[0001] Die Erfindung betrifft eine Walzanlage zum Walzen insbesondere von Flachstahl, mit
wenigstens drei zu einem Walzblock zusammengefaßten Walzgerüsten, die zueinander um
90° winkelversetzte Walzenpaare aus glatten Walzen aufweisen, wobei die Walzenpaare
einzeln antreibbar und symmetrisch zur Walzenachse anstellbar sind und die den Schmalseiten
des Flachstahls zugeordneten Walzenpaare mit in Richtung der Walzenachsen verstellbaren
Walzgutführungen für die Breitseiten des Flachstahls zusammenwirken.
[0002] Um Stabstahl rechteckigen Querschnittes, sogenannter Flachstahl, der heute in großen
Mengen und in den verschiedensten Querschnittsdimensionen benötigt wird, herzustellen,
ist es bekannt, Walzgerüste zu kontinuierlichen Walzstraßen (DE-C-916 165) oder kompakteren
Walzblöcken (DE-A-23 26 723) aneinanderzureihen. Bei diesen Walzanlagen sind aber
die Walzgerüste fest aufeinander abgestimmt und die Durchlaufrichtung des Walzgutes
muß stets gleich bleiben.
[0003] Für jeden der vom Startquerschnitt bis zum Erreichen des Fertigquerschnittes notwendigen
Walzstiche ist jeweils ein einzelnes Walzgerüst vorzusehen, durch welche Vielzahl
von Walzgerüsten das Walzgut gegebenenfalls unter Wenden und Kippen in entsprechend
langen Durchläufen hindurchgeführt werden muß. Es entstehen weit ausgedehnte Walzanlagen,die
trotz ihres Bauaufwandes immer nur Stabstahl ganz bestimmten Querschnittes walzen
können und für eine Änderung des Walzprogrammes umfangreichste Umrüstarbeiten voraussetzen.
Außerdem kommt es durch die hohen Durchlaufzeiten zu einem frühzeitigen Erkalten des
Walzgutes und zur Gefahr der Kantenbrüchigkeit, so daß Zwischenhitzen vorgesehen werden
müssen, um Rißbildungen beim Walzen zu vermeiden.
[0004] Es gibt auch bereits reversible Walzgerüste (DE-A-22 54 676), die aber ausschließlich
als Einzelgerüste verwendet werden und sich immer nur zum Bearbeiten einer der beiden
Seiten, also entweder die Breite oder die Höhe, eines Flachstahls eignen. Da die der
anderen Seite zugeordneten Walzgutführungen nicht nach jedem Stich, sondern nur für
eine Änderung des Walzprogrammes verstellbar sind, bleibt der Anwendungsbereich dieser
Walzgerüste von vornherein beschränkt.
[0005] Wie in der AT-B-274 718 angedeutet, werden auch schon die zur Betätigung von Walz
werken verwendeten elektrischen und hydraulischen Kreise mit grundsätzlich bekannten
Steuerungen für den Antrieb und die Anstellung der Walzen ausgerüstet, was zwar das
Einhalten genauer Walzgeschwindigkeiten und die genaue Anordnung der Walzenpaare gegenüber
dem Walzgut erlaubt, aber an und für sich zu keiner Verbesserung des eigentlichen
Walzvorganges und der darauf abgestimmten Walzanlagen führt.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Walzanlage zu schaffen, die
sich durch ihren besonders geringen Platzbedarf auszeichnet, bei kompakter Bauweise
kürzeste Durchlaufzeiten erlaubt, die rationelle Herstellung von Flachstahl gewährleistet
und außerdem die Möglichkeit zum Walzen jeden Vierkants vom Quadrat bis zum extremen
Rechteckquerschnitt ohne aufwendige Umrüstungen bietet.
[0007] Die Erfindung löst diese Aufgabe bei einer gattungsgemäßen Walzanlage dadurch, daß
alle Walzgerüste reversibel sind, daß die Walzgutführungen sowohl vor als auch hinter
den ihnen zugehörigen Walzenpaaren liegen, welche Walzgutführungen jeweils für sich
symmetrisch zur Walzachse verstellbar sind, und daß die Walzenantriebe, die Antriebe
zur Walzenanstellung und die Antriebe zur Verstellung der Walzgutführungen nach jedem
Durchlauf des Walzgutes durch den Walzblock mittels einer numerischen Steuerung im
Sinne einer Durchlaufrichtungsumkehr zur fortgesetzten Querschnittsabnahme entsprechend
einem bestimmten Walzprogramm ansteuerbar sind.
[0008] Durch diese Maßnahmen entsteht gewissermaßen eine kontinuierliche und reversible
Walzstraße, auf der pro Durchlauf der Anzahl der Walzgerüste entsprechend viele Stiche
gewalzt werden können. Die Reversibilität erlaubt darüber hinaus mit dieser Walzstraße
allein beliebig viele Stiche vorzunehmen, wozu das Walzgut lediglich in entsprechender
Durchlaufzahl in beiden Richtungen durch die Walzstraße geschickt werden muß. Die
glatten, anstellbaren Walzenpaare und ihr jeweils 90°- iger Versatz lassen dabei das
Walzen jedes rechtwinkeligen Vierkantquerschnittes zu und die Walzgutführungen verhindern
sicher ein Kippen oder Ausweichen von Walzgut auch schmalster Querschnitte aus der
Walzmitte, so daß vom Startknüppel bis zum beliebigen Flachquerschnitt wirklich alles
auf dieser reversiblen Walzstraße herstellbar ist. Um die Walzgerüste nach jedem Walzgutdurchlauf
umstellen und für eine fortgesetzte Bearbeitung bei geänderter Durchlaufrichtung aufeinander
abstimmen zu können, werden die jeweiligen Antriebe und Verstelltriebe mittels einer
numerischen Steuerung entsprechend der alternierenden Durchlaufrichtung und dem Bearbeitungsfortschritt
angesteuert. Diese numerische Steuerung erlaubt die programmierbare Koordination und
Überwachung der einzelnen Antriebe für die Walzen, die Walzenanstellung und auch die
Walzgutführungen und gewährleistet bei einfacher Wahl verschiedener Walzprogramme
jeweils einen exakten Walzvorgang. Dadurch ist eine Flachstahlherstellung in kürzester
Zeit und auf rationellste Weise möglich und die ganze Walzanlage mit ihrem reversiblen
Walzblock kann außerdem auf verhältnismäßig kleinem Raum untergebracht werden.
[0009] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt, und zwar
zeigen
Fig. 1 die Walzanlage in schematischer Draufsicht und die
Fig. 2 und 3 eine Walzgutführung im Horizontalschnitt bzw. im Aufriß.
[0010] Die in Fig. 1 veranschaulichte Walzanlage besteht aus fünf zu einem gemeinsamen Walzblock
1 zusammengefaßten Walzgerüsten 2, 3, von denen die Walzgerüste 2 jeweils ein horizontales
Paar glatter Walzen 4 und die Walzgerüste 3 jeweils ein vertikales Paar glatter Walzen
5 aufweisen. Die Walzenpaare 4, 5 sind unabhängig voneinander antreibbar, wobei jeder
Antrieb aus einem Drehstrommotor 6, einer regelbaren Hydraulikpumpe 7 und einem über
Hydraulikleitungen 8 mit dieser verbundenen Hydraulikmotor 9 besteht, welcher Hydraulikmotor-über
ein Getriebe 10 und Gelenkwellen 11 die Walzen 4, 5 in Drehung versetzt. Die Walzendrehzahl
kann dabei durch Veränderung des Schwenkwinkels der Regelpumpe 7 stufenlos verändert
werden und über diese Regelpumpe läßt sich auch die Drehrichtung der Walzen umkehren.
[0011] Die Walzen 4, 5 sind in den Walzgerüsten 2, 3 anstellbar gelagert, wozu die Walzenlager
12 eines jedes Walzenpaares über Verstelltriebe 13 symmetrisch zur Walzmitte versetzbar
sind. Die Verstelltriebe 13 werden über Hydraulikmotore 14 angetrieben, die mittels
aufgebauter Hydraulikventile und einer Versorgungsleitung 15 von einer gemeinsamen,
an einen Elektromotor 16 gekoppelte Hydraulikpumpe 17 versorgt werden.
[0012] Um mit den glatten Walzen 4, 5 Flachprofile walzen zu können, sind den vertikalen
Walzen 5 Walzgutführungen 18 zugeordnet, die für das Walzen der Schmalseiten des Flachstahls
dessen Breitseiten führen und beim Walzen ein Kippen des Flachstahls verhindern. Zur
Anpassung an verschiedene Querschnitte sind diese Walzgutführungen 18 in vertikaler
Richtung verstellbar, welche Verstellung wiederum durch Hydraulikmotoren 19 erfolgt,
die über Hydraulikventile an die Versorgungsleitung 15 und die Hydraulikpumpe 17 angeschlossen
sind. Wie in den Fig. 2 und 3 angedeutet, bestehen die Walzgutführungen 18 jeweils
aus zwei sich zu einem Rechteckquerschnitt 20 ergänzenden Winkelteilen 18', deren
horizontale Führungsschenkel 18" zungenförmig weit in den Walzspalt vorragen und zur
Schonung der Walzgutoberfläche in nicht näher dargestellter Weise Rollen tragen können.
Diese Winkelteile 18' sitzen in Vertikalführungen 21 und lassen sich mit einer Verstellwelle
22, die über ein Ritzel 23 mit einer an den Winkelteilen 18' befestigten Zahnstange
24 zusammenwirkt, in einander entgegengesetzter Richtung bewegen. Die Verstellwelle
22 ist dazu mit dem Hydraulikmotor 19 antriebsverbunden.
[0013] Der Walzblock 1 mit seinen horizontalen und vertikalen Paaren glatter Walzen 4, 5,
den reversiblen Walzenantrieben sowie der Möglichkeit der Walzenansteltung und der
verstellbaren Walzgutführungen 18 erlaubt pro Durchlauf die Durchführung mehrerer
Stiche unmittelbar hintereinander und durch das Aneinanderreihen entgegengesetzt gerichteter
Durchläufe das Walzen einer beliebigen Stichzahl und das Erreichen verschiedenster
Flachquerschnitte. Eine numerische Steuerung 25, die über entsprechende Steuerleitungen
26, 27, 28 die Hydraulikpumpen 7 für die Walzenantriebe, die Hydraulikventile für
die Hydraulikmotoren 14 zur Walzenanstellung und die Hydraulikventile für die Hydraulikmotoren
19 zur Verstellung der Walzgutführungen 18 ansteuert, übernimmt dabei in Abhängigkeit
des von einem Kommandopult 29 aus eingegebenen Walzprogramms die Steuerung und Kontrolle
der aufeinander abzustimmenden Regelgrößen, wie Walzendrehrichtung, Walzendrehzahl,
Anstellmaß der Walzen und Verstellmaß der Walzgutführungen, so daß ein funktionssicherer
Ablauf des Walzens von Flachstahl auf einem kompakten reversiblen Walzblock aus mehreren
Walzgerüsten gewährleistet ist.
Walzanlage zum Walzen insbesondere von Flachstahl, mit wenigstens drei zu einem Walzblock
(1) zusammengefaßten Walzgerüsten (2, 3), die zueinander um 90° winkelversetzte Walzenpaare
aus glatten Walzen (4, 5) aufweisen, wobei die Walzenpaare (4, 5) einzeln antreibbar
und symmetrisch zur Walzachse anstellbar sind und die den Schmalseiten des Flachstahls
zugeordneten Walzenpaare (5) mit in Richtung der Walzenachsen verstellbaren Walzgutführungen
(18) für die Breitseiten des Flachstahls zusammenwirken, dadurch gekennzeichnet, daß
alle Walzgerüste (2, 3) des Walzblockes (1) reversibel sind, daß die Walzgutführungen
(18) vor und hinter den ihnen zugehörigen Walzenpaaren (5) liegen, welche Walzgutführungen
(18) jeweils für sich symmetrisch zur Walzachse verstellbar sind, und daß die Walzenantriebe
(7, 9), die Antriebe (15) zur Walzenanstellung und die Antriebe (19) zur Verstellung
der Walzgutführungen (18) nach jedem Durchlauf des Walzgutes durch den Walzblock (1)
mittels einer numerischen Steuerung (25) im Sinne einer Durchlaufrichtungsumkehr zur
fortgesetzten Querschnittsabnahme entsprechend einem bestimmten Walzprogramm ansteuerbar
sind.
A rolling plant for rolling particularly flat steel, comprising at least three rolling
mill stands (2, 3), which are combined in a rolling mill block (1) and comprise pairs
of smooth rolls (4, 5), which pairs extend at right angles to each other and are adapted
to be individually driven and symmetrically adjustable into engagement with respect
to the axis of the stock being rolled, and wherein those pairs of rolls (5) which
are associated with the narrow faces of the flat steel cooperate with rolled stock
guides (18), which are adjustable in the direction of the axes of the rolls and serve
to guide the broadsides of the flat steel, characterized in that all rolling mill
stands (2, 3) of the rolling mill block (1) are reversible, that the rolled stock
guides (18) are disposed in front of and behind the associated pairs of rolls (5)
and are individually adjustably symmetrically with respect to the axis of the stock
being rolled, and that the roll drives (7, 9), the drives (15) for adjusting the rolls,
and the drives (19) for adjusting the rolled guides (18) are adapted to be activated
by means of a numerical control system (25) so as to reverse the direction of travel
for a continued reduction in accordance with a predetermined rolling programme after
each pass of the rolled stock through the rolling mill block (1).
Installation de laminage, destinée en particulier à laminer de l'acier plat, comportant
aux moins trois cages (2, 3) de laminoir qui, regroupées en un bloc (1) de laminoir,
présentent des paires de cylindres (4, 5) disposées avec un décalage angulaire de
90° l'une par rapport à l'autre et se composent de cylindres (4, 5) lisses, tandis
que les paires, de cylindres (4, 5) peuvent être entraînées séparément et réglées
symétriquement par rapport à l'axe de laminage et que les paires de cylindres (5)
correspondant aux côtés étroits de l'acier plat coopèrent avec des guides (18) de
produit laminé qui, pouvant être positionnés dans le sens des axes de cylindre, guident
les côtés larges de l'acier plat, caractérisée par le fait que toutes les cages (2,
3) de laminoir du bloc (1) de laminoir sont réversibles, que les guides (18) de produit
laminé se situent en amont et en aval des paires de cylindres (5) leur correspondant,
avec ces guides (18) de produit laminé peuvent être positionnés chacun en tant que
tel séparément et symétriquement par rapport à l'axe de laminage, et que les entraînements
(7, 9) des cylindres, les entraînements (15) pour le réglage des cylindres et les
entraînements (19) pour le positionnement des guides (18) du produit laminé peuvent
être pilotés après chaque passe du produit laminé à travers le bloc (1) de laminoir
au moyen d'une commande numérique (25) dans le sens d'une inversion du sens de passage
en vue d'une diminution progressive de la section transversale en fonction d'un programme
de laminage déterminé.