 to 4 in a high-speed spinning, spin drawing,
hihg-speed spin drawing, drawing, texturing, draw texturing, spin draw texturing or
heat treatment process.
1. Dispositf pour la transmission d'une grande vitesse à un fil courant (5) au moyen
d'une galette (3), tournant à une vitesse d'au moins 2500 m/min, et un rouleau de
séparation (4), auquel le fil courant (5) est enfilé ainsi qu'un guide-fil (6), caractérisé
en ce que la surface du rouleau de séparation (4) comporte une partie mate (a) et
une partie polie (b).
2. Dispositif suivant la revendication 1, caractérisé en ce que la partie (a) est prévue
dans le domaine de l'écoulement du fil.
3. Dispositif suivant la revendication 2, caractérisé en ce que la partie (a) est chromée
mate ou est recouverte de céramique.
4. Dispositif suivant la revendication 3, caractérisé en ce que la valeur de la rugosité
moyenne de la surface de la partie (a) se situe entre 2.0 et 2.2 micromètre.
5. Procédé pour enfiler un fil corant au dispositif, suivant les revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que le fil (5) est mis à l'aide du guide-fil (6) autour de la galette
(3) et autour de la partie mate (a) du rouleau de séparation (4), cependant après
avoir enlevé le quide-fil (6), le fil (5) continue sur la partie polie (b) du rouleau
de séparation (4).
6. Utilisation de la galette suivant les revendications 1 à 4 pour un filage rapide,
un filage-étirage, un filage-étirage-rapide, un étirage, une texturation, un étirage-texturation,
un filage-étirage-texturation ou pour un procédé de traitement thermique.
